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Gestern
und eine fein Die
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Frankfurt a. 9)L, 12 ^ezbr. Tie Strafkammer o er» lrteitte in nichtöffentlicher Sitzung den Anarchisten Ketten- । q cf) aus Wiesbaden wegen Beleidigung des deutjcheii Heeres zu ^Ätonaten Gefängnis. Keltenbach, ein Schneidergeselle, lütte die Beleidigung hier am 31. August in einer Anarchistenver- animlung im Florasaal begangen. Dem Kriegsminister wurde die Sesugnis zugesprochen, das Urteil im Lillitärwochenblatt und im Freien ^Arbeiter" zu veröffentlichen.
Würgt.
* Zwei Pa riser Duellanten nahmen den Früh» §ug nach Fontainebleau, ihrem Treffpunkte. „Eine Rüa- fahrkarte", sagte der erste Duellant am Fahrkartenschalter — „Mir einfach", sagte der andere gelassen. —. „Ah!" platzte der erste los, „Sie fürchten, ba$ Ste nicht, zrrruck- kehven werden?" — „Was mich aybetrifjt, so trehme ich stets eine Rüctsahrkaric." — „Ich Niemals," versehe fein Gegner, ' „ich nehme stets dem Toten meine Karte für die Rückreise aus der Tasche."
vormittag wurde in die Verhandlung gegen den Mhrigen Peter Kuhl von Bodenrod wegen Blutschande rirgetreten. Die Anklage sollte wieder Staatsanwalt R e u ß ver- b-ten. Als Verteidiger war Rechtsanwalt Juftizrat Metz zur bLÜe. Bei Aufruf der Zeugen fehlte aber die Tochter des LLgeklagten, deren Erscheinen unbedingt erforderlich ist. Der Birgernieifter von Bodenrod erklärte, das 22jährige überaus ^rwachsinnige Mädchen habe sich seit gestern aus dem Orte ent- k Tit, und niemand wisse wohin sie gekommen. Staatsanwalt ftsuß erklärte, er könne auf diese Zeugin nicht verzichten und Vrrde nach deren Verbleib Nachforschungen anstellen lassen. Ju» H»rat Metz bemerkte, er halte den Angeklagten für geisteskrank, liü) deshalb, selb stwenn er schuldig sei, nicht zu bestrafen. Bei seiner Vernehmung zeigte es sich denn auch, daß entweder tec Angeklagte simulierte, waS anzunehmen ist, oder schwach- tiEitig sein muß, er gab keine Antworten und stellte sich so
Schwurgericht.
P. Gießen, 13. Dez. Blutschande an der eigenen Tochter.
m, wie es kein vernünftiger Mensch tun würde. Die Sache mrde auf Samstag vormittag vertagt. Kreisarzt Medizinalrat Dc. Haberkorn wird bis dahin Gelegenheit nehmen, den An- leklagten auf seinen Geisteszustand zu untersuchen und am Sams- ag in der Verhandlung sein Gutachten abgeben. Damit war üe gestrige Verhandlung zu Ende.
vermijchte».
* Zur Angeleg enheit Hau wird aus Karlsruhe schrieben: Durch die Presse geht die Mitteilung, daß gegen tÄlsanwalt Dr. Tietz seitens des Vorstandes der Anwatts- aruner das Hauptverfahren vor dem Ehrengericht legen Verletzung der Berufspflicht bei der Verteidigung des techtsanwalts Hau eröffnet worden sei. Diese Mitteilung ist ii allen Teilen u. n wa hr. Es ist zwar seitens des Großh. )berstaatsanwaltö eine Anklage gegen Rechtsanwalt Dr. Tietz legen seiner Tätigkeit im Falle Hau erhoben worden. Das )Luptverfahren wurde jedoch nicht eröffnet und es st zweifelhaft, ob es überhaupt je eröffnet wird und es zu iner Haupw er Handlung kommen wird. Gänzlich unwahr ist auch ie Behauptung, daß der Hauptanklagepunkt ein Brief des Staats- nwalts an die Frau Hau bilde, dessen Inhalt Dr. Tietz dem oraatsanwalt zum Vorwurf gemacht habe, während der Brief gar ächt existiere. Der Brief existiert und befindet sich bei den iZerichtsakten. y v
* Räuber. Einen verwegenen Raub, führten zwer Manner |rt Bor deck bei Esten aus. Sie kamen aberrds spät in eine Wirtschaft und warteten, bis sie allein im Lokale waren, dann pLten sie der Wirtin und der Tochter Revolver auf die Bruft, einüchtigten sich der Kasse und entflohen. — Banditen griffen inert Eisenbahnzug zwischen Grao und Valencia (Spa- kten) an, feffeilen zwei Lahnbeamte und entwendeten 13 000 ffranks Bargeld.
