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Zweites Blatt
General-Anzeiger für Oberhessen
Aie Lage in MaroLüo.
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Aer Aaljer nnd der ^-oH^rzog i» Mainz.
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O Laubach, 21. Aug.
Seit voriger Woche hat eine
Ferienkolonie
kleines Feuilleton.
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157. Jahrgana
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Handelsoampscr dringen wollte, wurde der stutriti an Bvrd und die Abgabe des Briefes vtrbo t e n.
** Aus dem Manövergelände. Auf den Fluren and Feldern der Wetterau herrscht jetzt ein reges, emsiges Treiben, die Landwirte sind daran, ihre Felder abzuernteu nnd iverden mitunter durch Sollten unterstützt. In den Feldern des Uebungsgeländes ist noch viel unreife Frucht — besonders Hafer und Weizen — vorhanden. In Butzbach hat sich jetzt das Regiment 168 zusammengefunden. Allenthalben sieht man in der Wetterau jetzt Strohwiepen, Tafeln lind sch'.varze Flaggen, die entweder vor dem Betreten eines Grundstückes warnen, oder ain Rande eines Abhanges, eines Hohlweges, einer Grube oder eines Steinbruchs den Soldaten zur Vorsicht inahnen. An mehreren Orten werden Manüver- Proviantämter eröffnet, so eins zu Berstadt, das nächsten Montag eröffnet ivird. Heute tcchen die 115ec in Dorheim, Södel, Melbach und Schivalheini ein, morgen bei Rohrbach und Rodheiln die 41. Infanterie-Brigade (81er, Frankfurt, und 166er, Hanaii). Die 116er üben seit Dienstag bei Steinbach. Die einzelnen Regimenter haben ihre Scharfschießen beendet und das Regiments- und Brigadeexerzieren beginnt.
Ko lassen in. Die Firma Schlesicky - Ströhlein- Frankfurt u. M. hat das Unmögliche möglich gemacht. Nach- deni Direktor Rappmann durch das mangelhafte Funktionieren eines engagierten Kinematographen in der größten Verlegenheit war, stellte die Firma auf telephonische Bestellung gestern nachmittag eine vollständige nnd vollkomniene Kinemato- graphen-Einrichtung auf, gleichzeitig mit einem Apparat zur Projektion von Licht- und Reklamebildern, dec ebenfalls das beste auf diesem Gebiete darstellt. Das Programin des Kine- matographen sand den vollsten Beifall des gestern gut besuchten Hauses.
a ii s G i e ß e ii, bestehend aiis einen:
Ans Sterbt LrsrS Lcrno.
Gießen, 21. Aug. 1907.
** Hilfe für Herbstein. Tie Stadt Gießen hat zur Linderung der Not in Herbstein eine Gabe von 5 00 Mk. gespendet und bereits nach Herbstein abgesandü Bei uns gingen von gestern bis heute mittag ein: SW Haupt 3 Mk., A. Goldschmidt 5 Ml., Joh. Fr. Schaaf 5 Mk, Ungenannt 1 Mk., Apotheker Schmieder 1U Mk., N. N. 2 Mk', Büaing 80 9Jif., Karl Küchel, Weinhandlung, 25 Mk., Kommerziell rat Georgi 50 Mk., Fabrikant Karl Georgi 20 Mk., Steucrral Hunsinger 3 Mk., M. F. 5 Mk., Dr. Fayet 10 Mk, Frl K. Baur 5 Mk., C. S. 2 Mk., M. ST. 2 Mk., Frau Pf. H. 2 Mk., Frl. Landmann 3 Mk., R. 3 Mk., Ch. Büttner 2 Mk, A. Hocher 1 Mk., W. Kilbingcr, Drogist, 5 Mk., Wäscherei Albach 5 Mk., M. K. 1 Mk., Gesangverein Gemütlichkeit (gestern abend ber einem Fäßchen gesammelt — zur Nachahmung empfohlen!) 12 Mk., W. N. 3 Mk., H. S. 20 Mk., Obersteiger Medenbach-Wnigsberg 3 Mk., Dr. R. Koch-Nidda 2 Mk. Dr. Liebe, Waldhos-Elgershausen 5 .Mk., J>. L. 2 Mk, K F 2 Mk ' W. u. G. Schuchard 50 Mk., P. Lindenborn 5 Mk., Dr. Lejeune 6 Mk., W. 1 Mk., Union-Brauerei Gießen 25 Mk., E R 5 Mk Zusammen mit den bereits früher quittierten 640.95 Mk. bis letzt 103 1.95 Mk. Hiervon sandten wir gestern eine zweite Rate von 400 Mk. an das Hülfskomitee in Herbstein, zu Händen des Kreisrats v. Bechtold-Lauterbach, ab.
