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bc" ÄS*“ Europas sowie in An.erika und auf dem Atlantischen Ozean auf. Der Finder eines jeden nndemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der dem Ballon bc,gegebenen Jnstrnktion gemäß den Ballon und die Instrumente sorgfältig birgt und an die angegebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet.
„ 'Haus ein stürz. Der „Daily Telegraph" meldet ?113 ~ JLa oa' k em großes Haus im Geschäftsviertel her Stadt London (Ontario) während der Vureaustunden < • r‘ n *e r. en Trümmern liegen sämt- liche Personen, die zur Zeit des Unglücks in den verschiedenen Etagen des Gebäudes anwesend waren. Die genaue Zahl läßt sich noch nicht seststellen, doch schwanken die Angaben von fünfzig bis einhundert. Die Rettungs- arbetten haben begonnen. Sie werden mit großer Schwierigkeit betrieben. Die verstümmelten Ueberreste einiger Opfer der Katastrophe wurden bereits ausgegraben.
* ^olksjustiz. Das „Daily Chronicle" meldet aus New Jork, daß 20 Räuber in der Nähe von Alpaso in Mexiko, unweit der amerikanischen Grenze, gelyncht wurden. Diese Bande hatte die Bevölkerung der Gegend schon lange terrorisiert, indem sie alle möglichen Gewalttaten verübte. Vorgestern griffen die Räuber die Häuser von zwei reichen Mexikanern österreichischer Abstammung an, töteten die beiden Herren und blünderten deren Eigentum. Die Männlichen Einwohner der Umgebung sammelten sich, um den Tod der beiden Nachbarn zu rächen. Sie verfolgten die Räuber und fingen zwanzig. Ohne weitere Umstände wurden die 20 Räuber auf der Stelle erschossen.
* Der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hat für seine diesjährige Jahresversammlung vom 9. bis 11. Oktober Posen als Tagungsort ausersehen. Als Verhandlungsgegenstand für die Hauptversammlung i|t das aktuelle Thema „Die Aufgaben der Gemeindeverwaltungen im Kampf gegen den Alkoholismus" (Referent Stadtrat Nath- Tortmund) in Aussicht genommen, für die Verwaltungsausschnß- sitzung „Die Bekämpfung der Animierkneipcn". In der öffentlichen Abcndversammlungen werden Ansprachen gehalten werden über die Themen: Bilder aus der Kinderstube, aus dem Familienleben, aus dem Kranken- und Irrenhaus, aus dem Gefängnis, aus Gemeinde und Staat.
— Wagner und Hanslick. Der Kunstwort schreibt: Bekanntlich hat Richard Wagner Hanslicks Angriffe gegen ihn als eine Antwort auf seine Schrift „Vom Judentum in der Musik" bezeichnet und auf die „zierlich verdeckte jüdische Abkunft" seines Gegners hingewiesen. Hanslick erwiderte hieran^ in seinen Lebenserinnerungen (II 10): „Mein Vater und seine sämtlichen Vorjahren, soweit man sie verfolgen kann, waren erzkatholische Bauernsöhne, obendrein aus einer Gegend, welche das Judentum nur in Gestalt ei. es wandernden Hausierers gekannt hat. Wagners Einfall, meine Abhandlung vom Musikalisch- Schönen ein „für den Zweck des Musikjudentums verfaßtes Well" zu nennen, ist milde gesagt, so unglaublich kindisch, daß er vielleicht meine Feinde ärgern konnte, mich selbst gewiß nicht." Seitdem, hat man diesen Fall Hanslick als einen in der Hitze des Kampfes passierten Irrtum Wagners stillschweigend beiseite gelegt. Nun weist Karl Hulka in der Prager Zeitschrift Tialibor urkundlich nach, baß Hanslick die Oefsentlichkeit absichtlich getäuscht hat, denn seine Mutter, die Tochter des Prager Bankiers Salomon Abraham Kisch, war als Jüdin geboren und erst einige Tage vor ihrer Verheiratung getauft worden. Hanslick aus seiner halbjüdischen Abstammung eine Minderwertigkeit 'zusprechen zu wollen, fällt uns natürlich nicht ein, und auch Wagner hat ja durch jene Behauptung vor allem auf Hanslicks Befangenheit hindeuten wollen. Daß aber Hanslick die Religion und Abstammung der eigenen Mutter verleugnet hat, um Wagner vor «aller Welt in möglichst schwarzes Unrecht zu setzen, das bleibt für sein Charakterbild von kennzeichnender Bedeutung.
