Ausgabe 
23.4.1907 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Neuer Hessischer Generalleutnant.

S. K.

Oberst Gädke vor Gericht.

(Unberechtigter "a

vc-

wirb )eder Arzt gerne Auskunft über die

wiro )ever gerne <uuytunji uoer oic «t

BorLüglrchteil Les Bioson geben, [b4/* V

der an- ben

Abgemagert bis zum Aeussersten. Ohne Schlaf und Lebensmut.

Aufregung, Angst, kein Appetit.

Großherzog haben dem Lehrer an den Ateliers für gewandte Kunst Friedr. Wilh. Kleukens zu Darmstadt Charakter als Professor erteilt.

vertane äußerst geschwächt war und taum den bäustlchen Arbeiten Nachkommen konnte, machte sich dieWirkung des Bioson Ldensv bemerkbar. tfbr ergebenster st. Ltamünger, Pajtamtsoorst. Bioson ist in Apotheren, Drogerien usw. das halbe ziuo Paket au drei iblark erhältlich mid

Aus SraSt uuS Lau-.

Sprechstunden der Redaktion:

A4 121 Utzr vorrn., 72 7y3 8 Uhr nachm., (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag).

Gießen, 23. April.

Vom Kaiserbesuch. Die Nachricht, daß S. M der Kaiser abermals Gießen und sein hessisches Regiment zu besuchen gedenkt, hat in allen Kreisen der Bevölkerung große Freude heroorgerufen. Die beteiligten Kreise haben sofort nach dem Betanntwerden des bevorstehenden Kaiserbesuchs mit den Vorbereitungen für den würdigen Empfang des Reichs- oberhaupteS begonnen. Die Stadtoerordneten-Versammlung faßte bereits am Montag mittag in einer besonderen Sitzung die erforderlichen Beschlüffe. Das Regiment erwartet seinen hohen Chef am Donnerstag vormittag 11 Uhr auf dem Irieb in Parade-Aufstellung. Nach der Ankunft deS Kaisers, 'die im Automobil von Homburg auS erfolgt, findet voraus- isichtlich Besichtigung einiger Kompagnien und eine Gefechts­übung statt. Dem Publikum wird wieder, wie auch beim ersten Kaiserbesuch, Gelegenheit geboten sein, den Hebungen zuzusehen, und eS darf wohl erwartet werden, daß im Inter­esse deS ungestörten Verlaufs der Besichtigung den Anord­nungen der Absperrungs-Mannschaften in gleich musterhafter (Weise Folge geleistet wird, wie im vorigen Jahr. Nach bc- ^endigter Hebung begibt sich S. M. der Kaiser nach 'der alten Kaserne am Brandplatz, worauf im Offiziers­kasino Frühstück stattfindeL Heber die Dauer deS Besuchs ist noch nichts bekannt, jedoch steht fest, daß die Abreise wieder im Auto erfolgt. ES ist übrigens nicht ausgeschlossen, daß auch S. K. H. der Großherzog, bei dem der Kaiser gestern und heute zu Besuch weilte, zur Begrüßung des ReichSoberhaupteS hierherkommen wird.

Oberkotzau, den 24. Febr. 07. Ich war vor drei Jahren schwer nerveuletdend und habe nach verschiedenen andere» Sturen endlich noch Bioson probiert Ich war abgewogen bis zum Aeukersren, ohne Schlaf, ohne Lebensmut. 9cur mit äußerster Anstrengung konnte ich meinem Dienste nachkommen, da ich ost nicht im Stande war, zu schreiben. Hane ich

Der Minister des Innern, Braun, Exz., weilte heute zu Besichtigungszwecken hier. U. a. besichtigte /der Minister die neue Aula der Landes-Hnioersität.

* * Künstler-Auszeichnung. S. K. H.

H. der Großherzog haben den Generalmajor ä la suite /der Artillerie und des Großh. Artillerie-Korps, 1. Großh. lJeld-Artillerie-Regiment Nr. 25, Prinzen Ludwig von ^Battenberg zum Generalleutnant in seiner Stellung L la suite befördert.

** Auszeichnung. Musikdirektor August Glück fin Frankfurt,' früher Dirigent des Frankfurter Lieder- 'kranzes und seit langer Zeit Dirigent des Sängerchors des Offenbacher Turnvereins, erhielt wegen seiner verdienstvollen und ersprießlichen Tätigkeit auf dem Gebiet des Männer- ^gesangs vom Großherzog das Ritterkreuz 2. Klasse des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen.

