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auiiei Sonntags.
in G,etzener Anzeiger föen im Wechsel nut , 6cf jicn tanbroirt (Siebener 8^Kew« ttex viermal ui der nije deigelegl und -ima! wöchentlich das .sblatt für ben Kreis »en. Fecnfvrech-An- ubtb.9tebütnon 112 i laq u. Expedition 61 , eße für Depeschen; ,nzeige» Gictzen.
kiahme wr Anzeigen öte Lagesnuminer vormittags 10 Uhr.
Donnerstag 17* Oktober 1907
157. Jahrgang
Erstes Blatt
ijchener Anzeige«
General-Anzeiger für Oberhejsen
HotaHonsöriid un6 Verlag -er vrühl'schen Univ.-Duch- und Steindnickerei. H. Lange. Ktöaftion, Expedition und Vruckerrt- Zchulftrahe Anzeigenteil: H. Beck.
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Verantwortlich für den polttischey tetl: L. Anderson; s. Feuilleton und ,BermischtesE P. Wittko; für .Stadt u.Land- und ^Gerichts-
Die heutige Kummer luntaßt 10 Seiten.
Aeulsch-HstafriKa.
Der Staatssekretär des Reichskolonialarnbes Dernburg nunmehr die Heimreise angctrelen, um, rechtzeitig n Parlamentsbeginn wieder in Berlin zu sein und die rderungen seines Ressorts im Parlamente persönlich mit uiOrucf vertreten zu können. Die Ergebnisse der ostasri- lischen Informationsreise sollen in einer ausführlichen ,'nkschrift niedergelegt werden, der man mit dem
sc en Interesse entgegensetzen muß. Ist es doch das erste u, daß ein so fyofyer Reichsbeamter ein Kolonialgebiet. > eigener Erfahrung kenney lernt, denn die Reise, die • Kolonialdircktor Kayser seinerzeit unternahm, erstreckte i lediglich auf einige Küstenstädte und war mehr eine yolungs- als Inspektionsreise.
Mag auch die Dernourgsche Reise mit nicht unbeträcht- 7en Kosten verknüpft sein, so ist es doch außer Frage, ß sich diese Aufwendungen zehnfach bezahlt macken wer- v, weil der Leiter des Kolonialamtcs in die Lage ge- nmen ist, nicht auf Grund bureaukratischer Berichte und ne genaue Kenntnis der wirklichen Verhältnisse seine tscheidungen zu treffen, sondern Land und Leute sowie -cn Eigenheiten einigermaßen kennt und daher auch beteilen kann, was für die Entwicklung der Kolonie frommt er nicht.
Es hat nicht an Angriffen auf den Staatssekretär gellt, bald hatte man seine Reiseroute zu tadeln, bald edcrum, daß er festliche Empfänge entgegennahm usw. c Herrn Dernburg persönlich kennt, weiß, daß er für i'.ßerlichkeiren wenig empfänglich ist: wenn er aber trotzen zuließ, daß zu seinen Ehren Festlichkeiten veranstaltet irbcn, so geschah dies eben nicht im Hinblick aus seine rson, sondern auf seine Würde, die verlangte, daß er : Reichsregierung in gebührender Weise repräsentiere; ch im Hinblick auf die Eingeborenen lvar dies nicht über» cssig. Was die Reiseroute anlangt, so ist ja bekannt ge- »uDen, daß der Staatssekretär mehrfach von dem ur- cünglich aufgestellten Plan abgewichcn ist, sobald er t) an Ort und Stelle von der Notwendigkeit hierzu über- rgt l>atte; wenn trotzdem zuweilen recht giftige Pfeile gen ihn abgeschleudert wurden, so ging dies von Unzu- edenen aus, dre bei der Besichtigung übergangen wor- n waren, aber es liegt auf der Hand, daß der Staats- cetär in der kurzen Spanne Zeit unmöglich alles sehen r.ntc, sondern daß er sich auf das Wichtigste beschränken -ßte. Auf seiner Reise hat der Staatssekretär beträcht- l)c Strecken der Kolonie keinen gelernt und viele Er- !;ruugen sammeln können. Auch englisches Gebiet und dortigen Einrichtungen zu beobachten hatte Exzellenz ^rnburg Gelegenheit; ebenso konnte er die Fortschritte s deutschen Bahnbaües aus der eben vollendeten Bahn lch Mrogoro studieren, eine Strecke, die jetzt in 9 Stunden .rückgelegt wird, während man früher fast ebensoviel Tage auchte. Das Studium der Verkehrswege gerade war ne der Hauptaufgaben, die sich der Staatssekretär mit euer Reise gestellt hatte und man darf hoffen, daß in ezug aus den für die Entwicklung der Kolonie unbedingt sorderlichen Bau von Bahnen nunmehr ein etwas be- -.eunigteres Tempo eingeschlagen werden wird und daß ch auch der Reichstag auf Grund der gemachten Erfah- rngen gefügiger zeigt.
