Mittwoch 2. Oktober 007
157, Jahrgang
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rt .iL.iou -a persönlich seine „Freude und Anerkennung" aus-
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3um 'Ableben des Großherzogs von Badeu.
^lainau, 18. Okt. Von 10 Uhr vormittags ab war
Das war eine wilde Wirtschaft! Kricgsvolk und Landesplag! Sogar in deinem Herzchen Viel Einquartierung lag.
Wie die ältesten Matronen in backfischartige Verzückung geraten, wie die Veilchcnfresserei en mässe verheerend austritt, wie das süße Gift des Husarendeliriums alles infiziert, wie die weißgewaschenen Damen der ganzen Staat ehrenjungfräulich entflammen, das führen die beiden Autoren leider ganz moserisch, d. h. so geistlos als möglich vor.
Der dramatisierte Liornan hat sein Bestes verloren, die Menschlichkeit. Die Offiziere sind zu Sck)ablonen geworden, Charakterunterschrede mujj man mit der Lupe suchen. Man sieht fast nur Gestalten vom literarischen Werte der „Lustigen Witwe"!
Was dein Schwanke die Gunst des Publikums sichert, ist, daß der deutsche Offizier liebens würdig und soldatisch frisch hin erscheint; nach HartlebkUs „Zvnsenrnontag"
Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen UniversitätS - Buch- und Gtetndruckerei.
R, Lang«. Gießen.
kvSchenUrch. Der ^hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Die „Siebener SamilknMätter“ werden dem rl .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das
„ Kreisblatt für den Kreis Gietzcn" zweimal
Redaktion, Expedition and Druckerei Echul- stratze 7. Expedition unb Vertag i 6L Redaktiorue^ 112. TeU-Adru AntzetgerGießen.
Giefzene^ StcrötLhecrtcV. Husarcnfieber.
lstspiel in 4 Men von Gustav Kadelburg Richard Skowronnek.
h l i g u n g derLeiche des Großherzogs gestattet. . den großen Verkehr nach der Insel zu ermöglichen, kehrten heute den ganzen Tag außer den kursmäßigen sissen noch Extradampser. Für den morgigen Ueber- iniugytag ist seitens der zuständigen Behörde jedoch t Rücksicht auf die Ordnung und Sicherheit des Ver- rs von der Einstellung von Sonderschiffen Abstand ge- nmen worden. In der friedlichen kleinen Schloßkirchc ,t der verewigte Schloßherr ausf dem vor dem Altar ichteten Katafalk, umgeben von einem überaus stim- ngsvollen Schmuck von Palmen, Lorbeerbäumen, Kränzen ) Blumen, die Hände über der Brust gefaltet mit fried- lent, mildem Antlitz, wie das badische Volk im Leben so oft gesehen hat. Bereits auf mehrere Hundert Leist sich die Zahl der Kränze, die auf dem Totenbett )ühl wie am Katafalk niedergelegt wurden. Die Ehren- che am Katafalk hielten am heutigen Tage zwei Haupt-
Tanga, 1. Okt. Staatssekretär Dernburg ist Lei anstrengender Fahrt von Schumannbay zurückgekehrt und empfängt morgen die Abordnung von Pflanzern aus Usambara. Abends fährt der Staatssekretär mit dem Gou- vernemcntsdampfer nach Tangani und Sudani.
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Zweites Blatt
Mrlcheint lüg'ich mit Ausnahme des Sonntags.
unverkennbar von Ladeiburg'schei.i „Geiste" dagegen ist der Scherz von dem Leutnant, der täglich einen Hügel erklimmt, von dem aus man die Eisenbahn sehen kann, die einzige Sehenswürdigkeit von Jackschewo, dem üblexv Undorf, und der brummersangende Kamerad, der auf einer Fliegenklatsche ein bißchen Eskadronchef spielt.
Wir nehmen mit heiliger Entrüstung alle die Verheerungen wahr, die das von Jackschewo erlöste rauhe Volk der Krieger in beii Herzen der Damenwelt der schönen Stadt Kirchhain anrichtct. Erst im 3. We ermannen sich die wackeren Väter der dortigen Millronärstöchter zu einem gewaltigen Protest, der darin besteht, daß sie sich zu einem Viermännerskat in Hemdürmein versammeln. Aber es genügt, daß eine Uniform am Horizont erscheint, und die Spitzen der zur Garnison erhobenen Stadt stehen stramm im Bratenrock.
