wurde. Don amtlicher Seite faßt man diese Konferenz nicht als eine Zusammenkunft von Freunden, sondern als ,93er- sammlung' von 90 Personen auf, in der politische Angelegen- heilen erörtert wurden, die also nach dem Gesetz polizeilich hätte angemeldet werden müssen. Die Exterritorialität des ReichStagSgebLudes komme hier nach Ansicht der Behörden picht in Frage.
— Stach Beendigung deS Wahlkampfes wollen die nationalliberolen Frigendvereine ihre Organisation an den verschiedensten Stellen QiiSbanen und eine gesteigerte agitatorische Tätigkeit entfalten. Die Geschäftsstelle des ReichSverbandeS der nationalliberalen Jugend teilt mit, daß sie zunächst m folgenden Orten Vereine zu gründen wünscht: Altena, Bückeburg, Bremen, Breslau, Braunschweig, Ehern- nitz, Dresden, Dortmund, Dessau, Erfurt, Siegburg, Freiberg i. S., Greiz, Gummersbach, Greifswald, Görlitz, Berg- Gladbach, Hamburg, Iserlohn, Itzehoe, Kiel, Koblenz, Koburg, Koltbus, Lüdenscheid, Marburg, Mainz, Wänster i. W., Osnabrück, Remscheid, Rostock, Flensburg, Staßfurt, Stettin, Wanne, Worms.
— Der Besuch des Friedhofes der Märzgefallenen tm Friedrichshain nahm im Verlauf des Tages einen großen Umfang an. Die Abordnungen von Arbeitervereinen und Verbänden, die Kränze überbrachten, trafen frühzeitig ein. Tie Inschriften auf den roten Schleifen bezogen sich diesmal vielfach auf die ReichStagswahlen. Eine Anzahl von Schleifen wurden wegen ihrer Inschriften vom Polizeileutnant Schirmer mit der Schere abgeschmtten.
— Wie die Fachblätter mitteilen, hat das preußische KriegSministerimn Bestellungen in Tuchen für neue Uniformen vergeben. Diese neuen Uniformen (feldgrau) sollen nur im Manöver und im Kriege verwendet werden. Für den Parademarsch bleiben die bisherigen.
Essen (Ruhr), 18. März. Die Stadtverwaltung lehnte das Gesuch der hiesigen Sozialdemokraten um lieber» lassung eines städtischen Saales für den diesjährigen Parteitag ab, weil nach dem Gesetz eine solche nicht zulässig sei.
Dresden, 17. März. Die Hauptversammlung des LandeSauSschusseS der nationalliberalen Partei Sachsens beschloß heute, in 16 Landtagswahlkreisen Kandidaten aufzustellen. Sie tritt für eine entschiedene liberale Politik und gründliche Reform des Landtagswahlrechts ein. Die Entscheidung über ein Zusammengehen mit den Freisinnigen bei den Landtagswahlen soll den nationalliberalen Ortsvereinen überlaufen bleiben.
Weimar, 19. März. Der Ausschuß des thüringischen Landesverbandes der liberalen Wahlvereine beschloß in einer Resolution den Zusammenschluß und die Arbeits-Gemeinschaft aller linksliberalen Gruppen durch ganz Thüringen.
Mannheim, 19. März. In der Affäre des Karnevals- Witz blatt eS ,Schnupftabak" soll, wenn der Verfasser der inkriminierten Notiz innerhalb drei Tagen nicht bekannt ist, der Genosse Geck von der Volksstimme in Zeugnis- Zwangshaft genommen werden.____________
Neues aus Rußland.
In dem vornehmsten Hotel Petersburgs, dem Hotel de l'Europe, hielten mehrere Gardeoffiziere und Herren vom Zivil eine Versammlung ab. Der kaukasische Adelsmarschall Fürst Nischiradse sprach für die Unabhängigkeit Kaukasiens. Darüber erbost schnitt ihm der Rittmeister KoSlow ein Ohr ab. Nischira'ose antwortete mit einem Revolver- schuß. Es entstand eine allgemeine Schießerei, bei der fast alle Herren verwundet wurden. Koslow liegt im Sterben.
