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Die heutige Yummer umfaßt 10 Seiten.
Prospekt
Kirche im Beisein des Kaiser- Fran-
die sich vollkommen zu verstehen scheinen, war
Fräulein Kettling, anberrifft, so
Was die Sängerin,
Was besser ist, das ursprüngliche Trio op. 8
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drei Künstler, vorzüglich.
hier in der evangelischen 3ofcf statt.
P eterSbur g, 20. Kreisen mit Bestimnttheit des TepescyenwechselS mir
Nr. 17
Erscheint täglich außer Sonntags.
■ Lein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit . em hessischen Landwirt
ie Siebener Zamilirn | blätter viermal in der I Woche beigelegt und ■ zweimal wöchentlich daö
llieUblatt sür den Kreis
Sietzen. Fernspiech-An-
■ schlich s. d. Redaktion 112
-erlag u. Expedition 51
Jcagen der Macht und die Ehre und der handeln, yiebncr begrüßt bann den Reichs-
Jan. Wie in den hiesigen diplomat. vertäutet, habe der Zar gelegentlich bent deutschen Kaiser aus Anlaß
des Neujahrstages der bestimmten Lojsnung Ausdruck gegeben, daß es ihm möglich sein werde, in diesem Jahre mit dem Kaiser Wilhelm zusammenzutreffen und persönlich die Iber* sichcrungen treuer Freundschaft zu erneuern. \Utan glaubt, daß sich anläßlich der üblichen Nordlandreise deS deutschen Kaisers in diesem Sommer die beste Gelegenheit zu einer Begegnung des Zaren mit dem Kaiser Wilhelm bieten werde.
abend za Gehör gebracht wurde, so ist das dankbar anzuerlennen, denn dazu ist selten genug Gelegenheit. Jedenfalls war dieses Werk das melodienreichste des Abends.
Ueber die ausübenden Künstler ist das Urteil gelegentlich des Beetyovenabends zu verstörten. Herr Hegar spielt mit einer bewundernswerten Ruhe und Sicherheit, und jeder Bogenstrich zeugt von einer vollkommenen Beherrschung des Cellos. In der Sonate freilich ließ er etwas nach, aber im Brahms-Trio gab er wieder fein Bestes. Auch Herr Nebner bot uns ein ruhiges, wieder ausgezeichnetes Spiel. Vor allem aber sei des Herrn Prof. Trautmann gedacht, dem bie Hauptarbeit zugesallen war. Er entledigte sich ihrer musterhaft, und sein einfaches, diskretes Spiel sucht seinesgleichen. Freilich müssen wir zugeben, daß unser Beifall mehr den auswärtigen Künstlern gegolten hat und daß Trautmann vernachlässigt wurde. Umsomehr gebührt ihm an dieser Stelle reiches Lob. Auch der Gefamteindruck der
urb ich betrachte c5 als einen gewissen Wendepunkt in un- V lerem Parteileben, daß am 1J. Dezem'ver konservative
mb liberale Parteien mit den Verbündeten Regnrungen zusammnr- Iingen. Ich möchte, daß diese Verständigung vorbildlich wirrte
Ir bie Behandlung anderer großer nationaler Fragen, und so von rm überseeischen Besitz ein günstiger Einfluß ausginge zur ’JiaÖigung der Parteikämpse, namentlich gegenüber dem Aus- »lande, jicbnet weist dann den ihm von dec Zentrumspartei ge* vtachten Borwurf zurück, als habe er nur einen Vorwanb für die Auflösung gciuchr, das Zentrum hätte so gut wie alles bewilligt, ' bie Auslosung sei unnötig gewesen. Er betont, in der Frage, nie Diel Truppen zur Nrederwerchrig des Ausstandes uno zur ^aöijijierung der Kolonien nötig seien, zeige es gegenüber dem Loren und bestimmten Verlangen der sachkundigen und verantwortlichen 3ieilcn für die verbündeten Regierungen keine Lckwenlungen. »Da die Mehrheit auf ihrem Standpuiiit bestehen blieb, jo mußte
Deutsche» Ueich.
