Erstes Blatt 157. Jahrgang Donnerstag SO. Jim« 1907
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Kreisblatt für den Kreis |\/ auswärts *)
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Anzeiger Gießen. Botation$bni(f und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Steindruckerei. R. Lange. RedaMo«, Expedition und Druckerei: Zchulfttatze r. v.eb; jur den An-
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Aer ZSinZerLrieg in Frankreich.
. Die Deputierten aus dem Süden Frankreichs, die am Montag m der Äiaimncr crttoteu, daß blutige Ereignisse unmittelbar bevor,landen, icheirum Recht zu behalten. Mch der B e r h a f t u n a de- SauptfLürer der Winzer scheint Elemenceau aus alles gefaßt zu lern. Tie Nächst zum Mittwoch hat er in seinem Bureau cm Ministerium, in der „boutiauc", wie er in ruhigen Tagen zu scherzen pflegte, auf improvisiertem Bett zugebracht, um jeden Augenblick bereit zu fein, den Kampf rücksichtslos durch- zuführen. Tie Regimmng der Siepublik scheint an Milde gegenüber den Beiehlshabern der Winzer nicht zu teufen. Die Angesa-ul- digten werden auf Grund von ArtiLln des Strafgesetzes verfolgt, die jede Verabredung über den Gesetzen zuw iberlau sende Mast- nahnren mit Gefängnis von zwei bis zu sechs Moiraten bestrafen Sie können in gleicher Weise bestraft werden mit Aberkennung der bürgerlichen Ehvenrechde unb eines öffentlichen Amtes auf die Sauer von zehn Jahren; öffentliche Beamte, bic der Pflicht- Vergessenheit schuldig befunden werdeii und bie Ausübung ihres Dienues eingestellt haben, außerdem mit bürgerlicher Degradation.
Inzwischen hat die Bewegung erhebliche ß-ortschritte gemacht. In Nardonne, wo der Oberst des 100. Regiments Marne seines Dienstes enthoben ist, hat, el-e Bürgermeister Ferroul, einer der Winzersührer, nach dem Bahnlsvf transportier: wurde, die Revolution ihren Willen buticrt, den Willen zur Auflehnung oder zur Nachgiebigkeit, wie es ihr genehm war. Noch am T-ienstag wurde die 'Sturmglocke auf dem NachanS geläutet, um die Bevölkerung, die in den Straßen am Bau von Barrikaden arbeitete, dorthin zu berufen. Ferrvul hielt eine Ansprache an die Menge, in der er sagte, er wolle keine Barrikaden. Er werde sich der Justiz stellen; er wolle nicht, daß Blut vergossen werde. Er forderte die Bevölkerung auf, die Barrikaden nieder- z u r e i ß e n, und legte selbst Hand an. Ter Aufforderung wurde Folge geleistet. Bei der Verhaftung Ferrouls aber nahm die Erregung zu. Die Stadt ist von 10 000 Mann Militär besetzt. Tie Osflziere wurden von der Menge ausgepsiffen und verhöhnt. Alle Läden und Werkstätten, selbst die Bauten, sind zum Ze^-cn der Trauer geschlossen. Eine johlende und pseifende Menge umgab den Wagen, in ivelchcm der Bürgermeister Ferroul weggebracht wurde. Tie Infanterie, welche mit gefälltem 93 a jo miet vorging, zerstreute, unterstützt von der Kavallerie, die Kundgebung. Ter Oberst eines Kürassier^Neglments wurde durch einen Stefti- wurf getroffen.
Nach einer Meldung der „Tebats" haben sich die Winzerführer Marcellme Albert, Cathala und Renard in Naroonne selbst als Gefangene gestellt. Im Ministerium des Innern hat man dagegen eine Bestätigung dieser Meldung noch nicht erhalten.
Aus Lyon wiro telegrafiert, es geue uort das Gerücht, daß mehrere Kürassiere vom 7. und 10. Regiment sich weigerten, aufzufitzen; sie sollen in Hast genommen worden fein.
