Nr. Erstes Blatt
DannerSwg SS. Mai 1907
157. Jahrgang
den schwierigen
zu einer Zucht- Hat Berger frei»
heraus, so wird selbstverständlich jedes Moment währgenommen werden, dem Verurteilten, wenn es noch möglich ift, wieder zu seinem Rechte und seiner Rehabilitation zu verhelfen; die Art aber, wie man die Befreiung hier betreibt, wird, wir behaupten es immer wieder, auf jeden auch nur einigermaßen feinfühligen Menschen im höchsten Grade abstoßend wirken. Die 10 Pfg.-Hefte der Sherlock Holmes und Nick Larter- geschichten haben schon genug Unheil unter unserer halb- wüchsigen Jugend angerichtet, die Groschen-Witzblätier nut ihren unanständigen Bilder» und ihren» lüilernen Inhalt haben schon verwüstend genug auf Moral und Sitte gewirkt, es bedurfte wahrlich nicht mehr der Wledcraufrollung r,nd Wiederholung bis ms kleinste Detail von Zuhälter-, Mord- und Sittlichkeltsprozessen, selbst wenn sie angeblich unter der Flagge der Menschlichkeit vorgenommen werden. Hat ma»» wirklich Material in den Händen, das das Wiederaufnahme- verfahren eines Mordprozesies notwendig macht — gut, dann möge man es knapp und präzise dec Behörde und auch der Oeffentlichkeit unterbreiten und nicht in reklamehaften Prospekten ankündigen und in wochenlangen Artikelserien — Stück für Stück 10 Pfg. — sensationell Herrichten und geschäftlichen Nutzen daraus ziehen, ganz abgesehen davon, daß es einem tatsächlichen Opfer der Justiz doch darauf an- kommen muß, möglichst schleunigst Hülfe und Rettung zu erhalten und nicht zusehen zu müssen, wie sein „Fall' geschäftsmäßig ausgeschlachtet »vird, bis erst nach wochen- langem Harren der Knalleffekt kommt, den die betriebsamen Herausgeber der Wochenschrift natürlich bis zum Schluß auf- heben iverdcn, um sich das Geschäft nicht zu verderben.
„Man wird abzuwarten haben, was aus dieser neusten Sensation aus dem Großstadtsumps herauskommt: wird sie wirklich geeignet sein, die Unschuld des Verurteilten an den Tag zu bringen oder wird sie feinen andern Erfolg haben, als Hunderttausenden allwöchentlich einen Nickel aus der Tasche zu locken und geschäftskundigen Verlegern die Taschen zu füllen? In letzterem Falle sollte man sich doch einmal den Groben-Unfugparagraphen etwas genauer ansehen, ob er nicht angemessene Anwendung finden könnte . .. 1
eines geschlossenen Indizienbeweises Berger mit Ueberlegung schuldig und verurteilte ihn hauSstrafe von 15 Jahren. Ein Geständnis
Kus dem Sumpfe der Aroßstadt.
(Von einem Berliner Mitarbeiter.)
Kaum find wir von einer zwar verregneten, aber trotzdem erfrischenden Pfingstwanderung zurückgetehrt, als wir auch schon wieder fühlen müssen, wie unS die trüben Fluten deS Grobstadtsumpfes träge umspülen. Am 3. Feiertage verbreitete em Berliner Wochenblatt — wir haben keine Veranlassung, hier den Namen zu nennen, um womöglich nicht auch noch an dieser Stelle dafür Reklame zu machen — zu Hunderttausenden einen illustrierten Reklameprospekt, auf dem verheißen war, daß die bezeichnete Wochenschrift in ihrer vorliegenden und den folgenden Nummern den Mordprozeß Berger zum Gegenstand einer erneuten Unterslichung machen und dartun wollte, daß der Zuhälter und „GelegenheitS- arbeitet' Theodor Berger daS Opfer eines Justizirrtums
Hand der Prozeßakten und an der Hand von Aussagen der Personen, die mit ihm im Zuchthause m persönliche Berührung kamen, und endlich „auf Grund eines neuen, bis jetzt unbekannt gebliebenen Faktums" festzustellen, ob in der Kette der den Indizienbeweis ausbauenden Verdachtsmomente und Schlußfolgerungen nicht vielleicht doch jene Lucke festzuslellen ift, die zur Wiederaufnahme des Verfahrens führen müßte. „Das weitere entnehme man der heutigen Nummer des — folgt der Name der Wochenschrift —7 mit der Sensationsenthüllung: Unschuldig verurteilt? — Preis 10 Pfg. ic/ So heißt es denn auf dem Neklameprospekt, der geschmack- los mit den Bildern Bergers und der ermordeten Lucie Berlin „geziert" ist, im Stile der Hintertreppenromane, und es darf nach den Erfahrungen, die man mit dem Absatz solcher Erzeugnifie zu machen pflegt, feinem Zweifel unter- liegen, daß auch diese neueste Sensation aus den Verbrecher- winkeln der Großstadt ihren riesigen finanziellen Erfolg haben wird.
