Ausgabe 
18.2.1907 Zweites Blatt
 
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möglich; dadurch werden sich die Ausfälle infolge der Fahrkartensteuer nur noch steigern. Weiterhin erklärt der Minister, daß die Schnellzüge mit einem Schnellzugszuschlag möglichst in O-Züge uingewandelt werden sollen. In etwa 4 bis 5 Jahren werde diese Aenderung durchgeführt sein. Auch falle dann die Platzkarte wegen des Schnellzugs- zuschlags fort.

Es werde auch eine Vereinfachung der Gepäckabfertigung erfolgen. Für das bisherige Freigepäck bis zu 25 Kg. werde die direkte Abfertigung zwischen Steifenden und dem Gepäck­träger im allgemeinen ohne Verwiegung sich beivirlen lasie».

Was die Karten für die Rückfahrt betreffe, so könne man zwei Karten gleichzeitig nehmen, wovon eine zur Rückfa hrt benutzt werden könne. Die Giltigkeit dieser Karten solle jedoch nicht über zivei Tage ausgedehnt werden. Der Minister fomnit dann nochmals auf die Aus­fälle auS der Personentarifreform zurück, sie seien auf 14 Millionen geschätzt, wovon nur die Hälfte durch Gepäcktosten und SchnellzugSzuschläge gedeckt würden.

Gegen Vie Schifs.ihrrsabgabe».

Mannheim, 16. Februar.

Heute sand hier eine große Protestversammlung gegen die Einführung von Schiffahrisabgaben auf den naiürlichen Wasserstraßen statt. Venreten waren 24 Handelskammern aus Süddeutschland, darunler sämtliche aus Helsen, 23 Stadtverwaltungen und mehrere Jnteressentenvereimgungcn. Der Vorsitzende der Handelskammer Mannheim, Geh. Kom­merzienrat Lenel, eröffnete die Versammlung mit einer Be­grüßungsansprache, in welcher er die Notwendigkeit einer öffentlichen Kundgebung scharf betonte und Prof. Dr. La band- Straßburg hielt einen Vortrag über die rechtliche Unzulässigkeit von Schiffahrtsabgaben insbesondere auf dem Rhein. Er führte etwa folgendes aus: Stach Artikel 54, Absatz 4 der Reichs» Verfassung dürfen auf allen natürlichen Wasserstraßen Abgaben und für in Benutzung besonderer Anstalten, welche zur Er­leichterung des Verkehrs bestimmt sind, erhoben werden. oiir das richtige Verständnis dieses Absatzes kommt es auf die Beantwortung der beiden Fragen an: was sind besondere Anstalten und was sind natürliche Wasserstraßen? Stach der Reichsverfassung von 1849, an deren Bestimmungen Artikel 54 der Reichsverfassung sich anlehnt, und nach dem Zollverein- vcrtrag von 1865/67 sind als besondere Anstalten, für deren Benutzung Gebühren erhoben weiden dürfen, anzuschen Krahne, Schleusen, Häfen, Niederlagen, Föhre u. a. m. Hin­gegen ist das, was zum Wesen am Flusse, an der Wasser­straße gehört, wie das Flußbett, die Fahrraine,, die User, die Wassenvelle, keine besondere 'Anstalt. Was die Wasserstraßen anlangt, so teilt die Reichsverfassung dieselben in tlarer Weise in natürliche und künstliche Wasserstraßen ein; ein Mittelding gibt es nicht. ES kann fein Zweifel bestehen, daß die deutsche Steine trotz aller Knnstbaulen natürliche Wasserstraßen sind. Dasselbe gilt an den kanalisierten Flüssen; da nur auf denselben Gebühren für die Benutzung der Schleusen erhoben werden, was ja nichts anderes ist als Schiffahrtsabgaben, so kann doch für die Benutzung einer vertieften Fahrrame nicht noch einmal eine Befahrungsabgabe erhoben werden. Un­anfechtbare Beweise dafür, daß Befahrungsabgaben durch Artikel 64, Absatz 4 der Reichsverfassung ausgeschlossen sind, bilden das Reich-gesetz vom 5. April 1886 über die Er­hebung von Schiffahrtsabgaben auf der Unterweser, die Friedensverträge Preiißen mit Bayern, Hessen und Baden von 1866 und die Rheinschiffahrtsalte voin 17. Oktober 1868 u. a. m. Die Frage, ob und auf welchein Wege Schiffahrts- abgaben erhoben iverden können, kann uns durch eine Aende­rung des Artikel 54 der Reichsverfassung auf relchSgesetzlichem Wege entschieden werden. Das kann aber nicht geschehen, wenn im Bundesrat 14 Stimmen dagegen sind. Eine an sich klare Verfassungsbestimmung durch AkajoritälSbeschluß im Bundesrat für zweifelhaft erklären zu wollen, bedeutet aber eine Verletzung der Verfassung.