Ferner galt das Interesse des Staatssekretärs der tögcrchleit der erweiterten Anlage von Baumwoll- und ndereu Stutzpfianzungen. Was die Baumwolle anlangt, . haben sich die vielfach gehegten Hoffnungen nicht ganz nullt, cs hat sich herausgestellt, daß es sehr großer
Mühe und vor allem umfangreicher Arbeiten für die Be- wässerui.g bedürfen wird, um die Erträgnisse ergiebig zu gestalten. Auch die Arbeiterfrage ist hierbei ein nicht außer Acht zu lassendes Moment. Alles in allem aber hat, wie verlautet, der Staatssekretär den Eindruck mitgenommen, daß bei ausharrendem Flciße und tatkräftiger Unter» 3nng durch die Regierung bei der wirtschaftlichen Er- .eßung des Landes Ostafrika einer überaus gedeihlichen Entwicklung entgegengehen muß.
^DaS Befinden des Kaisers Franz Fosef.
Wien, 16. Okt. (Wiener Korrep.-Bureau.) Der Kaiser war heute abend fieberfrei. Eine örtliche Ausdehnung des Katarrhs ist nicht eingetreten. Die Jntensttät des Katarrhcs nimmt ab. — Die offiziöse Korrespondenz Wilhelm teilt mit: Der Kraftzustand des Kaisers blieb heute ununterbrochen sehr günstig. Der Appetit ist ziemlich gut. Die Stimmung war tagsüber sehr gut. Der Katarrh und ein tationärer Hustenreiz sind noch vorhanden.
Wien, 17. Okt. Nachmittags erhielt der Monarch den Besuch seiner Tochter, der Erzherzogin Marie Valerie, der Gemahlin de§ Erzherzogs Franz Salvator, die von ihrem oberösterreichischem Schloß Watlsee nach Wien gekommen war. Der Kaiser war über den Besuch sehr erfreut. Heute wird der Besuch der älteren Tochter des Kaisers, der Prinzessin Gisela von Bayern aus München erwartet. Am späten Abend itat beim Kaiser wieder Fieber ein, das das Allgemeinbefinden ungünstig beeinflußte. Von einem Aufenthalt im Süden, den die Aerzte empfehlen, will dec Kaiser nichts wissen. Er will den Winter in Schönbrunn bleiben.
Aniimilitariftisches aus Frankreich.
Paris, 16. Okt. „Petit Parisien" berichtet von wiederholten verbrecherischen Versuchen, die gegen die Pulverkammern und Wachtposten der Kaserue- ments von St. Vincenne unternommen worden seien. Es gelang noch nicht, der Ueöeltüter habhaft zu werden. Ein ähnlicher Angriff sei gestern abend auch inBerdun unternommen worden, wo ein Individuum versuchte, an eine Pulverkammer zu gelangen. Als der Posten Feuer gab, wurde er von zwei anderen Eindringlingen angegriffen. Auch diesen Leuten gelang es, zu entkommen.
' Am Sonntag abend kam es in Vesoul in der Kaserne zu einem größeren Zwischenfall. Gegen 11 Uhr wurde einem Kolonialinfanteristen von einer Patrouille, der er Widerstand leistete, ein Säbelhieb versetzt. Er wurde in das an die Kaserne anstoßende Hospital gebracht. Als der Vorfall in der Kaserne bekannt wurde, zogen die Soldaten vor die Wache und insultierten die Offiziere. Die Wache mußte die Leute gewaltsam zerstreuen. Erst nach mehreren Stunden wurde die Ordnung wieder hergestellt.
Durch die Polizei wurden heute vormittags sechs Unterzeichner des jüngsten a n t i m i lit a r i stis ch en Manifestes verhaftet, in dem den zum Militär Ausgehobenen empfohlen wird, zu desertieren. Aus die neun weiteren Unterzeichner wird gefahndet.______
Ter österreichisch- ungarische Ausgleich.
