Hebung. Der Erbprinz wurde mehrfach ausgefahren. Lich ist beflaggt. Die Rückfahrt soll morgen erfolgen.
X Gonterskirchen bei Laubach, 20. Mai. Das Befinden der Patienten hat sich gebessert. Da neuerdings solche hinzukommen, die an der betreffenden Hochzeit nicht teilgenommen haben, wird die Ansicht laut, daß cs sich um eine typhöse Erkrankung handeln kann. Zur Untersuchung der Ursache verweilte Ende voriger Woche der Vertreter des Kreisgesundheitsamts Schotten hier.
△ Rohrbach bei Büdingen, 19. Mai. In der vergangenen Nacht stieg ein Dieb in die Wohnung des Polizeidieners Sauer und stahl einen Butterweck, sowie eine Mark. Die Einwohner hatten Licht, da man mit Kuchenbacken zum Pfingstfestc beschäftigt war. Der Dieb verursachte ein Geräusch, ec hatte einen Topf umgeworfen. Die Frau des Polizeidieners gewahrte gerade noch den Dieb, als er zum Hofe hinausflüchtete. Von hier nahm er seinen Weg nach dem nahen BücheS, wo er bei Gastwirt Meyer durch ein offenes Fenster einstieg. 25—30 Mk. erbeutete er hier in einer Schublade, verzehrte einen Schweinebraten, erbrach einen Automaten und nahm den Inhalt an sich. Meyer hörte wohl etwas, ging aber nicht aus seinem oben gelegenen Schlafzimmer heraus. Am Morgen fand man ein Messer, das der Dieb dem Polizeidiener Sauer in Rohrbach mitgenommen, sowie ein Stemmeisen. Meyers Hund war tags zuvor in andere Pflege übergegangen und konnte somit der Dieb ungestört arbeiten. Man erstattete sofort Anzeige, hat aber bis jetzt keine Spur vom Einbrecher gefunden.
X Bu tzba ch, 20. Mai. Nur noch vier Wochen trennen uns hon dein 2. oberste sffschen Volkstrachten fest 'und der damit verbundenen Einweihung des' Heimat- und Volkstrachtenmuseums. Hierzu ist die Michaeliskapelle an der Griedeler Straße nach den Plänen des' Denkmalspfleaers Professor Walbe-Darmstadt umgebaut und eingerichtet worden. Die Kapelle steht in unmittelbarer Nähe der gotischen St. Markuskirche. Ter aus dem Jahre 1519 stammende Bau stellt eine Doppelkapelle dar: eine untere rechteckige und eine Lberkapelle. Tie untere Kapelle ist dreifaH gewölbt: die Konsolen, die die Gewölbe mifnehmen und die spitzbogigen Fenster belehren uns, daß der Batt der Spätgotik angehört. An Stelle der rundbogigen Nische war ehemals der Eingang zuin kleinen Estor. Zu sehen ist ferner eine Nische, worin früher das Tabernakel, das Sakrameuthäuschen und Reste vvn Gemälden, St. Michael, St. Katharina u. a. darstellend, sich befanden. In die Oberkapelle führt eine eicht später errichtete, außen empor führend? Treppe. Bei den fetzigen Renovierungsarbeiten. hat man an der Ostwand zwei alte Gemälde entdeckt, die leider sehr beschädigt sind. Das besser erhaltene stellt eine Madonue mit dem Schwerte dar, das andere anscheinend einen Engel. Ein alter Taufstein und verschiedene alte Inschriften sind vorhanden. Zu diesen beiden Ausstellungsräumen kommt noch als dritter Raum das Dachgeschoß, das vollständig neu eingerichtet wird. Die Herstelluiigsärstüten w.'rdcn in den nächsten Tagen vollendet sein, und dann toll die Ueber- bringnn^ der Ausstellungsgegenstände ans dem fetzigen Museum in die St. Michaeliskapelle beginnen.
A Butzbach, 18. Mai. Ein durch ein Automobil scheu gewordenes Pferd rannte mitsamt dem Lastwagen gegen das Schaufenster eines Kleidergeschäfts, das Pferd zertrümmerte die Spiegelscheibe und gelangte vollständig und fast unverletzt in den Laden; der Fuhrwerksbesitzer ist gegen Haftpflicht versichert.
