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20.4.1907 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Samstag 20» April 1907

sich naturgemäß Dec Oeffenllichkelt.

-o.

Nach der Frühstücks

roeil der Verdacht der Artikel ausgeschlossen

Ar. und von

157. Jahrgang

aus der Zeugnishaft entlassen, Mittäterschasl an dem inkriminierlen erscheint.

Homburg v. d. H., 19. April.

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moL ali>ch7di.P, meriel»

die Post Mk.L otertel» jährt. aueld)L iBelteUg. Hnnalfm« oon anjeifta tül öie iaqetnuinnift bie oormttiüde 1U Uhr. ßedenprcifl. lokal 16 ih, ttu6iD(irt» % vtnrui. lictanlrooctltdb t&x den polU. unt itlflcm. Teil P. iymfo rüi -Stabt unb Vanb* onD

Lordmayor und Sherisss oon Lonoon werden sich auf Einladung des Berliner Oberbürgermeisters im Mai oder Juni nach Berlin begeben. Tie Einladung erging in Erwiderung der Gastfreundschaft, welche den deutschen Bürgermeistern im Jay re 1906 in London er­wiesen wurde.

Die wegen zahlreicher Waffen- und Muni- tionsfunde in Edinburgh, Glasgow, Manchester und New Castle eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß die Waffen nach dem Kaukasus bestimmt waren, wohin sie auf dem Wege über das Mittel- uno Schwarze Meer auf einem englischen Schiff transportiert werden sollten. Die Waffen nebst Munilion flammen aus Hamburg und Ant­werpen.

Paris, 19. April. Bei dem Empfang der Vertreter derMutualiiö internationale" in Monaco bezeichnete Fürst Albert es als wünschenswert, daß die schönen Grundsätze dieser völkerbrüdernden wirtschaftlichen Gemein­schaft recht bald auf das politische Geoiet übergreifen möchten unb daß insbesondere zwischen Frankreich und seinem mächtigen Nachbarstaat jene den Weltfrieden sichernde volle Verständigung sich einpeltre, zu ueren Herbei,ichrung Deutschland gern tue Hauo bieten wolle.

M ad r td, 19. April. In Barcelona ist ein hef- tiger Wahlkampf entbrannt. Als der Aog. Satmeron gestern in lucgteuung des Ka.a.oni,tenfu.-rcrs Gam 0 o zu umem Meeting fuhr, wurde auf seinen Wa^en geschosse n. Gambo erhictt einen Schuß in ocu LüUuUtl). -xie Äuget LOiuue bisyer nicht ent,ernt werden. Die Verwundung |ok tödlich fein. Auch die Pseroe des Wagens wuromi ge­tötet. Die Angreifer flohen, doch konnte einer oon chnen, ein junger Arbeiter, mit der noch rauchmloen Pistote in oer Hand verya,tet weroen. Es herrscht grogc Erregung.

Newark (New Jer,ey), 19. Aprtl. E/eyeimpoiizi,reu der Bundesregierung, die yier eine Untersuchung votnayinen, wurde von einem wanoernven Italiener erzählt, et geyute einer anarchistischen x>anue an, D.c tii y u^huii in Pennsylvaitien ihren Sitz have und sich verschworen habe, yi o o | e d e 11 z u ermorden.

Ve«tßcL)e»

Berlin, 20. April. »Zur Abgeordneten-Immuni­tät hat die sozialdemokratische Fraktion folgende Interpellation emgebracht: der Reichstag wolle be- schließen, den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorznlegen, durch welchen das neuerdings in Frage gestellte Recht der Reichstags-Abgeordneten, in An­sehung dessen, waS ihnen in dieser Eigenschaft anvertraut ist, daS Zeugnis zu verweigern, ausdrücklich feil gestellt und em gleiches Recht für Mitglieder eines Landtages oder einer Kammer eines zum Reiche gehörenden Staates be­gründet wird, auch die Beschlagnahme von Gegen­ständen, die eine dieser Personen in dieser ihrer Eigenschaft erhallen hat und Aufzeichnungen, die sie in dieser ihrer Eigenschaft gemacht hat, untersagt wird.

