Ausgabe 
19.7.1907 Zweites Blatt
 
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"Ein dreifacher Selbstmord ist in dem Hannoverschen Vlllenoct Kleefeld aufgedeckt worden. Die Familie des Privatiers Ranzow, bestehend oii§ dem Vater und zwei erwachsenen Töchtern, hatte dort eine Villa bezogen zwecks Errichtung eines Pensionats. Infolge Nahcungssorgen haben lich alle drei mittels Kochgases vergiftet. Die Tat muß schon vor 14 Tagen erfolgt sein, da die Leichen schon stack in Verwesung übergegangcn waren.

* Schwere Bootsunfälle. Drei Bootsunfälle ereigneten sich nm 17. Juli an dec irischen Küste 17 Personen büßten dabei ihr Leben ein. Ein Boot ging üon. Creland unweit von Belfast mit einer Familie von fünf Personen und einem Steuermann an Bord in See. Bei Donaghaden kippte das Schiff um und alle ertranken.' Von der Küste aus wurde das Unglück bemerkt, cs fehlte aber an Booten, um eine Rettung zu versuchen.- Bei Car nq (Grafschaft Galway) kippte ein anderes Boot mit 28 Personen an Bord um, von denen 8 ertranken. Außerdem ertranken 4 Personen bei einem Bootsunglück in dec Nähe von Eonnenifara.

** Konzert. Am Dienstag, 23. Juli, gibt die hier bestens bekannte Kapelle des Thüringer Ulanen-Regiments Nr. 6 aus Hanau unter Leitung des König!. Musikdirektors Urbach ein Konzert im Neuen Saal bau.

^Teuerungszulage. Die vom preußischen Landtage bewilligte Teuerungs-Zulage für die preußischen Ellenbahn­beamten mit je 100 Mk. wird gegenwärtig im Eisenbahn- Direktionsbezirk Frankfurt ausbezahlt.

~-sd. Darmstadt, 18. Juli. In der heutigen S'tzung der Stadtverordneten wurde eine Stiftung des verstorbenen Kaufmanns Hu blitz bekannt gegeben, wonach die Zinsen von 13 OOO Mk. teils an junge Handwerker, die das beste Meisterexamen machen, teils an unbemittelte Schüler des Realgymnasiums, teils für Weihnachtsgeschenke in dec Klein- Ünderschule verwendet werden sollen.

= Ehringshausen, 17.' Juli. Der 28jährige Schmied Heinrich Diehl von hier verunglückte heute nachmittag in der Jung'schen Eisenfabrik. Dec Riemen, der den Lufterneuerer zum Schmiedefeuec in Bewegung setzt, hing an einer Stelle fest und Diehl wollte den Fehler beseitigen. Dabei muß er der Triebwelle zu nahe gekommen sein. Der linke Arm wurde mehrmals hecumgeschleudert und brach dreimal. Den Verunglückten trug man sofort in das Privat- Krankenhaus, in dein Sanitätsrat Dr. Stein eine Ampiitation vornahm.

gingen neue schwere toerotncr nieoer. Del epruncm tTrrb bei Oberleschen hat der Bober ebenfalls den Da>nm durch, brachen. Aus Myslowitz wird gemeldet, daß durch einen wolkenbruchartigen Regen, vermengt mit Hagelschlag, auf den Feldern großer Schaden verursacht wurde. In Mysloww selbst wurden in mehreren Straßen Keller und tiefer gelegen? Wohnungen unter Wasser gesetzt.

In Hernals (Oesterreich) ist die Hauptstraße noch über, schwemmt. Tas Rathaus, die Sparkasse iind der Feuerwehr, schuppen standen unter Wasser. Niemand konnte die Ein. gänge passieren. In Ottakring drangen die Fluten, die sich auf dem hochgelegenen Schmelzer Exerzierplatz ange. sammelt hatten, in die Stallung der dortigen Feuerwehr Fünf Pferde ertranken. Im neugebauten Bezirk Gersthoß wo das Waffer von den beivaldeten Höhen bei Dörnbach und bei Neuivaldegg zusammenströmte, in die Filiale der LandeSfindelanitalt, in der sich auch geisteskranke Kinder befinden, ganz von Waffer eingeschlossen, da cS nicht mehr möglich war, die Abflußschleuse im Garten zu öffnen Die Nonnen, die den Dienst dec Pflegerinnen versehen, die Wöchnerinnen und Kinder sind in großer Gefahr. Mehrere Feuerwehrleute drangen in das Gebäude ein und retteten 26 Frauen und zahlreiche Kinder.

