Ausgabe 
14.12.1907 Zweites Blatt
 
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M. 294

Zweites Blatt

157. Rahraanr,

Samstag 14. Dezember 1907

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Die ^Olehene, Zamlttendlatter" werden dem Ulngeiger* viermal wöchentlich betgeleqt, das KrcUblati füi den Kreis Gießen" zweimal »öcherrUlch Der ..helsllche £anöa)lrt** erlchenU «enulhd) em mal

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Aer Aa.jer in A>ollunv.

Ein überaus to armer und herzlicher Empfang ist unserm Kaiser bei seinem gestrigen kurzen Besuche in den Nieder- linden zuteil geworden. Um 11 Uhr vorm. warsen die L e u L s ch e n Schisse an der Amsterdamer Handels- iabc Anker unter dem Donner der Geschütze der holländischen ZuiegSschisfePist 5^ein" undÄ^ordbrabant". Als der Kaiser unter den Klangen vonHeil dir im Siegerkranz"' landete, erwies eine Ehrenkompagnie die militärischen Hon- reurs. Königin Wilhelmine und Prinz Hein­rich empjingen den Kaiser im festlich geschmückten Lager­guts am Kai. Die Begrüßung war sehr herzlich, und es entspann sich alsbald eine ledhaste Unterhaltung zwi­lchen den Fürstlichkeiten. Unter brau sei: den Hochrufen fuhren die Majestäten in Gala kutsch en längs der Hanbels- kade an der Zentralstation vorbei und dann weiter jum BalaiS, w-o sie gegen 12 Uhr mittags eintrafen. ES fand dort alsbald ein Frühstück statt, an dem auch die Königin- Mutter, die wegen des Ablebens ihres OheirnS, deS Königs Oskar, der Galatasel fernblieb, teilnahm. Nach dem Früh­stück fand Empfang der Minister und Staatswürdenträger statt.

Man hatte anfänglich befürchtet, daß es zu Kundgebun­gen der Arbeitslosen kommen werde, die Ausfahrt ver­lies jedoch vollkommen programmäßig. Ein paar Schreier waren vor der Ankunft des Zuges arretiert worden. Das Publikum, das sich trotz des strömenden Regens in großen Massen eingesunden hatte, empjing den Kaiser und die Königin mit Hurrarufen.

Im Verlaus der Galatafel brachte die Königin Wil- belmins einen Trinkspruch in französischer Sprache aus den ixiijei aus und sagte hierbei folgendes:

Ich bin sehr glücklich, Eure Majestät heute in meiner Hauptstadt willkommen heißen zu dürfen. Ich betrachte diesen Besuch al5 einen neuen großen Beweis Ihrer kostbaren Fremrd- schast für mich und mein Volk und cs liegt mir am Herzen, Ihnen lie Versicherung zu geben; daß diese Gefühle hoch geschaht werden. SBir begrüßen in Eurer Majestät einen A Monarchen von treuem st halten an der Tradition und von einer ruhm- iruben Geschichte, die unseren Häusern dauerhafte Bande ge- lnüpjt hat, Bande, die von uufereln gemeinsamen Vor­jahren Friedrich Heinrich ausgehen, dessen Tochter die Ge- nablm des Großen Kurfürsten aus dem erlauchten Hause der Hvhen-ollem wurde und dessen schönes Standvild dank der ^roßnrut Eurer Majestät das zu seiner Erinnerung erbaute ..Calais zieren wird. Wir bewundern den hohen politischen Sinn Eurer Majestät, Ihre WeLheit als Svuverain und die großherzigen friedlichen Anschauungen, mit denen Sie hin- jbreben zu dem edlen Ziele, das Sie sich gesteckt haben, das Wohl uiib Glück der Völker zu sichern. Indem ich mich be- «lücQoünfche zu jv glücklichen Beziehungen, die zwisck>en un- sLnen beiden Häusern und unseren Ländern bestehen, gebe ich der Ueberzeugung Ausdruck, daß, roeitn möglich, heute diese Lande noch enger geknüpft werden. Ich trinke auf i>aS Wohl Eurer Majestät und Ihrer Majestät her Kaiserin, W kaiserlichen und löniglichen Hauses und des deutschen Volles."

