Ausgabe 
3.6.1907 Erstes Blatt
 
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Zur Aufklärung.

Auf die umfangreichen Auslassungen des Herrn I. Pfeffer in Nr. 124 (be5 Gießener Anzeigers vom 30. Mai d. Js. erwidere ich das Folgende:

1. In dem Angebot der Firma Schuckert von 11. Mai 1903 betr. die elektrische Anlage der hiesigen Hauptsynagoge waren verlangt:

a) für die Schalt- u. Leitungsanlage von 95 Glühlampen Mk. 509.57 b) für einen elektrischen Orgelantrieb nebst Zuleitung Mk. 578.80 c) für die Beleuchtungskörper und Aeuderung der vor­

handenen Lüstres Mk. 1220.

in Summa Mk. 2308.37

Eine Vergebung des Objektes erfolgte erst, nachdem aus meinen Antrag eine öffentliche Ausschreibung stattgefunden hatte, im August 1905. Um diese Zeit wurde der Firma Schuckert die Installation der Schalt- und Leitungsanlagc für 145 Glühlampen zum Preise von Mk. 1069.37 übertragen und zwar auf Grund der von dieser Finna auch nach der öffentlichen Ausschreibung aufrecht­erhaltenen oben erwähnten Offerte vom Mai 1903. Hierbei ist zu beachten, daß von der Einführung des elektrischen Orgelantriebes überhaupt Abstand ge­nommen und die Lieferung der Beleuchtungskörper sowie die Aenderung der vor­handenen Lüstres zum Betrage von Mk. 1653 einer Spezialfirma übertragen wurde. Vergleicht man also nach Ausscheidung der Positionen für den Orgelantrieb und die Beleuchtungskörper die von Schuckert verlangten Beträge für Installation von 95 Glühlampen von Mk. 509.57 im Jahre 1903

bezw. 145 1069.37 1905

so kann von einer durch die öffentliche Ausschreibung erzielten Ersparnis keine Rede fein. Es bleibt also das Geheimnis des Herrn Pfeffer, in welcher Weise bei einem so kleinen Objektdie Gemeinde tatsächlich um Mk. 1500. ge­schädigt worden wäre, falls man das Schuckert'sche Angebot vom Mai 1903 von vorne herein aceeptiert hätte".

2. Ich habe mich mit Rücksicht auf die Stellung meines Sohnes bei der Firma Schuckert bei der Beschlußfassung über die ftagliche Angelegenheit der Ab­stimmung enthalten.

3. Wenn ich seiner Zeit gegen Herrn Pfeffer keine Klage erhoben habe, so geschah dies, weil der Gesamtvorstand in einer Sitzung, an der auch der ver­storbene Herr Rothschild teilnahm, mein Verhalten als durchaus korrekt an­erkannt hat.

Sollte nach dieser Aufklärung, von deren Richtigkeit sich jedermann durch Einblick in die Akten und Protokollbücher überzeugen fcrnn, Herr Pfeffer immer noch der Ansicht sein, ich sei meiner Sache nicht sicher, so soll er den gegen mich erhobenen Vorwurf nicht umwunden und versteckt, sondern frank und frei aussprechen. Dann wird ihm, da er sich dann nicht mehr auf den Schutz der Wahrung berechtigter Interessen berufen kann, die gebührende gerichtliche Zurecht­weisung zu teil werden.

Auf die übrigen, wenig geschmackvollen Aeußerungen des Herrn Pfeffer einzugehen, habe ich keine Veranlassung. 3704

Gießen (Nordanlage 13), den 2. Zuni 1907.

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Gießen, den 31. Mai 1907. .

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Die ordentliche Generalversammlung findet

Mittwoch den 5. Juni, 8-/, Uhr abends im Gesellschaftsoerein mit folgender Tagesordnung statt:

1. Kassebericht. t

2. Vorlage und Beratung der neuen Statuten.

3. Vorstandswohl.___

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