* Kleine Tageschronik. In Esch an der Alzette sind auf einem Hochofen des Aachener Hüttenvereins vier Italiener durch Gase lebensgefährlich verbrannt, zwei sind bereits ihren Verletzungen erlegen. — In Queensberry House, Lord Wolvertons Residenz in Newmarket, wurden zwischen vorgestern mittag und gestern mehrere F a m i l i e n j u w e l e n im Werte von mehreren tausend Pfund Sterling gestohlen. — Im Simplon- tuunel fiel ein 83jähriger Greis namens Chiesa aus Turi, der mit feiner Tochter reiste, aus einem Wagen erster Klasse auf die Gleise, wobei ihm die Räder den Kops vollständig vom Rumple trenutcii. — Ter ehemalige Teestubeubesitzer Wölfel aus München, der von einem Münchener Rechtsanwalt über 200.000 Mark erpreßt hat, ist gestern in L a u s a n ii e v e r h a f t e t worden. Er wird nach Bayern ausgeliefert. Tie Frau des Verhafteten hält sich in Genf auf und wird wahrscheinlich ebenfalls verhaftet werden. — Auf einen Eisenbahn zug wurde auf der Strecke zwischen Euskirchen und M ü n st e r e i f e f em Attentat versucht, Die Schienen waren an zahlreichen Stellen mit Steinen belegt, die sicher die Entgleisung des Zuges herbei- geführt hätten, wenn nicht der Zugführer das Hindernis entdeckt haben würde. Die Staatsamvaltschafl hat die Untersuchung eingeleitet. — In Treptow wurde der Gastwirt Friese gestern Nacht von 4 Männern aus dem Arbeiterslande in seinem eigenen Hause überfallen und schwer verletzt. Die Männer raubten ihm feine Uhr, sein Portmannaie mit Inhalt und mehrere andere Wertgegenstände. Drei von ihnen ivurden gestern abend in Neu- Brandenburg verhaftet. Der Vierte ist em Ehausseearbeuer namens Fechtner.
rinnst und Wissenschaft.
München. 17. Juli. In Rottach ist der Münchener Bildhauer Professor Philipp Perron nach längerem Leiden am Tegernsee g e st o r b e n.
B r i x e n, 17. Juli. Im hiesigen Kapuzinerkloster ist Pater Norden Storck, als Dichter unter dem Namen Bruder Norbert bekannt, 67 Jahre alt, gestorben.
N e w y o r k, 17. Juli. In B o st o n sind jetzt die vorbereitenden Maßnahmen zu einer Reihe auf internationaler Basis organisierter Versuche beendet worden, die der Ausgabe dienen, durch Verständigung über die meteorologischen Verhältnisse die Aufstellung der Wetterprognose n v o l l k o m m e n e r u n d e x a k t er zu machen. An den Versuchen, die am 22. Juli beginnen sollen, beteiligen sich die Vereinigten Staaten, Deutschland, England, Frankreich und Spanien.
Gerichtssaal.
