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äussichten in Kartoffeln finb imbcftimmt, doch ist gutes Aufgehen dec Knollen zu verzeichnen. Tie Zuckerrübe ist in der Entwicklung stark zurückgeblieben, daher sind die Ernteaussichten ungewiß. Futtettüben und Kovitraul sind befriedigend. Fisolen, Bohnen, Erbsen und Wicken sind ungleich entwickelt und daher die Aus- sichren noch ungewiß. Hopsen zurückgeblieben, Klee und Wiesenbestände stehen gut, Weinstock mittelmäßig bis gut. C b ft läßt ausgesprochene Mißernte erwarten, rtamcntlich infolge Verwüstungen durch Insekten.
B u d a p e st, 18. Juni. Ter Saaten st andsbericht des lUckerbauministerlums vom 16. Juni gibt den Herbstweizen auf 81.74 Millionen Meterzentner an, Roggen auf 10.14 gegen 9.93, Gerste 12.68 gegen 12.81, Hafer 11.49 Millionen Meterzentner. Tie Rapssaaren sind qualitativ behiebigenb, quantitativ schwach mittel. Mais, Kartoffeln zeigerl befriedigende Ennvicklung. In der Zuckerrübe sind Insekten ausgetreten, die Schaden verursachen Gartengewächse und Hülsenfrüchte bejriedigend.
X 2k u S dem O h m t a l, 19. Juni. Trotz des unbeftändigeii .Welters nimmt die Heuernte ihren Anfang. Die Wiesen haben einen ganz ausgezeichneten Bestand im Heugras. Durch den vor- züglich geratenen Klee ist kein Mangel aii Erünsutter, infolgedeffen sind bie_ Preise bei den jetzigen Heugrasversleigerungen nicht hoch. Tabei sind die reichen Heuvorräle aus dein vorigen Jahre noch nicht alle aufgebraucht. Die Qualität des Heues hängt allerdings voll der Witterung ab.
Detmtfdfrtes»
• Einen teuren Radausflug hat der Mühlen- bescher Wiesenhüller aus Großbrambach bei Buttstädt in Thüringen unlängst unternommen. Er hatte bei e ner Bank in Dresden zwei Schecks im Gesamtbeträge von 17 9 000 Mark sowie zehn Hundert- und zwei Fünfzigmark-Scheine in Empfang genommen, um davon ein Elektrizitätswerk in Weimar zu errichten. Auf der Heimreise begriffen, beschloß er, einen RadauLflug in die Lößnchortschasten bei Meißen zu unternehmen. Dort bemerkte er zu seinem nicht geringen Schreck den Verlust der Brieftasche. Diese ist weder in Dresden, noch auf den Polizeistationen der von ihm durchfahrenen Ortschaften als gefunden angezeigt worden. Alle Nachforschungen nach dem Verbleib dec Wertpapiere waren bisher erfolglos.
• (Sin reicher Volksschullehrer. Der kürzlich in sehr hohem Alter in Posen verstorbene pensionierte Volksschullehrer Skalski soll ein Vermögen von 1 100 000 Mark hinterlassen haben. Der größte Teil dieses Vermögens verbleibt in der Familie des Verstorbenen; 300000 Mark erhält der polnische MarcinkowSki-Verein, 10000 Mark hat die Familie zur Verteilung an die Armen bestimmt.