Der österreichische Ministerpräsident Frhr. v. B e ck hat in der gestrigen ersten Sitzung des Reichsrats in mehr als einstündiger Rede die Ausgleichsvorlage vorgelegt. Die Abgeordneten, die sich fast vollzählig eingefunden und
dichtgedrängt vor der Ministerbank geschart hatten, nahmen die Rede ohne jeden Beifall auf, selbst die Ankündigung einer Erhöhung der ungarischen Quote um zwei v. H. Der Ministerpräsident erklärte schließlich, es sei nicht ein Ausgleich nach seinen Wünschen, die viel weiter gegangen sind, aber nad). bestem Wissen und Gewissen. Auch in Budapest ist über den Ausgleich gestern zum erstenmal im Parlamente verhandelt worden.
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Vom serbischen Kronprinzen.
Die „Voss. Ztg." meldet aus Belgrad: Nach dem gestrigen Diner im Palais kam es zu einem heftigen Zusammenstöße zwischen dem Kronprinzen und dem Kommandanten der Leibgarde Dun- jitsch, der von dem Kronprinzen beschimpft und aus dem Palais gewiesen worden sein soll. Wegen der fortgesetzten Mißhandlungen des Hofpersonals durch den Kronprinzen soll demnächst auch ein Wechsel in den obersten Hofämtern erfolgen. Aus demselben Grunde ordnete der König an, daß der Kronprinz, der bisher in einem gemieteten Privathause wohnte, in das Palais übersiedele.________________
Marokko.
Berlin, 16. Okt. Der französische Botschafter unterbreitete gestern dem Auswärtigen Amte in Berlin einen Vorschlag, der die Einsetzung einer internationalen Kommission in Casablanca empfiehlt; diese soll die Entschädigungsansprüche der verschiedenen Staatsangehörigen prüfen und festsetzen.
Der Dolmetscher der vom Sultan Muley Hafid nach Berlin entsandten Mission hat heute vormittag im Auswärtigen Amt vorgesprochen, wo ihm erklärt wurde, daß die Bemühungen der Gesandtschaft, empfangen zu werden, vollkommen aussichtslos seien. Infolgedessen werden die Gesandten bereits morgen früh Berlin verlassen und sich nach Rom begeben.
Das „Berl. Tagebl." meldet aus London: Die „Times" meldet in ihrer zweiten Ausgabe: Der Sultan von Marokko hat, um die zurzeit in Berlin weilende Gesandtschaft des Gegensultans Muley Hasids zu bestrafen, die Weiber und Kinder der beiden Gesandten grausam mißhandeln und ermorden lassen. Wie das „Berl. Tagebl." erfährt, erfuhr der Führer der Gesandtschaft AbeekrScheurufdie englische Meldung von der Ermordung seiner Frauen und Kinder, als er abends aus dem Wintergarten in das Hotel zurückkehrte. Er war über die Nachricht sehr erschrocken und sagte zu seinem Dolmetscher: „Es kann wahr sein, ich habe es nicht anders erwartet."
Paris, 16. Okt. Muley Hafid soll jetzt die Absicht haben, nach Mogador zu ziehen, um sich dort z u m S u l t a n a u s r u f e n zu lassen. Infolgedessen sandte der Mahgzen zwei Abteilungen von je aOO Mann nach Mogador zur Verstärkung der dortigen Garnison. Diese Soldaten wurden von einem französischen Transportschiff befördert. ________’______________
Das erste philippinische Parlament.
Der Kriegssekretär der Vereinigten Staaten von Ame-- rika, Taft, hat am 16. Oktober in Manila das erste philippinische Parlament eröffnet. Er sagte in
Aieines FeniUetorr.
