Ausgabe 
18.2.1907 Zweites Blatt
 
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durch, leise unö zaghafr im 1 .

uni» juxir^üj braujelch im

Folge» de» Posener LchulstreikS.

Posen, 17. Februar.

Die verbrechen unter den Schülern im Poienjchen nehmen, feit der Lchulslreik begonnen hat, merkwürdig zu. 'i. r ß i n b < t verlieren infolge de» Lchulslreik- jede Achtung vor der Autorität, und der Sinn für Gesittung und Ordnung geht ihnen vielfach verloren. Dazu koninit, daß sie sich al» Streitende sehr wichtig vorlommen. Gellern standen hier vor der ersten Straskannnec der 13 jährige Schüler <anaSz>nSli und noch ein sehr jugendlicher ÜHcujd), die des StragenraudeS beichutdigt waren. Sie hatten zuerst einen deutschen Knaben überfallen, mißhandelt, lhm das Portemonnaie aus der Tasche genommen und ließen ihn in aller Form schworen, daß ec niemandem etwas von dein Vorfall verraten dürfe. Kurz darauf überfielen sie oiich einen polnischen Knaben und plünderten ihn in ähnlicher Weise aus. Der ältere wurde zu 3 ÜJiontitcn, der jüngere zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt.

Der Obertertianer BaszynSki aus Jarotschin wurde vom DyiiUiasiUin zll Lissa entlassen, weil sein Vater ein eifriger Förderer des SchulfireikS sein soll. Beim genannten Gym» nasiuin sollen noch weitere Entlassungen aus demselben Grunde bevorstehen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Vertag: e=e8 Redaliwu «-«-112. Tel.-Adr^ Anzergeripreßen.

in erner Erklärung gegen Herrn Damaschke erhoben und verlangt, daß, wenn dieser Herr nicht freiwillig aus dem Bunde auSlreten sollte, eine Generalversammlung zur Er­ledigung deS Falles emberufen werde. Ter Vorstand des Bund.S deutscher Bodenrcfocmer hat nun nach eingehenoer Plü'ung der Sachlage einstimmig erklärt, .daß die von sechs Herren ausgehende Darstellung dec Angelegenhelt durchaus unrichtig ist. Ter Vorstand spricht emflimmig Herrn Ta- maichle sein volles Vertrauen aus, mißbilligt das Vor­gehen jener Herren aufs schärfste und beschließt, sie zum lofortigen Austritt aus dem Bunde deutscher Bodenreformer aufzufordern."

Oberlehrer Linz, der neugewählte ReichStagSabg. für Elberfeld-Barmen, hat sich der Deutschen 91 eichSpartet als Hospitant angejchlosien.

Siegen, 17. Febr. Tie hiesige Fleischerinnung beschloß, die Schweinefleischpreise um lu Pfg. pro Pfund Hera bznsegen.

Braunschiveig, 16. Febr. Die drei welfischen Reichs- tagSabgeordnelen Rechtsanwalt v. Taiiiin, Rittergutsbesitzer v. Kaiiiniamt und ZlreiSdirektor Langcrfeld haben ein Gesuch an den Kaiser eingereicht, in dem sie um eine Audienz im Interesse der Besteigung deü braunschwelglscheu ThronS durch einen rechtmäßigen Erben des angestammten HercscherhauscS nachgomchl wird.

Tie ,Bcauuschw. Landesztg/ erfährt von maßgebender Stelle, daß in türzeuer Frist ein einstuumiger Bundesrats- beschluß zu erwarten ist, in dem ausge!prochen wird, daß die Familie Gumberland auch fernerhin behindert sei, die Regierung in Braunschweig auSzufühccn und folglich das bisherige Piovijorrunl aufrecht erhalten wird.

Straßburg, 16. Febr. Dem LandeSauSschuß ging ein Antrag zu, er möge belchließen, die Regierung zu ersuchen, eine Gesetzesvorlage emzi'bringen, »vodurch das Proportion. Wahlsh st em für die GemeliideralSivahten in den Städten von mehr als 2öuou (siniDObiiein eingeführl wnd.

und Chopin verdienten nicht so großes Jrncrefse im Vergleich zu Dem Breihovensa-en und dem Lu'zischen Werke, .Len Erfolg, Den diese beiden Nummern gestern aoend hatten, möchte ich aber in erster fluiic dem Lianistcn zuschreiben.