^bd^'eii.r Br alter: Er sei ständiger Korrespondent der //Newyork ^un in Kvnshantinopel. Er wohne augenblicklich vor­übergehend in Berlin. Er habe den Angeklagten in Konstantinopel fennen^geremt. ^er Angeklagte der sich einfachHerr Hau", Doktor ^nannte, habe in Konstantinopel mit den höchsten türkischen ^nrdenrvagcrn unb Vertretern großer europ^.chcr Zeitungen verkehrt. Er habe angeblich für eine amerikanische Reederei und Jul; emc^ Gesell schäft Geschäfte zu machen gesucht, Pl.c ,mitr .^ckneßveroe,jerungen beschäftigte. Er habe erzählt: sein Vater fei em steinreicher Vanvier, seine Mutter oder Stief- mutter eine geborene Gräfin. Seine Stiefmutter sei eine bild-, yirt. bre er sich schon als 14jähriger Knabe verliebt. A (.Heiterkeit im Zujchauerraum.) Seine Schwiegermutter fei ^et!lrKtCQe EU von Molitor. Er habe gesagt, ^chtsbeivat der türkischen und chinesischen Botschaft in Nechtsanwalt und UniversitätSprofessor

BmihlNMvn. \^ctn Gesamteinkommen betrage 250 000 W rjj? for Svoße Vorliebe für Edelsteine, daß er (Z.) zu der Ansicht gekommen jei, Hau sei pathologisch zu beurteilen. Er habe soviel von sexuellen Ausschweifungen L zahlt, die er schon als Student getrieben, daß er das für Uebeo- tteibung geholten habe. Auch von sexuellen Ausschweifungen die er ni Kon,.antinopel getrieben, hab. der Angeklagte ungeheuerliche ^ringe erzählt. 1

Die Uebcrschwemmungen irr Schlesien und Oesterreich.

DieSchles. Ztg." meldet über den Taschenberger Dammbruch: Dec Damm ist auf eine Strecke von 25 m gerissen. Vorläufig ist es unter großen Schwierigkeiten ge­lungen, weitere Brüche zu verhindern. Jenseits der Löwener Brücke find die Häuser vollständig von Wasser umgeben, das weithin einen wogenden See bildet. Dec Verkehc ist nur mittels Kähnen möglich. Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen besuchte gestern von Kamenz aus das Uebecschwem- mungSgebiet von Frankenberg bis Plottnitz und begibt sich heute nach Seitenberg, um die Windbrüche zu besichtigen. Wie die -Schles. Ztg." weiter meldet, ist der Boberdamm! bei Ober-Leschen zwischen Liegmtz und Sagan gebrochen, tiautSchles. VolkSztg." erklärte der schlesische Bauernverein, daß er den durch daS Hochwasser geschädigten Besitzern durch Verlängerung der Zahlungsfristen für Lieferung von Futter, Saat und Düngemitteln zur Hilfe kommen werde. \

JScc befürchtete Dammbruch bei Kantersdorf, der Stadt Löwen an der Neisemündnng schwer bedrohte, ist eingetreten. Das Dominium Kantersdocf, oas dec Stadt Brieg gehört, steht unter Wasser und von Löiven an bis I lauste bildet die ganze Gegend einen großen See. Heute vormittag fiel das Wasser der Neiße und die Gefahr darf vorläufig als beseitigt angesehen werben. In Brieg hat die Oder die gesamte Aue überschwemmt. In Breslau regnete es wahrend der ganzen Stacht und über den Kreis Brieg

L. * ?j-fVuÄtbarc§ Eisenbahnunglück. Nach einer telegraphischen Meldung ausNewyork hat infolge Uebersülluna emes Zuges nachts ein f u r ch t b a r e r Z n s a m m e n st o ß aus «der Mtrb Avenue Elevated Railway ftattgefunden. Bei der 106 S- '^Lcrlrn ^g in einen anderen hinein, der von einer mit Messern wütend um ihre Plätze kämpfenden Italienern | knüllt war Die Wagen wurden bei dem Zusammenstoß über das erhöhte Gleis gelegt und die Passagiere, welche jeden Augen- stürz auf die Straße erwarteten, kämpften in wilder Panik um den Ausgang aus dem Wagen. Männer warfen Frauen und Kinder rücksichtslos zu Boden. Tie stromleitenden Schienen setzten die Zugtrümmer in Brand, wodurch das grausige der Szene noch erhöht wurde. Etwa 60 Verletzte wurden nach dem Hospital geschasst. Viele liegen im Sterben. Der Zug, sührer wurde verhaftet.