500 betrunkene Bauern, welche Läden in Wladimir angegriffen hatten, wurden von der Polizei mit blanker Waffe zurückgeschlagen. Hierbei wurden 10 Bauern verletzt, 8 sind ihren Wunden erlegen.
K jstsch e sLandrvirtjchajtskammek.
Nachmlrtagssitzung.
D a r m |‘t a b t, 18. März.
Die um 31/* Uhr fortgesetzte Beratung der Satzungen wurde Lei Art. 61 begonnen, welcher lautet: „Jedem Ausschuß gehören die 15 Mitglieder der Landwlrtschastskanuner aus der Provinz an, wozu noch aus jedem Wahlbezirk zwei durch dessen Vertrauens- männer auf die Dauer von fünf Jahren gewühlte Atitglieder treten. Außerdem ist jeder Ausschuß berechtigt, mit Zustimmung des Vorstandes der Landwirtschastskaminer landwirlschastliche Sachverständige und Vertreter von landwirtschaftlichen Fach- und Berufs- oeremen, welche ihre Tätigkeit über die Provinz erstrecken, zu außer- ordenilichen Mitgliebern mit beratender Stimme zuzuwählen. Tie Zahl dieser außerordentlichen Mitglieder darf für jede Provinz die Zahl von 9 nicht übersteigen."
Hier knüpfte sich eine längere Debatte an. Von verschiedenen Rednern wurde das Bedenken erhoben, daß die Ausschußmitglieder nur solche wählen würden, die ihrer engeren Richtung angeboren; auch wurde die Zahl von 9 außerordentlichen Mitgliedern als zu hoch bezeichnet. Ein aiiderer Redner erblickt dann eine Bevormundung des Ausschusses.
Präsident Haas hob hervor, es müsse vor allem die Einheitlichkeit in der Wahrung der Interessen für die Landwirtschaft gewahrt bleiben; die Provinzen dürften nicht sich durch ihre Be- Müsse entgegenarbeiten, wie das früher bei der Dezentralisation mitunter der Fall war.
Ter Art. 61 wurde schließlich einstimmig angenommen, jedoch öie Worte „mit Zustimmung des Vorstandes der Landwirtschafts, tammer" gestrichen.
_„Die Art. 62 bis 92 wurden dann mit einigen unwesentlichen Abänderungen redaktioneller Art angenommen. In Art. 93 wird nach Art. 36 des Landwirtschaftskammergesetzes beschlossen, daß rle ^st^?^stchast»wmmer über ihre Beainten und Bediensteten die Disziplinarbefugnis ausübt und zwar der Kammervor- sltzende am Verwarnung und Verweis, der Vorstand der Kammer aus Geldstrase bis zu 100 Mk. und die Hauptversammlung der Kammer auf Dienstentlasjung erkennen können. Tie letzte Ae- KSKIS ;UUrm -au* Mcul.uß der Kammer gestrichen nnb dem teO9TrfctlCqycÄ“3:ul W..Dienstentlassung zugesprochen.
k r (.'•pfSu unb 9u sind ohne Belang. Art. 97 bestimmt, ba| der alljabrhd) aiufsuftellenbe Voransch.ag neben den Eüi- nahmen und Ausgaben der Landwirtschastskaminer selbst zugleich hir rnmbr>rnSprr ■ r11C Ausschüsse in den Provinzen uno der
ber ober ita Organen unterstellten Anstalten umfaßt.
Art. J8 bestimmt, pur bte Landwirlschaftskammer, ihre Or- aane unb .inftalten besteht nur eine Kassenverwaltung. In die Jahresrechnung der LanowirlstLastSkammsr werden die Wirt- K al™"tieflaubteü ä^fügL 1 b“ unb bct
vinzen errichtet werden. ' 11 111 oen 0
„Präst Haas sührt aus, es verstehe sich von selber daß ben Geschastsuctten her >Lrovm,e» Sotlagcn Mrd'-U, Somit
sie jeberzeit ihre notwendigen Zahlungen bestreiten können. Der Antrag Lutz wird darauf abgelehnt.
