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SS General-Anzeiger für Oberhessen WZ
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Anzeiger Bietzen. «oliMon5druS unb Verlag ber vrühsifchen Unlv.-Vuch. und Steinörnderei. H. Lange. Redattio«. Expedition und Druckerei: Schulstratze r. beb', für den An- ___ zeigenteu: »ans riet!
F-ul/cher nnö preußischer Miuisierwechsel.
-0 Gießen, 24. Juni 1907.
S)er Reichskanzler und Herr v. LucanuS luctificus (der Unheilschwangere) weilten Ende der vergangenen Woche beim Kaiser in Kiel. Da lag die auch von unS aus- gesprochene Vermutung nahe, daß noch vor der NordlcmdS- fahrt die Entscheidungen über den innerpolitischen Kurs im Reiche und in Preußen definitiv festgelegt werden würden. ES standen kritische Tage erster Ordnung in Aussicht, die auch für den Reichskanzler selber gefährlich zu werden schienen, zumal die ZentrumSpresse auf der ganzen Linie wuchtige Vor- stöße gegen ihn unternahm und obendrein systematische Machinationen inszeniert schienen von einer Fronde konserva- tiver Parteiführer. Ja, eS wurde die Frage unumwunden aufgeworfen: wird Bülow bleiben oder gehen?
Der Tag der Entscheidung kam. EL war der letzte Tag der vorigen Woche. Und das Resultat ist: Bülow bleibt, aber Posadowsky geht! Die .Nordd. Attg. Ztg." vom Samstag brachte an ihrer Spitze folgende Auslassung:
Wir wir hören, stehen in der Reichs- und der preutzischen Staatsverwaltung Veränderungen persönlicher und organisatorischer Natur bevor. Der Staatssekretär des Reichsamt» desInnern, Graf v. Posadowsky, hat sein Abschiedsgesuch eingereicht; als sein Nachfolger ist der preußische Minister des Innern, v. Bethmann-Hollweg, in Aussicht genommen. Der neue Staatssekretär deö ReichsamtS des Zunern wird gleichzeitig die Funktionell eines Bizepräfideuleu des preuß. Staatsminifteriums übernehmen. Ferner wird au die Stelle des Kultusministers v. Stadt der Unterstaatssekretär im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Holle, treten. Zn das Ministerium des Innern wird der Oberpräfident der Provinz Ostpreußen, v. Moltke, berufen werden. Erwägungen schweben darüber, ob sich eine TeUuog des Reichsamts des Znaern empfiehlt.
möchten, eine grundsätzliche, auf gesetzlicher Basis ruhende Fürsorge für die deutsche Arbeiterschaft mit einer ebenso grundsätzlichen Bekämpfung der Sozialdemokratie als unvereinbar ansehen.
Es mögen weniger die vom Grafen Posadowsky entwickelten großen Gesichtspunkte und Ziele nicht nur die „Scharfmacher" verstimmt haben als wiederholt einzelne seiner nicht sehr glücklichen Redewendungen. Der Abg. Beumer hat im Februar d. I. darauf hingewiesen, daß die Arbeitgeber sich verletzt fühlen konnten, als Graf Posadowsky bei einer sehr berechtigten Anerkennung beB deutschen industriellen Aus- schwungs wohl des Arbeitspersonals lobend gedachte, ohne der Unternehmer zu erwähnen, die gerade in der Industrie, um die e§ sich speziell handelte, der chemischen, ein besonders ausschlaggebendes Verdienst um die großartige Entwicklung für sich in Anspruch nehmen dürfen. Noch böser wirkte daS Wort: »Besitz ist keine Tugend, ist meistens kein Verdienst, aber es ist eine angenehme Sache/ Graf Posadowsky mußte sich gegenwärtig halten, was er