KL. Darmstadt, 17. Juli. Unter der schwere n Anklage, ihre beiden schwachsinnigen Kinder vorsätzlich körperlich gemißhandelt und durch Aushungerung und Vernachlässigung dein Tode nahe gebracht zu haben, stand heute das Lehrer Malzi sche Ehepaar ans Mühlheim bei Offenbach. Malzi war früher uii der Pfalz als Lehrer tätig und hatte seine beiden letzt 16 bezw. 18 Jahre alten Kinder Lucia und Lina, welch letztere völlig geistesschwach ist, seit Jahren im St. Paulusstift zu Herxheim m Pflege gegeben. Als er nach Mühlheim ging, nahm er beide Mädchen mch doch wurden sie nach etwa 9 Atonalen wieder auf Ersuchen der Eltern im Stift aufaenommen. In dieser Zeit nun sollen die ihnen vorgeworfenen Mmhandlunaen erfolgt fein, für die man namentlich dre Frau Atal^i als Stiefmutter der Kinder verantwortlich macht. Nach de Bekundung des Austaltsarztes Dr. Hahn waren die Mädchen bei l5mlieferm:a un März d. I. an Rucken, Armen und Bemen mit blauen und gelben Beulen und Flecken bedeckt und so beschmutzt, daß eS niemaiid in ihrer Nähe aushalten konnte. Die Lucia war auch so abgehungert und körperlich heruntergekommen daß der Arzt n der ersten Zeit für ihr Leben fluchtete. Sie soll auch der Schwester, die ihr zur Pflege zugewiesen war, gleich am.ersten
Tage viel von Mißhandlungen ihrer Mutter erzählt haben. Da der Anstaltsarzt der Ueberzeugnng war, daß dieser Zustand nur durch eine systematische körperliche Mißhandlung, Aushungerimg und Vernachlässigung durch die Eltern herbeigeführt worden sein könne, erfolgte Strafantrag. <Jn der Verhandlung wurde zunächst von einer großen Anzahl Mühlheimer Zeugen bekundet, daß sie von einer Mißhandlung der beiden Mädchen nie etwas bemerkt, dagegen oft gesehen hätten, daß sie an den regelmäßigen Mahlzeiten der Familie teilnahmen. Die Mädchen hätten sich ost gegenseitig gestoßen und geschlagen, wovon? wohl auch die blauen Flecken herrührten. Die beiden Angeklagten versicherten wiederholt, daß ie die Kinder in durchaus normaler Weise behandelt, ihnen stets ordentlich zu essen gegeben und sie nie gemißhandelt hätten. Die kleine Lucia war weder in Gegenwart, noch nach Entfernung ihrer Eltern zu irgend einer Aussage zu bewegen sondern blickte nur immer stumpf vor sich hin. Nach den Feststellungen der Zeugenaussagen ließ der Anstaltsarzt seine frühere Anschauung, daß die Mißhandlung und Aushungerung systematisch erfolgt sein müsse, fallen, doch blieb er dabei, daß nur die mangelhafte Ernährung an dem jämmerlichen körperlichen Zustand der früher gut genährten Mädchen Schuld sein könne. Auch der zweite Sachverständige, Dr. v. H ö ß l e i n, vermochte eine andere Ursache dafür nicht zu erkennen, hielt eine solche aber immerhin als im Bereich der Möglichkeit liegend. Da der vom Gericht bestellte Pfleger der Kinder inzwischen seinen Strafantrag wieder zurückgezogen hatte, siel die Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung und Staatsanwalt Dr. Maurer beantragte wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen beide Eheleute je 6 Monate Gefängnis. Ter Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Osann II. nahm dieselben gegen die schweren Anschuldigungen in Schutz und stellte fest, daß der Staats- aiiwalt^ keinerlei Beweis beigebracht habe. Dieser Anschauuiig schloß sicy auch der Gerichtshof an und erkannte auf Freisprechung, lud auch die Kosten des Verfahrens der Staatskasse auf.
th. Gießen, 18. Juli. Einen recht interessanten Fall hatte am Mittwvjch das Standgericht zu erledigen. Der Gerichtshof bestand aus Major Heuer als Vorsitzenden, Hauptmann Soldan und Oberleutnant Schwendy als Beisitzer. Anklagevertreter war Oberleutnant v. Penz. Das Standgericht hatte einen Reservisten von Gießen wegen Versäumnis der Kontrollversammlung in 7 Fällen zu vierzehn Tagen strengen Arrest verurteilt. Das Urteil war rechtskräftig geworden, doch war auf Antrag die Strafvollstreckung vorläufig ausgesetzt. Bei Antritt der Strafe zeigte es sich, daß man es mit einem lungenkranken Menschen zu tun hatte, der sogar im Arrest einen Tobsuchtsanfall bekam, und den man schleunigst in das Lazarett schaffen mußte. Die Ehefrau des Reservisten wandte sich an das Generalkommando und teilte ihm den Zustand ihres Mannes mit. Das Generalkommando verlangte telegraphisch ärztlichen Bericht, der denn auch vollauf bestätigte, daß der Mann körperlich und gesundheitlich nicht kräftig genug sei, um den strengen Arrest verbüßen zu können, worauf der Mann sofort aus der Haft entlassen und die Sache vor ein neues Standgericht verwiesen wurde. Der Anklagevertreter erklärte, daß man nach Lage des Falles auf Grund des § 27 der Militär- Strafprozeßordnung den strengen Arrest in mittleren Arrest oder in gelinden Arrest umwandeln müsse. Bestraft müsse der Mann werden, weil die Kontrolle streng gehandhabt werden müsse, denn die Vergehen, wegen denen der Angeklagte abgeurteilt sei, mehrten sich und Sagten müsse man Stellung nehmen. Oberleutnant v. Penz erklärte, es werde gewiß niemand von den Richtern die Verantwortung übernehmen wollen, wenn der Mann in Mittelarrest geschickt werde und einen Rückfall seines Krankheitszustandes bekomme. Abgesehen von dem ärztlichen Zeugnis sehe man dem Manne ja an, daß er lungenleidend sei, er bitte also die erkannte Strafe in gelinden Arrest umzuwandeln und die bereits verbüßte schwerere Strafe, zuzüglich der Tage, die der Mann im Lazarett zubrachte, als mit fünf Tagen verbüßt anzurechnen. Das Urteil lautete dem Antrag gemäß.