Die Art. 99 bis 105 finden ohne Debatte Annahme. Art. 106 bestimmt, a. .daß die Vertreter der Landwirtschaftskammer im Deutschen Landwirtschastsrat und ähnlichen Veranlassungen bei Reisen außerhalb des Laiches 20 Mk. Tagegeld und 8 Psg. pro Kilometer Bahnfahrt unb 60 Psg. pro Kilometer Landweg erhalten. Ferner sollen b. die Mitglieder der Land- wirtschattskammer, des Vorstandes und der Kommissionen für die Teilnahme ^an Den Sitzungen 9 M k. Tagegeld, 3 Mk. Ueberuachtungsgebühr, 6 Pfg. pro Kilometer Eisenbahnfahrt und 60 Pfg. pro Kilometer Landweg, c. die Mitglieder der Ausschüsse in den Provinzen, ihre Vorstände und Kommissionen 5 2)1 k. Tagegeld und die vorstehende Vergütung für Reiseauslagen und d. die Mitglieder der Bezirksausschüsse und die Vertrauensmänner 3 M k. Tagegeld erhalten.
Ministerialrat U s i n g e r bemerkt hierzu, die Regierung nehme an, daß diese Gelder aus den Verwaltungskosten der Landwirtschaftskammer bestritten werden. Das Tagegeld von 20 Mk. könne zu viel, aber auch zu wenig sein; das erstere sei zweifellos der Fall, wenn der Vertreter in Frankfurt a. M. zu tun habe. Das Ministerium halte es für empfehlenswerter, wenn die Tagegelder mehr den darüber für die Handwerkskammer bestehenden Vorschriften angeschlossen würden, nämlich 9 Mk. Tagegeld und 3 Mk. Ueberuachtungsgebühr, sowie Vergütung der baren Auslagen für Eisenbahnsahrten anstatt der Kilometergebuhr. Ueber höhere Diäten bei besonderen Gelegenheiten könnte von Fall zu Fall entschieden werden.
Abg. Köhler spricht sich für die Annahme der im Entwurf aufgestellten Tagegelber rc. aus.
Herr T r a u t m a n n meint, man solle, um bem Lande die Uneigennützigkeit der Kammermitglieder zu beweisen, überhaupt auf alle Gebühren und Tagegelder verzichten. (Wiberspruch.)
Prüf. Haas weift äiraui ijui, dag bie Gewährung der Dutten an die Kammermitglicder gesetzlich festgelegt fei.
Nach weiterer unverständlicher Debatte, au der sich die Herren Bähr, Köhler, Lutz, Dr. Dehliuger, Walter u. a. beteiligen, weist Ministerialrat Uf in g er nochmals darauf hin, baß bie Diäten ja nicht uns Staatsmitteln, sondern aus den Verwattungswsten b^r Landwirtschaitslannner gedeckt werben müssten, die Regierung auch keinen Staatszuschuß dafür bewilligen werde. Weiter weist der Negierungsvertreter darauf hin, baß auch bei andern Lairdwirtschaftskammern, z. B. Wiesbaden, em Tagegeld von 9 Mk. gezahlt werde. Bei der schließlich erfolgten Abstimnurng werden noch verschiedene Abänderungsverträge eingebracht. Die Stammet nimmt den Absatz a mit dem Abänderungsantrag Köhler an, daß anstatt 8 Psg. nur 6 Psg. für den Bahnkilometer vergütet werden. Die Absätze b, c und d werden unter Abl>.-nung der Anträge aus der Versammlung unverändert angenommen.
Herr Eibach hatte bei b anstatt 9 Mk. und Herr Köhler bei d die Erhöhung der Tagegelder von 3 Mk. auf 7 Mk. beantragt. Die Schlußartikel 107, 108 und 109 werden endlich in der vorliegenden Fassung angenommen.
Damit ist die S a tz u n g s b e r a t u n g beendet und der Präsident spricht den Wunsch aus, daß die Genehmigung der Negierung recht bald erfolgen möge, damit die Kammer ihre ordnungsmäßige Tätigkeit beginnen könne.
Nachdem daraus noch bestimmt worden ist, baß ber Prodin - zialausschuß für O b erhe f s e n am nächsten Samstag, der für Starkenburg nm Alontag und der für Rheinhessen am Dienstag einberufeu werden soll, gelangt als letzter Punkt der Tagesordnung die Heb ernannte der landwirtschaftlichen Zeitschrift auf die Landwirtschaftskammer zur Beratung.