2ie Sonate wurde von chm ausgezeichnet beyandelr. Lorg- sältig charaktecisierle er die drei Delle und wußte Loch das ihnen Cemcinsame geschickt hcroorzukehren. Sein meiiterlich abgeiontes Spiel verrie». eine seine Vorarbeit. Noch mehr wußte Herr Milcher durch die Wiedergabe der Soiree de Vi. .ie von Liszi zu glanzen und sich begcuier;en Dcisall zu sichern. Freilich, wenn die flotten. Tanzweisen so leicht dahingespielr werden, bald leise verhallend, ball» geräuschvoll sich nähernd, wen sollten sie. da nicht in eine beifallsfreudige Stimmung Detfcbcn?

Tas ruyige, sichere Spiel des jungen Künstlers, sein kunst- lerischcr Sinn und sein seines Gefühl befähigen ihn zu ganz außer- gcwohnli^en Leistungen. Herr Zllcher kann stolz sein auf c.n gestrigen Beifall, er war durchaus verdient. _ Er begleitete auch uie Sängerin unb wurde auch hier allen Anforderungen gerecht. Tie F.ngerturnübungen, die .: e

und Triller bewLitigre er ebenso leicht wie das ruhige, fern ab- gi.Üinimie Adagio bet Sonate.

Tros versa/iebener änderet Beranstaltung n war enreuhtet* weise der Konzerisaal do.i besetzt, uno^das Utano iiq

auch in eurer äußerst beifallsfreudigen Stimmung. £ Ä- j

Veutscye» Reicd.

Berlin, 16. Febr. Die /Jlauonalj.* bringt eine Erklärung des Abg. Erzberger, in der es heißt:

In meiner Broschüre .Warum ist der Reichstag anfgelöft worben ?' bade ich bei Erwähnung der ! o t o n i a l e n Land- o e i e l l j ch a ' i e n ausge'ührl, daß z. B. einen ervediichen Bei rag des AiNcillapuals dieser Ge,elljcha,ien »die G r n über m ooun von Aknen mdieeigene nT ajchen itecfien* und getagt,bau hmicr solchen Gew'llschasien ganz befanme konfe r ua t > ve n u öna- nonallibeiale Al an uer uedien, die fich lol.pe 'J\ i e en - aej diente machen ließen.' Ich habe in uniniuclbaunn ^>>- iannncnliange hiermit mehrere Namen genannt,baumlet den -Jhiiutei a. T. von tDlöll er*. Ich eitlaie hiermit, dav id) Staaisministet von Nlöller .nnsichtt.ch seiner Bcreiligung an koloiuaien EejeUschaiten den Voiwurt irgend einer uneuaur.cn, uiüuiueveii, nur un geunglten tudeullicheu paiiöluiiflvrociie niaji habe machen wollen und nicht machen tann, und daß ich einen enua m niemer Broschüre enihalienen Borwurs gegen Herrn von Möller hiermit zurucknehme. . ..

Wie wir mitteilten, haben mehrere Mitglieder be- Bundes dciilscher Bodenreformer schwere Befchiildigungen

Mcboie unter (Hl ^nerjwetjyi ietüTludjen nuiurll iit zu vaditcu, al r ju'Ubetiieijunr I I > Wboie unu«i I

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niU,*2er iiocue Künstler des Abends, Herr 311<6erb?/ ^on.ert ein mit Beechovcns CiS-moll-^onate op. 2/ Pit. biachycr blieb er dem Pcoqramm nicht S^nz getreu. In der Zo­nare zieht sich ein rhythmijches Motiv durch alle drei -Lene hin buteb. lene unb mW UN "K

Gieijener IConscttvcrcin»

Gießen, 18. Ucbiuar 1907.

Einen äußerst genußreichen Abend verschaffte uns gestern der Lonzertvereiii nut dem drillen Künstlerkonzert, zu dem die be­rahmte duftige Dresdener Altistin §rl. Euarwlle ä)uh>ti, die jetzt in Köln wirkt, und der Piantft verr verut. Zllcher aus cranliurt gewonnen waren.

