Kongreß des Deutschen Vereins für Armenpflege
Uhr.
6
Handelt
des
93.60 i Elektriz. Lahmeyer
3M7<
Obei sohl es. Eisen-Industrie 101.15
. . 153.90
III
3% Portugiesen
199.30
143.00
Es hat nicht jt-ber Gold in der Kehle,
SWitaroeii
208.70
114.40
Elektriz. Schlickert . Eschweiler Bergwerk
Gelsenkirchen Bergwerk . 199.30
Hamburg-Amerik. Paket!. 129.00
Berliner Handelsges. Darmstädter Bank « Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat. Bank
93.10
188.00
30.80
140.60
127,00
118.50
102.55
213.50
65.80
6650
91.90
90.80
93.70
Harpener Bergwerk Laurah ütte Lombarden E. B.
Nordd. Lloyd . .
Türkenlose . ♦ .
. 164.50
. 126.50
. 226.50
. 65.40
139.40
Harpener Bergwerk Laurahütte . . .
Nordd. Lloyd . <
. 126.80 . 227.20 . 139.30 . 170.60 . 139.40 . 200.20
... 'ütätsrat Neu -
H|ii)cn Worten die uni dem Gebiete der
4>^°/o russ.Staatsanl. 1903 4% japan. Staatsanleihe 1 o Conv. Türken von 1903
Reichsanleihe do.
Konsols . .
do. . .
Hessen Oberhessen
Uesterr. Goldrente 'o Oesterr. Silberrente Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I <
für Oberhessen — Verkauf gestellten
Diskonto-Konnnandit .
Dresdner Bank . . .
Kreditaktien
Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn
Gotthard bahn
Lombard. Eisenbahn . .
Oesterr. Staats bahn . . .
Prince-Henri-Eisenbahn .
Viehmarkt beendet sind, läßt sich ür mit etwa 70 Stück Rindvieh, 30 S> 80 Ziegen beschickt werden wird. Da gebrachte Tiere Herdbuchtiere sind — C i bücher des Landwirtschaftskaminer-Aussa'i! .' ist Gewähr für gute Abstammung der zum
83.90
93.95
84.10
92.45
92.00
68.05
98.10
9285
. 200.40
. 221.00
. 112.00
TTeäefomscHw BCaarsberichte
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.
Frankfurter Bior*©, 20 Sept., 1.15 Uhr.
ISörse, 20. Sept. Anfangskurse.
Tiere geboten. Das Marktverzeichnis kann jetzt schon von der Geschäftsstelle des Landwirtschastskammer-Ausschusses für Ober- Hessen in Alsfeld ur. ntgeltlich bezogen werden. Die Marktordnung
aber dennoch wird jeder verständige Mensch ebenso gut wie der größte Sänger darauf bedacht sein, sich vor Heiserkeit und vor Erkältungen der Luftwege und des Halses zu schützen und gegen vorhandene Erkältungen anzukünrpfen. Zaus ächte Sodener Mineral-Pastillen nützen, wo man nur vorbeugen will, und sie tun Wunder wenn man einen Katarrh los sein möchte. Und eben darum ist es klar, daß man in allen Erkältungsfällen in der nächsten Apotheke, Drogerie oder Tiiueralwasserhnndlung für 85 Pfennig eine Schachtel Fays ächte Sodener kauft und nach Vorschrift verwendet.
ist in ihm zum Abdrucke gebracht. Anscheinend wird der MarlP von Käufern stark besucht werden.
