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22.6.1907 Erstes Blatt
 
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imann Heinrich Boni- lch Rechner der SW imvereius und (Seinei::.1;- heule wegen Uulu- ourgenchl. Unter D lasse und den landwm- !t es sich heute nur um asienaetder. Bomhos, dir nd FamilienverhallnW Gefängnis verurteilt nn noch einmal mit W

cht verurteilte den Maur« n Mge von einein Tan- iont mit einer Zaunlalie aus und b Jahren Ehren-

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Uber den Geistlichen erhoben und seiner Meinung Ausdruck gegeben. Menn die Geistlichkeit verlange, daß man sie bei Vornahme ihrer kirchlichen Funktionen respektiere, so müsse sie selber das Gleiche var der Majestät des Todes tun und dürfe nicht die Bolkssitte in grober Weise verleben. Tas Militär beachte diese und erweise jedem Leichenzug die vorgeschriebene Ehrenbezeigung, also stehe cs einem Geistlichen schlecht an, wenn er das Gegenteil tue. Ter General verlangt vom Fürstbischof, daß er den Geistlichen veranlasse, sich beim General zu entschuldigen, denn das Osfiziertorps fasse das Benebmen des Geistlichen als Be­leidigung auf. Es stehe aueg einem Geistlichen nicht zu, über einen Toten zu richten, demselben seine Verachtung in solch demonstrativer Weise kund zu geben und hierdurch allgemeines Aergernis zu erregen.

* Heber eine heldenmütige Tat wird auS Lyck berichtet: In der vergangenen Woche hatte eine Kompagnie des in Lyck garnisonierenden Infanterieregiments Nr. 147 eine Pon­tonübung zu machen. Der Ponton riß auseinander, und davei versanken vier Mann in das am dieser Stelle ca. drei Meter liefe Wasser. Dreien von ihnen gelang es, sich durch Schwim­men zu retten. Das Fehlen des vierten Mannes wurde erst einige Zeit später bemerkt. Sofort sprang der Kompagnieführer, Oberleutnant Petiscus, mit Mantel und Säbel ins Wasser, um den Versunkenen heraufzubringen. Unten in der Tiese gelang es ihm, den Soldaten zu sinden. Der dem Ersticken nahe klammerte sich mit dem letzten Rest feiner Kräfte derartig an den Offizier an, daß diesem bei feinem Rettungswerk der dicke Umhüngemantel vollständig zerrißen wurde, ohne daß es dem Oberleutnant ge­lang, den Mann auf die Oberfläche heraufzubringen. Es muß »wischen den beiden ein fürchterlicher Kampf in der Tiefe des Wassers stattgefunden haben. Als die beiden noch immer nicht auftauchten, sprang der zweite Offizier der Kompagnie, Leut- nant Goullvn, ebenfalls mit Paletot und Säbel, nach, und ihm gelang es nach unsäglicher Mühe, die beiden nach oben zu ziehen. Erst nach geraumer Zeit konnten die beiden Geretteten, die schon bewußtlos waren, wieder ins Leben zurückgerufen werden.

* Eine Ehestatiftik in der Romanwelt. Die an­ständige verheiratete Frau erfreut sich bei den Romanschreibern der Gegenwart augenscheinlich keiner großen Beliebtheit. Ein englischer Kritiker hat feine überflüssige Zeit dazu verivandt, eine Statistik aufzustellen, aus der sich ergibt, daß von 80 eng­lischen Romanen 17 die Ehe als eine überlebte Institution lächer­lich machen, 11 von der Nützlichkeit der Ehescheidung handelten, 22 die freie Liebe verteidigten, 7 sich über die eheliche Treue luftig machten und 23 sogar von der Ehe in geradezu skandalöser Weise sprachen. Und was Has Sonderbarste ist, alle diese Ro­mane sind von Frauen geschrieben worden!

Der Wert eines Ehemanns. Aus Newyork wird berichtet: Alle amerikanischen Rekords im Schadenersatz für den Verlust von Menschenleben sind durch dis Entscheidung des obersten Gerichtshofes gebrochen worden, der Mrs. Sarah Read, der Witwe

eines reichen Papierdütcnfabrikanteu, der vor drei Jahren von einem Zuge der NewyorkcrCentral Railwav" gao:ti wurde, 407156 Mk. zusprach. Read machte im Juni 1904 mit dem Ehepaar 'Noakcs und deren Sohn und Tochter einen Ausflug tm Automobil, als ihr Gefährt von einem herannahenden Zuge beim lieber] dnxiten der Geleise ersaßt wurde. Read wurde ge­tötet, während Miß Noakes wie auch der Chauffeur ein Bein verlor. Die erstere erhielt 140 000, der Chauffeur 40000 Mk. Schadenersatz.

