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Hamburg-Amerik. Paketf. 151 JO
Uarpener Bergwerk. .
4”o Oesterr. Guldrente. .
. . 132.40
Obeischles. Eisen-Industrie 121.59
3% Portugiesen
III
118.25
243.20
Tendenz: ziemlich fest.
itöi-Nc, 18
Februar. Anfangskurse.
4 96 Italien. Rente . . .
3 9» Portugiesen Serie I .
’n Oesterr. Silberrente Ungar. Goldrente . .
Laurahütte . . Nordd Lloyd .
. 243 20
. 86.20
158.10
Lanrahütte : ombarden E. B. Nordd. Lloyd .
Tilrkenlose .
Elektriz. Lahmeyer . .
Elektriz. Sohnckert . . Esel, weil er Bergwerk .
Gelsenkirchen Bergwerk
222.20
242 0U
. 141.00
. 117.25 . 252.10 . 216 —
Staatsanwalt: verwerten?
berliner
Cauada E. B. . . . 1 'armstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz: fest.
Reichsanleihe do.
Konsols . , do. . .
Hessen Oberhessen
. 32.10
. 147.00
. 147.40
. 223.80 . 242.99 . 31.90 . 132.4U . 14720
4‘A
4 "0
97.70 86 35
97.70 86.35
96 35 95.50 99.70
100.15 95.60
103.50 69.30 70.30
91.45
93 95 9610
146.80
51 80 88.25
66.7 o 98.05
Für dic icteui Idiwe [penben, oii wayll.iö o Linjeicn mi
J-r
Sicher
Für bb Htnscheiden
Ter «oi Rechnungtzjal ouj hienqeri
Allerlshc
Berliner Handelsges Darmstädter Bank . .
Deutsche Bank .
Deutsch-Asiat Bank . Diskuntu-Komuiandit. . Dresdner Bank . . Kreuitaktien . . . . Baltimore- nud Ohio-
Eisenlahn .
Gottimrdbahu . .
Lomuard. Eisenbahn Oesterr. Staaisouirn . . L'nnce-Henn-Eisenuahn
Berlin, 17. Febr. Nach der gestrigen Aussage des Reichs- tagsabg. Erz berg er im Prozeß Pöplau hat er sich im Interesse des jetzigen Angeklagten mit dem Ches der Reichskanzlei von LoebeH in Verbindung gesetzt, doch hätten sich die Unterhandlungen infolge des ablehnenden Verhaltens dieses Herrn zerschlagen. Die „Nordd. Allg. Ztg." druckt angesichts dieser Aussage die Registratur ab, die Herr v. Loebell unmittelbar nach der Unterredung mit Herrn Erzberger — übrigens der einzigen in der Angelegenheit Pöplau — ausgenommen hat. Danach erklärte Erzberger: „Wie mir bekannt, hat Pöplau noch Akten- material hinter sich, dessen Bekanntgabe die Kolonial ve r w a ltung schwer kompromittieren muß und dahin führen würde, daß das Zentrum überhaupt nicht mehr geneigt sein würde, koloniale Forderungen zu bewilligen. Pöplau ist bereit, sein Material herauszugeben, wenn die Untersuchung gegen ihn eingestellt wird, andernfalls wird er das Material veröffentlichen." Der Chef der Reichskanzlei erwiderte darauf, daß er es unbedingt ablehnen müsse, sich irgendwie bei dem vorgeschlagenen Engagement zu beteiligen, dic Annahme desselben durch die Kolonialverwaltung auch für vollkommen ausgeschlossen halte. Es müsse Erzberger und Pöplau vielmehr ganz überlassen werden, mit dem Material anzufangen, was ihnen gut scheine. Erzbergcr erklärte, daß er eine solche Antwort wohl erwartet habe, den ihm gewordenen Auftrag aber nicht hätte ablehnen können.
Er'berger legt Zeugnis ab.
Poeplau: Vielleicht legt der Abgeordnete ZeugN's ab, wenn ich ihn von der Schweigepflicht entbinde?