Berlin, 21. Jan. Lire eine 'jctuion flti feen neuen Reichstag wird vom allgemeinen deutichrn .iuiiterver- banb ausgehen. Unter Hinweis daraus, da., oic vom Kaiser genehmigten neuen Beflinunungen über das ^upreifen und Auj^ treten von Dtilitärrapeiien vielfach umgangen werd.i, soll das D*o 11 ft ä n t> i g e Verbot des g e id c r b 11 d) e it 'JJt u) i $ i e • rens von Militär- und Aeamten-Musikern verlangt werden. ,
Dresden, 21. Jan. Ter Gouverneur von a,euticy-<cuDwest- afrild, v. Jöinbequifc, hielt gestern imnag auf Einladung eines Komitees der Bürgerschaft iui iäussteilung^palajr einen etwa anbertb-iiDUunbigen trag uoer bie natwnaie uno w.c^aUtiioie Bedeutung unserer Kolonien, insbesondere Deutsch-Süd.vestajrika. Ter Vortrag, dem mehrere tau'end Personen, darunter die Staats- Minister und die ■ in Dresden aflrcoicricn Diplomaten beiwohnten, wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen.
UL Erhaltung Oie Kolonien unsere in .Ltigung jtoueben wir
um er er Volts tra, le von größtem Nutzen sein wird, sollen aber auch ein Bindemittel sein für ein Dutzend gespaltene politische Beim Innern. Zu ihrer Enttvickelung die Paarung toniervativen uno liberalen Geistes,
drängt sich ein Vergleich mit Fräulein Leybecker auf, daß beide Damen uns brahmsische Lieder brachten, und der fällt wohl zu gunsten der letzteren Dame aus. Trotzdem, Frl. Kettling ragt über die Mittelmäßigkeit heraus. Sie har eine vorzügliche Stimme und Anlage zur Koloratur. Nur muß noch tüchtig gefeilt und geschliffen weiden. Auch Ausdruck ist vorhanden, und hei strenger Schulung kann es die Dame wohl noch recht weit bringen. Die italienischen Sachen erweckten wohl kein so großes Interesse.
Leider war dieses Mal der Saal nicht &rabe übermäßig besetzt. Daher wurde wohl auch nicht so viel Beifall gezollt wie sonst.
Im großen und ganzen kann das Konzert als recht gut gelungen bezei^net werden. Es recht sich dem Aeechoven-Abenü
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Dann forderte Professor Schmollet den Reichskanzler auf, da« Wort zu ergreifen. Reichskanzler Fürst Bülow führte cliva folgendes aus:
Meine Herren, der Anregung, unter Ihnen zu erscheinen, bin ich gern und dankbar gefolgt. Die Führer der Nation hoben es a.s eine Forderung des Tages erkannt, aufklärend mitzuwirken ai dem pvlitifchen Gefchäst der Nation. Sie wollen hören, was titoa der oberste Beamte des Reiches am Vorabend des Tages n»ch zu sagen hat, der über die künftige Zusammensetzung des Parlaments entscheiden soll. Der Streit zwischen den verbündeten Regierungen und der Mehrheit von Zentrum und Sozialdemolratie u Reichstag ist entbrannt bei der Frage der Beendigung des Krieges in Sudwestafriia, über das Maß von (rüügleu und lincrßic bei unseren ststonisatorischen Bestrebungen. Ich bin roh, sagen zu können, daß an dcr Spitze der Karonialabteilung 'eßt eine außergewöhnlich tüchtige und umsichtige .traft flcEs in Herrn Dernburg in kurzer Zeit gelungen, des e£]Q)Uiieitc Vertrauen in Heer und Verwaltung neu zu be» eben. Ich hege die Zuversicht, daß mit zähem Fleiße ga\_, hu» eren Kolonien em Besitz zu machen in, der die dafür gemachten Ö o f e r r e i ch l i ch lohnen und für die Wohlfahrt und
am seine arbeiiung, das sei dahingestellt. Jedenfalls ist ^«Lhmsens.^ - Bearbertting impulsiver, und wenn sie uns gestern
mtag'deu^^eck' Samerad^^
Aon Der Waylbewegung.