Wir sind wahrlich die letzten, die sich nicht mit aller Kraft dafür verwenden wollten, wenn e§ sich darum handelte, einen unschuldig Verurteilten der Strafanstalt zu entreißen und einen Fehlspruch des Gerichtshofes sofort der Oeffeni- lichkeit und der Staatsanwaltschaft zu unterbreiten, selbst wenn es sich um ein so unsympathisches Subjekt wie Berger handeln würde. Die Art aber, wie man hier die Wiederaufnahme des Verfahrens betreibt, hat denn doch soviel Geschäftsmäßiges an sich, daß man nur zu deutlich die Absicht merkt tind mit Recht verstimmt wird. Abstoßend im höchsten Grade wirkt es schon, wie man Berger, der doch, wenn er auch deS Mordes an der Lncie Berlin unschuldig wäre, immer ein Verbrecher bleibt, mit rührenden Worten eine Märtyrerstelle andichten möchte:
„Dumpf brütend stiert Theodor Verger vor sich hin und vergräbt von Zeit zu Zeit den Kopf, immer wieder auischluchzend, in seine, einst der Arbeit ungewohnten, nun im Ltrasdiensl schwielig gewordenen Hände. Ich bin unschuldig I" So ringt es sich 4-ag um Tag, Stunde um Stunde, Nacht um Nacht in markerschütterndem Ausschrei von seinen zuckenden Lippen. Scheu imd lautlos eilen die geschäftigen Aufseher an seiner Zelle vorüber, sie können den Gedanken nicht ertragen, daß der immerwiederkehrende Ausriu Bergers, der drei Jahre seiner Zuchthausstrafe verbögt Hal, eine Berechlignng haben, daß seine Beteuerung der Unschuld roaijr sein önne. Und Berger hat während des Verlauls der langwierigen Verhandlung seines Mordpiozesses immer wieder seine Unschuld beteuert, fein Kreuzverhör, keine verblüffenden Querfragen haben ihn wankend gemacht in der Behauptung: „Ich bin unschuldig! Ich habe die üueie Berlin nicht gemordet!"
In diesem Tone gehts weiter, den ganzen Prospekt hindurch. Es wird dann behauptet, der ganze Indizienbeweis im Falle Berger sei nur eine Kette von Vermutungen, Folgerungen und logischen scheinbaren Schlusien. Wie der Schimmer einer Tatsache schwebe über diesem Indizienbeweis immer nur die Erzählung von einem Korbe, der in Plaue von einem Schiffer aus den Fluten der Spree geangelt wurde und früher Eigentum der Geliebten Bergers gewesen sein soll. Mit der Anzeige von dem Verschwinden dieses Korbes soll
ihm diese seine Geliebte, Liebetruth, die einen zweifelhaften Lebenswandel führte, gedroht haben. In diesem Korb, heißl eS weiter, habe der zerstückelte Leichnam der Luise Berlin, dessen Rumpf am Reichslagsufer aus der Spree gezogen wurde, hineingepaßt. Blutspuren und menschliche Haare hallen an der Innenseite noch angehaftet. Dies sei aber auch alles, was tatsächlich dem Berger zur Last fallen könnte. Mit solchen Andeutungen hört dann der Prospekt auf und überläßt eS dem Lesepöbel, sich wöchentlich für 10 Pfg. ein weiteres angenehmes Gruseln zu verschaffen.