Von'.: Ter Zeuge hat gar keine Schweigepflicht
Abg. Erzbcrger: Herr Poevlau hat mir bh§ Material vertraulich und zweifellos in der Annahme übergeben, daß ich keinerlei Indiskretion begehen Inerde. Wenn mich aber Poeplau ermächtigt, das Geheimnis preiszugeben, dann habe ich keine Veranlassung mehr, mit meinem Zeugnis zurückzuhalten. lGroße allgemeine Bewegung.) Abg. Erzberger bekundet: Er hatte von verschiedenen Kvlonialskandalen gehört, sei aber nicht in d r Lage gewesen, das im Reichstage zur Sprache zu bringen, da ihm die nötigen Unterlagen fehlten. Er hatte nun gehört, daß Herr Poeplau mehr davon wisse. Da er zurzeit einen Sekretär und Stenographen suchte, habe er Poevlau gebeten, zu ihm zu lammen. Dieser habe ihm seinen Konflikt mit der Behördeunter Darlegung des.Aktenmaterials und später auch die Sache Kannenberg und .Kiem mitgeteilt. Er habe Poevlau gefragt, ob er etwa in ungesetzmäßiger Weise zu dem Material gekommen sei. Poeplau habe erwidert: er könne versichern, daß er sich nichts widcrreckUich angc w.net habe, er habe das ganze Material
f°u im hi'esl. Pfuhl und < werden:
70 Eich Schnittst ? Lärche fangen i Fstii Knüppel, Wellen : 34 Rm.: Stock.
Der A Großen $roji
Festkommers.
Neben den vielen Landsinannschaitern waren daS hiesige Regiment durch Major v. Wunsch, die Proviuzialverwalluug durch Krelsamlmann Tr. 9)1 e v cf, die Universität durch viele Professoren und auch die Gießener Bürger'chast vertreten. Nach einem ge- mcinschastlichen Liede ergriff Tr. R e i n e w a l d das Wort zur Festrede. Er entwickelte die Wrüube für die Erbauung eines eigenen Heimes und kam zu dem Schlüsse, daß man nicht der Not,' sondern dem eigenen Triebe gehorcht habe. Für den Entschluß des Hausbaues sei nur der ideale Gedanke der eigenen Wohnstätte maßgebend gewesen. Er sprach dann zum Schlüsse die Wünsche der alten Herren für die Zukunft der Tarmsladtia und ihres Heimes aus. Tie Gäste hieß Regierlmgsassessor S ch r e i n e r willkommen. Nach weiteren Liedern und flott gespielten Weisen einer Musikkapelle dankte stud. Scheele als erster Chargierter der Tarmsladtia den alten Herren für das herrliche Gebäude, das der ^lolz der aktiven Tarmsiädter sei. Namens. der auswärtigen Landsmamifchaft sprach Stabsarzt Tr. Krüger (Brnnsviga-Letpzig) den Tank für die Einladung ans. Zn recht laiiiiiger Rede überreichte Prof. Tr. Biermann als Sprecher der Gießener alten Laiidsmannschafter eine herrliche Blumenspende, wofür Tr. Reme- wald bonfie. Als Vertreter des Alte-Herren-Ausschusses legte Herr H e r t s ch den Aktiven ihre Pflichten warm ans Herz und forderte sie auf, getreu dem Wahlspruche: ,.In unitate robur“ zu handeln.
Auch auswärts hatte man der Feieriideii gedacht. Tr. Reine- ivald war in der Lage, zahlreiche Glückwunschtelegramme zu verlesen, darunter einige recht witzige. Noch manche Rede wechselte dann in bunter Folge nut Liedern und Musikwelsen. So verstand es Major v. 911 u n ( ch als Vertreter deS Lisizierkorps in äußerst humorvoller Weise die Tafelrunde durch seine drei Wünsche zil er- heitern. In Vertretling des Rektors überbrachte Geh. Hosrat Pro- 'essor Tr. B e h a g h e l die Glückwünsche der Universität. Seine Rede gipfelte in den Worten: „Eigner Herd ist Goldes wert". Der Tamen gedachte Bibliothekar Tr. Ebel in äußerst humorvoller Weise. Namens des Paiikverbandes sprach ein Vertreter der Philippina-Marbnrg. Seitens der Silesia-Greisswald wiwde ein Bild als Geschenk überreicht. Auch dein Coburger L. C. wurden von Referendar Kühn einige warme Worte gewidmet. Herr Schaefer-Gießen, der deir Tank der hiesigen Gäste aiissprach, ivlißte recht Interessantes aus der akademischen Vergangenheu niiserer Mnsensladt zu erzählen. In später Stunde wurden auch noch eiumal die Verdienste des Tr. Reinewald. dessen tatkräftiger Arbeit es zu danken ist, daß die Darmstadlia schon ilach 25 jährigem Bestehen ein solches Haus ihr eigen nennen kann, gebührend hervorgehoben, nachden, schon an, Nachniittag in der Puloermühle ihm der offizielle Tank durch Ueberreichüng eines Bildes ausgedrückt war.