Giue W o h l t ü r i g k e r t ö - B o r st e l l u n g zum Besten der Abgebrannten in Herbstein veranstaltet Fräulein Mrnuy dr C e r en o t t r-Str a u tz am Freitag abend rm Neuen Saalbau, der zu diesem Zweck unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde. Wer den Rezitationsabend der Künstlerin am vergangenen Donnerstag besucht hatte, wird auch dem neuen Vortragsabend mit Interesse entgegen^ sehen, da nach dem damals Gebotenen ein hoher künstlerü scher Genuß zu erwarten ist. Wir wünschen der Künstlerin um des wohltätigen Zweckes willen ein recht gut besuchtes Haus.
Erschtini täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die Siebener Familienblatier" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kretsblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentüch. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Mittwoch ZI. August 1907
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen llniversitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^@51.
Redaktion:^^H2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
Bingen Halt nmchl und nach der R o ch u s t a p e t l e wandert. Der Weg dahin führt an dem Kirchhofe vorbei, auf dem sich eine.- Anzahl schöner Denkniäler, darilnter solche für die Veteranen und für die 1870/71 gefallenen Krieger, befindet. Nahe dem Leichen- hailse erhebt sich der Tenkstem, der diese Inschrift trägt. Sie stellt die Klage eines Witwers dar, und ihr Verfasser rvar der Binger Humorist Faber, der sie im Jahre 1820 auf Bestellung schuf. Daß man e5 in der Inschrift nut einem Akrostichon von spöttischer Bedeutung zu tun halte, ivurde erst nach Jahren entdeckt.
— Em Wettbeiverb um Vorentlvürse für das Empfangsgebäiide auf dem n e u e n H a u p t b a h n h o f i n D a r m st a d t wird unter den in Deutschland ivohneriden Architekten mit Frist bis zum 1. Januar 1908 eröffnet. An Preisen werden ausgesetzt: em 1. Preis von 5000 Alk., ein 2. Preis von 3000 Mk. und zwei 3. Preise voll je 2000 Alk. Außerdem bleibt der Ankauf von drei weiteren Entwürfen zum Preise von je 1000 Alk. vorbehalten. Als Preisrichter |inb u. a. m Aussicht genommen: Ministerial- mtb Wiesner in Berlin, Oberbürgermeister Mornewea m Tarmstadt, Geh. Otegierungscat Professor Dr.°J,ig. Messel in Berlin, Professor rZr. v. Thiersch in München, Professor Dr.-Jna. Bnuio e-chmitz in Berlin-Charlottenburg. Die Unterlagen sind von der^Elseiibahlidirektion in Alainz zu beziehen.
— Dr. Paul K u h n, Hofopernsänger üi Dar m stadt, wurde nach erfolgreichen Gastspielen als Mime ulid David vom Jahre 1908 al) auf fünf Jahre an das Hoftheater in Al ü n ch e n verpflichtet, a- „ ,e?.l)..nrb Hauptmann ist laut „B. Z." mit einem
^extsiuck beschäftigt, in dessen Mittelpunkt Karl der Große steht.
ZiusSonfc.
Noin, 20. Aug. Das „Gwrnale d'Jtalia' verzeichnet unter Vorbehalt ein m Messina umlaufendes Gerücht, nach welchem König Eduard mit dem König Viktor Eu'ianuel während der Seemanöver in den Gewässern von Messina zusanimentreffen soll.
