Ausgabe 
21.10.1907 Erstes Blatt
 
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mobil eine provisorische Brücke in der Nähe der Stadt Pons passierte, gab die Brücke nach unb der König stü r z tc ins Wasser, ohne indessen Schaden zu nehmen. Schlimmere Nmlnichten liegen ans Portugal vor. Nachdem am Tiens- tag abend m Coimbra ein heftiges Erdbeben stattgefunden hatte, dem em furchtbarer Orkan gefolgt war, wodurch zahl- ienlh" Gebäude verstört und grobe Bäume entwurzelt wurden, luerd^'N jetzt niiv vielen portugiesischen Landesteilen verheerende und schlunnw llebersclnvemmnngen gemeldet. Tonnersatg strandete d^r englische Frachtdampfer ,,Eranada" vor Cascaos, tin portugiesischer strandete an der Tejonründung, ein spanischer ging ebenfalls dort unter. Menschenleben sind nicht zu be­klagen.

1 * Das Einkommen der Könige. Es ist durchaus

Kim* lechte .lufgabe, das Einkoimncn der Regenten unserer 6rbc mit Siclierl eit zu bestimmen, vor allem wegen der vielen verschie- Quellen, aus denen ihr Einkommen flicht. Der reichste Fürst der Erde ist nach wie vor der Zar, wahrscheinlich sogar der reichste Fürst, der überhaupt je gelebt hat. Denn sein jährliches Gesarnt- cinkommen beläuft sich auf ungefähr! 1600 Millionen Mark; aber auch seine Ausgaben sind entsprechend groß, und wenn- er alle bic Siimuien angewiesen hat, die für seine rieseiihaften, hnndert- lauseudc von Quadratmeilen umfassenden Domänengüter nötig sind, so bleibt ihm.verhältnismäßig nicht mehr viel. König Eduard von England eurp angt jährlich 9 Vs Millionen Mark; aber nur etwas über ein,Viertel dieser^Summe findet den Weg in seine Privat- börie. Eine festgesetzte Summe wird regelmäßig verwandt für die Ausgabeii des königlichen Haushaltes, Pensionen, Gehälter, Be- lohuungeu, milde Zlvecke usw. Unser Kaiser erhält als deutscher Kaiser imd König von Preußen ungefähr 18 V2 Millionen Mark und hat ja außerdem auch einen bedeutenden Kronbesitz an Do­mänen aber auch in seinem Falle sind die Aiisgabcn, die auf ihm lasten, außerordentlich groß. Auch der Kaiser von Oester- re) bezieht als solcher lind als König von Ungarn eine doppelte Apanage, die sich zusammen auf 22 72 Millionen beläuft. Das Einkommen des Königs von Italien beträgt etwa 15 Millionen im Jahre, aber er muß von dieser Summe auch den Lebensunter­halt der Königin-Witwe, des Herzogs von Genua und der Kinder des Herzogs von Aosta bestreiten. König Alfons bezieht nicht viel mehr, als die Hälfte dieser Summe, kann sie dafür aber auch ganz für sich verwenden, da für die anderen Mitglieder des Königshauses eigene Beträge ausgesetzt sind. Leopold II. von Belgien verfügt jährlich nur über 3 Vs Millionen Mark, aber er hat bekanntlich einen _ sehr regen Geschäftssinn und alle Welt weiß, wie geschickt er sein Einkommen zu verbessern weiß. Das geringste Einkommen, das gegenwärtig ein Staat seinen: Ober- hauptc gewährt, ist wohl das des Präsidenten der Vereinigten Staaten, der nicht mehr als 250 000 Mk. an Gehalt im Jahre empfängt.

* Was i st c i n F a tz k e ? Auf diese Frage gibt Franz Sand- voß-Weimar eine überraschende Antwort. Danach stammt das liebenswürdige, echt berlinisch anmutende Wort aus dem Italienischen: Ein Facivetta ist ein Kerl, der civetta macht, d. h. ilyrc Rolle spielt. Die civetta aber ist das Käuzchen oder der Lockvogel (auch Spottvogcl), den man anbindet, um die Gimpel u. a. 311 locken. Civetta ist schon für Weiber kein Ehrentitel, denn cs meint die Kokette; aber ein ganz widerwärtiger Geselle ist der Mann, der ihr gleiche, der eitle Lasse ä, guatrc epinglcs, auf Deutsch der Zierbcngcl. Ein Fazvogel hieß es zurzeit des Hans Sachs.