Ein Attentat gegen eine Eisenbahnbrücke auf der Strecke Narbonne-Montpellier wurde verübt. Eine halbe Stunde, nachdem der Zug, der die gefangenen Winzerfühcer enthielt, die Brücke passiert hatte, flog diese in die Lust. Ter Zug sollte erst um 8 Uhr die Brücke passieren, cs geschah aber schon eine halbe Stunde früher; es wurde niemand verletzt. Es geht das Gerücht, daß das Militär in Narbonne mit der Volksmenge zusammengestoßen sei, und daß mehrere Personen schwer verletzt wurden. Doch fehlt bisher eine Bestätigung.
Ein Zug von 50 Eigentümern und Arbeitern aus Cazouls mit dem Präsidenten des Lokalkomilees an dec Spitze, ist ub.r unter Ausstoßung von Verwünschungen gegen Clemenceau nach Argclliers abmarschiert, um gegen die Festnahme von Komitee- Mitgliedern zu protestieren.
Es heißt, daß gewisse Regimenter aus den städtischen Tc- parlemcnts verlegt werden sollen, wie jja die Strafversetzung des gesanrten 100. Regiments aus Narbonne nach Lcrzae schon erfolgt ist. Bis Freitag ist dem Kabinett nunmehr Aufschub der Antioort auf 'die Interpellation Md:> und der Rechen Schaft über „Gewalt- maßnahmen" bewilligt worden. Tie gerichtliche Verfolgung der Bürgermeister scheint unabwendbar zu sein; und gerade diese .Frage hat den Zusammeichalt des Ministeriums Clemeneeau erschüttert, so loyal auch dar Unterstaatssekretär Sarraut seine Demission begründet ha:. Bis zum Freitag muß Jaures sich Mit der halben Ansage, daß dieser Regierung keine Vollmacht Mehr gegeben werden dürfe, begnügen. Und bis zum Freitag mag Elemenceaus listiges Wort, daß die sozialistische Opposition die größten Schwierigkeiten von Frankreichs Läge nicht kenne, in den Fraktioilszimmern seine Wirkung tun.
Aie Ariedeuskonserenz.
Haag, 19. Juni.
In der heutigen Konferenzsitzung beantragt Freiherr Marschall von Bieberstein die Einsetzung einer höheren internationalen Instanz, welche über die Beschwerden betreffend die Urteile lokaler Prisengerichte endgültig entscheiden soll. Der Antrag wurde von England und den Unionstaaten unterstützt. Die Frage des Sitzes und die Zusammensetzung dieses OberpriscngerichteZ wird spater eröUert werden.
Nach offiziellem Kommunique verlas ein Delegierter der Vereinigten Staaten von Amerika ein Schreiben an den Präsidenten Nelidow, in dem sich der erste Delegierte der Vereinigten Staaten von Amerika das Recht vorbehält, der ersten oder einer anderen Kommission die Frage der gewaltsamen Eintreibung öffentlicher Schulden oder irgend einer anderen im Programm nicht erwähnten Frage vorzutrageu. Nelidow gibt diese Möglichkeit zu, bemerkt jedoch, daß nach der'Geschäftsordnung jeder neue Antrag zunächst schriftlich dem Präsidenten übermittelt werden müsse. Auch der englische Delegierte behielt sich das Recht vor, späterhin neue Anträge zu formulieren.
Nelidow verlas Depeschen der Königin der Niederlande und deS russischen Kaisers, dec der Konferenz seine besten Wünsche übermittelte. Die Konferenz beschloß, daß interessierte Personen mit der Genehmigung des Präsidenten zu den Sitzungen zugelassen werden. Dagegen, daß eine Delegation sich durch bic einer anderen Macht vertreten lassen könnte, erhoben der deutsche unb der englische Delegierte Widerspruch. Bourgeois erklärte, dec Paragraph wäre eingefügt worden, um in den Fällen die Abstimmung
zu erleichtern, wo eine Delegation auS zwingenden Gründen abwesend wäre und an der Abstimmung Interesse hätte. Es genüge aber, daß eine einzige Delegation in der Bestimmung einen Uebelstand sehe, um sie zu streichen. Das wurde dann auch beschlossen. Zu Ehrenpräsidenten wurden ernannt in der ersten Kommission: Merey von Kapos-Meco (Oesterreich- Ungarn), Sir Edivard Fry (England) und Ruy Barboso (Brasilien); in dec zweiten Kommission: Freiherr Marschall von Bieberstein (Deutschland), Porter (Amerika) unb Marquis Lou Tseng-Tsing (China) unb Turkhan Pascha (Türkei); in der vierten Kommission: Villa beS Urrutia (Spanien) und Kirokii Tsudruki (Japan).
