Zeugnis dafür ab, welche schöne kameradschaftliche Beziehungen zwischen dem Regiment und den Militär-Vereinen bestehen und es wäre mit Freuden zu begrüßen, wenn dieses schöne Verhältnis immer weiter fortbest'ehen würde- 1
*• D i e Lehrer - Präpa randen-An st alten zu Lindenfels, Lich und Wöllstein hatten im Schuljahr 1906/07 zusammen 312 Schüler (Lich 147). Versetzt, bezm. auf das Seminar entlassen wurden 239 Schüler, während innerhalb des Schuljahrs 21 und am Anfang des Schuljahrs 24 Schüler ausschicden. Neu airfgenommen wurden 138 Schüler. Unter dec Gesamtzahl waren 220 evangelisch, 90 katholisch und 2 israelitisch. Es standen im 14. Lebensjahr 34, um 15. 126, im 16. 105, im 17. 35, im 18. 8, während 4 über 18 Jahre alt waren. Alls Starkenburg stammten 98, aus Oberhcssen 99 und aus Nheinhessen 106, während 9 Nichthessen waren. Söhne von Lehrern ivaren 12, von Landwirten 114, von Handwerkern und Geschäftsleuten 142, von Beamten 29 und von Eltern anderen Standes 15.
** Die Salzproduktion in Hessen. In Hessen bestehen ein Staatssalzwerk zu Bad-Nauheim, 1 Privatsalzwerk zu Ludnsigshalle und 2 Fabriken, in denen als Nebenprodukts Salz gewonnen wird. Die Gescuntialzprobultion betrug 1906 172 449 Doppelzentner gegen 148 282 Doppelzentner im Jahre 1905. Abgesetzt wurden davon 33 210 (1905: 32 050) Doppelzentner Siedesalz, steuerfrei abgetassen 32 661 (32 137) Doppelzentner denaturiertes Salz (Siedesalz) und 13 377 (15 26b) Doppelzentner undenutariertes Salz. Ter Stcuerbetrag für das versteuerte inländische Salz betrug 398 515 (384 592) Mk. In den freien Verkehr wurden 220 179 (210 552) Doppelzentner Salz gebracht, wovon 50 Doppelzentner aus dem Ausland (Portugal) stammten. Der Betrag der erhobenen Abgaben betrug: Salzsteuer 1 148 943 (1 111 966) Mk. und Salzzoll 40 (1206) Mk. Abgabefrei für landwirtschaftliche, gewerbliche und Heilzwecke verabfolgt wurden 124 435 (117 788) Doppelzentner und 1 364 971 (1 300 060) Hektoliter Salz.
© Laubach, 19. Aug. Als Kuriosität sei mitgetcilt, daß ein Packet nach Gießen, das morgens hier auf der Post ani- gegeben wird genau so viele Zeit benötigt, bis es ausgetragcn wird, als es bis nach Berlin braucht; es gelangt nämlich er|t anderen Tages zur Bestellung. Frühestens wird das Paket 956 über Mücke befördert; es geht aber, wie man uns miueilt, aus Ersparnisrücksichten nicht mit dem Zuge ll07 weiter, sondern bleibt bis zum Nachmittage liegen, so daß es erst des anderen Tages um etwa 9 Uhr zum Austragen fomnit. Wer also noch will, daß sein Paket verspätet Gießen erreicht der beordere es abends vor 7 Uhr zur Post, sonst setzt er sich dein aus, daß er cs erst am zweit- nächsten Tag befördert erhält. Eine Eingabe an die Overpost- bireftton in Darmstadt dürfte am richtigen Platze sein.
R. B. Darmstadt, 19. Aug. Die heute vormittag vorgenommene Sektion der Leiche des Landwirts Karl Gölz, der bei dem Zusammenstoß mit dein von Frankftirt kornrnen- den Automobil eines hohen Offiziers schwer verletzt imirbe und bald darauf verstarb, hat ergeben, daß der Tod infolge der schweren inneren Verletzungen, Nippenbrüche :c. herbci- geführt wurde. Die Untersuchung in der Sache ist übrigens nicht, wie eingenommen wurde, von der Militärbehörde, sondern von der hiesigen Staatsanwaltschaft eingeleitet worden, da der Lenker des Automobils ein Frankfurter Privatmann, ehemaliger Neserveoffizier, geivesen ist.