RiannHelm, 2u. April. Der Redakteur der sozial­demokratischen Faschingszellnng Schnupfiabak, Geck, wurde

wobei viele Reisende verletzt wurden.

In Lodz kam es wiedermn zu Unruhen unter der beiterbevölterung, wobei fünf Personen getötet ebcnsoviele verivundet wurden. Tie Straßen werden

täfel begaben sich beide Majestäten, Prinz August Wilhelm und Prinzessin Viktoria Luise nut Automobilen zur Saal­burg und besichtigten dort unter der Führung des Kaisers die Bauten und das Museum der Saalburg, insbesondere auch das neu fertig gestellte Quäslocium, die Fortschritte an der Umfassungsmauer und die neu hlnzugekommenen Aus» gradungen, welche mit den bereits vorhandenen schon eine ganz außerordentliche wertvolle Sammlung altrömischer Funde darstellen. lieber den Stand der Arbeiten gab Geheimrat Professor Jacobi, soioie dessen Sohn, Baumeister Jacobi, Aufklärung. Ter Aufenthalt dehnte sich beinahe zivei Stundin aiis.

Nr. 92

Grl 4etnt tilg"» dufeet Bonn! agl.

Dem ®iebener Anzeiger werben tm Wechte! mit dem hessttchev tonbrolrt die eitfceeet tfueillta- bllttet viermal tu der Woche deigetegl un zweimal wöchentlich 6o- Kretsblati für de» Krets Siebe». Ferntvrech-An- fchtubl.d. Redaktion 112 Perlag u. (fcfpebmon 61 v _

. -iLerichtswal'. < c oft

sibrefle mt xiwx) . und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Stehtdmderel H. Lange. Reöafttoi, fptöttion und D ruderet: 5chu!strahe L d-ß. hu ben An.

rln-etger wicqcu. " * u zeiaenletl Dane ri,ck

** Universitäts-Jubelfeier. Tie vier ältesten einstigen Angehörigen der Universität sind ais Ehren- gaue zur J.wiiaunis,eier eingeladen worden. Es find dies Die Herren: 1. P,arrer L R. Friedrich Clotz in Queck, un- mutr. W. 183^/3ü (jod 92 Jahre ad fein). 2. Forstmeister i. R. Alexander e i b b a r b t in ^ugenhemr, immatr. W. 1836/3/. 3. Landrichter L St. Karl Bott in Eieren, immatr. S.-S. Iö37. 4. iirciöutot i. 9 t. Cd. Stammler ui Gießen, immatr. W.-S. 183 4/33.

** Einiges über den internationalen Kur­sus geriuj11iu) er Psychologie und Psychiatrie an b<.r p,yiy.a-r^u)en auinil zu Gießen. Der am Montag unter unerwartet zayrreia-er Beteiligung begonnene Kurs faioet heute seinen aj|u)tut}. Die Vorlesungen uno Tcuion- jirQtioiien enuen oam».ag rniitag 1 Uyr. xann findet am vLau^mit.ag eine B^iiiydr,ung oer Zeuenstrasanstatt Buy- b a ci) siO4.r, oon hier fahren vie Leitnehmer auf Leiterwagen zum ^am-eszu^..,a^v vioctenoerg, um besonvers die Cin- uiyiung^n oer Neubauten in Augenschein zu nehmen, hieran nehmen aa^ MUgtieder kwrBe^eimgang für ge- Liiijtiiuje4>|yu/0U>gie unu ^,yi^iatrie jur Hej,cn" teil. Cm gemein,am^s Abe.u,e,,en t..i yoielHef,i,cher Hof" in ^-Utzbacy wirv oaim ven BcytUst des Lr^t,es vitden. Tas oifi^cue Aoju/iei.!sej,i.n wurve ge,iern aveno imHo^ek i^rvoyerzog' aoge.,aatn. Der fu/on dekorierte eaai 'toar von tarnen uno yerren dicht bejeyt. Auster den dvzieren- oen Prof. Dr. Sommer, Prof. Aschas.enourg, Proj. Tr. ^ditermeier uno Prioatdozenr Tr. Dannemanli war die Siadl vertreten öuiu) ^bervurgLtmeister Mecum uno mei^ rere Stadtverordnete. Auster Prof. Dr. M i t t e r m e i e r und £berbürgetnui|ier Mecum yieuen auch Teilnehmer oiur,es meyture A.i,praßen, aus denen hervorging, daß oer Kurs allgemeinen Beifall gesunden hat und man eine

