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19/08/1907 Erstes Blatt
 
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lefftgiittfl an bürgerlichett Negierungen auseinander- Unsere französischen Brüder gerieten sich in die Haare, jetzt haben sie sich verständigt und gemeinsam bei den letzten Wahlen einen großen Sieg errungen, indem sie die Zahl ihrer Vertreter von B7 auf 54 erhöhten- (Beifall.) In England hat zum erstenmal die Arbeiterpartei sich als solche bei den Wahlen beteiligt und 32 Mandate errungen- Im englischen Ministerrate sitzt ein früheres Mitglied der Arbeiterklasse- Die englischen Arbeiter haben sich aber nicht veranlaßt gefühlt, ihre Gesinnung zu andern- In Finnland, wo trotz der Oberherrschaft des russischen Zaren das radikalste Wahlrecht zu finden ist, haben die Sozialisten! 71' Vertreter, darunter 9 Frauen in den Landtag gewählt- In Oesterreich haben unsere Genossen durch einen heroischen Wahl- kanrpf 87 Sitze im Parlament erlangt- Sic bilden die stärkste,, sozialistische Parlamentsgruppe der Welt- Und auch in Holland und in der Schweiz sind große Fortschritte zu verzeichnen-

Deutschland macht scheinbar eine Ausnahme- Ich brauche wohl nicht des näheren einzugehcn auf die unvorhergesehene Auflösung des -deutschen Reichstages- Ich will nur sagen: Wir hatten einen Wahlkampf zu bestehen, wie niemals seit Bestehen des Reichstages- Tie bürgerlichen Parteien, das Reich, die Ein­zelstaaten, die Kommunalverwaltungen Jinb uns alle vereint in dein Wahlkampf entgegengetreten, und sie haben einen Wahlkampf geführt, wie nie zuvor in Deutschland- Die Folge war, daß die deutsche Sozialdemokratie ihre Stimmenzahl von drei Mil­lionen auf 3y4 Millionen erhöhte- Die Zahl der Mandate ist von 79 auf 43 heruntergegangcn- Da. hat man im Kaiserschloß in Berlin von einem Niederreitcn gesprochen.

Wir suhlen uns aber gar nicht niedergerittcn- lLebhastcr Beifall bei den deutschen Delegierten-) Diese mehr als 3 Millionen, die hinter uns stehen, sind eisenharte Männer, auf die wir uns verlassen können und die uns fein Feind abspenstig machen wird- Tas ist eine Armee des Proletariats, wie sie nirgends zu finden ist. Und das kann ich Ihnen sagen: Ein zweites Mal werden sie uns nicht überrumpeln- (Lebh. Zu­stimmung.) Wir warten nur darauf, bis wir die Scharte vom 25- Januar und vom 5. Februar wieder aüswetzen können. lErneute Zustimmung-) Wir bedauern vor allem, daß die neuen Reichstagswahlen voraussichtlich erst in einigen Jahren statt­finden werden- Wir sind wieder auf dem Posten, wie die Nach­wahlen gezeigt haben- Die Gesamtzahl der organisierten Genossen ist von 387 000 auf 530 000 gewachsen- Tas ist ein Zuwachs von 38 Prozent- Und unserParteikassierer hat allein im Monat Juli 1 4 0 0 0 0 0 M k- v e r e i n n a h m t. (All­seitiger langanhaltender Beifall-) Die Gewerkschaften haben jetzt mehr als 1800 000 Mitglieder- (Beifalls So sieht die nieder­gerittene Sozialdemokratie aus- (Große Heiterkeit.) Wenn man uns für niedergeritten hält, warum verweigert dann Fürst Bülow und sein Herr dem preußischen Proletariat das gleiche direkte und geheime Wahlrecht zum preußischen Abgeordnetenhause? Da könnte man ja das Niederreiten von neuem versuchen- Fürst Bülow nannte den Kampf um das Wahlrecht eine'Jagd mit Pferden nach wilden Gänsen- Ein schönes Wort. (Große Heiterkeit.) Tas Wort macht seinem Geist alle Ehre- Es zeigt aber die Angst und die Furcht vor dieser Jagd- Ich gebe den Herren das Wort: Wo immer wir Gelegenheit haben, 'das Schwert zu schwingen, lverden sie uns finden- Die deutsche Sozialdemokratie ist die alte geblieben. Am Ende schadet einmal eine Niederlage nichts- Dauernde Siege machen leicht übermütig. Schon Goethe sagt:Nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen-" Tie guten Tage hatten wir^im Uebersluß- Da ist auch einmal ein trüber gekommen. Aber die Sonne scheint schon wieder, auch heute, wie Sie sehen. Ter Olymp ist uns freundlich gesinnt-

