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Viertes Blatt
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General-Anzeiger für Gberheffen
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I großen Salbungen er folgen äußerst selten ohne Scheck, doch die kleineren Beträge werden Leider immer noch vielfach in dar
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Ein besonderes Kapitel gebührt der Landwrrtscyaft. Deren Berufs an gehörige besitzen durchschnittlich des Häutungsoermogen der Anschauung in geringerem Maße, als die Bewohner nament-
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— Zur Feier des 100jährigen Bestandes des Wiener Schottengymnasiums wurde von dem aus ehemaligen Studierenden dieser Lehranstalt gebildeten Komitee eine Festschrift veranstaltet. In den 44 gesammelten Abhandlungen sind zum Teil Essays über historische, didaktische oder pädagogische Gegenstände enthalten, zum Teil bringen sie persönliche Erlebnisse oder Reminiszenzen aus der Studienzeit, darunter Tagebuchblätter von Robert H a m e r 1 i n g._______
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— Probeflüschchen 10 Pfg. — Mau achte genau auf den Namen und weise Nachahmungen zur!ick.
Samstag SO. November 1907
Rotationsdruck und Verlag her BrühNchen Unwersitäts - Buch- und ©tetnbrucfercL R. Lange, Gießen.
A^chewi «glich mit «u-nahme des Sonntag-.
Dir „eWutt LamittrnblStter- werden dem ,»n-e,ger- viermal wöchentlich bergelegt. da« „Mrelsble« für den Kreis Siehrn" zweimal wöchemlich. Der „hefstfche Landwirt" erscheint monatlich einmal.
sind ihm vörange gangen Frankreich (1865), England (1873), Belgien (1882), die Schweiz (1881), ferner Holland, Italien, Spanien, Portugal, Rumänien usw. Und in der Anwendung des Scheckverkehrs sind ihm Länder wie England und Frankreich I weit voraus. Woran liegt das? Ist Deutschland auf wirtschaftlichem Gebiete soviel weniger leistungsfähig oder sind so k viel weniger findige Köpfe in unserem Wirtschaftsleben tätig Ii als bei den Engländern und Franzosen? Müssen wir die , hohe Meinung, die wir allgemach von dem deutschen wirtschast- 'v lick-en Schaffens- und Organisationsvermögen bekommen haben, in betrübender Weise hcrabftimmen? Professor Warschauer (Berlin) i sucht diese und ähnliche Fragen im neuesten Hefte der Con- radschen Jahrbücher zu beantworten und stellt die Ursache dieses ausfälligen Zurückbleibens folgendermaßen dar:
Redaktion. Expedition und Druckerei? Schul- straße 7. Expedition und Verlag, &L Redaktion:^E>tl2. Tel.-Adr^ AnzetgerGießen.
enthalten alle Nähr- und Geschmackstoffe einer guten Fleischsuppe. Man braucht nur mit Wasser zu kochen. Ein Würstchen gibt 3 Teller gehaltreiche Suppe.
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mit dem Kreuzstern.
uns immer noch Rdiz hat, wieder „Pensionsgelder" nach Deutschland legte. Auch Belgien und die Schweiz waren Käufer für deutsche Diskonten. Um den Zufluß fremder Gelder nicht zu unterbinden, begibt die Reichsbank aus ihren Bestünden Schatzscheine, dadurch wird der Privatdiskont hochgehalten; zum Teil wanderten diese Schatzscheine nach Paris. Bon dem Verhalten Amerikas wird es viel abhängen, ob man mit Den jetzigen Diskontosätzen auskommen wird, oder nochmals zu einer Erhöhung schreiten muß. In Amerika mehren sich die BetriebSeinswl- lungen, die Berichte vom Eisenmarkt lauten sehr ungünstig, auch bei uns gehen die Eisenpreise zurück, ein Beweis, daß die Abflauung im Wirtschaftsleben sich fortsetzt. In Italien mehren sich die großen Insolvenzen, man mußte zu künstlichen Maßnahmen schreiten, um die Baissespekulation vorübergehend lahm zu legen, in Portugal ist das Goldagio im Steigen begriffen und man steht dort unter einer Handelsdepression. Wenn trotz alledem bei uns die Börse innerlich ziemlich fest liegt, so erklärt sich dies daraus, daß wenig Hausseengagements bestehen und das Kapitalistenpublikum seine Papiere auf dem ermäßigten Kursniveau nicht abstößt. Fonds blieben diese Woche ziemlich behauptet, Bankaktien erholten sich sogar ein wenig, auch Eisenbahnaktien wurden teilweise besser bezahlt, nur Westsizilianer gingen auf die neue Verzögerung Der letztenst verglichenen Entscheidung in der Verstaatlichungs- und Absindungs- srage mehrere Prozent zurück. Schisfahrtsaktien ziemlich fest, Montanpapiere, von denen Kunstseide 13 Proz., Kley er 11 Proz., Scheideanstalt 7 Proz., Wittener Stahlrohren ebensoviel und Photographische Steglitz 10 Proz. gewonnen haben. Privatdiskonto 65/8 Proz.