-Der Kaufmännische Verein hielt vergan­genen Samstag im Vereinshause seine ordentliche Haupt- Versammlung ab. Der Vorstand und der Leiter der Fachschule erstatteten eingehenden Bericht; es wurde beschlossen, den Bericht in Druck zu geben. Verein und Schule haben sich im verflossenen Jahre gleichmäßig weiter entwickelt. Dank vielseitiger Hnterstützung konnte auf allen Gebieten ^Ersprießliches geleistet werden. Der Vorstand, dessen Amts» dauer nach den Satzungen jeweils 3 Jahre währt, bleibt für das kommende Jahr dem Verein in seiner seitherigen Zusammensetzung erhalten und in Bezug auf die Wahlen zum Schul-, Aufnahme- und Prüfungsausschuß fand kein Wechsel statt, gewiß ein guter Beweis für das kollegiale Zusammenwirken der Mitglieder. Der Vorsitzende gedachte ,der durch den Tod ausgeschiedenen Mitglieder und hob besonders die Verdienste des früheren Vorsitzenden, Herrn Heil und deS Ehrenmitgliedes, Stadto. Schmall hervor. In Bezug auf Letzteren wies Herr Horst u. LI. auf seine Rede zum 30 jährigen Stiftungsfeste hin, die allen denen, welche s- Zt. zugegen waren, in ewiger Erinnerung bleiben werde. -Der Verein bewahrt den Verstorbenen ein dankbares, ehrendes sAndenken, und zum Ausdruck dieser Gefühle erhoben sich die Teilnehmer der Hauptversammlung von ihren Sitzen. Die Rechnungsablage des Vorstandes wurde als richtig befunden und Entlastung erteilt, ebenso sand der Voranschlag für das neue Geschäftsjahr Zustimmung. Anträge lagen nicht vor, und schon um 10»/2 Hhr tonnte der offizielle Teil der Sitzung schon geschlossen werden.

- Silberne Hochzeit feiern morgen, Mittwoch, Schneidermeister Wilhelm Huppert und Fran.

-Neues aus Sachsenhausen. Ein Schutz­mann in Frankfurt am Main tritt auf ein Stück Orangenschale und schlägt heftig auf das Stcaßenpflaster hin.

viel Arbeit vor mir, geriet ich in Aus« regung und Angst, biejelbe mchl mehr bewältigen zu tonnen. Da ich ohm jeden Appetit war, glaubte ich und auch der Arzt an ein Magenl-eioen. 9hm

ment gegenüber itunb. Die gesamte Fentilie des' BahnarbetterA und RathausPorliers Untcrspahn in Johannisthil, bestehend a. s Mann, Frau und drei Kindern, ist gestern nach dem Mittag.» essen unter Vergiftungserscheinungen schwer erkrankt. Angeblich soll ber Cfcnuß von Speck die Ursache dieser Ver­giftungserscheinungen fein.

