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19.7.1907 Zweites Blatt
 
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Nr. 167

Zweites Blatt

157. S

General-Anzeiger für Oberhejjen

nur uns aber wir und

Redaktion, Expedition and Druckevrir Sch ul - stratze 7. Expedition und Verlag i 6L Redaktion:HL Tel-Adro

Freitag 19. Juli 1907

Rotationsdruck und Verlag de» Brühlachen UntverfttätS - Buch» und Greindruckeret.

R. Lang«. Dietzen»

München den Staatssekretär des ytiiajsjcljayaintcs Frei Herrn v. Stengel anläßlich seines 70. Geburtstages zum Ehren­doktor.

Stuttgart, 18. Juli. Der Gemeinderat beschloß ein­stimmig die unentgeltliche Abgabe von warmem Frühstück an 2000 Volksschulkinder vom 1. Oktober ab. Die Jahreskosten betragen 41 000 Mark,

Karlsruhe, 18. Illli. Der bisherige Leiter des badischen Schulwesens, Geheimer Rat Arnsperger, ist gestern einem Herzleiden erlegen.

biejeiiigen öffentlichen Erklärungen und Ausführungen von stammen, welche ausdrücklich als authentisch bezeichnet oder mit unserm vollen Vlainen versehen sind. 7. Endlich bitten um positive Mitarbeit auf der bereits gewonnenen breiten stets kirchlich korrekt gebliebenen Basis.

Münster den 16. Juli 1207.

Justizrat Hellraeih. Assessor Dr. len Hompel. Professor Dr. Plaßmann. Schmedding, Atitglied des Hauses der Abgeordneten

Professor vr. Schlvering.

AuS dem Haag.

Haag, 18. Juli. Die Unterkommission für Beschießung erörterte heute nachmittag verschiedene An­träge von Amerika, Spanien, Italien, Holland und Rußland. Ein von Japan unterstützter Ergänzungsantrag Englands, der eine Verpflichtung zur Benachrichtigung vor der Be­schießung, auch zur Gewährung einer Frist, aus welcher der Feind Vorteil ziehen könnte, nicht zulasten wollte, wurde ab gelehnt mit 23 gegen 6 Stimmen. Alsdann wurden alle Artikel des gemeinsamen Antrages mit geringen Än­derungen angenommen. Man sprach sich also dahin aus, daß verboten ist, nicht verteidigte Hafenplätze und Städte, Wohnhäuser oder Gebäude zu beschießen, ein Vorbehalt wurde nur gemacht bezüglich des Ausdruckes »nicht verteidigt", den man näher bestimmt wisten möchte. Auf Antrag der Türkei wurde noch beschlossen, einen zu ernennenden Ausschuß für die technische Redaktion als Notwendigkeit zu empfehlen, Bestimmungen über die Beschießung den Grundsatz anzufügen, daß die Einwohner­schaft nicht über ihre Leistungsfähigkeit zu Requisitionen herangezogen werden dürfe.

In der Unterkommission, die unter dem Vor­sitze deS französischen Delegierten Bourgeois, die die Schieds­gerichtsfrage bearbeitet, hielt heute morgen der argentinische Delegierte Drago eine lange Rede, in der er seine Auffassung verteidigte und den amerikanischen Vorschlag bekämpfte. Spanien, Nicaragua und Columbia unterstützten die Ausführungen Dragos, während der amerikanische Delegierte Choate die Ausdehnung des Schiedsgerichts- prinzipS befürwortete. Der englische Delegierte Fry erklärte, daß die großbritannische Delegation den amerikanischen Vor­schlag unterstütze, dec seiner Ansicht nach den Interessen der Schuldner und Gläubiger in gleicher Weise gerecht werde. Am Samstag wird eine Plenarsitzttng der Konferenz stattsinden.

DieNationalztg." meldet aus dem Haag: Verstim­mungen persönlicher Natur führten am 17. Juli morgens zu einem Zusammenstöße zwischen den russischen Delegierten Martens und Nelidow. Am 18. Juli morgens entstand wieder eine heftige Szene, worauf cm telegraphischer Bericht nach Petersburg abging. Der eine oder der andere wird abberufen werden, über dessen Qualitäten sich Martens wiederholt ungünstig geäußert hat.

Die Franzosen und ihre englischen Freunde.