Alzey, 18. Aug. Vor einiger Zeit machte eine Notiz durch verschiedene Zeitungen die Nunde, wonach Bürgermeister Dr. Sutor mit seinen Stadträten wegen Festsetzung seines Gehaltes in Streit geraten sei. Es hatte den Anschein, als habe Dr. Sutor die Gehaltsfrage angeschnitten. Nach einer Bekanntmachung der „Alzeyer Zeitung" hat das Großh. Kreisamt Alzey die Neuregulierung des Bürgermeistergehaltes in Fluß gebracht. In dieser Bekanntmachung heißt cs: „Nach emgehenden beiderseitigen Aussprachen wurde konstatiert, daß diese Angelegenheit der Neuregulierung des Bürgermeistergehaltes durch die Verfügung des Großh. Kreisamts vom 3. Januar 1907 zuerst in Lauf gebracht worden war. Durch diese wurde die Erledigung dec Verfügung Großh. Kceisamts vom 1. November 1905 in Erinnerung gebracht, in welcher die bestimmte Erwartung ausgesprochen worden wac, daß zum 1. Januar 1907 eine anderweite G'e'haltsfestsetzung getroffen und bis zil diesem Zeitpunkt hiec- übec Vorlage gemacht werde." — Daraus geht zur Genüge hervor, daß Bürgermeister Dr. Sutor in seinem Rechte stand und in ungerechtfertigter Weise eine Forderung nicht gestellt hat, zumal es sich in dec Hauptsache nur um die Beseitigung der Sporteln handelte, welchem Verlangen der Kreisausfchuß als begründet zustimmte.
Ober-Ingelheim, 18. Aug. Auf der Waldeck in Nheinhessen wurde heute unter einer zahlreichen Beteiligung der Grundstein zur Bismarcksäule gelegt. Die Festrede hielt Rechtsanwalt Claß-Mainz. Die Urkunde enthält die Geschichte des Denkmals, süc das der rheinhessijche Bismarckverein die Mittel aufbrachte. Die Urkunde, die aus Pergament geschrieben ist, wurde mit verschiedenen Anlagen, darunter einer Flasche Ingelheimer Weines eingemauert. Während des Weiheaktes spielte die Musikkapelle das Tankgebet aus den niederländischen Volksliedern. Nach einem gemeinsamen Lied hielt Bürgermeister Saalwächter -Nieder- Jngelheim eine Ansprache. Ein Volksfest mit Ansprachen, Musik- und Gesangsvorträgen schloß sich an.
Homburg v. d. H., 18. Aug. Im königlichen Schlosse wohnen immer noch Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich, die anfangs nächster Woche unsern Kurort zu verlassen gedenken. Großsürst Alexis Alexandrowitsch meilt nun auch schon mehrere Wochen zum Kurgebrauch hier. Graf Witte, der ehemalige russische Ministerpräsident, hat nach vierteljährigem Aufenthalt Homburg verlassen. Der russische Flnanzmimster Kokowzew trifft in den nächsten Tagen zu längerem Kuraufenthalt hier ein. In dieser Woche wird der König von Siam mit seinem Bruder, dem Erbprinzen und noch einem Prinzen im Grand Hotel erwartet. Ferner hat eine Anzahl Sportsleute aller Erdteile ihr Eintreffen zu dem am 22. beginnenden internationalen Lawntennis-Tiirniec sich angemeldet. Ein großes Saisonfest von ganz besonderem Glanze mit Feuerwerk, Doppelkonzert und feenhafter Garten- illumination ist für kommenden Freitag vorgesehen.
X. Fulda, 18. Aug. Aus Anlaß der Feier des 25jährigen Jubiläunis der Aebtissin des hiesigen evangelischen Stiftes Wallenstein, Jreiin von H a m m e rst e i n - E q n o r d, haben gelegentlich des abgehaltencit Generalkapitels die Damen des Stiftes ein mit Brillanten reich besetztes goldenes Kreuz als Ehrengabe gestiftet, welches voni Kaiser für die Jubilarin unb deren Nachfolgerinnen als erbliches Ord enskreiiz bestätigt ivurde. Das Kaiserpaar, die Land- gräsm von Hessen, der Oberpräsident der Provinz Hessen-
Nassau, der Kasseler Regierungspräsident sandten Glückwunschtelegramme.
Süddeutscher Malertag 1907.
