Montag 18. Februar 1007
Erstes Blatt
157. Jahrgang
Kte Ut’UUfl. giummei umsatzt tt perlen.
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i, bis 18 m lang,
i., bis 23 m lang,
flimmung am 18.
au» Rücksicht auf feine Würde und die
23,53 ।
augenscheinlich nur damit oerdundenen
nb lend.
Wlmod.
j>. I. sollen in
ung.
lind Freitag, dca gens ti1/, Uhr an, den Abl. 1 Toni, ibe, 6 Krähenholz, versteigert werden.
4?oUtiscye Worin* nfri?aii.
Wir stehen unmittelbar vor dem Beginn der Sitzungen de» neuen Reichstages. Nebst der Thronrede sieh! die Wahl des Präsidium - ün Vordergründe de» Interesses. Die kaiserliche Botschaft, nut der d»e feierliche Eröffnung des Reichstage« erfolgen wird, dürfte unS wohl kaum eine Debet» ralchung bringen. Die augenblickliche polnische Lage aus dem Weitlhcater ist befriedigend, und deshalb wird man wohl wieder die bekannte Versicherung hören, baß fest und treu der Dreibund dasteht, und Deutschland im übrigen nut allen Ltaaten freundliche Beziehungen unterhalte. Wir glauben auch nicht, dag die Thronrede bezüglich der inneren Politik em Programm aufstellen wird, denn dazu ist die Situalron ;u ungellärt, und Fürst Bülow will eS bekanntlich nut feiner der bürgerlichen Parteien verderben. Es dürste also eure ziemlich farblose Thronrede zu erwarten sein.
Offenbar herricht auch in konfervativen Streifen eine gemisst Abneigung gegen ine Wahl de» Präsidenten au« der Zentrumspartei. Nicht weil man dagetgen Bedenken trüge, zum Nachfolger deS (Grafen Balleslrem wieder einen ßenlrume- mann zu wählen. Im Prinzip wären die Konservativen, welche sich bisher bei ihrer Liierung nut dem Zentrum wohl gefühlt haben und nicht schlecht gefahren sind, bereit, für ein Muglied deS Zentrums zu stimmen, aber man Hal aus jener Seite natürlich nicht vergessen, daß die Reichsregierung die Wahlparole auch gegen das Zentrum ausgegeben hatte.
Vielleicht ist es auch dem Zentrum selbst, dessen Organe
parluneitfarifctyo*
__ Folgenden Antrag haben dec freikonservative Adg. Engelbrecht, Hofbesitzer m LchleSivig-Hotsl-ln, und der Direktor de» Bunde» der Landwirte, Abg. Dr. Hahn im preußischen Abgeordnetenhause emgebrochl:
Tas Haus der Adgeordueien wolle beschließen: die Königl. Staalsregieiung zu ersuchen, m Erwägung, dcitz bei der ungrmsiigen Aermogenelage der überivi-genden Atehrheu der größeren ländlichen Grundbesitzer das st ä d l, > ch e G r o ß k a p l i a 1 m vielen Tellen der Atonarchie in wachsendem Um'ange Riitergüier eriolrbl und diese durch Hinzukaus benachbarlen bäuerlichen Grundbesitzes vergrößert, daß es daneben mr Westen der Atonarchie kleinbäuerlichen Gnuidbclitz in grober Ausdehnung zusammenkaust und den zeisiieuien Besitz fleUeniueiie bereue »n geschlossenen Grundbesitz z u s a m m e n l a ß i, in fernerer Erwägung, daß hierdurch Dai Bestreben der Üomgl. LiaaiLregicrung, unier Aufwendung sehr bedeutender SlaaiSmiilel die Zunahme des klein- und miilelbäuertichen Besitzes (innere Ho- lomfanon) zu fördern, in seinem Eriolg m Frage ge.ielll wird, und dag die Amsaugung des bäuerlichen Grundbesitzes durch das Großkapital dem Liaalsimeresie zuwider laust, gesetzliche Beliimmungen herbeizninbren, daß in deniemgen XiqnbeeteUen, die der Gefahr der Aussaugung des bäuerlichen Besitzes durch Großkapital ailSgesetzt sind, der Eriverb bäuerlicher Besitztingen oder von Teilen lolcher durch Großgrundbesitzer von einer Er- llärung des Bezirtsaus>chu»es abhängig gemacht wird, daß der Eriverb im Imeretze der Erhaltung des Bauernstandes mijchäd- uch sei.