So losten ernste und heitere Reden, mancher Scherz nnb manche Erinnerung aus aller Studentenzeit neben Kommersgesang mid liistigen Weisen einander ab, uiid erst spät machte der offizielle Kommers der Vidulität Platz, die daun noch bis 6 Uhr morgens eine große Anzahl Festteilnehmer in frohem Kreise vereinte.
Für Sonntag vormittag hatte Architekt Meyer die ankwär- tigen (tiofle zu einer Besichtigung des Theaternenbaues eiligeladen. Abends fand ein Füllfnhrtee statt, mib mit einem flotten, von iveit über 200 Personen besuchten Ball schloß danii die ohne Störung verlanfeiie Feier.
Ter Tarmstadtia, die während dieser Festestage manches Herz für sich gewonnen hat, wünschen auch wir em kräftiges: Vivat, crescat, floreat I
und Industrie, fliessen. Frankturter 56<h**c. 1«. Februar. 1.15 Uhr.
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172.25
138 10
243.30
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anonym zugesandt erhalten.
Hatten Sie kein Bedenken, das Material zu
U n q l u ck s f ct II erefanete ftch in Berlin in einem Resianranfl Dort faß der Engro^-Schlächtermeister Fritz Schulte ans Basdc.f in Gesellschaft des Fellhändlers Joseph. 91 m Fruhktückstifch nährt Schulze einen umgeschnallten Revolver heraus, mit dem er, trotzdem er gewarnt wurde, spielte. Plötzlich entlud sich die Waffe und ein^ Kugel draiig dem Joseph unter das rechte Schlüsselbein durch ui die Schlaaader. Joseph fiel bewiißtloS zti Bodeit und die sofort herbeiaeeilten Aerrte tonnten nicht mehr helfen, da bei dem lln« glücklichen innere Verblutung eingetreten war. — In Mannheiist stürzte in dem Restäurationslokal „Zwölf 9lpoftcl* infolge eined Te'ektes der K üch e n a u f z u g plötzlich ab und traf eine Spulfrad auf den Kopf. Tie Fran war sofort tot. — In Torgau stürzte der Hiisarenlentnant Ritter uni) Edler von Dettingen bei einer Felddienstübung und war sofort tot. — Infolge heftiger Reaei!,' güffe ist der Vorort der algerischen Stadt B o n e unter Waffe» gesetzt. In vielen Straßen steht das Waffer 1 Mtr. hoch. Tc« Materialschaden ist bedenteiid. 9llle Verbiiidungen sind abgeschnitlens Eiiiige P e r f o n e n sind in den Fluten n m g e k o m m e n. — Der Hamblirger Frachtdampfer .Valdivia", atiS Westindieir kommend, erlitt auf hoher See eine Kesselexplofion bei bed sieben Persoiien getötet und drei schwer verletzt mürben. — öeutej trat auf den Höhen des T h ü r i n g e r Waldes ein heftiges Schneetreiben ein. Ter von Gvoß-Breitenbach nach ^Imeumj abgelasseneii Personenzug blieb bei Neustadt-Gillersdorf im Schnes stecken. — Nachdem die schwarzen Pocken in M e tz erlösche.: sind, sind sie wieder im Vorort Tevant-les-Ponts ausgebrocheii) Voll fünf Personen, die ins Metzer Spital aufgenommen ivurden, sind zwei gestorben. — Bei einem Vesuvausfliich stürzte bet Tourist Vennell aus Bremen, obivohl er von zwei Führern begleitet war, einen Abhang hinab. Sein Schäbel wnrde zertrümmert, — In ber Umgebrmg von Paris fanb zwilchen zwei Fechtmeistern ein Säbelduell statt; die Gegner versöhnten sich jedoch nach dem dritten Gange. — In Brüssel wnrde der Kaufmann Henri; van Erkel von einem entlasseiien 20jährigen Kaufmann Conrads, der aus Westfalen gebürtig ist, ermordet. Ter Täter konms verhaftet weiden.