R. B. T a r m st a d t, 18. August.
Ter 3. süddeutsche Malertag ist heute vormittag verbunden mit einer reichhaltigen Malerfachausstellung, im städtischen Saalbau eröffnet worden. Zu den Beratungen, die in dem prächtig mit Schmuck von den hiesigen Fachgenossen ausgestatteten großen Saal stattfanden, waren mehr als 500 Teilnehmer erschienen; besonders stark waren München, Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Mannheim usw. vertreten, aber auch die hessischen Städte, ferner Frankfurt a. M und Wiesbaden, sowie eine größere Anzahl Handwerkskammern, der elsässische, der rheinisch-westfälische, der schlesische Verband, die Düsseldorfer und die Hamburger Malerinnung und noch andere hatte Vertreter entsandt. Als Vertreter der Großh. Regierung wohnte Ministerialrat Dr. Uf in g er, als Vertreter der Zentralstelle für die Gewerbe Negierungsrat Noack, als Vertreter her Stadt Oberbürgermeister M orneweg, für die technische Hochschule Geh. Oberbaurat Klingelhösfer, für die Handwerkskammer Gewerberat Falk, Stadtv. Rockel und Syndikus Engelbach usw. bei. Der Vorsitzende der hiesigen Vereinigung der Weißbinder-, Maler- und Lackierermeister von Darmstadt, Justus Weber, hieß die Kollegen herzlich willkommen. Die Rede schloß mit einem dreifachen Hoch auf S. K. H. den Großherzog. Ministerialrat Dr. Usinger begann seine Ansprache mit einem hübschen Scherz: Sonst pflege man Weißbinder und Tüncher nicht freudig zu begrüßen, sondern man sei froh, wenn sie wieder zum Hause hinaus seien. .Hier heiße er sie namens der Großh. Re-gierung aufs herzlichste willkommen. Die Regierung nehme gern an den Beratungen Anteil. Wie das 19. Jahrhundert als das politisch-kämpfende, so könne man das 20. Jahrhundert als das wirtschaftlich-kümpfende bezeichnen. Deutschland stehe jetzt in diesen Kämpfen mitten drin. Es müsse jetzt gelten, die Gegensätze auszugleichen und ein dauerndes Einvernehmen zwilchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer herzustellen. Man müsse sich aus beiden Seiten versöhnlich zeigen, das sei eine durchaus gerechte Forderung, die auch die öffentliche Meinung im vollen Maße für sich habe. Nachdem auch Oberbürgermeister Morne weg die Teilnehmer in Darmstadt begrüßt hatte, erfolgte die Eröffnung der Fachausstellung und ihre Besichtigung.
Ten eigentlichen Beratungen ging eine Bureauwahl voraus, bei der der 1. Präsident Sto l z-München, zum Vorsitzenden, Justus Weber zum Stellvertreter, F. Emin e r t-Tarmstadt zum Schriftführer und eine Anzahl Beisitzer gewählt wurden.
lieber das „Verhalten der Kollegen bei Streiks" in Stadt und Land erstattete Neichstagsabg. Irl-Erding ein Referat unb A. Rommalsbacher- Stuttgart das Korreferat, die Versammlung nahm ein- stimnng folgende Resolution an:
„Dcc 3. süddeutsche Matertag erblickt in den fortwährenden Streiks eine schwere Beunruhigung unb Schädigung unserer gesamten wirtschaftlichen Entwickelung. Zur Abwehr dieser Geiahr wirb allen in unseren Verbanbsbezirken wohnhastenKollegen bringenb empfohlen, sich dem Verbanb anzuschließen, unb die von ber Ver- banbsleitung zum Zweck einer Besserung dieser Verhältnisse beschlossenen Maßnahmen zu befolgen."
lieber „Tie Wichtigkeit und Notwendigkeit der Streikklausel in den Bauverträgen" referierten Th. A. Winter-Würzburg und Fr. A. Eymer-Frankfurt a. M. Tie Versammlung nahm hierzu folgende Resolution Winter an:
„Dec heute tagende 3. süddeutsche Malertag bittet die Ze»,trat- leitung des Verbandes selbständiger Maler, Tüncher, Vergolder, Weißbinder und Lackierer Süddentschlands, mit aller Energie für die Eiusührung der Streitklausel in die Akkorbverträge unb Bau- debingnisse, sowohl bei den staatlichen und städtischen, wie privaten Behörden arbeiten zu wollen und ersucht ben Verband, hierzu Anschluß an andere Arbeitgeberverbände unb Vereinigungen zum gleichen Zweck 311 suchen. Empfehlenswert als Form der Streik- llauscl ist der Wortlaut der vom Arbeitgeberverband für das Bau- geivetbe vorgeschlagenen Klausel, welche lautet: .Eine Arbeitsniederlegung ober Aussperrung der Arbeftnehnter in einem für die Erfüllung des übernommenen Werkvertrages unmittelbar oder mittelbar erforderliche Betriebseinstellnng bewirkt die Verlängerung aller Fristen bezw. Hinausschiebung aller Termine um bie Tauer der Arbeitsniederlegung oder Aussperrung'."