— Wie das ,B. %.* hört, ist die Aufstellung eines freisinnigen Kandidaten für Mühlhausen»Langen- salza bereits erfolgt. Die Wahl ist auf den bisherigen Abg. für Jerichow, Lehrer Cito Merten au» Berlin gefallen.
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v, bis 9 m lang, bis 10 m lang,
monaiuch'd V- Dtrrut* iährlich Akk. »JO, durch Abhole- il Zweigstellen monatliw Oo Pf.: durch die Post Alk.L.—oieriel- jährt. ausscht. Besiellg.
üchm-Wä, 4S ni lunbfdjtil, , 182 rm Mm tchen, SSO Men. enteilen, 12 rn 102 in
>h am ersten Talg zur Versteigere Tag auf der GÄ isfiraße Annerod- ialbciugang nächst dem neue fi. 106 ei Annerod.
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v^-., i-uujmittaqä nncilierei die bet gehend in 268 Ü1 nochmals vet- rostere Waldungen P bequem zu t[. ^wnbttg, haste.
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^aubringen.
___1036
Beraniworttich tüt den polii. und augem. 'Leit: tk SBi 11fo: für ,Liadi und VanD' und
Nr. 41
BilOelat täglich
außer Sonntags.
tem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die fiefcenei Lamltte»- Hfltter viermat in der Woche beigelegt und zweimal wöchentlich da» Kteiiblait |ür den Kreis Ließe«. iZernsprech An- schiuv s. d. Redaki ton 118 8«la.u.(tn>et>üim61 --------- ’---I — " » II ;Utn4)Ulaal-; Itrnfl
“wu'ii« ei«»?«?' Hotations6ru<! und Verlag dervrühi'Ichen Univ.Guch- und rielndeuckerei. R. lange, vedattion, trpeöüion und Orudtrcl: Lchulftratze 7.
Beziehungen zur ReichSregnrung gegen liule eigene Partei Dotierte. DaS Zentrum behält viel freiere Hand, ivcnn eS sich mit dem ersten Vize begnügt und das Präsidium einem Mitglied der zweltsiäiksien Partei, den uoniervativen, überläßt. Als zweiter Vize wird wohl wieder
ietzeim Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
chin. ge bis
der Nationalliberale Dr. Paasche gewählt werden.
Uebec daS Arbeitsprogramm des Reichstages big Ostern verlautet noch nichts Bestimmtes. Fraglich ist eS, ob die Reichsregierung den durch das alte Parlament abgelehnten SloloniQleiQt für Deutsch.Südwcstafrlka in derselben Höhe und noch vor den Osterferien auf die Tagesordnung 'egen lassen wird.
Zrn preugischen Abgeordnetenhaufe wurde die Bewtiing des Etats dec Landwittjchaftsoerwaltung sowie des Forst- und TomänenetatS in zweiter Lesung beendet und der Iustizetat begonnen. Dte Aeußerungen des neuen LandwirtschaftsministerS von Arnim-Lnewen über die Be- fieitigung der Leutenot und die wirtschaftlichen Folgen der Zoiltanfpolitik konnten auch auf liberaler Leite mit Genugtuung ausgenommen werden. Die Versuche zur Ansiedelung von 'Arbeitern auf dem Lande haben in Mecklenburg zu sehr günitigen Resultaten geführt, und werden ond) ui Preußen segensreiche Wirkungen erzielen. Voraussichtlich wird energisch eine Urbarmachung der Ceblänöereien und eine systematische Ansiedelungspolstik auf dem flachen Laude in Angriff genommen werden. Daß der Minister die hohen Schutzzölle für eine vorübergehende Erscheinung erklärte, erregte bei den Agrariern Verstimmung. Mit der Zeit wird wohl eine Zollherabletzung nicht Quftblciben. Tas liegt nn Interesse der Landwirt,chaft selbst, deren natürliche Lelstungtz- sähigkeit beeinträchtigt ivcrden würde, wenn sie durch hohe Zölle zum Stagnieren verzogen würde. Schon jetzt werden vielfach die hohen Zollsätze bedeutungslos für die Land- wirt,chaft, da sie sich beim Güterverkauf und dec Guterwer. erbring in höhere Grund,tücksprei,e umsetzen. Dec Nlinister i;iöd)ie nut Energie der Verschuldung der Landwirt- schaft enigegentreten. Nlan muß seine Vorschläge abio orten, gegen die oas Berliner Blatt der Bündler bereits jetzt Front macht.
