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22.1.1907 Zweites Blatt
 
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Dienstag 22. Januar 1007

Zweites Blatt

157. Jahrgang

Nr. 18

Erscheint ILgNch Cutna^me bd Sonntag».

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Sprechstunden der l .cuo

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Redaktion, Expedition und Druckerei: Scbul» straße 7. Expedition und Verlag:

Redaktion: fca® 112. TeU-Adrp AnzeigerGießen.

Arautjchou unD feine Acorutung )üc Aruijchliav.

* Gießen, 22. Jan.

DieGießener Lamlllendlätter" werden dem Anzeigrr^ Diermal wöchentlich beigelegt, daS UrtUblatl für den Kreis Eießen" zweimal wöchenttich. Terhesstsche Landwirt" erscheint mmratllch einmaL

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Wohuungsgeldzuschüfie für Beamte.

Man schreibt uns aus hessischen Beomtenrreisen:

Tie Vorlage der Regierung über die Wohnungs- geldzuschüsje an die hessischen Beamten hat bei den Interessenten, insbesondere aber bei den Heinen und mitt­leren Beamten keine freundliche Ausnahme ge­sunden. Erwähnte Vorlage verdankt ihre Entstehung dem Anträge des Abg. Häusel über Erhöhung der Mietsenrscyodigungen für Dienstwohnungen. Stall diesem Anträge stallzugebeu und die

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnioersuätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Ausgaben für die Ltaatöeifeubahnen.

R. B. Darmstadt, 21. Januar.

Außerordentlich hoch sind im hessischen StaalshauShallSetat für 1907 die Ausgaben, du für Erweiterung und Ergänzung der baulichen Anlagen und des Fuhrparks ange- fordert werden, also die außerordentlichen Ausgaben, die von Preußen und dessen gern eins chastl ich zu tragen sind. Während sich diese Summe im ErotSjahr 1906 auf 8 454 178 Mk. belief, beträgt sie im neuen Etat nicht weniger alS d 849 750 Mk. Diese hohe Summe wird zunächst bedingt durch den Staatsbeitrag von 3 Millionen Mark (ald zweite Rate) für die Umgestaltung der Darmstädter Bahnhofsanlagen, deren Gesamtkosten auf 13 700 uOO Mk. berechnet sind. Ferner werden für die Er­weiterung des Bahnhofs Lauterbach, für die schon im Vor­jahre 100 000 Mk. bewilligt wurden, als letzte Rate HO 000 Mk. angcfordert, und für Herstellung einer ftreujungsftation bei Maberzell auf der Strecke Gießen-Fulda als erste Rate 100 000 Mk. Die Durchführung des in den letzten Jahren erheb­lich gestiegenen Verkehrs ans dieser Hauptlinie wird dadurch sehr erschwert, daß nur eine geringe Anzahl von Stationen mit Kreuzungs- und Ueberholungsgeteisen ausgerüstet ist; eine Ver­mehrung um die gep.ante jtteuzung in Kilometer 99,3 bei Maber­zell ist deshalb dringend erforderlich. Die Gesamttosten der Aus­führung sind auf 240 000 Mk. berechnet. Weiter hat sich eine Erweiterung beß Bahnhofs Nidda, insbesondere die Her­stellung schienensreier Zugänge zu den Zwifchenbahnsteigen, die Erweiterung der Gleisanlagen und die Vergrößerung des Loko­motivschuppens als dringendes Bedürfnis erwiesen. Die Gcsantt- kosten dafür sind zu 99/000 Mk. veranschlagt, wovon für 1907 als erste Rate 75 000 Mk. angefordert werden. Auch eine Er­weiterung des Bahnhofs Stock st a d t a. M. durch Anlage eines UebergangSgleises ist zur glatten Durchführung des Zug­betriebes auf der Strecke Mainz-Aschaffenburg dringend erforderlich, zugleich auch eine Verbesserung der Bahnsteig- und Freiladc-Anlagen. Von den dafür notwendigen 154 000 Mk. Gesamtkosten werden als erste Rate 50 000 Mk. angefordert.

