Ausgabe 
20.2.1907 Zweites Blatt
 
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(n Betracht komme. $n diesem Sinne erkannte der höchste GnckchtSl- hoi denn für Aufhebung des Borderurtctls.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 19. Febr. Eine zwecklose Berufung.

Dem Schäfer A. R. von Ober-Rosvach ging ein Straf­befehl in Höhe von 10 Mart unter der Anschuldigung zu, daß ex seine Serbe auf einem Kleeacker habe weiden lasten. Sein Einspruch wurde vom Feldgerichte verworfen, da er zu dem im Llraibejehl angesetzten Tennin nicht erschien. Er erhob Be­rufung, und gab an, er habe nickt gewußt, daß er ohne neue Ladung im Feldgerichtstermiil erscheinen sollte. Nachdem er l» lel)rt worden war, baß das Berufungsgericht nur zu prüfen habe, ob sein Einspruch rechtmäßig abgewiesen worden ist, es also in materieller Beziehung aus die Sache nickst eingehen könne, zog er die Berufung zurück.

Körperverletzung.

Zwei Schuljungen haben sich zu Alsfeld auf dem Seim­weg von dar Schule aus der Straße gebalgt. Der Sandelsmann D. L. von Romrod kam gerade dazu, als sein Nesse mißhandelt wurde. Er schlug in der Aufregung dem Täter mit seinem Stock über den Rücken, ohne ihm nennenswerte Schmerzen zu ver­ursachen. Auf erfolgte QhiHage verurteilte ihn das Schösfen- getidjt wegen cinjadKr Körperverletzung zu ö Mark Geldstraf:. Der Angeklagte fod)t das Urteil, unter Beteuerung seiner Un­schuld an, doch die Slraslammer konnte keine andere Feststellung als das Schöffengericht treffen, weshalb sie zur Bcrwerfung der Berufung kam und zwar mit der Maßgabe, daß nicht einfache, sondern Körperverletzung mittelst eines geiährlichcn Werd teugs vorliegt, da der von dem Angeklagten benutzte Stock zweinl- )S ein soick-eS ist.

Wegen Beamteubeleidigung freigesprochen.

Der Parteihab, der zu Dauern heim allerlei Blüten treibt, gab nach vielen andern Untersuchungen und Berhandlmigen der Strafkammer Gelegenheit zu einer umiangrcichen Beweisausnahme. AngcUagt war der Landwirt K. P. der den Kreisrat von Büdingen unb den Bürgermeister seines Seimatsvrts beleidigt haben soll. Gelegentlich einer Unterredung über die bevorstehende Bürger- Meisierwahl soll er einem Fuhrmann gegenüber geäußert haben: ES ist nicht viel zu machen, Kreisrat und Bürgermeister stecken unter einer Decke, beide sind Spitzbuben." Bor dem Schöffengericht beschwor der Fuhrmann, baß der Angeklagte biese Aeußerung getan Hal, weshalb er wegen Beleidigung zu 14 Tagen Gefängnis ver­urteilt wurde. Tas Schöffengericht glaubte ein Excinpel statuieren zu sollen, da berartige Derdächtigungen zu Tauernheim an der Tagesordnung seien, aber leider wenig gerichtlich Ahndung finden. Ter Angeklagte focht das Urteil an und bot einen ungeheuren Zeugen- apparat auf, -uun den Sauptbelairungszcugen unglaubwürdig er­scheinen zu lassen. Wenn die Strafkammer auch nicht annehmen konnte, daß der Zeuge die ganze Sache erfunden habe, so hielt sie es doch für bedenklich, auf sein alleinniges Zeugnis ein verurteilendes Erkenntnis zu gründen, zumal die Beweisaufnahme ergab, daß bet Zeuge sehr viel spricht und auch in mancher Beziehung es mit der Wahrheit nicht genau nimmt. Das Schosfengcrichtsurteil wurde demgemäß aufgehoben unb trat mangels Beweises Frei­spruch ein.

Ter beleidigte Wahlvorsteher.