Zn Oesterreich beginnt die Wahlkampagne lang- fam emzujetzen, und die erste interessante Nachricht darüber ist die drohende Spaltung zwischeir den deutschen und den tschechischen Sozialoemokraten. Die letzteren kaprizieren sich nämlich darauf, im zehnten Bezirke von Wien, wo sich im Laufe der letzten Jahrzehnte eine bcänfligcnö starke Slaoentolonie angesiedelt hat, einen Ltaiunnsgenogen als Landidaten aufzuslellen, wogegen die soz. Parteileitung darauf hinweist, daß die Kandidatur eines tschech. -Sozialisten- fithrerS nn deutschen Wtem einen Sturm der Eulrüsliing m I xanz Teutfth-Oesterreich Hervorrufen und die Wahlchaucen der Sozialdemokratie in den deutschen Gegenden arg becm- trächtige», müsse. Es wäre sehr zu wünschen, daß nn beut- sfchen Wien wirklich ein Wenzelsohn für den Reichsrat kandidiert, denn dann würden sich vielleicht doch noch die Teutsch- Äesterreicher zu einem geschlosienen Vorgehen bei den Wahlen einigen, anstatt in brudermörderischeni Lampse einander zu Zerfleischen. 'Angeregt ivurde eine solche Einigung kürzlich auf dem deutsch-liberalen Parteitage zu Brünn, aber bisher Ümö diese Anregung nur em sehr schwaches Echo.
Zn Ungarn zieht der Poloniy-Lkandal immer weitere Kreife; er deckt nach und nach einen ganzen Ratten-
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politische Lagesscha«.
AeichstagSabg. Friedlich 9lamuann schreibt dem ,Berl.Lagebl.^ über die liberale Einigung u. a. folgendes:
Meine persönliche Ansicht ist, daß wir nicht heute oder morgen an die volle Verschmelzung Der vorhandenen Parteien beianueicn können. Wir mühen die Seldiiändigkeit der vor- handenen Parieiorgamiauonen so lange erhallen, bi8 es zur inneren Selbständigkeit und Sloiwendigkeit geworden ,em w.rd, sie ineinander au'gehen zu lafien. Dieser Zeilpimkt ist ,ey l noch nicht da. ichas a d er , e 9 i geschehen kann, Ul folgendes :
1) Es miib versucht werden, daß die Abgeordneten der drei (inlßliberalen Parlelen nn Reichslage und in den Landtagen insbesondere ,m preußischen Landlage von ,etzt an al6 eine parlamentarische Fraktion auiireien und gemein« iamt regelmäßige Beratungen emrichlen.
2) ^5 niuB m den venchiedenen Landeslellen im Sinne de Frantfurler Einigung das E 1 n 1 g u n g s w e r k überall von 'ormell vollzogen werden, wo die Einigung der Gesinnung bereue lai'ächtich sich emgeuelll Hai. Sm gutes Beispiel dafür ist die neue Sirmbaebung aus Schleswig-Holstein.
