Ausgabe 
2.5.1907 Erstes Blatt
 
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95.55 I Elektriz. Lahmeyer

. 122.80

Obeischles. Eisen-Lidustrie 113.00

. . 142.40

Tiirkenlose . .

. 98.25

kann:

230.20

Berliner Börse, 2. Mai. Anfangskurse.

132.70

228.80

78.70

144.90

Elektriz. Schackert . . . Esehweiler Berg-werk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket?.

Bisen Lahn .

Gotthard bahn . . .

Lombard. Eisenbahn . Uesterr. Staatsoahn . . Prince-Heuri-Eisenbahu

Harpeuer Bergwerk Laorahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose .

Berliner Handelsges Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktieu . . . Baltimore- und Ohio

. 24.25 . 148.80 . 140.ÖQ

Harpener Bergwerk Laurabütte . . . Nordd. Lloyd .

32°/. 32 32°/« 32 32°/, 32°/.

Canada E. B.....

Darmstädter Bank . .

Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. .

Dresdner Bank . . .

Tendenz: schwächer

Reichsanleihe do.

Konsols do.

Hessen Oberhessen

. . 156.75 182.80

. . 228.30

. . 171.75

. . 172.90 . . 144.75, . . 208.30

50.50

86.25

. 65.00

. 97.10

42 tiriech. Mouopol-Aul.

4-6 äussere Argentinier

3°/0 Mexikaner

42°/, Chinesen . . .

Aktien:

Bochum Guss ....

Buderus E. W

Tendenz: schwächer.

der Leser eine Vorstellung von dessen Wirkung machen Wir Haben nicht zum Beten Zeit,

des Fürsten zu Solms-Braunfels. .

Marburg, 1. Mai. Tie studentische Maifcrer nahm nucl) diesmal wieder den üblichen Verlauf. In allen studentischen Vercinshäusern sanden Musiklneipen statt, um 12 Uhr wurden die umliegenden Höhen bengalisch beleuchtet und überall das Mailied gesungen. Die H e s s o - N a s s o r e n hielten ihre Maifeier in hergebrachter Weise um 12 Uhr auf dem Markt- platz ab. Eine große Menschenmenge wohnte dem Akt bei. Das fröhliche Treiben dauerte bis lange nach Mitternacht.

? '.l u y dem Ebsdorfer Gru ndc, 30. April. Eine mysteriöse Geschichte halt zurzeit die Gemüter in Ebsdorf im Kreise Marburg in Aufregung. Vor etwa 8 Tagen fand man unter einem Weidenstrauch im Wiesental die Leiche der 17jährigen Tochter eines Landwirts, die vermutlich über die zu erwartenden Folgen eines Fehltritts her den Tod gesucht. Vor einigen Tagen verschwand nun auch plötzlich ein junger verheirateter Land w i r t und heute früh fano man dessen Leiche im Walde bei Bortshauseu au einem Baum hängen. Ob die beiden Selbstmorde miteinander in Zusammenhang stehen, weiß man nicht.

** Frankenberg (Kurtzessen), 1. Mai. Der Schreiner- gcseUe Wilhelm Fatk in er von Oberholzhausen I)at am Donnerstag, 25. -)lpril, vormittags bei Schreinermeister Sommer in Frankenberg seine Arbeitunbemerktver­lassen und geht wahrscheinlich irrend umher. Mle Nach­forschungen blieben bis jetzt erfolglos. (Nach Aussage soll er in B.-Brmghauscn gesehen woroen sein.) Sein Alter ist 19 Jahre, er hat mittlere Größe, ist bekleidet mit einem hellen Arbeitskittel und blauer Schreinerschürze, ohne Kopf­bedeckung, seine Haare sind blond.