= Friedberg, 18. Mai. Zu dem Bericht in Nr. 111 über die Geburt eines Kindes auf dem Bahnhof wird uns von zuständiger Seite geschrieben: Tatsache ist nur, daß in dem an jenem Tage um 2 Uhr 14 Minuten hier in der Richtung von Frankfurt a. M. eintreffenben Personenzuge eine Frau ein Kind geboren hatte, die infolgedessen in Friedberg ausgesetzt und in das Krankenhaus verbracht werden mußte. Nach einem Arzte ist weder telephoniert, noch ein Bote nach einem solchen geschickt worden. Eine Hebamnte, die durch die Vermittlung der Polizeiverwaltung nach dem Bahnhof gerufen wurde, war in der denkbar kürzesten Zeit öiir Stelle. Die Ueberführung der Wöchnerin vom Bahnhofe nach dem Krankenhause vollzog sich in kurzer Zeit.
fb. Bingen, 20. Mai. In der „Rhein- und Nahcztg." und der „Mittelrh. Volksztg." vvm 17. b. M. widerruft der seitherige Verleger der letzteren Zeitung E. Steinhäuser in aller Form die in ersterem Blatte seinerzeit gegen Landtagsabgeordneten Pennrich und Geistl. Rat Engelhardt gerichteten beleidigenden nnd ehrenrührigen Behauptungen, nachdem sie -sich, wie es in der Erklärung heißt: „teils auf unrichtigen Voraussetzungen, teils auf irriger Auffassung beruhend, als nicht den tatsächlich e n V e r h ä l t n i s s e n entsprechend h e r a u s> g e st e l l t habe n", unter dem Ausdruck des Bedauerns über die Veröffentlichung. Ter Widerruf ist gm 30. April d. Js'. vor dem Großh. Amtsgericht Bingen zu Protokoll gegeben und gerichtlich beurkundet.
= Wetzlar, 18. Mai. Zur Ergänzung unserer Notiz von gestern wird uns mitgeteilt, daß die geologische Aufnahme der hiesigen Gegend durch den Antrag der BudernSschen Eisenwerke lediglich beschlelinigt wird. Sie schließt sich an die bereits vollendete der Tillenburger Gegend an. Die Arbeiten waren auch int Kreis Wetzlar schon im vorigen Jahrhundert durch Professor Dr. Holzapfel^ Aachen in Angriff genommen worden, waren aber später liegen geblieben und werden jetzt durch den Kgl. BezirkS- geologen Dr. Lotz und Geologen Dr. Ahlburg ausgesührt.
sj Marburg, 19. Mai. Am gestrigen Samstag früh siel hier etwa eine Stlmde lang Schnee und Feld und Wald boten die schönste Winterlandschaft.
— (Sönnern (Kr. Biedenkopf), 19. Mai. Die Brandstätte vom 13. Mai bildet heute den Zielpunkt zahlreicher Besucher. Es ist ein großer Raum, den das Trümmerfeld einnimmt, denn auf ihm standen neun Wohnhäuser und zehn Schelmen nebst Stallgebäuden. Bei der Schnelligkeit, mit ber die Flammen um sich gegriffen, haben die meisten Abgebrannten auch ihr Mobiliar im Stiche lasten müssen. Da nur einer von ihnen in die Versicherung ausgenommen worden war, weil die anderen noch Strohbedachungen hatten, soll eine Sammlung eingeleitet werden. Der entstandene Schaden dürfte ebenso groß sein, wie bei dem Großfeuer im Jahre 1898.
L andwirtschastskammer.
ff- Gießen, 21. Mai.
