Ausgabe 
22.4.1907 Zweites Blatt
 
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Vihtite Bäckerei und sechs Hektar bebautes Land. D<w rmne Arbeitsverdienst 'beträgt jährlich 90 bis 100 000 Mk., der Staats- S" 6 ca. 110 000 Mk. Eine stattliche Bibliothek trägt dem ngsbedürsnis der Gefmigenen Rechnung.

Weitere Erläuterungen durch Direktor Element, Dir. Kull- mann und Pfarrer Roth erfolgten bei dem Gang durch die Auftakt. Hierbei bot sich vieles Interessante. Die Kirche mit ihren 298 Sitzen besindet sich im 2. Stock, in der Schule wird in Lesen, Rechnen, Schreiben, Geschichte, Geographie, Naturgeschichte, Reli­gion, Rentenrechnen und sozialer Gcsetzesgebung Unterricht er­teilt. Der Schulsaal faßt 40 Mann.

Mit regem Interesse besichtigten die Gäste die austerordentlich 'zweckmäßige, den Stempel einer durchaus human Behandlung tragende Anstalt, die in einem Kranze von Villen der Angestellten auf halber Höhe der Butzbach benachbarten Taunusberge steht, in hygienisch einwandfreier vorzüglicher Lage.

Um Vsö Uhr verließ man die Anstalt, und cs folgte zu Wagen die Fahrt durch das altehrwürdige Butzbach über Griedel nach Rockenberg sur Besichtigung von Marienschloß. Das dortige Landeszuchthaus war ehemals ein Nonnenkloster. Seit 100 Jahren dient es als Asyl von Sträflingen. Vor der Anstalt bewillkommnete Direktor Bornemann die Besucher, die in mehreren Gruppen d'e Anstalt besichtigten. Die Bauten entsprechen durch­aus nicht mehr den Anforderungen, die man an eine moderne Straf» anstatt stellt. Daher wurde unter Aufwendung erheblicher Sum­men in den letzten zwei Jahren ein außerordentliä^ zweckent­sprechender Bau mit drei Flügeln nach panoptischem System er­baut und am 2. April in Benutzung genommen. Der Neubau bietet in mancher Beziehung selbst gegen Butzbach Verbesserungen. Die Korridore sind breiter und heller. Das gesamte Innere stellt sich als ein lichtdurchfluteter, hygienisch tadellos eingerichteter 'Bau dar. Auf Einzelheiten einzugchcn würde zu weit führen. Bemerkt sei nur, daß der Neubau 171 Gefangene aufnehmen kann und daß die gesamte Anstalt gegenwärtig 316 Zuchthäusler faßt. Mit der Reorganisation sind auch die militärischen Posten seit dem 15. d. Mts. sortgefallen, während die Zahl der Aufseher erhöht wurde. Die Aussicht ist hierdurch wohl einheitlicher ge­worden. Zur Verbesserung der Stellung des Aufsichtspersonals ist in den letzten Jahren viel geschehen. Eine Anzahl Familien­bauten erhebt sich außerhalb der Stauern der Anstalt. Sie stellen in der Umgebung von Marienschloß eine hübsche Villenkolonie dar. Direktor Bornemann ' legte die alten und die neuen Ein- richtungen klar.

Um 7 Uhr fand imHessischen Hof" zu B u tz b a ch die l e tz t e gesellige Zusammenkunft der Herren statt. Besonders zahlreich waren Herren aus Oesterreich vertreten. Auch zahlreiche 'Mitglieder der Sektion Oberhessen von derVereinigung für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie für Hessen" hatten sich eingefunden. Professor Dr. Sommer richtete herzliche Worte des Dankes /und Abschiedes an die Kursteilnehmer. Privat­dozent Dr. Dannemann sprach namens der Teilnehmer dem Direktor Äement für das Arrangement des Ausflugs Dank aus.

Ein Teil der Herren verließ Butzbach bereits um 9 Uhr, die Gießener Teilnehmer blieben noch bis 11 Uhr im gastlichen Butzbachs beisammen.

Damit fand diese glänzend verlaufene Veranstaltung ihren Abschluß. Vielfach war in den letzten Tagen der Wunfch laut geworden, daß der Kurs baldige Wiederholung finden möge.

Aus StaOt und Land.

Gießen, den 22. April.