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Neues aus Nußlanv.

Im Petersburger GymnajlumAlexander I.e sind Unruhen auSgebiochen. Im Erholungsjaale erfolgten lünf Explosionen. Die Schuler fangen du» 'JJiarjciUaije und brüllten: ,sJtieber mit den Profejjorenl" Dir Direktor wurde nut Zischen und Pfeifen empfangen. Ter Lchultonjeil beriet geiiiemschafttich nut den Ettern der Schüler über den Vorfall.

Im Rtoskauer Hotel ^Borowski^ drangen in das von dem Gejchäflsführer einer Fabrik bewohnte Zimmer zwei Ein­brecher. Sie verwundeten den Vlann und raubten 14 tiUU Rl. Es gelang ihnen, unerkannt zu enilonunen.

In Stiga ivuröe ein auf frischer Lat ergriffener revo­lutionärer Erpresser und Siaubmörder namens Rosenberg vom Feldgericht zum Tode verurteilt und am Tage barauj erjcho 1 jen.

Am 18. ds. Mts. wurde in verbrecherischer Absicht ein Waggon des Ehartowcr Personenzuges in Brand geile dt. Unter den Passagieren entstand eine große Panik,

2lus 5iaOt und Canö.

Giesten, den 20. April.

" Sanitätsrat Tr. Fritz Haupt f. Heule nacht üarb hier nach kurzem Leiden der Lanilälsrat Tr. Haupt Bel diejer Tiauerkunde werden Hunderte in Stadt und Land in Dankbarkeit und Verehrung seiner gedenken. Vleken i|t er während langer Jahre em treuer hingebungsvoller Berater gemcien. Er hat es oenianden, überall, wo er tätig war, m den Herzen seiner Akitmenichen einen Platz sich zu ge­winnen. Vielen hat er zur Wiedererlangung ihrer Gesund­heit oerholjen; und wenn er nicht zu Hellen oerniochke, danr, hat er durch warme Teilnahme und feine herzliche Güte die dränten und ihre Angehörigen über Schmerz und Leiden hlnivegzukeiten gewustk. Dr. med. Fritz Haupt, geboren 1848 zu Rimborn t. Odeuw., war der Soyn eines evaugel. Get|llia)en, dessen freie religiöse und pollliiche Aufsassungen ihn veranlaßten, die repubtilanijche Schweiz zur ziocilest pcinial sich zu wählen. So kam e5, dag Fritz Haupt mit leinen Brudern (der ihm vor einigen Jahren hier m den Tod oorausgegangene jpätere Oberst war der älteste der drei Brüder) den gröstten Teil feiner Jugend angesichts der Erhabenheit der Alpenwelt zubrachte. Er studierte m Bern, ipater in Tübingen, hier in Gießen und in Berlin Medizin, war während des Krieges Assistent im Garnisontazaretl hier, dann oon 1873 Assistent bet Projesjor Hehrer hier und liest sich 1875 als prakt. Arzt nieder. 1880 ver­mählte er sich mit einer Tochter des hiesigen Pro­fessors der Pharmakotogle Buchheun, des Vorgängers von i-vaethgens. Im Jahre 1902 wurde er zum Saullätsrat ernannt. Vorher haue ein schmerzhaftes jahrelanges Gallen- Ueiiileiben Jeme Ge,undheit jchwer erjchütiert, bis eine durch Prof. Poppert vollzogene Operation ihn völlig wieder hcr- inUie. Loch die alle Elastizität, die ihn bisher Tag und 'Rächt auf den Beinen zu hasten vetmochie, um feine außer­ordentlich groge ärztliche Praxis m Stadt und Land aus» üben zu tonnen, lehrte nicht wieder. Jetzt hat eine vor einigen Tagen emgeiretene Bauchfellentzündung jein arbeite» und opferreiches Leven geendet. Äkach reichen Erjolgen m lemcr verantwortungsvollen Berufstätigkeit hat er m den legten Lebensjahren manches Schwere und Trübe erjahren. Wer ihn näher kannte, jchätzte ihn nicht allein als einen Mann, der nut ganzer Sache feinem Berufe lebte, sondern auch seine ungewöhnlich große Bele|enheit auf vielen Wissens­gebieten wie aus dein iveileii Felde der Weltliteratur, als einen Mann von Vieles umfassenden Kenntnissen, einen Freund helleren Lebensgenusses, als einen Alenschenireund, der Liops und perz auf dem rechten Flecke hatte. Was Dr. Fng Haupt den Seinigen, seinen Freunden, den von ihm beratenen Familien und unzähligen einzelnen Kranken geivejen ist, das entzieht

