Ausgabe 
19.1.1907 Erstes Blatt
 
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-Vaitshain (Derbstein), Wallersdorf (Alsfeld), Weid-Moos (Herb- stein), Wettsaasen (Grünberg), Wieseck (Gießen) und Willofs /Schlitz).

** Der hessische g e m e i n n ü tz i g e V e r e i n zur Ver­mittlung von Land- undKurau (enthalten in Darm­stadt ist zur Zeit mit der Herstellung eines Nachtrags zu dem 1906 in 3. Auflage erschienenen Verzeichnis der Sommer­wohnungen beschäftigt. In diesem Nachtrag sollen alle seit vorigem Jahre vorgekommenen Aenderungen bezüglich der Pensionen und der Pensionspreise innerhalb des Vereinsgebietes ausgenommen werden. Es ergeht daher die Ausforderllng, dem Gefchäflsiührer des Vereins, Harlh-Tarmstadt, Wienerstraße 42, das zur Aus­nahme Geeignete baldigst mitzuteilen. Nicht uninteressant dürste es sein, zu erfahren, daß die Bestrebungen des Vereiiis, den Frem­denverkehr in Hessen zu heben, bisher nicht vergeblich gewesen sind. Die ziinehmende Zahl der Sominergäsle, besonders aus Nord­deutschland, die früher nur den Schivarzwald und die Schweiz auf­suchten, bringt unseren Gcbirgsbewohiiern eine Einnahmequelle, die mit dem Maße zunimmt, mit dem b;e Zahl der außergültigen, modernen Ansprüchen genügenden Pensionen nnVereinsgebsel wächst.

"Der Garde-Verein feiert morgen abend im Neuen Saalbau sein Winterfest, verbunden mit K a i s e r s g e b u r t s - tagsieier. Nach den getroffenen Vorbereitungen stehl den Mitgliedern ein genußreicher Abend bevor. Dazu trägt jedeniatls der Umstand noch mel bei, daß der Saal von dem heute abend von der Rudergesellschast abzuhaltendenStrandsest zu Yokohama" seine Dekoration behält.

O Großen-Buseck, 18. Jan. Sonntag, den 27. Januar feiert der Turnverein sein siebenjähriges Stiftungsfest, verbunden mit turnerischen Aufführungen und Theaterstücken.

0 Krofdorf, 18. Jan. Das Winterfest des Wirte­vereins am Mittwoch abend hat einen glänzenden Verlauf ge­nommen. Der Freundsche Saal erwies sich als viel zu klein, um all den Gästen auch nur ein bescheidenes Plätzchen zu gewähren. Den Glanzpunkt des Festes bildete die Ueberreichung von Diplo­men an solche Dienstboten, die mehr als 5 Jahre in einem Gast­hause bedienstet sind. Auch für Frau Waldschmidt-Crumbach wurde aus Anlaß ihres 25jährigen Wirtschaftsbetrieües ein Diplom ausgefertigt. Wie im Vorjahre so übte auch diesmal die Ver­losung große Anziehung. Hatte doch das Festkomitee nicht weniger als 150 wertvolle Haushaltungsgegenstände angekauft; große Heiterkeit erregten aber solche Gewinne, die aus einem Faß Bier oder bergt bestanden. Leider wartete man aber vergeblich aus den für den Abend engagierten Komiker. Allgemein nahm man an, er sei in dem im Bau begriffenen, bis jetzt noch bodenlosen neuen Weg in der Nähe der Seemühle stecken geblieben.