— Eine interessante Untersuchung über die eut scheu Vo l ks b i b l io the kcn veröffentlicht Dr. Ernst chulhe aus Großborsiel bei Hamburg. Die Berechnungen des ussaßes ftü-yen sich auf Zahlen, die ber Verfasser durch eine Um- age bei sämtlichen Volksbibliotheken in allen deutschen Städten it mehr als 20 000 Einwohnern gesammelt hat. Dr. Schultze ilt diese Städte in zwei Gruppen: die Großstädte (mit mehr als 30 000 Einwohnern) und die Mittelstädte (mit 20 000—100 000 inwohnern. Die 40 deutschen Großstädte mit mehr als 100 000 urwohnern besitzen eine Gesamtbevölkerung von 11380 000 ieelen, also fast den fünften Teil aller Einwohner des deutschen teiches überhaupt. Ihre Vollsbibliotheken unrfassen zusammen 07 uOO Bände, sodaß also ein Band durchschnittlich ans 14,10 Inwohner entzückt. Zum Vergleich für die Fortschritte der letzten 0 Fuhre werden auch die Zahlen vom Jahre 1895 gegeben: bo r.als gab es 28 deutsche Großstädte mit mehr als 109 000 Ein- yhnern und mit einer Gesamtbevölt'erung von 7 294 000 Menschen; i kam durchschnittlich ein Band auf 18,50 Einwohner. Mehr ls IM 000 Bände im Jahre verleihen jetzt die Volksbibliotbeken itb Dücherhallen in Berlin, Frankfurt a. M., Hamburg, Breslau, ■icäDcii, Essen, Barmen, Elberfeld, Eharloitenburg, Köln und ckraßburg. In 28 von 40 Großstädten bestehen in den Volks- lbliotheken neben der Ausleihebibliothek noch Lesesüle. Doch Ijeint sich allmählich die Uebcrzengung Bahn zu brechen, daß ie ^lnsleckchibliothek bei weitem die wichtigere Einrichtung ist. - Ungünstiger ist das Verhältnis in den Mittelstädten zwischen 0 000 und 100 000'Einw2hn.ern. Dr. Schultze kommt zu dcnn ächlusse, daß in diesen Städten das Volksöibliothekstvesen im ierh ntnis twd) rreiter als in den Großstädten zurück ist ^Da- ci ist die Verbreitung guten Lesestoffes in den kleineren Städten lcht minder toichtig. Denn wie der Großstädter ohne gute Lest ü.rc in Gc,ahr gerät, in seichten Vergilügnngen zu versumpfen, _> kommt der Kleinstädter in Gefahr, in Klatschsucht und K^rch- '.rrmnckeressen zu versauern. So gering selbst in den Groß- Üvten die Zahlen namentlich im Vergleich mit den amerikantzwen stwhulttiissen erscheinen, so klingt doch ungleich ungünstiger, aas der Aufsatz über die l an d l i ch e n Vo l ks b i b l ro t he k e n ■i berichten weiß. Zwar sei n i ch t e i n e c i n z i g e g r ö ß e re Schenkung für ländliche Volksbibliotheken gemacht ;l)T0€u, um) wenn sich nicht gemeinnützige Geselllchaften, Kreis- us.chnsse und Regierungen ihrer eifrig angenommen hatten, ,üroe es lwch viel bedauerlicher mit ihnen bedeckt sein. Gibt ai doch ruuy einem gleichzeitig erschienenen Aussätze desselben
Verfassers über „die Volksbibliothcken der deutschen Dörfer" schätzungsweise 5000—6000 solcher kleiner ländlicher Votrsbiblio- theken allein im deutschen Reithe! (Bei uns in Ob er Hess en besitzen bereits die meisten Orte folche Bibliotheken. 2. Red.) Daß hier ein furchtbarer Boden zu bearbeiten nt, zeigen dw Ans- ziwe, die der Aufsatz aus den Jahresberichten der genannten Stuftung mitteilt. Wickwend indessen die Städte ganz gut für ssch selbst sorgen können, wo erst einmal die Erlennrnis von der s)rotw endig leit der Volksbibliothest:: durchgedrungen ist, ergibt sich doch aus Dr. Ernst Schultzes Untersuchungen glerchzertig, daß das flache Land noch sehr der Hilfe bedarf. D'.e. Tätigkeit ber Deutschen Dickter-Gedächtn!s-Stiftung in Hamburg-Grotzdorsiel verdient deshalb' alle Anerkennung und vor allem tatkräftige Förderung durch alle Kultur freunde.