Die Mittel des Dispositionsfonds für unvorhergesehene Fälle eines baulichen Bedürfnisses und für vorsorglichen Grunderwerb werden zu Beginn des Jahres 1907 erschöpft sein. Aus diesem Grunde werden für diesen Zweck ebenso, wie 1905, 450 000 Mk. angeiorbert Weiter werden zur Herstellung von Feuerschutz- anlagen auf Strecken der Eiscnbahndirekrionsbezirke Frank­furt und Mainz 36 000 Mk., für Herstellung von schwerem Oberbau 600 000 Mk., ferner für Verstellung dec elektrischen Streckenblockung auf dem hessischen Dell der Linie Hanau- E derb ach 385 000 Mk. erfordert. Zur Beschaifung von Be­triebsmitteln für die bestehenden Staatsbahnen des preuß.-hess. Eisenbahnnetzes sind seitens Preußens durch das Anleihegesetz vom 15. Juni 1006 einmalig 100 000 000 Akk. bereitgestellt worden, wovon auf den hessischen Anteil voraussichtlich 2 0b0 000 Mark entfallen werden Weller ist von Preußen in Aussicht ge­nommen, zur Vermehrung der Belliebmittel durch das Etats- Sitraorbinariuni 90 000 OuO Mk. zu beschaffen, wozu von Lessen voraussichtlich ein Betrag von 1840 OUO Mk. bereitzustellen fein wird. Es kommt bann noch eine Nachforderung für Vermehrung der Betriebsmittel aus dem Sagte 1905 mit 93 749 Ml., ein Mehrbetrag für Aufstellung von Ausfahrsignalen auf den Kreuzungs- und UeberhoiungSslationen der eingleisigen Haupt- bahnen Mainz-ArnSheim, Darmstadt-Wiebels- dach, Ederbach-Hanau, Worms-Bensheim und Mannheim (N. B.)-Waldhof mit 14 000 Mk. und endlich 36 000 Mark Mehrkosten für Erweiterung des Bahnhofs Stockheim Meßen-Gelnhausen) in Betracht, zusammen also 8 849 750 Mk., die durch eine Anleihe Deckung finden müssen, ebenso wie 5 788130 Mk. für andere außerordentliche Staatsbedürjnisse.

MiclLentscyädigung Tür die it:un?juöi;imng.n den ortsüblichen Mietpreisen enisorcchend zu normieren und das Mehr der Staats­kasse zu gute kommen zu lassen, hat man eine Vorlage über Ge­währung sog. Wohm'ngSgeldzuschune gebracht, die das Staats­budget um eine Summe von 700000 M k. belasten. Dabei sind die Zuschüsse prozentual zum Höchstgehalt vorgesehen und den Beamten in größeren Städten sollen höhere Zuschüsse gewährt werben, als denen aus dem Lande. Die Bevorzugung der Beamten in den Städten den übrigen Beamten gegenüber, hat naturgemäß lebhaften Widerspruch heroorgerufen und dies mit Recht. Wenn man bedenkt, welche Vorteile und Annehmlichkeiten die Beamten auf dem Lande entbehren müssen und dabei noch in Betracht zieht den Mebraufwand für cie Ausbildung der Kinder, so kann man kaum verstehen, warum hier ein Unterschied zwisckfen Beamten in der Stadt nno auf dem Lande gemuckst werden konnte. Tie WohnungSgeldzuschüsse kämen nicht den unteren uni) mitt­leren, sondern vorzugsweise den an und für sich fchon gut be­zahlten höheren Beamten zu gut und das Staatsbudget zugrunde gelegt, würden entfallen: etwa 390 000 Mk. auf die höheren Beamten, etwa 220 000 Mk. auf die mittleren Beamten und etwa 90 000 Mk. auf die unteren Beamten.

Es erscheint geradezu unvcrstänolich, daß man die höheren Beamten aufbefierit will, daß aber den Petitionen der kleinen und mittleren Beamten, welche seit Jayrcn eingereicht worden sind, in keiner Weise entsprochen wird. Bezügliche Gesuche wurden stets abgelchnt und die Ablehnung damit begründet, daß sonst eiy Durchlöcherung des Beamtenbesoldungsgesetzes cintrctcn würde. Nicht immer so geschah es, wenn es sich um höhere Beamten handelt, bei diesen wurden Härten und Lücken beseitigt, auch wenn hierdurch ö.i? Beamtenbesoldungsgesetz alteriert wurde. Vergleicht man die Gehaltssätze der Hess. Beamten mit denen anderer Bundesstaaten, so findet man, daß in Hessen die höheren Beamten besser, aber die unteren und mitt­leren durchsamlltlich schlechter bezahlt wurden. Grade die Heinen und mutieren Beamten aber sind es, die durch die gegen­wärtigen Teuerungsverhältnisse besonders bedrückt werden und trotzdem finden ihre berechtigten Klagen kein Gehör, sondern man sucht sie durch einen sng. Wohnungsgeldzuschuß zu befriedigen. Anders verhält es sich hiermit in umerem Nackstiarstaat Preußen; hier zeigt eine zur Verhandlung stehende Regierungsvorlage, daß man den Wünschen der unteren und mittleren Beamten ent­sprechen will.