* öcrlin,, 18 Juli. In dem Hause Dieffenbacherstr. 18 XvLarAu eute srüh ein etwa 35j ä hr ig er M a nn bei bent ^lchhandler Werner cm und sand dort nur das 6jährige Töchterchen, das noch in tiefem Schlafe lag. Das Kind ver­gewaltigt e er, nahm 10 M a r k in Bar und zwei schwarze Kammgarnanzüge mit und verschwand. Die Nachforschungen nach dem Täter waren bisher erfolglos. Auf der Chaussee zwischen Teltow und Groß-Lichterselde wurde gestern auf einen oeuyuu. , -02 aurer lehrlIn g aus Groß-Lichter selde ein schwe- .~...v.. Sie aber alsdann auf I a ü-, S' averübt. Drei unbekannte Männer, die er geistig nicht normal ist. Zeugin: 'JL? Chaussee graben verborgen gehalten hatten, sprangen . - - -- I plötzlich auf den mit einem Zweirade des Weges kommenden

^.hrlmg, riffen ihn vom Rade herunter und knebelten ihn. Tie Wegelagerer raubten ihm dann das acht Mark enthaltende Portemonnaie, nahmen dann das Fahrrad an sich und ent- fernten sich schleunigst mit ihrer Beute. Tie Nachforschungen der Polizei nach den Tätern hatten bisher keinen Erfolg.

N r ni i c.fc 6 e t r t e 6. Llus dem Essener H,andelskammev< bericht sind ewige Traten über das bedeutendste deutsche industriell^ lttiternehmen von Interesse. Ter Gesamtverbrauch der Krupp­schen Werke ,an Kvhlen, soweit sie von der Gußstahlfabrik versorgt ! wurden, betrug 1906 (ohne Eigenverbrauch der Zeche) 1 285 310 Tonnen, .an Kvks 751810 Tonnen, an Briketts 23 581 Tonnen. Ties ergibt, Kvks und Briketts in Köhlen umgerechnet, einen Gesomtverbrauch der Kruppschen Werke, soweit sie von Essen versorgt wurden, von 2 361425 Tonnen. N^ach der Ausnahme vom 1. Januar 1907 Betrug die Gesamtzahl der auf den Krupps scheu Werken beschäftigten Personen einschließlich 5739 Beamten 64 3o4 (1. Apnl 1906 62 553 einschließlich 5065 Beamte). Von diesen entfallen auf die Gußstahlfabrik Essen mit den Schieß- Plätzen 35 745 (35 377), das Gnrsonwerk in Buckau 4768 (4603h ^o^rmaniawerst in Kiel 3510 (3961), die Kohlenzechen 9302 (8864), die Hüttenwerke 5006 (4286), Stahlwerk Annen 891 (8'0), die Eisensteingruben 4638 (3823). Tie prozentuale Stei-, gerung des Arbeitslohnes vom Jahre 1906 betrug gegenüber denjenigen von 1879 77 Prozent, der Durchschnitt der auf der Gutzftahlfabrik pro Kopf und Tag bezahlten Löhne betrug 1902 4,o2 Mk. und 1906 5.35 Mk.

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eifersüchtig gewesen, irgend ein sachlicher Grund zur Eifersucht habe nicht vorgelegen. ' J

^uf wetteres Befragen bemerkt die Zeugin: Ihre Schwester habe^stch vor einigen Wochen im Pfäffikoner See bei Zürich ertrantt. ^hre Schwester habe ein Testament Unterlassen und sie m Cintin ^anö??eH Brief gebeten, sich ganz besonders ihres Kindes anzunehmen. Das Kind solle einfach aber fein erzogen werden. ^Au? Befragen des Verteidigers bemerkt die Zeugin: ^hre.Schwejrer Lina habe in^Paris zu ihrer Mutter gesagt:Weißt

^ItlkI?Lr ni5t ^sbn, ich bin aufOgeli' eifersüchtig." c-kS1 bemerkt: eie hatte die Empfindung, daß, wenn das gefälschte Telegramm nicht vorgekommen, Z-rl. Olga noch einige Zeit in P-ins gebüeben wäre. Frl. Olga Molitor stellt das mit Entscyiedenycit in Abrede; sie habe Leinerlei Ve- taiinte in Pams. I