Gelcgenttick der Bürger meist er wähl zu Rodenbach Hal der Landivirt W. I. L., der Beisitzer war, dem Wahlvorsteher Beigeordneten S. den Vorwurf gemacht, er Hütte auf schwindel- hatte Weise einen ihm nicht beliebten Wähler in die Wählerliste gebracht. Den nämlichen Borwurf wiederholte et abends in der Wirlsei)ast. Auf st läge des S- verurteilte das Schöffengericht L. zu 36 Mark Geldstrafe und sprach den Beleidigten die Publikations- desugnis zu. Das Urteil wurde von dem Angeklagten angefochten und vor dem Berufungsgericht nahm er die Beleidigung unter di in Ausdruck des Bedauerns zurück unb verpflichtete sich, einen Geldbetrag in Söhe der erkannten ©troje. an das Krankenhaus in Büdingen zu entrichten, worauf die Klage zurückgezogen und das Verfahren eingefteUt wurde.

Tätliche Beleidigung.

Der Kommis R. D. aus Linz bat seinen Prinzipal, den Kauimann F, W. ufra Friedberg wegen tätlicher Be­leidigung verklagt. Nach seinen Angaben hat er mit seinem Prinzipal, wegen eines Auftrags, den er nicht ausgeführt hatte, einen Wvrlstreit gehabt, in dessen Berlauf er von ihm zwei Ohr­feigen erhielt. Ta Zeugen nicht zugegen waren, ließ das Schöfscn- gmajt mangels Beweises Freispruch eintreten. Der Kläger er­hob Berufung und wies durch einen Arzt, bei dem er sich sofort nach dem Vorfall hlutte untersuchen lauen, nach, daß er eine Schwellung und Rötung im Gesicht hatte. Da auch die übrigen Umslüiide die Darstellung des Klägers als wahrscheinlich erscheinen ließen, tain die Straf lummer aus Grund Indizienbeweises zur Aushebung des Urteils und erkannte auf eine Oe ldstra fe von 10 Mark.

(9crid?t>faaL

Berlin, 19. Febr. Im Prozeß Pöplau wurde heute nach unwesentlichen Zeugenaussagen die Beweisführung beendet. Auf die Vernehmung des »etretufy Schneider wurde vom Gericht verzichtet. Morgen sollen die Piaidoycrs erfolgen, möglicherweise wird auü> das llneil gesprochen werden.

Heber die Hülfskräfte des deutschen landwirt­schaftlichen Obstbaues.

sprach während der Berliner Lanbwirtfck-astlichen Woche Direktor Tr. v. Peter-Friedberg: Der Obstbau rentiert in Deutsch­land nur bei beut intensiven, nicht bei extensivem Betrieb. Es sollten daher gelernte Arbeiter (Aaumwürter) herangezogen werden. Ta dw Arbeiten sich nicht aus das ganze Zahr gleichmäßig ver­teilen, kann sich fein Beruf sstnid ausbilden, der lediglich von dieser Arbeit lebt, sondern die Tätigkeit muß int Nebenberus äusgeübt werden. Ter Redner macht dazu int einzelnen nähere Vorschläge. Wenn der Obstbau so zu einem intensiven geworden ist, wird auch den verlangten Erfolg bringen, vor allem wird sich die Ernte mehr ausgleichen; die Mißerutejahre werden seltener icerben, wenn die Schädlinge als Sauptseinde _ber Obstckultur vernichtet und die Pflanzungen infolge des Rates Sachverständiger in richtiger Lage, in richtigen Sorten unb bet richtiger Erzichungs- weise ausgeführt werden. Auch der landwirtschaftlicheLbltbau bedarf bei dieser Beratung und Mitarbeit Sachverständiger, nicht bloß der Gartenobstbau. Vom Landwirte ist aber dieser Rat bisher Uielfaai mißachtet worden. Er lerne den Obstbau nicht als 'Stief» lind, sondern a.ls wesenttichen Bestandteil seines Betriebes an­sehen, vorausgesetzt, baß die allgemeinen Bedingungen hierfür günstig sind. m