Die österreichische Thronrede.
Wien, 19. Juni.
Unter dem üblichen Zeremoniell fand heute in der Hofburg die feierliche Eröffnung der 18. Session beS Reichsrates statt. Der Kaiser, umgeben von den Erzherzögen, Ministern und obersten Hofchargen, verlas bedeckten Hauptes die Thronrede.
Tie Wahlre form, so heißt es in der Thronrede, die durch die Vescililpmg jeglicher Vorrechte am Wahlrecht alle Smalslmrger münbig gesprochen unb jedem den gleichen Einfluß auf die öffenl- lieben Angelegenheilcn emgcraumt Hal, i|t begründet auf dem Vertrauen, das ich in die Slaalstreue meiner Völker setze. Es ivivb die besondere Aufgabe des neugcwählien Abgeordnetenhauses sein, dieses Vertrauen zu red)t:eüigcn und zu beweisen, daß die umfassende Erweikerung dec polnischen Rechtsgrundlage Hand ui Hand mit einer Zusammeniaslung und Steigerung der politischen Kräfte des Lia a les geh,, denn das Recht der 'Dlii- beflimnumg begründet die Pflicht der Mitverantwortung iür das Schicksal des Ganzen. Tarrim erwarte ich, daß die aus dem allgemeinen Slimmrecht hervorgegangene Volksvertretung, erfüllt von Dem Bewußtsein ihrer Pflichten gegen den Staat, bereit sein wird, mit meiner Regierung für die Befriedigung der staatlichen Lebens- bedürfnisfe zu sorgen und fruchtbringende Arbeit zum Beflen des Vaterlandes zu leisten. Ebenso erwarte ich, daß das Herretihaus, für dessen hohe Bedeutung durch gewichtige Gesetzesbestimmungen eine neue Gewähr geschaffen wurde, seiner rühmlichen Ueber- lieferung getreu wie bisher so auch in Zukunft eine Stätte gerechter Einsicht bleiben wird/
Die Thronrede, die längste, die je hier gehalten wurde, bringt bann die Ankünbigung der Reform des poliltschen Verwaltungsdienstes, dte Schaffung der Alters- und Jn- validitätSvecsicherung und der Arbeiterschutzvoclagen, sowie Vorlagen zur Förderung deS Gewerbes unb der Landwirt- ichaft, spricht von dec Fortsetzung der Eisenbahnoerstaat- lichungsaklion, Wahrung des religiös-sittlichen Charakters der Volksschule unb Aufrechterhaltung ber pragmatischen Gemeinsamkeit.
Der Kaiser wurde beim Erscheinen unb Verlassen des Zeremoniensaales mit begeisterten Hochrufen begrüßt.
Vettt?ches Reietz.
Berlin, 19. Juni. Der Unterstaatssekretär deS Reichs- Kolonialamtes, v. Lindeqnist, wird seine Ausreise nach Deutfch-Südweslafrika mit einem heute von Hamburg ab» fahrenden Dampfer antreten. Herr v. Lindequist übernimmt bis zum Eintreffen des Gouverneurs v. Schilckmann nochmals in vollem Umfange die Geschäfte des Gouverneurs. Ter Unterstaatssekretär wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Oktober nach Deutschland zurückkehren. Er wurde gestern vom Reichskanzler empfangen.
— Im Ministerium der öffentlichen Arbeiten ist man mit den Vorarbeiten zur Begründung einer Pensionstasse für die Bauarbeiter beschäftigt nach dem Vor- bilde der für die Arbeiter der Eisenbahnverwaltttng bereits bestehenden Kasse.
— Wie die „Bert. N. Nachr.^ melden, hat der preuß. Finanzminister sämtliche Ressorts zur äußersten Einschränkung ihres Geldbedarfes, besonders in den Extra-Ordinarien des Etats für 1908, im Hinblick auf die Aufbesserung der Beamten gehälter angeregt. Diese Aufbesserung wird sich auf die unteren, mittleren unb oberen Beamten beziehen, soweit sie überhaupt zu berücksichtigen sind, unb soll so bemessen werden, daß für eine ganze Reihe von Jahren ein Abschluß erreicht wird.