* Ein sonderb a^res Vorkommnis wird in Oldenburg viel bcjprochen. Dem Oberamtsriäster a. D. Führten wurde am Sonnabend seine 30jährige natürliche Tochter, eine Geisteskranke, zwangsweise abgcnommen und nach der Anstalt in Wehnen gebracht. Das Mädchen war früher als eine Schönheit bekannt, soll aber auch ziemlich leichtfertig gewesen sein, offenbar i>t es geistig nie ganz normal gewesen. Jetzt hat man es schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Ter Vatre hat es in seinem stets verschlossenen Hause gefangen gehalten, dessen Fenster er teilweise vermauert hall--. Auch Führten selbst, der früher lange Jahre in Elsfleth Amtsrichter war, dann Oberamtsrichter in Oldenburg war, wird, wenn er vluch sonst allgemein als ein Mensch geschildert wird, der niemandem etwas zuleibe tun könnte, als nicht zurechnungsfähig bezeichnet Wi' toe.t die Berichte über die Behandlung, die Fuhrken dem Mädchen angcdeiheg ließ, zutresfen, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Tasiachc ist, daß das Mädchen völlig, unbekleidet gef.tnden wurde, und daß überhaupt keine Frauenkleider im Hause waren. Er soll das Mädchen, das mit keinem anderen Menschen in den letzten Jahren zu- sammengelommen ist, nur mit einem Brei von Milch und Zwieback ernährt haben.
* Kleine Tageschronik In Berlin hat sich die 19jährige Weißnäherin Gröger mit ihrem Geliebten, dem 24jährigen Lazarettgehilfen Leonhard aus Potsdam, mit Salzsäure zu vergiften versucht, angeblich, weil ihr dieser mitgeteilt habe, er sei vom Kriegsgericht zu 5 Jahren Gefängnis verurteil worden. Als die jüngere Schwester der Gröger ins Zimmer trat, stürzte sich Leonhard in voller Uniform aus dem Fenster bc3 vierten Stockwerks, in dem die Wohnung der Gröger liegt. Schwerverletzt wurde er nach der Unfallstation geschafft. Tas Mädchen dürste
am Leben erhalten bleiben. — In Brügge traf für die AuS- ftallung des Goldenen VliesseS die Sendung Spaniens ein, die für 61/, Millionen Franks versichert ist, und den spanischen K r o n s ch a tz, sowie die Schätze von San Fernando und aus der Kathedrale von Toledo enthält. 12 Lanzenträaer unter Befehl eines Offiziers begleiteten den Transport. — Im Stahlwerk Donawitz (Steiermark) sand eine Schlacken- ex p l o s i o n stau. Ter Ingenieur Rodolph und ber Vorarbeiter Guggl wurden getötet, ber Werkmeister Geuer leicht verletzt. — In Jia t herein an der preußisch-öslerreichuchen Grenze kam e5 zwischen zwei Zigeunerbanden nach einem Streit zu einem erbitterten Messerkampf, wobei eS zwei Tote gab, während einer schwer verletzt wurde. Tie Verwundeten wurden in das LandeS- krankeuhauL zu Troppan gebracht. Tie Uebrigen flüchteten auf preußifchcs Gebiet. — Unweit Lennep (Rhtd.) entstand eine Schlägerei zwischen Arbeitern, wobei drei durch Mefferstiche lebens- gesährlich verletzt wurden. Einer st a r b sofort, während die zwei Aiideren dem Krankenhause zugestihrt werben mußten. Die Täter »vurden verhaltet. — Bei Gelsenkirchen verlor ein Arbeiter, der in einem Teich badete, die Kräfte und sank unter. Sein Freund wollte ihn retten, jedoch ertranken beide. — Tas Automobil eines Herrn Jungkuntz in Dietenhofen fuhr gegen einen Straßenbahnwagen und wurde stark beschädigt. Ein Insasse wurde veUci-l.
GerSchtrjaaL.
D a r m ft a b t, 19. Juni. Vor dem Schwurgericht stand heute ber 24 Jahre alte, bereits beftraitc Arbeiter Michael Han- s ch »l h von Roßdori, der deschuldigl ist, am 1. Januar 1906 und am 2. April bs. Jahres in Roßdori verschiedene Scheunen vorsätzlich in B r a n b ß e ft e cf t zu haben. Es mürben 45 Zeugen vernommen, ba ein Indizienbeweis geführt werben mußte. Tie Geschworenen bejahten bie Schuldirage in beiden Fällen, gleichzeitig auch die vom Gericht gestellte Nebensrage auf mildernde Umstände. TaS Urteil lautete'auf eine Gesamlstrafe von vier Jahren Gefängnis.