Ueber die Frage: Was kann geschehen, um Beamte und Arbeiter in der Führung landwirtschaftlicher Ma­schinen auszubilden? hielt Professor Tr. Fischer aus Berlin einen Vortrag. Zn seinem Sinne beschloß die Benammlung fol- -gende Erklärung:Es ist mit allen Müteln dahin zu streben, die Ausbildung der landwirtschaftlichen Beamten und Arbeiter in der Führung landwirtschaftlicher Maschinen zu bewirken, sei es durch Lehrkurse oder dura- praktische Unterteilung im Be­triebe. Die Geräte-Abteilung bittet den Dor stand, licp mit ben Landwirtschaftskammem und ocm Vereine landwirtsckiastticher^Pca- schincnfabrikanten, sowie sonstigen Vereinigungen in diesem ©inn; in Beroindung zu setzen, und beauftragt den Ausschuß, mit ge- eigneten Vorschlägen hervorzutreten. ____

Handel und Oerkehr, Volkswirtschaft.

Deutsche Reichsbank. Ter Rückfluß, den die Bank in der zweiten Fcbruarwoche ersuhr, reichte iwch nicht aus, um ben Status soweit zu kräftigen, baß eine Ermäßigung des offi­ziellen Diskontsatzes möglich ist. Die Bank erfuhr hauptsächlich Erleichterung zunächst durch die Abstoßung von Reichsschar >chemen. Sie hat auf diese Weise ihren Effektenoestand um 34,13 wcill. Mart verringert. Durch die Disiönlierung der Schatzscheine ex- reichte die Bank auch, daß der Privatdiskont, der sich vor acht (Lagen um IVs Proz. unter die offizielle Rate stellte, sich biqex m tii Proz. näherte.. .Als erireulich putfi die starke

Vermehrung bc8 MetallbestandeS um 39,08 Mill. Mk. bezeichnet roerbra. bock steht er immer noch hinter bem vorjährigen um 106 Mill. Mk. zurück, wie beim überhaupt ber relativ geringe Metallvorrat bic sckiwächste Position ber Bank ist. Die Tepo- fiten haben um 50,58 Mill. (67,70 Mill.) zugcnommeu, ber Notenumlauf hat sich um 57,87 Mill. (44,13 Mül - verringert. Die Notenreserve ist von 45,43 Mill, auf 151,67 Mitt, angc- wachsen.

Kleine Finanzchronik. Tie Divibenbe bet Mittel­be u t s ch e n Kreditbank wirb roieber mit 6V» Proz. vor- gcschlagen werben. Die S a n a u e r Eisen w arennr m a SB- Koch Sohn befinbet sich in Zahlungs'ckivierigkciten. Die Passiven betragen 257 000 Mk., benen etwa 132 000 Mk. Aktiven gegenüberstehen.

Bon der Berliner Börse. Die Betrachtungen, die über die internationale Geldmarktlage angestellt werden, haben zur Folge, daß die Börse sich noch immer einer großen Zurück Haltung befleißigt, selbst bann, wenn Amerikaner recht fest liegen unb Kanaba von einer Spckulationskliaue roieber nach Möglichkeit forciert werben. Biel verstimmt auch bie fortgesetzte Schavscheni- begebung ber Reichsbank. Am Montanmarlt fanben starke Dieali sationen in Concorbia-Aktien statt. Ter Kurs ging zuerst bi-. 388 zurück, stieg aber bann roieber auf 398. Später raub abermals eine Abschwächung bis 392 statt. Diese starken Schwankungen verstimmten ben Montanmarkt, unb es gab barauf- hin roieber Rückgänge auf ber ganzen Linie. Es notierten Dort- munber Union Lit. C. 86, Bochumer 243,50, Rheinische Siahl- roerfe 203,75, Deutsch-Luxemburger 197,50, Gelsenkirchener vcc- loren 3,90 Pro;., Sarpeuer zirka 1 Proz. Kohlcnkurfe behaup­teten sich. Ter Privatbiskont schloß 5 Proz.

Martte.