Gießen, den 21. Januar 1907.
Alsfeld — Lauterbach—Schotten.
Aus Schl i tz wird uns geschrieben:
Am Freitag ibraa) Dr. Wallau vor einer zahlreichen Versammlung im Gunirumschen Saale, welcher die Erichienenen kaum fassen konnte. Obwohl von anwesenden Sozialdemokraten der Versuch gemacht luurOe, störend auf die Versammlung einzuwirken, konnte der Redner unter öfterem Beifall sein Programm entwickeln. Tie absolut sachliche Art, üt welcher Tr. Wallau iibetf
Ausland.
Paris, 19. Jan. Unter beut tarnen republikanische Gruppe b er Lanbwirt schäft hat sich in der Kammer eine neue Gruppe gebildet, deren Programm den Zweck verfolgt, die Jnteresfen der Landarbeiter zu wahren unD Maßnahmen zu treffen, tun den Zuzug der Landbevölkerung nach den Städten emzuschtünken und oie den Industrie-Arbeitern zu gute lammenden Gesetze auch aus die Landarbeiter auszudehnen. Die Gruppe zählt 60 Mitglieder.
Gmunden, 19. Jan. Die Leichenfeier der verstorbenen Königin S.ü a r i c von Hannover sand heute mittag
Aulows Wahlrede.
Berlin, 19. Januar.
Bei dem heute im Palasthotcl vom kolonialpolitischen MtionSkoinitee veranstalteten, von zahlreichen Vertretern der Wissenschaft, Kunst, Literatur und Technik auS ganz Deutsch- Lnb besuchten Essen hielt der Vorsitzende deS Komitees, Professor Schmoller, eine Ansprache, in der er u. a. folgendes ausfsthrter
Tie int kolonialpolitfio en Aktiouölon'.llee vereinigten Führer der liberalen Berufe wollten in einem großen Moment unserer vaterländischen Gcichichte ihre Stimme in die Wagschale werfen. Hinter dem Komitee stehen die Massen der liberalen Berufe, die gegc.i 2 Millionen Wähler umfaßen. Der Redner mnnett daran, daß die Universitätslehrer dank der Freiheit de.' Wmenschaft und bank der politischen Unabhängigkeit, welche ihnen die aufgeklärten deutschen Regierungen seit hundert Jahren stets cinräumtcii, schon öfters in die ganz großen öffentlichen Xcämpie eingegriffen haben. Mit allen (NsiMiungsgenossen aus den liberalen Berufen wolle das Komitee für bie Erhaltung unserer Kolonien, für bie Macht unb Ehre Teutschlands eintreten unb Helsen, eine Reicl-stagsmehrheit zu
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in den angrenzenden ucnuuietii ihre Vlatze cutgmommcn hatten. Der Kaiser brachte den Toast auf das Wo 1)1 der neuen und der älteren Ritter auS. ... , ,
Eine Exiraausgaoe des ..Reichsanz/^ vero''enliicht die zahlreichen Ordensverleihungen, die hauptsächlich Beamten unb Offizieren zuteil würben. Es erhielten u. a : den Roten .Idceroroen 2. Kl. Mit Eichenlaub: Profeuor Es. v. Geb Harb t in Duiiel- borj unb Prof. Tr. Riffen in Bonn: den Ltern zum Roten Ablcrorben mit Eichenlaub: Prssesior Dr. La bau s in Straß- bürg unb ber Cberpcäjibent ber Provinz ? iii:-:i.inau, von Winbheim; ben bürten Ab.crorden 2. Kl.: ber frühere bieiä)ß* tagsabgeordnete ibüfing unb Dbcrbürg.r.iicimi m tr i ebner* Berlin; ben bioten Adlerorden -1. 511.: Die । chHeren bunchötags- abgeordncien y o f a n g , Oertel, Tr. P a ch nicke, Patzig, Rogalla v. Bieberstein unb Der zweite ‘-ekta Jurgennuncr Dr. tiieiae; ben Stern bes Kronenordeus 2. Kl.: Der frühere Reichstagsabgeordnete Frhr. Hehl von HerrnSheiin unb ber Lberreicysanwall beim btetchsgericht i. ^.ishausen; oen Kronern erben ö. Kl. bie früheren Reichstagchbgg. Holtz, Graf Drto 1 a unb Prosefjor Pauli; den Sinmeiorben 2. JtUiie: der Pwfefior Enneeer ns in Marburg; den Krouerwideii 1$. Ml. lernet ber Rektor ber Universität tict.in, 1). Mafton; den bürten Adler erben -1. Ml.: ber Tiermaler Prosesjer Frenzei in Berlm.