Abg. Köhler spricht Oekonomierat Müller seinen Dank aus für die scharf agrarische Haltung, die das Blatt unter seiner Leitung angenommen habe; er hoffe, daß diese Haltung auch in Zukunft beibehalten werde. (Zustimmung.)
Oekonomierat Müller dankt für die Anerkennung und gibt nähere Auskunft über den Verttieb und die Einrichtung des Blattes, dessen Abonnentenzahl von 9500 schon auf 13 000 gestiegen sei.
Nachdem alsdann Abg. Köhler dem Präsidenten Geh. Rat Haas für dessen aufopfernde, unermüdliche Tätigkeit im Interesse der Landwirtschaft den wärmsten Dank der Kammermitglieder ausgesprochen und verschiedene Mitglieder noch eine Anzahl Sonderwünsche geäußert haben, polemisiert Aba. Breitenbach noch gegen Prof. Dr. Biermer in Gießen und erhebt Widerspruch gegen dessen Angriffe auf die Landwirte.
Auch Abg. Köhler wendet sich gegen Prof. Biermer und betont, Liaß die Landwirte nur immer wieder das Verlangen nach der Errichtung einer agrarischen Professur an der Universität Gießen neben der Biermers erstrebten.
Die Versammlung stimmt alsdann einmütig dem Antrag zur Ueberuahme der landwirtschaftlichen Zeitschrift auf die Land- wirtschastskammet zu.
Damit ist bie Tagesordnung erledigt und der Präsident schließt die Versammlung.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 19. März.
— Orbenssache. S. K. H. ber Groß Herzog hat bem Geh. Kommerzienrat Freiherrn Heyl zu Herrnsheim, Mit- glieb ber Ersten Kammer ber Lanbstänbe unb deS Reichstags, zu Worms bie Erlaubnis zur Annahme unb zum Tragen bes ihm von bem König von Preußen verliehenen Kronen-Orbens 2. Klasse mit bem Stern erteilt.
"Der Kauf m. Verein f ü r weibl. Ange- stellte hielt am Sonntag, 17. März, im Hotel Großherzog sein erstes Iah res fest ab. Frau Joh. Wäscher aus Kassel sprach in einem längeren Vortrag über bie Not- wenbigkeit unb Vorteile eines Vereins in Bezug auf Aus- bilbung, Unterrichtskurse, Stellenvermittlung unb Hebung bes stanzen Standes rc. für die im Erwerbsberuf stehenden Damen. Mit regem Eifer hatten bte Mitglieber im voraus für erheiternbe Unterhaltung gesorgt. In launigen Versen dankten bie Schülerinnen ber Vorsitzenden auch mit einet1 herrlichen Blumenspenbe, den Lehrern nnb helfenben Freunden des Vereins für ihre treue Mitarbeit an ber guten not- wendigen Sache. So kann ber junge Verein auf ber gut gelegten Bahn weiterschreiten in ber vollen Hoffnung, schönste Ziele zu erreichen. Die außerorbentlich zahlreichen Teilnehmer blieben in lebhaftester Stimmung bis um 2 Uhr zusammen. — Die neuen Unterrichtskurse beginnen nach Ostern. Anmeldungen können zu jeder Zeit Süd- Anlage 7. erfolgen.
*• Vom Landeslehrerverein. Auf ber Haupt- ücrfammlimg in Friebberg steht als wichtigster Punkt bie Wahl eines Obmanns auf ber Tagesorbnung. Die Frage wirb schon jetzt in Lehrerkreisen lebhaft erörtert. An Kandidaten fehlt eS mcht, unb es werden als Nachfolger des langjährigen, verdienstvollen Obmanns Backes genannt Lehrer De rn-Neu-Isenburg, Huff-Darmstadt unb .Hauptlehrer 5torch-Butzbach. Rektor Backes hat wegen hohen Alters eine Wiederwahl abgelehnt.
** Schuljahrjchluß. Nächsten SamStag schließt an allen Volksschulen Hessens bas Schuljahr 1906/07. Das neue Schuljahr 1907/08 beginnt am 8. April.
+ Bellersheim, 18. März. Von unserem Orte nach dem Bahnhof Obdornhofen-BellcrZheim wird ein erhöhter Fußweg angelegt.