A Bübingen, 19. Febr. Unter großer Beteiligung fanb heute ber erste Markt beS Jahres, ber sogenanntePetri- markt* statt. Große Transporte von Schweinen waren zu- getrieben. Aus bem Obeuwalb erschienen wie alljährlich die bekannten Händler. Da bie Futteroorräte knapp werben, ver­kauften bie Bauern gern, unb würben beShalb namhafte Ab­schlüsse gemacht; bie Preise waren bemzusolge niebrig. Für 4550 Mk. würben schöne Einleger rasch abgesetzt; 68 Wochen alte Ferkel zu 2830 Mk. Die Preise für Schlacht- schwcine sind ebenfalls im Rückgang 5860 Pfg. für das Pfund Schlachtgewicht. Bis gegen Mittag war ber Marti zum großen Teil geräumt. Rinbvieh war schwach aufgetrieben, bie Preise sinb noch hoch.

gpUlplaK der Vereinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Mittwoch ben 20. Februar*): 6. Abonnements- Konzert. Tonnerslag den 21. Februar:Tannhäuser." Freitag den 22. Februar, abends halb 8 Uhr: ,1001 Nacht/ Eamölag den 23. Februar: »Tiefland/ Sonntag den 24. Februar, nachm.ttagS halb 4 Uhr:Mignon/ Abends 7 Uhr:Tie lustige Wiuve/ Montag ben 25. Februar:Fra Tiavolo/ Dienstag den 26. Febr., abends halb b Uhr:Salome/

Schauspielhaus.

Mittivoch ben 20. Februar, nachmittags halb 3 Uhr:Wil­helm Tell/ Abends 7 Uhr:Hofgunsl/ Donnerstag den 21. Februar, abends halb 8 Uhr:Hnjarenfieber/ Freitag den 23. Februar*):Die Jungfrau von Orleans/ Samstag den 23. Februar:Das Blunienboot/ Sonntag ben 24. Februar, nachmittags halb 4 Uhr: »Husarenfieber/ Abends 7 Uhr: Heimat/ Montag den 25. Februar: Zur Erinnerung an die Gründung ber Frankfurter Theater-Pensionsanstalt vor hundcri Fahren: Prolog von Dr. H. Hanau. Hierauf: «Iphigenie auf

*) Anfang, wenn nicht anbei* bemerkt, obtnbi um 7 Uhr.

NonMtzt llfbrrßdjt der TodksWe in ftitjtu.

Monat Januar 1907.

Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (Infi. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitszifser: 30,1 */00, nach Abzug von 33 Ortsfreniben: 17,5 °/oo.

Kinber

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.15. Jahr

Diphtherie

1 (1)

.

KD

2ungentuberkulofe

8(3)

8(8)

Influenza

7(1)

4(1)

2

1

Kungenentzünbung

4 (1)

4(1)

Liingenkatarrhen

10 (5)

6(5)

1

8

Herzleiden

3

3

vchlagstuß anderen i)lerven-

5(1)

5(1)

krankheiten

7(8)

4(2)

2

1(1)

Tarmkrankheiten

5 (4)

4(3)

KD

9leubilbintfleii

6(4)

6(4)

Verunglückung

6 (ö)

5(4)

1(1)

anderen Krankheiten 14 (0)

7(2)

6(2)

1(1)

Summa: 76 (33) 56 (26) 12 (3) 8 (4)

Ülnni.: Tie in Klammern gefetzten Zistern geben an, wie viel ber Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

Höchste Temperatur am 18.19. Februar 8,5 * C.

Niedrigste , 18.19. 4,2 *C.

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Wetter

Februar 1907

8,6 i 6,5

Beb. Himmel Beiv. Himmel Beb. Himmel

744,2

739,1

725,0

2

9" 7

19.

19.

20.

7,8 6,4

6.0 6,1

85

88

78

SW 8 8W

4

4

6-8

& E

Gießener Wetterdienst.

VorauSstchUtche Witterung für Hesse» am Donnerstag, ben 21. Februar: Meist trüb. Regenfchauer. Starke westliche Winds. Elwas fühler.

Fantilien-NacL-richten.

Geboren: Dem Bergiveitsdiielior HJierle einen Sohn.

Verlobte: Marie Rühl in Meiches mit Gustav Völzmg in Groß-Felda. Lina Schmidt m Windhausen mit Karl Zmkan in Hainbach.

G e st o r b e n: Konreb Schwing L in Burg-Gemünden. Adam Luft m Düdelsheim. Hemr. Wolf IIL aus Tiefenbach. Georg Tromineicyaincr m Tie'euda^. ______

Schiff-nachriebten.