Fräulein Huhn ist eine Sängerin, der man die Buhnenlv.rt samken sofort anmertt Sie verfügt über ganz.^ußerordenlliclx Stimmittel von vorzüglichster Ausbi.builg. -^.terglltig ist chr^ Deklamation. Gchern abend hatte )ie leider zumeist -teder g^ Liälnt, die im allgemeinen für ihre wundervolle Altstimme etwas zu hoch lagen. Daher kam es, daß sie sich etwas überanstrengen mußte. Ein rechtes Altlied sehlte ganz; in den ivemgen SteUen aber, wo ihr herrlicher Alt zu vollem riecht kam, war ne von oe Säubernder Wirkung. Von imponierender Große i>t iuwii.chin der Miuifang von Frl. Huhns Stimme. Auch in den höchsten -agen wersagte sie nicht. .

Als erstes oot uns die Sängerin eine <2zene am,Gunloo . Diese £per wurde von Cornelius, von dem eigentlich nur oer barbier von Bagdad^ betannt ist (vielleicht auch noch ^rEw , unvollendet gelafien, und erst von Hoffvauer mib Mafien fertig gestellt und 17 Jahre nach des LompoLlUeü ASßc in ^eunar.

später auch in Straßburg ausgeführt. Dem großen Publikum ist ie gänzlich unbetaunt. Eine gewiße oprcbigku und verbtstit bo td, nie der ganzen Cycr, auch der ge,.ern gelungenen stelle an. Sie geiang uuer ^ruulein Huhu mit am besten.

Unter den Lieoern, die ia oen Hauptoeftandteil des Abend­bilden sollten, fanden wir solche von Schubttt, Brahms und Richard Strauß, alle brci berufene Iptucfc Komponisten. An lyoette und Lt-.lller ward Säubert groß, so war gestern scme Vertonung von GoethesGanijined' reche am Platze, ^m folgte Brahms, dessen .^Vergebliches standa.-rn" rcch: zeigte, mit welcher Feinoeu er las Volale behandelt, schuber^ Lieder smd au- reicl-em Born munter, dahingefwj.en, Brahms ist der Melan- aio'liker, der überlegt, ehe er vertont. Jtioarb straub tonnte einen Vergleich mit den beiden Meistern wohl ausi;oll.cn. An ipm fällt der augenbllällch treffende Ausdrua, das getreue Sud eines eelischen Zustandes, das unzweideutig ledern Har wirs, auf. ZL eünnerc rni {cmStändchen". Lucy ZllchersNachtneoel" bleibe

politische Lagesschau.

Deutsche Alltzlanvöpolitit.

Berlin, 17. Februar.

In Erwiderung einer Anfrage, ob die Rtcldungen richtig seien, daß der Sieg der nationalen Parteien bei den Wahlen die deutsche Regierung ermutigen werde, eim aggressive auswärtige Politik emzuleiten, ließ der Reichskanzler Fürst v. Bütow derPublisbers Preß Asio. ciation (Rcwyork), einer Vereinigung von 530 ameritaiiijchcn ßcilunpen, folgende Antwort zntominen:

,Tie Annahme, als bebeiuc bet Vhiy'atl bei neuen NeichslagS- wahlen eine Wendung zu einer aggressiven Weltpolitik, in ganz ich i r i i g. Wenn die 'Jiegievnng sich mit bereinigen Absichten trüge, so baue sie den Etat gleich enupredient) abändern nünieiu De» Eint ivild aber un wesentlichen unverändert vorgelegt. Ter Ilaiier ist nicht kriege r»f ch gesiwit, wie man un Auslände hier und da annimmt. Ec hat lelbit das Wort von der ,o D e n W e l t p o l i t l k, die überall dabei sein muß",gesprochen. Er hat leinen Willen noch i min e r im Sinne des Friedens gellend ge- inactiL Dem Aeichskanzler Fursleii Bülow kann man ei enjowenig odenleuerliche Teiidenzen nach'Qgen. Er hat während seiner ganzen Ainlsinhiung in Wort und Tat gezeigt, daß ihm solche lernhegcn. il'ian irrt sich sehr, wenn man die nationale Stimmung, aus bei heraus der neue Reichstag gewählt ist, nicht uir national, sondern für nationalistisch und chanuinistisch hält. Er ist gewähli gegen o i e anti nationale Arroganz einer wider­natürlichen P a r l e i k o i, si e 11 a t i o n. Diese Arroganz Hal bas nauonatt Empsindest des Boltes empört. Tle^rage lautete: Behauptung oder Uugabe der Kolonie Teutsch-Snbwest»Airila. Wenn man bebaupten will, wag man Hal, so ist das kein aggressiver Z in p e r l a l i s m u s. Tieselbe Mehrheit, welche Siid-West-Airita beljaupten will, würde sich gegen phaniailische Pwne auSiorechen. Ter Reichstag >oird aber gar nicht dazu kommen, zu zeigen, daß er nicht chauvinistisch, sondern nur national ist, weil ihm kein Vorschlag im Sinne eines aggressiven und abenteuerlichen Imperialismus gemadji werden wird.'