? Schotten, 18. März. Die hiesige Bezirk 8-
sparkasse hat auch in diesem Jahre namhafte Beiträge zu den Kosten der Volks- unb Schülerbibliotheken in den Gemeinden des Sparkassebezirks geleistet. Die Höhe der Zuschüsse richtet sich nach denen der Gemeinden unb Körperschaften.
? Alsfeld, 18. März. Die vor wenigen Jahren hier gegründete Oberhessische Kornhausgenossenschaft erfreut sich fortgesetzt größter Sympathie seitens ber Landwirte; im abgelaufenen Jahre traten 208 Mitglieder bei, so daß bie Mitgliederzahl flieg auf 705 mit einer Haftsumme von 278 200 Mk. Die Genossenschaft hat voriges Jahr zv Nie b c r-Gem ünb e n eine Filiale errichtet.
b, Offenbach a. M., 18. März. Wie bas Off. Abenbbl melbet, ist bie von der anarchistifchen Föberatiov Deutschlanbs auf bie Osterfeiertage nach Offenbach einberufem Konferenz verboten worden. Begründet wurde bas Verbot nut Art. 56 der Städteorbnung für bas Großherzog, tum Hessen.
X Groß-Umstadt, 18. März. Unter bem Vorsitz des Geh. Oder-Schulrals Dr. 9lobnagcl von Darmstabt fanden heute an der hiesigen Großh. Real- unb Lanbivirt- ichaftsschule die Abgangsprüfungen statt. In dec Real- Abteilung erhielten sechs Schüler, m ber lanbwiclschaftlichen Abteilung neun Schüler bas Reifezeugnis für ben einjährig- sreiwilligen Mililäcbienst. Unter den letzteren befinden sich Wilhelm Brückmann aus Dortelweil, Adalbert Köhler aus Langsdorf.
----- Bensheim, 18. März. In Fehlheim starb im 52. Lebensjahre Pfarrer Heinrich Joseph 2)1 a uec Der Verstorbene war ein Bauernsohn aus Dromersheim, unb bem Bauernslanb, bem er entsprossen war, um seiner Hebung roibmete er alle Zeit unb Kraft, bie ihm seine seelsorgerische Tättgkelt übrig ließ. Er grünbete Bauernvereine, DarlehnS- kassen (Raiffeisen), baute ein großes Lagerhaus unb rief eine Zigarrenfabrick in’S Leben, um ben Bauern zu ermöglichen, ihre Rohprobukte nutzbringenb zu verwerten. An ber Bahre des verdienstvollen Pfarres trauerte in erster Linie der Hessische Bauernverein, der in ihm eine treue, hingehende Kraft verliert, bie nur schwer zu ersetzen sein wirb.___________________________
* Kleine T a g e S cy r o n 11. Ter zweimal zum Tode v et- urteilleLehrerMüller aus Bayreuth verzichtete sowohl auf jedes Rechtsmittel ber Revision als auch auf ein Gnadengesuch an den Prinzregenten. InLeipzig gab Schneidermeister SDlotjd)- mann auf ferne achtjährige Tochter einen Revolver schuß ab unb tötete sie. Er richtete bann bie Waffe g.geu sich selbst und verletzte sich lebensgefährlich. Das am 18. März erfolgte Ableben seiner Ehesrau halte Molschmaun schwermütig gemacht. — I i einer Wanberburschenherberge zu Schönsee (Weslpr.) finb ber Bäcker Detlky unb ber Müller Wojcik, bie im Herbergzimmer schliefen, infolge Einatmens von Kohlenoxibgas e r ft i <f t. Ein räuberischer Ueberfall würbe in Berlin gegen bie Frau be8 Opern- f ä n g e r 8 Dorn auSgeführt. Zwei Räuber drangen in bte Wohnung ber kränklichen Dame ein, schlugen sie nieber unb stahlen, was sie zusammenraffen tonnten. Eine von ihnen verursachte Feuersbrunst führte zur Entbeckung ber Tat unb znr Flucht der Räuber. — Ferner vergiftete m Berlin die Frau des Ziseleurs Bergmeyer erst ihre beiden vier und fünf Jahre alten Söhne unb nahm sich selbst burch Erhängen baS Leben. Tas Motiv der traurigen Tat dürfte auf geschäftliche Schwierigkeiten zuruck- zuführen sein. — In 2)tarienberg (Sachsen) brach auf dem Reslaurautiansgrundstück von Händel Feuer aus, welches beit Dachstuhl vernichtete. Im Dachgeschosse kam ber bort schlafende 2bjährige Sahn des Besitzers in ben Flammen um, ein 18jäh- riges Dienstmäbcheit, welches auf bie Straße herabfprang, trug löbliche Verwunbungen davon. Der Besitzer selbst wurde von einem einstürzenben Schornstein getroffen unb erlag bald darauf ben Verletzungen.