mit solcher Parole anrichtete, er mußte sich aber auch der Einseitigkeit der Auffasiung be- wußt werden, der sie Ausdruck gibt. So hat es denn an mehr oder minder unberechtigten Vorstößen gegen die Stellung des Grafen Posadowsky schon seit Jahren nicht gefehlt, und oft hat man auch einen grundsätzlichen Gegensatz zwischen ihm und dem Reichskanzler konstruiert, ja sogar „die Krone Preußens" als durch seine Grundsätze und Auffasiungen gefährdet hingestellt. Der Reichskanzler hat noch zu Beginn dieses Jahres, wie damals sehr bestimmt behauptet wurde, die Behauptung von einem Gegensätze zwischen ihm und dem Grasen Posadowsky und von einer Erschütterung der Stellung des letzteren sehr scharf als grundlos bezeichnet. Jetzt wird man doch an diesen Gegensatz glauben dürfen. Und daß der Kaiser dem ernsten, stets ganz in seiner gemeinnützigen Arbeit aufgehendcn Grasen niemals sehr hold gewesen ist,
Ueberraschungen auf Ueberraschungenl Lebhaft bedauert werden wird in weiten Kreisen des deutschen Volkes der Rück- tritt des Grafen Posadowsky, eines Mannes, der die zweite Hälfte seines Namens entbehrlich machte, der nach der Art deS Schiller'schen Grafen Posa geschnitzt zu sein schien. Mit Recht ward Posadowsky angesehen als die Personisikation unserer sozialpolitischen Gesetzgebung. Des Grafen Posadowsky Reden waren erfrischende Oasen in der parlamentarischen Vielrederei, und seinen ungewöhnlichen Kenntnisien, seiner Arbeitskraft und seiner Arbeitsfreudigkeit wird auch von allen denen Anerkennung gezollt werden, die nicht mit allen Einzelheiten seines Wirkens einverstanden waren, die feine Wege nicht bis zum Ende mitzugehen vermochten. Was hat nun den Sturz des Grafen Posadowsky veranlaßt? Jedenfalls war der Graf wirklich seiner aufreibenden und schließlich doch recht undankbaren Arbeit überdrüssig geworden. Die Hauptschuld daran aber trägt die Sozialdemokratie, die durch ihr immer provokatorischeres Auftreten die Neigung zu sozialpolitischem Entgegenkommen gegen diejenigen Kreise verminderte, aus denen die Sozialdemokratie nun einmal in erster Linie ihre Unterstützung zieht. Sie zeigt so sich als die schlimmste Feindin der deutschen Arbeiterschaft. Das fast naturnotivendige Gegenbild der „Scharfmacher" auf der Linken sind die auf dec Rechten, denen die Provokationen der Sozialdemokratie einen willkommenen Anlaß bieten, ihre politischen RepressionSpläne als besonders zeitgemäß zu empfehlen. Sie stellen unsere ganze Sozialpolitik als ein schwächliches Entgegenkommen gegen die Sozialdemokratie hin und sie verschließen sich geflissentlich den ungeheuerlichen Konsequenzen, die sich auftun würden, wollte man in der Tat, wie sie es
hat man sich seit Jahren erzählt. Jedenfalls ist Graf Posadowsky fast nie zu Hofe gezogen worden und hat auch nie an den Reisen des Kaisers tcilgenommen. Der deutsche Arbeitgeber aber wird jedenfalls der von dem zurücktretenden Reichsminister formulierten Auffassung zustimmen: daß die ganze Entwickelung unserer sozialpolitischen Gesetzgebung, wie sie sich im £aufe der Dinge ergeben hat, nicht rund abgeschlossen werden kann, sondern daß ihre weitere Ausgestaltung von nöten ist. Nichts anderes war das Leitmotiv in dem Wirken des Grafen Posadowsky.