Dieser Tage hielt im Hotel „Zum Prinzen Karl" hier der Au s > ch u y der L a n d w i r t, ch a f l s ia m m c r für b tc Pr ov t uz O b er Hessen seine 2. Sitzung unter der Leitung fernes Vorsitzenden Laudtagsabg. MorcU ab
wurde tu derselben eine Anzahl, meist organisatorischer Fragen erledigt, und zeigte die lebhafte Beteiligung der fast vollzählig erschteneuen Mitglieder an der Diskussion welch reges Interesse ben Verhandlungsgegenständen entgegen« gebracht wurde. Als erster Gegenstand wurde bas Ve r - hältniä des Kammerauvjchufles snm Ob e russischen
OVstbauvereine und zu den anderen Fachvereinen besprochen und beschlossen, dast der Ausschuß die ihm durch die Kammer bezw. laut- Gesetz übertragenen Unternehmungen selbständig durchführen will, sich aber vorbehält, die Spezial- und Fachvereine heranzuziehen, die hier, vorhandenen Kräfte auszunutzen, und sie et), auch mit der Durchführung einzelner Aufgaben zu betrauen. Was insbesondere das Verhältnis zum Oberhessischen Obstbauvereine anbetrifft, so soll eine Kommission des Ausschusses in Gemeinschaft mit dem Vorstände des Oberhessischen Obstbauvereins die Verwendung der vorhandenen« Mittel für die besonderen Zwecke beraten und die Verwendung nach den vom Ausschuss bestimmten Grundsätzen beaufsichtigen. Hiernach sand die Wahl einer Anzahl von Kommissionen statt. In die Vi e h zu ch t ko mm i ssion wurden gewählt: Oekonomierat Hofsmann, Theodor Cella- rius, Eduard Lutz, Bürgermeister Klink und Adolf Hensel. In die Acker b au ko m m iss i o n wurden gewählt: Land- tagsabg. Köhler, Oekonomierat Engeland, Wilhelm Fenchel, Laudtagsabg. Breidenbach und Gutspachter W. Alles. In die A u s s i ch t s k o m m i s s i o n für Z u ch t h ö f e mürben gewählt: Bürgermeister Viehl, Landtagsabg. Brauer uud Gutspachter Emmel. In das Schiedsgericht für die Versicherung der Weidetiere wurden gewählt: Ausschußvorsitzender Landtagsabg. Korell, Oberamtmann Grebe, Oekonomierat Engeland, Bürgermeister Jost und Atreisveterinärarzt .Knell. In die O b st'ba u k o m m i s s i o n wurden gewählt: Landtagsabg. Breidenbach, Landtagsabg!. Bähr und Theodor Fischer. An Stelle her Verwaltungskommissionen für die Jungviehweiden wurden Kommissionen nicht ernannt. Tie Verwaltung« der. Weiden wird dem Vorstände unmittelbar unterstellt, unb dieser ist ermächtigt, besondere Aufgaben in der Verwaltung der Weiden, an Ort und Stelle von ihm ernannten Kuratorien zu übertragen. Als Sachverständige wurden gewählt: Professor Dr. Gisevius, Direktor Dr. von Peter, Dr. Kleeberger und Kreisveterinärarzt Knell, mit der Ermächtigung an den Vorstand, diese Herren zu den betresfenden Kommissionsberatungen nach Bedarf zuzuziehen. Einer eingehenden Besprechung wurden die H e r d b u ch k ö r u n g e n unterworfen. Man verständiAte sich dahin, daß mit der diesjährigen Körung die seitherigen Kommissionen beauftragt werden sollen. Zunächst solider Versuch gemacht werden, mit ben Großh. Kreisämtern eine Verständigung dahingehend herbeizuführen, daß die Mitglieder der Kreiskör- kommissioneu und der Provinzial-Herdbuchkommissionen möglichst dieselben Personen sind. Läßt sich eine Verständigung auf diesem Wege nicht herbeifnhren, so soll ev. aus dem Wege der Gesetzgebung erstrebt werden, die bestehenden Mißstände des Körgesepes zu beseitigen. Die diesjährigen Körungen sollen möglichst noch in ben Monaten Mai unb Juni durchgesuhrt werden. Bezüglich der Anstellung des Zuchtverwalters Kreutz wurde beschlossen, diesen als Beamten des Provinzialausschusses anzustellen, ihn mit dem anderen diesbezüglichen Beamten gleichzustellen, ihm seinen Wohnsitz in Friedberg anzuweisen, seine Arbeitskraft aber der Geschäftsstelle ganz zur Verfügung zu stellen und ihn insbesondere auch zu her Ausführung der schriftlichen Arbeiten bei her HerdbUchführnng heranzuziehen. Endlich wurde noch beschlossen, die nächste Sitzung in Friedberg abzuhalten und für alle Sitzungen des Ausschusses die Oeffentlichkeit zuzulassen.
Vermischtes.