Ausiand.

London, 19. Aprrn A>ic oteExch. Tel. Co." aus Rom berichtet, habe König Viktor Emanuel König Eduard das Verfprechcn gegeben, ihn demnächst üi Begleitung der Königin in England zu besuchen.

Der König von Dänemark, der zum Ehren- oberst des East-Kent-Regiments ernannt worden ist, wird im Mai in Dover erwartet.

Kolovialpolitik unb Daucrnpolitik.

Bor ber l!am>wu.i|iuu|ix>LQhiuier |ur Oie ^ruoinz Posen hielt füngjl der bcLannte Prv|es,or Ruhland einen mehrslünd.gen Vortrag überD)lonialpolstik und Bauernpolllik in den lebten 2d Bahrhunoerteu", des, en Truck jetzt in einer bei Eboecke in Ml en crfajicneneu Broschüre vorliegt. Er versucht da jjuiamnienijang uno Wewsetbezuchung zwischen Jloronialpoatü und Bauernpoluii utlarjulcgcn.

gwt nach Ruhland zwei Arten von Kolonial­pol i t i k, eine kapitalistische und eine a g r a r i f ch e. Die tapstalistlsihe 5Yotonialpoluü, weiche den Händler und Spetu- lauten vorausschickt, Hal bisher, so behauptet wenigstens Pros. R., tiolt auf Volt Demiüjict Der heimische Bauernstand ist ber» schivunoen, an Stelle der Banernhöse ist der LuLusbesttz der 5>roblapitalifien getreten. Der Mittelstand ist verschwunden. Neben einer kleinen ^jahl sehr reicher Leute stand die wcaste des itzrotetarials mit sozialistischen uno kommuniitischen Ideen. Wen mit bem lutitteiitano die ijeunifdje Konfuintrail vernichtet wuroe, brauchte die immer einseitigere industrielle (nuiuiaeiung immer neue Äbsatzgebiele für ihre Produkte. Daraus fo.gten mit der Weltpolllit kriegerische sronfiutc ohne Enoe, bis eines Tagen­der allgemeine jjuiaüimenoniü) die,es poillüchen Systems tarn. Die einzigen Bespiele einer agranidjen jtou)iualpoi.Ltit, die niaji den Hanoier, fuiioern den Law-iviit voraus,cyiut, nnoen jici) in der deutschen Gefchichte. Marl der Groge vor allen, dann Albrecht ber yar bis zum beugten Ritterorden. Cs yanoelt sich um die rroIonisation des nördlichen Deutschlands.