** kleine f.< i i t r 11 n n fl c n aus Hessen und den Nachbarstaat er. Am vergangenen Sonntag trug man in Schotten das älteste Gemeindcrats- und Lrtsgerichts-Mitglied, Georg 3 e u n g e ä , zu Grabe. Er erreichte das Alter von 76 Fahren. In ft och-Weisel wurde bei der Beigeordnetm- stichwabt Ävnr. Dämon II. mit 77 Stimmen gewählt. Konrad Phil. Diehl erhicu <0 Stimmen. In B a d Nauhei nt be­absichtigen eine Anzahl Damen, der dortigen Feuerwehr ein Banner zu stiften.

D6/19

4% Uesterr. Goldrente. . 4l/,% Oesterr. Silbenente 4?6 Ungar. Goldreute . .

4?6 Italien. Bente . . .

32 Portugiesen Serie I

32 Portugiesen III 42°:o rnss.Staatsanl. 1903 4>a".n japau. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903

128.IG 113.00 233.00 200.70 135.80 210.30 230.00

vermischter»

' Die rumänische Bauern-Marseillaise. Die Lage der Mehrzahl der rumänischen Bauern, sowie seine Zu­kunft schildert ein Lied des Rumänen Georg Coschlick, das bei der letzten Bauernerhebung überall gesungen wurde. Auf dem Lande wurden mehrere Agitatoren, die dieses Gedicht als Spezialdruck auf Flugblättern unter die Bauern verteilt hatten, verhaftet. Wir geben im folgenden eine Strophe dieses Gedichtes in deutscher Uebertragung wieder, damit sich

. 210.00 . 229.60

. 23.90 . 122.60

. 141.90

Glänzender Erfolg des Bioson hei geistiger Ueberanstrengnng u. Nervosität.

Ta unsere Zeit in eurer Hand. Daß auch wir eine Seele hätten. Habt ihr erkannt.

Verschworen gegen euren Knecht, Gönnt ihr ihm nirgends Schutz noch Recht, Nur Schläge, wenn er klagt, und regt Er sich, ihr ihn in Ketten legt.

Tie Kugel streckt ihn in den Sand, Verlangt er Land."

"Wahre Geschichte. Der .Hansjörg vom Spessart" erzählt: Ein Bauer aus dem unteren Kahlgrund kam kürzlich zu einem Schöllkrippener Doktor. Ein Totenkopf und ein anderer Knochenteil lagen auf einem Schrank. Der Bauer fragte neugierig, was das sei. Der Doktor erklärte es ihm. Damit fertig, zog er einen Vorhang von einer Ecke weg, dahinter stand ein Skelett eines ausgewachsenen Menschen. DaS war ein Mensch, sagte der Doktor.Naa naa mr moant öwer nett, daß 'n Mensch so abmagrn könnt*, sagte der Bauer verwundert. Natürlich wird der Vorfall heute noch sehr belacht.

* Kleine Tages chronik In München ist von einem Wagen, der von der Stadt zur Maffeischen Maschinenfabrik fuhr, eine Kiste mit 28000 Mark Bargeld abhanden ge­kommen und zwar während der Fahrt. In der Nacht wurde das Geld, teils im Englischen Garten vergraben, teils tn einem Hause versteckt gefunden. Zwei junge Burschen, welche die ftiite erbrochen hauen, wurden sestgenommen. Sie behaupteten, die Kiste auf der Straße gefunden zu haben. Tas Pulverdepot des Berg­werks von Fontaine de Roch im östlichen Frankreich, welches 800 Kilogramm schwarzes Pulver und sonstige Sprengstoffe enthielt, flog in bte Luit. Ter Sachschade ist erheblich, ein sonstiger Un­fall ist nicht zu beklagen. Es Handelt sich allem Anschein nach nm einen verbrecherischen Anschlag. Am der Zeche Hageubeck bei Essen wurden 2 Bergleute verschüttet. Einer wurde sofort gelötet, der andere schwer verletzt. Tie Frau eines Stellenbesitzers in Podwils (Kreis Oppeln) hak aus Aerger darüber, daß sich ihr Ehemann, als er von der Kontrollversaminlung nach Hause kam, sich aber bald wieder entsernte, ihrem dreijährigen Söhnchen eine Hand abgehackt.