Der Kaiser erwiderte diesen Trinkspruch in deutscher Sprache mit folgendem:

Genehmigen Eure Majestät meinen allerherzlichsten Dank DU Füßbn zu legen für die gnädigen Worte, die Sie soeben ge- pwchen haben und für den warmen Empfang, den die große Handelsempore, das schöne alte Amsterdam und feine Bevöl­kerung mir dargebracht haben. Ich habe aus den Augen der Bevölkerung nicht nur ein Willämmen für meine Person ge­lesen, sondern auch die Freude und die Treue für Ihre geliebte Königin. Eure Majestät haben die Gnade gehabt, eine Saite an- tuschlagen, die in meinem Herzen wiederklingen muß, und in »en Herzen meines Hauses und meines Volles: die Beziehungen zwischen den Häusern Oranien und Hohenzollern. Eure Dcajestät Bonnen versichert fein, daß jedes Mal, wenn ich meinen Fuß au niederländischen Boden setze, ich mit besonders dankbarem Herzen das Land betrachte, in welchem einst meine Vorfahren gelernt buben, ihre Pflicht für das Vaterland zu tun. Von hier aus führte der Große Kurfürst seine Gemahlin heim, hier hatte er ge­lernt, für fein Volk zu arbeiten. Die ed(e Kurfürstin hat uns em Bild hinterlassen, welches heute noch in meinem Volke lebt, such in den geistlichen Liedern, welche wir Sonntags in den Kirchen singen. Die Sparsamkeit und - die Arbeitsfreudigkeit Friedrich Wckhelms I. stammen auch von hier und fo ist mein Land den Niederlanden und dem Hause Oranien innigsten Dank schuldig. Dieser DanLchwuld kann ich nur daourch Ausdruck geben, indem ich mein Leben dafür ein setze, daß un­sere Länder in Frieden sich entwickeln können. Ich hege die feste Ueberzeugung, daß auch der heutige Tag die Bande, welche unsere Hauser und Lander verbinden, fester knüpfen werde. Ich weiß mich eins mit meinem Lande, wenn ich äu Gott bitte, daß er Eure Majestät schüfen möge und Eurer Majestät gesegnete Regierung und daß unter dieser die schönen Niederlande zu weiterer Blüte gedeihen mögen, Eurer Majestät und den Niederlanden weihe ich mein Glas."

Nach dem Trinkspruch der Königin spielte die Musik die deutsche, nach dem des Kaisers die niederländische Na­tionalhymne.

Nach der Tafel begab sich der Kaiser in Begleitung des Prinzen Heinrich nach dem Bahnhose, wo er sich von den Ministern und den Behörden verabschiedete. Au, dem Bahnsteige schritt der Kaiser die Front der Ehren- lompagnie ab, während die Musik die deutsche National­hymne spielte. An der Tür des Salonwagens nahmen der Kaiser und Prinz Heinrich Abschied voneinander. Daraus setzte sich der Zug um 9 Uhr 40 Min. in Bewegung, wäy- cend der Kaiser salutierend am Fenster des Wagens stand.

Ate H,.Markenvortage.

In der gestrigen Sitzung des preuß. Abgeordnetenhauses gab die Regierung eine Erklärung ab, wonach sie aus das allgemeine Enteignungsrecht sür die beiden Provinzen verzichtet, vielmehr damit einverstanden ist, daß die Enteignung auf gewisse Bezirke in Westpreußen und Posen beschränkt wird. Dann soll der Beirat wegsallen; eine Verstärkung des Laienele- ments in der Ans.edelungskommisswn iueu)e aver dennoch vorgenommen. Außerdem soll die Verstärkung der Fonds von 400 aus 275 Millionen reduziert toerixn lieber die Bezirke, auf welche das Enteignungs- reckit beschränkt werden soll, besteht eine volle Klaryett bis ielll nua) nicht. Die Summe von 275 Millionen verteilt im folaendermaßen: 200 Millionen dienen zur Aussüllung der Kaue aber mit der Maßgabe, daß 75 Millionen zur Regulierung bäuerlicher Güter verwandt werden, 50 Milli­

onen sollen zur Bildung von Nentengütern dienen, 25 Millionen zum Ankaus von Domänen und Forsten.

In detn ziemlich komplizierten System der Anträge, die von den Abgg. von Heydebrand (kons.), Freiherrn von Zedlitz (sreikons.) und Dr. Friedberg (natltb.) unterzeichitet ind, sind die oben angegebenen Grundiätze des Kompro­misses zum Ausdruck gelangt. Entscheidend ist Paragr. 13:Zur Sicherung des gefährdeten Deutsch­tums wird dem Staate behufs Abruiidung und Stärkung der bestehenden Ansiedlungsgruppen in den Kreisen (je eine Ansiedlungsgrupve in jeder Provinz) das Recht zur Enteignung solcher Grundstücke verliehen, die zu diesem Zroeck erforderlich sind. Ausgeschlossen ist die ©lueignitiig von Gebäuden, die dein bifeiitLctjen Gottesdienst gewidmet ind, und von Begräbnisstätten."