Io Aßlar, 18. Jan. Die Kronprinzessin über­nahm bei der 7. Tochter des hiesigen Fabrikarbeiters Karl Rieker II. die Patenstelle.

e. Lützel-Linden, 18. Jan. Hier findet am morgigen Sonntag bie erste Generalversammlung des neugebtldeten Gewerbevereins Groß-Rechtenbach statt. Der Verein besteht aus 31 Mitgliedern und weitere Mitglieder haben sich gemeldet.

o Garbenteich, 18. Jan. Die auf Kosten der KreiSkasie in unserer Gemarkung erbaute Kreis-Sammel- wasenmeisterei ist jetzt im Rohbau vollendet. Sie um­faßt ein Fabrikgebäude, ein Wohngebäude, ein Stallgebäude und eine später zu bauende Wagenhalle. Im Spätsommer soll das Werk in Betrieb gesetzt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 120000130000 M. Gleichzeitig wird eine Kceisstraße von Garbentetch nach Lich gebaut.

-j- Niederweisel, 18. Jan. In unserem Orte be­ginnt nächsten Montag der erste Unterricht der von bcm Kreis Friedberg neu errichteten Wander-HauSHaltungs­schule. Kreisrat Fey, Schulinspektor Süß und die Lehrerin weilten deshalb schon hier und man ist gegenwärtig mit der Einrichtung der Schule beschäftigt. Eine große Anzahl Mädchen beteiligen sich an dem Kursus.

[> Gambach (Wetterau), 18. Jan. Ein schweres Unglück wurde gestern hier noch im letzten Augenblick verhindert. Mehrere Kinder spielten in einem Hause in Abwesenheit der Eltern am glühenden Ofen. Plötzlich stand das Bett in Hellen Flammen. Auf das Geschrei der Kinder retteten Nachbarsleute die schwer bedrängten Kleinen vom Tod in den Flammen, auch das Feuer konnte rasch gelöscht werden.

0 Hattenrod, 18. Jan. Einen Unfall erlitt unser Pfarrer Nies. Auf dem Wege nach Ettingshausen stürzte er aus dem Wagen, dessen Pferde durchgcgangen waren. Er verletzte sich im Gesicht und am Kopf, da er ein Stück WegS geschleift wurde. Auch erlitt er beim Sturz eine leichte Hicnerschütterung.

RB Darmstadt, 19. Jan. (Tel.) Das Groß­herzogspaar, das gestern abend nach 6 Uhr von Karls­ruhe hierher zurückkehrte, besuchte heute abend im Hof- theater die Hamletvorstellung, mit der das 3 0jährige Künstlerjubiläum des Oberregisieurs Waldeck ver­bunden war. Dem Künstler wurden am Schluß der Vor­stellung zahlreiche Lorbeerkränze überreicht. Der berühmte Geigenvirtuose Burmester beabsichtigt, seinen Wohnsitz nach Darmstadt zu verlegen. Die hessische Landesaus­stellung für freie und angewandte Kunst im Jahre 1908 wird, wie jetzt bestimmt festgesetzt ist, am 23. Mai eröffnet werden und bis Ende Oktober dauern.

Höchst a. M., 18. Jan. Hier gab es neulich ein Konzert zu ungewöhnlicher Zeit, nämlich nachts gegen -4 Uhr im Gasthaus ,Zum Schwanen*. Alles schlief in süßer Ruhe, als plötzlich das Orchestrion im Gastzimmer in seinen kräftigsten Tönen zu spielen begann. Mit Tsching und Bumm gings los und die Flöten schallten und die Bässe brummten, daß nicht bloß Wirt und Wirtin, sondern auch die ganze Nachbarschaft entsetzt aus dem Schluminer auffuhr und sich staunend fragte, was das zu bedeuten habe. Und wer war der Störenfried? Eine Rlaus war in den Behälter geraten, der zur Aufnahme der Geldstücke dient, die hier beim Herunterfallen das Musikwerk in Bewegung setzen.

§ Riarburg, 18. Jan. Zu Ehren des Delegierten des mittelrhemischen Krelsturntages, veranstalten die hiesigen Turnvereine am 2. März einen gemeinsamen Kommers.

vom Erdbeben auf Jamaika.