* Ein gejagterJager. Der Jagdschriftsteller Dr. Hans Maria Edler v. Kadich ist auf Grund eines vom Wiener Landes., gerichte wegen Verdachtes des Lettuges und der Veruntreuung erlassenen Steckbriefes in Graz verhaftet worden, v. Kadich ist Doktor der Philosophie und Medizin. Bor Jahren ging er, nach­dem er in mehrere Dnellaffär en verwickelt worden war, nach Amerika, wo er ein bewegtes Leben führte. Er wanderte nach Wildwest, um das Prärieleben kennen zu lernen, und sah es aus nächster Nähe, da er sich in ein Streifkorps hatte aufnehmen lassen. In dem von der Regierung gebildeten Korps beteiligte er sich an der Säuberung der Gegend von Bestien und Räuberbanden: oft ließ er sich in Unternehmungen ein, deren Kühnheit selbst die Aufmerksamkeit der Pankees auf sich teufte, so beispielsweise, als er allein in einem Boote über den Mississippi fuhr. 1900 kam er wieder nach Europa und wen­dete sich fast ausschließlich dem Jagdwesen zu. Nebenher schrieb er Novellen. Eine Wendung trat im vielbewegten Leben Kadichs ein, als er 1903 als Hofjagdleiter des Prinzen Alexander von Oldenburg, eines Verwandten des Zaren, für den Kaukasus mit dem Sitze in Gagri an der südöstlichen Küste des Schwarzen Meeres engagiert wurde. Der Kontrakt sollte unkündbar sein. (Et kam in eine ganz unkultivierte Gegend ohne Jagdwirb- schaft und Personal, ohne Behausungen, abgesehen von einigen Wohnungen und der Kaserne. Er mußte von Grund auf an­fangen, sich ein Personal, Hunde und Pferde einschulen, und bann jagte er alsbald in den Niederungen des Kaukasus auf Bären, Wölfe, Schakale, Gemsen, Steinböcke, Wildschweine, Wild­schafe und vereinzelt auf Tiger. Sein Leben war ständig von Raubschützen bedroht, da diese bisher in den Jagdrevieren un­eingeschränkt geschaltet hatten. Die Behörden halfen ihm nicht, denn oft fand sich das von Wilderern erlegte Wild auf der Tafel des Polizeimeisters. Ter Prinz von Oldenburg wollte vornehme ausländische, vor allem englische Jagdfteunde in diese Gegend ziehen, diese selbst mit allen modernen Einrichtungen ausstatten und zum klimatischen Weltkurort machen; ist doch Gagri in überaus mildem Klima, in dem die Orange und Zitrone blühen, gelegen. Ueberall wurde zu bauen begonnen, und Kadich erhielt auch ein neues Haus aus dickem Pappendeckel. Doch die Jagdgäste des Prinzen blieben auS. Kadich erhielt oft Drohbriefe, die ihm Tod und Brandstiftungs ankündigten. Einmal wurde ihm sogar von einem Wilderer ins Zimmer geschossen und die Kugel ging bloß eine Spanne über seinem Kopf hinweg. Weder die Behörden noch ber Prinz boten ihm Schutz. Der Prinz von Oldenburg hatte sich durch die großen Jnvestttionen in dreieinhalb Jahren 7 7a Millionen Rubel -v- beinahe ruiniert. Er geriet unter Sequester, und im Juli 1901 erschien der ehemalige Geheimpolizist Leonid Scheremdjewski in Gagri und entließ als Sequester Knall und Fall alle Be­amten, auch Kadich. Nach Wien zi.rückgekehrt, wurde er Sekretär des Niederösterreichischen Jagdschutzvereins, und in bijer Eigen­schaft soll er sich dem Steckbrief zufolge =3 unlauterer Ope­rationen schuldig gemacht haben.

Nachdem "er sich glücklich wieder anfgerappeli, meint er: Jetzt gab ich aber wirklich was drum, wenn ich wüßte, wer bet Stück Schale dahingeschmissen hat".Wenn Se en Grosche gewwe, nachander sog' ich's Ihne," sagt ein Sachsenhäuser Junge, der den Unfan mit angesehen hatte. Hier mein Sohn, haste eenen Jroschen/ sprach der Schuh- mann,weißte's denn ooch sicher?" »No nadierlich! Wer soll's dann annerscht geweß sein, als der, der die Drang geschält hott!" Und eilenden Laufes verschwand der Junge um die nächste Ecke.

4- Hungen, 22. April. Heute fand intSolmser Hof" hier der Schlußakt des vor ca. 10 Wochen be­gonnenen Kurses der Wander-Haushaltungsschule des Kreises Gießen statt. Erschienen waren hierzu ver­schiedene Herren vom Ministerium, vom Kreisamt usw. Bürgermeister Fendt und Dekan Hainer von hier waren ebenfalls zugegen. Die leitende Lehrerin Frl. Mutschler unterzog die Teilnehmerinnen (24 an der Zahl) einer Prü­fung, die zur größten Zufriedenheit ausfiel. Von den anwesenden Herren wurden verschiedene Ansprachen gehalten und ein Fräulein aus Nonnenroth trug ein smniges Gedtcht uor. Die Feier nahm in allen Teilen einen recht würdigen Verlauf. Am Abend versammelten sich die Teilnehmerinnen nochmals intSolmser Hof" zu frohem Spiel und Tanz. Heule mittag verunglückte ein hiesiges 14 jähriges Dienst­mädchen dadurch, daß es sich mit kochendem Spülwasser am Körper verbrühte. W trug so schlimme Verletzungen davon, daß es nach Annahme ärztlicher Hilfe in das hiesige Krartkenhaus verbracht werden mußte und dürfte dte Heilung längere Zeit in Anspruch nehmen.