Freilich, es ist aus Juristen- und Laienkreisen oft genug auf die gefährliche Handhabung des Indizienbeweises h,n- gewiesen worden und mancher Angeklagte ift unter ferner Wucht und seinen scheinbar erdrückenden Momenten em Opfer der Justiz geworden — aber es wird stets Fälle geben, in denen der Indizienbeweis wiederum die einzige Waffe der Justiz zur Ueberführung und Bestrafung dcS Verbrechers sein wird. Stellt sict) nachträglich in feigem Gefüge eine Lücke
Heer mtO Flotte.
Berlin, 22. Mai. In der Armee haben folgende Personalveränderungen stattgefunden: Rach einer Kabinetts- ordre vom 21. dS. Mts. wurde dem Kommandierenden General des 10. Armeekorps von Bock und Po lach, der erbetene Abschied unter Stellung zur Disposition bewilligt und an seiner Stelle Generalleutnant Freiherr von V ietlng hoff gen. Scheel, Kommandeur der 3. Division, mit der Führung beS genannten Armeekorps beauftragt; ferner wurde General- major Kuntze, Kommandeur der 41. Inf. Brig., mit der Führung der 3. Division beauftragt. Oberst Frcih. von Süßkind, Kommandeur deS Jüss. Regiments Nr. 80, wurde unter Beförderung zum Generalmajor, zum Kommandeur der 41. Jnfanterie-Brigade ernannt. Der General der Infanterie voii Werne bürg, Inspekteur der Verkehrstruppen, wurde zur Disposition und gleichzeitig ä, la suite des Eisenbahnregiments Nr. 1 gestellt. An seiner Stelle wurde Generalmajor Freih. von Lynker, Kommandeur der 8^. Infanterie- Brigade, zum Inspekteur der Verkehrstruppen, und Oberst von Qu a st, Kommandeur des Kaiser Frauz-Garde-Grenadier- Regiments, unter Beförderung zum Generalmajor, zum Kommandeur der 39. Infanterie Brigade, Oberst Freih. von Knesebeck, beim Stabe des Kaiser Alexander-Garde-Grena- dier-RegimentS, zum Kommandeur des Kaiser-Franz-RegimentS ernannt. _
Verkehrsoereme faßte u. a. auch einen Beschluß gegen die Schifiahrtsabgaben. Die Vertreter von Stuttgart, Koblenz und Düsseldorf enthielten sich der Abstimmung.
Ludwigshafen, 22. Mai. Nach der „Pfälz. Poff haben die Anarchisten von Südwestdeutschland ein Blatt gegründet unter dem Namen „Die Erkenntnis*. Als Verleger zeichnet Emil Lorenz, als Redakteur Otto Steg- mann in Mannheim. Das Blatt erklärt sich mit den Arbeiter, exzessen bei dem Streik in der Zimmermann'schen Fabri' olibari sch.
'ich bis heilte nicht abgelegt.