„Es blasen die blauen .Husaren und reiten zum Tor hinaus . . Schon der Dichter des „Buches der Lieder" hat die unwiderstehliche, nach andern Begriffen unausstehliche Macht, die der bunte Rock des Husaren aus Frauenherzen, auf junge und alte Gän-, wollte schreiben: Generationen ausübt, an sich selber unliebsam empfunden und vorwurfsvoll schließt er sein Liedchen an die Ge-
Regie: Oberregisseur Hermann Bakof. b Vor Jahren las man in einer Zeitschrift einen NN von Richard Skowronnek, der in einem üblen Neste :euüisch-Polens spielt. Dort langweilen sich die Offiziere jbd ic_> Regiments aufs äußerste. Der Stumpfsinn wird in M '.inkulluren gezüchtet. Vollsaftig aber war die Milieu- livberung, gesund und kraftvoll, lebensecht die Charak- 't cisierung der auf dem elenden Pflaster und in den fast en so elenden Lokalen jenes Jammerortes sich bewegen- n Gestalten. Dieser vielleicht vor einem Jahrzehnt ge- »rieoene Roman kam wohl zufällig in .Herrn Kadelburgs inde, als der königliche Einfall von den Krefelder Tanz- .faren die Runde durch die Presse machte. Flugs mag oamats Herrn Skowronnek, der wie er seit Jahr und ig in Berlin haust, antelephoniert haben: „Proponiere issioüyreiches Kompagniegeschäst. Ihr Roman von Anno undso wird vermosert, in 4 Akte seziert und erhält die inrhusaren Pointe". Und die beiden wurden handelseinig, rdetburg trat aus der alten Firma Blumentbal und roeiburg aus und die neue Firma Kadelburg und Skow- mnek ward gegründet. Sie hat glänzende Geschäfte ge- acht Ihr Ulster dem Namen „Husarenfieber" in den utscken Bühnenhandel gebrachter Artikel sand ungeheuren v]| ir'bmn. Mehr als hundertmal ist er nicht nur in erän sondern auch in Köln u. a. O. verschleißt worden er Kaiser hat sich an seinem letzten Geburtstage den chwank als „Theätre paree" vorsetzen lassen, seinen KUltus- inister een Herrn v. Stuot, dazu befohlen und Harrn ' , . — r l it Sn t-to r fort m f tt rt//
und Deyerleins „Zapfenstreich" erfreut harmwse Gemüter der Anblick munterer, aber ehrenfester Krieger, sieghafter Schwerenöter, die ihren Rock lieben, die ihrem allergnädigsten Kriegsherrn bis auf den letzten Blutstropfen treu ergeben sind, aber außerhalb des Dienstes die Loweni- des Ballsaals mimen.
So hat denn auch bei uns „Husarenfieber" viele Herzen — sagt man nicht „Herzen"? — erobert, obwohl der unmittelbare Reiz der kaiserlichen Anekdote, der allerhöchste Tanzhnsarenwitz, die wichtigste Voraussetzung für die Wirkung des Stückleins, heute verblichen ist. Man lachte/ jauchzte, quiekte, prustete vor Vergnügen; der beste BeweiA dafür, was das Publikum in seiner Mehrzahl im Theater' verlangt....
Daß es in diesem Stücke dankbare Rollen für ein dankbares Publikum gibt, ist selbstverständlich. Unb sie fanden unter der tüchtigen Regie Bakofs bei flottem Tempo recht wirksame Darstellung. Bakof führte nicht nur das Kommando hinter den Kulissen und auf der Bühne, sondern auch im Stücke. In der Rolle des Obersten zeigte er brillanten Schneid und kavaliermäßige 9ioblesse. Von bezwingend munterer Laune war Goll als Leutnant von Brentendorpf. Ueverhaupt wurde die Masse Offiziere, feine Kleinigkeit, durchweg recht schneidig dargestellt. Vor den anderen verdienen da noch der gewiß talentvolle und feurige, aber der Selbstzucht ermangelnde, sich stets übernehmende und überstürzende Roden, der infolgedessen immer etwas maniriert sich zeigt, und Gsell Anerkenn nung. Warum aber hatte man für den Fähnrich eine Dame genommen? van der Becke spielte den ostpreußischen Burschen mit ganz guter, wenn auch etwas forcierter Naturburschenkomik und sand sich auch mit dem Dialekt leidlich ab. Von den Repräsentanten des Bürgertums- war der Kommerzienrat Sch in i d t-P a u l Y s eine ganz sympathische, freundlich annehmbare Figur von gefälligen Manieren. Reimer-Schlegel übertraf sich als markanter Charakteristiker in der Rolle des galligen 9iippes, „Margarine en gros" und Kratzbürste, beinahe selbst und trug durch seine drastische Komik und seinen saftigen Humor wieder viel zu dem starken Lacherfolge des Abends bei. Wie ein Marabu, dieser drolligste aus unseres Herrgotts reicher Vogelwelt, stolzierte er, mit grimmiger Ver- schwörermien^ .auf dem Paradefelde; umher,, die HyänL.