lieber die Frage der Tarifverträge und deren möglichst einheitliche Ausgestaltung erstatteten L a c r 0 i x- Karlsruhe und das Mitglied der 1. Württembergischen Kammer, Schindler-Göppingen Bericht. Die hierzu angenommene Resolution lautet:
„Der Malertag erblickt in der Gründung von Tarif- g e m e r n s ch a f l e n unb dem Abschluß von Tarifverträgen ein Mittel zur Anbahnung besserer Verhältnisse zwischen Arbeitgeber unb Arbeitnehmer, zur Einschränkung' der durch fort- währeiide Lohnkäiiipse eiitsteheiideii öcuimil)igungen unb wirtschaftlichen Schädigungen des Malergewerbes, zur gleichmäßigen Gestaltung der Lohnverhältnisse, zur Herstellung einer sicheren Grundlage zivischen Konsument unb Produzent ui Bezug auf Berechnung der Arbeitsleistung, zur Besserung des Submissions- unweselis unb enblich zur Einschränkung ber Schmutzkonkurrenz. Er beschließt t Ter Malertag wird beauftragt, die Vorarbeiten zur Gründtlug vo>t Tarisgemeinschaflen Abschluß von Tarifverträgen im Malergewerbe baldmöglichst in Angriff zu nehmen."
Eine längere Debatte rief dann das Thema „Submissionswesen" hervor, worüber A. Müller-Freiburg das Referat erstattete. Die hierzu schließlich angenommene Resolution lautet:
„Ter Malerlag erblickt in der vielfach gegenwärtigen Art der Vergebung vor, ösfenlllchen Arbeiten schrvere Schädigung des Halidwerkerstandes, weil dadurch der Handiverkerstand maicriell geschädigt unb ein erfolgreiches Zusammenwirken des Haiidwerks sehr ost verhiiidert wird. Der Atalerlag spricht bie Erwartung ans, daß bie neuen Submissionsverorbnungen nicht nur un ivohl- wollenben Sinne ber Gesetzgebung von ben inaBgebenbcn Behörden ourchgesührt werben, soiibern daß dieselben in nächster Zeit eine weitere Umgestaltung erfahren, die den gerechtfertigten Wünschen des Handiveikerstanbes näher eiitspricht."
Den letzten Gegenstand der Tagesordnung bildete ein Referat von tz. Schmidt-Pirmasens über „Bildung und Erziehung in unserem Gewerbe".
Den Beratungen schloß sich nachmittags ein gemeinsames Mittagessen und abends Festkonzert an.
*
Darmstadt, 19. Aug.
Im Anschluß an die Beratungen des süddeutschen Malertages erfolgte heute vormittag 11 Uhr, nachdem die Teilnehmer zuvor das neue Landesmuseum besichtigt hatten, die Eröffnung der 7. Tagung des Verbandes
der Maler, Tüncher, Vergolder, Weißbinder und Lackierer Süddeutschlands. Die Verhandlungen, denen als Vertreter der Zentralstelle für die Gewerbe Negierungsrat Noack beiwohnte, waren zumeist vertraulicher Natur und wurden vom 1. Präsidenten, Nik. Stolz- München, geleitet. Aus dem vom Schriftführer der Zentralleitung,' Jos. L e i p f i n g e r - München erstatteten Tätigkeitsbericht ist zu bewerten, daß bie Zentralleitung eine sehr umfangreiche Tätigkeit entfaltet At. Die Zahl der Wt-
gliebet hat sich verdoppelt und beläuft sich zurzeit auf über 3500. I)er Bericht konstatiert, daß sich int abgelaufenen Jahre die Lohnbewegung sehr bemerkbar machte und in zahl, reichen größeren Orten Süddeutschlands Streiks eintraten, doch sei es dank des Solidaritätsgefühls der Verbandsmitglieder gelungen, dieselben schnell wieder zu beendigen. Am 15. Febr. hatte sich in Frankfurt bie Gründung des Landesverbandes Groß^ Herzogtum Hessen und Hessen-Nassau vollzogen. Aus dem Kassenbericht geht hervor, daß die Einnahme und Ausgabe mit 20 568 Mark balanciert. Der Redner brachte dabei die Gründe für die Entfernung des früheren Verbandsleiters zur Erörterung und betonte, daß die Kassenbücher bei dessen Fortgang sehr in Unordnung befunden wurden. Die weiter darüber gemachten Mitteilungen wurden als diskret behandelt, ebenso die Berichte über die Tätigkeit der einzelnen Verbandsinstitute usw. Als Ort für ben nächstjährigen Verbandstag wurde Karlsruhe gewählt, woselbst dann auch der nächste süddeutsche Malertag stattfindet. — Am Nachmittag unternehmen die Teilnehmer einen Spaziergang nach der Ludwigshöhe, wo ein Gartenfest mit Illumination usw. abgehalten wird. Für Dienstag vormittag ist eine Besichtigung der Stadt, der Künstlerkolonie und der Holbeinschen Madonna im Rcsidenzschloß geplant, am Nachmittag erfolgt eine Extrafahrt nach Auerbach mit Spaziergang durch das Fürstenlager und daran anschließend ein Waldfest an den „neun Aussichten". Heber den Verlauf der diesjährigen Beratungen und der Fest, Veranstaltungen herrscht unter den Berufsgenossen nur eine Stimme ber Befriebigung.