* teilt Kapellmeister int Irreui) ans er» bürgt, teilte mysteriöse Angelegenheit ist in Marseille pc Kenntnis der Behörden gekommen. Der Komponist
frühere Kapellmeister Tailler wurde vor kurzem in Irrenanstalt nach Marseille gebracht. Nachdem^ sich Zustand etwas gebessert hatte, verließ er die Anstalt. Freiheit war ihm jedoch nickt zuträglich. Plötzlich verließ Tailler seine Wohnung, uno während er in einem Varietä von seinen Freunden und Angehörigen erwartet wurde, begab er sich zum Bahnhof, wo er sich in einem Eisenbahnwagen verstecite. Hier wurde er von seiner Frau und einigen Freunden entdeckt. Es gelang ihnen, den Kranken nach Hause zurückzusühren. Jnzwischeit harte man den Direktor der Heilanstalt, in der Tailler früher gewesen war, verständigt, und der Kapellmeister wurde in die Heilanstalt zurück geb rächt. Am nächsten Morgen verbreitete sich die Nachricht, daß er in der Nacht gestorben sei. Ein anonymer Brief war zugleich an das Gericht gelangt, worin mitgeleilt wurde, daß der plötzliche Tod Taillers verdächtig erscheine, wahrscheinlich sei der Unglückliche vergiftet woroen. Die gerichtliche Untersuchung wurde aus Betreiben der Witwe eingeleitet. Bei der Levü)enschau konstatierte der Gerichtsarzt, oaß der Tod durch Erwürgen erfolgt sei. Tailler soll in stark erregtem Zustande in Der Heilanstalt angelangt sein. In dem Handgemenge, das sich mit dem Tobenden entwickelte, haben die Wärter wahrscheinlick die Ruhe verloren und Tailler beim Bttiden er-
Familten-NcrchriLtzLese.
V e r m ä h 11: Herr Moritz Brück m Frankfurt a. M. mit Fick Anna Woli in Aiamz.
Gestorben: Frait Charlotte Paffing in Selterser-Viühle; Herr Poslsekretar Nicolaits Jochun m Tarmsladt; Herr Bergilwalide Heinrich Rinker I. m Aßlar; Herr Albert Kaz ui Okarben; Herr- Schlosser Heriir. Emolff in Wetzlar; Frau verw. y)lnu|ieuiahai Karoline Horst, ged. Wteßel in LetlSheirn.________________________
Neue Bücher.
Vom 4. bis 8. Dezember.
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Bücher wird nicht übernommen.)
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Bulletin des internationalen Arbeitsamtes. Bd 6, Nr. 1—7. Inhalt: Internationaler Arbeikerwwtz. i<ka- tionaler Arbeiterschutz: Allg. Ärbetterschutz, bcrnfl. Ardeiterschntz, ArbeitSderwaltung, Gewerbegerichte und Einigungsamter, ArdcrtS- loseniürsorge. Parlamentarische Arbeiten. Lesa)lüste nationaler und internationaler Kongresse. Bibliographie. Jena, Gustav Fischer. Preis jährlich 7.50 Mk. .
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