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* Ter Kaiser bei Tisck. Wenn der Kaiser in Wiesbaden oder .Homburg weilt, bleibt er bezüglich der Einnahme der Mahlzeiten seiner Berliner Gewohnheit treu. Um 1 Uhr nimmt er stets das Mittagessen und zwischen 7 nnd 8 Uhr abends d»s Abendessen. Sind Gäste, da, so Tonnen sich die Zeiten etwas verschieben. Aui die kaiserliche Tafel kommt vom Guten das Beste. Alles wird vor der Zubereitung sorgfältig geprüft. Konserven ißt d>er Kaiser niemais, weder Obst noch Gemüsekonserven, und dann nichts ..Gefingertes", wie er fick in Homburg einmal tnnesgebrüdt haben soll. Das beißt, er wünscht keinerlei Speisen, die von den Köchen mit de >?anden bearbeitet sind, also Klöße, Fleischpasteten :e. Ans dem gleichen Grunde wird niemals eine Blatte garniert. Das Servieren aus Servietten ist schon seit Wilhelms I. Zeit am preußischen Kä- nigshos abgeschafst, weil es nicht für reinlich genug gilt.. Tic Speisefolge für die kaiserliche Tafel schlägt der Oberkücken- meister, erfolgt die Verpflegung wie letzthin in fcombirg von außerhalb, der betr. Hotelier vor. Ter Oberhofmarschall prüft die Vorschläge, beißt sic gut oder ändert sie nach seinem Gutdünken ab. Gewöhnlich nimmt der Kaiser Supve, Fisch, Braten, Geflügel, Eis, Käse, Obst und dann einen Likör oder Mokka. Bei Tisch trinkt der Kaiser leichte Weine und wenig Sekt. Vetw Kaiservreis-Rennen wurde am Haupttag z. B. das Tiner um 1 Uhr auf der Tribüne serviert. Es bestand aus kalter Suppe, gekochten Krebsen mit klarer Bnttersauee, Lammrücken mit frischen Champignons, Poularde mit Trüffeln, Eis re. frat der Kaiser Gäste, so ist ihm nichts au teuer zu ihrer Bewirtung, andererseits liebt er nicht, wenn ihm zu teure Speisen vorgesetzt werden. In einem Osiizierkasino gab es gelegentlich eines Kaiserbesuchs einmal gctrüffelte Poularden. Das erschien dem Kaiser zu verschwenderisch und er machte nach Tisch den Regimentskommandeur darauf aufmerksam. Tie Offiziere sollen einfach leben. Ter Kaiser ist ein mäßiger Esser. Er nimmt von jeder Platte etwas. Im Sommer liebt er erfrischende, kalte Luppen, ferner Lammrücken von Lüneburger Leidschnucken und dann Wild. Letzteres kommt ziemlich oft auf die kaiserliche
Fataler Nachsatz. Bauer (in der Gemelndesitzung): „Bürgermoasta, wir hab'n einftimnu’ b'schloss'n, daß ma dl' von roeg'n deine groß'» Verdienst um uns're Grnoand' zum Em n- mitglied ernenne!" — Bürgermeister (geschmeichelt': „so, ,o! — Bauer (sich verlegen kratzend): „Und weiters hab n mano be- schloss'n, daß ma di' nimmer zum Bürgermoasta machn, weil ma alle dageg'n san!"
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93.80
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blanker Waffe gegen dte Menge ein. Viele Demonstranten' wurden verlegt, ebenso ein Polizei-Kommissar.
Montpellier, 21. Juni. Tic Bevölkerung errichtete während der Nackt neue Barrikaden Tic Ernsten Zusammenstöße dauern fort. Des Nackts war die Stadt völlig! in Tun lei beit gehüllt Aus der Menge fielen Schüsse, worauf die Kavallerie das Feuer erwiderte. Eine Frau wurde getötet, viele Demonstranten verletzt.
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. . 138.40
Vergebung von Schreiner- bezw. Zimmerarbeit und von Weißbinderarbeit.
Das Herrichten von vorhandenem StangenholA zu flaggen masten, das Aufstellen von Flaggenmasten sowie das Anstreicher, derselben soll
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Meldungen unter Anschluß von Zeugnissen sind alsbald an Großherzogliche Direktion der Chirurgischen Nuiversitäts- tlinit in Gießen cinzureichcn. B2%
kreisen verlaute, das; der Fürst von Bulgarien sich mit der Schwester der ruinänischen Kronprinzessin, der Prinzessin Beatrice von Sachsen-E oburg-Gotha verloben werde.
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Gießen, den 19. Juni 190/ .. •
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Das bisherige Vorstandsmitglied der landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgcnosscnschaft zu Langd, e. G. m. u. H., Emil Fritz, ist aus dem Vorstände aus- geschieden und damit seine Befugnis, in der im Statut bestimmten Weise zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern die Genossenschaft zu vertreten, erloschen. An seine Stelle ist Cito Georg Walther von Langd als Mitglied des Vorstandes gewählt ivorden.
Hungen, den 19. Juni 1907.
Grotzh. Amtsgericht. B21/6
Bekanntmachung.
Gießen, den, 19. VIuni 1907. . ,
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Original-Drahtrnctdungen.