' Heute sind fast alle Staaten hier vertreten, bald werden es alle Staaten fein. Hinter uns steht eine mächtige stolze Armee, die weiß, was sie will- Diese zu stärken und ihre Ideen zum Siege zu verhelfen, ist Aufgabe dieses Kongresses- Ich hoffe, er wird anderes erreichen, als etwa die Jnternarionale der Re­gierungen, die sich im Haag vereinigt hat- Da hält man Sitzung auf Sitzung ab und schließlich werden die kreisenden Berge ein tvinziges Mäuslein gebühren, bae> noch dazu vielleicht totgeboren wird- (Heiterkeit.) Diesem Beispiel werden wir nicht folgen. Tie internationale Sozialdemokratie sie lebe hoch! hoch! hoch!

Der Rede folgte ein stürmischer Beifall- Als Bebel die Rednertribüne verließ, stürzte Rosa Luxemburg auf ihn zu und drückte ihn lebhaft gestikulierend beide Hände, eine Huldigung, die Bebel mit großer Rührung entgegenzunehmen schien. Tann erschien Klara Zetkin in grün-seidener Bluse und schwarzem Hut auf der Tribüne und übersetzte Bebels Ansprache ins Französische- Bei allen Kraststollen erhob auch sie ihre Stimmei die dann freilich meist überschlug. Die Franzosen spendeten reichen Beifall, ebenso die Engländer, nachdem Smith (England)) die Rede ins Englische übersetzt hatte- Besonders waren sie von Bebels Anerkennung ihrer unwandelbaren Gesinnung sehr entzückt-

Tann nahm mit stürmischen Applaus begrüßt Bander- velde (Belgien) das Wort- Seine Rede übersetzte ins Deutsche die mit jubelndem Beifall begrüßte Rosa Luxemburg. Bander- velde gedachte der Lebensarbeit Liebknechts und wies' auf die Entwictelung der Sozialdemokratie in der ganzen Welt hin- Im Reiche der Sozialdemokratie gehe die Sonne nicht m e h r u n t e r- Er gedachte derglorrciajen" russischen Revolution. Tieie werde das Präludium bilden für eine ganz neue e>erie der Revolution- , .

Damit war die Eröffnungsfeier beendet- Tas Massenmeeting.

Auf dem Stuttgart-Cannstadter Volksfestplatze oberhalb der König Karlbrüäe, denCcmnstatter Wasen" am Ufer des Neckars, fand um 41/2 Uhr die ungelünoigte Massendemonstration statt, bie außerordentlich zahlreiches Publikum angelockt hatte.

Um y2o Uhr erschien der erste Galawagen, von brausenden Hochrufen begrüßt. In ihm saßen Herr und Fran Bebel, Singer, Dr. Adler (Wien). Auf dem Bocle hatte der Parteipapst Karl Kautsky Platz genommen. In weiteren Wagen sah man Herrn v. Bollrnar, Tr. Frank, Dr. Südekurn, Rosa Luxemburg, Klara Zetkin, Vandervelde u. a. Als der Wagen auf dem Festplatze anlangte, senkten sich grüßend die Fahnen. Dann bestiegen die Führer die Tribünen und pünktlich um 4y2 Uhr ver­kündete ein schmetterndes Trompelensignal von der ersten Tri­büne den Anfang. Gleichzeitig zeigten sich auf den einzelnen Tribünen die Charakterköpfe Bebels, Singers usw. und es begann die Redeschlacht. Das Wetter war herrlich. Frau Zetkin, die ebenfalls eine der Rednertribünen schmückte, geriet sehr bald in Hitze. Nur den wenigen hundert Personen, die dicht um ihre Tribüne standen, gelang es überhaupt etwas zu hören. Die meisten Teilnehmer gingen ziemlich planlos zwischen den Rednertribünen hin und her und klatschten Beifall mit, wenn es andere taten. Alle Redner wurden natürlich mit Beifall begrüßt, nicht zuletzt Rosa Luxemburg, die neben Bernstein u. a. als Dolmetscher fungierte. Alle Redner sprachen nur ganz kurz. Sie predigten in der Hauptsache Krieg dem Kriege und feierten die internationale Sozialdemokratie als Befreierin des Proletariats. Um 7 Uhr war der Festtrubel zu Ende und es fceaann der Rückzug nach der Stadt, wo um 9 Uhr in der , Liederhalle" ein Künstlerkonzert den Tag beschloß.