— Obstmarkt in Frankfurt a. M. Die seit 17 Jahren bestehende Zentralstelle für Obstverwertung und das Obstmarkt- Romitce Frankfurt a. M. veranstaltet einen Markt für Tafel», Wirtschafts- und Mostobst nm Freitag, 27. September, Bleich- 'trabe 59 zu Frankfurt a. M. Die Marktordnung läßt ausschließlich in Deutschland gezogenes Obst u. s. w. zu und zwar sortiertes Tafelobst, gepflücktes Wirtschaftsobst, gewöhnliches Wirtschasts- und Mostobst, gedörrte und eingekochte Obstfrüchte, Obstweine, Obst« brnnntweine, , Obstliköre, Mus u. s. w., ferner gedörrte und eingekochte Gemüse, sowie Verpackungsmaterial. Um vielfach an das Komitee herangetretenen Wünschen zu entsprechen, soll auf dem Markte Gelegenheit geboten werden, kleinere Posten Obst in Körben von 121/? oder 25 Kilo Inhalt sofort zu erwerben. Im übrigen geschieht der Verkauf nach Proben. Die Proben von sortiertem Tafelobst und gepflücktem Wirtschaftsobst dürfen bis 5 Kilogramm brutto, diejenigen von gewöhnlichem.Wirtschaftsobst bis zu 25 Kilogramm betragen. Obst- und Gemüsevrodukte sind mit Ausnahme der flüssigen, die in Flaschen zu liefern sind, in Originalpackung auszustetlen. Jeder Probe ist ein Begleitschein beizugeben, der Name und Sorte, Preis per Kilogramm, bezw. per 100 Kilogramm ab nächster Bahnstation, das zur Verfügung stehende Quantum, den Namen des Verkäufers, die ungefähre Lieferzeit enthält. Die Proben sind am Tage vor Abhaltung des Marktes franko Marktlokal zu liefern (oder an das Obstmarkt-Komitee, Forsthausftraße,. einzusenden). Begleitscheine sind vom Obstmarkt-Komitee erhältlich, das jede Auskunft erteilt, insbesondere auch über die Verpackung des für die sofortige Abgabe bestimmten Obstes. Es sei noch daraus aukmerksam gemacht, daß die Zentralstelle auch sonst den An- und Verkauf von allen Sorten Obst vermittelt und zwar vollkommen gebührenfrei. — Ein zweiter Obstmarkt ist für Ende Oktober tu Aussicht genommen.
3°/0 Mexikaner < 4>2 7o Chinesen . . .
Aktien:
Bochum Guss . . .
Buderus E. W. .
Tendenz: fest.
ISerliner
Canada E. B Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . .
Tendenz: fest.
so , .
alles hinaus und die Teilnehmer sind nur schwer hereinzubekommen
R. B. Darmstadt, 19. Sept. 5 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust wurden heute von der Strafkammer über den Arbeiter Gg. Hch. Horst aus Hof i. B. verhängt. Er war früher als Hilfsdiener beim Kreisamt angestellt, hatte das ihm geschenkte Vertrauen in schnödester Weise getäuscht und einen Einbruch in die Diensträume des Kreisamtes ausgeführt, wofür er zwei Jahre 6 Monate Zuchthaus erhielt. Bald darauf stellte ich heraus, daß der moralisch ganz verkommene Mensch chon seit Jahren sich fortgesetzter Sittlichkeitsverbrechen nach §§ 175 und 176 III (Blutschande) an den eigenen vier Kindern zu schulden kommen ließ. Horst wurde wegen dieser Verbrechen zu der Eingangs erwähnten Strafe verurteilt.
Frankfurt a.M., 18. Sept. Der Prinz von Sagau, jetzt unbekannten Aufenthaltortes, Ijat in Deutschland Wechsel im Betrage von mehreren Millionen Aktien akzeptiert, für die er teils eingeklagt ist, teils ei'ngeklagt ivird. In dem Fall, der heute das Oberlandesgericht als Berufungs-Instanz beschäftigte, handelte er sich nm einen Wechsel in Höhe von 187 500 Frcs. Diesen Wechsel hat ein hiesiger^ Kaufmann einem auswärtigen Bankhaus ipcitcrgcgebcu und dieses klagte nun gegen den Aussteller, den Kaufmann Büchner und den Akzeptanten, den Prinzen von Sagnn. Das Landgericht zu Franksiirt hat die Klage wegen Unzuständigkeit abgewiescn. Tas Bankhaus legte Berufung gegen das Urteil ein. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts wird demnächst verkündet werden.
Berlin, 19. Sept. Ein A n a r ch i st c n - P r o z e ß , der schon zweimal das Reichsgericht beschäftigt hatte, kam gestern nochmals vor der 1. Strafkammer des Landgerichts I zur Verhandlung. Wegen Vergehens gegen die §§ 110 und 130 des Str. G. B. mußte sich der Tuchmacher Paul Frauböse verantworten. Unter Anklage gestellt waren zwei Artikel in der Anarchistenzeitschrift „Der Revolutionär", die eine öffentliche Anreizung zum Ungehorsam gegen die Gesetze und eine Anreizung verschiedener Klassen der Bevölkerung zur Begehung von Gewalttätigkeiten enthalten sollten. Der Angeklagte führte den Nachweis, daß er tatsächlich mit den' inkriminierten Artikeln nichts zu tun hatte. Das Gericht hielt es nicht für erwiesen, daß er von dem Inhalt der Artikel Kenntnis gehabt habe und erkannte au' Freisprechung. Die Kosten wurden der Staatskasse auf- erlegt. _____________________________
. 143.20
. 48.30
. 85 25
. 62.10
. 95.30
und Wohltätigkeit.