‘ Doch dem Schwanke ist von dein saftigen baltischen ü kolarit dos Stowronnekschen Romans leider gar wenig -batten geblieben. Von unverkennbar Skowronnek- ,-r Erfindung ist nur der ewig nörgelnde Gegner des ilttü'-s der Margarinefabrikant Nippes, der verneinende hi des Stückes, der mit einigen nicht üblen Sarkas- n auiwartet, eine Lustspielgestalt, deren Durchführmig der d.aF jonstige Niveau des Stückes hinausgetzt. Ebenso
Marokko.
Casablanca, 30. Sept. (W. B.) Der Nachrichtendienst bestätigt, daß eine bedeutend e Mahal la im Hauptquartier Muley Hafids in Settat lagert. Es scheint sicher, daß sie nicht gegen Casablanca vorrücken wird, und daß die Absichten Muley Hafids friedliche sind. Der französische Gesandte Regnault ließ dem Sultan Abdul Aiis mitteilen, daß er sich nach Rabat begeben werde, sobald die Barre fahrbar sein werde. Infolge der beunruhigenden Nachrichten über die in Oran aus gebrochene Seuche trafen der französische Konsul und die hiesigen Behörden Schutzmaßregeln. Die Rückkehr der Eingeborenen dauert an. Indessen ist der Markt noch immer wenig lebhaft. Die noch nicht unterworfenen Stämme sollen Raubzüge veranstalten und einige Dörfer unbot» mäßiger Stämme sollen sich unterworsen haben.
Deutsches Lerch.
II Magdeburg, 1. Okt. Im Ver ein sür S o z i al- > litik sprach heute Professor Löhning (Halle) über Verfassung und Berwaltungsorganisation :r Städte. Er betonte, unter Beschränkung auf die en gischen Kommunen, daß der Staat sein Aufsichtsrecht .rchaus verständig ausgeübt habe. Das Dreiklassensystem be die Städte nicht verhindert, ihre sozialen Ausgaben erfüllen. Leider sei der soziale Friede noch lange nicht reicht. Die Hauptsache sei aber, daß der soziale Geist 2 ganze städtische Verwaltung beseele.
rrusiand.
Rom, 1. Okt. „Osscrvatvre Rvmany" veröffentlicht eine Note, in der die Behauptung verschiedener Blätter, daß in der Richtung der Beteiligung der italienischen Katholiken aus politischem Gebiete eine Aende- rung ein treten werde, zurückgewiesen und erklärt wird, daß ein Wechsel in der Haltung der italienischen Katholiken hinsichtlich ihrer Beteiligung an den gesetzgeberischen Arbetten nicht ein getreten sei, da nichts geändert sei an den in der Encyklika vom 11. Juni 1905 seftgelegten Anordnungen des Papstes, die streng zu beachten seien.
Paris, 1. Okt. Senator Sollet ist plötzlich gestorben; der „Temps" meldet, Collet habe sich erschossen.
London, 1. Okt. (Reuter.) Keir Hardi, der zurzeit das östliche Bengalen unter dem Beistände der Leiter der Eingeborenenbewegung bereist und überall von den Hindus mit großer Begeisterung ausgenommen wird, erklärte in mehreren Reden, er halte Indien für ebenfo berechtigt zur Selbstverwaltung w i e Kanada und
ite dem Publikum, das überaus zahlreich auf dem sscr- und Landweg zur Insel gekommen war, die Be-
KolonraLkämpse der Niederländer.