Aus StcrSt snrd Land.

Gießen, 19. Aug. 1907.

'* Ordensangelegenheit. Se. Königl. Hoh. der Großherzog haben dem Legationskanzlisten der Kaisers, deutschen Gesandtschaft in Kopenhagen, Hofrat Ranft, die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem König von Dänemark verliehenen Ritterkreuzes des Danebrog-Ordens erteilt.

* Steuerpersonalien. SLeueraufseher Heinrich Krämer zu Hungen wurde zum Pfandmeister für den Bei- treibungsbeztrk Nidda mit dem Wohnsitz in Stockheim er­nannt.

** Aus dem Militär-Wochenblatt. Gr. v. Königs marck, Oberlt. der Res. des 1. Thüring. Feldart.- Rgts. Rr. 19, als Oberlt. im Gardc-Drag.-Rgt. (1. Großh.

Hess.) Nr. 23, Frhr. v. Breid bach - Bürresheim, Oberlt. der Ncf. des Leib-Drag.-RgtS. (2. Großh. Hess.) Nr. 24, als Oberlt. in diesem Regiment angestellt, v. Voeltzig, Lt. im Inf.-Ngt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, in dem Kommando beim Drag.-Ngt. von Arnim (2. Brandenburg) Nr. 12, bis Ende August 1908 belassen. Befördert zu Leuts, die Fähnriche: Mudra im Leibgarde-Inf.-Rgt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115, Damm, Tamm, Gosler im Inf.-Ngt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, Daub, Hahne im Jnf.-Rgt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, Ruppert, Vuchh 0 ltz im 5. Großh. Hess. Inf.-Ngt. Nr. 168, 0. Bötticher im Leib-Drag.-Rgt. (2. Großh. Hess.) Nr. 24.

* Die Truppenschau bei Mainz. Am Samstag mittag ist nach dem Mzr. Tgbl. die Verfügung des Kaisers ein- gelaufen, daß die Truppenschau am Dienstag vormittag stattfindet. Tas Großherzogliche Paar trifft, wie wir bereits meldeten, Montag nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr im Auto­mobil dort ein. Der Kaiser fährt, wie gewöhnlich, im Sonderzug Vormittags um 8 Uhr am Bahnwärterhaus in der Nähe der Gaftell'schen Fabrik vor, um von dort aus in dem besonders aufgeschlagenen Zelt sein Pferd zu besteigen und nach dem Be­sichtigungsplatz zu reiten. Zuerst ist wahrscheinlich Kavallerie- Exerzieren, darnach ein Gefecht und zum Schluß der Parade­marsch, worauf der Kaiser die Fahnenkompagnie und die Stan­darteneskadron in die Stadt zum Großh. Schloß führt. Dort ist Festtafel, und gegen 4 Uhr erfolgt die Abreise des Kaisers. Gegen Abend verläßt auch das Großherzogspaar, das der Truppen- schau beiwohnt, wieder die Stadt.

** 5)i c neue Universitäts-Augenklinik in der verlängerten Friedrichstraße wurde heute vormittag eröffnet und zugleich begannen die erstmalige Aufnahme und Behand­lung der Kranken durch den Leiter der Anstalt, Geh. Medi­zinalrat Prof. Dr. Voss ins. Eine Einweihungsfeier findet zu Beginn der Vorlesungen Ende Oktober gemeinschaftlich mit der Einweihung der chirurgischen Klinik statt, an der gegen­wärtig die letzten Innen- und Ausstattungsarbeiten erfolgen. DaS bisherige Gebäude für die alte Klinik wird als Ohren­klinik und Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten dienen.