-Die Fahnen heraus! Der Kaiser kommt! Am Donnerstag vormittag um 11 Uhr trifft er hier, wie wir heute früh authentisch erfuhren und wie wir alsbald durch Extrablatt bekannt gaben, im Automobil von Homburg ein zur Besichtigung feines hiesigen Regiments. Zum zweiten Male also wird unserer Stadt die Ehre des Kaiser­besuches zu Teil. Ain 1. Mai des Jahres 1906 begrüßten wir Gießener Kaiser Wilhelm II. zum ersten Male. Die Wiederholung seines Besuches ist für das Kaiser Wilhelm Regiment wie auch für unsere Stadt recht schmeichelhaft, und sie wird c§ sich gewiß nicht nehmen lassen, wiederum, wie im Vorjahre, sich festlich zu schmücken, zu würdigem Gruße und Empfange. Der 25. April als Kaisertag wird nicht nur ein militärischer Festtag, sondern wiederum ein Festtag der gesamten Gießener Bevölkerung werden.

** Zur Wahl des Obmanns des hessischen Landeslchrer-Vereins, die infolge des Rücktritts des langjährigen verdienstvollen Obmanns Backes demnächst voll­zogen roerocn muß, sand im Hotel Taunus in Frankfurt eine Be- isprechung der Obmänner der Bczirksvereine statt. Es waren cliva 170 Personen aus den verschiedensten Teilen des Hessenlandcs an­wesend. Die Versammlung brachte insofern eine Klärung, als nunmehr feststeht, daß bei der Wahl drei Kandidaten ernstlich in Betracht kommen werben. Wenn auch nur die Kandidatur deS Herrn Huff-Darmstadt bisher infolge der an sich unmaß- l geblichen Entscheidung einer proviforischen Sechserlommistion sest- stand, so ergab die Besprechung doch augenscheinlich, daß diese Kandidatur durchaus nicht die allgemeine Zustimmung der Lehrer­schaft finden wird, daß vielmehr fiarke Strumuugen für die Wahl der Herren Lösch- Darmstadt, bezw. M ü l l e r - Gießen vor­handen sind. Die Anhänger der Kandidatur Huff hoben dessen Verdienste als Schriftführer bei der soeben vollzogenen Neu­regelung der Lchrergehälter hervor. Die Gegner, die diese Ver­dienste ebenfalls anerkannten, halten Huff nicht für den berufenen Führer, da er in einer Reihe wichtiger Fragen mangelnde Fühlung mit ben Wünschen und Bestrebungen der Lehrerichaft bekundet habe und sich sogar teilweise in Lebensfragen des Lehrerstandes auf Anschauungen festgelegt habe, die den Forderungen der Lehrer­schaft direkt widersprachen. Von Herrn Lösch-Darmstadt dagegen glauben viele einen frischeren Wind und eine Neubelebung der -Vereinstätigkeit erwarten dürfen, damit wichtige Fragen (Lehrer- bildnng, Organisation und Ausbau des VoiksichulwesenS aus Grundlage der allgemeinen Volksschule, Einweihung der Lehrer in die Beamtenbesoldungsordnung, Hauptlehrer- ünd Ordens­frage usw.) zum Wohl des Volles und des Lehrerstandes ihrer Lösung naher geführt werden können. Für Müller-Gießen traten namentlich seine engeren Landsleute aus Ob er Hessen ein. Der Versuch einer provisorischen und unverbindlichen Probeab­stimmung am Schlüsse der Versammlung erbrachte keine zahlen­mäßigen Direktiven, da sich insgesamt nur etwa 20 Personen in der Abstimmung beteiligten. Die Mehrzahl enthielt sich der Abstimmung, teils um nicht einer Entscheidung ihrer Bezirks­vereine vorzugreifen, teils um eine vorzeitige Bindung ihrer Person zu vermeiden. Doch ließ auch dieser mißglückte Ab- ftimmungsversuch die drei Parteigruppen deutlich hervortreten.

** Bo m Vo ge ls b e rg e r H ö h e n k l u b. Die dies- fährige Hauptversammlung findet Sonntag, den 2. Juni, in Gedern stall. Der Plan für den Bismarcklurm wurde von Architekt Hofmann-Herborn, den Beschlüssen der letzten Hauptversammlung entsprechend, abgeändert. Am 1. Febr. dieses Jahres wurde mit der Firma Hch. Äinu u. Eo. in Gießen der Ausführungsvertrag abgoscylossen. Ter Vogels­berger Höhenklub stellt den zu dem Bruchsteinmauerwerk erforderlichen Zement. Der Boranschlagspreis beträgt 15 279 Mark, die Fertigstellung der Rvybauarbeit, mit der in den nächsten Tagett begonnen wird, hat bis zum 1. Okt. dieses Jahres zu erfolgen. Der Vorstaild stellt den Mit­gliedern mit der Mitgliedskarte eine Beikarte zu, die sie zu Mitgliedern des Teutsch-Lestreichijch-Schweizerischen Ver- kehrsvereins macht. Ten Inhabern der Karten wird in sttoa 600 Hotels, die in dem von dem Verkehrsverein Berlin W., Maybachpiatz 15, zu beziehenden Verzeichnisse angeführt sind, bis zu 25 Prozent Rabatt gewährt.