Zurzeit hört man ja häufig seitens der politischen Redner bet den ReichstagSwahlen, daß den kleinen und mittleren Beamten geholfen werden muffe, und alle versprechen ihr möglichstes zu tun, um der durch die Erhöhung der Preise sämtlicher Lebens­bedürfnisse cingetrctenen Notlage der ininberbesoldeten Beamten zu begegnen und da diese Herren zum Teil auch im hessischen Landtage mitjureben haben, so hoffen wir, daß sie ihr Versprechen wahr machen. Nickst die Wohnnngsgeldzuschüsse könnten befrist digende Verhältnisse schaffen, sonoern nur einzig und allein eine

Gießen, den 22. Januar 1907.

KaiserSgeburtstagSfeicr in den hessischen Schulen. DaS Großh. Mimsicrium des Innern, Abteilung mr Schulangelegenhellcu, hat bestimmt, daß in diesem Jahre der auf einen Sonntag fallende Geburtstag des Kaisers in den Schulen durch eine geeignete Vorfeier am 2 6. Januar begangen werden fall. Ebenso ist auch m Zukunft immer dann zu verfahren, wenn der gleiche Fall eintritt.

Ter .Verein für Sterdeunterstützung zu Gießen" hielt am Sonntag feine erfte Generaloer- i a mm hing ab. Dem Geschäfts- und Kassenbericht entnehmen iuir, daß der Verem seine Tätigkeit am 1. März 1906 mit 1439 Mitgliedern begann, bis Ende Dezember traten dazu 43 Mitglieder, es schieden auö: durch Wegzug 14 und durch Ableben 13; sodaß der Verein mit 1455 Mitgliedern m das neue Geschäftsjahr tritt. An die Hinterbliebenen der 13 ver­storbenen Mitglieder wurden je 270 Mf., im ganzen 3510 "Mark, als Sterdeunterstützung gezahlt. Dem (verzinslich an­gelegten) Veremsvermögen konnten 477.69 Mk. zugefuhrt werden, und cS beträgt jetzt 7811.33 Mk. Bet dem geringen Beitrag, den der Verein nur bei einem eintretenden Sterbe» fall erhebt, ein erfreuliches Refultat. Die Sterbeunterstützung bleibt die gleiche wie im Vorjahre (270 Mk.); Vorstand und AufsichlSrat wurden fast einstimmig wiedergewählt.

Maskenball. Am Sonntag abend hielt der Maschinenbauer-Gesangverein im Cafö Leib seinen diesjährigen Maskenball ab. Eine große Zahl zum Teil sehr hübscher Masken hatte sich eingefunden, fodaß der Saal von diesen und der tanzenden nicht maskierten Jugend und den Zuschauern geradezu überfüllt war. Für Unterhaltung war reichlich gesorgt. Eine Schießbude halte im Vorsaal und em Karrussel auf der Bühne Platz gefunden. Tie be.öen Gruppenausfühiungen fanden großen Beifall, nckmenllich mußte die aus 24 Paaren bestehende erste Gruppe auf viel­seitigen Wunsch wiederholt getanzt werden. Ter Ball derlief in schönster Weise und erst am frühen ÜJiorgen leerte sich der Saal.

-In der Sitzung der hessischen Anwalts- kammer, die am Samstag in Darmstadt stattfand und über die telegraphisch kurz berichtet wurde, erstattete Justizrat Fuld-Mainz em ausführliches Referat über die Lage der 'A n w a 1 t s g e h ü l f e n. Seine Ausführungen gipfelten in oem Vorschlag, auch für die Gchülfen eine vollständige Sonntags­ruhe emzuführcu (außer in dringenden Fällen), ferner einen jährlichen Erholungsurlaub von mindestens 8 Tagen zu ge­währen und das Lehrlingsivesen durch Einführung lokaler Fachschulen zu gewähren. Ferner befürwortete er die Unter- itüljung lokaler Gehülfen-Hülfskassen. Bezüglich der weiteren Forderungen der Gehülfen kam er zu einem ablehnenden Standpunkt, fo bezügl. der Forderung, weibliche Hüstskräfte nicht anzustelleu, und der Einführung emes MmimallohneS und eines Tarifvertrages. Ter zweite Referent, Rechtsanwalt Grünewald-Gteßen, schloß sich diesen Vorschlägen an» E-

