Ausgabe 
21.5.1907 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

UOfaKM

ä IJleiex und 7o LI

Pt. bürd)

Ans

bis ein«

Sachsen.Altenburg eine Hoftrauer vom 17.

Verletzungen schon nach sieben Insassen wurden Sohn des Lamm sprang Lich, 20. Mai.

" Hoftrauer, ordnete wegen des

einer Stunde. Auch die übrigen mehr oder weniger verletzt, Ein ab und blieb dadurch unverletzt.

DaS Großherzogspaar traf

vezngspretSr mokatlid) 7 5 Pf^ otettel* iährltch Mk. L20-. durch

Stadt und Land.

Gießen, den 21. Mai.

Se. Kgl. Hoh. der Großherzog Ablebens des Prinzen Moritz von

mit dem Erbprinzen am Samstag mittels Sonderzug über Gießen um 21/* Uhr hier ein. Am Bahnhof hatte sich eine zahlreiche Men|chcnmcnge eingefunden, die die hohen Gäste mit begeisterten Hoch* und Hurrarufen begrüßte. Einen offiziellen Empfang hatte sich der Großherzog verbeten. Die Licher begrüßten besonders auch den jungen Erbgroßherzog, dessen blühendes Aussehen sehr auffiel. Das Großherzogspaar wurde am Bahnhof von dem Fürslenpaar empfangen und in das Schloß begleitet, wo im östlichen Flügel Wohnung ge­nommen wurde. Auch die Familie des Landgrafen von Hessen-Philippstal-Barchfeld weilt hier. Tas Großherzogs­paar, die Fürstliche Familie und die Gräflich Laubachsche Familie besuchten am ersten Feiertag den Gottesdienst in der Marien-Stiftskirche. Am Samstag begaben sie sich an das Grab der Eltern der Großherzogin, auch unternahmen sie mehrere Spaziergänge durch die Stadt und die nächste Um*

schließlich 19. Mai an.

* Neuer Kammerherr. Se. Kgl. Hoh. der Gr- h erzog haben den Hofmarschall und Major a. D. Frhrn. v. Ungern-Sternberg zum Kammerherrn ernannt.

"Steuerpcrsonalien. S. K. H. der Groß­herzog haben deii Steuerlommissariats-Assillenten bei dem Steuerkommissariat Friedberg Dr. pbil. Jost daselbst in gleicher Diensteigenschaft an das Steuerkomnussariat Bingen oer;etzl; den Steuerlontrolleur, Regierungsassessor Jak. Hofmann zu Friedberg zum Steuerkommissariats-Assistenten bei dem Steuerkommissariai Offenbach, den Steuerkontrolleur, Regierungsassessor Chciiiian Weisel zu Michelstadt zum Steuerkommissarlats-Asslstenten bei dem Steuerkommissariat Darmstadt I, den Steuerkontrolleur, Regierungsassessor Erich Dörr zu Friedberg zum Steuer» lommissariats-Assistenten bei dem Steuerkommissariat Fried­berg und den Revisionskontrolleur bei "dem Hauptueueramt Mainz Ludwig Hauschild zu Mainz zum Hauptsteueramts- kontrolleiir bei dem Haiiptsteueramt Offenbach ernannt.

* Lehrerpersonalien. Ernannt wurde der Lehrer an der Volksschule zu Bad Nauheim Karl Heuser zum Lehrer an dem Realgymnasium zu Mainz unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer. Uebertragen ivurde dem Schulamtsaspiranten Hch. Weil aus OpperShofen eine Lehcerslette an der kathol. Schale zu Heldenbergen. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Ronnenroth Emil Walther auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und unter Verleihung des Silbernen Kreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone.

Neue Reich S>bankn eben stelle. Am 1. Juni d. IS. wird in Sankt Ingbert eine von der Reichsbank­stelle in Ludwigshafen (Rhein) abhängige Relchsbankneben- stelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.

* Forstpersonalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Forstwart der Forstivartei Homberg Wilh. H e ger zu Homberg aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand den Charakter als Förster erteilt.