Paris, 18. Juli. DerTemps" kritisiert in überaus scharfer Weise die Erklärungen, welche Sir Edward Grey vorgestern im Unterhause über die Demission des französischen Direktors Lambert derRechtßschule inKairo abgegeben hat. Diese Angelegenheit, sagt das Blatt, sei eine Episode in dem Kampfe, welchen Lord Cromer gegen den französischen Schul­unterricht in Egypten eingeleitet hat. Diese Politik wider­streite deut französisch-englischen Abkommen von 1904, welches den französischen Schulen in Egypten dieselbe Freiheit ivie früher gewährleistet. In Kairo allein iverden die französischen Schulen von 8000 Kindern befugt, deren Freiheit ver­gewaltigt werde; denn ihre Eltern sollen gezwungen werden, entweder auf den französischen Unterricht der Kinder oder deren Zulassung zu östentlichen Aemtern zu verzichten. Diese Politik, welche Grey mit solcher Ungeniertheit als durch­aus korrekt bezeichnet habe, stehe in direktem Widerspruch zu dem Geiste des Abkommens vom 8. April 1904; denn sie sei unziveideutig gegen die französischen Schulen gerichtet, welche zu schützen England versprochen habe. Frankreich habe sich durch dieses Abkommen verpflichtet, jede antiengllsche Aktion in Egypten auszugeben. Diese Verpflichtung habe Frankreich sorgfältig innegehalten, aber auf wirtschaftlichem und intellektuellem Gebiete habe Frankreich keinerlei Verpflicht unterzeichnet und werde sich auch auf keinerlei Verpflicht einlassen. Hoffentlich werde die französische Negierung freund­schaftlich das englische Kabinett daran erinnern. Clara pacta, boni amici. Gambetta schon habe gesagt, man wird von den Engländern nur dann geliebt, wenn man es versteht, ihnen Respekt einzuslößen.

politische Lagesscharr.

Eine Erklärung zu der Bewegung gegen den Judex.

Die Verfasser der Bittschrift um zeitgemäße Abänderung der Jndexbestimmungen erlassen eine Erklärung, in der sie Öen Entschluß bekunden, trotz aller Angriffe von ultramon- taner Seite das begonnene Werk fortzusetzen. Die Erklärung lautet nach der Kölnischen Völkszeitung:

Gegenüber den vielfachen Angriffen, die in verschiedenen Zeitungen, insbesondere auch int Osservcckore Romano letzthin gegen uns gerichtet wurden, sehen wir uns im Interesse der Wahr- heU gezwungen, folgende Erklärung abzugeben: 1. Aus den bisher veröffentlichten Schriitstücken und Erklärungen ergibt sich ohne weiteres, daß es eine Entstellung der Wahrheit ist, wenn man uns die Absicht einer Trennung von der Autorität der Kirche unter- schiebt. 2. Unsere Absicht, gemäß dem dringenden Nate wohl- unterrichtttcr Fachtheologen die Bittschrift nicht nur zunächst den Bischöfen, sondern gleichzeitig auch Er. Heiligkeit in Nom zu überreichen, kann um so weniger befremdlich erscheinen und ist um so korrekter, als a. der unmittelbare Weg zum hl. Vater bislang jedem Katholiken jederzeit von Rechts wegen zustand und b. an­gesichts der Beteiligung verschiedener Diözesen und Länder Nom als die einzige gemeinsame Instanz aller von vornherein notwendig mitberücksichtigt werden mußte. 3. Jeder Katholik, der Geistliche und. auch der Laie, hat nicht nur Pflichten, sondern auch Rechn-, so ist jeder Laie unter an barem berechtigt, zu erlaubten Zwecken mit andern Laien zusammenzutreten, ohne grundsätzlichen Ausschluß des Klerus die Pflege des Laien-Apostolats zum Gegenstand ferner Pläne und Unternehmungen zu machen, als Sohn der heiligen Kirche vertrauensvoll Bittschriften an deil heiligen Vater vorzu- bereiten und durch Organisation das Gewicht der für seine An­liegen gesammelten Unterschriften zu erhöhen. Jede Verkümmerung dieser Rechte liegt der kirchlichen Autorität fern und widerspricht ihrem Lebensinteresse. Es muß also schon der Versuch, unser Vor­gehen als unrechtmäßig hinzustellen, als ein völlig unkirchliches Unterfangen zurückgewiesen werden. Aus Anlaß des vatikanischen Konzils sagte der Bekenner-Bischof Mathias Eberhard von Sri er in seinem Fastenhirtenbrief von 1869 wörtlich,daß in einem all­gemeinen Konzil zwar nur die Bischöfe als die Nachfolger der Apostel entscheidendes Stimmrecht haben, daß aber nicht ihre, sondern aller Glieder der Kirche Erfahrung und Einsicht dort gehört und beachtet werde; daß nicht nur Priester, auch Laien, selbst in