Der V e r s ch ö n e r ii n g s v e r e i n Gießen, von dessen für die gesamte Einwohnerschaft segensreichen Tätigkeit viele, die die von ihm geschaffenen Annehmlichkeiten

Schriststeller erwartet. _

= Bad-Rauhei m 21. April. Am Sonntag, 28. April, feiert der Verband hessischer Jünglingsvereine und Chrisil. Vereine junger Männer in unsrer Stadt sein V. Verbandsfest. 400 500 Mitglieder darunter an 100 Posaunenblstser werden aus allen Teilen unseres Hessen- landes dorthin ziehen, auch der Verband oberhess. Posaunen- chöre hat sein Erscheinen zugesagt. Aus dem Programm ent­nehmen wir: 10 Uhr FeslgotteSdienst in der wundervollen neuen DankeSkirche, IP/* Uhr Besichtigung der Sehenswürdig­keiten 21/2 Uhr Hauptversammlung in der alten Wilhelms» kirche, Festredner der deutschen Nationalsekretär Helbing-Barmen, 4 Uhr Abmarsch auf den Johannisberg zur Schlußfeier. Alle ev. Christen und Freunde Christl. Jugendsache sind elngeladen.

hc Friedberg, 21. April. Untenn 3. April wurde, wie wir bereits meldeten, zum Direktor und ersten Pcofeffor des evangel. Predigerseminars an Stelle von Prof. Dr. P. Wurster der bisherige zweite Professor Dr. Karl Eger ernannt. Geboren 1864 zu Friedberg, am Gymnasium zu Darmstadt vorgebildet, studierte Eger in Gießen, Leipzig und Berlin Theologie und Geschichte, bestand 1890 die Ober» lehrerprüfung und promovierte 1900 in Gießen zum Lic. tlieol. Dann war er im Pfarr- und Gymnasiallehreramt tätig und wurde 1892 Pfarrer zu Darmstadt. Im Sommer semester 1900 war ec mit der Vertretung des Professors in der Gießener theologischen Fakultät, Dr. Köstlin, betraut. Am 1. Januar 1901 wurde er hier als dritter Professor am Predigersernlnar als Nachfolger von Prof. Dr. Flöring für Liturgik, Katechetik, und Seelsorge und Ostern 1904 zweiter Proessor mit dem Lehrauftrag für Liturgik, Katechik, Kirchen- recht und Dogmatik. Die theol. Doktorwürde ward ihm am 13. November 1904 von der Gießener Fakultät ver­liehen. Egers Schriften liegen auf dem Gebiete der Dog­mengeschichte, Katechetik und des Kirchenrechts. Genannt seien: ^Die Anschauungen Luthers vom Beruf",Das Wesen der deutsch-evangelischen Volkskirche der Gegenwart",Evan­gelische Jugendlehre,"Die Vorbildung zum Pfarramt der Volkskirche". Direktor Eger ist Mitherausgeber derStudien zur praktischen Theologie und Mitarbeiter der Monats­schrift für Pastoraltheologie und der Zeitschrift für Theologie und Kirche.