* Nachtigallen. Der hiesige Tierfchutzoerein Dal 6 Nachtigallen von ausroärtd bezogen und sie in dem bota­nischen Garten ausgesetzt. Wir hoffen, daß die lieben Zanger sich wohnlich bei uns einrichten und uns jedes Jahr mit ihrem Besuche erfreuen werden. Unter der Voraussetzung, daß man sein Bestreben, die Nackstigallen wieder bei uns heimisch zu machen, mit Freuden aufnehmen wird, empfiehlt der Tier- schutzverein die Tierchen dem Schutze der Einwohner.

"Trotz des kühlen Pfing st wetters war der Verkehr nach den verschiedenen Ausflugsorten unserer herrlichen Umgebung und der Besuch der Wälder überaus lebhaft. In den mit zartem Junggrün geschmückten Wal- düngen zeigte sich reges Leben und große Scharen Mai- blumensucher sanden sich in ihren Erwartungen nicht getäuscht, denn allenthalben erblickte man mächtige Sträuße in den Händen der fleißigen Sucher. Dabei konnte man auch bie Beobachtung machen, daß manche einer üblen Angewohnheit zur Folge mehrere abgebrochene Matblümchen im Munde trugen, anscheinend um den lieblichen Duft des Pflänzchens recht nahe bei der Rase zu haben. Es sei deshalb darauf aufmerksam gemacht, daß das Maiglöckchen einen Saft ent­hält, der imstande ist, Vergiftungen hervorzurufen. Der Maiblumenrcichtum ist in diesem Jahre außerordentlich groß, denn täglich sieht man aus dem Bergwerkswald und dem Großenlindener Markwald von auswärts gekommene, hier Rast haltende Eisenbahner mit niächtigen Bündeln dieser süßduftenden Blümchen nach der Bahn zurückkommen. Es ist nur schade, daß so viele, kaum knospende Blümchen dem dämmernden Walde entrissen werden, wo sich sonst der Waldbesucher an dem mit Maiglöckchenduft geschwängerten Halbdunkel ergötzte.

Deutsche Lehrerfahrt zur Wasserkante. Der deutsche Flottenverein veranstaltet wieder, wie im vorigen Jahre, eine Lehrerfahrt zur Wasserkante zur Besichtigung von Hamburg, Kiel und Helgoland. Die Fahrt ftndet voraus­sichtlich vom 27.31. Juli statt; aus Hessen nehmen sechs Lehrer teil.

** In Amerika verstorbene Hessen. Korbmacher Gg. Klippner aus Hamm, 29 Jahre alt, zu Syracuse, N. P. Andreas Storm er aus Hüttenrode, 65 Jahre alt, zu Washington, Jll.

? Reiskirchen, 21. Mai. (Tel.) Gestern nachmittag ereignete sich hier ein bedauerlicher Unfall, der leider einem Menschen das Leben kostete. Der Fuhrmann Damm befand sich auf dem Heimweg von einer Spazierfahrt. Die Pferde gingen durch und nicht weit von dem Dammschen Haus fiel das Break um und sämtliche Insassen wurden herausgeschleudert. Ter Schwager des Herrn Damm, LaunS- bach nut Namen, starb infolge der erhaltenen schweren

nischen Schlangenwindungen des aus eiskalter Berechnung und leidenschaftlicher Sinnlichkeit zusammengesetzten" Wesens der Kleo- patra kamen überzeugend zur Wiedergabe. Allerdings in den Affekten größter Leidenschaft gebrach es noch zuweilen an kraft­volleren AusdrutLrnitteln im Organ, so namentlich in der Szene, da sie den Boten schlügt, als er ihr die Nachricht von Antonius Vermählung mit Kleopatra bringt. Jedenfalls aber hat sich Frau Bayrhammer als eine Darstellerin von hoher künstlerischer Intelligenz und tüchtigen künstlerischen Mitteln er­wiesen. Ferner schreibt dasKuss. Tagebl.": Frau Bayrhammer verbesserte als Kleopatra den schwachen Eindruck des ersten Aktes wesenllich in den folgenden Szenen mit Alexas (3. Akt) und Antonius (4. Akt). Hier war sie in der Tat orientalische Herr­scherin voll Glut und Berveglichkeit, voll Bizarrerie und Laune und machte die Bezauberung eines Antonius verständlich. In den blitzartigen Uebergängen aus einer Stimmung in die andere, war sie sehr interessant, imb der elegische Ton der Sterbeszene im Monument lag ihr besonders gut. Alles in allem müßte jedoch neben einer gewissen Größe der dämonische, faszinierende Zug im Wesen der Kleopatra noch überall stärker zur Geltung kommen.