wichtigen Fragen Einfluß auf die Beschlüsse der Konzilien zu üben berufen sein könnten." (Zit. nach den Stimmen aus Maria-Laach, Einleckungsbaud I, Buch V, Seite 21.) 4. Aus der Geheimhaltung des ganzen Unternehmens kann irgend ein begründeter Vorwurt nicht hergeleitet werden, denn schon die bisherigen Folgen des unverantwortlichen, gewissen* und charakterlosen Venrauensbruchs müssen jeden Einsichtigen mit zwingender Notwendigkeit davon überzeugen, daß durch die Auslieferung an die Oeffemlichkeit eine schwere Schädigung kirchlicher Jmeresfen eingetrefen ist. 5. Jede sachliche Kritik ist unS in der vorhandenen verantwortungsvollen Lage besonders willkommen und wird der endgültigen Fassung der der Bittschrift zugute kommen. 6. Wir erklären uns m allen unternommenen Schritten solidarisch und bemerken, daß

Zur Lage in Rußland.

Petersburg, 18. Juli. Durch einen Beschluß des Mrnisterrates, der vom Kaiser genehmigt wurde, werden die Studenten der höheren Lehranstalten ermäch- ugt, Organisationen mit solchen Zielen zu bilden, die den be­uchenden Gesetzen nicht widersprechen. Die Statuten müssen durch die Verwaltungsbehörden bet Anstalten genehmigt sein, widrigen- ? bie. Organisationen als ungesetzlich zu betrachten sind. Oefsentlicge Versammlungen in Universitäten können nur statt- fmden, wenn sie einen wissenschaftlichen Charakter tragen. Die Polizei hat das Recht, Vertreter zu schicken, um sich über den Charakter der Versammlung zu informieren und ist er- machtigt, Maßregeln zu ergreifen, um die Ordnung wieder her­zustellen, wenn es zu Unruhen kommen sollte, und gegen die Schuldigen vorzugehen.

so cm" Astern sind 312 politische Gefangene, darunter oo Malrosen und Soldaten nach Sibirien in die Verbannung gesandt worden.

~ 7"! Das in der Regel gut unterrichteteSlovo" meldet: Hartnäckige Gerüchte über bevorstehende Aenderungen r Verwaltung Finnlands finden jetzt anscheinend Bestätigung. In den nächsten Tagen wird die Ernennung des ehemaligen Generalgouverneurs von Kurland, Generals Beck­mann, zum Generalgouverneur von Finnland anstelle Gerards erwartet. Zugleich soll dem Vernehmen nach der Rücktritt des Staatssekretärs von Finnland erfolgen.

ia k k a, 18. Juli. Auf der Wolga wurden in der Nacht botn 17. Juli an Bord des DampfersLubinow" auf der Fahrtzwischen Perm unp Ochansk von einer 12 Mann starken iRaüberbaute,zwei Soldaten und ein Polizeikommissar ge­botet, der Kapitän und ein Passagier wurden verwundet, ^.urch eine in die Maschine geworfene Bombe wurde die Ma- fchine unbrauchbar gemacht und das Schiff zum Stehen gebracht.

Räuber erbrachen darauf den Postraum, entwaffneten die Postbeamten, raubten 35 000 Rubel und suchten dann auf einem Boot das Weite.

B r e s l a u, 18. Juli. DieBresl. Bta." meldet aus Soß­no wi e e, daß gestern nachmittag der Musikalienhändler B o - tusch in feiner Wohnung während des Mittagsschlafes von Unbekannten e r^s ch o s s e n worden ist. Der Täter ist entkommen.

Nasi.

Abg-^rdnewn^Merlan; ^rösfentlicht eine Unterredung mit dem S^ eTtoerhP &r beJ-'^u Anwälten zählt. Merlani Verickleuderrw unmcyt schwer fallen, die Anklagen der Ö entkräften. Man beschul-

fnSLrp? I faus den Mitteln des Ministeriums ein »6« bex Wi M -u b°bm. Tas sei "wahr

Cr behielt das Service Nicht für sich, sondern ML?, hinein Diplomaten, der ihm wichtige Mitteilungen mmätbe Shnar^C ,9Cm.ad>t I,at> ~ Ein teuer bezaWeZ Oel- rnT «E p* .reme?t srvßcn Künstlers, das gleichfalls