Liverpool, 17. Juli. In der Klagesache derGebrüder Lever, Verfertiger der Sunlight-Seife, gegen die „Daily Mail" und andere Harmsworth-Blätter, welche die Ehrlichkeit der Geschäftsgebarung der Firma angefochten und sie außerdem der Abgabe zu niedrigerem Gewicht bezichtigt haben, hat das Gericht der Firma eine Entschädigung von 50000Pfund Sterling zugesprochen. Die Beklagten hatten vorher ihre Beschuldigungen zurückgenommen und Abbitte geleistet.
Kandel.
Am Markte der Städteanleihen war am Montag die 3^prozentige Nauheimer Stadtanleihe, die längere Zeit nicht notiert worden war, nennenswert niedriger; sie stellte sich auf 91,10 Prozent.
Märkte.
tt. Gießen, 17. Juli. Ter heutige Schweine markt hatte einen Auftrieb von 600 Stück. Das schöne Wettier hatte zahlreiche Landleute zum Markt geführt, doch war das Geschäft flau. Es scheint den Mästern in der Gegend an Kartoffeln zu fehlen und man hörte am ÜJIarft häufig darüber klagen, daß die Kartoffeln zu hoch im Preise stehen um noch mit Gewinn Mast zu treiben. Gehandelt wurde das Paar Ferkel 24 — 33 Alk. Läufer 4b — 55 Mk. kräftigere Läufer bis 70 Mk. Ter Austrieb in Ferkeln blieb über- ftänbig. Nächste Markttage am 6. und 7. August, am zweiten Tage auch Krämermarkt.
W. Gießen, 18. Juli. Der gestrige K i r s ch e n m a r kt auf Oswaldsgarleii war sehr gut versehen. Besonders stark waren die Verkäufer aus dem Hüttenberg mit den prächtigen roten und schwarzen Früchten in die Stadt gekommen. Sie suchten anfänglich den Preis für das Pfund mit 25 Pfg. zu halten, konnten aber hierbei ihren großen Vorrat nicht unterbringen. Erst als die Leute fahen, daß bei dieser Preisstellung kein flotter Handel zu machen war, schliigen sie ab und verkauften das Pfund zu 20 Pfg. Da war natürlich das Bild wie mit einem Zauberschlage geändert, der Absatz war weit besser, denn unsere Hausfrauen rückten nun mit Taschen und Körben an und es entwickelte sich ein fast wildes Geschäft, bei dem beide Teile, Verkäufer und Käufer, zu ihreiii Rechte kamen.
le. F r a n £ f u r t a. M., 18. Juli. (Telegr. Orrg.-Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen V i e b m a r k t- p reise. Zum Verkaufe standen: 17 Ochsen, 00 aus Oesterreich 5 Bullen, [0 aus Oesterreich, 132 Kühib, Fersen, Stiere und Rinder 00 aus Rumänien, 634 Kalber, 70 Schafe und Hämmel, 2 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schaflämmer. Bezahlt würbe für ba§ Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 80—83 Mk., 2. Qualität 73—76 Alk., 3. Qualität 68—70 Alk.; Bullen: 1* Qual. 74—76, 2. Qual. 68—70; Kühe 1. Qualität 74—76 'Mk., 2 Qual.' 71—73 Alk., 3. Qual. 65—67 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., b'Qual.'OO—OO Mk. Kälber 1. Qual. 95—98 Pfg., Lebendgewicht 57—59 Pfg., 2. Qualität 85—90 Pfg., Lebendgewicht 50-53 Pfg., Schlachtgew. 65—70 Pfg.; Schafe: 1. Eluat 82—OO Pfg-, 2« Qual. —80 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh gut, Ueberstand bedeutend; bet Kleinvieh gut, kein Ueberstand.