Aorddeut scher llloy 6.

Zu Gießen vertreten durch Earl Voo5, Kircheuplah.

Bre m e n, 18. Febr. (Per lransallanlifcheu Telegraph.) Ter Doppelfchraubeu-Poiibampier ,3)taine, Kapitän E. von Borell, vom Slorddeiufcheii Lloyd in Brenien, ist am 15. Februar 5 Uhr morgens woblvehalien in Neivyork angelommen.

Briefkasten oer aedahion.

(Anonyme Etuseudungeu vleibcu uuderuaiichtigt.)

Abonucutin. Sie fragen: ,Wer ist der Scyopier des im ouvre desuiblichen plastlfchen Kunstwerkes, das zwei Kuider dar­

stellt, bie in einem Lehnsestel eingefchla'en Hub, nnb ich meine,' «Die Geickwisler* benannt ist?* Wir bebmiern, die Frage nicht beantivortcn zu können, möchten aber nach unseren Ermittelungen bezweifeln, daß daS Wcrk nn Louvre ist. Viel cht befindet es sich unter den mobevnen Werken nn Ünrcinbonra, die sich schnell ver­mehren. Weiß enva einer unserer Leser Bescheid zu geben?

Vrigiiral-DrahtineLöungen.

Berlin, 20. Fcbr. Naa deinVorwärts" >virb bas Z en trum heute ben Abg. Dr. Späh n als Präsidenten Vorschlägen. Ein vorn Fürsten B ü t o w inspirierter Vorschlag will dagegen cm Präsidium schaffen mit bem Grusen Stolberg als Präsidenten, Paasche unb Kampf als Vizepräsidenten^ Nach bemB. T." schlägt ber Abg. v. P a ti c r vor, daß bie brei freisinnigen Gruppen von nun ab ben gemeinsamem NamenBo 1 köpartc i" fuhren sollen.

Breslau, 20. Febr. Red,:!. -1 aller von berVol

wacht" wurde gestern lücgci. N ich l e r - B e l e i b i g u n g m' einem Monat Gefängnis dci urteilt

Äönöon, 20. Febr. Nach einer Teheraner Meldung derDaily Nlail* würbe in Souchbulak Aucrbatjan ein deutscher Missionar ermordet, cm zweiter schwer verwundet. Der Journalist Stead erklärte nach seiner Rückkehr auö ben c»iropäischen Hauptsiäbten, baß cu von ben meisten Staatsoberhäuptern unb leitenbcn Ministern empfangen worden sei. Seine 'Absicht habe vornehmlich bann bestanden, bie Haltung ber verschiedenen Mächte auf ber bcvorslehenben Haager Friedenskonferenz 311 erforschen. Hinsichtlich ber Frage der Einschränkung ber Rüstungen habe er nirgenbö eine prinzipielle Gegnerschaft gefunben, auch nicht m Deutschland, wo man nur erklärte, baß es zwecklos wäre, das ohnehin mehr als umfassende Programm der llonserenz iioch weiter zu belasten.

Paris, 20. Febr. Zut'riedcngestellt ist weder bie Regie­rung noch bic Stammernifbrbeit mit bem sococn gefunbenen Aus» yülfSmittcl, bit Bürgcri.^lster führerlos ihrer eigenen Ein, >cht ju überlassen, wodurch eublose Gerneinbestreitigkeiten fichcr nnb. '.Uian schieb aus ber Stammet mit bem Eindruck, daß das Ver- trauinsuotum vorzugsweise darum erteilt wurde, damit man int Auslände bem Sturz des Ministeriums El^menecau nicht als einen Steg ber Rechten beute.

Obessa, 20. Febr. Sier waren Festlichkeiten, bie ber Ver­band bet echt russischen Leute veraustauet halte, von unerhörten Ausschreitungen, speziell gegen bie Juben, begleitet. Im Verlauf "von vier Tagen wurden an 2 5 0 Menschen du 1 ch Messerstiche verwundet. Die meisten Staujlcutc habens den Bvrseubcjuch eingestellt. Es werden neue Zudcuhetzcu be­fürchtet. Dem Gouverneur Baron Kaulbars ist aus Petersburg der Befehl zugegangen, dem Unfug des Gesindels energisch ent- gegcnzutreten.