Kleines Feuilleton.

FrauBayrhammer inKassel. Gießener Theater- fteunden ist es bekannt, daß Frau Bayrhammer, die unserm Theater leider untreu wurde, an das H o f t h e a t e r in K a s s e l engagiert worden. Dort ist nun neulich eine der gran­diosesten Shakespeare-Tragödien zur Aufführung gekommen, Antonius und Kleopatra". Wahrend die beiden andern Römertragödien des großen Briten gleich den meisten seiner übrigen Dramen zum festen Reperwirebestand der deutschen Bühne gehören, ist ihr dieses Werk so gut wie fremb geblieben. So war es ein kühnes Unternehmen, als man in Kassel daran ging, durch eine szenische Mubearbeitung den spröden Stoff dieser Shalcspeareschen Dichtung der deutschen Bühne zu er­obern. Der Mut und das Geschick, mit dem man sich ans Werk begab, haben ihren Lohn gefunden. Die Erstaufführung brachte dem Oberregisseur Hertzer, dem Bearbeiter, eineiig lauten Erfolg. Es ist gelungen, unter Zugrundelegung der Baudisiinsche.il Uebersetzung und im Anschluß an eine frühere Bearbeitung von Kilian, den Wechsel der Dekorationen auf eine verhältnismäßig geringe Zahl zu beschränken, ohne das eigentliche Tichtergevtlöc zu zerstören. Die Besetzung einer so schwierigen Rolle wie die beiKleopatra" mit Frau Bayrhammer mochte zunächst als ein Wagnis erscheinen. Boten sich gerade für die Wahl dieser Künstlerin mancherlei Hindernisse in der Persönlichkeit, wenn man daran denkt, daß die malerische Darstellung der königlichen Schwelgerin auf dem egyptischen Thron ihr auch imponierende Gestalt zu leihen Pflegt. 3tun, imponierend durch die Wucht der Persönlichkeit war Frau Bayrhammer allerdings nicht, aber, so schreibt der Rezensent derKass. Ztg.", sie genügte äußerlich doch so weit, um den Schönheitszauber! derlüsternen Zigeu­nerin" wiederzugeben. Ihre schlanke Figur in den egyptischen Prachtgewändern ließ auch nichts vom äußeren Hoheitsschmuck vermissen. Ihr Mienenspiel aber i-st 'von einer sieghaften Beredsamkeit und ihre Leidenschaft echt und tief.. Diedämo-

Handbuch der gesamten Landwirtschaft. Im Verlag von Dr. Max Jänecke in Hannover beginnt soeben ein Werk zu erscheinen, das unter obigem Titel in etwa 40 Lieferungen zu je 50 Pfg. die gesamte Landwirtschaft umfassen wird. Heraus­geber ist Dr. Karl Steinbrück, Privatdozent an der Universität Halle, und unter den zahlreichen Mitarbeitern befinbet sich auch Professor Dr. G i s e v i u s. In 37 Abblldungen, die in 4 Bänden zusammengefaßt sind, wird zunächst bie lanbwirtschaftliche Be­triebslehre geschildert, sodann der Acker- und Pflanzenbau (beiten beide erste Abteilungen:Der Boden" undBodenbearbeitung und Verbesserung" sind von Prof. Tr. Gisevius bearbeitet) und schließlich die Tierzucht. In einem Ergänzungsband wird bann noch bas wichtige Gebiet der landwirtschaftlich-technischen Sieben»