Die Broschüre Ruhlands bietet immerhin auch allen denen Jnteressames, die stritt entgegengesetzte polltische Anichauuiigen haben.

jdbrlid» -Dtf. LTV durch ybbole- u. stweiaNell« monailtd) 66 Pi., durch

UR. 1 -

sollen, bau lernet auch eine kseriinjetung gegen loeiwuoigung o^rch Schußwaffen jugelafien ist und daß die Anstalt auch alle Pro­zeße ihrer Versicherten in Haslpstichlenlschadiguiigsiallen sell's lüijrt. Sowie bie Satzungen höheren Lrls genehmigt sind, imro mit ber definitiven Aufnahme der Versichecungsteilnehiner mit mit der Veranlagung der Betriebe und Zustellung der Versiche­rungsscheine begonnen werden.

inner besonderen Agllurion für das Unternehmen unb der Aufwendung von Kosten zu diesem Zwecke hatte es übcrljauul nicht bedursl. Tie Cmsicht aller denkenoen uno rechnenden ianö« wirte und die Besürwotlung des ersteren dura) für bas Wohl ber Itanoroirifajaft trcibenbcn Bevölkerung besorg.en Vehörben und sonstigen ^rgamiationeii, darunter auch Der yenifajen Lanow.rt- schaststammer, haben es ermöglicht, eine Einrichtung zu treuen. Die von unbereujenuarein Autzin ist und sich oei ihrer Voraussicht^ tich umsichtigen Leitung auch lür die Dauer betuut macheii und segensreich erweisen wird. Was anderwärts nut Erfolg erreicht wurde, ist doch sicher auch in unterem engeren Vatertande, das ja an Woylsayrtst-inrichtungen jur die Lanowirischait hinter leinem anderen istaace zurüasteht, und sehr viele sogar übertriifi, mit Ausdauer und Tatkrast durchzuführen.

Patrouillen durchzogen. Ten Bewohuern des Vorortes Wld- zevo wurde untersagt, nach 7 Uhr die Straßen zi> betreten.

Wie die ^9ko»voje Wremja- meldet, wurden im März insgesamt 6 2 ö politische Al orde begangen.___________

Zur tzit.chiuug einer Kujipstiiylviistch.tuug durch die land- und forstwirtichastliche Berufs­gen o s s ens ch a f t wird oims geschrieben:

Cin schlagender Beweis oaiuc, ivie sehr der Genossenschasts- vorsland, an uessen Spitze Gey. Regierungrat Bichmcnn sieht, einem dringenden Bedürfnis daourch Rechnung getragen har, dag er sich aus Grund des § 23 des Reichogeteves vom 30. Zuni IbOu lür die Errichtung einer Lmstpstichtterllcherung im Antchlutz an bie land- uno sorstwirgchalliiche Beru,-genotsenicha,t cn.iajieb, ist in bem Anwachsen ber Zahl der Landwirte zu erblicken, bte vereiis ihren Beirn.l zu bem neuen gemeinnützigen llme-.nehmen erdart haben. CS liegen heute schon üoer euuJ Anmemungen vor, alle von Personen, die bis jetzt üoeryaupt noch nicht gegen vastpfiicht versichert waren und augerbem mehrere tauieiiD )oei» trui»er£ldrungen solcher Versicherter, bie nach 'zibmuf ihrer gegen­wärtig noch Laujenoen Vertage ber neuen toastpflichroersicherungs- anstatt zulreten wollen. Wehere Beiirittsetk.ärungen lausen svrt- gesetzt bei bem Geno,senschaftsvorstanbe ein.