lich der größeren Städte. Einzelne landwirtschaftlicbc Großbetriebe haben zwar den Scheckverkehr eingeführt und machen ihn sich nutzbar, aber der Mittelstand in der Landwirtschaft dürfte nur in den seltensten Fällen von der Notwendigkeit und dem Wert des Scheckverkehrs überzeugt sein. In noch höherem, Maße ist dies bei den kleineren Bauern und der ländlichen Arbeiterbevölkerung der Fall. Hier sind Schwierigkeiten vorhanden, die vielfach nicht nur auf Verständnislosigkeit zurückzuführen sind, sondern die auch teilweise eine sachliche Begründung haben. Der örtliche Scheckverkehr wird eine um so größere Notwendigkeit und seine Vorzüge sind um so bestechender, je gedrängür die Bevölkerungsmcissen sind. Da, wo sie sich dünn gestalten und die Möglichkeit des 'Güteraustausches begrenzt ist, treiben die geschäftlichen Verhältnisse weniger zur Begleichung im Zahlungswesen. Wenn man dies alles bedenkt, so ergibt sich die Erkenntnis, daß zwar mannigfache Anläufe zur Einbürgerung des Scheckverkehrs in Deutschland genommen sind, daß dieselben aber nicht genügen und daß zur vollen Erreichung des gesteckten Zieles zahlreiche anderweitige Maß- nahmen und Reformen geboten sind."
stragen der Bankpolitik Hetzen.
Wie steht es nun mist Dem Bankwesen? Auch nach 70/71 st es noch nicht zu vollen Entfaltung gekommen. So- .ange aber dies nicht einheitlich organisiert war,. und nicht geeignet erschien, die Hoyren Intelligenzen in Massen an sich iu locken, war auch die MöglichLit einer vollen Organisation dcS Lcheckverkchrs nickst vorhanden. Seit dem Jahre 1880 vollzieht ich nun der Umschwung, teilweise eingeleitet durch die Errichtung )er Tepositcnkassen, die dem Geldmärkte Diele, Bevölkerungs- . Schichten, die ihm bisher fremd oder* gleichgültig gegenüber । gestanden hatten, zu führten. In jüngster Zeit ist die zwingende J bittere Not, daS Gespenst der Geldknappheit hinzugekommen, daS verheerend umherzieht und Handel und Wandel lähmt..
Man muß trotzdem nicht denken, daß alle Hindernisse für eine I unbegrenzte Ausbreitung des Scheckverkehrs innerhalb des deut- . scheu Wirtschaftsgebietes jetzt beseitigt sind. Die Versuche, den 2checkvcrßcl/r einzubürgern, sind ja von vielen Seiten gemacht rotben. Die Staatsregierungen haben mannigfache Maßnahmen geleitet, um den Scheckverkehr zu fordern. Vereinzelt ist aus )ie Möglichkeit hin gewiesen worden, durch Scheck Steuerzahlungen, Äehälter, Pensionen, den finanziellen Abschluß der Lieferungen ufto. zu regulieren. Im großen und ganzen sind jedoch bisher sterfür nur Ankäufe genommen worden. Aehnlich liegen die
Verhältnisse bei den Stadtverwaltungen. Einzelne namentlich
Der größeren Gemeinden haben Versuche eingeleitet, den Scheck- oerkehr zu organisieren. Der Magistrat von Berlin z. B.
Debient sich namentlich in der jüngeren Zeit mit Erfolg dcS
Ichecks. So hat er kürzlich zur Abrechnungserleichterung, besonders bei den umfangreidjen, Gehaltszahlungen, an sämtliche Beamte, Lehrer usw. ein Rundschreiben erlassen, in dem darauf hmgewiesen ist, daß er auf Antrag bereit fei, das Gehalt einem bankhause für Rechnung des betreffenden Beamten kostenlos iu überweisem Auch andere Gemeinden sind in gleichem Sinne oorgegangen; aber auch stier sind immerhin nur Anfänge zu verzeichnen und weitere Reformen geboten.