sd. Darmstadt, 21. April. Schon feit dem vorigen Jahre beschäftigt die Gerichte eine Untersuchung gegen den Rechtsanwalt Dr. Fritz Mainzer II. hier, der in Gemein» schäft mit seinem Vater, dem Justizrat B. Mainzer, feit Jahren als Rechtsanwalt praktiziert, nebenbei anscheinend aber noch Geldgeschäfte macht. Er hatte im vorigen Jahre bei einem hiesigen Gipsermeister einen Wechsel einzukassieren nnd verlangte bei der Einlösung, nachdem der Wechsel bei Sicht nicht sofort bezahlt wurde, ohne daß ein Protest er­folgt oder sonstige Kosten entstanden waren, eine Gebühr von Mk. 20. Der Schuldner zahlte zwar unter Protest, doch machte er feinem Anwalt Mitteilung und eS erfolgte die An­zeige. Auch die Anwaltskammer beschäftigte sich mit der Sache. Dieser ersten Anzeige folgten von verschiedenen Seiten die mam.^sachsten Beschwerden und Antigen, sodaß die Staatsanwaltschaft eine Voruntersuchung führte, infolge-' dessen ganze Stöße von Akten angewachfen sind, die nun nach Bearbeitung durch Staatsanwalt Maurer sich zu einer Anklage wegen Gebührenüberhebung, Betrugs und qualifizierter Urkundenfälschung verdichteten, die am nächsten Dienstag, den 30. April, vor der hiesigen Straf­kammer verhandelt werden soll. Es sind durch den Betretet der Anklage über 40 Zeugen geladen, zu denen voraussicht­lich noch eine Anzahl von der Verteidigung geladen werden. Für die Verhandlung sind mehrere Zeugen geladen. Die Verteidigung führt Justizrat Hallwachs.

R. B. T a r m ft a b t, 22. April. Generaldirektor Werner, der kürzlich sein 40jährigcs Bühnenjubiläum feiern konnte, hakt« ein Gesuch an S. K. H. den Großherzog um Pensionierung gerichtet. Der Grobherzog, hat aber das Gesuch unter Anerkennung von Werners Verdiensten um das Hostheater abgelehnt.

R. B. Darmstadt, 22. April. (Telegr.) Gutem Vernehmen nach wird das Kais er paar heute nachmittag 4 Uhr im Auto-, mobil aus Homburg hier eintreffen, um beim Großherzog^ paar und dem Prinzenpaar Heinrich von Preußen einen Besuch 'abzustatttn. Die Kaiserin kehrt am Abend nach Homburg zu­rück, mährend der Kaiser mit den übrigen Fürstlichkeiten das Gwßh. .Hoftheater besuchen wird, woDie Brüder von St. Bern«! Hard" gegeben werden.

Worms, 20. April. Heute morgen gegen 9 Uhr er­eignete sich im hiesigen Bahnhof ein schwerer Eifenbahn­unfall. Zwei Güterzüge fuhren zusammen auf dem gleichen Gleise in den Bahnhof ein, wobei der hintere Zug auf den vorderen auffuhr. Trotzdem sich die Züge nicht in voller Fahrgeschwindigkeit befanden, war der Anprall so stark, daß die Lokomotive und 8 Wagen des ausfahrenden Zuges total zertrümmert wurden. Das Dienllpersonal ' rettete sich rechtzeitig durch Abspringen, sodaß Verletzungen nicht zu verzeichnen sind. Dagegen ist der Materialschaden 1 sehr bedeutend. Man spricht davon, die Ursache des Zu-

genießen, fast nichts wiffen, hielt am Freitag abend feine 1 Generalversammlung ab. Nach dem vom Vorsitzenden Forst- meister Weigand erstatteten Geschäftsbericht beschäftigte sich - der Verein hauptsächlich mit der Instandhaltung der Spazier- i gänge und Anlagen, des Georgstempels ic., sowie mit der 1 Ausstellung von Bänken, Warnungstafeln, einigen Herstellungen in der Nähe der Badenburg u. a. m. Tie Mitgliederzahl, ; die zu Anfang des Jahres 1906 417 betrug, verringerte sich durch Tod, Wegzug, rc. um 23, während leider nur 4 Neu­eintritte erfolgten, fo daß am Ende des Jahres der Mit­gliederstand sich auf 398 belief. Die Einnahmen aus Bei­trägen beliefen sich auf 796 M. und die Ausgaben auf 331,70 M. Das verzinslich angelegte Barvermügen beträgt 2110,15 M. Dem Rechner Rentner Scharff wurde unter dem Ausdruck herzlichen Dankes Entlastung erteilt. Sodann wurde beschlossen, dem Dünsbergverein als einmaligen Beitrag zu dem Turmanbau 200 Bk. zu überweisen, sowie eine An. zahl neuer Bänke auf der Hardt, am Mühlberg (zunächst der HappelSwiese nach Annerod zu) und an den von der Forstbehörde in Aussicht genommenen neuen QBegei)1 zwischen Heegstrauch und Nizza auszusiellen. Auch einige Wegverbesferim- gen wurden in Aussicht genommen. Der seit 1888 bestehende VerschönerungLoerein hat außer zahlreichen Weganlagen bis jetzt gegen 40 Bänke aufgestellt, die Anlagen am Alten Friedhof, den GeorgStempel und die Schutzhütte an der Hardt angelegt und zahlreiche andere Unlernehmungen zur Verschönerung der Umgegend unserer Stadt angeregt und gefördert. Seine Wirksamkelt würde sich noch viel umfang- reicher gestalten lassen, wenn ihm durch den Zutritt recht vieler neuer Mitglieder die hierzu erforderlichen Geldmittel zur Verfügung gestellt würden. Jeder, der es mit der Ent­wickelung Gießens zu einer gern und viel besuchten Fremden­stadt wohl meint, sollte daher nicht versäumen, Mitglied des Verschönerungsvereins zu werden, zumal der Jahresbeitrag nur 1 Mark beträgt.