Mit großer Gewissenhaftigkeit hat nach
Vorarbeiten des Untersuchungsrichters der Gerichtshof den zur Ueberführung des Berger einzig möglichen Indizienbeweis Schritt für Schritt konstruiert und den Geschworenen so über- jeujenb vor Augen geführt, daß sie zu dem Theodor Berger verurteilenden Schuldspruch gelangten. Wie erinnerlich, hat jener Prozeß wahrhaft grauenerregende Einblicke in den Sumpf der Großstadt tun lassen, in daS Leben der Prosti- tuierten und ihres Anhanges und daS Treiben der Verbrecher- weit in den dunklen Schlupfwinkeln der Reichshauptstadt. Alle diese Bilder sollen nun wieder aufgefrifcht, alle jene grauenhaften Szenen wieder lebendig werden durch die „Ent- hüllungei'/ jenes Wochenblattes, das sich anheischig macht, an der Hand der zur Verfügung gestellten Briese Bergers, in denen er aus dem Zuchthanse heraus seine Unschuld be» teuernd um Wiederaufnahme deS Verfahrens bittet, an der
geworden fei. Bekanntlich stand der Verurteilte, der bereits elfmal wegen verschiedener Unsittlichkeitsdelikte, wegen gewalt- tätigen Widerstandes, wegen Diebstahls und anderer Straf- Handlungen vorbestraft war, unter der Beschuldigung vor den Geschworenen, am 9. Juni 1904 durch zwei selbständige Handlungen die achtjährige Lucie Berlin mißbraucht, sie vorsätzlich getötet und die Tötung mit Ueberlegung auSgesührt zu haben. Der Wahrspruch der Geschworenen verneinte zwar die Frage auf vorsätzlichen Mord, sprach aber auf Grund des Totschlages
auswärts 80 Weaxtfr Becaut»ortli<6 tfa den poltt und aüas». Teil: P. Witiko: für „Stadl und Vanb4 u*ö .DerichtÄaal*; Ernft Heß, kür den är- getqenteU: Han» Beck
mocjitlicf) 75 vt, otettrt- tobrltd) M. L20. durch Ao hole- u. Zweigstellen monatlich 66 Pf.; durch die Post Mk.S.—viert et- fährt. ansichl. Bestell?. Annahme o»9 Sijetee® für die LageSnununer
Ausland.
London, 22. Mai. Der Berliner Vertreter des „Standard" meldet seinem Blatte, daß demnächst eine neue deutsche Bank in Bagdad errichtet werden soll. Das Kapital stamme teilwesie von der Änatolischen Eisenbahn - Gesellschaft und teilweise von der Deutschen Orientbank. Gleichzeitig mit der Begründung der deutschen Bank in Bagdad werde auch eine d eutsche Schule dort eröffnet.
— Die Gesandtschaft von Guatemala in London erhielt ein Telegramm von dem Minister des Aeußeren, nad). welchem die Behörden am 21. Mai mehrere an dem auf) den Präsidenten verübten Bombenattentat beteiligte Personen entdeckte. Als die Beamten versuchten, die Türen zu erbrechen, feuerten die Verbrecher, töteten einen Major und verwundeten einen Oberst und einen Beamten. Ta sie keine Möglichkeit des Entkommens sahen, begingen sie Selbstmord.
Paris, 22. Mai. Pressense will vom Minister Pichon Rechenschaft verlangen, ob Frankreich dulden wird, bafo die französische Regierung und die Diplomatie im 5)aag sich von Deutschland mrd Rußland, „den Mittelpunkten des Weltrückschrittes", ins Schlepptau nehmen lassen, um den „friedlichen Vorschlägen der freisinnigen englischen Regierung" zu Gunsten, einer Einschränkung der Rüsrungen entgegenzuarbeiten und selbst einen vermittelnden Antrag. Italiens zu bekämpfen. Er will nachweisen, das; es auch für Frankreich keine lebens« wichtigere Maßregel gibt als die Einschränkung der Rüstungen. t .
Mailand, 22. Mai. Ter Präsident der vorjährigen Mailänder Ausstellung Senator Mangili, der Präsident der Preisjury Senator Colombo und Graf Jacini werden sich in den nächsten Tagen nach Berlin begeben, um Kaiser Wilhelm eine prachtvolle in Gold und Silber getriebene Erinnerungstafel zu überreichen, die das Komitee dem Monarchen aus Tank für seine wirksame Unterstützung der Ausstellung gewidmet hat.
Wien, 22. Mau Bei der Truppenbesichtiguug im Brucke-Lager am 22. Mai durch den Kaiser wurde von den Truppen zum ersten Male die japanische A u g r i s f s methode ausgeführt. Die Truppen rückten nämlich in Schwärmen und Zügen aufgelöst, jede Deckung sorgfältig ausnützend, lange Strecken auf dem Boden kriechend vor.
