Aadtveror-netemvahl.
Beamte aller Rangklassen!
Männer des gewerbtätigen Mittelstandes!
i National gesinnte Arbeiter I
_ Der vom Bürgerausschuß veröffentlichte Vorschlag zur Stadtverordnetcnwahl hat in weitesten Kreisen unserer Be- Ji oölkerung große Enttäuschung hervorgerusen. Weiten Kreisen der Wählerschaft, großen Stadtteilen und altangesehencn Vereinen und Verbänden hat man es unmöglich gemacht, an den Vorbereitungen zu den diesmaligen Stadtverordnetenwahlen gleichberechtigt leilzunehmen und ihre wohlerwogenen berechtigten Wünsche mit irgend welcher Aussicht aus Erfolg daselbst zu vertreten. Direkte Zusagen in dieser Beziehung sind sogar unerfüllt geblieben. In dem Vorschlag des Bürgerausschusses wird mit rj lliccht vermißt, ein Eingehen auf die Wünsche der Beamten, eine entsprechende Berücksichtigung des Handwerker- und Kaufmannstandes und nicht zuletzt die notiucnöigc, Aufstellung eines Vertreters der nationalen Arbeiterschaft.
Wähler! Wir wollen uns nicht mundtot machen lassen von den in schwach besuchten Versammlungen gewählten wenigen Vertretern jener 5 Vereine, deren Mitgliederzahl bei weitem nicht 1/3 aller Wahlberechtigten beträgt, f. wie irrtümlich angegeben wird, diesmal gilt es zu zeigen, das; man in Gießen weiß, was man will, daß man nicht । gesonnen ist, zu jedem vorgelegten Zettel Ja Ultd Amen zu sagen. Wir haben zu unseren Beratungen alle Vereinigungen ohne Ausnahme in gleicher Weise zugelassen, je nach ihrer Größe, und wir haben dann die Wahl unserer Kandidaten, mit welchen wir heute an die Oeffentlichkcit treten, aus der überaus großen Anzahl dec Vorschläge in der " Ibcife vorgenommen, daß alle Stände die gebührende Berücksichtigung gefunden Haden, ohne Ansehen icgendivelcher j Sonderinteressen und Freundschaften, ohne jegliche Partei-, Konfessions- und Bezirksinteressem
Die unterzeichnete Bereinigung, in der sich die Masse unseres Beamten- und Bürgcrstandeö 8 zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden, bringt nach reiflicher Uederlegung alles dessen, was dem Gemeinwohl not tut, J folgende Herren zur Wahl in Vorschlag und bittet, nur für diese stimmen zu wollen:
1. Dr. Wilhelm Schäfer, Geh. Justizrat, Stadtverordneter
2. Wilhelm Grünewald, Rechtsanwalt
3. Dr. Karl Wimmenaner, Geh. Forstrat, Stadtverordneter
4. August Gabriel, Fabrikant, Stadtverordneter
5. Wilhelm Hornberger, Kaufmann
6. Dr. Emil Heuser, Oberbibliothekar
7. Peter Fuchs, Telegraphensekretär
8. Ferdinand Mentzel, Rechnungsrat i. P.
9. Heinrich Winn, Bauunternehmer
1 10. Peter Pfeiffer, Bäckermeister
( 11. Louis Trotz, Ziegeleibesitzer
12. Karl Beck, Oberbriestrüger
13. Ludwig Jäger, Landgerichtsregistrator
14. Wilhelm Werner, Werkmeister
Die aus der Beamtenschaft der Riegelpfad- und Settersbergverclmgmrg gebildete
Vereinignng für kommunale Wahlen.
Zur SHwiMmkl!
Von Seiten der sozialdemokratischen Partei wurde nach reiflicher Erwägung aller in Betracht kommenden Verhältnisse beschlossen, bei den diesmaligen Stadtvcrordnetcnwahleu nur fünf Kandidaten aufzustellen und zwar:
Georg Beckmann, Kontrolleur, Joh. Diehl, Schneidermeister, Heinrich Fourier, Geschäftsführer, Mich. Ketzler, Buchdrucker, F. A. Vetters, Redakteur.