Der ziveile Referent, Profeffor Goth ein-Heidelberg, erörterte die volkswirlfchaftliche Seite dec Frage, sein Thema lautete:bie Abgabenfieiheit des Rheines und die wirtschaft­liche Entivickelung und Zukunft Süüwest-TeutfchlandS". Der Vortragende legte zunächst die Gründe bar, welche zur Auf­hebung ber Schlffahrtabgaben burch bie Rheinschlffahrtsakte und bie Reichsverfassung geführt haben, besprach ben Um­schwung ber preußischen Regierung in ihrer Auffassung über bie Abgabenfieiheit seit ber Eisenbahnverstaatlichung, unb führt bann aus, wie bie falsche Bemessung ber Abgaben nach Tonnenkilometern sie als Blnnenschutzzölle wirken lassen muß, wie ber Kampf ber Bahn gegen bie Wasserstraße um so hartnäckiger unb heftiger entbrennen wirb, wie bie Abgaben eine schwere Schädigung ber Volkswirtschaft des Oberrhemes in allen feinen Teilen, Vernichtung ber Reeberci, schwerste Bebrohung seiner Jnbustrie, ungünstige Verschiebungen in seiner Landwirtschaft unb bamit überhaupt eine Verschlechterung ber hcmbelspolitischen Lage Deutschlaiibs herbeiführen wirb.

An bie beiben Vorträge schloß sich eine Debatte. Die Versammlung stimmte einer Erklärung zu, in welcher gegön bie geplante Erhebung von Schiffahrtsabgaben Protest er­hoben unb an bie verbünbeten Regierungen bas brmgenbe Ersuchen gerichtet wirb, bem Anträge auf Einführung von Schiffahrtsabgaben auf ben natürlichen Wasserstraßen bie Zustimmung zu versagen, zumal ja bie Abgaben-Freiheit für bie Befahrung ber natürlichen Wasserstraßen bes deutschen Reiches durch die Reichsverfassung allgemein, für Rhein unb Elbe noch burch besondere völkerrechtliche Verträge ausdrück­lich gewährleistet sei. Aus Hessen wohnte auch Abgeord. Pennrich-Bingen ber Versammlung bei.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 18. Februar.

♦♦ Militär dien st Nachrichten, be Rain ville, Hauptmann im Inf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 unb fonnuanbiert zur Dienstleistung als Militär lehrer an ber Haupt-Kabettenaiistalt, mit beut 1. April 1907 als Militärlehrer zu bieser Anstalt versetzt.

** Die Reifeprüfung des Realgymnasiums fand am Freitag im Beisein des Geh. Oberschulrats Rod- nagel von der Ministerialadteilung für das Schulwesen statt. Bestanden haben das Examen Wilhelm Am end (widmet sich der Landwirtschaft), Friedrich Bauer (Medizin), Fritz Boettiger (Jura), Lubw. Brill (Medizin), Ludw.

Co st (Medizin), Alb. Cullm ann (neuere Philologie), Otto Lenz (Literatur und Geschichte), Otto Loth (Tier- heilknnbe), Otto Meiski (Chemie), Ludw. Müller (Mathe­matik), Rud. Ohly (Landwirtschaft), Alb. Pfaff (Jura), Georg Sch ab (Naturwissenschaften), Otto Schmidt (Rattir- wissenschasten), Rud. Schmitt (Tiefbau), Adolf Schiidt (Jura), Karl Simon (höheres Postfach), Otto Spaar (höheres Postfach) unb Will). Wenzel (Sozial- und Handels- wisseiischast). Reim Abiturlenten waren von der münblid;en Prüfung befreit.