— Wie in hiesigen Hofkreisen verlautet, hat Kaiser Wilhelm gelegentlich der letzten Anwesenheit des Erz- Herzogs Franz Ferdinand in Berlin diesem gegenüber den Wunsch geäußert, Kaiser Franz Josef bei dessen 60 jährigem Regierungs-Jubiläum un nächsten Jahre persönlich )eine Glückwünsche zu überbringen und sich zu diesem Zweck nach Wren zu begeben.
L a h o r e, 22. Diai. In der Umgegend von Rawalpindi sind Gerüchte über Brunnenvergiftungen, die auf Veranlassung der Regierung geschehen sein sollten, un Umlauf Besonders stark war die Erregung der Bevölkerung über diese Gerüchte in Haranbal, wo es hieß, eine Krankheit nrie die Pest sei dort nicht vorhanden, sondern die Regierung habe absichtlich durch besondere Sendlinge die Trinkbrunnen vergiften und dadurch 100 000 Menschen wöchentlich hinmorden lassen. Nunmehr ift es der Polizei gelungen, den Urheber dieser Gerüchte in der Person eines Hindu festzustellen und zur Bestrafung zu bringen. Er ift zu zwei Jahren schweren Kerkers und 500 Rupien Geldstrafe verurteilt worden. Ein Helsershener von ihm, der tatsächlich geheimnisvolle Klumpen in die Brunnen geworfen und dabei behauptet hat, datz er im Auftrage der Regierung handle, erhielt 18 Monate Zuchthaus.
Deutsches Reich.
Berlin, 22. 3)lai. An die Schweinemäster und Schweinezüchter hat die Zentralstelle der preußischen Landwirtschaftskammern einen Aufruf erlassen, der daraus hinauSläuft, vor einer Einschränkung der Schweine- zücht in anbetracht der gesunkenen Preise zu warnen.
Dortmund, 22. Akai. Heute begannen die Verhandlungen des Delegiertentages des Gesamtverbaudes dcr evangelischen Arbeitervereine Deutschlands. Mit diesen Verhandlungen wird gleichzeitig die Feier des 25jäh- eigen Bestehens des Verbandes verbunden. An den Kaiser wurde folgendes Huldigungstelegramm gesandt:
„Eurer Majestät fenbeu von der Jubelfeier der evangelischen Arbei'teroereinssachc die Vertreter von 475 Vereinen mit 92 000 Mitgliedern in alter Treue ehrerbietigsten Huldigungsgruß. Wir sind stets und überall für des Vaterlandes Macht und Ehre cüigetrctcn, aber wir halten die Zukunft Deutschlands ebenw für abhängig von dem Fortschritte der sozialen Reformen und von der Einwirkung der Erhaltung des inneren Friedens. Möge Eurer Majestät Regierung auch ui dieser Beziehung gesegnet sein."
Dresden, 22. Mai. Heute nachmittag verschieb nach jahrelangem Leiden Frau von Saalburg, die morganatische Gemahlin des regierenden Fürsten Heinrich XV. R e uß jüngere Linie. (Frau v. S. war 1851 zu Frankfurt a. M. als Friederike Garthe genannt Grätz geboren. In jungen Jahren kam sie als Schauspielerin ans fürstl.Theater in Gera, wo sie nur in ganz untergeordneten Partien auftrat. Der verwitwete ^>ürst sand Gesallen an ihr und heiratete sie. DaS aber nahm ihm die Geraer Gesellschaft so übel, daß der Fürst die Regierung seinem Sohne übertrug und sich selbst nach Dresden oder seinem Gute Tolkewitz bei Torgau zurückzog. Nur selten besucht er Gera, häufiger jedoch verweilt er auf seinem Schlosse ju Schleiz, wo er bei der Bevölkerung viel Liebe besitzt wegen seines schlichten, bürgerlichen Gewohnheiten zugetanen Wesens. D. Red.) t t r ,
Mannheim, 22. Mai. In der Handelskammer berichtete Kommerzienrat Baum, daß Minister v. Marschall ihn ermächtigt habe, mitzuteilen, er, der Munster, sei nach wie vor em entschiedener Gegner von Schiffahrtsabgaben. — Die Hauptversammlung des Bundes deutscher
sGietzener Anzeiger
ESS General-Anzeiger für Oberhessen
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