* G c n e r a l S u w 0 r 0 w. Letzten Montag ist in Otschakvw ein Denknml des berühmten russischen Generals Suworow ent­hüllt worden, dem man in Petersburg bereits auf dem Platz, der seinen Namen führt, ein höchst merkwürdiges Monument gesetzt hat. Suworotv war eine echt russische Natur, voll von Launen und Sonderbarkeiten. Er pflegte in seinem Zimmer splitternackt u m h c r z u g e b c n, unb zwar immer im Marschschritt. , In diesem Adamskostüm empfing er die Ordon­nanzen und jeden Einzelbesuch auch der höheren Würdenträger. Er begab sich gcivöhnlich gegen sechs Uhr Abends zu Bett, wenn man sein lwhes Strohlager so bezeichnen darf. Um Mitter nacht begann seinTagewerk"; seine vier Kammerdiener hatten den strengen Befehl, ihn bei den Beinen vom Lager zu ziehen, wenu er um diese Zeit nicht aufstehen wollte. Punkt acht Uhr morgens fand bei ihm das Mittagsmahl statt, das stets für 15 Lid 20 Gedecke berechnet war, da er die Gäste sehr liebte. Er tvar überaus mäßig int Essen und Trinken. Für seine Gäste pflegte das Mahl sehr reichhaltig zu sein; er selbst nur seine Fisch­oderKohlsuppe und ein Stück Braten. Sein erster Kammerdiener Proschki, der bei der Enthüllung des Standbildes des Generals in Petersburg in den Adelstand erhoben wurde und 1500 Rubel jährliche Pension auf Lebenszeit angewiesen erhielt, stand beim Speisen hinter seinem Stuhl und nahm ihm seiner Instruktion gemäß ohne weiteres Teller und Löffel weg, wenn es den Alten einmal gelüstete, von den Schüsseln seiner Gäste zu naschen. Haustiere litt er nicht um sich, aber er wußte mit unglaublicher Treue ihre NatuNantc nachzuachncu. Einmal gab er vor einer Schlacht mit den Türken bcu Befehl, aufzubrechcn, sobald der Hahn krähte. Alles schüttelte den Kopf, da weit und breit kein Hahn zu sehen war. Aber bei Tagesanbruch erhob sich mitten im Lager ein ganz ungeheuerliches Gekrähe; der Marschall stand auf einem Fcldstuhl und besorgte es selbst.

* E i n e g u t e A n t w 0 r t. In Londoner literarischen Kreisen bildet ein amüsanter Briefwechsel zwischen zwei in ganz England bekannten Persönlichkeiten das Tagesgespräch. Ein Millionär und Börsenkönig empfand eines schönen Tages das Bedürfnis, am literarischen Firmament als Stern zu glänzen; da er ein Mann von raschen Entschlüssen ist, setzte er sich sofort hin und richtete an einen bekannten Autor nachstehende Epistel:

Sehr geehrter Herr! Ich möchte mich gern au der Schöpfung eine» dramatischen Werls beteiligen und meinen Namen mit dem Ihrigen verbinden. Möchten Sie nicht eine Komödie schreiben, für die ich als Mitarbeiter ein paar Zeilen zuschießen könnte? Ich würde alle Kosten tragen, um einen Teil vom Ruhme ab- zukriegeu."

Der Autor sandte als Antwort folgendes Brieschen:

Geehrter Herr! Ich bedauere, Ihren bescheidenen Wunsch nicht erfüllen zu können. Mein Grundsatz war immer, daß man ein Pferd und einen Esel nicht zusammenspannei: soll."

Darauf antwortete der ehrgeizige Millionär mit wenden­der Post:

Mein Herr! Ihren unverschämten Brief habe ich erhalten. Mit welchem Rechte wagen Sie mich als Pferd zu behandeln?"

Es braucht wohl nicht erst gesagt zu werden, auf tvelcher Seite die Lacher waren!