Die Kvmmisston ttat dann in die Einzelberatung der Anträge ein. Sie wurden ohne wesentliche Aenderungen mit der Mehrheit der 3 Parteien, die sich über das Mmpromiß geeinigt haben, angenommen, cben|o die Beschlüße, die in der ersten Lesung gefaßt sind.

Das ganze Gesetz wurde nach den Be,thlns,en der Kommissiolt mit 18 gegen 9 Stimmen angenom* men. Zum Schluß wurde noch über die Petiliouen be­richtet. Darunter befindet sich eine, die wünscht, daß die Poteti zwangsiv^ise nach Alliia befördert werden.

politische

Zur ttrijis im Fiottenoerem.

In der Budgetkommi,sion des Reichstags sind gestern auch die betanmen Vorgänge im FloUeuverein besprochen worden. Ter bayrische Zentrumsabg. Speck wandte sich gegen das Auftreten des Adg. St re se mann in der Berlin-Charlottenburger Versammlung (der angeblich ges­agt hatte:Wenn ein Einzelner in München es auch nicht billigt, jo wird die Agitation doch in der bisherigen Weife fortgesetzt werden"). Diese Aeußemng sei geeignet, das gute Einvernehmen zwischen 9torb und Süd in Frage zu stellen. Ter loniervative Abg. Freiherr v. N i ch t h o s e n erklärt hierzu, er würde als Anhänger des Monarchisti- 'chen Prinzips gegen eine derartige Bemerkung entschieden Protest erhoben haben, wenn sie bei der Budgetkommisswu gefallen wäre. Auf Vorgänge außerhalb derselben habe er keine Veranlassung zu reagieren. Tie Budgetkommisfion habe jich nicht zum Zensor öffentlicher Volksversamm­lungen aufzuwersen. Tamit war die Angelegenheit in der Budgetkommission erledigt. Im übrigen verlautet, daß Berliner höchste Kreise hätten ersuchen lassen, möglichst jede weitere offizielle Kundgebung in Sachen des Flottenvereins zu vertagen, bis dem Kai­ser die Angelegenheit vorgelegt sei. Tie außer­ordentliche Telegiertenversammlung des bayrischen Flotten- Vereins wurde deshalb aus den 29. Dezember vertagt.

Wie indessen die Stimmung in München und in Würt­temberg ist, geht aus folgenden Meldungen hervor: Aus dem ca. 20 000 Mitglieder zählenden bayrischen Lan­desverband des deutschen Flotten-Vereins sind bis jetzt etwa 700 Austrittserklärungen erfolgt und zwar meist von Offizieren. Tie B. Z. berichtet, daß in den nächsten Tagen auch jener süddeutsche Staat, der bisher General Keims Programm folgte, Württemberg, jich auf b ie (Seite desPrinzenRupprecht stellen wird.__________________________

Deutsches Reich.

Berlin, 13. Dez. Ter L.-A. meldet aus Dresden: Die verwitwete Königin Carola liegt im Sterben. Sie erhielt bereits die Sterbesakramente. Erzherzogin Marie Josepha, ihre Nichte, wurde an das Krankenlager gerufen.

Leipzig, 13. Dez. Landgerichtsdirektor Tietz- Ber­lin ist zum Reichsanwalt am Reichsgericht an stelle des zum Oberreichsanwalt beförderten Dr. Zweigert ernannt worden.

Karlsruhe, 13. Dez. Gegen die Verschlech­te eru ng des badischen Vereinsrechtes durch die Reichsgesetzvorlage wollen nicht nur die Sozialdemokraten eine Bewegung einleiten, sondern auch eine vom christlichen Gewerkschaftskartell angekündigte öffentliche Protest- Versammlung in Freiburg wird von dem dortigen Zentrumsblatt williommen geheißen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 14. Dez. 1907.