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Ocrinifchtes.
• Am Tisch erfroren. Der 82 Jahre alte 93auer 9lndreas Htiber m Werfenwenq bei Salzburg wurde auf seinem ziemlich hochgelegenen Anwesen, das er mit der 62jährigen Barbara Granig bewirtschaftete, am Tisch des Wohnzimmers sitzend, erfroren anfgefiinden. Die Wirtschafterin lag tot im Bette, sie war an Influenza gestorben. Der gebrechliche Greis war nach dem Tode seiner einzigen Stütze bülfloS dem Schicksal preisgegeben, da er infolge des fast zwei QJkter tiefen Schnees keine Hülfe beibringen konnte. Er schlief anscheinend am Tische ein und erfror.
* Der verkaufte Ehemann. Ein Kürschner in Nagy- Bajom, der bisher zwanzig Jahre in glücklichster Ehe mit seiner Fran gelebt hatte, verliebte sich plötzlich in eine lustige Witwe, die bei dem Ehepaar als Haushälterin im Dienste stand. Tie Kürschnersgattin ermahnte ihren Gatten wiederholt, die Wittwc vi entlassen. Endlich machte die Frau der Witwe selbst den Antrag, für immer auf ihren Mann zu verzichten, wenn die Witwe ihr eine Summe von 1200 Kronen ausbezahle. Tic Wirtschafterin ging auf den merkwürdigen Handel ein und bie Frau reiste mit dem Gelbe zu ihren Verwandten mit ihren beiden Söhnen ab und leitete die Scheidungsklage gegen ihren Galten ein.
* Ein Kalb mit zwei Köpfen. Vor einigen Tagen iit ans dem Gehöft des 9(cfevci5 Siemes in Kaldenkirchen hu Rheinland ein Kalb geworfen worden, das zwei mit den Stirnen aneinandergewachsene normal ausgebildete Köpfe besitzt. Tas Tier nimmt mit beiden Mäulern Nahrung zu sich
a g c 5 . i ’ h Im Haufe der Verstcherunas- ne|ell|d)Qt Victoria in Berlin wurde ein räuberischer ll e b e r > n 11 ans einen alten ^.assenboten, der mit seiner Werttascbe bie -treupe heran'kam, von einem jungen Burschen im Alter von 19 Fahren anszu-uhren versucht. Ter Bursche stürzte sich auf den Kaffeuboten nud lncbie ihm dic Geldtasche zu entreißen. Auf das •Viilfegeirinei des Ueber'ailen n kamen Leute herbei und der Bursche fluchte ie auf die Straße. Hier setzie er sich mit einem geladenen Revolver und einem Messer zur Wehr, winde aber schließlich Über- walltgl und in Polizeigeivahrjam gebracht. — Ein schrecklicher
ckniiw
die Türen mit den grünen Scheiben ans geschliffenem Glas, so begrüßt uns bie eherne Gcfdll eines Ritters. An ihr vorüber steigen wir in den Keller hinab und betrachten dort neben den Heizungsanlagen die zweckmäßig cinoericbtcten Tier- nnb Weinkeller unb vor allem die geräumige Fech st ebener. Wir gehen roieber nach oben und freuen uns über bte herrlichen buntgegloften Wappen- fenster in ihrer Originalität, wie sie schon auf bem Flur unb noch mehr bann in ben einzelnen Räumen uns auffallen. Das Erdgeschoß enthält neben der Garderobe zunächst das große, dann das kleine Kneipnmmer mit Büfett und schließlich das Konventzimmer. Alle drei Räume machen mit den echten Biertischen und -Schemeln einen äußerst gemütlichen Eindruck. Recht praktisch lassen sie sich zu einem einzigen Festsaal vereinigen, in bem beim Kommers über 290 Personen Platz fnnben. Es wird kaum ein praktischer und besser eingerichteter Kncipraum in Gießen zu finden fein. Tas Konventzimmer läßt sich noch bequem m eine kleine Bühne verwandeln. Eine geräumige Galerie läßt auch bie Musik Unterkunft finben, sodaß ber Vergnügung nach jeber Seite hin Rechnung getragen ist. Wir steigen bie mit Wappen schön gezierte Wendeltreppe hinan und besichtigen Spiel- und Lesezimmer im ersten Stockwerk. Schon von den Fenstern dieser Dlöume an? genießt man einen herrlichen Blick in die südliche und westliche Umgebung Gießens. Roch trefflicher aber wird die Aussicht uon dem Turm- zimmer aus, das neben der Wohnung des Hausverwalters bas ziveite Stockwerk einnimmt. Diel des Lobenswerten ließe sich über Gießens neue Zierde auf dem Seltersberge noch sagen. Alle, die es besichtigten, waren einer Meinung über das praktische, schlichte und doch so sinnige Innere dieses Stiidentenheimes und stimmten den vielen Rednern des Alenbs zu, die den Wunsch aussprachen: „Webe immer als Wahrzeichen echter, deutscher Studentenschaft auf dieser Höhe zur Zierde ber Stadt, du violett-weiß-rotes Banner!"