Auch der KncgSminisier v. Einem äußerte sich in gleicheiu Sinne. In einem Jnteroikw mit einem Vertreter de« londoner ,(Srapl)ic* jagte er, ,bic Ration, die m ihrer ganzen männlichen Bcvälkerung verteidigt wird, wird niemals leichtfertig sich in einen Krieg stürzen*. Unter seine Photo­graphie, welche im ,(Mrapl)ice reproduziert worden ist, hat General v. Einem eigenhändig die Worte geschrieben: ^Deutschland wird nur Krieg führen, wenn seine nationale Ehre verlegt wird oder seine LebenS- i n t e r e s f e n bedroh; werden."

nalimn, pciseli u >be|j., jucht noch Ru. luiierb.pauit. ünil . eieinin.la,n. (uui Fogel SflCIlßPft «I leuchtcr, Zchnlsa.! emiache junge

njiand. iMaeL M !ogtö gejucht 111 ye Ängelivie mit Miet Anzeiger att leOOOOiMMM iberlehrff isuchl, welch«' er Hier b.beiierr^-' Wi in eilen mite vj* ännonrenÄ^.- wiui, Tiljs^^' wwnw*

HutlanO.

Haag, 16. Februar. Als der vor einigen Tagen zurück getretene Juslizminisker Ban Ra alte heule nachmittag sein Haus verließ, schoß em Unbekannter aus ihn. Ter Rlinister blieb unverletzt.

Belgrad, 17. Februar. Ter Abg. und frühere Minister djlanntoroicj wurde gestern mittag auf dem Haupt­platz von drei Leutnants überfallen. Leutnant Rtitosajcwilsch versetzte ihm einen Schlag mit der Reit­gerte, wahrend tm anderer mll dem Säbel den Abg. Georgcwitsch den Schädel spaltete. Tie Angreifer sind dieselben Offiziere, die Sonntag Rkarinlomitsch wegen angeblicher Beleidigung der Prinzessin Helene in der ZeitungPramda" forderten, worüber Marinkowitsch Rlomag den Rltnistcrpräsidcnten und den Kriegsminister interpellierte. Rian sieht in diesem Vorfall die Hand der Verschwörer. Besonders groß ist die Entrüstung unter den oppositionellen Abgeordneten, welche die Regierung für ben Vorfall verantwortlich machen und die Entlassung der Angreifer aus der Armee, sowie Maßregeln gegen den fortdauernden Terrorismus der Verschwörer foroern werden. Vielfach wird auch die Rteinung geäußert, daß die Offiziere im Auftrage des Hofes gehandelt haben.

Honfrantinopel, 17. Februar. Ter General­adjutant des Sultans, Feh im Pascha, ist auf Befehl des Sultans verbannt worden. Er wurde gestern nacht aus em Schiss gebracht, das nach Mudania in See gegangen ist. Seine sämtlichen Polizeiagenten waren bereits vorher verhaftet und in das ^entraU ge,angnis abgeführt worden.

Nutzbarmachung

der Wasierschütze oer Provinz Oberhefie«.

(DtigmaWöcncbt dcv :.g^rs.)