Bülow§ Dank. Anläßlich ber Reichstags- wählen halte cm 9liigcliöriger ber Landsmannschaft Tarrn - ftadtia ben Reichskanzler beglückwünscht. Er eryielt bieser Tage eine eigenhänbig unterzeichnete Karte mit bes Kanzlers Bildnis unb bem Text:Herzlichen Tank für bie nationale Begrünung! Reichskanzler Fürst Bülow!*

** AuS bem Bureau des Stadttheaters. Am morgigen Dienstag finbet da am Mittwoch Thectter- veremsvorft llung ist Bolksvorstcllung statt, und zwar gelangt das neue LustspielDer Schwur der Treue" nut Frau Bayrhammer in der weiblichen Hauptrolle zur Äussnhiung.

** Bcsitzwechsel. Herr Karl Wenzel verkaufte an Paul Ei tu Eheleute seine gefilmte, über 4000 Quaorat- mrter große Besitzung mit Bauplätzen an dec Franlsnrtcr Straße, Friebr>cl>straße und Wetzlarer Weg sür den Preis von 122 000 2)^. Herr Paul Eint hat die Absicht, die Besitzung zu parzellieren und zu bebau.n.

** Oeiieii111che Lefehalte. Im Januar rourben 2716'nbe ausgelichcu. Davon tommen auf: Erzahlenbe Vite- vüiur 1354, Zeusu-ri i-.il 511, Jugeiibfchrmen 2.60, Versdichumgeu 83, V:(er(Uiirge;it)id)te 11, Länder- und Völkerkunde 61, Kultur- gcfchlchle 10, Geschichte und Biogia piuen 122, Kiin'igeschichte 21, Aatiirivifl'ciischa't und $?d)nologie 165, Heer- und Seewesen 10, Vniis- und Landwirlscha'i 8, Gesimdheilslehre 21, tllei.gion und Philosophie 21, Liaatsw.ffenschafl 15, Lpiachivisfenichast 14, Fremd- sprachlich es 17 Bande. Aach auswärts kamen 124 Bünde.

A Alsfeld, 17. Febr. Im freisinnigen Verein fand am 15. Fcbriiar eine gut besuchte Mitgliederver- sammlnng statt. Ter Boi sitzende Rechtsanwalt Siet) bc- iprach das Ergebnis ber Reichstagswahlen im Reich imb in Hessen unb hielt im Anschluß baran einen Vortrag über bie Entstehung, Programm unb Ziele bis Bunbcs bei Lanbivirte, wobei er barlegte, baß ber flcine unb mittlere Baiiernslanb anbere Interessen habe als sie ber Biinb vertrete. Im Anschluß wurden Organisationsfragen besprochen und beschlossen, daß jeden ersten Freitag im Moual eine Mit­gliederversammlung statisinden soll. Tie Vorträge für bie Älitgliebervei sammlnngen am 1. März, 5. April unb 3. Mai würben alsbald bereitwilligst übernommen.

Offenbach, 17. Febr. Die auswärts verbreitete Mel­dung von einem für Ostern zur Beratschlagung über die antimilitärische Propaganda hierhin cinberufencn deutschen anarchistischen Kongreß wirb, soiveit Offelibach als Kongrcßoit in Betracht kommt, an hiesiger amtlicher Stelle für Mystifikation gehalten. Da einem vorher öffentlich genau bekanntgegebenen Anarchistcnkongreß innerhalb Teulsch- lanbS wohl in feiner Stabt bie notwenbige Rcbcsreiheit ge­währleistet wirb, so handelt es sich offensichtlich um eine einem bestimmten Zwecke bienende absichtliche Jrresührung der Be­hörden über ben Ort bes beabsichtigten Kongresses.

§ Krosdors, 17. Febr. Unser großes Tors hat an der im Jahre 1878 eröffneten Bahn Lollar-Wetzlar unb an bie Vieber- talbahn den erwünschten Anschluß nicht gesunden. Zwar mürben auf wiederholte Vorstellungen an beiden Bahnen Haltepunkte ein­gerichtet, aber dicseloen liegen bcibe etwa 20 Minuten vom Dorfe entfernt, so daß tatsächlich weder von einer bequemen Veroinbung mit ber Kreis stabt Wetzlar noch mit Gießen bie Äiebe sein kann. Schon lange hat miau baljer überlegt, auf welche Weise eine direkte Automobil-Verbindung zwischen Krosdorf und Gießen herzustellen sei. Um ber Sache näher zu treten, war sür Freitag Abend eine Versammlung nach dem Freuub'schen Saale cinbc-rufen worden. Es mochten wohl 100 Personen dazu erschienen sein. Zunächst wurde eine Kommission gewählt, bestehend aus Bürgerineister Braun sowie Vertretern des Baucrn- uiid Aroeilcrstandes. Da aber ein Automobilomnibus aller Vor­aussicht nach ben ff.ari'cn P.rsonenveriehr nicht zu bcmältigrii vermag, ist man ev. von einer elektrischen Bahn-Verbindung nicht abgeneigt. Die Kommission luirb diejerhalb mit derartigen Gesell- schajlen in Verhandlimg treten, um das Projekt zu prüfen. Es ourite daher aus diesem Grunde anstatt ber jüngst erwähnten Gaszentrale wohl eher eine elektrische Zentrale für die hiesige Bürgermeisterei zu empfehlen sein. Das neue Unternehmen scheint zu Staude zu kommen, zumal von Interessenten bereits 16 000 Mt. gezeichnet sind.