(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)
-r. Eisena ch, 19. September 1907.
Es ist ein gewagtes Dmg, einen Kongreß in eine Stadt mit herrlicher und berühmter Umgebung einznberusen. Da lockt
Vormundschaft aus. Bürgermeister Schmitt- Mainz wies aus die Mängel unserer hessischen Gesetzgebung bin nnd wünscht eine Aenderung, durch die den Städten auf diesem Gebiet freiere Hand gelassen werde. Schließlich ivird eine Resolution, die sich für größere Verhältnisse für Ausbildung der Berufsvormundschaft und für eine dementsprechende Ausgestaltung der Landesgesetz- gebung au>>spricht, angenommen. S.
Israelitische Neligionsgemeinde.
HottesdiLilN in der Synagoge (Südanlage).
Samstag, den 21. September 1907: Vorabend 6.15 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr.
Sabbatausgang 7.15 Uhr.
Landwirtschaft.
X Bad-Nauheim, 19. Sept. Dieser Tage fand die Versteigerung der Böcke statt, die den Sommer über auf der Kreisziegenzucht weide sich befunden hatten. 20 Gemeinden hatten Bestellungen gemacht. Die Anlage der Weide, die Stallung, wie die Böcke fanden ungeteilten Beifall. Die besten Böcke kamen auf einen Preis von 94, 90 und 80 Mk., der geringste auf 35 Mk. Da nur die Selbstkosten für Wartung, Futter, Unterhaltung der Weide, Verzinsung und Tilgung des Anlagekapitals gerechnet wurden (die Kosten der Verwaltung bestanden nur im Wiederersatz der baren Auslagen) konnten allgemein 20 Proz. der Steigerungssumme für jeden Bock nachgelassen werden, so daß die Gemeinden billig in den Besitz von guten, gesunden nnd abgehärteten Tieren gekommen sind, wie sie in den letzten Jahren selbst aus der Schweiz nicht eingeführt worden sind. Außerdem ist diese Erwerbungsweise für die Gemeinden jedenfalls billiger und einfacher, als wenn eine Kommission auf die Suche nach den gewünschten Faseltieren in so und so viel Gemeinden reifen muß. Man war überzeugt, daß hier für den-Kreis Friedberg eine vorzügliche Einrichtung geschaffen worden ist, die in Zukunft noch ausgiebiger benutzt werden wird.
P. Schlitz, 19. Sept- Bei der vor einigen Tagen abgehaltenen Bezirkstierschau, über die bereits berichtet wurde, erhielten u. a. folgende Tierhalter Preise: Klasse I, Bullen: Gastwirt H. Wink, Hutzdorf, einen 3. Preis, 50 Mk., Konrad Feick, Hutzdorf, zwei Anerkennungen. Klasse II, Kühe bis zu zwei Kälber: Je einen 2. Preis, 20 Mk., H. Wink und H. Bully, Hutzdorf, Joh. Fischer, Bernshausen. Klasse III, Kühe mit mehr als zwei Kälber: H. Wink, Hutzdorf, 1. Preis, 30 Mk. K. Feick, Hutzdorf und Joh. Fischer, Bernshausen, je einen 2. Preis, 20 Mk. A. Marx, Hutzdorf, und Joh. Feick, Fraurombach, je einen 3. Preis, 15 Mk. Klasse IV, Rinder: A. Weber, Queck, 1. Preis, 25 Mk. Je einen 2. Preis, 15 Mk., Karl Wink, Joh. Decher, H. Schäfer I., Joh. Wink II., A. Marx, sämtlich in Hutzdorf. Wegen Mangel an Konkurrenz konnten in zlvei Klassen keine ersten Preise verteilt werden.
Märkte.
Versorgung mit nutzbar zu machen. 4. Stirbt ein lediger Versicherter, ohne in den Genuß einer Rente getreten zu sein, so finden für die .Hinterbliebenen die Bestim- mungen der §§ 16 bis 21 des Gesetzes vom 13. Juli 1899 (Gewerbe-Unfall-Versicherungsgesetz) sinngemäße Anwendung.
Zur Festsetzung der Berichte tritt die Kommission am 27. Oktober 1907 zum letzten Male in Hanrburg zusammen. Die Beschlußfassung des Hauptausschusses wird dann in der am 16. November 1907 in Frankfurt a. M. stattfindenden Sitzung erfolgen. Mit dieser soll am 17. November 1907 die Abhaltung eines allgemeinen Privatbeamten-Tages verbunden werden.