Limburg a. d. L., 17. Juli. Frachtmarkt. DurchschmttS- vreise pro Matter. Roter Weizen (Nassauischer) 00.00 Alk., weißer Sßeiken 00.00 Alk., Korn 00.00 Alk., Gerste 00.00 Mk., Hafer 10 uo Mk. Erbsen 0.00 Alk., Kartoffeln 14.00 Alk.
Kird?iid?e Nachrichten, Israelitische NeligionSgejeUschaft.
Gottesdienst.
Sabbatfeier ain 20. Juli 1907:
Freitag abend 8.00 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr.
Nachmittag 4.00 Uhr.
Sabbat-Ausgang 0.20 Uhr.
Wochengoltesdieust: morgens 6.00 Uhr, abends 8.00 Uhr.
Israelitische Neligionsgemeinde.
Kottcsdieilst in der Syi.agogc (Hüdantage).
Samstag, den 20. Juli 1907;
Vorabend 7.45 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr.
Nachmittags 4 Uhr. Schristerktäruug.
Sabbatausgang 9.20 Uhr.
Arbeiterbewegung.
Reichenbach (Schlesien), 17. Juli. Wie von maßgebender Seite nutgeteiU wird, beruht die Nachricht, daß sich an die Aussperrung der Texti l-Ar bei ter in Landeshut die unmittelbare Ausschließung aller schlesischen Textil- Arbeiter anschließen werde, auf einem Irrtum. Bisher habe der Verband der schlesischen Textil-Industriellen nichts darüber beschlossen. Allerdings aber werde die Generalversammlung dieser Tage zu der Angelegenheit Stellung nehmen.
Hamburg, 17. Juli. Atsi Anordnung des Vereins Hambtirger Reeder wurde heute in sämtlichen hiesigen Heuerbureaus der Betrieb wieder eröffnet und mit der Wiedereinstellung der am Ausstande beteiligt gewesenen Seeleute begonnen.
Dieppe, 17. Juli. Die hiesigen Dockarbeiter sind gestern in den Ausstand getreten. Eine Anzahl Ausständiger veranstaltete eine Kundgebung und zwangen durch Drohungen die noch arbeitenden Kollegen gemeinschaftliche Sache mit ihnen zu machen.
Gießener Wett^dienst.
Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitaa den 19. Juli: Teilweise heiter. Trocken. Temperatur wie heute. Nördliche Winde.
Familien-Na^ktchten.
Verlobte: Frl. Marie Rohde in Hofgeismar mit Herrn Ernst Kratz in Marburg. Frl. Emmy Schlörb mit Herrn Theodor Cellarius, beide in Schotten.
Griginal-Drahtmsidungen«
-sd. Darmstadt, 18. Juli. Wegen an Untergebenen begangenen unsittlichen Handlungen in elf Füllen wurde der Unteroffizier Orlemann von der 6. Komp, des Jnfanterie-Negiments Nr. 118 zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt.
Wittenberg, 18. Juli. In Damerow stürzte die seit neun Wochen verheiratete Frau eines Eigentümers beim Abspringen vom Wagen so unglücklich in eine Heugabel, daß ihr der Stiel den Leib durchborte. Sie starb unter entsetzlichen Schmerzen.
Greifswald, 18. Juli. Nach dem Genuß frischer Pellkartoffeln starb der Fischermeister Jonas.
Friedrichshafen, 18. Juli. Zur Zeit wird auf der Werst des Grafen Zeppelin emsig gearbeitet, da in sechs Wochen ein neuer Ballonaufstieg erfolgen soll. Graf Zeppelin arbeitet gegenwärtig an einem neuen Luftschiff, das im Herbst fertig werden soll.
Wien, 18. Juli. Im österreichischen Abgeordnetenhause brachte Dr. Lueger den angekündigten Antrag ein, einen staatlichen Fonds von 100 Millionen Kronen als Grundkapital zu schaffen für Jnvaliditätskaffen der arbeitenden Bevölkerung.