' Q>isber*h ’WfiU
ifot. 1734) K ‘l’ebtefie 'jnQJD,l|ieL? ,re> - Söhiife Qut iw SE?
fchafien, bie mit bein Reichskanzler und ben Bundesregierungen für diese Ziele eintrete; es wolle der Nation heute lagen, sie lulle des V-terianb über bie Partei-steilen, sie solle nicht kleinlich nab philisterhaft bie F
^wattigen Politik beha ... _
stnzler, bei durch ima Erscheinen im itrciic ber Professoren tib Gelehrten zeige, baß er die geistigen Krücke neuen den utate* i lIcii cüt5U|ä)ul'cit roihe^ Wir haben unter der berauschenden aiiiii-itlung dev neuen Reichtums unb der neuen Macht Teutsch* ibS seit 18-0 wohl ö.ters die geistigen Kräfte unterfchützt und .^r zu oft dis üi Ujierroort vergefien: „Es ist der Geiu, der sich D:it Körper bautV* .
Zwcirer ^ammtrmuM-AbeuD.
Gießen, 21. Januar 1907.
Nachdem der erste KammermusikabenD int Quartett unfern größten Meister Beechoven uns hatte bewundern lassen, bot gestern ein Trio uns Perlen verschiedener M^er aus Der» siebenen Zellen. Mit Reckst hatte man H a h b u an ben Anfang gestellt. Denn für die gesamte Kammermusik wird der Name ks österreichis-.en Meisters allezeit einen goldenen Klang haben. 3fon gebüljn das Verdienst, den neuen Jnstrumentalstil ein» . geü'.jrt, das Naturell mit Der musikalischen Sästipfung verbunden y haben, wie es der sehnlichste Wunsch Goethes war. Von £al)Dn ging die Revolution aus, die das Itlaoier von den übrigen Instrumenten lo^trennte und nur mit den Streichern zu wenigen Gattungen intimer Kammermusik zuließ. Kammermusik und Symphonie wurden allmählich immer schärfer geschieden. Von dem gestern gebotenen E-moll-Trio ist nickst viel zu sagen. Alle drei Instrumente sind darin gleich berücksichtigt, boefo werden kleine allzu hohen Anforderungen an die AuSübenoen gestellt.
Hatte Haydn uns ben neuen Jnstrumentalstll gebracht, so bot uns EhoPin den neuen Klavierstil. Dessen Musik ist lediglich für das Klavier erdacht, wirkt aber weit über dos Gebier dieses Instrumentes hinaus fruchtbar. Chopin brachte fein Instrument in Wettstreit mit dem Orchester. Tie Zahl seiner Sonaten ist ijfcin, aber diese wenigen sind bedeutend. Das opus 6d in G-rnoll der leugn er den Polen und seine Tanzweisen nicht. Bei seiner fillzu großen Länge geht aber manche Schönheit leicht verloren.