sd. Darmstadt, 22. April. Die hessische Land- Wirtschaftskammer wird am Montag 6 Mai zu­sammentreten, um zunächst Wahlprüfungen zu erledigen und dann eine Anzahl wichtigere innere Organisationsfragen er­ledigen. Wie wir hören, wird sie sich auch mit dem neuen Jagdgesetz befassen und wenn nötig, geeignete Anträge stellen. Wahrscheinlich werden die Sitzungen dec Kammer mehrere Tage in Anspruch nehmen, da das Material sehr reichhaltig ist,

Mainz, 21. April. Gegen einen Tnglöhner aus Kostheim ist Untersuchung wegen eines an einem dort wohnenden Schiffer verübten Mordversuchs eingeleitet worden. Der Taglöhner hat ein Verhältnis mit der Frau deS Schiffers, und um diesen zu beseitigen, überfiel er hier den Schiffer am Hellen Tag und verletzte ihn sehr schwer. Die Frau des Schiffers ist der Anstiftung des Verbrechens angeschuldigt. Der durch den Brand bei der Brücken­bau g e se lls cha ft auf der GustavSburg verursachte Schaden beträgt etwa 200,000 Mark.

** Kleine *.Jl 111 c 1. n g e n aus Hesse n und den 9t a d) b a r ft a a t e n. Der Bürgermeister der Stadt Homburg, Oberbürgcrmeifter Maß, ist als bejoldeier Beigeordneter der Stadt Görlitz für die gesetzliche Aintsdauer von 12 Jahren bestätigt worden.

Nach Gebrauch von BIOSON alle obigen Uebel beseitigt, kurz und gut ein ganz anderer Mensch!! \

Sport.

Fußball. Vergangenen Sonntag spielte die 1. Mann­schaft des G. F. E. v. 1900 gegen den Offenbacher F. C. 99 in Offenbach. Die Gießener Mannschaft, welche durch Ersah elwas geschwächt war, zeigte sich ihrem Gegner überlegen. Mit 4:2 Toren verließ die Mannschall als Sieger den Platz. Kommenden Sonntag wird Gießen einen schwereren Gegner haben. Ter in Frankfurt mit an erster Stelle stehende Klub, der ,F. C, Hermannia" wird in Gießen sein fälliges Retourspiel austraaen.

b Frankfurt a. SDL, 22. April. Heute abend fand im Schumanntheater der Entscheidungskampf der internationalen R i n g k ä m p f e statt, die seit über einem Monat allabendlich unter außerordentlichem Andrang des Publikums ftattfanben. Der letzte Kampf um den 1. Preis gestaltete sich sehr aufregend. E b e xlt Deutschland und P e t r 0 f f - Bulgarien rangen zunächst eine halbe Stunde im Stand und bann am Boden weiter. Nach 50 Alin, o Sek. Kampsdauer gelang eS Eberle, den Bulgaren durch einen Schulterdrehgriff zu besiegen. Der Sieg des demjchen Meisters, der den goldnen Gürtel von Frankfurt und M. 2500 erhält, wurde mit ungeheurem Jribel aufgenommen. Den 2. Preis, 8500 M., erhielt Petroff.

Zur Personen- und Gepäcktarifreform.