Das Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen für 1908 ist soeben erschienen. Bon Neuerungen zu erwähnen ist die Einfügung eines Verzeichnisses der ge­richtlich eingetragenen Firmen und die 9)htleilung der städli- schen Besliinmungen über Ein- und Ausfuhr von frischem Fleisch. Ferner enthüll eS einen vollständigen Plan des neuen (Siebener Siadtlheaters. Die bei der Einsammlung der Adressen beficIUen Exemplare werden ins Haus geliefeu. Bel besonders dringendem Bedarf rönnen Exemplare von bei Brühl'schen Druckerei bezogen werden.

**Tas vierte Lehrerseminar. Ter Vorstand des Katholischen L e h r e r v e r e i n s im Großherzog- tum Hessen wird eine Eingabe an Regierung und Stände- kammer richten, das neu zu errichtende Lehrerseminar in eine größere Stadt zu^ verlegen. Mit diesem Schritte des auf dem Boden der Konfessionsschule stehen­den Vereins ist in der Seminarsrage in der gesamten hessischen Lehrerschaft eine seltene Einmütigkeit erzielt.

** I n der Gemälde-Aus st elluna im Turm­haus am Brand sind wieder 10 Gemälde reu ausgestellt worden, so daß die gegenwärtige Ausstellung ca. 150 Bilder aufzuweisen hat. Der größte Teil der Bilder, wie die Kollektionen Max Fleischer-Wiehmans, Will). Doms,

Fr. Türke-Berlin, H. Volkert-München und andere, bleiben nur noch morgen Sonntag, Montag und Diens­tag ausgestellt. Von da ab gelangt dann eine Kollektion, 51 Gemälde von W. Hambüchen-Düsseldorf, so­wie von den Künstlern H. Koberstein-Berlin, O. Gotsried- München, E. Meyer-Worpswede ujto. zur Ausstellung. Der Besuch der gegenwärtigen Ausstellung sei daher nochmals aufs angelegentlichste empfohlen.

** Zur gestrigen Fidelio-Aufführung traf ein Teil der Mitglieder des Darmstädter Hoftheaters und der Hosmujik, sowie das zahlreiche Gepäck schon mittags ein, während der größte Teil erst mit dem Schnellzug um s/46 Uhr ankam und sogleich mit vom Theaterverein bereit gestellten Omnibussen nach dem Theater fuhr. Tie Vor- tellung begann trotz einiger, durch das Ausbleiben hier bestellter Statisten hervorgerufener Schwierigkeiten pünkt­lich um 7 Uhr und endigte, wie vorgesehen, um 3A10 Uhr. Tie Omnibusgesellschaft übernahm wieder die Rückbeförde­rung der Mitglieder nach dem Bahnhof, und hier int kleinen Wartesaal bereinigten sich nun mit den Darmstädter Gästen die Mitglieder des Theatervereinsvorstandes und ihre Tarnen zu einem einfachen Abendessen, daß ein leider zu rasches Ende durch die auf 11.20 Uhr bestimmte Abfahrt des Sonderzugs fand, der die 74 Mitwirkenden wieder nach Darmstadt entführte. Tie Vorstellung, die das Theater bis auf das allerletzte Plätzchen gefüllt hatte, war stark von Auswärtigen besucht. Kassel, die Stätte der früheren Wirksamkeit der Frau Morny, hatte mehrere Besucher ent­sandt, weitere Billettbestellungen von dort mußten wegen Platzmangels unberücksichtigt bleiben.

♦♦ Stadttheater. Infolge der lang andauernden Krankheit des Herrn Sck)legel und wegen weiterer Krank- heilssälle ist die Direktion genötigt, verschiedene Neu­einstudierungen zu verschieben und auf ältere Repertoir- stücke zurückzugreisen. So gelangt am Sonntag abend SudermannsEhre", die mehrere Jahre nicht gegeben wurde, zur Ausführung; am Dienstag das bekannte Lustspiel Ter Herr Senator". Bemerkt sei, daß dieEhre" im Abonnement nicht wiederholt wird. In Vorbereitung stehen:Kätchen von Heilbronn", SudermannsRosen", Gyges und sein Ring", WilbrandtsMeister von Palmyra".