Wie steht es in Handel und in den Gewerben? Die Großindustrie verschließt sich den Vorteilen des Scheckverkehrs nächt, iBer sie handhabt ihn mehr nach oben nne nach unten. Die
Neue Bücher.
Eingegangen vom 8.—12. November. (Besprechung crjoigt nach Auswahl. Eme Verpflichtung zur Besprechung und zur Aufbewahrung unverlangt eingesandter Bücher wird nicht übernommen.)
Dr. E Ko ll eg j- mati§mu§ und Hüftweh (Js-
chms) Ursachen, Verl).» rt* ü .argemäße Behandlung. 3. Aufl. Leipzig, Eduard Demme. Pr. 1 Mk.
Ludwig Kattrein: Ein Jahrhundert deutscher Truppengeschichte, dargestellt an derjenigen des Großh. hessischen Kontingents 1806—1906. Darmstadt, H. L. Schlapp.
Dr. N. Strecker: Religion und Politik bei Goethe. 6 Vorlesungen, gehalten a. d. Rhein-Mainischen Lolksakademie zu Heppenheim a. d. B. Gießen, Emil Roth, Pr. 1.60 Mk.
D i e Mode. Menschen und Moden im 19. Jahrhundert nach Bildern und Kupfern der Zeit. Ausgewählt von Dr. Oskar Fisch el, Text von Max von Böhn. 1812—1842. München, F. Bruckmann A. G.
Dr. Kurt Floericke: Ueber die Vögel des deutschen Waldes. 4. Aufl., Stuttgart, Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde (Franckh sche Buchhandlung). Preis 1 Mk.
,G. v. Bismarck: Kriegs-Erlebnisse. 1866 und 1870/71. Dessau, C. Dünnhaupt. Pr. 2.50 Mk.
Rudolf Presber: Die sieben törichten Jungfrauen. Novellen. Berlin W. 30., Hermann Ehbock. Preis 4 Mk.
Jean Paar: Der Kaiser und die Kunst und die soziale und ethische Bedeutung der Kunst. Leipzig, Max Altmann. Preis 1.50 Mk.
Karl Ettlinger: Der neue Juvenal. Eine moderne Satire. Berlin-Groß-Lichterfelde-Ost, Dr. P. Langenscheidt. Preis', 3 Mark.
VerzeichniseinerSammlungvonSilhouetten und Büchern mit Silhouetten und Schwarzbildern aller Art. (Antiquariats-Katalog Nr. 44). Dresden-A., Richard Härtel.
Wissenschaft und Bildung, Einzeldarstellungen auf allen Gebieten des Wissens. Herausgeg. von Privatdozenr Dr. P. Herre. Preis f. d. Band geh. 1 Mk., geb. 1.25 Ätt. Nr. 21, Ludwig Geiger: Jean Jacques Rousseau. Sein Leben und seine Werke. Nr. 29, Dr. Fritz M a ch a c e k: Die Alpen. Nr. 33, Dr. Adolf Weber-Bonn: Die Großstadt und ihre sozialen Probleme., Leipzig, Quelle und Metzer.
Kürschners Jahrbuch für 1908. Begründet von Jos. Kürschner, herausg. von Herm. Hillger. Berlin, Hermann Hillger Verlag. Preis 1 Mk.
Insel-Almanach auf das Jahr 1908. Leipzig, Insel- Verlag. Preis 80 Pfg.
Fr. H e r r i g e l: Kerbschnitt und Bkmnenschnitt. Lehrgang für Handfertigkeitsschulen und für den Selbstunterricht. Ravensburg, Otto Maier. Preis 1.50 Mk.
Franz Wolfram: Meister Heinrich. Eine Mär ans der Zeit der Bauernkriege in Salzburg und Gastein. Salzburg, Alois Hilmar Huber. Preis geb. 1.70 Mk.
Dr. F. Maurer: Von Land und Leuten im Odenwald. 25 Ansichten nach Photogr. Aufnahmen. Darmstadt, Arnold Berg- sträßer (W. Kleinschmidt). Preis 6 Mk.
reguliert. „ .
Diel zu wünschen läßt Namentlich der Me-lNverkehr, >ie Mehrheit der Bevölkerung umfaßt. Das Verständnis >ie großen wirtschaftlichen Vorzüge deS Schecks ist bei Dreien Xetaiiliikn noch ivenig entwickelt ober höchstens erst in der aller* ! iüngsten Zeit etwas gehoben worden. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei vielen anberen Privatpersonen, namentlich soweit 1 He an der Spitze der Haushaltungen stehen-. Das Beispiel । Englands wirkt bisher nicht vorbildlich. Bevor z. B. dre deutsche Hausfrau allgemein Rechnungen statt in bar vermittels des Schecks begleichen wird, dürften noch viele Jahre öerftrerdKn.