Frankfurt a. M., 19. Juni. Vor ber Strafkammer hatten sich heute die Geschäf.sinhaber L:vi Plaut, Leo Boden- Heimer und der Mag zincr Max Mendel wegen fahr^ lässiger Tötung zu verantworten. In dem Geschäft der beiben Erstgenannten stürz'e der Lehrling Jo.ef Strauß^von dem Auszug, dec an der Hosieste die Waren in die ooeren Stockwerke befördert und slaro an d n Folg.n der Ler.epungen. Tas (Scriait verurteilte Plaut zu einer Woche, Badenheimer zu 2 Monaten Gefängnis. Mendel wurde freigesprochen. Das Gericht erolidte eine Fahrlässigk.it darin, daß die Geschäftsinhaber als Geweroe- Unternehmer nicht dafür sorgten, enlfprechend dem § 120 a der Gewerbeordnung Leben und Gesundheit der Arbeiter ausreichend zu schützen. . , r
0 Marburg, 19. Juni. Tas Schwurgericht veichai- tigte sich heute mit einer Anklage lvegen D ra n dstJ f t u n g gegen den etroa 30 Jlahre allen Schreinergesellen Peter S ch e l d t aus Weidenhausen im Kreise Bieoenlopf. Dem Manne wurde zur Last gelegt, am 7. Mai d. Js. zu nächtiger Stunde sein gut versichertes aber leerstehendes elterliches Wohnhaus.in dem etroa eine Stunde von Weidenhausen entfernten Nunzhausen angezunoet zu haben. Scheldt, der sich in seiner lu’uenjjeiinat Weidenhausen ein Häuschen envorben harte, bestritt jede, Schuld und gab an, er sei an dem Abend überhaupt, niajt aus seinem Hauie gekommen. Er war '.tämlich dadurch in den böse.: Verdacht geraten, weil man vvli der Bpandstälte aus quer durch Feld und Wald eine Spur gesehen hatte, in die seine Stiefel genau paßten. Scheldt wurde schließlich schuldig gesprochen um, zu 1 Vr Jahren Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe verurteilt.
M ü n d) e n, 19. Juni. In bem großen W u ch e r e r p r o - zesse ivurbe heute abend nach jechsivöchentlicher Verhandlung bas Urteil gefällt. Ter Angeklagte Hanmaiin erhielt 2 Jahre 6 Monante Gefängnis unb 3000 Mark Gelbstrase, Oiser 2l/4 Jalwe Gefängnis und 30U0 Mark Gelbstrase, Massai senior l‘/t Jahr Ge- fängills unb 600 Alark Gelbstrase, Maffoi junior l1/, -stahre Ge- jängnis unb 4500 Mark Gelbstrase. Sechs weitere Slngeklagte erhielten 3 bis 6 Monate Gesangnis nebst ben entsprechenden ®clb- strasen. Härtling, Bieber, Schmibt ruib Ebner ivurbeli freigesprochen.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 20. Juni. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notieruiigen ber heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe flanben: 52 Ochfen, 00 ans Oesterreich 5 Bullen, 0 aus Oesterreich, 66 Kühe, Fersen, Stiere unb Rinber 0 ans Rumänien, 585 Katber, 85 Schafe unb Hämmel, 8 Ziege», 3 Ziegenlämmer, 1 Schaflamm. Bezahlt wurde für bas Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 78—80 Mk., 2. Qualität 70-74 Mk., 3. Qualität 63—66 Mk.; Bullen: 1. Qual. 00-00, 2. Qual. 00-00; Kühe 1. Qualität 73-75 Mk.,
2. Qual. 70—72 «DIL, 3. Qual. 61—63 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kalber l.Qnal. 96—100 Psg., Lebendgewicht 58—60 Psg., 2. Qualität 88—90 Psg., Lebendgewicht 50-54 Psq., Sck)lachtgew. 65—70 Psg.; Schase: 1. Qual. 82—00 Psg., 2. Ciml. <8—80 Psg. Geschäft: bei Hornvieh gut, Ucberftonb unbebeiUenbi bei Kleinvieh gnt, kein Uebersland.