Kandel.

Gießen, 30. Ap'-il. Die ordentliche Generalver­sammlung der Gewerkschaft Gießener Braunstein- bergwerke norm. Fernie findet voraussichtlich am 13. Mai 1. I. statt. Mit ihr soll eine Besichtigung durch die Gewerke verbunden worden. Der Grubenvorstand hat in seiner in Köln abgehalrenen Sitzung beschlossen, für das 1. Quartal d. I. eine Ausbeute von 100 M k. für jeden Kux zur Verteilung zu bringen. c-

Auch die Bank für Handel und Industrie hier gibt im aniertienteU bekannt, daß sie die neuen 4°/0 Rheinvrovmz-

liniveriitäts-Uacbricbtcn.

Dem Vernehmen nach wurde der außerordentliche Professor an der Münchener Universität, Tr. Georg Vreuß, als außer­ordentlicher Professor für mittlere und neuere Geschichte an die Universität Breslau beru'en.

Die Berliner Medizinische Gcse llschait wählte Ge­heimrat Proi. Tr. Senator mit großer Mehrheit zum ersten Vor­sitzenden als Nach'olqer v. Bergmann's.

Paris. Ter Chirurg Phirier, Professor der Anatomie an der hiesigen medizinischen Fakultät, ist heute infolge von Magenkrebs g c ft o r b c n.

Paris, 29. April. Der jüngst verstorbene Rentner Eommercy vermachte der Pariser Universität 4 Millionen Franks, deren Zinsen insbesondere zu Stipendien für junge Forscher verwendet werden sollen.

Auch zu Beginn des Sommersemesters 1907 ist wieder der 9111g. deutsche U n i v e r s i t ä ts - und Hochschul - K a lende r" im Kommissionsverlage von G. B. Leopolds Unin.- Buchhandl. in Rostock erschienen, hcrausg. vom dortigen Unio.« Sefreiär Otto Schröder. Er gibt nicht nur ein genaues Personal­ergebnis aller deutschen Universitäten und Hochschulen (technische, tierärztliche und landwirtschaftliche Hochschulen, Forstakademien und Bergakademien ; die Kunst- und Musikhochschulen fehlen leider!) sondern enthält auch recht interessante Angaben über die Be­soldungen der Professoren an den einzelnen Universitäten; aller- dings bei den Hochschulen vermißt man Angaben hierüber wieder« holt, auch sind namentlich bei den Hochschulen die Geburtsnotizen lückenhaft. Sehr wertvoll sind ferner die ziemlich erschöpfenden Mitteilungen über Studienkosten, Lehrpläne und PrüfungS« Vorschriften, sowie über das studentische Verbindungswesen. Was man am meisten vermißt, das sind die Vorlesungsverzeichnisse. Jedenfalls aber wird das Büchelchen auch zum neuen Semester zahlreiche Freunde finden.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mit^eteilt von der Bank für Hande) und Industrie, Giessen.

Frankfurter JltÖr*«*. 2. Mai. 1.15 Uhr.