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hesieu am Mittwoch ben 20. März: „ Nach vorübergehender Aufheiterung wieder Trübung und Regenfälle. Nachts kalt, am Tage mild. Lebhafte westliche Winde.
Die Ä-iarktpreife für Bich und Frucht und die Gießener Fleisch- und Broipreise am 18. Niärz 1907.
Höchste Schlachwiehpreise in F r a n k f u r t a. M.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 80—84 Alk.
^,Kg.Schlachtgew.l00—104Pf.
,.....b9-60 ,
V, Kg- 82-88 Pfg.
7, , 80—84 „
7, „ 70-80 „
Getteibepreise in Mannheim
Brotpreife in Gießen
Weizen 100 Kg. 19.40-00.00 'Mk.
Roggen 100 Kg. 17.70-00.00 Alk.
Märkte.
Weißbrot 2 Kg. 54 P,g.
Schlvarzbrot 2 Kg. 50 Pfg
Gießen, 18. März. Vieh markt. Bei bem am 12. und 13. März abgehaltenen Markte waren ausgetrieben 1601 Stück Rinbvieh unb 273 Schweine. Ter nächste Markt finbet am 26. unb 27. März statt; am letzteren Tage auch Pferbe- unb Krämermarkt.
Gießen, 19. März.Marktb ericht. Am heutigem Wocbemncnkte kosteten: Butlerpr. Pid. 0.95—1.00 Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg.,
2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 0 Psg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5-6 Psg., Erbsen p.Pib. 18-24Psq., Linsen p.Pfb.25-40Pfg., Tauben pr.Pr.0,80—1,00Alk., Hühner pr.Ät. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mik., Guten pr. Stück 1,80—2,20 Alk., Gänse vr. Psd. 00-00 Psg., Ochfensteisch pr. Pfd. 82—88 Psa., Knh- und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg,, Schweine- leisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 80—84 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 61—84 Pfg. Welsche per Pfund —Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,50-8,— Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,00—6,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepsel per Zentner 20 bis 25 Mk^ in Körben 00 Pfd., Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., Birnen per Pfd. Alk. 0.20—0.25, per Ztr. 9—15 Alk., Weißkraut per Stück 15—30 Pfg., per Zentner Alk. 0.00-0,00. - Marktzeit 8-2 Uhr.
(DrigitiaUDratytmclOungeti«
Madrid, 19. März. Auf der Krube von BalDiusierno erfolgte eine Explosion schlagender Wetter. Die Zahl der Opfer i|t noch nicht bekannt.
Toulon, 19. März. Aussehen erregt ein Telegramm des Marmemuusters an den hiesigen Marine-Prä,ekten, worin dieser um Mittcilung darüber ersucht wird, ob die VentilatlonS- Einrichtungen in der Munitionskammer des Panzerichiyc' „Jena' den Verordnungen entspwchen hätten. Man sieht • die,em Telegramm eme Bestätigung der Klagen über mangel haste Sicherheits -- Einrichtungen an Bord des Panzer- MUe§ „Jena1.,
Aasten Sie alles stehen und liegen, Anna, ©und laufen Sie hinüber zu Herrn Nemnann. Erna hustet und ttagt uberHalsschmerzen — und ich hab keine Fays achte Sodener Mineral-Pastillen mehr zu Hause. Ich bente> wenn wir Die gleich anwenden, ist morgen alleö wieder gut.
Oormgen <^ie gleich tret Schachteln, damit wir die Sodener wlcb£xJul ^lluse haben. Atan tauft Fays ächte Sodener per Schachtel rur 85 Pfg. m jeber Apotheke, Dvogen- und Shnetalroafiertianblung. hv*/M