Der Männer-Turnverein hielt gestern sein Anturnen ab, wobei die Beteiligung recht rege war. Die turnerischen Leistungen waren folgende:

Oberstufe: 1. 66r/s Punkten Engelbert Bürk, 2. 617, P. Joh. Müller, 3. 527« P. Georg allerlei, 4. 43P. Rud. Leißler, 5. 42 P. Fritz Gerhardt. o

Mi ttetstufe: 1. 717, P- Friedr. Peppler, 2. 647. P. Karl Thöt, 3. 6474 P. Otto Schaler, 4. 61 P. Ed. Senßsetder, 5. 607. P. Herrn. Stickdorn, 6. 5674 P. Otto Sier, 7. 567. P- Albrecht Adam, 8. 537, P. Will). Rolofs, 9. 517. P. Hans Höpmer, 10. 507 P. Georg Tebns. _ _ ,

Unterstufe: 1. 707, P- HanS Thöt, 2. 697, P- Paul Langer, 3. 667 P. Karl Sominerkorn, 4. 637. P- Hch. Kraushaar, ö. 627« P. Hch.' Tichy, 6. 577, P. Ang. Wagner, 7. 567« P. Günther Müller, 8. 557« P- Ang. Strobel, 9. Ö371O P- Hch- Rum, 10. 527« P. Hch. Techerl, 11. 51'/, P. Joh. Allensen, 12. 427, P. Karl Oswald, 13. 427e P. Otto Werner.

Hieran anschließend fand im Neuen Saalbau ein Familienabend statt, der sich eines zahlreichen Besuches erfreute. Hier hatte man Gelegenheit, zum erflenmale die Gesangsriege zu hören, und der stürmische Beifall bewies, daß die Riege trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens schon schöne Erfolge erzielte. Ein flottes Tänzchen bildete den Schluß der Veranstaltumg, die in turnerischer und gesellschaft- llcher Beziehung als gelungen betrachtet werden kann.

"Ein alter Gießener, der frühere Besitzer von Steins Garten, W. Wenzel, feierte vor kurzem in Sacra- mento, (Kalifornien, feinen 69. Geburtstag. Das New- PorkerEcho" brachte zu diesem Tag ein wohlgetroffenes Bild Wenzels und feierte in einem schwungvollen Artikel den alten Barden und Kattenhänptling", den von der 14. Straße auf» und abwärts jedes Kind in New-Pork kenne. Herr Wenzel, der Lithograph war, ging 1852 nach Amerika, kehrte 1870 nach seiner Vaterstadt Gießen zurück und richtete hier Steins Garten als großartiges Wirtschafts-Etablissement mit Konzerthalle, Studentenkneipe usw. ein. Vierzehn Jahre bot er hier den Gießenern Außerordentliches in Konzerten und Schaustelltingen, Darbietungen, wie sie sonst nur in Groß­städten anzutreffen waren. Als 1884 sein Etablissement ab- brannte, ging er wieder nach Amerika. Von 18961899 lebte er noch einmal in seinem Heimatland in Mainz, woraus er abermals nach Amerika ging; er bringt jetzt seinen Lebens­abend in Sacramento zu.

" Verhaftet wurde ein Italiener, der sich in der Eisenbahn von ÜHarburg hierher ein großes wollenes Tuch im Werte von 10 Mark angeeignet hatte und damit zu verschwinden suchte. Eine Frau, die nicht bekannt ist, hatte das Tuch in dem Wagenteil liegen gelaßen.

