Werteilen solle. Die ganz kleinen Einkommen, etwa bis 900 Mark, könne man verschonen.
Herr Fourier führt noch aus, baß ber Bürgerverein Int der Sache nichts getan habe, trotzdem er in einem Eingesandt 'dies behauptet habe. Er sei der Ansicht, daß die fetzige Vorlage eher eine Verschlechterung als eine Verbesserung bedeute.
Derr Vetters ist an und für sich aus Achtung vor der Selbstverwaltung gegen die Erhebung des Protestes, bittet aber, wenn man Protest erhebe, die Protestpunkte. genau zu prüfen.
Letzteres hält Herr Wohlmuth für selbstverständlich; er betont weiter, daß man im Mieterverein nicht seine Parteigrundsätze betonen solle, denn das sei nicht der Zweck des Vereins, sondern die Vertretung der Allen gemeinjämm Interessen.
Nach weiterer kurzer Debatte wird gegen zwei Stimmen beschlossen, den Protest beim Kreisamt zu erheben.
Herr Wohlmuth betonte dann noch die Notwendigkeit, daß sich alle Kreise, auch die Beamtenschaft, an den Stadt- verordnetenwahlen beteiligen. Hierzu solle der Mieterverein beitragen. Der Redner machte dann noch Mitteilungen über die beabsichtigten Maßnahmen, um dem Verein recht viele Mitglieder zuzuführen. Der Beitrag solle, um eine allgemeine Beteiligung zu erzielen, auf 1 Mk. jährlich bemessen werden.
Tse Versammlung ist mit der beabsichtigten Propaganda einverstanden und kooptiert Herrn Bankbeamten L. Beck in den provisorischen Vorstand.
Nach J/212 Uhr erreichte die Versammlung ihr Ende.
Kom Taunusrenneu um Sen Käferpreis.
Nachdruck verboten.
Die 118 Kilometer lange Straßenstrecke, auf der sich am 1 tL Luni der große Wettkamps um den Kaiserpreis abspielen wird, führt durch die schönsten Partien des Taunus. Der größte Teil der Strecke diente schon im Jahre 1804 zur Gorbon-Vennet-Fahrt. Tie diesjährige Strecke bietet in dem neu hinzugekommenen Stück, von Weilburg bis nach Esch, wohl miMiüje Stellen, an denen der Wageniützrer die Augen osten halten muß; keineswegs sind jedoch so schwere fahrtechnische Rastel zu lösen, wie im Jahre 1904 bei Kirberg, Neu- Hos und Eschenhahn. Wenige Kilometer von Homburg v. d. H., nahe dem Klo Her Trohn, werden sich die Tribünen erheben. Start und Ziel befinden sich zunächst der Saalburg. Die Landstraße läuft hier mehrere Ktlomeier schnurgerade mit sanfter Anzeigung iu der Fahrtrichtung. Durch diesen günstigen Umstand ist es möglich, die Rennwagen längere Zeit im Auge zu behalten. Die Wafierfcheide des Taunus wirb demnächst überschritten und die Fahrt geht bis zur Lahn andauernd bergab. Die erste zu passierende Trrschafr ist Wehrheim, welches 330 Meter über Meereshöhe liegt. Bis Ufuigen faUr dann die Straße bis zu Meter. Zwischen dem Hohonoerg (414 Meter) und der Hohenschneid (456 Meter) führt die Straße in sanften Windungen nach Grävenwiesbach. Bei Weilburg, welches nur in langsamem Tempo durchfahren werden kann, erreicht die Streue ihren Tiefstand mit 190 Meter überm Meer. Die seiiherige nordwejlliehe Richtung der Fahrt ändert sieg nunmehr. In südlicher Richtung verlajsen wir Weilburg, in leichten Kurven führt hie Straße üoer Esiershausen, Ernftyaujen und Lützendorf nach lWeilmünirer. Sanft geht es , dann wieder bergan. Die Walder mnd Wiesen des Weilials, die die Straßen umjäumen, müßten die Fahrt durch diesen 2eu der Streite zu einem wirklichen Genug itempeln, wenn nicht hier gleichzeitig die Vorbedingungen zur Entfaltung der größten Schnelligteit gegeben wären. Licyer wird aus diesem Teil der Strecke heiß gekämpst werden, denn bald häufen sich auf der Bahn ernste Schwierigkeiren, welche ein Ueberholen des Gegners läum gestatten. Dem Weftbacy entlang führt die Streue über Winden und Emmershausen nach Rod an der Weil, um bei Riedelbach bis zur Höhe von 4ua Meter anzusteigen. Hinter Riebelbach biegt die Straße nach südwestlicher Richtung pb nach Esch, um von dort direkt nach Osten umzukehren.