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Äiauti^vu loutmt wegen seines im Verhältnis zu unseren großen afrikanischen Kolonien kleinen Flächenu»Halts ald Sieh. IrwgSaebici nicht in 8mad)L Kiautschou soll vielmehr für un­seren Handel im Osten Äi.eui einen Stapelplatz und die Eing^ngiS- Porte ui bo4 Vinter rund bilden. Für unsere Handels und Kriegsmarine gibt cS einen wichtigen Stützpunkt ab, wo bie dajilje, unabhängig von rioalisicrenven Nationen, docken, sonstige Reparaturen vornehmen, Proviant und vor allem neue Kohlen aiincbmen könneii. Diese an die Besitzergreifung geknilpitn. Hofs, nungeii haben sich biS letzt aufs beste erfüllt Währ end ixx ge- fr.mie Handel der westeuro^auchen Nationen unter dem D-ruck l r Konkurrenz Japans in Ostasien zurückgeaangen ist, hat sich in riiferem Schutzgeotet der Handel in erfreulichem Matze aufsteigend tiitrouiclL Der Wert der Einfuhr in das Hinterland, die Bedürf, miie der Kolonie selbst also auSgeiwmmen, oezifserte sich nach der genauen Statistik des ScezollamtS für daS Jahr 1905 auf etiva 65 Millionen Mark. DaS icßtabgelaufene dürste noch eine erhebliche Steigerung auswrijen. Von größter Bedeutung für unseren Handel ist urSbeio.were das Hintenand der Kolonie, Die dfinej. Provinz Schantung, welche laut ixr ^.Vertragsbedingungen mit tt.stna als alleiniges deutsches Jnterefsengebiet gesichert und so unterem deutschen Handel ausschließlich Vorbehalten ist.

B.soiiders wichtig hat sich für die Erichtteßmig des Landels mit dem Hinterland die neuangefegte Bichmime, die eine Läng: von 450 Km. besitzt, erwiesen. Sie ermöglicht insbeso.chere die richtige Ausbeutung der reichen Kvhlenfeider im Innern des Schutzgebietes. Die KohLe ist von einer vorzüglichen Qualität und insbesondere zur Feuerung tn den modernen SchissKkesseln geeignet. Während map früher allein auj die teure aus Eng. land oerfraaitete Schisiskoh.e, die, wie wir schon in unserer letzten Notiz erwähiiten, fich auf 54 ?Nark pro Tonne stellte, an­gewiesen war, können unsere Schiffe jetzt unabhängig von dem mehr oder minder guten Willen Der englischen Hasenbehörden ,lyren Bedarf nun aus unseren chinesischen Gruben decken, wobei die Tonne nur aus 25 Mk. zu stehen kommt. Durch die Bahri- linie ist der Handel von seiner sr.iheren Richtung nach Tschisu nach unserer Äuionie abgelenti worden. .

Auch die Personenbe.öcderung auf der ermähnten Bahnlinie ist eine recht erhebliche, insbesondere wird die Bahn auch gern von der einheimischen Bevölkerung benutzt, lleberhaupt hat sich die letztere dank entsprechender zweckmäßiger Behandlung bald an das deutsche Regiment gewöhnt unb finben sich wohl darunter. Unruhen brr eingejestenen Vevösterung find ui unsrem Schutzgebiet iwch nicht vorgekommen. Strenge Gerechtigkeit in Aerbuidang mit der entsprechenden Machtentfaltung haben der deutschen Regierung bei den ttinge,efsenen bald das richtige Antthen verschafft. Gern macht sich der Glyinefe die von uns eingefuhrten ißerbeiicrungen und unsere Kultur zu nutze, die Bcleoung deS Verkehrs und Handels bringt ihm erwünschten Arbeitsverdienst.

Das Klima ist als ein gesundes zu bezeichnen. In der ersten Zeit nach der Besetzung des Geviers kamen ocrichledenllich Tvphussalle vor. Seitdem aoer durch eine GeoirgSioasierleitung iür einwandfreies Trinkwasser gesorgt ist, ist auch diese Krankhest erloschen. Tie Aufforstung der von den Chine,en kahl gefcklagenen Berge trägt weiter zu einer Verbesserung der kltmottichen Verhält- E^T^te^ deutsch« Bevöfkernng findet als Kaufleute und Han!> werter ihr gutes Fortkommen. Eine Gouvernementsiaiule, nach dem Plan eines deutfchen Reformgymnasiums eingerichtet, forgt dafür, daß die Eltern ihre Kinder nicht zur Erziehung nach Deutschland zu schicken und sich jahrelang von thiien zu trennen brauchen. ~ .