Es i,t em Wagnis, vor dem ivtr stehen, aber die Zeulage iorderl das Wagius. Ter L 1 b e r a 116 111 u e kann gerade ,eyi ivieder B 0 l t s g e s 1 n n u n g und Ä u 11 u r m 0 d) t werde», wenn „ »cigt, daß er eine Zukunst haben will. Es ,,'t die En l- j ch e » 0 u n g s st u n d e des deutschen Liberalismus. Aber gerade, weit es diese ist, sollen wir nur das tun, was wir sicher sind, nicht ,pater bereuen zu muhen. Wir wollen rzrattions- ^ujammen chluv und provinzielle Eintguntzen, die Uch von icli’li ergeben. Was Darüber hinaus hegt, mag erörtert werden, wenn dreie z.ver Schrate sich als brauchbar euvicien Haben.
Zn einer Veriammmng des ,ort,chrtttlichcn Vereins der Potsdamer Vorjtadt zu Berlin wurde eine Resolution angenommen, ui der'die Drei freisinnigen Fraktionen amgc,ordert wurden, sob.lld als möglich eine einzige liberale Fraktion zu bilden.
künig von ttorruptionSgeschichten auf. Aus Akten, welche der Abg. Lengyel auS den Archiven deS obersten Rechnung»hofeS stehlen und photographieren ließ, geht un- zweideutig hervor, daß mehrere Blätter BiidapestS BesiechungS- gelber von der Regierung bezogen. %ogar die ung. Sozialdemokratie wirb vom Staate ,subventioniert'. Zn Ungarn, wo eine begenerierte JilanhgtiUrg baS Heft in pänben hat, scheint alles käuflich zu fein.
Zm letzten fra nzöf. aJhm iitrra t konnten die angeb- sich zwischen bem HabrnettSches (llcmenceau unb bem Rultufl- Minister Brianb auegebrodjcnen NieinungSoerschiedenheiten nicht befestigt werben, so baß sich, wie eS heißt, die Whmfler ohne sich gcemigt zu haben trennten. Es sollen im Munster, rat verschiedene Meinungen über die Nirchenpolitik hervor- getreten sein. Offiziös wirb das zwar geleugnet, in ben Wandelgängen der Hammer wirb aber da» Gerücht einer bevorftehenben Minlsterkrifi» viel besprochen unb blese al» unoerrnetblich betrachtet, dlenunceau scheint ber Meinung zuzuneigen, baß efl besser wäre, bie mit dem Vatikan begonnenen Velhandlungen wieder rückgängig zu machen. Bnand aber hat im Senat, wo die Gesetzesvorlage bezüglich der Befreiung politischer Versammlungen von ber polizeilichen Anmelbepflicht an bie Hanmiertomnussion zurückverwiesen wurde, eine empsindliche parlanientarische Schlappe erlitten, dadurch wurde Die Situation noch gespannter. Tie etwas veisöhnlichere Stimmung, welche sich tm Vatikan bezüglich de» Zwiste» mit der französischen Regierung seit einigen Tagen geltend macht, soll darauf zurückzusühren sein, daß der Papit punberte von Briesen von französ. Priestern erhalten Hai, ivelche bte beklagenswerten Folgen eine» endgültigen Bruches hervorheben. Die meisten bieftr Briefschreiber erklären burch- weg, daß tl ihnen unmöglich fein würde, ihren Lebensunterhalt zu sinden, da sie tn keiner Weise auf bie Opfer- Willigkeit unb Freigebigkeit ihrer Pjarrklnder rechnen könnten.
Prinzessin tiltuicnuae von Sloburg, bie Mutier be» Fürste n von Bulgarien, ist am Samstag in ihrem Wiener Palais gestorben. Die Prinzessin würbe vor einigen Tagen von Sofia nach Wien gebracht unb man glaubte, sie werbe sich halb erholen unb vo» dort an die Riviera reisen können.
Als Tochter Lubwig Philipps, be» späteren König» ber Franzosen, 1617 geboren, hatte Prinzessin (llenieniine tm Fahre 1843 sich mit bem Prinzen August von Sachsen» Roburg unb Gotha vermählt. Dieser Ehe sinb Prinz Philipp, der geschiebene Gatte ber jetzt wieder vielgenannten Prinzessin Luise von Belgien, Prinz Lubwig August, vormal» brasilianischer Admiral, Prinzessin Rlohlöe, bie Gemahlin be» Erzherzog» Joseph von Oesterreich, unb Prinz Ferbmanb, feit 1887 Fürst von Bulgarien, entsprossen. Seit mehr al» 85 Zähren verwitwet, war sie erst nut ihrem jüngsten Sohns nach Billgarien übergefiebclt, al» er zum Fürsten de» Lande- erwählt ivorden war, unb hatte bann ihren Jlänbigen Wohnsitz nach Schloß Ebenihal in Oesterreich verlegt.