Am 9(benb versammelten sich dann alle die jungen unb alten Laädsmannschafter und die geladenen Gäste in den Räumen des neuen Hauies. Auch eine Tamenkorona sah von ber Galerie ans bem Studenteiitreiben zu. Gegen 9 Uhr eröffnete ber Ehrenpräses, Tr. Reinewald, mit einem Salamander auf Kaiser unb Lanbes- herrn ben
Einweihung des .Korporationshauses der Landsmannschaft Tarmstadtia.
r. Gießen, 18. Febr.
Am Lamstag unb eonntng feierte bie Lanbsmannschast -tarmltobtm mit ihrem 2 5jährigen Stiftungsfest die Einweihung ihres neuen Heims in der Klinikstrabe. Schon am Freitag beuteten die vielen violett-weiß-roten Flaggen in den Straßen und bie Empfänge am Bahnhof auf die Feier' hin und manches Glas ward schon an diesem Tage zur Begrüßung eines alten Herrn oder eines auswärtigen Landsma nnschafters geleert.
Die eigentlichen Festlichkeiten begannen Samstag nachmittag 3 Uhr mit einem internen Convent der alten Herren in der Pulvei- mühle, dem bisherigen Knciplokal der Tarmstadtia. öhtllerivcilc versammelten sich dort die übrigen Festteilnehmer, und gegen 4 Uhr fegte lieh em F e st z n g in Bewegung. Voran ritten drei Tarrn- ftdbier in vollem Wichs und mit Banner. Ter Musikkapelle 'olaten dann zunächst die Chargierten mit den Fahnen, darauf oie allen perreii und schließlich in bunter Folge die Hiesigen uub auswärtigen L.-0.--anbsmannfchaster. Violette, grüne, weiße, blaue, schwärze uub gewe Mutzen wechselten miteinander ab. U. a. waren Berlin Leipzig, Biel, Greifswalb, Marburg und tööttingen vertreten. Ter Sll9 flin9 durch Neustadt, Seltersweg und Frankfurter Straße zu dem neuen KorporntionsHanse, wo trotz des schlechteii Wetters eine Menge Zuschauer fleh eingefunden hatte.
Hier fand nun die feierliche lieber gäbe des neuen Helmes an vie Landsmannschaft statt. Architekt Ale per, der Erbauer, ilberr eichte dein Vorsitzenden des Hausbauvereins Dr. Reine walb bie Schlüssel. Dieser ergriff im Namen bei Tarmitabtia Befltz von bem schönen Gebäube und gab bann bie Schluiiel weiter an ben ersten Chargierten, sind. Scheele, bei ben alten Herren ber Korporation ben Tank der Akliven aiissprach
Slachbem bann bie Pionen bes Hauses geöffnet mm er fand eine emgehenbe Besichtigung statt. Schon von außen macht bas Gebaube einen eait beutfchen üiubrucE uub ist auf der Höhe des Seltersberges eine Zierde der Stadt Gießen, dreien wir durch
Zeuge: Es ist ja mißlich, solche Dinge im Reichstage zur Sprache zu bringen, allein die Sac cit waren so fürchterlich, daß man einen gewissen Skandal in Kauf nehmen mußte. Ich konnte unmöglich, nachdem ich solches Material erhalten hatte, darüber schweigen. Es handelte sich um die vitalsten Interessen des Reiches, die teils in strafrechtlicher Weii'e vlerletzt waren, d'azn tonnte ich nicht länger schweigen.