N^rrl) ui d ^auobtnn.
Auf der Frankfurter Einigungsversammluug war auch mehrfach, freilich ohne sie zu nennen, der Abseitsstehenden und Outsider gedacht worden. In ihrem Namen ergreift im „Berl. Tagebl." nun Herr Dr. Barth das Wort. Er knüpft an Friedrich Naumanns Ruf „Die Zwingburg nieder" an und sucht den Mann, dem er noch bis vor kurzem innig verbündet gewesen war, mit dem er bis vor einem halben Jahre gemeinsam die „Nation" geleitet hatte, zu Gemüte zu führen, daß er zu Frankfurt genau wie die andern nur Phrasen produziert hätte: „Ich höre das Geklapper einer Mühle, doch sehe ich kein Mehl." Das ist luenig liebenswürdig von Herrn Dr. Barth. Aber der Abgeordnete Naumann wird, wenn sich die frühere Freundschaft auch bei ihm zu dem nämlichen Verkehrston gekühlt hat, Herrn Theodor Barth das Kompliment zurückgeben können. Der schilt durch zweicinh-alb Spalten aus die freisinnigen „Parteiädileu", die seinen (das Prädikat stammt von Dr. Barth) „kurzweiligen" Freund Breitscheid nicht anerkennten, auf die „verfehlte freisinnige Blockpolitik und ruft zu schonungsloser Kritik der verfahrenen politischen Situation und zu einer „leidenschaftlichen Agitation zugunsten des Reichstagswahlrechts in Preußen" aus. Wo ist bei solchem Klappern das Mehl? Und wie stellt Herr Dr. Barth sich eigentlich diese „leidenschaftliche Agitation" vor? Ist es schon Leidenschaft, wenn man, wie der sozialdemokratische Parteivorstand jetzt tut, auf den 26. November als den Tag des Zusammentritts des preußischen Landtags Massenversammlungen veranstaltet? Und weiß Herr Dr. Barth, der sich doch wohl als regsamer und seingebildeter politischer Schriftsteller auch um die Einzelheiten der sozialdemokratischen Literatur kümmert, nicht, daß gerade nach dem Ausspruch sozialdemokratischer Autoritäten die vor Jahr und Tag von jener Seite ein* geleitete „leidenschaftliche Agitation" als vollkommen verregnet gilt? Mit aufgeregten Zeitungsartikeln und „stürmischen" Protestversammlungen, in die die geschmackvollen Leute ohnehin nicht gehen, kommen wir nicht weiter. Uns will sogar scheinen, clls wäre unser Volk von all dem papierenen Lärm nachgerade übersättigt. Deshalb glauben wir, daß auch in diesen Stücken die Vereinigten von Frankfurt oder ihre nunmehr offiziell bestallten Führer — die Männer von der freisinnigen Bolkspartei — besser beraten gewesen sind. In der Beziehung ist es nicht ohne Bedeutung, daß der Abg. Naumann in einem Artikel seiner „Hilfe" sich ganz und gar auf den in Frankfurt gefundenen Boden stellt. Die Einheit — konstatiert er freudig — ist auf dem Marsch und dann sucht den noch immer „Besorgten" unter seinen Freunden darzutun, daß eine große Partei Toleranz üben müsse; daß alle Unterschiede des Temperaments und der Auffassungen niemals aufhören könnten, daß man aber sich mühen soll, über diese Meinungsverschiedenheiten hinwegzukommen. Naumann schließt: „In diesem Sinne gereicht es mir persönlich zur Befriedigung, mitteilen zu können, daß diejenigen Verstimmungen, die sich an einige Deußerungen auf dem Parteitage der freisinnigen Volkspartei geknüpft hatten, durch beiderseitige offene Aussprache korrekt erledigt sind." Das ist nicht unerfreulich auch für unS zu hören. Wenn's aber so steht, wo sind die Massen, mit denen Herr Dr. Barth seine „leidenschaftliche Agitation" zu entfalten gedenkt?
Börsenwochenbericht.
--- Frankfurt a. M., 15. Nov.