Kugel mittels Operation entfernte. Als seine Entlassh. ' bevor- ' stand, entfernte er sich heimlich unter Mitnahme oci ..,iebener . dem Pflegepersonal bezw. den Patienten gehöriger Kleider. Wegen dieses Diebstahls ist er von der Strafkammer bereits obgcurteilt, während die oben geschilderte Sache dem Schöffengericht über-- wiesen wurde. Inzwischen langte seine Vorstrafliste ein, aus der es sich ergab, daß er rückfällig ist, weshalb das Schöffengericht seine Unzuständigkeit aussprach und die Sache an die Strafkammer verwies. Tic Staatsanwaltschaft nahm Veranlassung, den An­geklagten auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen, zumal er angab, von dem ganzen Vorfall nichts zu wissen, und er selbst den Antrag, unter Berufung auf geistigen Defekt, stellte. Bei der Verhandlung suchte er seine Frau, mit der er im Ehescheidungs- vrozcß lebt und insbesondere seine Schwiegermutter als die Ursache einer Verfehlungen hinzustellen. Diese ließen nichts unversucht, ihm das Leben zu verbittern, weshalb er vielfach int Wirtshaus einen Aerger hinunterschluckte, dessen Folgen dann seine Straf­taten wären. Auch in diesem Falle hätte er Streit mit seiner Frau und seiner Schwiegermutter gehabt, weshalb et sein Heil im Alkohol suchte; wie er nach Gießen gekommen sei, wisse er nicht, ebensowenig wisse er von dem Diebstahl oder auf welche Weise er in den Besitz des Revolvers gelangte, etwas. Der Sachver­ständige stellte fest, daß er von gesunden Eltern stammt und nicht erblich belastet ist. Er hat eine gute Schulbildung und verfügt über ein ausgezeichnetes Talent. Irgendwelche Abnormität war nicht festzustellen und es trat nichts Ausfallendes an ihm hervor. Der Selbstmordversuch läßt sich durch die unglücklichen Familienverhältnisse, die Angetrunkenheit und die Furcht vor der Strafe erklären. Auch der Umstand, daß er einen Teil des ge­stohlenen Geldes in seinen Strümpfen versteckt hatte, ließ auf ein logisches Denken schließen. Der Sachverständige kam zu dem Schlüsse, daß der Angeklagte sich weder jetzt in einem Zu­stande befindet, noch bei Begehung der Tat in einem solchen befunden hat, der seine freie Willensbestimmung ausschließt. Das Gericht erkannte hierauf unter Einbeziehung der früheren Strafe und weiterer drei von der Wetzlarer Strafkammer erkannten Strafen auf eine Gesamtstrafe von einem Jahr und sieben Mo­naten Gefängnis, worauf das seither verbüßte anzu­rechnen ist.

Die «^glückte Versöhnung.

In der Neujahrsnacht wurde dem Taglöhner F. D. zu Bad Nauheim der Vorschlag gemacht, sich mit feinem mit ihm in Feindschaft lebenden Schwager zu versöhnen. Er wies das An­sinnen mit der Bemerkung zurück, daß er ihm eher die 46 Mark aus den Rippen schlage, womit er eine Strafe, die er aur seine Veranlassung erhalten hatte, meinte. Auf dem Heimwege aus der Wirtschaft am frühen Ntorgen, gerieten sie in ihrer Trunkenheit in Streit, dessen Folge beiderseits blutige Köpfe waren. Ins­besondere har der Schwager des D. erhebliche Verletzungen davon­getragen, die ärztliche Hilfe erforderten. T., wegen Körper­verletzung unter Anklage gestellt, berief sich auf Notwehr nut der Behauptung, fein Schwager fei mit gezücktem Messer auf ihn eingedrungen, er habe sich wehren müssen. Daß er dieses auch gründlich getan hat, geht aus dem ärzrlichen Gutachten hervor, nach welchem das eine Avge des Verletzten am andern Tag voll­ständig zugeschwollen war. Auf dem Kopfe hatte er etwa 15 bis auf den Schädelknochen reichende Wunden, abgesehen von den übrigen blutunterlaufenen Stellen am ganzen Körper. Trotzdem nahm das Schöffengericht feine Ueberschreitung der Notwehr an, da festgestelltermaßen der Schwager in jener Nacht sehr rauflustig war, weshalb cs Freispruch eintreten ließ. Dieses von der Staatsanwaltschaft angefochtene Urteil fand seine Bestätigung, dct.)as Berufungsgericht Zweifels ft ei Notwehr als vorliegend, erachtet.

Betrug.