Perpignan, 21. Juni. Gestern Abend kam es hier zu stürmischen Kundgebungen. Die Menge steckte das Prä- fetturgebäude in Brand und verhinderte gewaltsam die I Feuerwehr an den Löscharbeiten. Gendarmerie schritt ini
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wuG in )>MN in ViMMnnbMratur aGMit. M unter, ine weitere Ausgestaltung [ter. Hierbei ist cs von md Sprache eine besondere anischeUnlerrichtsmimster osien in Wien bekleidete, mität in Kioto em lejr« X snr den Prosesso Lriichluiig zweier neu« orten des Landes m W die mörderlichen Mel > (srrlchlung einer W naeffi
rialrat «ernaui Geheimer Rat m»
liehen Bercinbarung mit der badischen Regierung ermächtigte. Tte gleiche Ermächtigung erteilte sie dem Ausschuß für em Abkommen mit ber Regierung des Großherzogtum? Hessen, besten allerdings nur vereinzelt vorkommeude notleidende Risiken seither auf die preußische Gemeinschaft übernommen worden waren.
— 4prozcnt ige Aktien. Tic Vorliebe für die 4 vroz. Ltaatsvapiere nimmt zu. Auch die neue 4 pro; Württembergische Anleihe hat eine sehr gute Ausnabem gefunden bei mehnachcr Ueberzeicknung. Ter Betrag der 4 pro-cutigen Schatzscheine ist fest plaziert, sodaß die Emission für den öffentlichen Markt als erledigt bezeichnet werden kann. Ferner finden die Etädtc^An- leihen mit 4 Proz. Verzinsung überall willige Ausgahme. Tic Tic 4 vroz. Schöneberger, die Hannoversche und die Tanziger Stadtanleihe sind soweit untergebracht, daß bic Auslösung der Ueberncchmekonsortien schon sehr baldbevorsteht, während sich derartige Konsortien bei früheren 31 > ürojentigen Anleihen monatelang, wenn nicht noch länger, mit der Unterbringung herum» quälen mußten. Wie der F. Z. gemeldet wird, sollen von den demnächst zur Subskription kommenden 4 Prozent. Tüsseldocfer, Aachener und Dortmunder Stadtanleihen bereits erhebli^ Beträge begeben sein, sodaß für bic Zeichnungen nicht mehr bic vollen Summen zur Verfügung stehen. — Ties ist alles recht schön und gut aber cs stimmt hoch wenig mit ber weisen Sparsamkeit, die tm Vorfrühling so eindringlich gepredigt wurde, zusammen. Ter Geldmarkt ist nach wie vor noch recht angespannt und wenn ihm auf diese Weise wieder übermäßig große Summen entzogen werben, so weiß man genau, was daraus entsteht.
Märkte.
G ieß en , 2l. Juni. Di eh markt. Bei dem am 18. unb 19. Jstui abgehalteuen Markte waren aufgetrieben 2043 Stück Rindvieh, 637 Schweine. Ter nächste Markt findet am 2. unb 3. Juli statt; am zweiten Tage auch Krämern-arkt.
(c. Frankfurt a. 9)L, 21. Juni. <Orig.-Telegr. bc5 ^Gieß. An,.") Vieh m arkt. Zum Verkauke standen 00 Kälber, 00 Schafe ii Hänuncl, 589 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: I. Qual. 58—00 Pf., Lebendgewicht 45.50-00 Pf., 2. Qual. 57—00 Pf., Lebendgewicht 45 00-00 'ifg., 3. Qual. 50—52 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf. Lebendgewicht 00-00 Psg., 2. Qual. 00-00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00—00 Psg., 2. Qualität 00—00 Pfg, Geschäft bei Schweinen: gut, llcbcritanb unbedeutend. _
Famttien-Na^richten.
Gestorben: Herrn Heinrich Etling 4. in Alsfeld; Fräulein Glifc Gosker in Alsfeld; Frau Anna Zörkel in Eichelsdorf; Herr Karl Deichert in Wetzlar; Fr-au Riehl in Bürgeln ; Herr Johann Haber in Hochelheim; Frau Auguste SUcineibft in Brauistels; Herr Heinrich 2)!aus in Alsfeld.
v Geboren: Herr Engert und Frau zu Alsfeld eine rochier; Herrn Siegfried Jacoby unb Frau zu Wetzlar eine Tochter.
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Gießen, den 21. Juni 1907.
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Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grosch. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Wir habeii die Wahrnehmung gemacht, daß die Spal- fen 10 unb 11 der HauShaltungSlisien nicht in allen Teilen richtig ausgefüllt sind.
Wenn z. B. in Spalte 11 eingetragen ist: Gehilfe, Knecht, Geselle, Lehrling, Taglöhner usw., so muß tn der vorhergehenden Spalte 10 genau bezeichnet sein, in welchem Berus derselbe die vorerwähnte Stellung entnimmt, z. B. Spalte 10 Schuhmacherei, Spalte 11 Gehilfe; Spalte 10 Landwirtschaft, Spalte 11 Taglöhner usw.; s. auch die vor- gedruckten Beispiele der Haushaltungslisten. In Svalte 14 muß bei jeder Person entweder ein »Ja* oder ein „9iein eingetragen sein.
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