Homburg o. d. H., 18. Juli. Die Stadtverordneten gatten beichtosien, daZ Äild des trüheren tDbcrbtirgerineitterd Maß im Sitzungssaal dec Stadtvcrordneten-Vcrsaminlung anbringcn zu lassen. Als Herr Matz dann in Görlitz, wo er jetzt als Zureiter Bürgermeister wirkt, von demFlitter" und falschen Glanz' in Homburg sprach, stellt- man den Antrag, das Bild vorerst nicht anzubringcn und beschloß, den früheren Oberbürgermeister zu ersuchen, den Wortlaut fcmcc Rede zu übermitteln. Das ist nun geschehen. Zn der Stadtverord­netensitzung am Mittwoch wurde die Rede kritisch geprüft. Danach hat Maß wörtlich gesagt:Auf den Glanz und Flitter m Homburg verzichte ich gerne zu Gunsten einer ne- biegenen gründlichen Arbeit, wie ich si- auch schon anderswo m Homburg aber nicht in dem Maß gesunden habe, daß es mich dauernd hätte fesseln können." Nach heftiger Debatte beschlossen die Stadtverordneten, den ersten Beschluß umzu- stoßen und von einer Verewigung des Oberbürgermeisters Ab stand zu nehmen.

9 a J)umna/S der gerichtliche Schreibsachverständige

S ä n g e n 6 r u ch -Berlin vereidigt. Als Langenbruch feinen Vvr- trag beginnen will, bemerkt der Verteidiger R.-A. Tr. Dietz- Dec Angeklagte gibt die Erklärung ab, daß er das Pariser! Telegramm geschrieben habe. (Große Bewegung.) J^n?e-5-nterV ivoHen biefe Erklärung selbst abgeben?

Angekl.. ^zch gebe zu, das Panier Telegramm geschrieben zu öabm. - Von.: Hat Ihre Frau davon Kenntnis gehabt? - An-M.: -rarüber gebe ich feine Erklärung ab. Bors.: Sie geben aber zu, das Pariser Telegramm an Ihre Schwiegermutter I geschrieben und es auf dem Telegraphenamt in Paris aufqe- ßeben zu haben? Angekl.: Ich habe nur erklärt, daß ich das Telegramm geschrieben habe. - Vvrs.: Und wer hat es aufs Telegraphenamt beordert? ~ Angekl.: Darüber will ich keine Erklärung abgeben. Mit Genehiniguiig aller Prozeßbeteiligten 5^ darnach aus die Vernehmung der Schreibsachvm'tändbgen Langenbruch-Berlin ^unb zr. Popp-Frankfurt a. M. verzichtet. < x ü'rau Dr. Müller-Linz vernommen' Sie

habe ftüher in Trier gewohnt, ihr Neffe sei, als er in Trier das Gymnasium besuchte, fünf Jahre bei ihr in Pension gewesen Oie habe ,hn gewisterm-ßen fünf Jahre lang erzogen Er Le! °L?^mtlcher, sleißrger und gutherziger Mensch gewesen.

irgendwelche Sorgen gemacht. Er sei steto freundlich und zuvorkommend gegen sie und ihre Einher gewesen. Am Tage nach der Ermordung bet TOeb&Siättn )ei Jie mit lhrem Schwager, dem Vater des Ange­klagten, m London gewesen. Der Vater habe heftig geweint. SsL ^er ^a!er ^^en dem Angeklagten ins Gewissen ge­redet, ihnen, zu sagen, ob er der Täter sei. Sie fragte ihn - ft>rn bir ^^en? Ec antwortete: Mir tarnt niemand Oelfcn, kann nur versichern, daß meine Hand rein ist, ich ®ie battc ben Eindruck, als ob der

Angeklagte geistig nicht normal sei. Vors.: Hatten Sie die Ueberzeugung, daß Ihr Nesse unschuldig sei? Zeugin- Die volle Ueberzeuguna. - Vors.: Wie kamen Si ' den Gedanken, daß er geistig l|U ntumn- ^r

maßte wirklich den Eindruck eines Geistesgestörten. Vors.:'Sie I scheinen bezüglich seiner Schuld doch einigen Argwohn gehabt