* E i n Haus aus Zucker. Ein Haus aus Zucker! Von derlei hat man bisher nur in dem Märchen vonHänsel und Gretel" gelesen, aber in unserer Zeit wird auch diese Märchen- erfiildung zu nüchterner Wirklichkeit. Es ist ein amerikanischer Millionär und Zuckerkönig, der diesen Kindertraum verwirklicht und sich ein Haus ganz ans Zucker erbaut hat. Der Mann heißt Clair Sprccklcr und ist einer der größten und bekanntesten Zucker fobrikcml.cn in Amerika. Eines Tages glückte ihm die Erfmdung eines Verfahrens, durch das er seinen weißen Zucker - so hart wie Stein ninib in Wasser unauflöslich machen konnte. Was tat er nun? Er machte dem Präsidenten Roosevelt das Angebot, ihm ein Gartenhaus ganz und gar aus Zuckerblöcken dicht beimWeißen Hause" in Waihington zu erbauen. Der Präsident lehnte aber dieses süße Geschenk mit Dank ab, und so beschloß Herr Elair Spreckler, sich selber einen Zuckerpalast zu erbauen. Und nun steht das Zuckerhaus, wie berichtet wird, fix und fertig da. Es hat zwei Stockwerke und ist sehr komfortabel möbliert. Der Be­sitzer hat beschlossen, jedes Jahr einige Monate darin zu wohnen. Die einzige Unbequemlichkeit, die mit dem Hause verbunden ist, besteht darin, daß man cs beständig bemachen muß. sollst kommen nämlich die genäschigen Neger bei Nacht herzu und ^otiuchen Zuckerstücke aus dem Hause ansznbrechen Allem gegen die Neger gibt es Wächter und Herr Spreckler schlaft unter ihrem Schutze ruhig jede Na» _

J- Kleine rageochronit.

Sßc it demMonttljM ° b > l dss Prinzen Ei tek Friedrich wurde der SJJ( u ...ibuwö ianbfc in bet Nahe deS Bahnhofs Tiergarten d > ab erfahr en und zienilul) schwer am

Ä>pfe und an d? Düfte verlebt. Der Prinz stieg sofort aus dem Wagen und bciraibtc sich um den Dlwlehten. den et. im Auto nach bec Unfallstation brachte. Hier wartete er im Operationszimmer bp bet Arzt die Wunden verbunben hatte. Dann fuhr er den, Monteur nach helfen Wohnung.

DerReichskanzlcr hat im Einverständnis mit den Hinter­bliebenen die Kosten der Beerdigung der bei dem An to m 0 b i l- uu falle getötete n Fran ^Lchipmann in Hamburg über" iwmnicn und eine Kranzspende gesendet.

In Spornitz in Mecklenburg verletzte der Erbpächtersohn Rogemanu im streit seinen 20 jährigen Bruder tätlich unb ver­übte Selbstmord.

Ein böses Mißgeschick ist dem (Grafen von Alpens­leb e n - S t c n d a l und seiner Gemahlin, geb. Gräfin von Kal- ncm-Donman, auf der Hochzeitsreise zugestoßen Wie ein auf Schloß Domnau eingetroffencs Tclegrauim meldet, sind dem Paar auf der Rückreise von Nizza in Wiesbaden kostbare ch m u ck s a ch e n entwendet worden. Einer der Reisckoffer war durch Nachschlüssel geöffnet imd der größte Teil der Schmuck- fachen der Gräfin, Brillanten im Werte von 26 000 Mk ge­stohlen worden. Der Dieb hatte andere Schmucksachen, Türkisen, Perlen usw. unberührt gelassen.

Am 19. Oktober fuhr ein von S t e t t i n abgegangener Güter­zug auf einen im Bahnhof Tantow rangierenden Güterzug, wo­durch die Maschine und mehrere Wagen des einfahrenden Zuges entgleisten. Der Heizer des Güterzuges wurde schwer ver­brüht. Die Ursache des Unfalles ist auf Ueberfahren des Ein- fahrts-Signals, das infolge Nebels nicht gesehen wurde, znrück- zuführcn.

Der in Osnabrück zweimal zum Tode verurteilte Mör­der Tesnow wurde zu lebenslänglicher Zuchthaus­strafe begnadigt.

In dem Nachtzuge P a r i s B r ü s s e l ist ein Ver­brechen begangen worden, das vorläufig noch nicht aufgeklärt ist. Als der Zug auf freier Strecke in der Nähe des belgisck)en Dorfes Geulp Halt machte, sah ein Aufseher, daß ein Fenster eines Abteils zweiter Klasse zerbrochen war, und die Vorhänge zerrissen im Winde flatterten. Auf den Trittbrettern fand man Blutspuren. Auf ibier ganzen Strecke jedoch war keine Spur von den Personen zu finden. Das Gerietst von Mons hat eine Untersuchung eingeleitet.