Hinblick auf bie Zustände in Spanien nicht ohne Bedeutung ist. Bei dem Fehlen eines direkten Thronerben wäre zweifellos Spanien das Opfer schwerer innerer Wirren geworden, deren Ausgang höchst ungewiß wäre. Damit soll aber nicht gesagt sein, datz nicht trotzdem über kurz oder lang schwere Konflikte ein­treten, denn die Situation ist eine verworrene, die unruhigen Elemente erheben immer mehr und mehr ihr Haupt und es kann leicht zu ähnlichen Explosionen kommen, wie in Rußland.

In £)c ft er reich oingen in dieser Woche bie polittichen Wellen reckst hoch, fanden doch die Reichsratswahlen statt, welche nach einem neuen Wahlrnodus erfolgten und dem Parlament ein völlig verändertes Gepräge geben werden. Es war voraus­zusehen, daß bei der Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts die Sozialdemokraten und Christlichsozialen ganz be­trächtlich gewinnen würden, und so werden denn diese in der Stärke vcn zirka 100 bezw. 70 ihren Einzug am Kärntner Ring halten. Das Charakteristische des Wahlausgangs liegt aber in der völligen Zermalmung der extremen nationalen Parteien, so­wohl auf deutscher wie tschechi,cher Seite, wenn auch natürlich die Polen ihren Besitzstand in Galizien behaupten mußten. Der völlige Umschwung der Verhältnisse wird selbstverständlich seine Rückwirkung auch auf die Regierung selbst haben, und als erstes Opfer dürste das Ministerium Beck fallen, eben das Mini­sterium, das alles daran gesetzt hat, die Reformen durchzubringen. Auf der anderen Seite luirb die neue Konstellation nicht ohne Rückschlag auf das Verhältnis zu Ungarn bleiben, in dem letzt diejenigen Parteien bominieren, welche von einem allzuweitgehcn- ben Entgegenkommen gegenüber den magyarischen Forderungen nichts wissen wollen.

Staats- undKommunal-Adreßhandbuchfür den Regierungsbezirk Wiesbaden für 1907/08. Be­arbeitet und beraubgegeben von Regier ungssekretär Leber, Wiesbaden. Selbstverlag. Preis 5.50 Mk. Das altbekannte und vielen Kreisen uneiitbehrliche Nachschlagebuch gibt nach einer Uebersicht über das König!. Haus und seine Mitglieder eine systematische Zusammenstellung der obersten Reichs-, Staats- und der Provinziaibehörden sowie der sämtlichen im Regierungsbezirk Wiesbaden ansässigen Staats-, Militär- und Gemeindebehörden und ihrer Beamten. Ferner enthüll es die Geistlichen aller Religionsgemeinschaften, die Lehrer, Aerzte und Atwtheker, die Bibliotheken, Kunstinstttute, Museen, itranfenani'talten, Handels­kammern, Reichsbankstellen, Sterbe-, Kranken-, Pensions- :c. .Kassen, Banken, Sparkassen, Erwerbs- und Wirtschastsgenossenschaften ic. Das Resultat der letzem Volkszählung von sämtlichen Gemeinden, sowie eine Uebersicht der wichtigen Reichs- und Landesgesetze und ein ausführliches Sach-, Orts- und Namensverzeichnis erhöhen die Brauchbarkeit des Nachschlagewerkes.

politische Wocbenfcbau.

Gießen, den 21. Mai.