* M a n it he i in , 19. Mai. Heute vormittag begann hier anläßlich des S t ad t j ubi läums der erste gemeinsame Steno g raphenta g. Sämtliche stenographischen Systeme sind vertreten. Die Zahl der Teilnehmer beträgt 1700, die sich aus den verschiedensten Stenographievereinen des Deutschen Reiches rekrutieren. An dem stenographischen Wettschreiben beteiligten sich 1325 Personen, worunter allein 620 Gabelsberger und 580 Stolze-Schrcy. An dem Festessen nahmen gegen 1000 Stenographen teil. Es wurde eine Resolution angenommen, die die Einführung eines stenographischen Einheitssystems unter Mithilfe des Staates befürwortet. — Heute nachmittag wurden hier nach kurzen Intervallen 9 Ballönszu einer Wettfahrt ausgelassen. Dem interessanten Schauspiel wohnten mehr denn 50 000 Menschen bei. Als Führer der Ballons fungierten 4 Offiziere, ein Baumeister, zwei Gelehrte, ein Fabrikant und ein Direktor. Die Ballons fassen 1200 bis 2250 Kubikmeter Gas. Die Auffahrt ging glatt von statten. Die Ballons flogen in pfälzisches Gebiet. Tie Windverhältnisse waren günstig. Die Ballons „Podewils" unb „Düsseldorf" sind glücklich in Frankreich gelandet. Von den übrigen 7 Ballons wird durch Taubenpost starker Schneefall sowie starker Ballastverbrauch gemeldet.
* Paris, 20. Mai. In dem im Studentenviertel gelegenen Cochin-Spital wurde vorgestern ein schwer ver- letzter junger Russe ausgenommen, dessen Begleiter, ebenfalls ein Russe, dem diensthabenden Arzte mitteilte, daß sein Landsmann, ein gewisser Ivan Petrow aus Markow, beim Hantieren mit einem Revolver sich schwer verwundet habe. Der Begleiter entfernte sich hieraus eilig. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß der angebliche Petrow an beiden Händen unb im Gesichte furchtbare, offenbar burch eine Explosion verursachte Verletzungen hatte. Tie Polizei würbe von diesem Vorfall verständigt unb nach einem eindringlichen Verhör gab Petrow an, daß er int Zimmer eines Kameraden, eines gewissen Slepner, beim Anfertigen von Patronen durch die Explosion des Pulvers verletzt worden sei. In dem Zimmer des Slepner wurden in der Tat noch die Spuren einer starken Explosion festgestellt. Ein Tisch war zertrümmert und an den Wänden die Tapeten verbrannt und zerrissen. Der verwundete Russe hat vor etwa 2 Monaten ein Zimmer in deir diu« Eollegiale unter dem Namen Smiruoff gemietet. Nach Slepner, der feit einigen Tagen von seiner Wdhnung verschwunden ist, wird gefahndet. Die Polizei glaubt, dast Petrow (emirnoff) und Slepner der russ. Terro riftenpartei au gehören und versucht haben, Bomben anzufertigen. — Wie mehreren Blättern aus Toulouse gemeldet wird, wurde heute mittag das Baristä-Theater durch eine Feuersbrunst vollständig eingeäschert.
* Kleine Tageschroui k In Rix dort bei Berlin wurde unter dem Verdachte des Mordes der 32 jährige Mechaniker Paul Wetschokowsky verhaftet. Er stellte sich bei einem Schutzmannsposten mit der Behauptung, er habe seine Geliebte aus Versehen erschossen. Diese habe ihn gebeten, ihr seinen Revolver zu zeigen, dabei sei ein Schuß losgegangen, und die Kugel drang der R. in die Brust. Der Erzählung des W. wird kein Glauben beigemessen, man hat vielmebr Grund zur Annahme, daß er das Mädchen, das in der letzten Zeit viel mit anderen jungen Leuten gesehen wurde, aus Eüerfucht erschossen hat. — In London erregt das plötzliche Verschwinden eines Anwaltes 9(ui= sehen, der 100 000 Pfd. St. eines seiner Klienten unterschlagen und im Börsenspiel verloren haben soll. — In der Nähe des Oslsec- bades Schlickscc kenterte ein Segelboot. Die drei Insassen, Oberlehrer Brambach aus Itzehoe, Marinejetretär Koch und Student
Merker aus Kiel find ertrunken. — In Wien wurde gegen die Trödlerin Wahly ein Raubmordversuch verübt. 'Man sand die Frau abend? in ihrem Laden bewußtlos mit einer schweren Kopfwunde. Tie Behälter waren durchwühlt. Im Krankenbanse kam sie wieder zum Bewußtsein. Sie gab an, daß sie von einem jungen Mann, der angeblich etwas kaufen wollte, zu Boden geschlagen worden sei. Der Zustand der Frau ist bedenklich. Der Taler ist ein 18 jähriger Techniker namens Paul Vogel aus Oesterreich-Schlesien.