Wähler, Mitbürger! Unsere Kandidaten stehen aus dem Boden des Kommunalprogramms der sozialdemokratischen Partei Hessens, dessen einzelne Forderungen in dem von uns verbreiteten Flugblatte näher dargelegt sind, und werden int Falle ihrer Wahl im Sinne desselben wirken- damit ist gesagt, dag sie feine Sonderinterefsen, sondern nur die Interessen der Gesamtheit vertreten iverden. Bisher gehörten fast sämtliche Stadtverordneten zu den Höchstbefteuerteu; es muß dafür gesorgt werden, daß die Mlndcrbemittelten, Gewerb treibende und Arbeiter Vertretung und Einfluß erlangen. Es muß ferner im Interesse des Gemeimvesens verhütet werden, daß Leute Stadtverordnete werden, die sich mit Grundstücksspekulationen befassen — wie eine Anzahl von anderer Seite vvrgeschlagen ist—, tvelche ihr Stadtratsmandat in ihrem persönlichen Interesse aus- nüßen können. Deshalb wählt sozlaldemokratisch, gebt den von uns vorgeschlagenen Zettel unverändert ab! 7169
Tas sozialdemolratische Wahlkomitee.
Nm der Vereinsmeierei energisch zu begegnen, sindet am Dienstag, der» 19. November 1907, abends 9 Uhr, eine Versammlung der für
Haisrish Noll VII.
stimmenden Wähler int Saale des Herrn Gastwirts Heinrich
Sauer dahier, vteuitadt 58, statt. 08857
Die Einberufer.
Handwerker!
Gewerbetreibende!
Wählt solche Männer, die zu euch gehören, die stets betätigen, daß sie in erster Linie für das allgemeine Interesse, aber auch für das Gewerbe, den Handwerkerstand eintreten werden.
Laßt die Namen
Wähler!
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Nachdem nunmehr die Parteien aller Schattierungen, die verschiedenen Bezirks- 1 vereine, die vielen kleinen Vereinchen usw. Vorschläge zur Stadtverordnetenwahl gemacht , haben, erlaubt sich eine Anzahl gereifter Männer, Bürger, denen das Wohl und die Ent- 2 Wickelung unserer lieben Stadt Gießen über alles geht, eine Kandidatenliste zu unterbreiten । und ersucht am Donnerstag nur Zettel mit diesen Namen abzugeben. Die Männer, die ! wir Vorschlägen, haben sich, soweit sie schon Vertreter der Stadt gewesen, immer bewährt; keine einseitigen Sonderinteressen haben sie vertreten, sondern jeder Stand, jedes Gewerbe, i ob Arbeiter, Beamter, Kaufmann oder Studierter, Jeder fand Gehör bei ihnen und ! Vertretung im Stadtparlament. Die neuen Kandidaten bieten in jeder Weise Gewähr, daß sie nur für das Gesamtwohl der Stadt und dec Allgemeinheit eintreten und jeder | Wähler, der es ehrlich mir Gießen meint, kann nur ihnen seine Stimme geben. Darum Wähler aller Stände gebt Eure Stimme nur den Männern, die das Gesamtinteresse über ° Alles setzen. Es sind dies: 08838
Echte
Kiklkr KWinze 3 Stück 20 Pfg., frischen gprniidiett. Fchg empfehlen
Gebrüd. Berdux, Bahnhofstraße. a18/u
Louis Beil
Martin Dörr
Wilhelm Löber
Louis Petri III nicht auf euren Stimmzetteln fehlen!
08844 Viele Handwerker.
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Bansch, Philipp, Ober-Postassistent Beil, Eaowisg Schremmneister Dichore, August, Büchsenmacher Dr. Ebel, Stadtverordneter Friedberger, Kax, Kaufmann G-abriel, August, Stadtverordneter Happel, «Jacob, Kaufmann Löber, Wilhelm, Stadtverordneter Reitzel, Philipp, Gastwirt Schaffstaedt, Mehr., Stadtverordneter Dr. Schaefer, Stadtverordneter Simon, O-eorg*, Landwirt Werner, Wilhelm, Werkmeister Walther, Konrad, Schmiedemeister.
Viele Wähler aus allen Stadltcilcn.
Angehörige der Vereinigung für kommunale Wahle» und der Mittelstandsvcreinigung, insbesondere Beamte!
Merkt Ihr nicht, daß Ihr mit Eurer Absonderung von der allgemeinen Sache des Bürgertums nur den; matzlofen Ehrgeiz eines einzelnen Mannes, der schon vor drei Jahren ähnliche Quertreibereien machte, dient?
Ihr werdet zwar diesem Mann nicht zu dem ersehnten Stadtverordnetenmandat verhelfen, wohl aber die Wahl einiger Sozialdemokraten erreichen.
Wollt Ihr das wirklich? D“'n
Ein unabhängiger Wähler.