** D i e Ausgabe neuer Zinssche in bogen zu den 31/2 prozentjgen Großh. Hess. Staatsschuldverschreibun­gen der Anleihe vorn 3. November 1897 für weitere zehn Jahre erster Zinsschein am 1. April 1908 fällig findet bei der Großh. Staatsschuldenkasse, Luisenplatz 2, der Hess. Landeshypo­thekenbank, Heidelbergerstraße 7, bei der Bank für Handel und Industrie dahier und deren Niederlassungen zu Frankfurt a. M. und Berlin, sowie bei sämtlichen Großh. Bezirkskassen und dem Großh. Steueramt Gernsheim gegen Einreichung der Erneue­rungsscheine (Zinsschein-Anweisungen) kostenfrei statt. Bei Ein­reichung der Zinsschein-Anweisungen ist ein nach Nummern ge­ordnetes Verzeichnis in zweifacher Ausfertigung mitzuliefern. Das Formular hierzu wird von der Großh. Staatsschuldenkasse und den genannten Ausgabestellen auf Verlangen unentgeltlich ab­gegeben.

** 4700 Personen haben das Absteigequartier S. K. H. des Großherzogs int alten Schloß besucht.

Klein-Linden, 18. Aug. Unsere seit 11 Jahren be- stehende K l e i n f i n b e r \ cf) u I e feierte heute nachmittag bei dein v. I. eingeweihten schönen Schulgebäude sein I a h r e s f e st. Eine zahlreiche Menschenmenge hatte sich in dem Schulhof ein­gesunden, wo die Schwester mit den Kindern versammelt war. Die Feier eröffnete der Posaunenchor durch einen Choral, woraus der gemischte Kirchenchor einen Psalm vortrug. Pfarrer Schulte wies in seiner Ansprache aus den edlen Zweck und bie günstige Entwicklung der Schule hin. Dann erfolgte durch bie mit Kränzen und Sträußen geschmückten Kinder unter Leitung der Schwester die Aufführung üou Spielen, die von außerordentlichem Fleiß der Schwester und großem Eifer der Kleinen zeugten. Die Klein­kinderschule erfreut sich fortgesetzt des Wohlwollens hiesiger und atlswärttger (Bpenber. Am Schluß der Feier fand eine Kollekte statt, die die beträchtliche Stunme von 41 Mark ergab.

X Lauterbach, 18. Aug. Nach einer Mitteilung des Großherzogl. Kreisgesundhcitsamtes ist hier ein Pocke 11- fall konstatiert worden. Der Kranke wurde sofort isoliert und auch alle sonst erforderlichen Vorsichtsmaßregeln sind ge­troffen, so daß kein Anlaß zur Beunruhigung vorliegt. Trotz­dem wurden für Montag, Dienstag und Mittwoch drei öffentliche Impftermine angesetzt (ohne Impfzwang), bei denen kostenlos Impfungen vorgenoinmcn werden.

Die Volkszahl in Hessen nach der Beruss- nnd Betriebszählnng.

Die Volkszahl in den Kreisen und den 5 größten Städten Hessens stellt sich nach dem vorläufigen Ergebnis der Berufs- und Betriebszählung am 12. Juni ds. Js. im Vergleich mit der Volkszählung am 1. Dezember 1905 folgendermaßen:

Einwohnerzahl

mehr 4-

am:

1. Dez. 1905

12i9OTl" weniger-

Kreis Darmstadt .

*

128 661

130 485

4- 1824

Bensheim .

61 208

63 054

4- 1846

Dieburg

*

59 640

60 056

4- 416

Erbach

47 707

47 993

4- 286

u Groß-Gerau .

56 072

57 850

4- 1 778

Heppenheim

*

48 708

49 419

4- 711

Offenbach .

. .

141 000

145 835

4- 4 835

Prov. Starkenburg .