Marburg, 17. Febr. Heute nachmittag starb hier im Alter von 69 Jahren der ordentliche Proiessor der Sprachwissenschaften, Geh. Rat Dr. Justi. Der Ver­blichene war geborener Marburger.

X Frankfurt a. M., 17. Feb-r. TieBombenge- schicht c" hat eine recht harmlose Aufklärung gesunden. TaSunheimliche Ting", das in öanau unter so großen Vvrsichts- ineutegiln zum Spr.ngen gebracht wurde, in ein altes preußisä)es Geschoß und cayrt von der Beschießung von Mainz im Jahre 18 6 6 her. Durch das preußische Detachement unter dem Befehl des Fürsten Karl Anton von Hohcnzollern, das sich oei Erbcnstein zosliert hatte unb aus iein tpaar Bataillonen Jnsanteric, wenigen Schwadronen Kavallerie und Artillerie be- Iland. Es hatte den Auittag, bie in Mainz liegenden 15 MO Mann Bundestrupf-en in Schuch zu halten. Derartige Geschosse werden ost in ber Umgegend von Mainz gefunden und von den Findern mit nach Hause geiunnmen, obwvhl das verboten ist. Tie Linger jmb ganz ungefährlich und gehen von selbst nicht los. Man nimmt an, bau beA, bet die Bombe im Eisenbahnwagen liegen ließ vom Mainzer Karneval tam und sich einen Ulk hat machen wollen.

Llerttnschtes.

' Eine interessanteVerlobung. Ter Sohn des Abg Prof. Paasche, Oberleutnant z. D. Paasche, der zuletzt in Süd- lueftafrifa ueriueUte, hat sich mit der Tochter des Tweklors ber Aatloualvank in Berlin, früheren Oberbürgermeisters von Posen, " 1111 n g , verlobt unb wird so mit Maximilian Harden ver- jchwäaert, der em Bruder Wilsings ist. Bekanntlich ist der eigent­liche Aame der Brüder: Wittkoivski.

* 91 eio Port, 16. Febr. Ein mit Vorstabtbewohnern, die auf ber Heimfahrt begriffen waren, bicht besetzter elek­trischer Vorortzug bes Bezirkes Haklcm ber 9tew Port Zentralbahn entgleiste heute nbenb ß'/3 Uhr an der Kreuzung ber 205. Straße unb ber Webster Avenue. Die 9!achricht verbreitete in ber ganzen Stabt einen unbeschreiblichen Schrecken. Scharen von Bewohnern ber Vorstädte, nach denen der Zug bestimmt war, strömten an der Unglücksstelle zu­sammen, um über ihre Angehörigen Erkundigungen einzu- ziehcn. Die Wagen rollten ben Bahnbamm herunter unb fingen Feuer. Alle verfügbaren Aerzte mürben auS ben Hospitälern unb Lazaretten aufgeboten. Die Passagiere waren

GeschäftSIciite. Eine große Anzahl der Paffaglere würbe burch bie Gewalt bes Sturzes sofort getötet, währenb bie llebedebcnben zwischen ben brennenben Trümmern eingeklemmt waren. 9(uf ben ersten Alarm trafen sofort mehrere Feuer­wehren auf ber Unglücksstelle ein. Sämtliche Krankenhäuser enlfanbten Aerzte unb Schwestern auf ben Schauplatz ber Ka- tastrophe. Vom Zentrakbahnhofe ging sofort ein Hospitalzug ab, in ben bieVerletztcn gebettet würben. Ein in bcrdiähc berUnglückS- stellc befinblicher Schiippcn würbe in eine provisorische Leichen- Halle umgewanbelt. Die Anzahl ber Toten beträgt 22, bie ber Verletzten 57. Viele Opfer trugen deutsch klingende 91 am en. Die großen New Porter Zeitungen haben (Sammlungen für bie Hinterbliebenen ber Opfer ein- geteilt t.