Pfingsten ist dies'mal, was ba-5 Wetter anbetrifft, in ent­setzlicher Trübselig kett vergangen. Doch der politische Himmel ist nicht mehr mit dunklem Gewölk bedeckt, siegreich brechen die goldigen Strahlen des Friedens hindurch, und nicht sorgen- vvll braucht man mehr der weiteren Entwicklung der Dinge entgegensehen. Der deutsche Reichstag hat sich auf ein halbes Jahr vertagt, völlige Ruhe hall auf innerpolitischem Gebiet ihren Einzug und es ist zu erhoffen, daß der Kamp) der Parteien gegeneinander immer mildere Formen annimmt, nachdem im Reichstage bereits in den letzten Wochen die Ruser im Streit sich einer milderen Tonart befleißigt haben. Tas Resultat der nun jurüxfgclegten Sitzungsperiode ist verschieden t- lich recht geringfd)ätng kritisiert worden, indessen ist der Gc- üriiut immerhin insofern respektabel, als sämtliche Kolonialforde­rungen unb auch das Staatssekretariat schlankweg bewilligt wor­den sind. Dazu kommen die Beamtenpen)ionsgesetze, Zulagen rc., und vor allem ist dem Fürsten Bülow das nicht leichte Werk gelungen, den konservativ-liberalen Block zusammenzuhalten, selbst bei einer so schwierigen Sfrage wie das deutsch-amerikanische Handelsprovisorium, wobei die Rechte erfreulicherweise ein kaum erwartetes Entgegenkommen zeigte. Frellich dürfte die eigent­liche Feuerprobe erst ftum Winter zu erwarten sein, tvenn es sich um Reformen des Vereinsgesetzes, sowie die Börsennovelte banbdt; hierbei die richtige Mitte zu finden, um die Zustim­mung beiber Seiten zu erhalten, wird eines großen Geichickes fettend des leitenden Staatsmannes erfordern. Ob bei Wicder- zusammentritt der Reichstag teilweise neue JJlänner am Bundes- ratstische finden wird, da es ein offenes Geheimnis ist, daß einigen der Herren die Schwenkung nicht ganz nach dem Herzen nxrr, muß abgenxirtei werden. Zum Pfingstfest ist vorläufig Dernburg zum Staatssekretär befördert worden.

In Braunschweig dürfte nun bald ein neuer Regent [einen Einzug halten, und es steht jetzt äußer Frage, daß ein­stimmig die Wahl auf den Herzog Johann Albrecht zu Mecklen- burg-Ähwerin fallen wird. Man wird dies allenthalben be­grüßen tonnen, zumal der Genannte sich als Regent seines Heimatlandes mehrere Jahre bewährt hat und auch sonst alle Eigenschaften besitzt, die ein segensreiches Wirken auf dem schwierigen Posten in Braunschweig zu gewährleisten scheinen. Auch ist es vielleicht von Vorteil, daß nicht ein preußischer Prinz die Regentschaft übernimmt, weil dadurch der Eindruck vermieden wird, all» wenn Preußen auf irgend eine Weise die Zustände in Braunschweig beeinflussen wolle. Herzog Jo­hann Albrecht ist eine neutrale Persönlichkeit und man kann annehmen, daß während feiner Amtsführung eine das Land zer­wühlende Agitation für absehbare Zell aufhören und eine ruhige, aber sichere Entwicklung ermöglicht wird.

lieber die Haager Friedenskonferenz haben sich bu Gemüter allmählich beruhigt, selbst Herr Campbell-Bannerman mußte kürzlich zugeben, daß er Deutschlands Entschluß zwar be­dauere, aber begreiflich finde, wie denn überhaupt aus seinen Worten eine resignierte Stimmung hindurchleuchtete; jedenfalls ist gewiß, daß die Frage der Abrüstung keinen Konfliktsstoff im Haag bringen, sondern daß man den Gegenstand kühl bis ans Herz erörtern wird, well sich alle Welt einig ist, daß es sich lediglich um eine akademische Diskussion handeln kann, aus bet wirklich greifbare Resultate nicht hervorgehen tonnen. Auch in Italien vertritt man diesen Standpunkt, wie dies im Laufe dieser Woche der Minister des Aeußem Tittoni in einer großen Rede über bie auswärtige Politik bargelegt hat. Hierbei streifte er natur­gemäß auch bie Beziehungen zum Dreibunde unb Englanb, indem er sich eng an die Rede Bülows hielt und barlegte, baß Italien auf bet einen Seite getreulich unb loyal seinen Bünbnispflichten nachkomme, aber auf der anberen Seite auch gute Freunbschaft mit Englanb unb Frankreich halten könne. Seht richtig, wenn auch viel batauf an kommt, ob Italien mehr Gewicht auf ben Dreibunb ober feineFteunbschaften" legt; an bet Loyalität Tittvnis fteilich ist nicht zu zweifeln.