Erzberger wird nicht vereidigt.
Staatsanwaltsa,a^srat Tr. £' ir.ee ro beantragt, die gegen den Zeugen verhängten Strafen aufzuheben und ihn dahin zu vereidigen, da ein Verdacht der Anstiftung, Teilnahme oder Mittäterschast nicht vorliegt.
Nach sehr langer Beratung des Gerichtshofes verkündet der Vorsitzende: Ter Gerichtshof hat beschlossen, die Zwangshast aufzuheben. Dagegen bleibt die Ordnungsstrafe von 100 M k., eventuell 10 Tage Haft, bestehen, da der Grund, der zu der Verhängung der Strafe vorgelegen hat, nicht weggefallen ist. Außerdem hat der Gerichtshof beschlossen, den Zeugen Erzberger nicht zu vereidigen, da er der Teilnahmeder zur Anklage stehenden Handlungen verdächtig ist. (Große Bewegung.)
Tie Einrichtungen in den Bureaus den Auswärtigen Amts.
Hofrat Stolpe, als Zeuge, Bureauvvrsteher des Personal akten-Bureaus im Auswärtigen Amt: Wenn Akten nach außen gelangen, seien sie widerrechtlich entwendet. Seit einiger Zeit sei die Kontrolle ganz wesentlich verschärft worden. Es sei vor einem Jahre entdeckt worden, daß ein Unbefugter nach Schluß des Bureaus sich eingeschlichen haben müsse, um Akten zu suchen.
Geheimer Kalkulator V ä tz k e vom Kvlonialamt: Er sei, ebenso wie viele andere Beamte, unzufrieden gewesen. Ter Angeklagte sei von ihm und anderen Beamten beauftragt worden, die Klage gegen den Reichsfiskus anzustrengen. Ter Angeklagte habe ihm einmal ein Gutachten mit dem Bemerken gezeigt, daß dies ihm anonym zugegangen sei. Soweit ihm erinnerlich, sei dies eine Abschrift, angesertigt von der Hand Poep- laus gewesen. Er (Zeuges habe sich davon eine Abschrift gemacht. Auf Befragen des Angeklagten gibt der Zeuge die Möglichkeit zu, daß, nachdem dem Angeklagten das Frantziussche Gutachten anonym zugegangen, eine Konferenz verabredet worden sei. In dieser sei beschloisen worden, eine gemeinsame Klage einzuleiten uwd' li)ie Kosten gemeinsam zu tragen.
Danach tritt eine halbstündige Pause ein. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung wird Hofrat Wohlenberg als Zeuge vernommen. Ter „"'.cuo ■ ->ibi i mc < u aclien.de Schilderung über den Geschäftsgang in der Kolonialabteilung.
Zeuge Schwien: Er betunbet: Er sei Sekretär bei dem Abg. Dasbach gewesen. Der Angeklagte habe jemanden gesucht, der Schreibmaschinenarbeit machen konnte. Er habe für den Angeklagten das Frantziussche Gutachten in Schreibmaschinenschrift übertragen. Er habe außerdem das Urteil des Leipziger Diszi- plinarhoses für den Angeklagten abgeschrieben. Der Angeklagte habe die Schriftstücke nickst vom ihm abgeholt, letztere seien bafr/cr bei einer bei ihm vorgenommenen Haussuchung bei ihm beschlagnahmt worden.
1>3C o rass.Staatsan). 1905 4>i" o Japan. Staatsanleihe 1 "o Conv. Türken von I:<u3 Tilrkenlose ... . .
1 % Griech. Monopol-Aul. i% äussere Argentinier . *>°i0 Mexikaner . . 4>i0/0 Chinesen . .
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Buderus E. W . .
Der Justizetat vor dem Preust. Abgeordnetenhaus.
Berlin, 16. Februar.
Die zweite Beratung des Justizetats wird fortgesetzt.
Abg. S t r o ß e r (kons.) führt aus, daß mit D e v o r t a t i o n e n Rußland und England schlechte Erfahrungen gemacht habe. Mod^ scheine es geworden zu sein, schwere Verbrecher als geisteskrank zu erklären; dadurch werde eine große Beunruhigung in der B> völkerung hervorgerufen. Die meisten schweren Verbrecher versuchen, sich als geisteskrank htnzustellen. Wenn aber ein Verbrecher „geisteS- trank" sei, so müsse dafür gesorgt werden, daß ein Entweichen aus dem Jrrenhause nickst leicht gemiacht werde. Der Staat müßte eigene Irrenhäuser für geisteskranke Verbrecher bauen. Roch ein Wort an Herrn Mizewski: Wir halten es für eine Schande, daß es noch Polen gibt, die nickst deutsch können!