— Hiesigen Blättern zufolge beabsichtigen im nächsten Jahre etwa 3 0 00 0 italieni sche Familien nach Chile a u 8 z ti w a n d e rn. 2)ie italienischen Behörden stichelt diese Masscnauswandcrungen zu verhindern. Es heißt sogar, daß für das nächstö Jahr besonder-gesetzliche Maßregeln getroffen iverden sollen, die der Auswandermig eine gewisse Schranke setzen.
— Eine abessinische Mission ist hier eingetroffen, die sich nach Berlin und Wien begeben wird. Sie wurde vom Kaiser Menelik entsendet, uni den Besuch der österreichisch- ungarischen und deutschen Unterhändler zum Abschluß von Handelsverträgen zu erwidern.
Der „Verl. Lokalanz." meldet aus Uesküb: Eine bulgarisch e Bande unter Führung desÄöoywoden Ap ostol, die einen reichen Spanier Baron Maluch gefangen genommen hat, verlangt für seine Auslieferung 100 000 Mark und droht mit der Ermordung des Gefangenen bei der Verweigerung des Lösegeldes.
Das „Berl. Tgbl." meldet aus Chicago: Die Polizei hob eine Bombenfabrik von armenischen Erpressern auf, die seit längerer Zeit namentlich in Chicago und Rew-Pork zahlreiche Gewaltlaien verübten. 20 der gefährlichsten Mörder und Erpresser wurden verhaftet. Der mitverhaftete Rädelsführer sagte aus, die Bande hegte den Plan, den Sultan der Türkei zu ermordern.
Zum Bibliothekar der Senckenberg'schen b l i o l h e k in Gießen follte, wie man aus einem in- , feilten Ausiatze von Karl Esselborn über .Karl Ludwig Wil° • n v. Grolman in Gießen" im neuesten Bande des „Archivs für 1 i$cbe Geschichte und Altertumskunde" erfährt, nad) dem Testa- "„des Frhrn. v. Senckenberg vom 22. August 1800 „jedesmal längste Profesior der Rechte oder der Geschichte genommen öen, welcher die beste Handschrist habe". Esselborn hält llir möglich, daß Senckenberg dabei an seinen Neffeii, öen cren Staatsminister v. Grolman, gedacht hat und dessen zierliche , deutliche Handschrift. Grolman war kiirz vor seinem 25. ©c- 41 :stage im Jnli 1800 znrn ordentl. Professor derRechte tsi nml worden mir einer Besoldung von 300 Gulden r l i ch. Tie Ernennung zum Bibliothekar im Jahre darauf Hte ihm eine jährliche Gehaltszulage von 200 Gulden und freie
Eichenlaub dem Generalleutnant v. Str ann Stumm her 25. Tw - den Stern zum Roten Adlerorden 2. M ' bem Generalleutnant v. Wachter, General-Adjutant desGrvß- herzogs; den 8toien Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub dem Generalmajor Stettler, Stommandant von Mai.NL' den Kronenordcn 2. Kl. dem Oberstleutnant Staabs erster Art.-Offizier vom Platz in Mainz; den Stronenordcn 3. stL mi.t der Schleife «d em Oberst v. Nn 0 ow, stonunandeur des 1. Nass. Jnf.-Negts. Nr. 87 und dem Oberst v. Dewitz Kommandeur des 2. Nass. Jnf.-Ncgts. Nr. 88, dem Hofmarschall Frhrn. v. Unger-Sternberg den Stronenorden 2. Klasse.
Um 3 Uhr r eiste n der Kaiser und das Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen im Automobil nach Schlön Fried- richshof bei Stronberg ab.