Ter Skachlaß bet Verstorbenen roirb auf luu Millionen Frank» geschützt.
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Teutschsozlale unb Reformer.
Nachdem bie deuisu--,ozraleil Haiioibutcn in Kassel-Mel- ungen unb Ninteln-Hojgcisiuar durchgedrungen sind, ohne daß tinen die jlanDibatur antisemitischer Resvrmer ehue«< geschadet Hai, ergeht sich da» Organ Liedermairn v. Sonnenbergs in desto schärserem Spott gegen ore uiiiertegenen Brüder. Die „Deulsch- svjiaicu Blätter" (teilen sesi, baß ber rtanoibal ber Llesonner, ^auptmanu a. D. SrmonS, in Kassel volle sechs Stimme er ballen >at. Tas sei „ber Ersotg der planmäßigen uno nieder- träch 1 igen Hetze, die man gegen AmtsgcrichiSral Lattmann van dieser Seite ervssuet hatte, aiigestachell von Rachsucht« Bosheit und kleinlichem Neid gegen den vortrefilichen Mamr". Weiter wird die Uguaiion der Öleiornicr eine „unsinnige unb maßlose Bewegung ' genannt, bereu Träger sich -um großen Tell „wie bie SB il b e n gebärdeten und vor keinem Mittel ber Lüge und Verleumdung zurückschreckten". Ihr Organ, dre„Hessi-- sch« Anndschau" (bie „Leutfch-ozialen Blauer" erwähnen auch ihren Spitznauien „Gehässige S ch u n ö f a u") sei jetzt endlich entschtajen. „Sie hätte schon längst da» Lcitlicl-e acsegnet, ivcnn sie nicht bi- -um 1. Januar d. Zc- von Hetmerich, bem Gv» genlanbtbaicn Herzog- bei der Nachwahl im vorigen Hahre, reich unterstützt worden wäre. Seitdem sind etwa 1ÜVU Mk. ocbiUDcit für bm Trucker entstanden, und der Besitzer des Blaue», ein bekannter Rechtsanwalt, soll jetzt bet bet Bezahlung Schwierigkeiten machen, nachdem er ein Zahr lang der Drahizleher hinter Den Kulissen gewesen iss und au» dem Versteck betau» anständige Menschen mit Schmutz.beworfen hat."
Ter Püplau-Prozetz.
(Unbereujiigut JiuUvOi.iv. vnvoten.)
H. y. Berlin, 16. FeSruar.
Tie Zeugulsverweigetuug bei Relchstagrabg. Etzberger.
Dct ^vifu^cnoe beueyu, zunächi: Den aua. Et,berg er al» Zeugen auizuru,en. 5bre)er bemerlt: Ich tairn den Beschluß des Gericht-Hose» nicht anerkennen. Ich muß «- ad lehnen, über Lütge, die mit meiner Tätigkeit al» Reichs lagsabgeordneter -usammenhangen, Zeugnis adzuiegen. Sollte der Gerichtshos dc-hatd ^wangsmagtegetn gegen mich anwenden, fo muß ich mich diesen unterwerfen, ich muß aber erklären, daß darin Bruch der Ber,ass ung wäre. ,
Si^t->uium.ttsu?aii--rm Lt. Lind0 w: Ter Zeuze soll nicht über feine Reden oder Allstimmungen un Reichstage, sondern über leuie Beziehungen zu Poepiau betragt loerDen. Et soll befragt roerben, in welcher Weise er zu dem Material gekommen ist. (jtagen beziehen sich aoer keineswegs au| jeuie Tätigteit als Ad- gevroneter. Ler Zeuge ist daher nicht b e i u g t, . 1 e 1 n B e u g - n 10 z u verweigern. Sollte der Zeuge sich weigern, Zeugnis abjulegen, bann bin ich genötigt, Den Zeugen in eine C rb» n u n g 0 |t r a j e von LUO UJuart, wofür un NichtdetreibungSiallL 10 Lage Hast zu substUuieren wären, zu nehmen. Ich beantrage außerdem aus Grund des 8 69 W 2 oer Strasptozeßordniui^ den Zeugen in Zwang-Haft zu nehmen.