Wie derStandard" aus amtlicher Quelle meldet, sind die Brände in Kingston nunmehr gelöscht Es Brennen nur noch einige Trümmerhaufen. In den Krankenhäusern liegen 440 Per­sonen, während 60 Personen nach Spanisch Town gebracht wurden. Zahlreiche Leichen mußten sofort verbrannt werden, weil der Verwesungs-Prozeß die Lust verpestet Englische Truppen arbeiten Tag i^nb Nacht, um bie Aufräumungsaroeiten durchzuführen. Auch in Port Roh al richtete das Erdbeben großen Schaden PS. DieKircheustürzten während des Gottesdienste^, ein ;

bie meisten Kirchenbesucher wurden, getötet. Ein Tou- risten-Bureau stürzte ein. Von 50 Angestellten der Firma wur­den 35 getötet. Der Leuchtturm am Eingänge des Hafens stürzte ins Meer. .

5)er Chefingenieur Elkins auf der Anastafiainsel erhielt eine drahtlose Depesche des Inhalts, daß Kingston allmählich ver­sinke. Große Löcher und Spalten bildeten sich. Einige der­selben seien hundert Fuß tief. Eine andere Drahtmeldung au5 Jamaika besagt, ein Teil von Port Royal versank untrer Wasser. Tie Batterien verschwanden in acht Fuß tiefes Wasser und zogen einen Soldaten mit in den Strudel. Das Wasser spru­dele unaufhörlich an verschiedenen Stellen durch die Trümmer. Die Anottbai ist durch eine Flutwelle überschwemmt.Chinesen in Kingston hielten bereits wieder einige Läden geöffnet und haben die Preise um das Zehnfache erhöht Das erbitterte die Be­völkerung so, daß die Chinesen fliehen mußten, worauf die L ä d e n geplündert wurden.

Der auf Jamaita weilende englische Abg. Henniker Heaton meldet, daß 08 v. H. der Gebäude von Kingston gle'ich beim ersten Erdstoß eingestürzt seien. Heaton selbst wurde auf offener Straße zwischen den Trümmern einstürzender Gebäude eingeklemmt, doch gelang es ihm, sich sreizumachen, und er kletterte über Trümmer­haufen nach dem Klubhaus, wo gerade um diese Zeit ein Vortrag des englischen Staatsmannes James Fergusson über den Panama­kanal angesagt war. Als Heaton dort eintraf, war das Klubhaus ebenfalls bereits eingestürzt. Fargusson und das Klubmitglied Vradly waren getötet worden. Nach weiteren Privatberichten sind alle Kirchen zerstört, das Theater ist verbrannt Die Verwun­deten wurden aus den Krankenhäusern auf die Schiffe gebracht, wo die Aerzte viele Amputationen vorzunehmen genötigt waren. Die aufgeregten Neger glaubten an den nahenden Weltuntergang und veranstalteten religiöse Versammlungen.

Nach einer Meldung des Geschwaderchefs aus Guantananio sind die amerikanischen LinienschiffeMissouri" undIndiana" am 17. Januar vor Kingston eingetrofsen; sie stellten den englischen Behörden ihre Aerzte, sowie alles, was sie an Vorräten usw. ab­geben konnten, zur Verfügung. Nach dieser Meldung macht sich be­sonders der Mangel an Kleidungsstücken fühlbar.

*

Am 18. Januar fand in Tolmezzo (Italien) ein wellen­förmiges Erdbeben statt, das ziemlich heftig war und einige Se-. künden dauerte. Obwohl das Erdbeben kein Opfer forderte, trat doch eine Panik ein.

Auch in Kuban im russ. Gouvernement Saturn erfolgten dieser Tage mehrere starke Erdstöße.

Birrseu-Wocheubericht

F r a n k f u r t a. M., 18. Januar.