In Gefahr gestürzt zu werben, schwebte in bet letzten Woche bas Ministerium Clemenceau, unb wenn bie Regierung boch noch einen Pyrrhussieg erfocht, so ist bies lebiglich bem ge­schickten Auftreten bes Herrn Brianb zu danken, während Herr Elemenceau selten so unglücklich gekämpft hat und Gefahr lief, ausgelacht zu werden. Et dürste wohl seine Rolle gar bald aus- gespiclt haben, denn fein schroffes Auftreten hat ihm speziell in Arbeiterkreisen zahlteickxe Gegner geschaffen und auch sonst erfreut sich der gegenwärtige Ministerpräsident, dem noch recht oft diplo­matischer Takt fehlt, nicht allzu großer Beliebtheit. Herr Fal- liöres wird daher seht bald in die Sage kommen, sich nach einem anderen Kabinettchef umsehen zu müssen.

In Spanien herrscht eitel Wonne und Freude, ist doch dem Könige ein Thronfolger beschert worden, dessen Geburt im

geroerbe behandelt. Tie leitenden Gesichtspunkte der zahlreichen hervorragenden Mitarbeiter bei der Schasjung dieses umfassenden Werkes find gewesen, eine praltisch verwertbare Darstellung des Gcsamtgebietes der Landwirtschaft zu geben, die sowohl die neuesten Erfahrungen der Praxis, wie auch die Ergebnisse der wisjenschaft- lichen Forschung berüclflchtigt. Die uns vorliegende 1. Lieferung enthält den 1. Teil der 28. Abteilung, Rinderzucht und -Haltung, die von Professor Dr. Max Fischer bearbeitet ist, sowie den Beginn der 31. Abteilung, Schafzucht und - H a 11 u n g , die der Feder des Rittergutsbesitzers E. A. Broder - mann entstammt. Beide Abteilungen find reich illustriert und lassen ersehen, wie umfassend und gründlich das gaiue Werk fein wird. Wir werden Gelegenheit nehmen, von Zeit zu Zeit von bem, Fottschreiten des Unternehmens Mitteilung zu machen.

Nr. w/l ^Erstes Blatt 157.Jahrgang Dienstag 81. Mai li>07

Erscheint täglich a

SemeieB.net Wig« . jA ** Ab nwnatu» .

werden tm Wechsel mit ATM ß '3» M Kg gg W W KH JF Ä fSj diePost Mt.S.oiettet-

bem Yeffifchea Landwirt W MM W gl IT » B BZ W Jr B H SB U N W S |dt)rL au*id)L $Oef,cQ*

s27^kJVvIjvIVCV IIjVIWvV

zweimal wöchentlich da' NM OjT awßroärti 80

Z-Z General»* für Oberen WZ

Adr-"- Mr Deppen: Rofation$öru(f per|ag der VrMschen Untv.-Vuch' und Steindruckeret. R. tauge. Heöatttoi,peöttton und Druckerei: rchulftratze r. /eck

dlnzetger wiegen. ___ __ _______ .,

,in

IckerlasendüA^

h

>4 en

bar In

^enfaink,

Prmue mien

Reul na körnen- iiaüt

>16 Hessische

ederherstellung der ;he zu Mlcnenladt i,0 bereits +. Juni 1907

iOOOM, iaoptgewinn ÖÜUO M.

Jauptgcwinn ÜU0 Di.

6 Gewinne 1

00U M. Ü

I II Lose 10 Mk I \ Porto u.Utie30ri.g du GueriVDeblt 1 suusburei.il mm itoeuu.1611 eKgl.Pi.Lotterie-i iet u. alle Loeevei- kanisstellen.