Haag, 1. Okt. Die unmittelbar nach der Schlappe des Leutnants de Braconier am Budongbuddng-Fluß in Mandar (Westceleb^s) abgeschickte Strafexpedition hat einer Regierungsdepesche zufolge einen blutigen Kampf mit den Auf ständigen gehabt, wobei die feste Ortschaft Bu- dongbudong am gleichnamigen Flusse erobert wurde. Auf feiten der Niederländer fielen 7 Mann; 14 wurden verwundet. Der Feind verlor 108 Krieger, darunter 11 Häuptlinge. Der Ausgang des Gefechtes hat auf die Eingeborenen einen starken Eindruck gemacht; die ganze ^ei) ö tte» rung h a t sich unterworfen.
Amerikanisch-japattische Freundschaft.
Tokio, 1. Okt. Der amerikanische Kriegssekretär Taft erklärte bei einem Bankette, daß nur eine kleine Wolke sich über die fünfzigjährige Freundschaft Japans und der Vereinigten Staaten geschoben hätte, daß aber das gewaltigste Erdbeben des Jayrhunderts die Freundschaft zwischen beiden Ländern nicht würde erschüttern können. Die San Francisco-Angelegenheit sei auf diplomatischem Wege in ehrenvoller tweife erledigt. Ein Krieg zwischen Japan und den Vereinigten Staaten würde ein Verbrechen gegen die Zivilisation fein. Keines von beiden Völkern wolle einen solchen. Auch würden beide Regierungen jeden Nerv anspanncu, um einen Konflikt zu verhindern. Beide seien in gleicher Weise vom besten Willen gegeneinander beseelt.
werde sein bestes tun, u,nr Indien zu einer Kolonie mit Selbstverwaltung zu machen.
H e l s i n g f o r s, 1. Okt. Die Finanzko mmisfion, an die der finnische Landtag am 11. Sept, die Vorlage über die Bewilligung von 20 Mill. Mark für die militärischen Bedürfnisse des russischen Reiches überwiesen tyitte, sprach sich für d i e Be w i l l i g un g aus.
Petersburg, 1. Okt. Das M N i t ä r g e r i ch t ver> urteilte acht Arbeiter von der Narwischen Flachsspinnerei, wegen Ermorduiw des Fabrikdirektors Otw Pelzer zum Tode durch den S t r a n g.
Sewastopol, 1. Ott. Im Hafen ist die Ruhe wieder hergestellt. Die Teilnehmer an der Meuterei wurden vor das Feldgericht gejteilt. Drei Meuterer vom Brest-Regiment wurden hingerichtet. Auf dem Panzerschiff Seinop ist die Mannschaft ruhig. Die Sradt durchziehen' Patrouillen. In den Stufen und den Bahnhof wird niemand ohne Erlaubnis hineingelasseri.
Newyork, 1. Ort. Aus Canada wird gemeldet, daß japanische Fischer aus den Schelikowinseln gelandet sind und zahlreiches den Einwohnern gehöriges Vieh entführt haben.
011 a w a, 1. Okt. Die MitglieperderAro^iter- s y n d i k a t e der verschiedenen kanadischen Städte haben Vereine gebildet zu dem Zwecke, Propaganda für die Ausweisung aller Asiaten zu macyen, sowie für ein Verbot der Lanoung von Orientalen.
Newyork, 1. Ott. John D. Rockefeller hat, wie aus Eleveland (Ohio) gcmcloet wird, dort geäußert, die V e r f o l gun g 0 e r Trusts fei die,Folge hysterischer Erregung. Die meisten Korporationen würden in onrchaus ehrlicher Weise geleitet Es werde nicht lange dauern, daß sie die Spartassen der arbeitenden Klasjen werden. Die natürliche Entwickelung des Trustwesens sei nicht aufzuhalten.