Die Verstauung des Newyorker Marktes hat diese Woche auch die kontinentalen Börsen etwas asfiziert. Teils zur Ver­stärkung ihres Betriebstarks zur Bewältigung des enormen Ver­kehrs, teils für andere Zwecke haben die verschiedensten amerika- nischen Eisenbahn-Gesellschaften neues Kapital nötig und dies dürfte bei der gegenwärtigen Verfassung des Geldmarktes schlver zu beschaffen sein. Amerika selbst kann es kaum aufbringen und in Europa verhält man sich den amerikanischen Geldansprüchen gegenüber jetzt reservierter. Diese Woche sollen sowohl in Berlin als auch in London amerikanische Finanztratten, bie man dort unterzubringen suchte, zurückgewiesen ioorden sein, London hat auch die Prolongation amerikanischer Engagements in Eisenbahn- werten durch solche Reportssätze zu erschweren gesucht, um aus ein eRedultion der Hausseverpflichtungen hinzuarbeiten und den Platz zu erleichtern. Dadurch ist es auch der Bank von England bereits möglich gewesen, mit ihrer Tiskontorate auf 5 Pro^. zurück­zugehen. Tie deutsche Reichsbank konnte leider noch nicht folgen, weil sie nach dem letzten Ausloeis noch immer mit nahezu 90 Millionen Marc in der Notensteuer ist. Das Reich hat die Mittel der Bank gleichfalls stark in Anspruch genommen und da­durch ist der Status noch stärker angespannt als es unter anderen Verhältnissen der Fall wäre. Es wird also schon der nächste Aus­weis abgewartet werden müssen, ehe man sich über eine Ermäßi­gung des anormal hohen Diskontosatzes schtüssig machen wird. Aber der Privatdiskonto ist bereits einen Bruchteil zurückgegangen, immerhin wirkt die immer noch gespannte Lage des Geldmarktes hemmend auf den Verkehr. Deutsche Fonds schwächten sich diese Woche etwas ab, von fremden Renten waren Russen auf die Bekanntgabe des Budgets, welches günstige Ziffern aufweist, ziemlich fest. Zur Deckung außerordentlicher Bedürfnisse bedarf Rußland zwar noch einet neuen Anleihe, aber wenn sie durch die Duma genehmigt ist, dürste ihre Unterbringung kaum auf große Schwierigkeiten stoßen. Auch Japaner, Türken und Sao Paulo lagen fest. Bankaktien behauptet, nur Berg- und Metall­bank aus Realisationen 2 Proz. matter. Auf dem Bahnen­markt waren amerikanische Sorten gedrückt, besonders Pennsyl- vanien auf den angekündigten Geldbedarf; auch österreichische Sorten etwas schwächer, italienische befestigt. S ch i f f a h r t s - aktien erholt, namentlich Lloyd auf Gerüchte über einen sehr günstigen Abschluß. Montan Papiere meist einige Prozent matter, nur Concordia 7 Proz., Eschweiler-Köln-Eisenwerk 6 Proz. und Königin Marienhütte 3 Proz. höher. Auch Buderus ziemlich fest: das Unternehmen ist gut beschäftigt. Von sonstigen Jndustriepapieren schwächten sich chemische Werte etwas ab. Kunstseide 5 Proz. hoher. Privatdiskonto 5 Proz.