Unb dann kam wieder Meister Johannes zu Gehör, den man in diesem Winter in Gießen wahrlich nicht vernachlässigt. Bot uuZ dock) ein Brahms- Abend einige seiner herrlichsten Schöpfungen. Aber jene Werke lassen Den Laien doch etwas kühl. Vor- ityidjen sind Br.'s Kammermusikwerke, die uns Persönliches vom
estunratlon, nmcr verbunden milnrote WW tuuiL
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bie Regierung an baS Boll apvelieren. Man habe chm ferner das in ber Hitze ber Debatte gesprochene Wort vorgewor^en, baß nicht bie Parteien, sondern die Regierung die Verantwortung trage für bie Sicherheit unb das Ansehen bes Landes. Er halte diejes Wort aufrecht: die Verantwortung der Regierungen reiche weiter als bie der Parteien, sie allein trage bie moralische und politische Verantwortung in großen nationalen Fragen. In den Ansprüchen der Zentrumspartei, den verbüiideten Regierungen ebenso wie der Kciegslellung einen Teil bet Verantwortung ab- zunehmen, sehe er eine Uebcnpannung bes Machtgesühls einer Fra!- tion Er glaube, baß bas beutsche Doll eine jolcye Verschiebung ber Verantwortlichkeit zugunsten ber Parteien nicht wolle. Tas Bubget- recht bes bieichstags fei nicht verletzt und Volisrechte feien nicht in Gefahr, wie Zentrumsstimmen unb svzialiitifche behaupten. Tie Derbünbctcn 9ieoicrungen, betont Redner, bmk.'n nicht daran, die in der Berfas«ung gewährleisteten Rechte unb Befugnisse des Reichstags irgenbroie einzufchränien oder zu verletzen. W^r wollen aber roeber ein a o, olutistisches, no ch cm Parteiregiment; wir treten ein für einen Vcrfaffungs^ staat unb bas verfass ungsmäßige Recht.
Liese hat m der Presse noch feinen ausführlichen Kommentar gefunden, doch scheint man sich nicht viel Wirkung von ihr zu versprechen.
Die Voss. Ztg. schreibt: ES ist unverkennbar, daß Fürst Bülow sich lediglich m geschichtlich-alabennschen Unter- juchungen ergeht unb etwas offener mit der Sprache über seine nächsten Ziele heranSkommt, als in seinem Silvester- brtef. Freilich kann er anch jetzt ber Versilchlmg, allgemein theoretische Betrachlungen anznstcllcn, nicht überall wider- stehen, aber er nnterlüßt wenigstens solche Urteile über die Vergangenheit, die bei der bürgerlichen Linken nachdrücklichen Widerspruch Hervorrufen müssen und er findet auch schärfere Töne gegen das Zentrum, als er sie in seiner früheren Kundgebung anfällig. In einem Punkte geben wir dem Ncichskanzler vollkoinmen Recht: es ist müßig, auf Ver- jprechiingcn zu warten. ES gilt für den liberalen Wähler, Mann genug zu sein, sich selber Geltung zu ver- schaffen.
Die Ta gl. Rundschau meint: Fünf Tage vor der Wahl find die Leidenschaften zu aufgewühlt, hat sich der Partei-EgoiSinus schon zu fest verbissen, als daß man allzu- große Hoffnungen auf die Wirksamkeit ber Kanzlerworte setzen könnte, ziinial sie gerade diejenigen Wähler, auf die sie in elfter Lmie wirken sollten, die sozialistischen und ultra* montanen, nicht erreichen.
Der agrar. Dcll'.schen TageSztg. ist das bemerkens- werteste an dieser Rede, daß Fürst Bülow das Verlangen nach einer kraftvollen Heimats-Politik nut einer kurzen Be- nie düng abtut, die nichts Positives bringt und daß er die Aufstellung eine» Programms für feine künftige Regierung ausdrücklich ab lehnt.
Der Pariser r2enip§fl bringt aber bereits einen Leitartikel über die Kanzlerrede, in dem es heißt:
Die Rede ist interessant weniger durch das, was sie euthalt, als durck) Daß, was nicht m ihr gejagt wirb. Was ist das für ein Kim ftfeuerwerk, zu behaupten, Teutfchland müsse in feiner Koloinal-Polilik die Grundlage für seine innere Politik finden? Teutfchland ist em großes mächtiges Land, dessen Krall niemand uedennt, aber verdankt es feine Kraft etwa den Kolonien? Und auch Der Trau in, Konservative und Liberale^zu- i a m m e n marfäiecen zu lassen, erscheint sehr kührr. Srtbst wenn diese paradoxe Allianz zustande käme, könnte sie nicht Taner haben. Falsch find auch Die Angrtfje gegen die ausländische Presse, wenigstens gegen die französische. Wir find Zufchanec bei diesem Wahlkampf, nichts weiler, nnd haben nicht die geringste Lust, uns in die Gcfchälle anderer Länder zu niischen.