Eisenbahn-Zeitung.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die nunmehr vorliegenden Betriebsergebnisse der preußisch-hessischen Staatseiscnbahnen sind durch die Lage des Osterfestes stark beeinflußt, daß in diesem Jahr auf den 31. März, im Vorjahre dagegen auf den 15. April fiel. Während also im Vorjahre die volle Einnahme aus dem Ofterverkehr dem April zu- floß, erscheint diesmal ein großer Teil davon in ben März-Einnahmen. Anbererseits zählte der April bieses Jahres zwei Arbeitstage mehr, als her gleiche Monat im Vorjahr. Hieraus erklärt sich, wenn bie Einnahme aus dem Personenverkehr im Vergleich zu den Avril-Einnahmen des Vorjahres um 1.70 Millionen Mark gleich 3.85 Proz. zurückgegangcn, die Einnahmen ans dem Güterverkehr dagegen um 11.60 Mill. Mark gleich 12.97 Proz. gestiegen find. Unter Berücksichtigung der erwähnten Verschiedenheiten beider Jahre ergibt sich sowohl im Personen- wie im Güterverkehr eine weitere namhafte Steigerung. Auch die sonstigen Einnahmequellen haben infolge der Lebhaftigkeit des Verkehrs eine Mehreiunahme von einer Million Mark gebracht. Bei der Beurteilung des Betriebsergebnisscs für 1907 darf aber nicht außer Betracht bleiben, daß die angegebenen Mehreinnahmen sich auf den Vergleich zum Vorjahre (1906) beziehen. Im Etat für 1907 ist bereits ein weiteres Anwachfen der Betriebseinnahmen in Anschlag gebracht, sodaß aus der hohen Einnahnre im April ein Rückschluß auf die Erzielung eines Mehrüberschusses über den Etatsansatz hinaus noch keineswegs gezogen werden kann.
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Landwirtschaft.
Budapest, 18. Mai. Amtlicher Bericht über den Stand der Saaten zu Mitte Mai: Die plötzlich eingetretene Hitze im Avril vermochte die Wintersaaten nur stellenweise zu verbessern, doch lassen bie seit 48 Stunden andauernden Niederschläge eine Besserung erhoffen. Wintergerste steht sehr schwach, Sommergerste und Hafer befriedigend. Der Stand des Mais, der einen Mehranbau von 15 Proz. gegen bas Vorjahr aufweist, ist günstig. Weiben, Wiesen, Gartengewächse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Rüben profitierten von dem letzten Regen.
Arbeiterbewegung.
Berlin, 18. Mai. Zu dem Kampf im Baugewerbe wird gemeldet, daß sich dem Aussperrungsbeschluß des Verbandes der Baugeschäfte Berlins und der Vororte in den letzten Tagen auch die Innung der Bau-, Maurer- und Zimmermeister, der Verein der Zimmenueister und andere Arbeitgeber-Vereinigungen, sowie zahlreiche nicht organisierte „freie" Bauunternehmer angeschlossen haben.