= Butzbach, 18. Sept. Nachdem die Anmeldungen für den am 26. September d. Js. dahie" stattfinde-.idcn Zucht- ......... D?-: Markt w'.d gegen k :: Markt in ine Herd-
Tiirkenlose 4% Griech. Monopol-Aul. 4% äussere Argentinier
3 4% 4klt 4% 4?.i
Israelitische Religionsgesellschaft.
Gottesdienst.
Sabbatfeier nm 21. September 19 0 7:
Freitag abend 6.00 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr.
Sabbat-Ausgang 7.15 Uhr.
Montag den 23. u. Dienstag den 24. S e p t e m b e r 1907t) L a n b h ü t t e n f e st.
1. Tag: Vorabend 6.15 Uhr.
Morgens 8.00 Uhr. Predigt.
Nachmittags 4.00 Uhr.
2. Tag: Vorabend 7.10 Uhr.
Morgens 8.00, nachmittags 4.00 Uhr.
FcstcSansgang 7.10 Uhr.
Wochengottesdiensl: morgens 6.30 Uhr, abends 6.00 Uhr.
Persönlichkeilcu und von der Mttwlr.u ' Arztes abhänge. Auch eine ' Haus aus Dortmund sprach i?
Bereitwilligkeit der Frauen zur
zu Sitzungen und Beratungen. Trotzdem gibt es kaum eine Stadt, die so viel von Kongressen heimgesucht wird, wie Eisenach. Schon eine ganze Reihe von Versammlungen haben auch in diesem Sommer hier getagt: Innungen, Apotheker, Bergleute u. s. w. Kein Wunder, wenn die Stadt einen etwas kongreßmüden Eindruck macht. Bei der B e g r u ß u n g s v e r s a m m l u n g , die gestern übend in dem prächtigen Saale des hochgelegenen „Fürstenhof" stattfand, war von den Vertretern von Eisenach nichts zu merken. Heute in der ersten Kongreßversammlung machte der Dberbürger- meiner Schmieder es dadurch wieder gut, daß er unseren Kongreß als den begrübe, der, an seinem Werte für das städtische Gemeinwesen gemessen, für die Stadt Eisenach an erster Stelle stehe.
Die heutige Sitzung findet im Saale des^ Tivoli unter der Leitung des bewährten Vorsitzenden des Vereins, Stadtrat Ludwig Wolf aus Leipzig, statt. Wichtige und interessante Themata stehen zur Verhandlung : neben einem Referat von Dr. M ü n ft erbe r g über Amerikanisches Armenwesen, vor allem die seit Jahren den Verein lebhaft beschäftigende Frage über die General- Vormundschaft, ferner die fachliche u n d berufliche Ausbltdung in der Armenpflege, und endlich die K i n d e r - H e i l- und E r h o l n n g s st ä 11 e n.
Dr. M ünsterb e r g, der genaue Kenner des ausländischen Armenwesens, gab seine Eindrücke, die er vom amerikanischen Armen wesen empfangen -hatte, in sehr anschaulicher Weise wieder. Ein markanter Zug sei, der immanenten Energie amerikanischer Art entsprechend, auch auf dem Gebiete der Armenpflege der Nachdruck, mit dem auch die Armen auf Selbsthilfe angewiesen werden, ferner der skrupellose Geschäftssinn, der, wie im gesamten Beamtenwesen, so auch auf dem Gebiete der Armenpflege mit all dem befolge von Korruption die Folge sei. Das dadurch erklärliche Mißtrauen hat dazu geführt, daß der Hauptauteil unserer Armenpflege, die offene Armenpflege, fast ganz aus den Ausgaben des Staates und der Gemeinden ausgeschaltet ist, während die Privattätigkeit in großen Organisationen, namentlich der Krankenpflege und Kinder für sorge, infolgedessen besonders rege ist. Nicht übersehen dürfe inerbcn, daß jede Fürsorge des Staates versagt gegenüber den Millionen von Einwanderern, die sich meist in den Städten zusammendrängen, und deren immer sinkende Qualität die Arbeitsbedingungen verschlechtere und darum den Widerstand der besseren amerikanischen Arbeiter wachrufe, andererseits aber wiederum auch die Privatwohltätigkeit in Anspruch nehme. Besonders lehrreich für uns sei die Herausbildung eines neuen Standes von sozialen Berufsarbeitern, zu deren Bildung zahlreiche Eharityseools bestehen. Die praktischen Amerikaner haben erkannt, daß solche geschulte Bcr.ussarbeitLr mit den ihnen zur Verfügung gestellten Mitteln das dreifache ausrichten, als ungeschulte Seute, und darum die auf ihre Anstellung verwendeten recht bedeutenden Kosten reichlich bezahlt machen. Nicht minder nachahmenswert ist der Zusammenschluß der verschiedenen Bereinigungen für Wohltätigkeit, und der Versuch, durch gemeinsame Sammlung von Mitteln unter Ausschaltung aller künstlichen