Das G r o ß h e r z o g l i ch e Paar fuhr mit dem groß Herzog gegen 4 Uhr nach Scyloß Wo lss-g arten zurück.
den Herren der hunwristisch-ergötzliche Henkel des Herrn Jürgensen und der ritterliche Nalnrarzt des Herrn Böhnöe. Fräulein Hartmann war eine kaprizöse Ilka, Frau Bayr Hamme r war eine trefiliche Agn s- Alle Beteüigten können mit dem Erfolg zufrieden sein, oen sie errungen haben. Nach Schluß der Vorstellung entbot der St1 a t) e r einige Dnrfteller in seine Loge, um ihnen Dank und Anerkennung auszusprechen. Frau Bay r- hammer und Fräulein Hartmann erhielten wertvolle Broschen, Herr Jürgensen — ber seit langen Jahren eine hervorrngende stütze des Repertoirs biloet — und Herr Bohnäe kostbare Busennadeln. In einer Ansprache an das versammelte Personal sprach sodann auuj der Intendant seine volle Anerkennung aus- — Fran Elfriede Bayrhaninier ist das bisherige liebenswürdige talent- und temperamentvolle Alitglied unserer Gießener Bühne' Wir sahen die viel verheißende Künstlerin, die übrigens biefeii ; Sommer nach Englaiib, ii. a. auch an Shakespeares Grab, geführt hat, mit lebhaftestem Bebauern von uns gehen, zumal ihre Bühnen- gewaiibthest zuseheiibs wuchs und ihr heiß wallendes Theaterbliil i allniählich. auch bie rechte Zügelung erfuhr, freuen uns aber der ihr i durch den Kaiser nun zuteil geworbenen Auszeichnung. Jürgeiisen ' i|t ben Gießenern gleichfalls wohlbekaiint durch seine wieberholten ' hiesigen Gastspiele ui Kleist- nnd Moliere-Rollen.
— Folgende Grabschrifl:
„Wohl auch die stille Häuslichkeit ,
Ist eines Denkliials wert; (
I h e sei es hier von mir geweiht
Und wer bie Tugend ehrt A u ch in dem eiiuachen Gewand, - ■ i s. 111 >lnen^ ^chu^rz ist er verwandt"
kann jeder den Rhem Bereisenbe im Urbilbe erschauen, wenn er in
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Ernennung zum Bibliothekar im Jahre barauf jährliche Gehaltszulage von 200 Gulden unb freie )nung im Senckenberg'schen Hause.
[ß.j Aus Kassel wird geschrieben: Inmitten der zahlreichen toi« lichtesten, die die diesjährige Anwesenheit der Majestäten iiiS Wilhelmshühe mit sich gebracht hat, nahm das.Thöatre pare
18. bs. Mts. eine hervorragende Stelle ein. Die neue aterleitung unter dem Grafen Bylandt-Nheybt hatte ihren C >en Tag. Gegeben würbe „auf Allerhöchsten Befehl": „Krieg ü-i Frieden". Cs ivurde mit Elan gespielt. Die größtenteils t m Strüfte bewährten sich vorzüglich neben den alten, sodaß
Kaiser dem Jnterrdanlen seine volle Zusriebenheit aus- jf -i-eu konnte. Die Majestäten unterhielten sich ossenbar .. "g"ch und gaben nach jedem Attschluß Zeichen zum Bei-
Ker.vLrMe.tzxK guZ der ReiA' tzzr LMeller M unter
Mainz, 20. Aug.