Der LuftballonFernandez Duro", der in Paris vor einigen Tagen auffbieg, ohne daß bisher irgendwelck)e Nach­richt über seine Landung vorliegt, gilt als verloren. Seine Opfer sind junge Männer, Scharf 28 Jahre alt, Warenkommissio­när aus Hamburg, und Bethmann, Assoeis eines Wechsel Maklers aus Frankfurt a. M.

In dem franz. Dorfe Belrupt tötete der 20jährige Emil Chartier seinen Vater, seinen Stiefbruder und eine D i e n st m a g d. Man fand die verkohlten Leichenteile im Backofen. Chartier gibt als Motiv an, daß er zu Hause stets wie ein dummer Junge behandelt worden sei.

In Lüttich ereignete sich in der Universität gelegent­lich des Bergbaucxamens ein aufregender Zwischenfall, infolge eines Streites ohrfeigte der Student Cousin den Professor der Chemie Krutwig, versetzte itym dann, als der Geschlagene erwidern wollte, einen wuchtigen Stockschlag über den Kopf und verletzte so den Professor sehr schwer.

Wie aus U le a borg gemeldet wird, f enterte auf der dor- tigen Reede ein von einem Dampfer geschlepptes Segelboot, in welchem sich außer dem Besitzer des Bootes 24 Arbeiterinnen be­fanden. 20 Arbeiterinnen er trän ken.

Vom 16. Juli bis 15. Oktober sind in verschiedenen Orten des russischen Reiches 8299 Cholerafälle festgestellt wor- den, von denen 6995 tätlich verliefen.

(ßcricbtsfaaL

Hannover, 19. Okt. In der Beleidigungsklage des Reichs- und Landtagsabgeordneten Renner Held, einem Nachspiel zum letzten Wahlkampf gegen den Redakteur Langwost-Hannover und den Kaufmann Dr. Krüger, früher in Hannover, jetzt in Gossensaß, wurden die beiden Angeklag­ten von der AnNage der Beleidigung freigesprochen. Sie hatten im Wahlkampfe dem Abgeordneten betrügerische Manipulationen im Geschäftsverkehr mit Torlinden, sowie Er­pressung und Wucher zum Vorwurf gemacht. Held wurde im Widcrklagevcrfahren wegen Beleidigung der beiden Angeklagten in fünf Fällen zu .300 Mk. Geldstrafe oder .30 Tagen Gefängnis verurteilt; den Beleidigten wurde die Publikationsbefugnis für denHannoverschen Courier" erteilt. Ten Angeklagten wurde in vollem Maße der Schutz des Paragraphen 193 zugestan­den. In dem Urteil stellt das Gericht fest, daß die Anschuldigungen gegen Held vollständig erwiesen waren; zweifelhaft sei nur der Fall des Wuchers, aber immerhin habe er auch hier in einer Weise gehandelt, durch die er sich einen Vorteil verschaffen wollte. Tie Beleidigungsklage gegen den Rechtsanwalt Bicn- hold-Hannover wurde von Held zurückgezogen und das Verfahren eingestellt.

Posen, 19. Okt. Vor dem hiesigen Landgerichte fand heute die Verhandlung gegen den Reichstagsabgeordne- tenvonChrzanowski, Hauptmann von Rzepecki und weitere zehn Angeklagte wegen der am 22. Oktober 1905 im Parke von Miloslaw abgehaltenen Versammlung des Sokolvereins statt. (Vergehen gegen das Vereinsgesetz.) Es wurden verurteilt: von Chrzanowski und von Rzepecki wegen Vergehen und Uebertretung zu je 25 Mark, das Herrenhausmitglied von Kos- c i e l s k i zu 20 Mark und acht weitere Angeklagte zu Geld­strafen von 5 bis 20 Mark. Der Gastwirt Sezielkowski und Smielccki wurden freigesprochem

Güstrow, 20. Okt. Tas hiesige Schwurgericht ver­urteilte den Schnitter Anton R e z m e r , der am 10. August ds. Js. die^Schnitterin Josefa Czhzezack durch Revolverschüsse ermordete, zum Tode.

Aschaffenburg, 19. Okt. Tie Strafkammer ver­urteilte gestern den 44 Jahre alten Pfarrer Ignaz Weber von Tamm, zurzeit in Wenignmstatt, roegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit nach Paragraph 176 Zifter 3 bei Zusammen­treffen mit Paragraph 174 Z. 1 unter Annahme mildernder Umstünde zu einem Jahr Gefängnis.