Mn, ®ünb«jregIfter stehe, habe der Minister zur Aus-

L^Hfidn?r°^-bcl -driAktur Florenz gesandt, wo es indessen bis dato vergessen im Magazin stehe. Wenn man ferner die Auf- Mu"8 Nasis Munsterreisen bemängele, so möge man be- Mr L re - reaft jiei.DD1? alle möglichen Subfibien bestritt, üur dre Reue Rom-Turm berechnete Minister Nasi 3000 Franks, ? JÄ101 -rie Dande über dem Kovs zusammen. Gleich- zettrg nnt Nase reist aber auch ein anderer Minister nach Turin und berechnet für ganz dieselbe Reise 20 000 Lire! Aber ntentanb suchet etwas daran auszusetzen. Nasi habe sich keines­wegs bereichert, vielmehr sei er ein armer Teufel geblieben, der von der Mildtätigkeit seiner Landsleute lebe. Die Mit- tn.ungen des Abgeordneten Merlani Wersen zweifellos ein inte- reffante'j Sid)t auf den Fall Nasi wie auf die fortwährend hoch- gehende Nafi^Bewegung in Sizilien.

Rom, 18. Juli. Wie aus Sizilien berichtet wird, nimmt dw Ausregung infolge der Verhaftung des frü- Ministers Nasi immer mehr zu. Es soll die Ab- sicht bestehen, das Beispiel der französischen Winzer zu befolgen unb bie ©teuer ja Hung z u verweigern, sowie das politische Leben zu unterbinden.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

**k&encr ZamtNenblStter" werden dem »Anzeigei viermal wöchentlich beigelegt das Ureisblatt für den Kreis Giehen" zweimal »Sdjenthcb. Derhessisch, £anbroltf ertd)elJ monatlich einmal

DerrtZehes ReLetz.

Berlin, 18. Juli. Zttr Affäre CurtiuS erfahren dieDeutschen Slachrichten" von authentischer Seite, daß Präsident Eurtius nicht daran denke, zu demifsionieren. Auch sei es unrichtig, daß Prinz Alexander Hohenlohe nichts von dem Inhalte der Memoiren gewußt habe. Viel­mehr habe et das ganze Werk zweimal eigenhändig durch- korrigiert, den letzten Teil sogar noch em drittes Mal, sodaß Präsident Eurtius dem Prinzen mehrfach erklärt hat, er, der Prinz, fei voll und ganz verantwortlich für den Inhalt und Eurtius nur für die literarische Form.

Norderney, 18. Juli. Der Reichskanzler Fürst Bülow trifft morgen früh in Berlin ein, um sich einer Zahn­operation zu unterziehen.^

München, 18. Juli. Wie die Abeudblättcr me^?n, ernannte die staatswtffenfchastliche Fakultät der Univ-?ptät

RrtzKLQsrS.

Narvik, 18. Juli. 9flich den letzten Dispositionen wird der deutsche Kaiser auf der Rückkehr von der Nordlandsreife am 1. August in Swinemünde eintreffen und dort eine Flottenbesichtiguug vornehmen.

Ischl, 18. Juli. Der Nlimster dc§ Auswärtigen Frhr. o. Aehrenthal ist gestern abend hier eingetroffen und heute vormittag vom Kaiser in längerer Audienz empfangen morden.

Konstantinopel, 18. Juli. Die Untersuchung über daS Bombenattentat wird jetzt im Pildiz geführt. Es verlautet, daß auch Serben kompromittiert sind und daß das Attentat doch gegen den natürlichen Sohn des Königs Allilan, Georg Christie, gerichtet war.

London, 18. Juli. Es heißt, daß Raisuli eine große Anzahl Soldaten, die im Auftrage des 'Maghzen abgefanbt wurden, um Malean zu befreien, hinrichten ließ..

Washington, 18. Juli. Hier geht das Gerücht, daß der Plan, die Schlachtflotte nach dem Stillen Ozean zu entsenden, aufgegeben worden fei. Es fehlt jedoch jede Bestätigung dieser Angabe. Die Lage ist äußerst sonder­bar. Der llRarincfekretär ÜRetclaf hat die Vornahme der in Rede stehenden Flottenmanöver angekündigt. Den ihm unter­stellten Offizieren ist jedoch noch kein Befehl zugegangen und eS sind von ihnen noch keine Vorbereitungen zu der Fahrt getroffen worden. Rian deutet diese Lage der Dinge dahin, daß sich Friktionen in den osfiziellen Kreisen eingestellt haben.

San Franziseo, 18. Juli. Dr. Taylor-Deam ist anstelle des Herrn Schmitz, der jüngst zu 5 Jahren Ge- ; sängnis wegen Geldunterschlagung verurteilt wurde, zum : Bürgermeister von San Franziseo gewählt worden, London, 18. Juli. Privattelegramme hiesiger Zeitungen > aus Söul berichten, daß dort in den Straßen Dlauer- anschläge verbreitet worden sind, in denen zur Er­mordung der japanischen Beamten aufgefordert i wird. Strenge Maßnahmen sind getroffen, um Unruhen zu 1 verhindern.