— Von der Fran eines berühmten Gelehrten. Hebet' Nobert M ay e rs, des berühmten Naturforschers, Wärme- theoretckers und Entdeckers des Satzes von der ^Erhaltung der lebendigen Krait", Frau macht Eugen Tührmg eine höchst m- leresfauie iüiittellung. Mayer, der Galilei des 19. Jahrhunderts, ivar cuva em Jahr lang in einer Üaltwasserhellanitalt znmngs- weiie, obwohl er geistig gesund war, als Irrer behandelt, in die Zwangsjacke gesteckt und von einem Obermedizmalrat be- arbeitet, er solle cinsehen, daß das von ihm entdeckte Gesetz Un|mn fcl Mayer, der selber Älrzt ivar, entging knapp dem Tode, derart setzte ihm diese skandalöseste aller psnchmtrischen Versehlungen zu. Tie dlachrede blieb außerdem bestehen,, daß der geiUvolle noricher einmal nicht recht im Stopfe gewesen sei, und dieser Umstand zehrte nicht wenig am Lebensweg des großen Niannes. Kurz vor seuieln Tove (1878) weihte Mayer in Wildbad, wo lieh zmallig der Anwalt seines Forscherruhms, Eugen Dühring, aufhielt, düsen in die unglaublichen Vorgänge ein, die zur Jrrenbehandlung und zur Zwangsjacke geführt halten. Dühring hat diese authentischen Allt leilungen aus Stöbert Mauers Munde in seiner Lchnit iiber ucit Heilbronner Forscher veröffentlicht, mit Rücksicht aber am MayerS Familie an einzelnen Personen noc() Schonung geübt, die nunmehr, nach 30 Jahren, gegenstandslos geworden i|t, so daß er über Players Frau jetzt folgendes mitteilt: .Ich nehme letzt kemen Anstand, die früher verhältnismäßig noch zurückhaltenden Andeul- ungen und Slreimngen dahm zuianunenzu'asjen, da,; Alayers Frau, aus Herrschsucht und allzu geivöhnlicher Sumeswetje, die Haupv schuldige an der Jrrensesthaltung gewesen. Sie baue die Herrschaft nn Hause an sich gerissen, bie Kinder ganz nach sich erzogen und unter ihre ausschließliche Botmäßigkeit gebracht. Al a y e r sollte sich nicht rühren, seiner naturivislenschaitlichen Entdeckung ivegen nicht einmal Unruhe verspüren lallen. Die ordinäre Tenst
weise der Frau, mic zu erklärlich durch das Herslanrinen au5 krämerhaster Sphäre, sah in den rvisseiischastlichen Umeriiehmungen ihres Alannes nur eine, Driickkosten mit) allerlei Un gelegen heitern verursache,ide Torbeit, ja schließlich Narrheit. Sie hat demgemätzi Mayer, wie bei dessen Lebzeiten, so auch nach deßen -rode nicht bloß passiv verraten, soiidern sich aktiv an den Alachilialtonen gegen ihn beteiligt." Nach den, Tode ihres Mannes, so fühlt DuhrmA weiter aus, versorgten sich gerade zlveiselhafte oder falsche ^reunbe Mayers mit SchrNlstücken und Lachen, die sich gegen Alayer oer- weilen ließen, ivährelid der Schein vom Gegenteil eriveckt wiirde. Wenn also die Fratl des Sokrates ferne Xanthippe war, so war Mayers Frau jcnemnUS eine solche und ludjt einmal so harmlos. Uebiigens halte anch der schwedische berühmte Naturwr,cher Karl v. Linnö eine recht böse Sieben zur Fratl, einen Hailsdracheii, den er eüist — aus Liebe geheiratet hatte.
— Die Ausbildung der linken Hand. Auf Veranlassung dcs Professors Walter Simon in Königsberg, der, für den Gedanken, daß der linken Hand dieselbe Ausockdnng gebühre wie der rechten, nach Wilhelm Jordans Vorgänge (der Dichter hat einen großen Teil seiner „Nibelungen" mit der linken Hand nieder geschrieben) schon ntehrfach literarisch eingetreten ist, sitid in der dortigen 8. Madchenvolksschule vor einem Jahre^Kurie zur llcoung l uns händig er Tätigkeit auf allen Stufen der Scyule eingerichtet worden. Der Unterricht wurde in zwei bis sechs stunden wöchentlich außerhalb der eigentlichen Schulstunden erteilt. Das sehr erfreuliche Ergebnis dieses Unterrichts, der fichaus <xi}vcibcn, Z^chnen und Handarbeiten erstreckte, liegt jetzt in einer Anstellung vor, die in den Släuinen der geimmiten Mstalt veranstaltet worden ist.
— Kleine Kunstchronik. In Laubach wird Professor Dr. Werner aus Beltsheim an mehreren Abenden im Oktober und November über die den tsche Malerei im 19. Jahrhundert Vorträge halten, vornehmlich über Richter, Schwind, Menzel, Böcklin, Thoma und Klinger. Die Vorträge werden durch Llckllbtlder veranschatilicht werden. In Frankfurt starb mt Alter von 72 Jahren Prof. Gelhaar, Organist der deutsch- refounierten Kirche rnmb Lehrer am Hochschen Konservatorium. — Die Archäowgifcl-e Gesellschaft zu A t he n beschloß, dem verstorbenen P tünche ne r Professor Furtwäiigle r ein Deiikmal zu errichten, seine Mitarbeiter bei der Fortsetzung der Ausgrabmlgen. zu unterstützen und die Ergebnisse der Ausgrabungen auf ihre Kosten zu veröffentlichcii. Der Kronprinz von Grieck>cnla:rd, welck-er Vorsitzender der Gesellschaft ist, stimmte dem Beschlüsse zu.