542 996

554 692

4-11696

Kreis Gießen . .

« M.

88 476

90 783

4- 2 307

Alsfeld .

A *

36 908

36 943

4- 35

Büdingen . .

e *

40 557

41115

+ 528

Friedberg

M

74 425

83 802

4- 9 377

Lauterbach

»

29 316

29 196

120

Schotten . .

.

27 043

27 213

+ 170

P r o v. O b e r h e s s e n

296 755

309 052

4-12 297

Kreis 9)101113 . <

151 377

152 872

+ 1495

u Alzey

A A

40 565

39 927

638

Bingen

42 282

42 129

153

Oppenheim

A A

46 979

46 461

518

Worms . . .

88 221

88 035

186

Groß her zoZtmu Hessen .

1209175 1233168

4- 23 993

Städte:

Mainz mit Mombach

A. A

97 585

97 524

61

Darmstadt mit Bessungen .

A A

83 123

81 604

1519

Offenbach ....

A

59 765

61 938

4- 2173

Worms mit Vororten

A. A

43 841

43 836

5

Gießen .

A

28 769

29 534

4- 765

Zu dieser Ucbersicht ist

n. d.

Darmst.

Ztg. folgendes zu

bemerken: Auffallend ist, daß die Bevölkerung des Groß- Herzogtums seit der letzten Volkszählctng am 1. Dezbr. 1905 nur um 23 993 Personen zugenommen haben soll. Die Ztt- nahme berechnet sich also pro Jahr auf ungefähr 9600 Per­sonen durchschnittlich, gegenüber einer Durchschnittsziffer von ungefähr 18 000 Personen in dem Zeitraum 1900/1905. Die geringe Zunahme ist sicher nur scheinbar und erklärt sich einmal aus deut Umstand, daß die Berufszählung in den Sommer fiel, also in eine Zeit, wo eine nicht unbedeutende Zahl von Personen außerhalb des Landes, in Sommerfrischen, Bädern usw. weilte, sodann daraits, daß offenbar bei der Be­

rufszählung Personen, die keinen Beruf ausüben, z. B. Kinder in den Zähllisten zum Teil nicht aufgeführt worden sind' Das erstere Moment muß sich besonders in den größeren Städten beinerkbar machen, sodaß es nicht verwunderlich js» daß Mainz und Worms hinsichtlich der Einwohnerzahl während der letzten 21/i Jahre scheinbar stehen geblieben sind und daß für die Stadt Darmstadt bei der Berufszählung so, gar 1519 Personen weniger gezahlt ronrben, als die Volks, zählung am 1. Dezember 1905 ergab. Gießen konnte da. gegen eine Zunahme von 765 Personen und Offenbach ein? solche von 2173 Personen nachweisen. Am schärfsten tritt der Unterschied einer Sommer- und Winterzählung beim Bad Nauheim hervor. Die Berlffszählung ergab 13 346 otts. anwesende Personen gegen 5053 Einwohner am 1. Dezbr. 1905, Den Gegensatz zu den größeren Städten bilden die Landkreis? mit ihrer mehr seßhaften Bevölkerung, sodaß hier die zwe-. Zählungen, 1905 und 1907, keine großen Unterschiede in bc: Volkszahl ergeben. Es sei noch ausdrücklich hervorgehoben, daß die Angaben der Berllfszählung auf vorläufigen Fest, stellungen beruhen, die bei der noch bevorstehenden Nach. Prüfung ntanche Blenderungen erleiden werden.

Spkfplan des Großherzogl. Kurhaus - Theaters Bad-Nauheim

Direktion Hermann S t e i n a 0 e 11 e 1*.

Montag den 19. August:Alt-Heidelberg.'" Schauspiel i,- 5 ^lcüzügen von W. Wieper-Förster. Mittwoch den 21. Augusi Niobe." Schwank in 3 Akten von Harry und L. A. Paulto^ Donnerstag den 22. August:Inspektor Bräsig." Lebensbild inj 5 Akten nach Fritz Reuters Roman. Freitag den 23. August:Tasi Wetterhäuschen." Musikalisches Genrebild in einem Akte vor 9)1. L. Selby. Dazu :Militärfromm/ Genrebild in einem Auszu- von G. v. Moser und T. v. Trotha. 1

Handel.