Veranstaltungen (Bazare, Lotterien usw.) der aus diesem Gebiete besonders unangenehm empfundenen Konkurrenz zu begegnen. Besonders hoffnungsvoll seien die „settlements", die Niederlassung sozial begeisterter Männer und Frauen in den armen Stadtteilen zum Zweck persönlicher sozialer Hilfe. Sehr energisch sei Amerika vorgegangen mit den Jugendgerichtshöfen. Dort sei dem Richter der weitgehendste Spielraum gelassen in der Behandlung jugendlicher Verbrecher. Unterstützt wird er dabei durch die „Pxobation", die Einrichtung einer besonderen Fürsorge für den einzelnen Jugendlichen durch die erwähnen Bertufsarbeiter. In alte dem wirkt ein unvergleich- kicher sozialer Enthusiasmus, der sich besonders leuchtend abhebt von dem Hintergrund von Geschäftssinn, von sozialer Korruption.
Ueber Berussvormun d s chaft (Generalvorniundschaft) berichtete zunächst Professor Dr. Klumker aus Frankfurt a. M., der als Leiter der Zentrale für private Fürsorge in Frankfurt reiche Erfahrungen mit der Berufsvormunöschaft gesammelt hat. Er weist zuuächtr darauf hin, ein wie großes Gebiet sich die Berufsvormundschaft schon erobert hat. Alle befragten Stellen, besonders die Amtsgerichte, haben sich fast ausnahmslos dafür ausgesprochen, zum Teil sehr warm, und zwar deshalb, tveil die Eiuzelvormundschaft sich in vielen Füllen als durchaus unzulänglich erwiesen hat, vor allem bei der Vormundschaft über uneheliche Uinber, z. B. bei der Geltendmachung von Lllimen- tationsansprüchen gegenüber den unehelichen Vätern. Die zur Ergänzung und Kontrolle der Tätigkeit des Vormundes geschaffenen Instanzen des Gemeindewaifenrates und die Beauftichtigung der Ziehkinder haben meist versagt. Die Berufsoormundsck)ast hat sich bisher in zwei verschiedenen Formen entwickelt, einmal der der gesetzlichen, die ohne Ernennung bestimmten Behörden und Anstalten zusteht, und der freiwilligen (Sammelvormuud- schaft), wo eine einzelne Person sich berufsmäßig zur Ueber- nahme von Vormundschaften bereit erklärt. Zu jener, die wesentlich aus dem alten französischen Recht stammt, gibt das Ein- führuugsgesetz zum B. G. B. im § 136 die gesetzliche Möglichkeit, von der aber bisher die Landesgesetzgebung noch nicht genügend Gebrauch gemacht hat. Der Grund davon liegt zum Teil darin, daß die bisher auf dieser gesetzlichen Grundlage erlassenen Orts- ftatuten alle noch viele Unklarheit gelassen haben. Die Sammel- vormundschaft- tritt überall da ein, wo das Landesgesetzbuch die Möglichkeit der gesetzlichen Berufsvormundschaft noch nicht gegeben hat. In vielen Fällen wird diesen Vormiindern nicht nur die Fürsorge für die Mündel im allgemeinen übertragen. Direktor Dr. Petersen vom Hamburger Waisenhaus geht nun auf die praktischen Fragen ein. Er weist darauf hin, welche Ueberlegen- heit der Berufsvormund durch seine reichen Erfahrungen vor dem Einzelvormuud habe. Bereits bestehen 145 Berufsvormundschasten mit 35 000 Mündeln. Die Fürsorge für die Gesundheit der Kinder
werde, da der Berufsvormund stets in Verbindung mit dem Arzt stehe, besser gewährleistet, ebenso die Erziehung, besonders auch die Ausbildung der Mündel für einen bürgerlichen Beruf. Die Kosten dafür seien nicht sehr erheblich. Sie betragen, abgesehen von dlm Verwaltungskosten, kaum mehr als 1 Mk. pro Kopf und Jahr der Mündel. In der Diskussion sprachen sich die meisten Redner für die Notwendigkeit der Ergänzung der Einzelvormuudschaft durch die Berufsvormundschaft aus. Besonders das Elend der unehelichen Kinder dränge dazu. Doch fehlte es auch nicht an solchen, die für die Einzelvormundschaft (besonders aus baherischen Erfahrungen) als für das natürlich gegebene eintraten, oder wenigstens doch die Beschränkung der Generalvor.uuuch'chaft auf die großen Städte befürworteten Auch darauf wurde hingewiesen, daß die Wi-u.-amkert des Berufsvormundes vom Vorhandensein geeigneter genügend geschulter Veriönlichteiicn und von der Mitwirin?' dafür angestellten
swk. Sein eigener Le ich enb i 11 e r. Die „Züricher Blätter" bringen folgendes seltsame Inserat:
Todes-Anzeige.