vermischte».
iß'11 hei W Igel M kai
kn kd hei hi hfl
[ [5t
3« Lui
;!J
I bet Lil
en
la
* Im Herrenbade von Norderney ist ein Kur- g a ft ertrunken. Das Versinken des Badegastes wurde vom Auffichtspersonal am Strande zunächst überhaupt nicht bemerkt. Erst als die Gattin des Ertrunkenen nach stundenlangem Warten im Herrenbade nachfragte, forschte man nach dem Vermißten. Nach einer anderen Version fand man am Schluß der Bade^eil beim Ordnen der Kabinen die Kleider des Ertrunkenen. Die Lerche selbst wurde nach etwa drei Stunden erst angeschwemmt oder durch die Ebbe sichtbar. Es fragt sich nun, wie konnte bas Unglück überhaupt vorkommen, ohne daß das Aufsichtspersonal es bemerkte? Sind die vorhandenen Sicherheitsmaßregeln ungenügend oder handelt es sich hiev nur um eine Verkettung verhängnisvoller Zufälligkeiten? Es würde sicher zur Beruht, gung des Badepublikums beitragen, wenn die Badeverwaltung völlige Aufklärung über den Unglücksfall geben wollte.
* Das Automobil. Bei Neustadt im Schwarzwald ist der Architekt Müller aus Mannheim bei einer Automobil- fahrt verunglückt, infolge Versagens ber Bremse des Automobils. Das Automobil wurde vollständig zertrümmert. Müller erlitt einen Armbruch, dagegen sein Mitfahrer einen Hüftenbruch. — Bei einer Probeauto mo bi lfahrt, welche der Chauffeur Prull mit seiner Familie in der Umgebung von Wien unternahm, stürzte das Gefährt bei einer scharfen Kurve um. Die Insassen kamen dabei unter dasselbe zu liegen und wurden mü Ausnahme des Chauffeurs sämtlich schwer verletzt. — Laut „Lothr. Volksstimme" haben junge Bergleute einen Racheakt gegen einen Artilleriemajor ausgeführt. Sie, bauten in Fo rb ach auf der Straße, die der Major passieren mußte, eine Barrikade. Das heranbrausende Automobil, in dem sich auch die Frau des Majors befand, wurde zerschellt, während die Insassen mit dem Schrecken davonkamen. Man glaubt, daß es sich um einen Racheakt von ber Militärzeit her handelt.
* Aus den Bergen. Auf den Mallnitzer Tauern (Steiermark) gerieten am 17. August der Schneidermeister Pichler aus Mallnitz sowie dessen Gattin und Gehilfe in einen Schnee- stur m. Das Ehepaar blieb entkräftet liegen und verschmachtete. Der Geselle schleppte sich nach dem Tauernhause und wurde morgens schwerkrank mit den beiden Leichen von einer Rettungs- expedition zu Tal gefördert. — Der Braunschweiger Tapezierer Woratz ist bei einem Bergaufstieg, den er von Tägerschen (Schweiz) unternommen hatte, abgestürzt unb tot liegen geblieben. Die Leiche wurde gefunden. — Am letzten Mittwoch unter nahmen drei in Luzern wohnhafte Touristen, ber Schreinenmister Lehmann, der Spengler Biedermann und der Holzbildhauer Lehm- kul eine Besteigung der Jungfrau. Nach mehrtägigen Nachforschungen wurden die drei, die abgestürzt waren, als Leicher gefunden. Wegen Lawinengefahr konnten die Leichen aber bisher nicht geborgen werden.