Rom, 18. Juli. Wie verlautet, wird der Gegen-^ besuch Tittonis bei Baron Aehrenthal am 15. August am Semmering stattfinden. Am 16. werden sich die beiden Minister nach Ischl begeben, wo Tittoni am 17. von^ Kaiser Franz Josef empfangen werden wird.
Rom, 18. Juli. Großes Aufsehen erregt die Veröffentlichung eines Sillabus durch den päpstlichen Offervatore Romano, enthaltend ein Verzeichnis von 65 der üblichsten Irrtümer, die hinsichtlich des Glaubens an die Bibel und an die kirchliche Autorität das Wesen des Modernismus bilden. Das Verzeichnis ist verfaßt von den Consultoren der Congregation der Inquisition. Als bot* trinale Offenbarung des Papstes ist das Verzeichnis für die Weltkirche bindend. Der Erlaß ist ein harter Schlag für alle reformierenden Tendenzen. Am glimpflichsten kommen noch die Italiener davon. .
Riga, 18. Juli. Bei dem in Kurtenhof garnisonierenden' Bataillon ist eine Meuterei ausgebrochen, die erst bann unterdrückt werden konnte, als 38 der Aufwiegler verhaftet worden waren.
Paris, 18. Juli. Auch in Dijon ist eine Blättern- Epidemie ausgebrochen. Bis jetzt sind 5 Todesfälle zu verzeichnen.
Tanger, 18. Juli. Eine Abteilung von Leuten des, Khemastammes berichtet, daß es dem Kaid Mac Lean gelungen iei, unter Mithülse befreundeter Stämme aus Oudsa, wo er von Raisuli gefangen gehalten wurde, zu entkommen. Er ist wohlbehalten in Zaia angelangt, wo er in die Moschee flüchtete. Bekanntlich ist er dort gegen jegliche Verfolgung gesichert.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von. der Bank fttr Handel und Industrie, Giessen.
Frankfurter Börse, 18. Juli. 1.15 Uhr.
3^% Reichsanleihe . < 93.50 3% do. . . 83.35 3^°/o Konsole .... 93.85 3% do. .... 83.40 3^% Hessen . . . 92.00
3%°/0 Oberhessen . . < 94.00 4% Oesterr. Goldrente. . 97.65 4’/8zo Oesterr. Silberrente 98.25 4% Ungar. Goldrente . . 93.00 4% Italien. Rente . . . 103 30 3% Portugiesen Serie I . 66.40 3% Portugiesen „ III 67.40 4%°(0 russ.Staatsanl. 1905 91.40 4J4°/o japau. Staatsanleihe 90.95 4% Conv. Türken von 1903 95.00 Türkenlose 143.00 4% Griech. Monopol-Anl.. —.— 4% äussere Argentinier ♦ 84.50 3% Mexikaner . . . 62.60
4>$o/o Chinesen .... 96.50
Aktien:
Bochum Guss 210.20
Buderus E. W .... 113.70 Tendenz: matt.
Berliner Börse,
Canada E. B 174.10 Darmstädter Bank . . . 128.50 Deutsche Bank .... 223.— Dortmunder-Union C. . . — Dresdner Bank . . . 137.—
Tendenz: matt.
Elektriz. Lahmeyer . « . 116,80 Elektriz. Schuckert . . . 105.10 Esch weil er Bergwerk . . 209.90 , Gelsenkirchen Bergwerk . 189.80 Hamburg-Amerik. Paketf. 130.90 Harpener Bergwerk. . . 194.00 Laurahütte 217.— Nordd. Lloyd 116.50 Obeischles. Eisen-Industrie 103.— | Berliner Handelsges , . 151.20 Darmstädter Bank 128.90 Deutsche Bank . . « 223.20
Deutsch-Asiat. Bank . . 144.— Diskonto-Kommandit. . . 168.40 Dresdner Bank . . . 137.40 Kreditaktien 203.40 Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn . . . 95.50
Gotthard bahn . . . . —.—
Lombard. Eisenbahn . . 28.80 Oesterr. Staatsbahn . . . 139.40 Prince-Henri-Eisenbahn . 132.60
18. Juli. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk... —- Laurahütte .... 217.80 Lombarden E. B. ... 28.40
Nordd. Lloyd 116.70
Türkenlose . ... 142.50
Verantw. für Feuilleton und Vermischtes: JnVcrtr. Ernst Heß.