ALrrsrst Littd

TieSüddeutschen Monatsheft e", unter Mit­wirkung von Jossi Hoirniller, Friedrich Naumann, Hans Psitzner, Hans Thoma, Karl Voll herausgegeben von Paul Nikolaus Coß- mann (Verlag: Süddeutsche Monatshefte G. m. b. H. München) eröffnen soeben ihren vierten Jahrgang. Tiefe Zeujchrift strebt an, zugleich vornehme Famillenzeuschrsil zu fein und den höchsten geistigen Bedüriniffen zu genügen. Im Januarheft beginnen ein historischer Roman von Ricarda Huch und em moderner Roman von Kurt Aram; 'Michael Bernals, dec Literarhistoriker, ist mit charakteristischen Briefen an Freunde vertreten; Josef Hoirniller schreibt über den merkwürdigen amerikanischen Waldphtlosophen T h o r e a und Friedrich R a u m a n n spricht über VollSbildnng und Politik; ihm zur Seite tritt nun der Hihoriker der Tübinger Universität, Professor Walter Goetz, der in einer politifchen Rund­schau die neuesten politischen Vorkommniffe behandelt. Professor Eugen Albrecht, ein Mediziner, erzählt von fernen Forfchungen über bas Schicksal der roten Blutkörperchen. Bücherbeiprechungen (darunter eine vom Leiter der deutschen Sudpolarexpedition, Erich von Tryga!sti>, die Rubriken ^Bildende Kunst", .Theater und Musik", soivie eine Komposition von Hans Psitzner vervollständigen das Heil.

Euphor ion. Zeitschrift für Literaturgeschichte. Hcraus- gegeben von August Sauer. Dreizehnter Band. Viertes Heft. Leipzig und Wien, K. u. L Hof-Buajdruckerei und ^Verlags- Buchhandlung Kurl Fromme. Mit dem vorliegenden Heft schließt die Zeitschrift für Literaturgeschichte Euphoriou ihren Id. Band ab. Reiny^ro Buchwach in Leipzig bringt eine bisyer unbeachtete Stelle zur Beurteilung des Sprechver.es int 16. Jahrhundert bei. P. Nikolaus Scheid in Feldkirch beschäftigt sich mit einem Jesuitendrama des 1/. Jahrhunderts. Prosesior Boysen erklärt ein bisher unverständliches Epigramm Lessings auf Voltaire. Professor Unrein in Jena weist nach, daß Schiller im Jahre vor seinem Tode ein Haus in Jena erwarb und verficht aus die,er Tatsache biographische Schlüsse zu ziehen. Profe,sor Wackemell in Innsbruck bespricht ein verscholteneS Drama des Tiroler Dichters v. Rinua. iconrab Weiuwerger in Bremen glauvt die Gräfin Julie Zichy, die beaute coleste der Wiener Kvngreßzeit.

in der Heldin von Eichendorsss RomanAhnung und Gegenwart" zu erkennen. Ludwig Geiger in Berlin entnimmt dem Wiener Archiv ein vernichtendes Urteil Metternichs über eine anarchismche Dichtung der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts. Der um,ang- reichste Aufsatz liefert neue Beiträge zu Max v. Schenkendorfts Leben und Dichten, von Paul Czygan in Königsberg ans Tages­licht gefördert. Daran reihen sich Besprechungen und die regel­mäßige Bibliographie. Ein sehr sorgfältiges und wertvolles Re­gister über den gan-en Jahrgang bringt das Heft zum llblchluß. (Preis des Heftes Mk. 4..)

Universitäts-Nachrichten.

Ter ordentliche Proieffor der katholischen Theologie an der llniversität Breslau, Dr. Adam Krawutzcky, ist tm Aller von 63 Jahren gestorben. , ,, .

(Sin akademischer Ehren rat. Um den Duellen unter der Studeutenschaft ein Ende zu bereiten, wirb au ber Uni­versität in Bubave st ein Ehreurat inftituiert werben, besten Präsident ber Rektor ist. Als 'Mitglieder werben bie Dekane ber vier Fakultäten unb ein gemischtes Komitee von Prosessoren und Studenten fungieren. Dem Urtetlsspruch dieses Ehrenrates wirb sich jeder Universitälshörer bedingungslos unterwerfen müssen. Ter Ehreurat kann auch bie eventuelle Ausschließung eines ©tu- beuten von ber Universität beantragen. Ter Ehreurat wirb bet jeber Ehrenaffäre entschreiten unb falls em Duell ohne Ver- wunbtmg enbet bie betreftenbeu Stubenteu auf em 3abr,^all5 das Duell mit einer schweren Verletzung oder gar mit dem -rode eines ber Tuellanteii enbet, für immer vom Besuche sämtlicher ungarischer Universitäten ausschließen.