** Konkurse in Hessen. lieber das Vermögen bei Lorenz Wagner Witwe, Frachtflößerei in Kastel routbi am 5. Aug. uachrn. 4*^ Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Tei Rechtspraklikaut Karl K a 11 a u s ch in Mainz wurde zum Konkntt vermalter ernannt. lieber das Vermöget! be§ Architekten unJ Landwirts Albert Klöckner in Groß-Felda wurde, da e eine Zahlungsunfähigkeit und feine erfolgte Zahlungseinstelluii bargetan hat, am 6. Aug., vorm. II1/» Uhr. das KonkurSveriahrc? eröffnet. Sparkassenrechner Meiski zu Ulrichstein wurde zuir Konkursverwalter ernannt. StonfurSforberungeu sind bis jun 29. Aug. bei dem Amtsgericht Ulrichstein anzuineldeit. Hebet das Vermögen des Kaufmanns Georg S ch i m s ch e ck in M a in; Alleininhaber der Firnta Spezialhaus für Medizin und Hy icn. Georg Schirnscheck daselbst, wurde am 6. August 1907, mixten 12 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Jusuzre: Dr. (triefet in Mainz wurde zum Konkursverwalter eruainn Konkursforderungen sind bis zum 14. Sept, bei Amtsgericht Mai? anzumelden lieber das Vermögen der Adam Ende-:. W i t ro e , BaugefchÜst in Weisenau rourbe am 7. Aug., mittne 12 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Mann­heimer in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. KonkurSforderungen sind bis zum 20. Sept, bei dem Amtsgericht Mainz anzumeldett.

Teiefoeiische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitge und Industi

Frankfurter hör 36% Beichsftnleihe . . 92.101 3% do. . . 81.10 3^% Konsols .... 92.25 3% do.....81.10

314% Hessen .... 91.40 3 >4% Oberh essen . . . 90.00 4% Oesterr. Goldrente. . 96.80 4% % Oesterr. Silberrente 99 80 4% Ungar. Goldrente . . 9150 4% Italien. Rente . . . 103.00 3% Portugiesen Serie I . 66.00 8% Portugiesen III 66.70 russ. Staat sank 1905 90.80 4>^°/0 iapan. Staatsanleihe 87.30 4% Conv. Türken von 1903 93.30 Tnrkenlose......139.40

4% Griech. Monopol-Anl. . 46.50 4% äussere Argentinier . 81.00 3°/0 Mexikaner . « . 60.50

4>i °/o Chinesen .... 94.25

Bochum Guss..... 202.00

Buderus E. W. ... 109.50

Tendenz: ruhig.

Berliner Börse,

Canada E. B......158.20

Darmstädter Bank . . . 124.50 Deutsche Bank .... 220.00 Dortmunder-Union C. . . 62.80 Dresdner Bank .... 135.20 Tendenz: ruhig.

teilt von der Bank für Hande ie, Giessen.

sr. 19. Aug., 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyor . . .114"

Elektriz. Schnckert ... 97 71

Eschweiler Bergwerk . . 196.8 N Gelsenkirchen Bergwerk . 186.1 Hamburg - Amerik. Paket?. 125.4.

Harpener Bergwerk. . . 186.5

Laurahittte...... 216.fr

Nordd. Lloyd.....110.8 j

Obeischles. Eisen-Industrie 981 Berliner Handelsges. . . 148.1 Darmstädter Bank . . . 124.? Deutsche Bank .... 219? Deutsch-Asiat. Bank . . 140.' Diskonto-KommandiL . . 165 2 Dresdner Bank . . . 134' Kreditaktien.....196 ?

Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn .....87.9

Gotthard bahn . . . . . Lombard. Eisenbahn . .29« Oesterr. Staats bahn . . . 136.; Prinee-Henri-Eisenbahn .

9. Aug. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . « 187-

Laurahütte .... 215*

Lombardeu E. B. ... 29'

Nordd. Lloyd.....1111

Türkenlose .....139?

Darmstädter Möbelfabrik

Darmstadt, Heidelbergerstr. 129

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