— Im Reichsamt des Innern wird der Entwurf eines neuen Weingesetzes auSgearbeitet, der in den Hauptpunkten die vom Reichstage wiederholt unterstützten Wünsche berücksichtigen und dem Reichstage voraussichtlich in der nächsten Tagung zugehen wird.
Hamburg, 19. Juni. Die Bürgerschaft nahm einstimmig debattelos einen Dringlichkeitsantrag deS Senats betreffend Landerwerb auf der Eldinsel Neuhof für 5 800 000 Mk. zur Hafenerweiterung an.
Kiel, 19. Juni. Um 81/« Uf)r lief die ,Hohenzollern" mit dem Kaiser im Kieler Hafen ein. Mit dein heutigen Tage begann die Kieler Woche, die sich als JubiläurnS- woche darstellt, da un JcE.re 1882 die erste veranstaltet wurde.
Mannheim, 19. Juni. Geh. Kommerzienrat Karl La den bürg hat anläßlich der Feier seines 80. Geburtstages unter anderen wohltätigen Stiftungen eine Summe von 80 000 Mark zur Errichtung eines Heimes für allein- stehende Frauen gespendet.
Bonn, 19. Juni. Ter an Magenkrebs erkrankte Abg. Dasbach wurde heute operiert. Ter Zustand soll kritisch sein.
Kolonialpoft*
Der Feldwebel der ftaiferhchen Schuhtruppe Franz, bisher Leiter der Nebenstelle Jkombe im Bezirk Langenburg, hat den Andru Kerani, einen Schwarzen, welcher nach eigenem Geständnis in der Nacht zum 1. Januar 1905 die StationS- kasse mit mehreren 1000 Rupien Inhalt gestohlen hatte, zum Zwecke der Wiedererlangung des Geldes in grausamer Weise gepeinigt. Kerani verstarb auf dem Wege nach dem Gericht in Langenburg. Das Kriegsgericht hat einen Zusammenhang zwischen der Peinigung unb dem Tode deS Kerani nicht angenommen unb ben Franz wegen einfacher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 300 M. verurteilt. Ter Gerichtshof hat gegen dieses Urteil alsbald bic Berufung eingelegt, bie Angelegenheit kommt daher demnächst in Berlin erneut zur Verhandlung.
Ausland.
Brüssel, 19. Ium. Die deutschen Delegierten Westdeutschlands sind heute vom König empfangen worden.
Lissabon, 19. Juni. Eine eigenartige Demonstration fand in Oporto statt. Ministerpräsident Franco kam in Oporto an, um einem politischen Bankett beizuwohnen. Ec ranb alle Geschäftsläden geschlossen, die Häuser mit schwarzem Tuch überzogen, wie bei einem Leichenbegängnis. Manner promenierten auf den Straßen in schwarzen Masken. Die Volksmenge schrie: ob dem Tyrannen!" Die Polizei griff die Volksmenge an, es entstand ein Straßenkampf. Viele Bürger erlitten schwere Verwundungen. Bei einem Zusammenstoß zwischen Polizei und Manifestanten bei dec Rückkehr des ^Ministerpräsidenten hierher wurden zwei Personen getötet unb mehrere leicht verletzt; 17 Personen würben verhaftet.
Cettinje, 19. Juni. Seitens des deutschen Minister- residenten unb des Vertreters dec fürstlich montenegrinischen Regierung ist ein die Meistbegünstigung im Handelsverkehr zwischen Deutschland unb Montenegro feft* setzender Vertrag unterzeichnet worden.
5um Nylversttätsjubiläum.
Anmeldungen der ehemaligen Studierenden.