Für gesellige Unterhaltung sorgen Klubs und im Sommer der vielbesuchte Badestrand, an dem sich dann ein regelrechtes Bade- leben entwickelt. Eine deutsche Zeitung erfreut sich emes großen Üeierheiied. Schließlich sei noch erwähnt, daß in letzter Zell auch eine Brauerei gegrünbet worden ist, welche bajur sorgt, daß unsere Landsleute draußen bei einem itach ^trnifcher AN pebrauten Natz Die deutsche Gemüttichkeit Pflegen tonnen.

Gegen plötzliche Ueberrumpelungen, sei es Boxer, let t8 durch einen anderen politisckzen Gegner, ist Klautsazou^ durch Lüsten- und Binneniorls gesichert. Ein Ausbau iu einem Anegd» bijen nach Art des russtschen Port ANhur ist nicht beabfichtigt. tie Stärke der Verteidigung liegt in unserer flotte uno einer zeschiuten Lellung un.erer auswärtigen Politik. Die Korikurrenz des aufüreb^noen Japan d.irste v^r..iuttich von allen ui Litauen banbel treiocnDen europäiichen Nationen, insbesondere England, bald gleich drückend empiunden werden, auch können ine -s>ei> tinigtcn Staaten von 9iorbamerifa der ungemesienen Ausdehnung jiipaniiajen Ginslusies nicht gleichgültig gegenüberstehen.

Redner ,chloß mit dem Wuniche, bau das Interesse des deunchen tiplfes an unseren Kolonien nicht erkalten möge und dag es, Denn ihrenthalbiui em Appell an fernen oateriändilchen Sum pmcijtct werde, es solchen verstehen unb dies auch durch die Tai um Ausdruck bringen möge

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Tie zahlreichen Zuhörer spendnen dem Redner sür seinen form­vollendeten. emaehenden und objeEtio gehaltenen Vortrag leb- hasten Beifall. Kannte doch auch Nicht leicht ein berufenerer Redner über dis VortragSthcma gefunden werden, als Herr Kontre- Admiral Rosendahl als erst'-r und langjähriger Gouverneur dieieS unsere- jüngsten Schvtzg^b.ete,. Jedenfalls wurde durch den Borttag gezeigt, drß d"4 deutsche Volk sehr wohl kolonisatorische Jühigkciten besitzt und R-ß üci entsprecheridem jielberouüren Ein» ja6 von kausmünnischem Unternehmungsgeist, bei gerechter Be­handlung und Leitung der (eingeborenen und bei genügender ansänglicher pekuniärer Unterstützung seitens des Mutterlandes, sowie gcnügaibcr Machtentfaltung die Erfolge auch in den anderen unserer jtotonien nicht ausbleiben werden.

Mit einem Hinweis des Vorsitzenden auf den Zusammenhang zwischen unseren Kolonien und unserer Flotte und Der Ziele des FlottenoereinS, rascherer Ausbau unserer Flotte unb Ersatz der älteien nicht mehr vollwertigen Liitienschisse durch solche modernsten Typs im Rahnicn unicreS Flotteiivaugesetzes zwecks bei lerer Sicherstellung unserer Küsten, unseres Handels und unserer Kolonien wurde die anregend verlaufene Berfammlung gefchlossen.

Wir können unS im Anschluß an diese Schilderung nicht versagen, mit einigen Worten auf eine SLotiz derKölnischen Volkszeitung" in ihrer letzten SamStagsnummer ^urüdjutommen. US wird darin, ohne auf eine Schilderung des lonstigen eigent­lichen Inhalts des obenerwähnten Vortrags emzugehen, nur dcr Schlußappell beS Herrn srontre-Admirais Rosendahl an daS national gesinnte deutsche Volk ecwähill unb daran folgende Be­trachtung geknupst:Also wieder einmal der unpolitische Verein, ber Politik trewt! Der Flottenverein wird allrnahuch zu einem viereaigen KreiS; darum heraus aus dem Flottenverein!"