Lög. Etzberger: Der Staatsanwalt irrt sich Ich bin in dieser Angelegenheit nicht al- Prwatmann, sondern lediglich al» Relck-StagSai-gei-ronettr tätig gewesen. Ich habe da- 'Jiaterial lebigtiat in meiner ^.igenschail ul» yieiü^tagoubgcorüneier erljaiun. Sobald ich bekunde, in welck-er Weise ich mein Material erhalten habe, mache ich mich einer Indiskret ion schuldig. Ich bebaute, den Beschluß des Geriu-t-hoies nicht respektieren zu können. Ich befinde nm» im Konflikt mit meinem Q£>t» ^taatsanwaltfchaft-rat Tr. Linbow: Ter Herr Reichstag-- abgeormiele fall ourchauS nicht über feine Tätigkeit zur Berant- iuortung gezogen werden. Die Venassung hat Den Abgeordneten rveugebtnDe 'btioüegien eingeräumt, es ist aber doch bab« Don Der Voraussetzung ausgegangen, Daß die Adgrordneien Die aJcaje* fiat bts Gesches anerieunen. Auch L)crr Etzberger i|i nicht immer Der Ansicht gewesen, üaß er jein Zeugnis ucnucigern müsse. Er hat vor dem llmctsuchuiigsriastet ohne iveUcte» Zeugnis abgelegt unö '.vefem auch fern Material QuSgeiicietL IedeniallS trifft iut ben gegenroanigen Fan Der g 30 bei ^eiu-soetias,ung nicht zu.
er ä beiger: Ich habe oa» erhaltene Material nicht schrist- ftelleru'a), jonoern leoiglia} ms j;e^;=Ug0abgtotoneUr ethulten unb verwendet. Tie ^ajeiüit b:s h^.etzes erkenne ich öolliunDia an, ich Lnn aber andererseits oaS ImmunuatSrecht des Reuhs- rage» nicht verletzen.
Beschluß des Gerichtshofes.
Nach längerer B'-c-irnig ixs La. verkündet der Vor
sitzende: La utöberger, ohne techtlia/.u Grund sem Zeugnis ver- iveigeri, hat der Gen^tShoi beschwj»en, den eingenagte 1 m eine £ 10 n u n g e 1.1 a 1 c von 1UU Nc c. r k, wofür un yna,tbetiev- oungsiaue 1 u a g e vajt zu iiibuit-üren feien, zu ttr-neilen. icr Gench^hoi hat uubeiocm bcia,_ den elugeotv.ieten in eine sofort z u oollsireckenoe w a .1 g 0 h a f t zu nehmen, -te tonnen diese Ha,i a»nxnOen w. Lie erklären, daß Lie ^eugnio >. biegen wollen. , ,,
ich werbe amr gegen u.u Beiastu, rt Bcichweroc :Mre^ n..
Geri^ll-oieriet, Herr ti-ogeoröneter Etzberger Pt adzu- jühreu.
Annahme von Mnjrigtn für Die Tagesmunmer bis vonmuags 10 tthr. Zeilenpreis: lokal IdPf^ ausivarts ZU Plennig.
iSSn ißranll^ wir b,es®e$ryl*
■Heben
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sich ja seht oppositlonvftoh gebärden, nicht gerade angenehm, wenn das Präsidium ein Parteigenosse inne hat. Zn welche .-wnterstellung so cm Reichstagspräsident vom Zentrum üiig,0,74fmfallen) -Onimen kann, das bat sich ja bei ber verhängnisvollen Ab- 9Q m Iä"S iimmunfl am 18. Dezember gezeigt, als Graf Balleslrem
Länge mit 0,67 ^ Länge, 0,7S
Sieben.