Am 17. b. tut. jano ui Darmstadt eine zahlreich besuchte anßerorbentliche G e n o s s e n s ch a s l s v e r s a m in 1 u n g start, in Der als Vertreter des Landversicherungsamtes Hberreg.erungs- rat Dr. Heinrichs erschienen war und in oer als Lmup.g.gentranü der Tage-oronung bie Beratung ber Satzungen uer L>^stp,irch.ver- sicheruiigsantzakt erjoig.e. Der vom CeirLtienschai.r-oorirano mit aussuhrricher Begirrnuung oorgeregte Cnuvurs wurde mit un­wesentlichen Aorrnoerung^n emstimmrg gu.gcyeiben uno eoen,o auch der demnächst ma verschieoenen anderen Veruisgeno,,e.i- schasten beyusS gemein,a:..er -traguüg höherer ^ujujen aviu» schiiegende rnuaverticherungsverlitig. V^lle Vor.agen werden zu­nächst dem Lanoesver,icher^ngsa..lle uno burm Oepen Vermilletung bem Bundesrate zur Geney..ilgung unterbreitet, roorauiym bie anstatt, wie zu hoisen steht, noch un lau,enoen Jahre in Betrieb gesetzt werden kann.

Bemeril sei un dieser Stelle ausdrücklich, daß der niedrigste Präiniensatz, was etwa einem Betriebe bis zu 3 Hektar entspricht, jur Betriebe nut einem Geldwerte bis zu 4UU Mk. der Zahres- arbeit5leiuung ,aur 1 Mk. uno aussteigeno in geminen ^tu,en bis zu 3J Uuü Mk. auf 16 Mk. se,igesetzt ist, uno Daß lur je weitere 10 000 Mk. mehr an Zuschlag 2 Mk. erhoben werd.y

7)ie heutige Ynmmcr urnsaßt 16 Seitrn.

polltische Lagesschar».

Die Cröiierung über die internationale Lage wird allenthalben mu einem Euer sortgesetzt, der schon jetzt den Schluß zulaßt, daß noch geraume Zeit uno jedenfalls den Sommer hindurch die auswärtige Politik das Feld beherrschen dürste. Alan sieht in parlamentarischen Streifen einer großen Rede des Fürsten Bülow un Reichstag entgegen, die insbesondere unsere gegenwärtigen Bellehungcn zu Frankreich, Jtakien und England im Hinblick aus Die Reisen Des Königs EDuarD erläutern (oll. Früher gab em Redner Des Zentrums Dem Kanzler DasStich­wort" zu Derartigen, hochpolitischen Erklärungen; diesmal wird wohl ein nationalliberaler ^precyer^ voraussichtlich Abg. B a s s er­mann , der sich lüngst einigermaßen beunruhigt über die inter­nationale Lage geäußert hat, an der Reihe sein. Bor allem üuer* esjierr nach wie vor die Haltung Italiens im Dreibund und außerhalb des Dreibundes. Die gestern bereits von uns uiitge- teutc 'viele der oisizwsenAgcnzia Stejani" nach der Zusammen- tunft von Gaeta liest sich schön und schwungvollfür alle Wett em Versprechen und eure Bürgscha,t des Friedens" aber es gibt Versprechen glaubwürdiger unb solche minder glauo- toürbiger Art. Der Ton unb bie Ausdrucksweise jener Kunb- gcbuufl wehen sasl den Anschem eweden, als oo v o n d e r M a cy l unb bem guten Willen Englands unb Italiens Die Erhaltung Des WeltsrieDens abhinge. Eine Derart impeuicrende unb imperative Rolle spielen beibe Atächte ooüj noch nicht. Kenig EDuarb könnte m stillen Stunden em wenig an bie Geschicke bes Zaren ben er nun richtig auch b « m u ä ch st besuchen will! benieit Vor bem rujsisuj- iapaui|cytui Kriege bubete man sich in Petersburg em, Die Well werbt vom Stirnrunzelu Nikolaus 11 beherrscht, uno Rußlands Feuidfchast ja eine furchtbare Gefahr für feoes Land. CS be- buritc nut weniger Wochen, ben Nimbus oon vielen Jahren zu Uarzulegen.

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