(?) Herchenhain, 18. Juni. Der heutige Schweine- markt (Johannismarkli war stark befahren: es standen etwa 600 Schweine zum Verkauf. Dementsprechend waren ■bic Preise niedrig. Kleinere Ferkel kosteten das Paar im Durchschnitte 26 Mk., größere 30—36 Mk., Einlegschweine 60 Mk. Der Handel war außerordenilicb lebhast.
UniverNtäts-r^achrichte«.
— Wie der Prorektor d.'r Universität Jena bei der akademischen Preisverteilung mitteüte, wird die Einweikung des neuen Heimes der Universität im nächsten Jahre zusammen mit dem 350jährigen Universitätsjubilänm erfolgen. Bon Jnterejse dürfte es noch fern, daß in der Vorhalle des neuen Kollegiengcbäudes eine Minervabüstc von dem französ. Bild« Hauer Rodin AufüelInng finden nurd.
Arbeiterbewegung.
?. Schlitz, 19. Juni. Zu der am 13. bs. gebrachten Notiz, betr. bie ailsgevrochenen Differenzen zwischen ben iUl a n r e r n unb bereit Arbeitgebern, kamt ich Jhtten heule mitlcilcn, baß bie gepflogenen Verhanblungen zu keiner Einigung gesührl Haden unb heule mittag 12 Uhr bie Arbeiter bis auf wemge in ben Streik cmßetvetcn sind. Wie ich erfahre, sind bie Pleister nicht bereit, irgenbwelche größere Konzessionen zu machen, zinnal bte Arbeit sickt in bicjcnt Sommer nicht bränge.
Offenbach a. M, 19. Juni. Die in ber Maschinenfabrik A.^G. Dornt. H art mann u. E o. erneut ausgebrochencn Disserenzen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern find bei g^l e g t worben. _ ^kkf.__Ztg )__11
” Ar-chttche Nachrichren.
3draclüi|d)c RcligtotlSaejellfchaft.
Gottesdienst.
Sabbatfeier am 22. Juni 1907:
Freitag abenb 8.00 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr.
Nachmittag 4.00 Uhr.
Sabbat-Ausgang 9.40 Uhr.
Wochengottesbienst: morgens 6.00 Uhr, abends 8.00 Uhr.
Israelitische Religiousgcmetnde.
Hottesviemt uv Ser Synagoge (Südaulage).
Santstag, ben 22. Juni 1907:
Dorabenb 7.45 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr.
Nachmittags 4 Uhr. Lchrifterklärung.
Sabbalausg a n g 9.40 Uhr.
Gießetter Wetterdienst.
BoranSsichtlichc Witterung für Hefte» am Freitag ben 21. Ium: Heuer und trocken. Wärmer. Leichte iiilb subliche Winbe.
Original-Drahtmeldnngen.
Berlin, 20. Juni. Em crj^ütternber Vorgang spielte sich in ber Qudenarberstraße ab. Wegen einer harten Züchtigung, die er durch seinen Vater erhalten hatte, sprang der 12jährige Sohn Adolf des pensionierten Lokomotivführers Petzold aus bem Fenster des zweiten Stockes nackend^ auf die Straße, wo er mit schweren Verletzungen liegen; blieb. Der Vater wurde verhaftet.
Bad Gaslein, 20. Junt. Ein au§ Preußen gebürtiget Bahnarbeiter tötete aus Rache zwei Kameraden und verwundete vier lebensgefährlich. Der Mörder wurde
verhaftet.
Wien, 20. Juni. Der Statthaltereirat Freiherr Paul von Bamberg verübte in einem Sanatorium ©elbfU m ord durch Erhängen.j. \ Couverts mit Firma billigst _________vrübl'iche UnwerNtätr-Druckerel. Cieftttt-
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