Im vorigen Monat kam der Dienst knecht K. K. aus Langen- prozelten zu einem Schuhmacher in Vilbel mit der Angabe, er sei von seinem Dienstherrn geschickt ein Paar neue Schuhe zu holen, wofür dieser hafte. Der Schuhmacher fand nichts Auffallendes dabei und verabfolgte ihm die Schuhe. Gelegentlich einer Mck- sprache mit dem angeblichen Dienstherrn, erfuhr der Schuhmacher, daß er von dem Angeklagten beschwindelt worden ist. Wegen Betrugs im Rückfall erhielt er ein Jahr Gefängnis, worauf ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet wird.

Anleihescheine, die bekanntlich zu 99',', Prozent ausgegeben werden, abzugeben hat.

** Konkurse in Hessen, lieber das Vermögen des Schmiedemcisters G eorg Dreßler in ainz wurde am 15. April, nachm. 41? Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Vn- wattsgetnlfe Peter Wirth in Mainz wurde zum Konkursver­walter ernannt. Konkurssorderungen sind bis zum 8. Mai bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. lieber das Vermögen des Weinhändlers Jakob Wagner II. in Kastel wurde am 16. April, norm. 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Rechts­anwalt Soldan zu Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 25. Mai bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. - lieber das Vermögen bezw. den Nachlaß der Peter Schüler I. Witwe, Elisabethe geb. Knell, zu Molchen wurde am 16. Avril, nachm 5 Uhr, das Konkursver­fahren eröffnet, da der Nachlaß überschuldet ist und der Pfleger der abwesenden Erben, Johannes Petri zu Molchen, den Antrag auf Konkurseröffnung gestellt hat. Gerichtsvollzieher i. P. Phil. Reibstein zu Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 7. Mai bei dem Amtsgericht Darmstadt II. anzumelden. lieber das Vermögen des Heinrich Bartmann, Schreinermeister, zuletzt in Rhein-Türkheint, jotzt unbekannt wo, vertreten durch den gerichtlich bestellten Pfleger Jakob Weber, Landwirt in Rhein Dürkheim, wurde am 20. April, norm. 12 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Rechtskonsulent Zchwan in Osthofen wurde zum .Konkursverwalter ernannt, ^'onkursforderungen sind bis zum 11. Mai 1907 bei dem Amts­gericht Osthofen anzumelden.

84.20 95.45 84.20 93.80

94 70 99.15 99.80 94.40

102 90 67.50 68.50 9L3U 93.25 94.50

Goslar a. Harz, den 26. Febr. 07. Hlldesheimerstr. 6. Btt meiner criten Verwendmig Ihres Präparates »Bioson besann ich mit 50 Gramm täglich und steigerte bis zu 150 Gramm. Merw jetziger Verbrauch beträgt täglich, 60 Gramm Btoson nut ftatan und zwar als Beimischung zu meinem Morgen^, NachmtUas», und Abendgetränk, das stets aus Kakao bestehl; und 40 Gramm Bioson mit Bouillon-Enralt, welches Quantum zu je 20 Gramm ledem zweiten Frühstück und der Mittagssuvve zugegeben wrrd. Das erste Mal benutzte ich Bioson als Kräftigungsmittel nach einem ca. orer» wöchentlichen Krankenlager: jetzt nehme ich es gegen NervosttäL entstanden durch geistige Uebeianitrengunfl und etwas leichtsinnigen Lebenswandel. In beiden Fällen hat es die denkbar besten Dienste geleistet, sodaß ich mich entschlossen habe, Bioson in Zukunft stets au gebrauchen und zwar täglich 100 Gramm. Mein Allgemein- befinden hat sich bedeutend gehoben, vor allem habe ich wieder Luft und Liebe zur Arbeit und Sport bekommen, während ich sonst immer eine gewisse Müdigkeit im ganzen Äörver verspürte, sobald ich mich beim Sport ein wenig anstrengte. Hatte ich einen Tag einmal zuviel über meinen Büchern gesessen, so konnte ich sicher fein, am nächsten Tage von heftiger Migräne befallen zu sein und eine vollständige Abspannung meiner Nerven zu verspüren. Da- gegen fann ich jetzt solange jtuöieren und arbeiten als ich nur mag, nie stellen sich am nächsten Tage die üblen Folgen wieder ein, an dem ich noch vor drei Atonalen litt. Auch in meinem Aeuperen bat sich durch das Verschwinden der gelben Gesichtsfarbe bte Wirkung Ihres Bioson bemerkbar gemacht. Ach werde dasselbe überall tn Freundes- und Bekanntenkreisen wärmstens empfehlen, da ich für seine vortreffliche Wirkung garantieren kann, ^tets gerne zu weiterer Auskunil bereit zeichnet Hochachtungsvoll! Anton Prein. Bioson ist in Apotheken, Drogerien usw. das halbe Nilo-Paket zu drei Mark erhältlich, welches für ca. 14 Tage ausretcht, u>*li