Ich sagte mir nur: Wenn er es wirklich getan hat, dann hat er es m nicht normalem Zustande getan ton ^kuellen Ausschlveifungen des Angeklagten nichts wahrgenommen Nach abgelegtem Abiturimtcn-Examen unter« nafrn er eine Vergnügungsreise nach Metz. Von dort kam er Geschlechtskrankheit behaftet zurück. In der s.toar uc - AngeNagte aufsallend apathisch,- sie hatte die Empfindung daß der Angeklagte geistig überangestrengt war. hat gesagt: Ich kann an die Schuld meines .Nannes nicht glauben; wenn er es getan hat, dann ist er I Ach fragte einmal Frau Hau: Ist es wahr, daß Ihre ^chwefter^Olga ul ^hreii Mann verliebt ist? Frau Hau ant- leitjer wahr. Haben Sie das nicht >zhier Mutter erzählt und Ihre Schwester zur Rede gestellt, fragte ich tftau Hau versetzte: Ich habe es meiner Mutter erzählt und auch meine Schwester zur Rede gestellt. Der Ange­klagte habe sich einmal zur Fastiiachtszeit, als er noch das querer Gymnanum beachte, einen falschen Bart angesteckt und rn Trier begeben, in dem keine Die nächsten Angehörigen des Angeklagten seien an Tuberkulose gestorben. Wenn der Angeklagte in Geldverlegen- hfa /SinAnnm??rC' r^tten von seinen Anverwandten bis 50000 ML. zur Verfügung gestanden. Der Angeklagte bemerkt auf Befragen des Vorsitzenden: Es haben keinerlei S8me» hM^^zchischen .ihm und seiner Schwägerin Olga bestand en.

* Kleine Tageschronik. Die Rettungsstation Zie­genort der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert, daß am 18. Juli durch ein Rettungsboot der

£on dem im Stettiner Haff geftranbeten Kahn des Schiffers Stein, der mit Kohlen von Swinemünde nach Stettin bestimmt war, zwei Personen gerettet worden sind.

1 a b e 1 1 a c tourtieit infolge der hohen Temperatur

2 500 Personen, die einem Festzug beiwohnten, von der Hitze überwälttgt. Die Hospitäler sind überfüllt. In Sig­ma r i n g e n ist Donnerstag nachmittag eine Feuersbrunst ausgebrochen, ©egen 6 Uhr abends waren 10 Häuser und Speichet den Flammen zum Opfer gefallen. Der Schaden ist bedeutend. Auf der Feuerwehr-Hauptwache in Chemnitz stürzten beim Manöverieren mit der großen Leiter drei Feuenvehr« leute in die Tiefe. Ein Oberfeuerwehrmann namens Weber erlitt so schwere Verletzungen, daß er sofort starb. Ein anderer erlitt einen Schädelbruch. An seinem Aufkommen wird ge^ > zweifelt. Der dritte erlitt eine Verletzung am Bein. Pastor K i r ch b e r g - B ü d d e n st e d e (Braunschweig) ist wegen sittlicher Verfehlungen verschwunden. Man vermutet, daß er Selbst­mord verübt hat. Gegen den in B u d a p e st nach Kronstadt abgelassenen Schnellzug wurde in der Nähe von Branvicska ein D y n a m 11 - A11 e n t a t verübt, wobei jedoch nur die Loko­motive leicht beschädigt unb mehrere Schienen aufgerissen wurden, i Dte Täter sind unbekannt. In Sachen des angeblich unschuldig HL, Hingerichteten Martin Dee pe (F l en s b u r g) ist das vom I ^zustizminister angeordnete Ermittelungsverfahren zur Wieder­aufnahme des Prozesses negativ verlaufen. Es haben sich keinerlei Anhaltspunkte für die behauptete Unschuld des Deept ergeben. In Odenkirchen wurde ein Dienstmädchen, nach« bem der Begleiter, ein Kutscher niedergeschlagen worden war, von acht Burschen überfallen und vergewaltigt. Vier der Täter sind verhaftet worden. Durch Explosion einer umgefalleuen Petroleumlampe entstand in Hamburg ein gewaltiger Spei-

NMWWLWsSSSWsS mo wie auch an den Ausgängen etwas über

erhöhe.mU einem Griff versehen, durch dessen Hei:unter- ziehen wach innen beide Türflügel geöffnet werden. Es ist aber ianzunehmen, daß es bei den vorzüglichen Einrichtungen im ganzen Theater niemals nötig werden wird, von dieser ft'ir den Swtmll getroffenen Einrichtung Gebrauch zu machen. Es können aber auch im ^chlimmjten Falle Menschenleben kaum gefährdet Nieten, Pa alle Türen, Gange, Treppen und Ausgange ganz bc# wnders breit angelegt sind, um eine schnelle Entleerung des Hauses zu ermöglick>en.