L. Gießen, 16. Febr.

Am 4. Jutt 1906 hatte der Provinzialtag von Oöerhesfen sich auf Antrag des Provinzialausi^ujiks grundsätzlich mit cer Planmäßigen, llsternaliillfen Benutzung bet gesamten, bis letzt mich unoenutiten Wai.crfchLtze der Provinz einverstanden erklär! und zunächst Mittel zu Un.crsullsttngen im Ridder- und Dprioii- uke bewilligt. Zu einer Besprechung über bie^e unict- i'iujungeit und ihr Ergebnis hatte ein Komitee von Mitgliedern b3 Landtags, der Provinz- und KreiSvertretungen auf heute uad)- miiiag Uiiuabungen ergehen las,en, infolge deren zahlreteye Mit­glieder der genannten üurpersei,asten, die Kreisräte der ^roomz, die Beamten der Provinzialdirettion und des Äreiäamt» liegen und andere Interventen ün ganzen etwa 60 erupiencn waren. Rach Begrüßung der Anwe,enden gab ^rovinztclldtreltor Geveimerat Tr. Bretdert einen lleberbllL über den dem Be-

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S)lr. 41 ZwcitcS Blatt 157. Jahrgang L'rontag 18. Febrrmr 1V07

Erlcheinl täglich mll Ausnahme der Lo.mtag». aa m a Rotationsdruck und Verlag der Brübllcheo

-------- ft» Ill'wersitäts-B..ch- und Stembrurfewl

DieSiebener Zamlllendlütter" werden dem R H M fl Jg SKi VV b u A Ä ¥. »\ T ti R. Lange, Eießen.

.Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das J 6L W btf k R. Vty ? PL Im Uv l, 9 v: XX-, k ,

Krtliblall für bei Krell Sieben" zweimal V V fc» V V V

wöchentlich. Terhessische Landwirt" erscheint j < , < *

monauid) etnmaL Eeneral-Anzeiger für Odertzefjen

schtusie le» Provinziallages zu Erunde liegenden Plan und da-, n-as zu l'cintt Aussähtung lnlber geschehen ist. Leute sei c- gcrabc ein .si.chr, daß er von jorflme;-": r Tr. 21'ibcr in KvntadS- dors ein Schreiben erhalten habe, in dem sich dieser für die Ent­schädigung der Müller verwandt habe, die durch die Wa>ier- leilnngcn von Lauter uno Inheiden Schoden erleiden konnten, dabei habe Dr. Weber die Anregung gegeben, durch Denutzung Der Dasser der Ridder und de- £>Ulcroa.etc tirische .<ha|t zu ge­winnen und eine clektrisafe Zentrale bet Lißoerg zu errichten, die für die Förderung de- Wohlstandes uno die wirtschafUiche Entwicklung eines großen Teils der Protinz Lberh^'scn von lueiitragcnoer Wirkung werben könne Dieser Anregung hüllen die zunächst beteiligten Dermaltung-behorden uno .\iviuinunal* verbände bercilwilltgst Folge geleistet, sie feien aber hierbei zu dem Entschluß getontmen, nicht allein im Niddertale, sondern in der ganzen Provinz die Daj>erichätze nach und nach fysteinatijch und planmäßig nutzbar zu madum, und zwar solle diese Be­nutzung auf lommunaler Grundlage, durch die Provinz, die Kreise unb die Gemeinden erfolgen. ES wurden Dann die in Betracht kommenden technischen Fragen durch Cbcringenieur Müller von ließen und tubeiingennur Schobert von Darm­stadt, der im Auftrage der von der Gcoßh. Regierung dieserhalb eingcjcbten Kominission sich mit der elektrischen Zcnllale in Liß- bcrg eingehend beschäftigt hatte, erläutert. Ihren Ausführungen entnehmen wir folgende-:

