rklürung.
Um alle Don bett Gegner» über meine Person und meine politische Tätigkeit im Wahlkreise verbreiteten Unwahrheiten und Verdächtigungen ein für alle Male zu widerlegen, erkläre ich Folgenbes:
1. Ich stehe bett persönlichen Angriffen bes Herrn Prof. Dr. Viermer »iib bes Gießener Anzeigers gegen Herrn Köhler völlig fern. Ich habe biese persönliche Kainpfesweise nicht gewollt unb nicht gebilligt.
2. Es ist eine bewußte Unwahrheit und ein burchsichtiges Wahlmanöver, wenn von ber gegnerischen Seite behauptet wirb, ich würbe bett Forderungen der Post-, Telegraphen-, Bahn-Beamten und Unterbeamten gleichgiltig gegennberstehen. Das ist eine bewußte Wahlfälschung.
Ich erkenne die verantwortungsvolle Tätigkeit dieser Beamten durchaus an und werde stets für deren berechtigte Forderungen eintreten.
Ebenso werde ich
3. gegen jede Einschränknng des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts,
4. gegen jede Beeinträchtigung des Koalitionsrechtes eintreten und bin um deswillen auch gegen den Gesehentlvurf betr. die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine, wie er zurzeit vorliegt.
5. Ebenso werde ich gegen jedes Ausnahmegesetz stimmen, das etwa eingebracht werden sollte.
6. Ich werde eintreten für den Ausbau unserer sozialen Gesetzgebung und insbesondere für die Gesetzesvorlagen betr. Arbeiter-, Witwen- und Waisenversorgnng und Privatbeamten-Bersichernng.
7. Ich werde ferner eintreten für die Wahrung aller berechtigten Interessen der Landwirtschaft und des Arboiterstandes, sowie für alle Maßregeln znr Erhaltung und Hebung des Mittelstandes in Stadt und Land.
8. Ich werde eine ziclbcwuszte und ersprießliche Kolonialpolitik unterstützen und an der Hebung und Förderung von Handel und Jndnstrie Mitwirken.
Gicßcn, 31. Januar 1907.