* Ein Denkmal für einen Hessen. Emer der tüchtigsten Meister der deutschen Turnkilnst hat am 12. Oft. das Zeitliche gesegnet, Alfred Maul (geboren in Michel­stadt i. O.), der Direktor der Turnlehrerbildungsanstalt in Karlsruhe, der Ehrenvorsitzende der Deutschen Turnerschaft. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang hat er im Dienne der Trunsache gestanden und durch Lehre und Beispiel, durch Wort imd Schrift an der Ausgestaltung und Vervollkomm­nung des Schul- und Vereinsturnens gearbeitet. Aus Dank­barkeit soll ihm, dem edlen, selbstlosen Manu, von der Deutschen Tirrnerschaft in Verbindung mit dem Deutschen und Badischen Tiirnlehrervereln ein Denkmal gesetzt werden, zu dem sicherlich alle, auch die kleinsten Vereine der Deutschen Turnerschaft ihr Scherflem beitragen werden. Beiträge sind zu senden unter der Angabefür das Maul-Denkmal" an die ,M'reinsbankE in Karlsruhe (Baden), Krcuzslraße 1.

* Anlagemusik (Volkskonzert) findet morgen mittag 12 Uhr in der Sud-Anlage mit folgendem Spielplan statt: 1. Enksgaug und Krönungsmarsch a. d. Op.Die Folkuuger^ von Krelschmar. 2. Valse bleue! von Margis. 3. Einzug der Gäste auf der Wartburg (Tannhäuser") von Wagner. 4. Unser Kaiser! Marsch von Hütlenberger.

* * Unsere Regiineutsmusik konzertiert morgen nachmittag 5 Uhr in Sterns Garten (Neuer Saalbau). Wir weisen auf das mtereffantc Programm besonders bin.

* * I n Amerika gestorbene Hessen. In Elnckra. Ont., starben innerhalb 8 Tagen zwei geborene Alsfelder, Herr Heinrich Steuerwald und Herr Ludwig Stumpf. Beide waren 70 Jahre alt. Johann Jakob Beller aus Ober- Mossau, 42 Jahre alt, zu Bueyrus, O. An demselben Ort starb ferner Frau Kath. Zehner, geb. Stuckert, 69 Jahre alt, aus Balkhausen.

** Win tersport im Vo g elsb erg. Der Zweig­verein Frankfurt des Vogelsberger Höhenklubs hat in seiner letzten Monatsveriammlung beschlossen, dem Wintersport, für den sich der Vogelsberg als hervorragend geeignet erwiesen hat, besondere Aufmerksamkeit zuzu­wenden, und hat eine Kommission, an deren Spitze Herr Raab, Gutleutstraße 110, steht, mit den Organi­sationsarbeiten betraut.

** Z u m g e ft r i g c n S t a b t ü e r o r b n e t e n - 5 i § u n g bericht. Ta die m dem Bericht enthaltene Nachricht über das durch Erkrankung verursachte Fernbleiben des Stadtv. Haubach von den nächsten Sitzungen mchrlach mißverstanden luurbe, sei er­gänzend bemerkt, bau fiel) der Ausdruck .wiederum" auf eine werter zurückliegende Krankheit bezog und Stadtv. Raubach immer, iusbes. auch m der letzten Zett, die Sitzungen ber etabtuerorbneten- Versammlung und der Kommissionen regelmäßig betuchte.

X Große u-Bujeck, 15. Tez. abeno hielt Obft-

bautechull.r Wicsner von Friedberg im Lokale von Wagner einen sehr beifällig aui'genonrmcnen Vortrag über das Um* vercdelii^ von unfruchtbaren Ob st bau men. Tau­sende von Obstbäumcu stehen immer noch unveredelt und minder- tuertige Sorten tragend, ober als richtige Faulenzer überall herum; und doch steckt in jedem gesunoen, wenn aua) unsrucht- uuren Obstbaume ein Kapital, ein reicher Schatz, der nur ge­hoben werden muß, und er ist leicht zu heben, wenn mit Ver­ständnis das Umuercbeln ausgemhu wird. Gerade jetzt ist cs Zeit, einmal Musuruug in den Olmgarten zu halten, auch Zeit, darüber nachzud.nteu, welche Apseliorteu z. B. annäherild regel­mäßige Maisentr..ger für uns sino. W.e viele Landwirte haben tvvhl tragbare, aber auch unfruchtbare Bäume, oder solche, die keine HuNiXlsware darsteüen, sondern unbekanntes Zeug tragen. Mancher möchte gerne umpfropfen, aber immer 6nunt etwas dazwilchen oder zeigeir gar im Frühjahr wieder die Bäume einige Blüten, dann olewts wieder, bim leid# wirds besser, aber cd kommt nicht besser, fo gehts von Jahr zu ^Iahr. Ein an­derer scheut die Kosten. Turch solches Ausschieben und Zögern in einer für den Obstbau so direkt lohnenden und überzeugend,