Aus den Romanen des Lebens. Dieser Tage ist ein neugeborenes Kind auf seltsame Weise ausgesetzt worden. Vor der Wohnung eines Hirten auf der Großen Straße von Laudon in Franireich hielt plötzlich ein Auto­mobil. Ein Herr stieg aus. Übergab der Tochter des Hirten ein großes Paket, sagte:Sie würde es nicht bereuen, es angenommen zu haben", stieg dann sofort wieder in seinen Wagen und fuhr, ehe sich das Mädchen noch auf eine Frage besinnen konnte, mit aller Macht davon. Als das Automobil nur noch ein Punkt auf der Höhe war, öffnete sie das Paket und sand dort zu ihrem größten Erstaunen ein Kind und an be||en Wäsche vier Billette zu tausend Franken geheftet. . .

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

1867

yjorometer auf Oe reduziert

Temperatur der Luft

1 Absolute Jeuchligkcit

21.

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19,0

9,4

21.

9*

748,5

13,7

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Weiter

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74

NNW

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Klarer

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SSE

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>0.-2

1. Jun

i+

22,7' C.

20.-21.

+ 13,3' C.

GingcsanSt.

Eine Rücksichtslosigkeit sondergleichen haben in verflossener Nacht eine große Anzahl von Studenten der Bürger­schaft gegenüber an den Tag gelegt. Als bereits der Ntorgen graute, kamen größere Trupps Studenten von der Liebigshöhe her, wo Bismarck feier fiattgcfunben batte und durchzogen Stadt. Es wurde aber keineswegs etwa nur gesungen, nein, ganz unbänoig wurde geirchieen, auü) der RufFeuer" ertönte. Stadt. Es wurde teineswegs etwa nur gesungen, nein, ganz unbändig wurde geschrieen, auch der RufF e u e r" ertönte.

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Gießener Wetterdicnst.

voraussichtliche Wtttcruug für Hessen am Sonntag den 23. Juni: Teilweise heiler, trocken. Wärmer. Oeslliche, später südliche Winde.

(Drißinal-DrabtinclOiindcn«

B erlin, 22. Juni. Der Abg. Erzberger hat gegen daL Urteil des Schöffengerichts tm BeleidigungSpreß Bennigsen, das ihm eine Gefängnisstrafe von einer Woche auferlegt, Berufung angcmeldet.

Berlin, 22. Juni. Ein gewaltiger Sturm, der einem kurzen Gewitter vorausging, tobte gestern nachmittag in Berlin und Umgebung. Wenn er auch nur von kurzer Tauer war, so hat er doch eine ganze Reihe schiverer Schäden verursacht. So wurde auf dem Dach eines Hauses ein mächtiger schmiedeeiserner Schornstein umgerissen und mit solcher Heftigkeit auf das Dach des Nebenhauses geschleudert, daß der Tachbau vollstandia durchschlagen wurde. Auf den Straßen wurden einige Passanten von herabstürzenden Ziegeln getroffen. Ein Arbeiter wurde bei Ausschach- lungsarbeiten von Sandmassen verschüttet und schwer ver­letzt zutage gefördert. Zahlreiche Fensterscheiben sielen dem Sturm zum Opfer. In den Anlagen und Straßen von Berlin wurden vielfach Bäume geknickt. Auf den Feldern wurde das Obst zum größten Teil von den Bäumen heruntergeschlagen. Aus den Gewässern in der Umgebung von Berlin tarnen' einige Boote zum Kentern.

sc. Frakfurt, 22. Juni. Ter Bureaubeamle Müller» ivo6111)0ft Swidweg 29, wurde heute mit seiner Frau tot aufge- sundcu. Tie Eheleute hatten Gift genommen unb die PulLadäm sich geöffnet. Materielle 9löte sollen das Motiv zur unseligen! Tat gewesen sein.

Haag, 22. Juni. Gegenwärtig finden fortgesetzt sprechungen der Delegierten statt. Freiherr v. Marschall hatte eine lange Unterredung mit dem englischen Delegierten? Fry. Geheimrat Krieger besprach sich mit Bourgeois und der italienische Graf Tornielli besuchte den Frei-a Herrn v. Marschall. In allen Besprechungen stand die See-, rechtsfrage im Vordergründe. Tte Bildung eines Ober^ Prisengerichtes tarnt schon heute als gesichert gelten. Ziemlich aussichtslos dagegen erscheint ein angeblich von englischer Seite vorbereiteter Antrag auf Festsetzung einer Frist zwischen der Kriegserklärung und dem Beginn der Feindseligkeiten.

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Trohe, den 22. Ium 1907. Großh. Bürgermeisterei Trohe.

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FamiUen-Audftug

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Gießen.

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Sonntag den 23. Juni:

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Sonntag, den 23. d. Mts.

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Montag, den 24. Juni 1907 abends 8*/$ Uhr

Uebung

Statteten pünktlich 8^/«Uhr.

B-'/aJ Tas Kommando. >