SinsejanSr.

(Für Form unb Inhalt aller unter bieder Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber ketnerler Verantwortung.)

Wie au§ dem Staatsbudget für 19u7 zu ersehen ist, beabsichtigt die Siegierung.- den Gewerbeinspektionen Hülfskräste zuzuteilm. Diese im Voranschlag vorgesehenen fünf . Gehülfen sollen, wie wir ganz bestimmt hören, dem Arbeiterstamm entnommen werden, dies gehtatud) schon daraus hervor, daß für die,e nur Gehälter von 1200 bis 2000 Mk. vorgesehen sind. Aus' dem Voranschlag ist zu ersehen, daß unser kleines Großherzogtum wiederum mit an der Spitze aller Bundesstaaten vorgehen will, mit der Anstellung von solchen Gehülfen. Ein jeder Arbeiter, der nicht gerade überzeugter Sozialdemokrat ist und als solcher zu allem, was sozialdenwkratische Parteiführer denken, ja sagen muß, wird zugeben, daß ein Arbeiter viel zu wenig Erfahrungen und Kenntnisie besitzt, um ein so vielseitiges Amt begleiten zu tonnen. Ein Arbeiter mag in seinem Fach der Tüchtigste sein, so fehlen ihm dennoch auf dem ausgedehnten Gebiet der Gc- werbeaufficht die nötigen Eigenschaften, um seine Revisionen wirk­lich zum Schutze der Arbeiter auszuführen. Er wird, da er auf den vielen Gebieten nicht genügend Kenntnisse besitzt, die gröbsten Mißstände übersehen und zum eigenen Schaden der Arbeiter Einrichttingen beanstanden, die sich nicht ganz mit dem Buchstaben des Gesetzes in Einklang besuchen, die aber für einen richtig vorgebüdetcu Beamten nicht zur Beanstandung Anlaß geben konnten. Daß die Absicht bet Regierung in allen Gewerbe­kreisen begreiflicherweise große Beunruhigung hervorgerusm hat, ist nicht zu Dcrrounbcm. Man befürchtet eine weitere Belästiaung der Arbeiter sowohl, als auch der Gewerbetteibeuden. Man überfege nur, wie man heute schon in so vieler Hinsicht unter Polizeiaufsicht steht wo blecht da die so vielfach betonte liberale Neigung unserer Regierung? Ist das liberal, wenn man an einem Tage z. B. revidiert toeroen kann von:Dem Gewerbeinspeitor, bellen Assistenten, dem Bevollmächtigten der Handwerkskammer, dem techn. Aufsichtsbeamten der UnchllberufSgettossenschaft, dem Stöutroilcur der Invalidenversicherung, dem KTankenkaffen-Kon- trolleur, dem Dampffesselinspet'chr, dem Feuervisitator, dem Ge- Werbeschutzmann, anderen Schutzleuten ufw." Nun sollen auch noch aus Arbeiterlreisen heraus Revisoren bestellt werden, die auf allen Gebieten des Gewerbes revchieren sollen?

Es haben deshalb eine Anzahl Mitglieder des hiesigen Ge- werbevereins auf Anregung von Mitgliedern rheinhess. Ge- werbevereiue den Antrag gestellt, eiligst dahin wirken zu wollen, daß seitens des Vorstandes des Landesge?oerbevereius so|orl eine Ein­gabe an die Ständekammern gemacht, worin gebeten wird, der oben besagten Forderung der Regierung die Bewilligung zu versagen, da ein Bedürfnis dafür nicht üoniegt Man erstrebt ein ähnliches Vorgehen seitens ber Handwerks- und Handels­kammern.

Auszug im den itflßEfßflniißnfciftriu itr LIM biekev. Aufgebote.