Gcrichtssaal.

[j Marburg, 15. Febr. Die Strafkammer verurteilte heute einen äußerst geriebenen Hochstapler, ben schon oft- uials borbeftraficn sog. Pserbehanbler Justus Karl Loos aus Höxter in Westfalen, wegen Betrugs unb Beleidigung eines Polizei- beamten zu 1 Jahr Zuchthaus unb 16a Mk. Geldstrafe. Loos gehört zu jener Gauuergruppe, bie in den Lüben größere Gelostucte wea-selten unb bann biese sowie bas Wechselgclb ein­strichen unb bamit verschwanden.

Lahore (Indien), 15. Febr. Der Besitzer ber Ein­geborene nzeitungFunjabi" würbe zu zwei Jahren Gefängnis unb lOUO Rupien Gelbstrafe, ber Rebakreur des Blattes zu s e ch s M o n a t c n Gefängnis unb 200 Rupien Gelbsttafe verurteilt wegen Aufreizung zum Haß gegen bie 9t e g i e r u n g und bie Europäer. Das Urteil erregt in Eingeborencnkreisen Aussehen.

NuLveristcits-Nact-ricHtcn.

Berlin, 18. Febr. Ter berüljnue ülteieovologe, Direktor beS mcteoroloflüdieit Instituts Berlin, Professor Wilhelm von B e z o l b, ist gestern hier gestorben. Er war am 21. Juni 1837 in München geboren, wurde 1868 Professor an der Münchener lechmschen Hoch- jchi.le. Seit 1888 war er Leiier des mot. Instituts zu Berlin. 9)1 it dem Kaiser, ber seine Von rüge oft bej lichte, verbanb ben Gelehrten eine bejandere Freundschaft.

ttitö Verkehr, Vo1k»wirtdchaft.

Berlin, 17. Febr. Der frühere Bantier Julius Bleich- rüder ist g e st o r b e n.

Märkte.

ch Friedberg, 15. Febr. Der diesjährige Frühjahrs- Pferde- unb Fohlen markt fanb am Mittwoch statt und erfreute sich wiederum eines starken Auftriebs bon Zugpferden und Fohlen. Es wurden verhältnismäßig zahlreiä^ Käufe abge» schloffen, bie Preise waren hoch. Nach bem Pserbemarkt fand einis ;Pramiierung und eine Verlosung von sechs Pferden, lanb- wirischafttichcn Alaschinen unb Geräten statt. Die fechs Haupt­gewinne fielen auf bie Nr. 3995, 10 405, 3235, 3416, 11910 unb 1366.

ic. Kranksurt a. 9)1., 18. Febr. (Telegr. Orig.-Bericht besGieß. 91118."). 9111111. Notierungen der Heuligen Biehmarklpreis e. Zum Perkaufe slanbcn: 399 Ccbien, 91 aus Oesterreich, 54 Lullen, 11 aiis Oesterreich, 0 aus Dänemark, 944 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 252 5\alber, 302 ScljciSe und Hammel, 00 Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegen, 1540 Schweine. Bezahl! wurde für lOOPiimd Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualitül 8082 Alk., 2. Oual 7074 -Mk., 3. Onal. 6468Alk.; Bullen 1.Qual. 73 bii 75 Mk., 2. Qual. 7072 Mk.; Kühe 1. Qual. 7375 Mk., 2. Qual. 7072 Alk., 3. Qual. 60- 64 Alk, 4. Qual. 0000 Alk., 5. Qual. 00-00Mk. Kälber: l.Qual. 100104 Pfg., Lebendgewicht 60-62 Pf-, 2. Qual. 8890 Pfg., Lebendgewicht 5600 Psg., 3. Qual. 0000 Psg., Schlachtgewicht 6570 Pfg., Schafe: 1. Qual. 8284, 2. Qual. 7578 Psg., 3. Qual. 0000 Psa.; Schweine 1. Oual. 6200 Pfg., Lebdgew. 49.0000.00 Psg., 2. Qu.60-61Pig^ Lebenv- gew. 48.0000 Psg., 3. Qual. 5500 Psg. Lebeudgeiv. 00 Pfg. 0-eschäit: bei Honivieh schleppend, Ueberftanb unbedeutend, bei Kleuwieh gut, kein Ueberstand.