? Hartmanns Hain, 30. April. Eine Gesellschaft hat ganz in der Nähe unseres Torfes Gelände an der sozcn. .Kalten Buche* von der hiesigen Gemeinde angekauft, um ein Basaltwerk mit Drahtscilbabnbetrieb zu errichten. Es sollen gegen 60 Arbeiter Beschäftigung finden. TieS gibt das erste industrielle Unternehmen im höheren VogelSberge. Infolge des ungemein lang anhaltenden Winters ist die Winterfrucht auf vielen Aeckern auSgewintcrt, sodaß eine Neubestellung erfolgen muß und eine große Anzahl Land­wirte des VogclSberges enorm geschädigt ist. Aus Anregung eines Abgeordneten der Zweiten hessischen Kammer werden

Zt. in den Dörfern Erhebungen refv. Zusammenstellungen be? ausgewinterten Flächen gemocht. Wie bestimmt verlautet, soll eine Eingabe um staatliche Beihülfe bei der Frühjahrs­bestellung gemacht werden.

Darmstadt, 30. April. I. K. ö. der Großhe r z o g uud die Großherzogin sowie Prtnz und Prin z e s s t n Heinrich von Preußen fuhren gestern vormittag mit Gefolge in zwei Autos die Rennstrecke im Taunus ab, nahmen das Mittagessen auf der Saalburg, lehrten gegen 6 Uhr nach Tarrn- ftabt zurück und besuchten die Vorstellung im Hoftheater. >;n der zweiten Pause fand Abendtafel statt, an der Prin ; und P r in - seffin Lu dwig von Battenberg mit Prinzessin Louise und dem Prinzen Georg teilnahmen, iim Laufe des heutigen Nachmittags haben Prinz und Prin z essin » e inr i ch v o n Preußen und Prinz Sigismund mit Gefolge Darmstadt verlassen. Die Herrschaften fuhren zuerst im Auto nach Frankfurt, nahmen dort das Abendessen bei Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und fuhren dann um 8 Uhr nach Kiel weiter.

iDarmst. Zig.)

WormS, 30. April. Unsere Stadtverordueten- Versammlung bat gestern eine allgemeine Aufbesserung der Gehälter der Beamten. Bediensteten, Lehrer, Lehrerinnen, Schnlverwalter, Schuloerivatlermnen und Hand­arbeitslehrerinnen vorgenommen Die Aufbesserungen betragen bei den unteren Beamtengruppen über 10°/o und laufen von oben bis .zu 6°/0 aus. Im Durchschnitt beziffern sie sich auf rund 9 /0. Die Lehrer erhalten genau die gleiche Aulbesserimg, wie sie staatlicherseits für die Landlehrer erfolgt ist. Tie seitherigen Gehaltsimterschiede zwischen den hiesigen Lehrern und den Landlehrern bleiben demgemäß auch weiterhin bestehen. Tie gesamten Gehaltserhöhungen belaufen sich auf 65 317,50 M. Mit Rücksicht auf die Finanzlage der Stadt kommen hiervon vom 1. April 1907 an zwei Drittel zur Aus- Zahlung, denen am 1. April 1908 das letzte Drittel nachfolgt. Die städr. Arbeiter sind seit der letzten (1901 er) Regulierung der Beamtengehälter ebenfalls in ihren Löhnen den Zeitverhältnissen entsprechend aufgebessert worden und zwar durchschnittlich um 17%. Im Anschluß an die genehmigte anberroeile Regulierung der Gehälter der städtischen Beamten beschloß die Stadtverordneten­versammlung auch das Gehalt des Oberbürgermeisters Köhler in der Weise zu verbessern, daß stall bisher 10 000 M. das ganze Bargehalt von 12 000 M. für pensionsberechtigt erklärt und die dem Herrn Oberbürgermeister bisher gegen 2100 M. Miete über­lassene Wohnung ihm mit Rückwirkung vom 1. April 1907 mietfrei überlassen wurde. (Worms. Ztg.)