Konstantinopel, 20. Febr. Infolge großer lieber» schwemm un gen sind zahlreiche Per ionen umsLeben gekommen. Zu Tarnalus roaroen jioii Araber von ocu reißenden Flucn weggcspült. In Fama stürzte infolge Ucbcrschwemmuug! ein Saus ein, wobei eine Familie von drei Perfoiien umfam.' Aehnlichc Unglücksfällc werden auci) aus anderen Ortschaften ge­meldet.

Um angestrengt arbeiten zu können* muss man gute, kräftige Nahrung zu sich nehmen. Unter allen Nahrungsmitteln nimmt Quaker Oats den ersten Rang ein, denn neben seiner Leichtverdaulichkeit besitzt es alle Bestandteile, die den Körper kräftigen und die Gehirnthätigkeit unter­stützen.

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Bifihlsche Ünivers.-Drnckerel

Vergebung uun Fuhrleißungen.

DaS Fahren ber Gießfäffer, ber Patent Kcbricht-Waaeu, ber Kehrmaschine, sowie die Anfuhr oon Kies unb Solz aus bem Stabt- walb im Rechnungsjahr 1907,08 soll Donnerstag, den 28. dfs. MtS., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werben. Die Bebmgungen lieaen mährend der Tienfrsumden bei uns auf Zimmer dcr. 1 zur Emücht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind fvätestens bis zmn vor­genannten Zeitvunkr verschlossen unb mit entsprechender Ausschritz. versehen an uns einzureichen.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gieyen, den 19. Februar 1907.

Städtisches Tiesbauamt.

Braubach.8*7, ä

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Wt a u n.

Holzverfteigerung.

Dienstag den 26. Februar l. IS. werden ans den Distrikten TteinswleienLovi und Attenberg der Formvariei Ulfa verweigert :

Stämme: 1 Eiche 4. Kl. = 0,57 Femn., 14 Fichten 4. u. 6. «l. = 5,09 Feslm.: Nutrknüppel: 27 Rm. sichten: Stu«rei,ig: 87 9hn. Fichten: Scheiter, Rm.: 36Buchen 1. Kl., 15Buchen2. Kl.: ttnuvvct, Rm.: 349 Buchen 1. Ml.. 48 Buchen 2. Kl., 20 Eichen L, 12 Eichen 2. Kl., 36 Aweii, Elöbccren, Weiden, 18 Nadelholz: Knilvvelreiug, Rm.: 18 Eichen, 12 Aiven,- Gewöhnlich Reina, Rm.: 1414 Buchen, 36 Eichen, 120 Elsbeeren, Erlen, Weiden, 85 Fichten, zu Bohnen- üangen geeignei, 6 Fichten iSchlagreifigi: störte, Utm.: 22 Buchen, 36 Eichen, 1 Elsbeere, 10 Fichten. ,

3ufammentumt 1 ,11 Ubr vormittags bei stamm Nr. 302 auf dem Ziuunerweg. Tas blau unteritrichene Holz kommt nicht zmn Ausgeboi, das in Tnrrikt Steinswiesenkovi unb fonst aeriticut siyendc Holz wird nichi vorgezeigt. Weuere Austunst erteilt Gro>;h. Fornwart Zimmer in Ulsa.

Eicyelsdorf, den 15. yebruar 190<.

Großherzogliche Oberförsterei EichelSborf.

Holzvertauf

Königl. Obcrsörfterci Krofdorf.

Freitag, deu 1. März, vormittags 10 Ubr, Lmnmen ün Freund'chlui >aalc in Krofdorf aus dein sckutzvc^. 2LiUSt,aus zum Berram: T'.srr. 38 c, x)untenv trauet): Buchen^ 88 m Ädjea und Knüppel, 13i nn .'heuer. Turritt 12, schwarze Grunde. Eichen 35 Stamme von 2129 cm Turchm. tmt 12 fin, J rm LchichMuvyolz (4 und 2 m lang', 25 rm Scheu und Knüppel, /0 rm Neuer. Buchen = lu rm rllolleu iFelgenholz), 610 rm schell imö mippel, viL rm Reiser. ">,