Ein Erlaß des Eisenbahnminislers schärst den Eisenbahn­direktionen ein, alles daran zu setzen, daß die Abfertigung der Reisenden und ihres Gepäcks zum 1. Mai glatt und sicher von- statten geht und rede unnötige Belästigung vermieden wird. Ins­besondere sind während der Uebergangszeit sowohl die Fahr­karten- als die Gepäckschalter längere Zeit als sonst vor Ab­gang der Züge offen zu halten, damit die Reisenden bequem Abfertigung finden und sich "leichter an die neuen Verhältnisse gewöhnen können. Die Schalterbeamten sind gehalten, die Rei­senden auf die Zuschläge für Benutzung von Schnellzügen hin­zuweisen und ihnen die erforderlichen Schnellzugszuschlagkarten sogleich bei Verabfolgung der Fahrkarten anzubieten. In den Fahrplantafeln der Stationen ist bei den Schnellzügen ein deut­lich lesbarer Vermerk darüber anzubringen, daß sie zuschlags­pflichtig sind und zu ihrer Benutzung Zuschlagkarten gelöst werden müssen. Auf die deutliche Kennzeichnung der Schnell- und Eilzüge auf den an größeren Stationen befindlichen Uebersichtstafeln, auf denen die Abfahrtszeiten der Züge angegeben sind, ist besonderer Wert zu legen. Ferner soll auf den Bahnsteigen größerer Stationen jedesmal an den Abfahrstellen der Schnellzüge ein Aushängeschild (Handweiserl mit der AufschriftSchnellzug nur gegen Zahlung des Schnellzugszuschlags zu benutzen" angebracht werden. Auch werden die Bahnsteigschaffner mit darauf zu achten haben, daß die Reisenden gegebenenfalls mit Schnellzugskarten versehen sind. Bei Abfertigung des Gepäcks sind alle Er­leichterungen zu gewähren, insbesondere auch dafür zu sorgen, daß bei Ausgabe von Gepäckstücken im Gewicht bis zu 25 Kilog. den Reisenden die Wege zum Gepäckschalter erspart bleiben.

Kandel.

Der R ei chSb aukzins fuß wurde do« 6 auf 571% ermäßigt.

31/2 Proz. preußische Reichsanle ihe und preuß. K 0 n so l s. In der vorigen Woche war das Angebot von 372 prozentigen Anleihen einer Berliner Meldung der F. Z. zufolge wegen der bevorstehenden Emission auf die 4 Proz. Schatz» anweisungen vorübergehend ziemlich bedeutend, und das Kon­sortium, das sich noch immer im Besitz des Restbestandes von 372 prozentigen Anleihen befindet, hat umfangreiche Beträge auf' nehmen müssen. Im Verlauf der Woche konnte aber der größte Teil wieder abgestoßen werden, sodaß sich der Gesamtbetrag bti noch nicht untergebrachten Materials wieder auf 120 Mill. Mk. belaufen dürfte. Bekanntlich hat die Seehandlung den .Gesamt­betrag auf unbestimmte Zeit lombardiert und sie beabsichtigt nicht, hierin eine Aenderung eintreten zu lassen. Mit dem Zins­fuß sind ebenfalls die Bestimmungen so getroffen, daß derselbe jeweilig von dem Reichsbankzinssuß abhängig ist. Es ist nun chon seit einiger Zeti von verschiedenen Seiten der Wunsch hervorgetreten, das Konsortium endlich einmal aufzulösen, damit die Konsortial die bindende Verpflichtung loswerden. Eine Ver­längerung des Konsortiums auf unbestimmte Zeit sei keines- alls wünschenswert. Es heißt denn auch, daß bald nach der Emission der 4 Proz. Schatzanweisungen die Frage, der Auf­lösung des Konsortiums zur Erörterung gelangen wird. Schon jetzt hat man sich mehrseitig dafür interessiert, daß, wenn die Auflösung zum Beschluß erhoben wird, der Anleihemartt hier­durch nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird und die Kurse keinen zu großen Schwankungen unterliegen.

trank ich als Frühstück eine Tasse Bioson mit Milch einige Zell täglich, dann mit Zwischenpause und hierbei Malzkaffee. Wenn Sie mich jetzt sehen würden! Gesundes Aussehen, ein respektables, stattliches Bäuchlein (fast zu dick), Appetit zum Esten, Trinken, Raumen, das ich nicht mehr riechen konnte, gesunden Schlaf, Freude zur Arbeit, kürz und gut, ein ganz anderer - ~

Mensch. Das Wohlbefinden schreibe ich einzig und allein der wohltuenden Wir­kung des Bioson zu. Auch meiner Frau, die stark blutarm und durch schwere Blut-

In einem b'eiRi ga gelegenen Walde wurde eine revo­lutionäre Versammlung von Kosaken überrascht. Die Revo­lutionäre setzten ihrer Verhaftung bewaffneten Widerstand entgegen und verwundeten drei Kosaken, darunter einen tödlich. Es gelang ihnen zu entkommen. Am Versamm­lungsort fand nrau Waffen und revolutionäre Schriften.

In Moskau entstand in dem Kontor der Plam- schen Fabrik letzte Nacht infolge einer furchtbaren Ex­plosion ein Brand, der das ganze Kontor ergriff. Aus dem brennenden Lokal stürzte ein Student, der schwere Verletzungen im Gesicht hatte; er verweigerte jede Auskunft über die Ursache der Explosion. Man vermutet, daß bieje durch Unvorsichtigkeit beim Umgehen mit Sprengstoffen veranlaßt wurde.