Allen meinen entfernten und hier wohnenden lieben nächsten Verwandten, Freunden und Bekannten zeige ich hiermit selbst und nur auf diesem Wege an, daß es Golt dem ^ltlmächtigen gefallen hat, mich endlich im Aller von 73 Jahren, aus diesem vereinsamten Leben abzurufen und mich wieder nach dem Versprechen unseres göttlichen Erlösers und Heilandes, Jesus Ehrislns, mit meinen liebsten Heimgegangenen, m. l. Frau und Kmd sel., nach meinem festen Glauben zu vereinigen.
Also mit ein fröhliches Wiedersehen in den himmlischen Gefilden, was mir immer der größte Trost in meinen schwersten Verlusten war, und ich nun gern auch heimgehe!
Kondolenzen und Kränze jeglicher Art sind zu unterlassen und betreffende Kosten lieber dem Frauen-Armenverein zu übergeben.
I. R. Blmner,
a. Bankdirektor in Glarus und Herisau. Zürich V, Datum des Poststempels.
* D ie Maus auf der K^a n z e l. Ein ergötzlicher Zwischenfall ereignete sich, Ivie die „Schles. Ztg." berichtet, in einer niederschlesischen Dorfkirche. Wahrend der Pastor die Predigt hielt, kletterte ein Mäuslein auf einen Sims in der Nähe der Kanzel, tanzte und machte Männchen und ließ sich nicht im mindesten durch das laute Organ des Predigers stören. Die Gemeinde sah die Maus und ihre ^drollige Verlegungen; man lächelte und zischte. Der Pastor wußte anfangs nicht, weshalb man lachte. Er verwirrte sich, er stotterte und endlich brach er die Predigt ab und sah, wie aller Augen auf die Maus gerichtet waren. „Küster", rief er, „Küster, man beseitige dieses Aergernis'!" — „Ne, Herr Pastor", meinte der Küster, „ich wär se dcrschlan" (erschlagen,. Nichtig, eins, zwei, drei, war er hinter dem Pastor auf die Kanzel geklettert und „schwapp" hatte er die Maus mit dem Klingelbeutel „derschlan". Ein alter Jpiann, der nicht in der Kirche gewesen war und dem man die Sache erzählte, bemerkte dazu: „Ich so'as ja, wenn a mal ei der Kerche woas los is, is mer nicht derbei".
Kird>lid?e Nachrichten,
Cvangelische Gemeinde.
Sonntag den 22. S ep t b r., 17. Sonntag nach Trinitatis: Kollekte zum Besten des Kirchbaues der evangel. Gemeinde zu Gelnhaar.
Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Siehe Johanneskirche.
Vormittags 9l/a Uhr: Pfarrer Kraus.
In der Johanneskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer A u s s e l d.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Guter.
Abschiedspredigt.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.
Pfarrer Euler.
Katholische Gemeinde.
Samstag den 21. September 1 907:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit) zur heil. Beichte.
Sonntag den 22. September 1907,
18. Sonntag nach Pfingsten:
Vormittags von 6% Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
a um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und in derselben^ Austeilung der heil. Kommunion.
u uni 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe.
„ um 91/, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Andacht.
„ „ 3 „ Firmungsunterricht für die auswärtigen
Firmlinge.
Der Firmungsunterricht für die in Gießen wohnenden Firmlinge wird gehalten für die männlichen Firmlinge Diittwoch, Donnerslag und Freitag abends um 8 Uhr, für die weiblichen Firmlinge 'Mittwoch, Donnerstag und Freitag nachmittags um