Wiesbaden, 18. Okt. Die Strafkammer hat den 14 Jahre alten Hausburschen Heinrich Lenz von hier, der beim Räuber- und Gendarmspiel zwei Kameraden mit dem Messer g e st 0 ch e n hatte, den einen so erheblich, daß er starb, zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt.

Handel.

Ueberspannung des Akzeptkredits. In dem Berliner Börsenwochenbericht der F. Z. sind die nachfolgenden Ausführungen über das Fallissement Haller, Söhle und Co. sehr beherzigenswert: Als spmptomatisch an dem Verfall des gen. Hauses fallen nicht sein Alter und Ansehen, nicht seine iudustrieellcn Verluste, sondern vor allem sein außerordentlich hoher Akzeptumlauf in die Augen. Es mag sein/daß es nach dem Tode des Seniors den Inhabern nicht rasch genug gelang, diese Verbindlichkeiten in ein besseres Verhältnis zu dem durch Erbteilung verringerten Betriebskapital der Firma zu bringen, aber auch vor diesem Todesfall sind, wie die jetzt bekannt wer­denden Ziffern dartun, die Akzeptierungen weit über die Kraft des eigenen Kapitals hinausgegangeii. Diese Ueberspannung des Akzeptkredits scheint für viele Privatfirmen typisch und es ist bekannte Tatsache, daß gerade am Hamburger Platze, wo nicht b(od das Remboursgeschäft, sondern auck) der Finanzkredit tn Blüte steht, wegen der erhöhten Konkurrenz int Trassirungs- acschäft die Akzeptprovision sich besonders niedrig hält, daß sie weitaus nicht mehr ein ausreichendes Aequivalent für Risiko und Kreditabuutzung bietet Tie Aktienbanken unterliegen in diesem Punkt wenigstens einmal im Jahre der öfsentlichen Kontrolle, die Privatfirmen lassen sich aber unter Umständen tagaus, togein weit über ihr Eigenkapital hinaus beziehen, und cs wird sich vielleicht im Fall Haller, Söhle ergeben, daß die industriellen Inimobilisierungen nur infolge des äußer­lich bequemen, de facto aber vorsichtig zu gebrauchenden Hilfs­mittels der Akzepte- und Avalc-Gewährung überhaupt den ver­

derblichen lUnsang annehmen konnten, den sie heute aufweisen, sehr sunt Sehaden des Platzes und insbesondere der Kredit genießenden Klienten der Firma.

Eisenbahneinnahmen. Es ist für das erste kurz nntzuteilen, daß die deutschen Eisenbahnen im September aus bem Personenverkehr 62 311 090 Mark, b. i. 3 095 708 Mark meljr im September Vorjahres vereinnahmten und aus dem Güterverkehr: 135 761 011 Mark oder 5 565 093 Mark chehr. , Vier zeigt sich also immer noch kein Nachlassen der industriellen Tätigkeit.

Spi-lpla« btt «reinigten Frankfurter Stabttheater.

Opernhaus.

Dienstag den 22. Oktober abends 6 Uhr:Die Meister­singer von Nürnberg. Mittwoch ben 23. Oktober*)- ^ar und ZiminerAiann." Donnerstag den 24. Oktober, abends hal'b 8 Uhr- "Scüonic." Freitag den 25. Oktober geschloffen. Samstag den 26. Oktober : Zum ersten Male:Die rote G r e b". Sonn­tag den 27. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr:Undine." Abends 7 Uhr:9lorin(i." Montag den 28. Oktober:Der fliegende Holländer."

Lchauspielhaus.

Dienstag den 22. Oktober"):Baccarat/ Mittwoch den 23. Oktober:Esther." Hierauf;Der Misanthrop." Donnerstag den 24. Oktober:Ei>i Blitzmädel." Freitag den 25. Oktober: Vater und Sohn." Samstag ben 26. Oktober:Die 9iabensteinerin." Soniltag den 27. Oktbr., nachmittags halb 4 Uhr:Hilsareiifieber " Abends 7 Uhr: ^Esther." Hierauf:Der Misanthrop." Montag den 28. Oktober: Z ii m ersten Male:Außerhalb der Gesellschaft". Hierauf: Z um ersten Male:Liebe."

Anfang, wenii nicht aiiders benierkt, abeiids um 7 Uhr.