Tie Feier des UrönungS-uud Lrdcnsfestes
wurde auf Befehl des Kaiser^ ent Sonntag in Berlin in ber Üblichen Weise begangen. Nach bent Gottesbiensl begab sich bas Kaiserpaar unb Die Prinzen unb Prinzessinnen nach bem Marien- saal zur Tasel, nachbem oic Eingeiadenen im Weißen Saale unb
Erstes Blatt 157. Jahrgang Montag 21. Januar 1807
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General-Anzeiger für Gberhefsen MW
■^”c (llt ^cpc^cn: Rotationsdruck und Verlag der Srühsischen Unlo.-Vuch. und Zteindruckerei. H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulstratze 7. zeigei'ttell: Hans Beck W IßCV It’ljCn. , ———,I ■ywmwn
Aus c£uö von der Klocke.
Volkskonzert im evang. Arbeiterverein, au5* geführt vom Sängerkran z.
Das vom Bereut Sängcckranz gestern baigebotenc Volkskonzert brachte „D a s Lieb von Der Glocke" von Schiller, vertont bucch Max Bruch. Die Ausiühruiig erjoigtc uma! Lellung bes Herrn Franz Bauer durch ben gemijcyten Etzov bes Sängeikrai'.zes, unter Mitwirkung von vier auswärtigen Solisten, foiüie dcr hiejtgen ^icgimcntslapelle, ber ftch noch musi- kalifche Freunbe angejcyiojfen halten. Die Gesamtdaroiettllig war vorzüglich. In elfter Linie find zu nennen bie Leistungen bes Ehors. Er sang mic dewunbernswerter Sicherhcck uno über» raschenber Kraft, lobflu er bem wuchtigen Orcyester selbst dann gewachjen bliü), wenn bie Bläser mit höchster Krall entsetzten. Die bedeutendste Leistung oes Ehors lag in dem lieblich und doch kräftig vorgercagenen, sehr melodw^en Chorjatz: „Denn mit Der ÖreuDe Feierlluiige". Die 5 o I i ü c n leisteten sehr schönes, be» jonders der Sopran. Die Altistin, bereit Stimme anfangs etwas belegt war, wuioe ipater lener unb beherrfa-te ihren Part. Ter Zenon : besitzt gute "JJiiUel. Die .'lusjprache war Nicht immer richtig, z. B. Sehnjock-t statt Sehnsuckst, hach statt ach. Vom Baß ibe bic anUrengenpe Partie bes „Meisters" ungewöhnlich schön ^rchges-hrt. ^amttiche Orchestermitglieber, Herr Mujikdicettor Strauße selber spielte bie Orgel, spielten ihren Part mit Begeisterung unb folgten ihrem Dirigenten ut allen Schattierungen. Besonders gi: waren Die Diijer in ber Begleitung bes Ehwcs: „Tausend flliß'ge Hände , besonders gui bas Orchester beim Ehor: „Hört Ihrs wimmern hoch vom Turm" nut )einer charaueristfichm Justrr.iNLNtaLioii. Graultg klang ber :?evolutionsmarsch nach d.r O.rophe: „lind a 'e Oa> er icalten frei". Bejonberes Lob gebührt bem Dirigenten, Herrn B a u e r. Er hat Chor unb Orchester ficher in der Hand, ec oewrejen, bag ec bejahigt ist, die schwierigsten Werte zu Dir:g.eren. liin wohlverdienter Loroeertranz wur» ihm überrechnt b...u- ^cn zweiten Vor,senden .ei evang. Arb: ^r.e.eüte, Herr.c :, >rt, der zugleich allen Mitwirtenden na:. . 5 des Vereins Umut Dank ausjprach. Die schone arbietung wir> den Zuhörern mcuz sobald aus bem Gedächtnis schwindertt