Januar. 10. Julius Gimpel, Guterbodenarbeiter in Stiem« Linden, mit Anna Martha Röber baselbfi. 10. Daniel Courab, Maurer tu Alleiiborf a. b. Lba., mit Katharine Lotz bajelbst. 12. Heinrich Schneiber, Aiaurer in Großeu-Bujeck, mit 'Margarete Weiß in Linbenstruth. 12. Heinrich Lubwig Lehr, Schlosser in Lollar, nut Elisabeths Klößucr bahier. 14. Heinrich Simon Schwalb, Großh. '-bürgermcüier in Großen-Buseck, mit Elisabeth« Schmidt bahier. 17. Otto Lang, Tierarzt, nut Karoltne Müller, beide bahier.

Eheschließungen.

Januar. 12. Karl Euler, Glajermeister, mit Marie Wenzel, beibe dahier. 14. Ferdinand Niedieck, Gerichtsassessor ut Hamm. L Wests., mit Mathilde Horumamt bahier.

Geborene.

Januar. 7. Dem Vizefelbwebel Heinrich Schmibt ein Sohn, Erich. 9. Dem Fuhrmann August Aßmamt eine Tochter, Wil­helmine. 9. Dem Bäcker Heinrich Momberger em Sohn. 11. Dem rZuhrknecht Johaim Barth eine Tochter, Margarete Katharine Elisabeth. 11. Dem Straßenkehrer Friebrich '-Henner eine Tochter, Marie Elisabeth Katharine. 11. Dem Vizeielbwebel August Hintze ein Colm, August Willy. 11. Dem Gärtner Franz Sebastian Pa>lti ein Sohn, Richarb Goltfrieb. 13. Dem Kaumiaim Aböls Kahn eine Tochter, Betty. 15. Dem Spenglermeister Georg Lahmer ein Sohn.

Gestorbene.

Januar. 11. Daniel Stiemte, Schlossermeister, 53 Jahre, Sanb- gasse 49. 11. Christoph Arnold, Kausinaun, öl Jahre, Stephan- Itraße 42. 12. Katharine Am end, ledig, 78 Jahre, Weierstr. 17. 13. Auguste 'Margarete Iohannette Röhm, 2 Monate, Ebcrstr. 18. 13. Haus Ernst Jakob Hetzger, 1 Jahr, Schiffeilberger Weg 63. 14. Elise Wenzel, geb. Carlo, 72 Jahre^ Ludivigpl. 6. 14. Minna Barbara Bocher, 5 Jahre, Rodheimer Str. 27 15. Heinrich Karl Volpert, 4 Aiouaie, Stephanstr. 32. 15. Thekla Ferber, geborene Kliugelhöffer, 62 Jahre, Kirchenpl. 11. 15. Wilhelm Hermann Noll, 9 Monate, Mausbllrg 15. 15. Christine Wagner, geb. Achenbach, 64 Jahre, Ludwlgstr. 64. 16. Tahmer (noch ohne Vorname',!'

18 Stunden, Neiienweg 42. 17. Guido Richard Wagner, 36 Jahre, Kalkulator, Schottstr. 7.

Lamilien-Nachrrehterr.

Gestorben: Herr Wilhelm Gabriel m Bab-Naubeim. Herr Alexanber Götz in Bab-Rauheun. Herr Arthur Laucelle ui Jugenyemi. Herr Karl Schmierer in Grimberg. yert Karl Steinmetz in Bauenberg. Frau Anna A.ay, geb. Kahlmann m Friedberg. Frau Gcndarm Lmd Wuive, geb. Roßenbach iu Friedberg. Frau Katharine Walther WiUve, geb. Läillke in Alsselb. Frau Louise Henrich Witive, geb. Franz m Achar. . Verlobte: Fräulein Elise Schneider ui Erbenhaujen mit Herrn Konrad Meß m Kirdorf.

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