Hoffentlich gelingt es seinem Nachfolger, dem Herrn von Bethmann-Hollweg, ernstliche Dissonanzen zu vermeiden, die in Harmonien auSklingen zu lassen in der Politik nicht selten unmöglich wird. Dr. Theobald von Beth- mann-Hollweg war gleichzeitig mit dem Kaiser Korpsstudent bei der Borussia. Auch später ist der Kaiser als Prinz Wilhelm oft auf dem Gut seines Universitätsfceundes von Bethmann-Hollweg gewesen und hal dort mit ihm eifrig dem Jagdsport gehuldigt. Als Enkel des früheren preuß. Kultusministers von Bethmann-Hollweg 1856 im Kreise Oberbarnim geboren, machte er em sehr rasches Avancement. 1899 wurde er Oberpräsident m Potsdam, als sein Alters- genoffe Frhr. von Rheinbaben Minister des Innern wurde. 1906 wurde er preuß. Minister des Innern. Er ist ein Konservativer von gefälligen äußeren Formen, ohne daß er deshalb seiner streng konservativen Richtung etwas vergibt. Die Bethmann-Hollwegs stammen von dem Begründer des angesehenen Banlierhauses Gebrüder Bethmann in Frankfurt am 2)1 ain. Die ursprünglich niederländische Familie siedelte sich zunächst im Städtchen Nassau, dann in Frank
furt o. M. an, wo ihr Handelshaus schon am Anfang des 18. Jahrhunderts in hohem Ansehen stand. Der neue Staatssekretär ist ein Mann von hoher Bildung, aber was er in seinem Amte leisten wird, daS steht völlig dahin. DaS Reichsreffort ist ihm durchaus unbekannt, und große Reformen von weittragender sozialpolitischer Bedeutung sind von ihm nicht zu erwarten. Immerhin ist nicht zu leugnen, daß Herr von Bethinann-Hollweg sich in seiner kurzen Amtsführung als preußischer Minister deS Innern Sympathieen erworben hat. Ec gilt aber als ein dec Denkweise Bülows nahestehender Mann. Er ist ein gewandter Redner, dessen Ausführungen Geist atmen und nicht an der Oberfläche haften; da der Staatssekretär des Inneren als Sprechminister zu fungieren hat, werden ihm diese Eigenschaften trefflich zustatten kommen. Außerdem gilt Herr von Beth- mann-Hollweg als große Arbeitskraft, aber er wird es doch leichter haben rote sein Vorgänger, da eine Teilung des riesigen Reichsamtes des Inneren geplant ist, wohl weil nach Posadowsky Niemand eine so ungeheure AmtS- bürde anf sich nehmen will und kann.
lieber Herrn v. Studts Rückt ritt werden nur die Konservativen und das Zentrum trauern. Als das unselige preußische Schullastengesetz zustande kam, erhielt der Kultusminister den Schwarzen Adlerorden. Herr Studt sagte damit dem Bürgerstande Lebewohl und ward preußischer Edelmann. Früher gab es einmal einen preußischen Kultusminister, der hieß Fall, und als dem der Adel angeboren wurde, lehnte er ihn ab. Darüber freilich, wer mehr Verdienste um das preußische Schulwesen hat, der bürgerlich gebliebene Falk oder dec adelig gewordene Studt, kann man die Entscheidung ruhig dec Geschichte überlassen. Das bedeutsamste Studtsche Wert ist jedenfalls das reaktionärste Gesetz, das seit mehr als einem Jahrhundert für die Schule in Preußen gemacht worden ist.
Verantwortrich ebenso für den jetzigen Rücktritt Studts wie aber auch für das üble Schullastengesetz ist in erster Reihe der preuß. Ministerpräsident. Denn er ist der „leitende Staatsmann". Es ist ein wunderliches Ding um den Fürsten Bülow. Er unterzeichnet den Ausruf zu einem Denkmal für den gottlosen Heiden Fichte; er schreibt begeisterte Briese über Goethe; er hätte gewiß nichts dagegen gehabt, wenn jetzt anstelle Studts Professor Hacnack, mit dem er bei Tisch gern plaudert, Minister geworden wäre. Er hört es vielleicht nicht ungern, wenn seine Verehrer meinen, er hätte ganz gut in einer liberalen Regierung Ministerpräsident und Reichskanzler sein können. Aber wenn es in der Praxis darauf ankommt, leiht er seinen Namen und Beistand Maßregeln, die den schlimmsten Feinden des Liberalismus die höchste Freude bereiten. Er macht die verkehrsfeindlichen Steuergesetze, verewigt sich in der preußischen Gesetzsammlung, indem er unter die Lex Studt seine Unterschrift setzt, und läßt den Grafen Posadowsky gehen, den hervorragendsten Staatsmann, den Deutschland unter der sog. „Aera Bülow" gesehen hat, um an seine Stelle einen Konservativen alter Traditionen gelangen zu lassen.