Gegen 12 Uhr erfolgte, wie schon kurz gemeldet wurde, der- Einzug des Kaisers in tue Stadt unterrn Geläute der Kirchenglocken und der lauten, lebhaften Begrüßung des in dichten Scharen die Trottoirs säumenden Publi- kuins. Ter Kaiser ritt zwischen dem Großherzog und dem konlmandierenden Generale an der Spitze der Fayncn- rompagnie, der Leibkompagnie des Jnf.-Regts. Nr. 116, Hauptmann Stephan. Im Vestibül des Palais erwartete Oberbürgermeister Dr. G o t t e l m a n nchen Kaiser, der ihn mit den Worten begrützte: „Tag, Oberbürgermeister, wie geht es Ihnen?" Ter Ooerbnrgermcister dankte und gab öe^ hohen Freude Ausdruck, daß der Kuifer die Stadt wreoer mrt seinem Besuch beehrt habe. Namens der Stadt entbot er dem Kaiser dann herzlichen Willkommen in der Stadt. Nachdem sich der staqer dann noch kurze Zeit mit dem Oberbürgemucisler unterhalten hatte, verabjchieoete sich der hohe Herr vom Stadtoberhaupte, das auch vorn Groß- Herzog überaus sreundlick begrüßt wurde. Dem Staiser lourden darauf sechs Mann vom Jn^.-Regt. Nr 116 durch zwcr Leutnants vorgestellt, bie eine neue Art von Gamaschen zur Probe trugen. Auch die beiden Ossrziere trugen die Gamaschen, die aus schwarzem Tuch gefertigt sind und vom Smochel bis unterhalb des Knies eng anliegen. Vor den Augen des Kaisers mußten dann die sechs Musketiere das Gepäck abtegen, den Wafsenrock aus- nnd eine neue Art von Winterlitewka anziehen. Längere Zeit ließ sich der Staiser vom kommandierenden General Vortrag über das Ergebnis des Probetragens der Gamaschen und der Litewken halten und mehrmals sprach er auch die Soldaten selbst an, sich Aufklärung von denselben geben lassend. Der Kaiser wurtete, bis fiep die Leute wreder angezogen hatten, und überreichte danach noch persönlich einem der anwesenden höheren Offiziere den stro- nenorden 2. Klasse. Danach begaben sich Kaiser und Großherzog in das obere Stockwert des Schlosses.
Um 1 Uhr war Frühstückstafel mir folgendem Menu- Wemarlandjuppe, Hühner-Timbales, Rheinsalm, Lammrücken, gefüllte Feldhüner in Gelee, Swpaunenbraten-Salat Artischockenböden und Birnen nach Richelieu. Die Tafelmusik stellte die Kapelle des Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116, usikdirektor Krauße.
Ter Kaiser verlieh u. a. folgende OrdenSauszeich- nungen: Tas Großkreuz des Noten Adlerordens mit Eichenlaub dem kommandierenden General v. Eichhorn- den Roten Adlerorden 3. Kl. mit der Schleife dem Chef des Generalstabes des 15. Armeekorps, Oberstleutnant I l fe den Kronenorden 1. Kl. Generalleutnant Frhr. v Guul' Komm, der 21. Tiv.; ben Roten Adlerorden 2. Kl. mit
« roch Nicht fest, ob und wann diese Abordnung Fez verlassen A liird Es wird jedoch stark bezweifelt, ob! sie vom diplo- iratijchen Korps wird empfangen werden.
,, S^UÖ- Wie schon zweimal im Verlauf der
ev^u, «ochs Monate wurde auch jetzt wieder von den Stam- Uumr ?.r ra k e sch dem Gouverneur dieser -tadt, aKuleh Hafid, dem ältesten Bruder des SultauZ ie Sultans würde an geboten. Diesmal wird er 1Telllt^ier' lucf)t ablchnan können, weil sonst ein allerer Abkoililnnng des Propheten zum Sultan ausgerufen mrde und bie gc>amle regierende Familie cntthrout wer- ll e? 1yur^)e; französischen Regierungskreisen wird ver- ucj datz die Annahme der Sultaiiswürde durch Muley ch ^fto Frankreich iiicht zu einer Expedition bestimmen würde, ff . Köln, 20. Aug. Die „Köln. Ztg." meldet aus Tanger nterm 20. August: Sonderboten sind aus Marrakesch in ch'caza^gan eingetrosfen und bestätigen, daß der Bruder tlf es Sultans, Statthalter in Marrakesch, Muley ed1 a 11 v, sich zum Sultan ausrufen lieh. In Ma- rgan ift es ruhig. Aus allen Teilen Marokkos erging an idt'Lk -n Aufforderung, gegen Casablanca nnd $ rse,tnen Krieg s z u g zu unternehmen.