Dcr Flottenverein, der die Weckung unb Förderung des Interesses unb VerständniiseS aller Vollsschichten jur bie Aus. gaben ber Kriegsflotte, für die Bedeutung unseres übeneriidjen Vanbels und Verkehr» sur unier gesamtes wirtichajtllches Leben und die Wel.maü.tl.ellung des deutschen RcicheS uc^meat, Hal, wenn er auch ausgeipcocheiierniaßen lerne P^rceipotittt beioigt, nie geleugnet, batz et em nationaler Verem fcin.roill, unb ebenio ist unbestritten, baß er nur bann {eine Zwecke erfüllen kann, wenn er «ich auch alS solcher betätigt.

Daß Ue ^U>ln. )ßolts0ig." bieie letztere Haltung ihm zum Vorwurs gemocht Hot, bas sei hier -um Frommen aller Leser jcftgelegt!

Am vergangenen Mittwoch abend sand im Saale des Hotels Großherzog von Hessen" hier der von uns seinerzeit ange- ninbigte Vortrag des Kontre-Admirals z. D. Rosendahl über «Das deutsche K i a u t s ch o u un1 ' - - - -u - --1 für Deutschland- Stellung i _ auch in unserer letzten Samötagsnummer kur; geftrcift Riben, statt. In Ergänzung dieser unserer istotiz sei über den Verlauf des Abends noch das folgend' erwähnt. Nach einer einleitenden An- spräche deS 1. VoriitzendLN der KreiSgruppe, AmtSgerichtsrats Funk, ergriff Admiral Rosendahl bad Wort zum «igent- lieben BorttagSgegenstand.

Rach einem kurzen Rückblick auf die Grunde und näheren Umstande, locldfe zur dcufichen Besitzergreifung dieses Schu^. gebieteS einst führten, schilderte der Redner, wie durch deutschen Fleiß mid bcutidjc Tutkrajt unb ben einstigen schmutzigen Ch.nesen dort eine schmucte Stadt geschaffen worben ist, bie sich aller Er- rungenjchasten ber Neuzeit enreut. Breite, mit Alleen bepflanzt: Straßen diirchztehen bie einzelnen Stadtviertel, die von vorn, herein nach ihrem künftigen Benutzungszweck alS Geschäfts-, Fabrik-, Villenviertel eingeteilt sind. Für die chinesische Be­völkerung ist em besondeceS Viertel vorgescl-en. Mobern: Hasen- anlugen, in denen bie tiefgehendsten Seeschiffe AufnalM.' finden können, sind gc,chas^n, große Warenlager und Läden, elegante Hotels uiid iioedmäBig eingerichtete Wohnhäuser umsäumen die Straßen. Tie Stabt ist mit allen Errungenjchasten der Neuzeit, wie Wasserleitung, elettrischeS Licht unb Kanalisation versehen. Interessant war inSbennibere die Schilderung, wie das Gouverne­ment bei der Latidocrtellung vorging. Das Gelüiide wurde nicht, wie daS leider aiiderwäns der Fall war, der Spekulation von Terraingesellschasttn preiögegeben, sondern es wurbe^nach einem System, bau vom Gouvernement nach Anhörung von Theoretikern, so RS modernen Bodcnresormcr» Damaschke, nach Einteilung in kleinere Quartiere zcttioeiie önentlidjen Vorst:ig rangen aus­gesetzt, fodaß auch klcmere, weniger topttalkräitige Leute don Boden enrchen konnten. Nach einem Zeitraum von 30 Jahren nach Dem eisten Eriverb sinbet eine Abichayuna bet Grunbiiude stan unb eS ist bann y» des MehrwectS Des LanbeS gegenüber Dem urfprünglichen Evoerbspreis an die Regierung nacv-u- zahlen. So wird die durch bie Enttoicklung de- GerneinweseitS d.lvorgerafcne W^-nsteigerung deS BobcnS wieder der Allgerncin-

ft für Dauolicbt ort gcmchi.

Mi 7, lS i)iiiöd)rii u.Eraß iöloebner, Plollmaßr lill. n m iludje u. haut " lut eine, jivti un: l« sowie ctuut L: 16 gesuchf duich |Ott ibetaer, Leucisiv.'.' luimadchco nunOeu uiurgenS et1 mtfuitet»2itüBt 11 re ^ßaidjfrau i6._Selteioiuefl lL_r oriigen Gintritt luti gmkaulttn fmiulie. |ti I. Schulhof, en uui) Pelitateffe

burchgreijende Revision des Desolbungsgesetzes.

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