* Vergeßliche Chirurgen. Eine seltsame Sta- tistik hat der Dr. Mac Leren für die chirurgische Abteilung des Bundes der amerikanischen Aerzte ausgearbeitet: erhandelt sich um alle die Instrumente und Gegenstände, dic bei Operationen im Körper des Operierten vergessen worden sind. Die Fälle sind keine Seltenheit, und über sie existierl eine ganze Literatur. Schon früher hat Dr. Neugebauci den amerikanischen Aerzten eine gleiche lange Statisn! überreicht; sie wurde 1899 veröffentlicht und umfaßt 191 Fälle; aber in den folgenden Jahren mußte bald eint Zusatzstatistik angeführt werden, die 87 neue Fälle umfaßte Und ein anderer ärztlicher Statistiker hat 155 Fälle zu
eh I W I lec | lai I ihl
Ium
112
be
2r
To tni
mr
-ro an
cei
h
L
r
P r?; h
sammengestellt.
* Ein blutiges Familiend ram a. Aus New- Iork wird gemeldet: Ein Deutscher namens Wasser, bei seit fünf Jahren von feiner Frau getrennt lebte, weil ei sie eines unsittlichen Lebenswandels beschuldigte, kehrte zi ihr zurück und erjuchte sie, ihn wieder aufzunehmen. All die Frau sich weigerte, zog er einen Revolver und schol auf sie. Darauf ergriff die Tochter Wassers, eine ver toitiuete Frau Langlotz, ebenfalls einen Revolver und feuert; auf ihren Vater. Zwischen Tochter und Vater kau es zu einem heftigen Kugelwechsel. Der fünfte Schuß de Tochter streckte den Vater nieder. Mutter uni Vater starben im Hospital. Einige Stunden darauf wuid die unverletzte Tochter verhaftet. Sie erklärte, sie sei kein Mörderin, jondern nur die Rächerin ihrer Mutter.
* Geprellt. Aus eigenartige Weise ist ein in de Nähe Posens wohnender Gutsbesitzer geprellt lvorden. Zwt gut gekleidete Herren fuhren im Automobil bei ihm vo Einer wies sich als Regierungsassefsor v. Rigo, Dezerne: bei der königlichen Ansiedlungskommission, aus, der anbei als sein Sekretär. Der letztere holte mehrere Formulai hervor, unb der Assessor eröffnete dem Gutsbesitzer, da er 8000 Mk., die er der Ansiedlungskommission für Zuchtvü schuldig sei, einziehen wolle. Dem Gutsbesitzer kamen d Herren gänzlich unerwartet, und er bat ben Assessor, fi zunächst mit 6000 Mk. zu begnügen. Der Assessor gab fi denn auch damit zufrieden und steckte das Geld ein. T Gutsbesitzer war äußerst erfreut über diese Liebenswürdig^ und lud die Herren zu einem Imbiß ein. Diese ließen es fi dann auch gut schmecken. Am nächsten Tage erfuhr b Landwirt, daß er zwei Betrügern in die Hände gefall' war. Tie Kriminalpolizei hat ermittelt, daß die Täter e Handlungsgehilfe und ein Angestellter der Ansiedlung tommission sind. Sie sind aber noch nicht ergriffen.
* Schiller unb die höhere Tochter- In ber B läge ber „Königsb- Allg. Zig." lesen wir folgendes Jbyll a Schillers Sterbezimmer in Weimar: „Als ich vor einiger L Weimar berührte, konnte ick)s — trotzdem die Zeit drängte doch nicht übers Herz bringen, dort vorüberzufahren-^ Ich wände ins Städllein hinein- Wohin anders, alA nach den Stätten, die 1 Erinnerung an die größten beiden deutschen Dichter gewc sind, zur Fürstengrnft, zum Goethehause und zum Sterbcha Schülers- In tiefer Ergriffenheit standen wir Besucher — ' Sachse, ein Deutsch-Russe aus den baltischen Provinzen und Ostpceuße — vor den Särgen der beiden Tichtersürsten unb iv gekrönten Gönners, mit einem Gefühle l-eilig)ter Allmacht betra wir das Arbeitszimmer desi Olympiers, blickten wir in i einfache, gänzlich schmuck lost Gemach, .in, bqn. sich, um
9 n
9