Soeul, 18. Juli. (Associated Preß.) Tas koreanische Ministerium ist vom Amte zu rückgetreten.

Ans Sraoe mio LE0.

Gießen, 19. Juli 1907.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Pfarrverwalter Rich. Sittel zu Stadecken die evang. Pfarrstelle daselbst übertragen. Ernannt wurde G. D i st e l in Büdingen gum Schreibgehilfen bei dem Amtsgericht Büdingen.

** E i n i g e W in ke für Be sn chc r d e s n e ue n Stadl- th e,at er s. Ta die Eröffnung des neuen Stadttheaters vor der Türe steht, wird es für die Besucher desfelben erwünscht fein, näheres über die Einrichtung des Zuschauerhauses und die Zu­gänge zu demselben zu erfahren. In erster Linie ist den Be­suchern pünktliches Erscheinen anzuempfehlen, da mit Beginn der Vorstellungen alle Türen zum Zuichauerraum geschlossen werden und zu spät Kommende erst in der nächsten Pause Ein­laß finden können. Tie" strenge Durchführung dieser Maßregel erscheint durchaus nötig und gerechtfertigt, um all denen, die rechtzeitig erscheinen, den ungestörten Genuß der Vorstellungen zu sichern. Die Zufahrt für Wagen führt nur vorn Oktroi- häuschen am Neuwcgertor zu den drei mittleren Eingangstüren, wo zum Schutz der aus steigenden Personen eine Glasüberdachung angebracht ist. Tie Abfahrt von dort erfolgt nur in der Rich­tung nach der Bismarckstraße. Ter Wagenverkehr nach Schluß der Vorstellung regelt sich genau in derselben Weise. Ter von. der Tarmstädter Ban? in der Johanuesstraße abzweigende, nach dem Theater führende Fahrweg ist nur für die Kohlenzufuhr zum Theate^r bestimmt, und dessen Befahren im übrigen verboten, weil sonst die glatte Abwicklung des Wagenverkehrs an der Auffahrt gestört würde. Fußgänger benutzen von der Südanlage aus die stadtseitig neben der Auffahrt belegeuen Fußwege oder die anderen durch die Anlagen führenden Wege und treten durch die seitlichen Türen unter den Balkonanbauteu in das Theater ein. Auf diese Weise brauchen sie den Wagenverkehr nicht zu kreuzen. Von den genannten fünf Eingängen aus gelangt mam im die Vorhalle mit der Abendkasse, wo die Personen, die nicht bereits an der Tageskasse ihre Karten gelöst haben, eine solche erhalten. Von der Eintriltshalle führen rechts und links je eine Treppe unmittelbar nach dem zweiten Rang und gerade aus vier Türen nach dem Umgang des Pari-etts, wo rechts und links die Treppen; zuni ersten 9iang abzweigen. Es empfiehlt sich, schon von der Eintrittshalle aus entsprechend dem Vermerk auf der Eirh- trittskarte nach rechts ober linls abzubiegen. Um das Auf- finden der Plätze zu erleichtern, sind alle Türen zum Zuschaner- haus und alle Sitzreihen mit fortlaufenden Nummern versehen, die auf der Eintrittskarte vermerkt sind. Der betreffenden Türe gegenüber auf der anderen Seite des Umganges findet jeder Besucher einen Gardervbenhaken, der mit der Nummer seines Platzes versehen ist. Es wird gebeten, die Ueb er Keiber hier aufzuhängen, jedoch im eigenen Interesse daraus 'bedacht zu sein, daß 'die richtige Nummer und nur diese hierfür benutzt wird. Es ist dringend nötig, daß jeder Besucher Diese Anordnung be­folgt, weil nur so die Unterbringung der Garderobe ohne beson­dere Bedienung und ohne besondere Kosten möglich ist. Tie Logen- chließer hoben die Garderoben zu überwachen, sollen aber wegen Unterbringung derselben nicht in Anspruch genommen werden, auch sollen ihnen keinerlei Trinkgelder verabfolgt werden. Tie Einrichtung ist "hier so getroffen worden, nachdem sie sich in einer Reihe anderer, auch arößerer Theater bewährt hat. Im F-oyer int ersten Rang befiiwct sich für die Besucher des Parketts und ersten Ranges eine Restauration, die der bewehrten Leitung der Gebrüder Tatz übertragen ist. Für die Besucher des zweiten Ranges ist eine besondere Resmnratwn im Umgang des zwecken Ranges unter derselben Leftung^ eingerichtet. Ditz Tretzpen