J 4"e /<K- 3-" bestätigt in einem Telegramm aus elck ""9^r die Melöung von einem Gefecht am letzten str o u n t a g zwischen den aus Casablanca anrückendeil Ka- S )len und Franzosen. Ein Tirailleur wurde gefangen qe- Zommen und ihm der Kvpf abgehauen. Es ist das Gebucht verbreitet von einer sranzösischenNie- erläge. Die Franzosen breiten einen dichten ui a.) leier über die Operationen aus, so daß nur ü l)wer die Wahrheit zu ergründen ist.
fß London, 20. Aug. Der Berichterstatter der Daily zeichnet den Angriff von angeblich 5000 Arabern Lvis das französische Lager als eine unbedeutende vA •s^ner Schilderung machten die Araber - Uhr nwrgens einen Scheinangriff auf das fran- S stsche Zentrum, wo General Drude stand und besetzten T n 9 Uhr ein Wäldchen aus der Südseite der Stadt, von W° iTC 80 Spahis ans Meeresufer hinaus trieben, denen >er bald Trrallieure Hilfe brachten. Die an demselben odi ose gelandete französische Batterie beschoß die Araber e noch einen Angriff gegen die französische Westfront a» rfucyicn, aber von Tirailieuren und Fremdenlegionären - rnccgetriebeu wurden. Ta die Franzosen nur 3 Tote dib 6 Verwundete hatten, kann der Kampf kaum uu ernstlich bezeichnet werden. Die Spanier ei ühstückten während dieser Gefechte und er- M neuen erst, als alles vorbei war, auf dem Platz.' Eine ¥ Goigung der flüchtigen Araber unterblieb, doch brachten "en noch die Geschütze der Kriegsschiffe beträchtliche Ver- aui ste bei.
6iÜ uger, 20. Aug. (Seit dem 12. ds. ist man ohne ja; >e Nachricht über den Aufenthalt Macleans. Die Verden sind um die Sicherheit des Kaid sehr besorgt.
auf; ^iazagan dauert die Abwanderung dec europäischen Beer. ikerung fort. Aus Tanger sind bisher 3000 Personew 3 gereist.
- Hamburg,20. Aug. Ter Kapitän des aus Casablanca u Mmmenen D a m p f e r s „A r k a d i a" Hoopman teilt mit, iiii V)» wahreno zwischen den französischen Kriegsschiffen und M i aus der Ne ehe liegenden französischen Dampfern vor
1 Ereignissen ein reger Verkehr stattfand, der deutsche W rmpf er ignoriert wurde. Auch wurde er vom ^gum des Bombardements nicht unterrichtet, so daß ei' e9. . H^fen blieb, während die anderen fremden Dampfer -f die Hauptreede gingen. Dem rheinischen Fabrikanten W innesmann-^üsfeldorf, der iin Auftrage des als Flücht- L g an Bord der „Arladia" befindlichen Konsuls Baron | i Heemstra einen Brief mit einem Bericht über die Lage Lasablanca^an einen gerade angehenden französischen
, . u 8 er, 20. Aug. Llus Mogador wird berichtet, daß die dortigen Stämme sich entschlossen haben, den h e i- L ligen Krieg zu Proklamieren. In Saffi ist die ^age unverändert, dagegen hegt man immer noch ernste 5 Befürchtungen für bie Zukunft. JnMazagan ist die Auf- K 9 unter den Stämmen unbeschreiblich. In Kckrraba % "ud 15 000 Mann Etitetruppen, die früher vom K a i d M a c - ^.ean beschligt worden waren, eingetrofsen. Diese Trup- jj ^en waren bestimmt, um mit den französischen Truppen t( " Casablanca gegen die Stckbylen vorzugehen, inzwischen
P ledoch eut Gegenbefehl eingetrosfen und es ist wahrschein- ai la), daß diese Mannschaften zum Schutze der Euro- s- j aer nach Mazag an entsandt werden. In Fez ver
les der Jahrestag oer Geburt des Propheten ohne Un- uhen. Tie Entsendung von Ncotabeln ist vom Sultan ohne rgendwelchcn Truck selbständig verfügt worden. Es stebt