" Betrüger. Bei einer Witwe in der Licherstraße mietete gestern ein angeblicher Bildhauer ein möblirtes Zimmer. Unter dem ganz veralteten pttunpen Trick, er habe lemer Koffer an der Bahn auszulösen, ließ er sich heilte früh einen Geldbetrag verabfolgen, um gleich zu verschwinden. In dem Koffer sollen sich 80 Mark befinden, die Schuld sollte gleich wieder abgetragen werden und dies glaubte die Fran, allein nach Namen und Herkunft frug sie ihren neuen Mieter nicht.

O Klein-Linden, 21. April. Sein 25 jähriges Jubiläum begeht am 13. und 14. Juli der hiesige Krieger- verein ücrbunben mit der Ueberreichung der Kaiserschleise

und eines Ehrendiplonis des Hassiaverbands. _ Als Musik­korps wurde die Regimentskapelle des Kaiser Wilhelm- Regiinents angenommen. An sämtliche Kriegervereine der Umgegend sind Einladungen zum Feste entsandt worden. Tie hiesige Heimatvereinigung hat beschlossen, am Sonntag den 5. Mai eine Besichtigung des Gießener Museums und am Himmelfahrtstag einen Ausflug ins Salzbödetal vor-

zunehilien.

cb. Röthges, Kr. Gießen, 20. April, Von dem ur­sprünglichen Plan eines Anbaues an den hiesigen Schulsaal ist man jetzt abgekommen. Rian will einen Schulhaus- neubau un nächsten Jahre bewerkstelligen. Für die Aus­führung sind 20 000 All. vorgesehen.

Hf Butzbach, 22. AprU. Das zweite Hessische H Li­ma t p s 1 c g e- u u d V o l ks tra ch t en fest ist für den 16. und 17. Juni hier in Aussicht genommen. Die Feier soll in dicstrn Jahre in engerem Rahmen vor sich gehen als im Vorjahre. Für den ersten Tag ist die EiMveihuilg desHeimat- und Trachteilmuseums" in Aussicht genommen. Für dessen Ausnahme ist 'die inmitten der Stadt gelegene Michaelis- fabeile, die früher als Magazin diente und zurzeit berge» richtet wird, bestimmt. Tie Kapelle enthält, außer dem gewölbten Erdgeschoß, im Jnneim drei Stockwerke mib zeigi sich für den beabsichtigten Zweck nach dem Urteil von Sachverstäildigeu vor- züglich geeignet., Außerdem sollen gm ersten Tage in der Fest­

halle dramatische und musikalische Veranstal­tungen stattfindeu. Am zweiten Tage wird die Generalvev- fammlüng desHessischen Vereins für ländliche Hermat-, Wohl­fahrt- und ftunftpflcgc" abgehalten werden, bei der eine RKhs von Vorträgen stattfinden werden. Das Programm wird in eme^ Sitzung deS Festausschusses, der der Vorsitzende Kreisrat Fey- Friedberg anwohnen ivirb, in nächster Zeit festgesetzt werden. Zu der Veranstaltung werden außer dem Geschästsiuhrer des Deutschen Vereins für ländliche Wohlfahrtspflege schriststeller Sohnrey-Berliu noch eine Anzahl auf dem Gebiete erfahrener und tüchtiger Herren, insbesondere auch namhafte Künstler und

sammenstoßes fei darin zu suchen, daß das vor weniges Wochen neu errichtete Stellwerk nicht richtig funktioniert habe ober eine falsche Weichenstellung vorliege. (Fkf. Ztg.)

Mainz, 20. April. In den Fabrilgebäudeil der ©üb' deutschen Brückenbau- Aktiengesellschaft auf Gustavs» bürg brach in vergangener Nacht Feuer aus, das binnen zwei Stunden die mächtige Halle für Hochbauten vollständig zerstörte. Die angrenzcndcii Fabrikanlagen blieben verschont. Da in der i^allc des Nachts nicht gearbeitet wurde konnte der^ Ausbruch des Feuers nicht sofort bemerkt werden. (Frkf. Ztg.)

Wiesbaden, 22. April. Der Kaiser trifft morgen,' Dienstag, hier ein und wird das Königl. Theater besuchen. Auf seinen Befehl findet eine Aufführung von Aubers Oper Maurer und Schlosser" statt.

W Homburg v. d. Höhe, 22. April. Hier herrscht noch immer geschäftige Bewegung, um die letzte Hand oot öcm Beginn der Hauptsaison anzulegen. Vor allem werden nocl) im Kurhaus die baulichen Veränderungen fertiggefteUt, durch welche das bisherige Saalburgmuseum, welches