Rotterdam, 18. Mai. Eine Anzahl Arbeiter, Mitglieder der neuen Korporation der Getreibcmesser und Wäger, die an Stelle derer, die sich geweigert hatten, Dienst bei den hydraulischen Elevatoren zu tun, getreten waren, wurden von 700 Entladern angegriffen. Die letzteren warfen mit Steinen und schossen mit Revolvern: die Polizei zerstreute die Tumultuanten mit blankem Säbel. Mehrere Personen wurden verwundet.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller ur.lcr r Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redakti u \ .icum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Lich. Es ist bedauerlich, zu sehen, wie das Bestreben, am O b e r t o r eine Halteüelle der Li ch - G r ü n b e r g e r Eisenbahn zu erlangen, hiev einem solchen Widerstande begegnet. Dieser Wunsch ist bereits zu Anfang dieses Jahres in einer Eingabe mit 200 Unterschriften dem Gemeinderat zugestellt worden. Abgesehen davon, daß es doch dessen Sache ist, das Interesse der Gemeinde von selbst zu wahren und sich nicht erst stoßen zu lassen, zumal jeder Unbefangene das eminent Wichtige des vovliegendenGegen- staudes einsieht. Man sollte doch bedenken, welch schwerer Fehler s. Z. durch die Dorbcünhrung der Oberbess. Eisenbahn an der Südfeile der Stadl gemacht wurde und wie ihre Entwicklung hierdurch vollständig gehemmt ist, ieber Vaulustige wird das bestätigen. Wie ganz anders wäre bad geworden, wenn man die Bahnhofsanlage an bie Norbfeite gelegt Härte. Durch die Errichtung einer Haltestelle an der Ostseite der Stadl wäre dieser Fehler wenigstens einigermaßen zu reparieren. Die Bewohner der Orte oberhalb Lichs würden veranlaßt, ihren Weg durch die Stadt zu nehmen, siehe das Beispiel von Butzbach, wo sich 3/j des Personenverkehrs der Butzbach—Sicher Eisenbahn an Bahnhof Ost konzentriert. Hat mau nicht auch Verpflichtungen gegen den östlichen Stadtteil, bedenkt man nicht, welch weiterer Schädigung deiffelbe ausgesetzt wird? Y. Z.
Teiefomsche
des Giessener Anzeigers, mitgt und Industi
Frank farter Böri 3>£°/o Reichsanleihe . . 93.75 3% do. . . 83.50 3j<a°/o Konsols .... 93.75 35« do. .... 83.55 3^°/o Hessen . . . 93.20
3%°/ft Oberhessen . . . 94.00 4% Oesterr. Goldreute. . 9910 4*/6 Oesterr. Silberreute 99 60 4y0' Ungar. Goldrente . . 93.95 4% Italien. Rente . . . 102.60 3?6 Portugiesen Serie I . 67.70 3-o Portugiesen „ III 68.60 4)-;0/0 russ.Staatsanl. 1905 91.25 4^°,0 japan. Staatsanleihe 93.40 4 "Jo Conv. Türken von 1903 93.90 Türkenlose.....139.40
4?» Griech. Monopol-Aul. 50.10 4 % äussere Argentinier 85.60 3u/0 Mexikaner . . . 65.05
4ji°/o Chinesen .... 9680
Aktien:
Bochum Guss..... 223.80
Buderus E. W - . —
Tendenz: schwach.
Berliner Börse, <
Canada E. B......170.10
Darmstädter Bank . . . 131.00 Deutsche Bank .... 226.00 Dortmunder-Union C. . . 75.20 Dresdner Bank . . . 141.20
Tendenz: schwach
Kursberichte
teilt von der Bank filr Handel ie, Giessen.
e. 21. Mai. 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . . 127.00 Elektriz. Schnckert . . . 110.00 Eschweiler Bergwerk . . 227.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 19 00 Hamburg-Amerik. Paket!. '30.80 Harpener Bergwerk. . . 206.25 Laurahlitte......224.70
Nordd. Lloyd . ... 1 1 »
Oberschles. Eisen-Industrie 10J/.U Berliner Handelsges . . 151.75 Darmstädter Bank 130.90 Deutsche Bank . . 225.50 Deutsch-Asiat Bank . . 169.00 Diskonto-Kommandit. . . 169.10 Dresdner Bank . . . 141.70 Kreditaktien..... 206.90
Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn . . . 94 30
Gotthard bahn . . . . —.—
Lombard. Eisenbahn . . 22.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 145.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 136.50
L Mai. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 206.60 Laurahütte .... 224.70
Lombarden E. B. ... 22.50
Nordd. Lloyd.....—.—
Türkenlose . ... 140.20
Der unförmige Leib bei Kindern mit Nbachitis, welcher durch bie starreren Darmgnrungen hcroorgerusen wird und die Tchlasshelt der Äcustnlatur werden am leichtesten beseitigt durch die Ernährung mit ,..>luseke^ Nindermehl, welches, selbst gärungs- unsähig, in« Darm des Kindes gärungswidrig wirkt und anderer- seits auch die Lchlaßl;en der gesamten Muskeln beseitigt.
Wenn Du noch eine Mutter hast jo folge ihr wenn He sagt: Gebrauche für deine zarte Haut nur die vorzügl« Dtyrrholin-Seife. t>7n