WihknNiüctzkdkNM derMesfälieiulierMdt inren

40. Woche. Vom 29. September bis 5. Oktober 1907.

Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 linkt. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 26,0°/00, nach Abzug von 8 Ortsireniden? 12,13 °/on.

AiiNi.: Tie in Klaniinern gefegten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kominen.

Kinder

Es starben an:

Zusammen:

Erwachsene

: im

vom

Masern

1 (1)

1.

Lebensjahr: 2.

15. Jahr 1(1) 1

Darmkatarrh

2

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Rose

1 (1)

1 (1)

_

Katarrh

1

1

_

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Herzfehler

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Schlagstuß

1

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Geisteskrankheit

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Gallenstein

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Krebs

1 (1)

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Ileus

1 (1)

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1 (1)

Lebensschwäche

2

2

Summa: 15 (8)

9(6)

3

3(2)

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gieße«.

H

Oktober

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5«

Setlec

1907

Ä

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Höchste

Temperatur am 19.

NledrchSe

im

des

Hande)

Elektriz. Lahmeyer

. 112.50

Italien. Rente .

4%

3-6 Portugiesen Serie I

3-6 Portugiesen

III

92.50

86.00

202.00

Berliner Börse, 21. Oktober. Anfangskurse.

201.60

19.

Laurahütte . Nordd. Lloyd

20.

20.

21.

. 28.70

. 140.00

. 126.50

11850

103.00

210.00

194.90

127.00

203.00

223.00

9,4

8,3

6,8

17,0

9.2

6,3

. 28.50

. 111.90

. 142.10

64.00

65 25

9230

84.30 94.25

84.40

93.00

92.50 9700 97.50 92 40

Elektriz. Sehuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg- Amerik. Paket!. Harpener Bergwerk. . .

0beischles. Eisen-Industrie 102.00

Berliner Handelsges. . 154.50

4^°/0 russ.Staatsaul. 1905 4^°/0 japan. Staatsanleihe 4-6 Conv. Türken von 1903

Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank Diskouto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . .

Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . . . .

Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eiseu bahn

748,5

750,7

751,0

Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . «

E s

3X°/c 3%

3 K7( 3% 3X°/< 3M7(

5$ cj Ito

do.

Konsols do.

Hessen

Oberhessen

Türkenlose.....

4 % Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner

4>1% Chinesen . . .

Aktien:

Bochum Guss ....

Buderus E. W. . . Tendenz: fest.

. 156.00

. 126.90

. 227.50

. 62.20

140.10

Telefonische Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Oiessen.

4% Öesterr. Goldrente 4llt% Gesten. Silberrente 4 % Ungar. Goldrente . .

5.^

K 2

. 142.20

. 47.50 . 83 50 . 62.90 . 94.95

Canada E. B. . . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . .

Tendenz: schwächer.

. 126.90 . 228.30 . 138.00 . 171.60 . 140.60 . 198.80

$ Kinder mehi Reconvalescenten, Magenkranke.

Heute Montag, abends 8'/, Uhr: Wiederholung der Festspiele des Evaiig. Jünglings- und Atäniier-Vereins.

Kirchliche Nachricht««,

Evangelische Gemeinde.

Montag den 21. Oktober, abends 8 Uhr: Bibelstunde Konfirmandensaale der Johanneskirche.

Pfarrer A u s f e l d.

Frankfurter JKörse, 21. Oktober, ,1.15 Uhr.

Beichsanleihe . . 94.00 Elektriz. Lahmeyer . .

Ein seltener Fall bietet sich tn den nächsten iZnp.cn dadurch, daß in dem Räumnnac« Verknus des als streng solid bekannten Tuchversandhauseö Boesig & Co., Görlitz, ganz bebeutenbe, in der letzten Saison angesammelte Bestände von Tuch Rcsten u. Couvond weit unter Preis nb^estossen werden. ss11/

Näheres hierüber ist aus dem der heutigen Stummer beiliegenden Prospekt ersichtlich, bem besondere Aufmerksamkeit eiupfohlen wird.

Tausendfach bewährte

Nahrung bei:

Brechdurchfall, i

Kind.rm.hi Diarrhöe,

Krankenkost Darmkatarrh, etc.

65

SSW

4

Sonnenschein

96

SSW

2

Klarer Himmel

96

still

still

Nebel

20.

Oktober

----- 4-

17,1 C.

20.

1

4

5,8 * C.