Abg. Korfanty (Pole): Gemeinheit! Präsident von Kröcher ruft deshalb den Abg. Korfanty zur Ordnung.
Abg. v. Schuckmann (kons.) beklagt sich über die zu l a n g e Dauer der Prozesse. Auch die Warteräume für Zeugen ließen zu wünschen übrig, wie nud) die Behandlung des PrchlikumS namentlich durch die mittleren und unteren Beamten.
Minister Dr. Beseler entgegnet, daß die Justizverwaltung bemüht sei, gute Warteräume für das Publikum zu schassen. Tie Vorschriften über die zuvorkommende Behandlung des Publikums würden wieder in Erinnerung gebracht, Beschwerden sorgfältig geprüft.
Beim Kapitel „Oberlandesgerickste" wünscht Abg. Himburg (kons.) eine Besserstellung der Oberlandesgerichts. Präsidenten, Seratspräsidenten und Oberstaatsanwälte, damit diese Herren nicht zu falt werden, ehe sie das Höchstgehalt erreichen.
Minister Dr. Beseler hofft, bei der allgem. Gehaltsregulierung diesem Wunsch)« entsprechen zu können.
Beim Kapitel „Kanzlisten" klagt Abg. Tourneau (Ztr.) darüber, daß die Zahl der Kanzleigehilsen verhältnismäßig wehr gewachsen fei, als der angestellten Kanzlisten. Die Gehälter ber Kanzlisten müßten auch erhöht werden.
Beim Kapitel „Land- uub Amtsgerichte" klagt Abg. Mayer- Diepholz (Nl.) über die Heber la fl ung ber Amtsgerichte, durch Polizei fachen.
Abg. Schiffer (Nl.) beklagt sich über den schroffen Ton mancher Gerichtsbeamlen. Lluch würden ost von den höheren Instanzen die Entscheidungen der Amts - und Landgerichte in gering- schätzigeir: Weise kritisiert. Tas Publikum fei nicht der Gericht« wegen da, fonbent die Gerichte wegen des Publikums.
Abg. Korfanty (Pole klagt gegen die Staatsanwälte. Unter Unruhe des Hauses führt Redner Fälle an, in denen ber Staatsanwalt das Einschreiten gegen Lehrer, die beim Schul- streik Kinder gezüchtigt, verweigert habe.
Iustizminister Beseler erklärt, daß unter der polnisck-cn Bevölkerung eine allgemeine Wid.'rspeastigleit zn herrschen scheine, gegen die die Lehrer energisch einschreiten müßten.
Abg. Schiffer (Nl.) .führt aus, Aög. Korfanty l;nbe eine oanz ungeheuerliche Anschuldigung gegen bie Staatsanwälte gerichtet, für die er keinerlei Beweise erbracht habe. Nebner bedauert es, daß die Tribüne des Hauses so mißbraucht worden sei.
Abg. Korfanty stellt richtig, daß er Vorwürfe gegen bto Staatsanwälte nicht erhoben habe, er habe nur gesagt, daß die öffentliche Meinung die Ansicht habe, daß die Staatsanwälte parteiisch vergingen. Für seine Person habe er diese Anschauung nicht ausgesprochen.
Abg. H a a r m an n (Nl.. beilagt sich über bie Schlechterstellung der Staatsanwälte gegenüber den Richtern.
Beim Titel „Gerichtsvollzieher" hebt Abg. Sey- del (Nl.) hervor, daß bie neue Gerichtsvollziehervrbnung für Rechtsanwälte und Gerichtsvollzieher verschiedene Erschwerungen gebracht habe.
Nach weiterer Debatte werden die ordentlichen Ausgaben er« ledigt._______________
TeSefonische Kursberic itts
des Giessener Anzeigers, niitgeteilt von der Bank fllr Handel
R Kürt k Hinicheidi d schwiege äßen R sagen mi L Kranzes ß tioitxeid
• 190.00 Harpener Bergwerk . 138.10 •