Ta die clektrischc Zentrale voraussichtlich in den ersten Fahren mehr kostet, als sie einbringen werde, uie Gemeinden unb xoniikunatoetbanoc aber nicht in der Lage seien, erhebliche Mittel dafür aufzuwenden, wolle man die fehlenden Mittel dadurch gewinnen, daß man ben lleberschuß an Wasser, für den in der Provinz selbst keine Verwendung sei, an die Stadt Frankfurt a. M. abgebe. Einen solchen lleberfchuß an Wasser ergeben insbesondere die Cuellcn bei Inheiden, die ohne Uiumpcn täglich eine Wasserinenge von etwa 2u UUO jtbm. lieferten. Tie itltt Wasjerleiiung »och nicht versehenen Gemeiiioen des fub- liüLit Teiles der Plooinz erforderten hoch gerechnet eine Tage-- menge von oUOU kubitneter, es könnten daher ohne jede Ge- fahrdung einheunifcher Interessen 1U OUO Tageskubikmeter an üianljurt a. M. abgegeben werden. Ter Erlös hierfür reich« hin, um nicht allein die Beschaffungskosten vollständig zu decken, sondern wub auch einen lleberfchuß ergeben, der genüge, um den Betrieb des elettrifdkn Werts bei llißberg zu lichern. Ern solcher Zuschuß könne jedoch wegiailen, wenn eS gelinge, eine organische Verbindung deS Betriebes beider Werke herbei- jufuhren. Hieran fuzlvß fich eine fehr lebhafte und eingehende Debatte, an der sich stteisrat Fey, Kreisrat Böck mann, die Adgg. Erk,Brauer, Bähr,Dr. Weder, Bürgermeister Alles, Bürgermeister Reitz, ÜAllurinfpcklor Hehl, Ober­bürgermeister Mecum, Bauunternehmer W i n n und Bnrger- meiiter Schneider beteiligten. Als Ergebnis kann angenommen werden, daß der Errickstung eines A a f f e r w e r k S b e l In­heiden und des Elektrizitätswerks bei Lißberg weder technische, noch finanzielle Bedenken entgegenstehen, fowie auch daß durch die Ausführung beider Profekie leine Interessen der Landeskultur gefährdet weroen, wenn, wie dies beabsichtigt ist, den in Betracht kommenden Triebwerkbesitzern statt der Wasserkraft eleUrüdK straft geliefert wird, unb die Wiesern- desitzer hierdurch von den seitherigen, für sie lästigen etauanlagen der Triebwerldesitzer befreit werden. Die große «ynipathie, deren sich die Pläne der Provinllalverttetung in allen Teilen der Provinz etireuen, sanden ihren Ausdruck in dem einstimmigen Beschluß der Versammlung, eine freie Vereini­gung zu bilden, weite den Zweck hat, der Provinzialvertrelung und Der Provinzialverwaltung bei ihren Bestrebungen zur Ui Ur­barmachung der Wasserschätze der Provinz fördernd und uiuer- stützend zur Seite zu stehen.

Eifettbatzurefoiuien.

Berlin, 16. Febr. (Budgetkommifsion des Abgeordnetenhauses). 9)1 il Bezug aus die Entnahme von 50 Millionen auS den E'senbahnemnahmen von 1906 nie Betriebsmittel Wird beschlossen, die Annahme einer Reso- luiion zu empfehlen, in welcher eS heißt, das Haiis erkläre uch un Hinblick auf Die Notlage mit dem Verfahren des FmanzmmlsterS einverstanden, sehe aber einer baldigen Vor- ll'gung einer Denkichrift über die Dringlichkeit deS Vorgehens und Rachiveisung über die Verwendung der genannten Betrage entgegen.

Bei der Verhandlung über die Personentarifreform erklärt Elfenbahnuilnister Breltenbach, Die Reform fei ein Kompromiß, für welchen namentlich auch die süddeutschen Staaten Opfer brächten.

Hinsichtlich des GepäcktarisS habe er eine Revision zur Vereinfachung und Verbilligung inS Ange gefaßt, die auch bereits zwilchen den beteiligten Regierungen vereinbart fei. Danach würde für das bisherige Freigepäck bi8 25 Kg. gedacht und die Gebühr für Drei Zonen mit 2 0, 50 Pfg. und 1 Mark angefetzt. Auch fei eine Zwischenstufe üOn 26 bis 36 Kg. eingeschoben. AIS Schnellzuge seien gedacht O-Züge und wiche mit Verkehr auf große Entfer­nungen. Die Lokalschnellzüge, und das seien etwa Va sämtlicher Schnellzuge, sollten von dem Zuschlag frei» uie iben.

Uebcr den Einfluß der ReichSfahrkarteniteuer äußerte der Eisenbahnnnnister, daß die erwartete Verschie­bung in den untere« Klaffen emgetreten fei.

Eine Ermäßigung der'Pecsonentarife sei nicht