29. Generalversammlung des Evaugelischeu Bundes.
O. B. Worms, 30. Sept.
Am heutigen Vormittag setzte die Generalversammlung des evangelischen Bundes ihre Beratungen in mehreren nichtöfsent- lichen Setzungen fort. Um V22 Uhr fand in den „12 Aposteln" das gemeinsame Mittagsmahl statt, an das sich die 1. Mitgliederversammlung anschloß. Zunächst gab dort der Bundesdirektor Reichstagsabg. Lie. E v e r l i n g den Jahresuberblick. Ter Redner führte u. a. aus: Seit unserer letzten Tagung in Graudenz haben wir Aufregendes^ und Ersieuliches erlebt. Damals der Ultramontanismus auf der Höhe seiner Macht, das Zentrmn sich rüstend, aus dem Zentrumsturm herauszugehen, unt Schleppenträger ultramontaner Ansprüche in anderen Konsessionen und Fraktionen zu beftellen. Heute auf dem Präsidentenstuh^ des Reichstags kein Zentrumsmann, das Bollwerk gegen dem Umsturz als Rettungsanstalt von 12 Mandaten der Umsturz- Partei erfunden, und im Reichsparlament eine Mehrheit von Konservativen und Liberalen, die in nationalen Fragen nicht versagt. Als Fraktion hat das Zentrum die Wahlschlacht nicht verloren und doch hat cs eine Niederlage erlitten.
Heber diese bedeutsame Wendung freuen wir uns aus natio-« neilen Gründen, weil dadurch viel Verbitterung und Reichsver- drossenheit zurückgedämmt wurde und auch aus protestantischen^ Empfinden, weil die klerikale Minderheits herrsch ast das größte, Hemmnis auf dem Wege zu einem ftiedlichen Zusammenwirkender Konfessionen ist. Freilich, die Gefahr der ultramontanen Vorherrschaft ist nur gebannt, nicht überwunden. Ter Ultramontanismus denkt nicht an Abrüstung. Deshalb können auch wir dem Protestantismus heute feine Abrüstungsvorlage vorlegen. 9hn ein entschlossener Geisteskeimpf, der nicht wehrlos; und ehrlos des Volkes höchste Güter preisgeben will, kann die Herrschaft des Klerikalismus dauernd zurückdrängen. Auf jener Seite finden wir den Willen zur Tat. ,Wche, wenn bei uns die Sehnsucht nach Schlaf sich wieder einstellt. Trüben wül man mit kleinlichen Mitteln wieder Einfluß gewinnen, dem Eintrachtswerk des politischen Blocks wird eine unermüdliche Zwietrachtssaat entgegengesetzt. Man gebraucht auch unwürdige Mittel: Eine Kaiserrede in Nttmster wird als Zentrunisprogramm hingestellt und als Zeichen des Widerspruchs zwischen dem „Block" des Kanzlers und dem „Granitblock" des Kaisers benutzt. Dem-
< te und zwei Soldaten des 114. Infanterieregiments, i iie zlvei Kammerherren. Heute abend 6 Uhr fand Gottes- nst in der Schloßkirche statt, den Geheimrat Hclbing ■0) sielt. Ihm wohnten bei Großherzogin Luise, der Groß- zog und die Großherzogin Hilda, das Kronprinzenpaar >n Schweden, Prinz und Prinzessin Max von Baden der Hofstaat.
• Berlin, 1. Okt. Das g e s am t e P r äs id ium d e s ^:ichstages wird sich in Begleitung des Direktors ngheim zu den Beisetzungsseierlichkeiten nach Karlsruhe
513 zeven.
, — Der Besuch des KaiserpaaresinCadinen,
MN: im Anschlüsse an den Romintener Aufenthalt geplant W: _r, ist infolge des Ablebens des Großherzogs von 'z. den definitiv aufgegeben worden. Der Kaiser und W e Kaiserin werden mit der Prinzessin-Tochter voraussicht- ) am nächsten Samstag Rominten verlassen und ohne lerbrechnng die Rückreise nach Berlin antreten.
? Mannheim, 1. Okt. Der zweite Vizepräsident der ^«bischen Kammer, der sozialdemokratische Abg. Geck, rd von der nationalliberalen Parteipresse heftig ange- iffen, weil er das Beileidstelegramm des Präsidiums
* den Großherzog nicht unterzeichnet hatte. Es wird n vorgeworsen, daß er bei der Uebernahme der Stelle rsprochen habe, „sich in taktvoller Weise mit seinen präsentationspslichten abzufinden". Das Versprechen fciöe er gebrochen und sich und seine Partei durch diese ‘to nütze Demonstration brüskiert. — Der Stadt rat von risruhe hat Schritte wegen Aufstellung eines Denkmals, für den verstorbenen Großherzog unter» e° nnnen.
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