Die Zahl der beim Universitäts-Sekretariat eingegangenen Anmeldungen zur Beteiligung an der dritten Jahrhundertfeier der Universität entspricht noch immer bei weitem nicht der Zahl der mit Sicherheit zu erwartenden Festgäste. Es scheint, daß viele die Anmeldung deshalb nicht für nötig halten, weil sie ja bereits mit Wohnung versorgt seien. Aber die Feststellung dec Namen ist unter allen Umständen für alle Festteilnehmer erforderlich, schon wegen des Verzeichnisses der Festgäste, das in der Hauptsache noch vor dem Fest gedruckt werden soll. Es wird außer Namen, Stand und Wohnün der Festteilnehmer auch bereit hiesige Wohnung und die ungefähre Zett ihres Studiums enthalten, sodaß jeder Besucher des Festes leicht die gleichaltrigen alten Herren herausfinden und auffuchen ober von seiner Anwesenheit benaeptichtigen kann. Die Anmeldung liegt somit durchaus im Interesse der Festteilnehmer selbst. Die Nichtanmeldung aber bedeutet für den Empfangs- und Wohnungsausschuß, dessen Arbeitslast ohnedies k.ine Heute ist, eine autzecordenlliche Erschwerung des Geschäftsbetriebs. Es ergeht somit an alle, die bie dritte Jahrhundertfeier mitzufeiern vorhaben, nochmals bic dringende Bitte, sich möglichst balD mit dem Universitälsferetariat anzumelden.
Die Lertrctuug der auswärtigen Hochschulen und Akademien.
Das Hauptkontingent dec zahlreichen Ehrengäste, die zur dritten Jahrhundertfeier der Universität von Rektor unb Senat eingeladen sind und ihr Erscheinen endgültig zugesagt haben, bilden natürlich auswärtige Gelehrte, die die reichsdeutschen Universitäten, diejenigen Oesterreichs und der Schweiz, bie Schwester- Hochschule in Darmstadt, bie Akademien der Wissenschaften, und sonstige ihnen gleichstehende gelehrte Korporationen vertreten. Die meisten Universitäten entsenden ihre Rektoren, die Akademien der Wissenschaften haben vorwiegend solche Mitglieder delegiert, die mit Gießen nähere Beziehungen unterhalten. Zu diesen offiziellen Vertretern kommen dann noch solche Professoren hinzu, die früher dem Lehrkörper der Ludovieiana angehört haben. Vom 31. Juli bis 3. August wird also bie Stadt in ihren Mauern eine höchst illuftre Gelehrtengesellschaft, unter denen sich manche Namen äfften Ranges befinden, beherbergen. Wir haben sie nach Fächern gruppiert:
1. Theologen: a) evangelische: Julius Kaftan (Rektor der Universität Berlin), Adolf Harnack (Vertreter der Akademie der Wissenschaften in Berlin), Eduard Grase (Rektor von Bonn •, P. Ewald (Rektor von Erlangen., F. Looss Halle), Ferdinand Kattenbusch (Halle), E. Troelqch (Heidelberg-, E. Schürer (Göttingen-, W. Walther lRoswck-, K. Müller iTübingen), Arnold Meyer (Zurich); b- katholische: M- Sdralek (Rektor von Breslau), Anton Pieper (Rektor von Münster) unb A. Thürlings (Alt- katholik, Rektor von Bern).
2. Juristen: Franz von Liszt (Berlin), Georg Jel» kinek (Heioelberg-, Rudolf Loening (Relwr von Jena-, Lothar v. Seuffert (München., Karl Gar eis (München), Th. Niemeyer ^Rektor von Kiel), O. v. Wendt (Tübingen-, Reinhard F r'an f (Tübingen-, Ernst Beling (Tübingen-,^E. Hruza (Rektor von Innsbruck), H. Rehm (Straßburg, Rudolf Stammler (Halle), Erich Jung (Greifswald), Konrad Eosack (Bonn), G. Hanau» sek «Rektor von Graz).
3. Nationalötonomen: G.org Friedrich Knapp (Rek^ tor vor Straßburg-, Eugen v. Philippovich (Prorektor von Wien), Lu.wig Pohle (Rektor an der Akademie für Sozial- und Handels- wffsenschaften in Frankfurt a. M.) und Rodert Lief mann (Freiburg i. B.).
4. M ed i zsiner: Heinrich Curschma nn (Rektor von Leipzig), Hugo -Sattler (Leipzig-, Felix Marchand (Leipzig-, Franz Kehrer «Heidelb.-, M. Hofnteier (Würzb.), K. Kißkalt (Berlin-, Georg G a f s k h Berlin), F. B e st (Dresden-, Ahlfeld (Marburg), Edinger Frankfurt a. M.), Exzellenz Morin Schmiot Frankfurt a. M.), v. Hippel (Götttageu-, Friedrich M.oritz