OKrofdorf, 1. Mai. In unfern großen Waldungen und auf der breiten Dorfstraße hat sich wieder der gewohnte Frühjahrsverkebr, die .Holzfuhren, eingestellt. Kaum ist im Walde die Art des Holzhauers verstummt, so hört man auch sckwu den Peitschenknall des Fuhrmanns, um das im Winter gefällte .Holz seinem Bestimmungsort zuzuführen. Infolge iber anhaltenden kalten Witterung hat es sehr viel Brenn­material gekostet und die Holzvorräte bedürfen frühzeitig der Ergänzung.

x Hohensolms, 30. Avril. Auf unserer Bergeshöhe gibt man sich der Hoffnung hin, daß S. K. H. der Großherzog von Hesse n im Laufe des Sommers wieder hierherkommen wird. Das hiesige Schloß, auf dem höchsten Punkt des Kreises Wetzlar gelegen, ist Eigentum des Fürsten zu Solms-Hohensolms-Lich. Uralte Linden umgeben das Schloß und von seinen Fenstern hat man eine vorzügliche Fernsicht bis zum Meißner südlich von Kassel. Im Juni 1905 traf der Großherzog mit feiner Gemahlin zum erstenmal auf dem hiesigen Schlosse ein; beide unternahmen von hier im Automobil einen Ausflug nach Braunfels zum Besuch

Gießener Strafkammer.

][ Gießen, 30. April. Diebstahl und Selbstmordversuch.

Zm verflossenen W inter befand sich der zurzeit in Wetzlar wohn­hafte Fabrikarbeiter H. Sch. aus Tiefenbach in einer hiesigen Wirtschaf t. Er machte auf die Wirtin, in deren Lokal er sich allein befand, einen unheimlichen Eindruck, sodaß sie sich ver­anlaßt sah, ihre beherztere Schwiegermutter herbeizuholen. Bei ihrem Eintritte gewahrten die Frauen, daß aus der Büfett­kasse ein Portemonnaie mit etwa 70 Mk. Inhali verschwunden war. Tie Wirtin sagte ihm auf den Kopf zu, daß er der Dieb sei und die Schwiegermutter machte sich sofort an seine körperliche Visitation. Er ließ sich das aber nicht gefallen und drohte mit Herbeiholen der Polizei. Die Wirtin erklärte sich damit einver­standen und folgte ihm zur Polizei. Doch kaum war er einige Schritte gegangen, so verschwaich er schon in einem Haus. Nach längerem Suchen, wobei man das gestohlene Portemonnaie, aus dem bereits 30 Mk. verschwunden waren, im Keller sand, kam man auf den Gedanken, er könne sich in dem Klosett eingeschlossen hcchen, was sich bei näherer Untersuchung auch bestätigte. Als man sich anschickte, die Ture auszubrechen, fiel ein Schuß und als diese geöffnet war, ein zweiter. Es stellte sich heraus, daß Sch. eine Verletzung an der Stirne hatte, die seine Auf­nahme in die Klinik nötig machte, und wo man ihm auch eine

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