H. F. Karlsruhe, den 18. Juli.

_ _ . Zweiter Verhandlungstag.

.ter Andrang des Publikums ist auch heute sehr stark. Die Zeugenvernehmung wird fortgesetzt. Kaufmann Uhlig: Am 6. Nov 1904 mittac^ habe er einen jungen Mann mit f^Jbart auf dem Hauptbahnhof in Frankfurt gesehen. Tas Ge- öu dem Bart. Bei nährerer Bettachtung sah er, daß der Bart nur angesteckt war. Er sagte sich: das muß ein steck- ^^wlgber Hochjrppler oder ein Manu fein, der die Ab- ftcht Hai, ein verbrechen zu begehen. Ter Mann stieg in den Schnellzug, der nach Karlsruhe ging. Der Angeklagte muß sich hieraus den Bart an,tecken. Tanach erklärt der Zeuge, daß dies der von chm beobachtete Mann sei. - Die folgende Zeugin ist die frühere Bonne des Angeklagten, Anna Lerch: Sie sei seit ^geklagten gewesen. Tie ehelichen Bei> hchttii se der Familie Hau waren die denkbar besten, oie liaüe ErsersuEzene zwischen den Eheleuten wahrgenom- men. Beide Eheleute hmgen an ihrem Kinde mit großer Liebe

(Zeugin) wuroe sehr gut behandelt. Das Verhältnis öu )einer Schwiegermutter und seinen Schwägerinnen 5?^ 1 ^ut. Auch -wischen Frau Tr. Hau und ihrer Schwester Olga habe das beste Einvernehmen geherrscht. Nachdem die alte l^rCT Dochttr Olga wieder von Paris nach Bad ,i-Baden gereist war, uhr die Herrschaft mit ihrem KAid mtb 7°rnbon- Tr. H^u erhielt sthr bald ein fcjort nach Berlin kommen. Dr. Hau reifte Tage später traf von Baden-Baden an

hKtbiat1" e'S iK i>ein 6:c&: --Maina wird

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grarnm, m dem Dr. Hau feine Ankunft anscigte. Wenige Stunden naj feinem Eintreffen in London wurde Dr. Hau vÄha tell k^T ^au. darüber ungemein bestürzt. Frau Dr Hau Emde unverzüglich nach Baden-Baden.

^ie ll^ube nicht, daß Fran Tr. Hau das Telegramm von Paris an ^sandt fywt. Frau Dr. Hau jagte aber in Paris

» L & elferfuchtig: Düs ihre Schwester Olga unb habe .... Wunsch, daß )te abgeruren werde. Auf Befragen des Ver-

H a n a u, 18. Juli. Heute kann da§ hiesige Kgl. Gymnasium auf ein 3 00 jähriges Bestehe n zurück- blicken. Zwar erließ schon am 5. Februar 1607 Graf Philipp Ludwig II. von Hanau eine Sudsidien-Ordnung, welche die Gründung dec hohen Landesschule vorbereitete, aber die eigentliche Stiftungsurkunde datiert vom 18. Juli 1607, sodaß also heute dec eigentliche Jilbiläumstag wäre. In jener Subfidien-Ordnung wurden die Abgaben bestimmt, welche zu Gunsten der Schule anfjubringen waren. Am Jubiläumstag des Erlasses der Subfidien-Ordnung (5. Febr.) wurden bereits die Einzelheiten jener Vorgänge näher dar- gestellt. Da der eigentliche Gründungstag in die großen Sommerserien fällt, so hat man von einer Feier an diesem Tage abgesehen und es wird am 27. September, am Schluß des Sommerhalbjahres, eine würdige Feier von feiten der Anstalt gehalten werden. ^lnz.)

** Kleine DJt 111 ' i n n c n aus H esse n und den N a chb a r st a a t en. Mit der Postagentur in Lardenbach ist nanstalt nebst öffentlicher Sprechstelle und Uni all melde stelle vereinigt worden. Ein S i t t l i ch t e i t s - ch e n wurde am Sonntag nachmittag in dem Lohwald- ^öer-Erlenbach unb Holzhausen an einem 12jähc. ^^chen begangen Das Madchen soll schwer krank darnieder liegen. Der mutmaßliche Tater ist abends in Ober-Erlenbach vor- haftet und iwch Vilbel transportiert worden,

Aas Arama eines KechtsanrvaNs.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.)