Auf dem Geldmarkt bleibt die Situation noch immer prekär. Wenn in Amerika infolge der Ausgabe von Zertifikaten die Krisis im Augenblick auch weniger akut sein mag, au5 der Tatsache, daß man für Bargeld einige Prozent Prämie vergütet, ergibt sich doch zur Genüge, daß drüben noch starker Geldmangel herrscht. Man bemüht sich deshalb fortgesetzt, weiteres Gold aus Europa zu holen und dies läßt auch bei uns eine Erleichterung des Geldmarktes nicht aufkommen. Wie vermutet, soll die Bank von Frankreich weitere Goldbeträge zur Verfügung stellen, auch die russische Staatsbank soll angeblich Gold nach London transferieren, aber wenn in Amerika von der Regierung nicht bald eine Maßnahme getroffen wird, die das Vertrauen wieder hebt und die ängstlich verwahrten Gelder dem Verkehr wieder zuführt, dann ist auf eine freundlichere Konstellation auf dem Geldmarkt nicht zu rechnen. Der deutschen Neichsbank wurden erhebliche Goldbeträge entzogen, die ins Ausland wanderten, aber dies trug zur Stärkung des VertraumS zur deutschen Währung bei und kam unserem Geldmarkt insofern zu statten, als Frankreich, für welches der hohe Zinsfuß bü
„Eine volle Organisation des Scheckverkehrs Ware bis zur , Gründung des Reiches unmöglich gewesem Ein großes wirt- z schastlichcs Ziel, wie die Bewertung eines mit einem Privat- namen unterzeichneten Papiers als bares Geld, kann nur erreicht werden, ivenn es durch durchgreifende Regierungsgewalten Schutz und Förderung findet. Erst der Einheitsstaat hat das Ginheitsbewußtsein auch in wirtschaftlicher Beziehung gehoben unö die allgemeine Erkenntnis bezüglich der Ausgaben und iltutzungsmöglichkeiten des Geldiitarktes gesteigert. Hierzu kam vie unleugbare Tatsache, daß Deutschland bis zur Begründung des Mches in höherem Maße Agrar- wie Industriestaat war. Der Scheckverkehr steht auch int engsten Zusammenhang mit den Ge- lverben; ihre Blute ist seine Voraussetzung, und da, wo sie nne nur geringere Bedeutung haben, wo sie nach ihrer Eigen- irt nicht in der Lage sind, eine große Anzahl produktiver Kräfte an sich zu ziehen, fehlt die Unterlage für seinen Auf- xuu Dies war für Deutschland leider lange Zeiten hindurch )tr Fall. Der Scheckverkehr ist auch ein Zeugnis für die all* jemeine volkswirtschaftliche Schulung einer Nation, und auch lier blieb bis zur jüngeren Zeit viel zu wünschen übrig. 5rft in der Gegenwart macht sich in den verschiedenen Kreisen )er Bevölkerung das Bestreben lebhaft bemerkbar, volkswirt- chaftliches Wissen in höherem Maße sich anzueignen und das Lrworbene fachgemäß zu verwerten. In mannigfacher Beziehung rat sich das Wort und der Wunsch Friedrich Lißts erfüllt. Die Nationalökonomie wird Gemeingut aller Gebildeten, sie ist richt mehr Privateigentum der Gelehrten, und je größere Fort- "dritte nach dieser Richtung gemacht werden, je mehr sie „von )en Kathedern der Professoren, aus den Kabinetten der hohen Staatsbeamten in die Kontore der Fabrikanten, der Großländler, der Sckstfssrerder, der Kapitalisten und Bankiers, in )ie Bureaus aller öffentlichen Beamten und Sachverwalter" herab- teigt, um so mehr wird sich auch das Verständnis für alle
Vor einiger Zeit ist von der ReichSregieruna der vorläufige l Entwurf eines deutschen Scheckgesetzes verössentlicht worden. Die lebhafte erläuternde und kritisierende Erörterung, die sich an diese Publikation knüpfte, hat vielfach erst die Kenntnis vom Wesen bed Schecks in weitere Kreise tragen helfen. Man versteht im allgemeinen unter Scheck eine schriftliche, unverzinsliche Zahlungsanweisung, die mit Ermächtigung der bezogenen ausgestellt ist. Der Scheck verbindet in sich eine große Anzahl bestechender Ligenichatlen. Der durch ihn angebahnte Verkehr mindert die Gefahren dcS Transportes, Verzählens, Verrechnens, des AusbewahrenS, und trägt zur Minderung der allgemeinen Be- ttiebsspesen, zur Erleichterung des PlatzverkehrS sowie des Zahlungsverkehrs nach dem Auslande wesentlich bei.
Deutschland.^bcr ist auf dem Gebiete de§ ScheckwesenS an Rückstände, * - ? t der gesetzlichen Regelung des Scheckwesens