Zu dem Dampferunglück auf der Newa, bei dem über 60 Personen ihr Leben einbüßten, ist noch zu ntelben: Unter den Verunglückten befinden sich zwei Offiziere und ein Student. Die Schuld trifft den Dampfer-Besitzer Stschitow. Gegen ihn ist Krtminal- fowie Eutschädigungsklage anhängig gemacht worden. Ter Dampfer war ein alter morscher Kasten, den Stschitow als ^ausrangierten Dampfer der finnläitdischen Dampfer-Kom- pagnie erworben hatte. Am Newaufer verfolgen tagsüber !Tausende von Menschen weinend und schreiend die Rettungs- !arbeiten, die durch den starken Eisgang sehr erschwert sutd. Nach Aussage Geretteter spielten sich furchtbare Szenen der Panik während des Unterganges auf dem Dampfer ab.

H. F. Berlin, den 22. Aprll.

Vor dem Schöffengericht Berlin-Mllte gelangte heute der Prozeß gegen den Oberst a. D. Gädke zur Verhandlung. Gädke wird beschuldigt, den Tllel Oberst mit Unrecht zu führen, da ihm dies durch eine Kaiserliche Kabinettsorder untersagt worden ei In dem bereits geführten Prozeß ist er in allen Instanzen reigesprvchen worden, da er den Nachweis führen konnte, daß ihm die Kabinettsvrder nicht zugestellt worden sei Darauf ist dem Oberst Gädke die Allerhöchste Kabinettsorder von 1904 nochmals zugestellt worden. Da er aber trotzdem fortgesetzt, peziell im Berliner Tageblatt, sich als Oberst bezeichnet hak, 0 wurde von neuem Anklage erhoben.

G. war Kommandeur bes1 41. Artillerie-Regiments und wurde verabschiedet mit dem Recht, Uniform zu tragen. Auf dieses) Recht, so führte G. vor Gericht auS, habe ich im Jahre 1901 in einem Gesuch an den obersten Kriegsherrn ausdrücklich ver­zichtet. Das Recht, mich Oberst, bezw. Oberst a. D. zu nennen, kann mir von niemanden entzogen werden. Gä1 ist mir bei der letzten Pensionsauszahlung zugemutet worden, die Quittungen als ehemaliger Oberst zu unterzeichnen. Ich habe dies zu­rückgewiesen mit den: Bemerken: wenn mir deshalb die Aus­zahlung der Pension verweigert wird, dann werde ich die Pen- ionskasse verklagen. Letztere hat mir schließlich die Pension mit der UnterschriftOberst a. D." ausgezahlt. Rechtsanwalt Dr. weniger beantragte die Einforderung der EhreugerichtA- akten, sowie die Professoren Dr. Kahl-Berlin und Laband-Straß- bürg als Gutachter zu vernehmen. Nach längerer Beratung beschließt der Gerichtshof, die Allerhöchste Kabinettsocder zu verlesen. Diese besagt: Der Angeklagte hat sich durch fein politisches Verhalten unwürdig zum Tragen der Uni form und zur Führung des Offizierstitels er­wiesen. Zu gründlicher Prüfung der Angeleaenheit wird den Anträgen des Verteidigers stattgegeben unb deshalb die föer» >9"^uugauf unbestimmte Zett vertagt.

Vermischtes»

* Berlin, 23. April. Ein schweres Brandunglück ist durch den Unfug einiger Kinder entstanden, wodurch das Lori Schönefeld heimgesucht wurde. Gestern brach in dem 4/orfe ein Brand aus, der die Dorfkirche, die Schule und mehrere Bauerngehöfte zerstötte. Bis gestern abend waren elf Gebäude vernichtet. Mehrere Menschen und eine Anzahl Vieh loUen zu Schaden gekommen fein, lieber die Entstshungsursache verlautet, daß spielende Kinder einen Heuwagen, der durch das Dors fuhr, in Brand steckten. Tas Feuer r er breitete sich ourd) die umljeniegeiiben brennenden Heubundel im Dorfe so fajncU, daß die Einwohnerschaft .nachklsA dsn oerheereudes Me-