te. Frankfurt a. M., 18. Febr. (Orig.-Telegr. de«Dießen 91m.") AmllicheNolieriingen ber heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alt. 18.5018.75, Kurhessischer Alk. 18.50-18.75, La Plata Alk. 20.2521.25, Kansas Alk. 20.2521.25, Roggen (hiesiger) Alk. 17.5017.76, Ger-sie (Welterauer) Alk. 17.0017.75, Franten- ielbev Alk. 18.5019.25, Haier 18.0019.00, Mais Alk. 13.5013.75, Weizenmehl 27.0028.25, M. 0000, 2. Qualität Mk. 25.25 Ins Alk. 26.25, L. Qualität Mk. 28.2523.75, Roggenmehl 0 Alk. 26.5027.00,1. Qualität Alk. 25.5025.0U, Weizenkiele Alk. 10.00 bis All. 10.50, äloggenlleie Alk. 11.0011.25, Alaiskenne Alk. 11.00 bis Alk. 11.50, oraufen, Pfälzer, Rieb Alk. 16.5019.25. Alles pei 100 Kg. ab hier.

Originai-Drahtmel-uttgen.

Berlin, 18. Febr. Die Assistenzärzte an _ben Berliner stäb tisch en Krankenhäusern haben beschloßen, am 1. März bs. I. ihre Tätigkeit einzustellen. Lor Jahresfrist hallen sie in einer Eingabe an ben Magistrat verschiedene Forderungen ausgestellt, worauf ber Magistrat nach 8 llllonaten eine ablehnenbe Antwort gab, in welcher auf biese Forberungen überhaupt nicht eingegangen wirb. Daraufhin haben bie Assistenzärzte nun ben Streck ange- künbigt.

Paris, 17. Febr. Der Gemeinberat von RacheS (Departement Pas be Calais) verwies ben 102jährigen Pfarrer Garbane ans bem Pfarrgebiet, falls er bie ihm abgeforberte Astete von 240 Fr. nicht bezahle.

Bekanntmachung.

Mittwoch, dcu SO. Februar, nachuiittago » Uhr wird das durch FäUuua von Baumen am Neubau des Liadttlieatcrs entstandene Holz und zwar: eine größere Anzahl RÜster-Slamme, für Wagner und Schreiner geeignet, cm starker Kirschbaumstamm, mehrere für Schlosser unb Schmiede geeignete Ambosklopc, eine nroßcre Anzahl Werkholz-Knäpuel, mehrere Hausen Renlg, zu Erbfen-Reisig gceigner, mciitbteicnb versteigert.

Die Zusammenkunft ist am Burgermeiilcrctgebäude.

Gießen, den 16. Februar 1907.

Großhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum. B "lt

B «/.

Älarklviese.

Waldgirmes, den 14. Februar 1907.

Das Bürgermeisteramt.

Großh. Landes-Irrenanstalt.

Die Stelle des II. Asfiftenz-Arzles ber hiesigen Anstalt liahr« licher Bargehall bei freier Slatwu löOO Alt.) sott mit einem lungeren, unuerbeiimcien Arzte wieder befetzt werden. Psychiatruche Vor­bildung erwünscht, doch nicht Bedingung. Da, wie betannt, in ow nädnten 2 Jahren 2 neucibaute Xianbeoirtenammlten im Grogper Äoaium ervsiiiet werben, erfajeuien für einen stteblgmen Arzt nacv ao- gelegter Pruimtg mr den Staatsdienst im Medizinalsach gumnge Äusnchten für ieiie Anfteliung. Bewerbmigen werden, zuerü di.lel Uch, hierher erbeten.

Heppeuhemi a. d. B., den 7. Februar 190/.

Grogherzogliche LireElioil der Landes Irrenanstalt, yjeebloüiaita: Dr. Bieberbach.

Kichen-Duhl-olz-Derttcigeruna.

Freitag, dcu 2%. Februar d. IS.. Vormittags 10 Ubr anfangend, kommen aus hiesigem Gemcmdetvald Distrikt Klöppel» strauch unb Hainaerwaldchcn zur Lerslelgerung:

,U Elcheii-Slamme mit /6 Fm. und 2 Rm. Elchen-Nutzscheu iKüserhvlz). tiuianunentunft am Distrikt Klöppelstrauch an der

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