Man hält oen Reichskanzler für einen modernen, aufgeklärten Menschen, und bisweilen zeigt er sich auch als solcher. Aber er ist eine Art Proteusnatur. Er erscheint bald in dieser, bald in jener Gestalt; daher sehen gelegentlich Konservative, Agrarier, Ultramontane, Nationalliberale in ihm ihren Mann. Auch flüstern gute Freunde des vielseitigen Staatsmannes mitunter den Wortführern aller Parteien zu: „Einen Kanzler, der es besser mit Euch meint als Bülow, werdet Ihr nicht bekommen." Aber überall ist er für Kompromisse, bei den Zöllen, beim Kanal, bei den Steuern, bei dem preuß. Schulgesetz, in Personal- fragen.
Der scheidende preuß. Kultusminister hat viel für die ■! ■■nii'W—ggta—aB—n—■—bbobj
Zum 100. Geburtsjahre des Prof, der Philosophie Leop. Schmid zu Gieße».
Von Karl Gaquoin.
Den älteren Bewohnern Gießens und feiner Umgebung steht das Bild des Mannes noch deutlich vor Augen, in dessen '100tcs Geburtsjahr die 3. Jahrhundertfeier der Universität fällt. Wohl war er vor Zeiten aus der Frenrde berufen (er war in Zürich geboren», Gießen aber, dessen hübsche Lage ihn auf seinen täglichen Spaziergängen immer wieder erfreute, war ihm zur zweiten Heimat geworden. Erzählt man doch von ihm, daß er scherzweise geäußert habe, nach st Lissabon und Neapel habe Gießen die schönste Lage der Welt.
Auch die älteren Bewohner der umliegenden Ortschaften haben ihn in angenehmster, zum Teil auch in dankbarer Erinnerung. Immer leutselig, kannte er im Verkehr keinen Unterschied der Stände und war da stets bei der Hand, wo es sich um Hilfe durch Rat und Tat handelte. Er sowohl, wie seine treue Gefährtin, sein „B äsche n", Toni Geßner, eine schlichte, aber hochgebildete ältere Dame von ungemein gewinnender Liebenswürdigkeit, die ihn auf seinen Spaziergängen stets begleitete!
Was feine akademische Wirksamkeit betrifft, so waren fr erlich nur wenig Studierende imstande, feinen Gedankengängen konsequent zu folgen; trotzdem aber übte er einen ungewöhnlichen Einfluß auf seine Schüler aus, die ihn in hohem Maße vereinten. .Wo manchem bad Verständnis für die Entwicklung des Zusammenhanges des Schmidschen Jdeenganges versagt war, da war es doch das Wehen des Geistes, das alle ergriff und wie aus einer höheren Region stammend die Zuhörer mächtig überkam. War vielen die Schale zu hart, — den Kern kosteten sie alle. Wurde es doch allen klar, worum es sich handelte: um den Wert und die Bedeutung der Persön11chkei t. -bte-j Uebergewicht, das auf die praktische Seite fiel, steigerte sich bei iljin so sehr, daß ihm die Philosophie selbst zur SelbltVerwirklichung zu reiner und voller Menschlichkeit wurde. _ , .. . _ , .
Noch ist mir der Moment unvergeßlich, da Lchmid ernst fern Publikum über die Einleitung zur Philosophie begann. Das größte Zimmer der alten Aula am Brande reichte Jaum hin zur Aufnahme aller Zuhörer, und es fehlte an Sitzplätzen, feierliche Stille und gespannte .Erwartung, da er eintrat! Kaum
hatte er den Katheder bestiegen und die Situation überschaut, da nahm er seinen Stuhl uni) brachte ihn dem nächsten der stehenden Zuhörer.
Wenn man im Ringen um die Wahrheit mitunter fast ratlos stille steht, zur Klärung des Gedankenganges gleichsam einer Offenbarung gewärtig, da bietet sich unserem geistigen Auge nach kürzerer oder längerer Pause oft, ehe wrr noch im biskursioen Denken zu klarer Unterscheidung gelangt sind, ein Bild bar, ein Gleichnis oder endlich eine persönliche Erinnerung, die uns dann in der Entwicklung unseres Ideenganges förbert und uns ben rechten Weg zeigt. So tauchten, als ich in der Beurteilung bet ethischen Strömungen und in ber Verurteilung bet nwbernen Auslebetheorie um begriffliche Klarheit rang, in Ansehung der Unter)d)cibung bes bionys sichen und bes apollinischen Elementes zwei Gedachtnisbilber vor meinem Auge auf, und zwar von protestantischer Seite her aus meiner Konsirrnati uszeit bas Bild des etobtpfatrerd unb Konsistorial- und Obc. cubienrates K ü m m i ch zu D a r m ft a b t, dessen rch an anberer Stelle gedenken möchte unb für den ich gleichfalls die innigste Verehrung bewahrt habe, unb von katholischer Seite bas Bilb unseres Leop. Schmid. Da wurde es mir vollkommen klar, daß es doch noch eine höhere Warte gibt, die selbst ben apollinischen Standpunkt gewaltig überragt. Wohl hat Schmid in seiner Lebensführung das apollinische Element in glänzender Weise betätigt; es wurde aber bei ihm zum aufgehobenen Momente in einer höheren Welt- auffassung. Damit glaube ich die Persönlichkeit Schmids prägnant gezeichnet zu haben. — Weitere Notizen über fein Leben und Wirken werden wohl an feinem 100. Geburtstage (9. Juni 1908) veröffentlicht werden.
In meiner Schrift (DietranszendentaleHarmonie bei E. M accus-, die ich bei Gelegenheit der 3. Jahrhundertfeier dem Andenken L. Schmids gewidmet habe, habe ich mich ui vielen Stücken zu beni Standpunkte des Amtsgerichtsrats E. Marcus in Essen bekannt, insbesondere in der Anerkennung der gewichtigen Tatsache der transzendentalen Harmonie, in ber genetsichen Erklärung dieser Tatsache aber eine eingehendere Berücksichtigung der von transzendental-realistischer Seüe aus erhobenen Beanstandungen ber Kantlehre gewünscht.
*
— Oberschulrat Dettweiler f. Zu bem Nachruf auf ben so unerwartet dahingeschiebenen Päbagogen sei noch nachge
tragen, daß er zahlreiche wertvolle unb anregenbe ÄufsTtze fach- wissenschaftlicher Natur in Fricks „Lehrproben und Lehrgängen" veröffentlicht hat. Außerdem verdanken wir ihm eine Ausgabe von Ciceros Sckwift de ossicis sowie von dessen cpiftulae fclectac Jur ben Schulgebrauch. Ties letztgenannte Buch, das in 8 Jahren 3 Auflagen erlebt hat, kann getabeju vorbildlich für alle Schulausgaben genannt werben, bie in lebendiger, fesselnder Art einen Schriftsteller unb feine Zeit bem Herzen der Schüler menschlich näher bringen unb ihnen einen dauernben Geivinn für bas Leben aus der Beschäftigung mit ihm erwachsen lassen wollen. Ein Jahr vor seinem Tode erlebte D. noch die Freude, daß er eine zweite, verbesserte Auflage seiner „Didaktik unb Methobik bes lateinischen Unterrichts" herauskommen sah. Schon vorher 1900) hatte er bie Genugtuung, daß in dem „Lehrplan unb Instruktionen für ben Unterricht an den Gymnasien in Oesterreich" speziell auf dem Gebiete ber sogen, klassischen Sprachen neben Schillers Pädagogik seine Didaktik der üit. und der gried). Sprache am meisten zitiert und seine Forderungen als empfehlenswert hingestellt worden sind.
•
— Deine unb Danny Gürtler. In der „Köln. Ztg." war dieser Tage ein in riesigen Maßen gehaltenes Inserat folgenden^ Inhalts zu lesen:
Scala-Theater, Köln. Scala-Theater, Köln.
An bie Freunde des Reiches!!
Er ist da, ber einmal kommen mußte —- ber Freund des deutschen Volkes!!
Der Gründer des erften Heinedenkmals in Köln am Rhein Danny Gürtler, König der Bohöme! Nieder mit den Dunkelmännern — den Feinden des Lichts!!
Scala-Theater, Köln. Scala-Theater, Köln.
Dieser Heineprophet Danny Gürtler ist ein übrigens in Darmstadt zur Welt gekommener mäßiger Cabarettist, der bisher nur durch sein raffiniertes Geschick, für sich Nellame zu machen, Auffehen zu erregen wußte. Auch seine gwßh. zige Spende an die Stadt Köln (der Bildhauer Emil Kiemlen hat bereite den künstlerischen Auftrag von Gürller erhalten) schcint lediglich Reklamezwecken dienen zu sollen. Wir wunichreu yeine ein einwandsfreieres Denkmal.