Uever Glashütten (550) geht es nach Königstein. Hier beginnt die Straße gewaltig zu fallen und jetzt muß scharf auf- gepaßt werden. Eronberg süoliip liegen la,send, geht die wilde Jagd vorbei an den herrlichen Kaitanieiiwäldern und dem Schlosse Friedrichshof, der einstigen Rejidenz der Kaiserin Friedrich. Von Königstein nach Oberursel sind ungefähr acht Kilometer, auf dieser Strecke hat die Straße 200 Meter Fall. Bei Ooerursel wendet sich die Straße nach Norden, vorbei an Homburg und Dornholzhausen, um bei etwas üoer hundert Meter Steigung das Ziel tun der Saalburg zu erreichen.
Die schwierigsten Aufgaben haben die Fahrer zweifellos zwischen Rod an der Weil und Oberursel zu lö,en. Naturfchönheilen bietet der Kurs in verschwenden, cher Fülle. Die Geichwmdig- keit, welche die Fahrer beim Taunusrennen entwickeln werden, dürfte nach Aussagen von Beteiligten, die zurzeit schon allmorgendlich ihre Trainingsjahrten auf der Strene machen, 70 Kilometer in der Stunde kaum erreichen. Vielleicht noch nicht einmal diese Geschwindigkeit. Die vielen zu passierenden Orte, die diesesmal nicht neutralisiert sind, werden ihre hemmende Wirkung geltend machen. Die Strecke i,t viermal zu durchfahren. Nerven von Stahl und sichere Äugen und Hände müijen die Wagenlenter mitbringen, um bei der zehnstündigen Jagd nach der kostbaren Trophäe des Kaisers nicht zu erliegen.
F. E. M.
Aus mit
Sprechstunden der Redaktion:
i/3 12—1 Uhr vorm., V2 7—y2 8 Uhr naajm., (mit Ausnahme von .Samstag und Sonntag).
Gießen, 19. April.
*• Parlamentarisches aus Hessen. Der Gesetz, gebungsausschuß der 2. Kammer ist am Mittwoch zur Beratung der Regierungsvorlage, betr. das Jagdgesetz, zu- sammengetretcn. Die Regelung dieser Materie ist rechl schwierig, in der besonders auf die Wahrung der rechtlichen Interessen der Gemeinde Rücksicht genommen werden muß. Der Ausschuß hofft indes, die vorläuftge Beratung darüber in der Freitagssitzung zu Ende zu bringen und dann in der nächsten Woche in gemeinsamer Beratung mit der Negierung die Vorlage zur Erledigung zu bringen. — Die Plenarsitzungen der 2. Ständekammer werden voraussichtlich Anfang Mai beginnen, aber nicht von langer Dauer sein, da es an dem nötigen spriichreifen Beratungsmaterial mangelt. Außer der Nebenbahnoorlage und dem Jagdgesetzentwurf werden noch zahlreiche kleinere Vorlagen und Anträge zur Beratung gelangen, doch dürfte die Kammer in höchstens zwei Wochen damit fertig werden. Das Hauptgewicht wird dann in die Ausschüsse zu verlegen sein, damit in einer längeren Herbsttagung besonders schwierige Arbeiten, wie z. B. die VerwaltungSgesetzrevision, zur Beratung gebracht werden können. In den nächsten Tagen wird der Kammer auch eine Bach. gesetznovelle mit sehr ausführlicher Begründung zugehen, in der besonders die Jntereffen und Rechte der mit Wasser- kraft arbeitenden Mühlenbesitzer und Gewerbetreibenden ge- wahrt werden sollen.
„ -Vl°r>ill,ial.Auslchutz. Di- L-rl°gung b-s
Bahnhofs Vilbel hafte den Provinzial-Ausscyuß bereits m einer 1 einer letzten Sitzungen beschäftig! und zwar handelte es sich damals -um die Enteignung von hierzu notwendigen Gntndüucken. In dem am 17. d M. zur Verhandlung anstehenden Fall war die egcylagc folgende: Zur Vornahme von Ausftemungs- und Vermef,ungsarbeiren auf einer Anzahl von Grund zücken hatte Die Koni gl. Eisenbahndirellwn Frankfurt a yjL bei den Besitzern um die Erlaubnis zum Betreten der G undstüLe nachgesuchl. Liese wurde auch in ja,t allen Fällen erteilt und nur einige, wenige Besitzer verweigerten die Erlaubnis Die
• Kleine Tageschronik. In Weimar schoß sich der vermögende Großkaufmann Türk in selbstmörderischer Absicht in die Brust. Er wurde schwepverletzt in eine Klinik gebracht. Das Motiv der Tat ist noch unbekannt. — Zwei Unbekannte überfielen einen L andb r ie f t r ä g er unweit des lothringischen Ortes Fench und raubten ihm 903 Mk. Darauf banden |ie ihn mit Eisendraht an einen Baum. — In Aschersleben erkrankten nach dem Genüsse von Hackfl ei sch in fünf Familien 12 Personen, von denen drei schwer krank sind. — Bei Biesdorf -Nord (Prov. Brandenburg) wurde der Dachdeckermeister Haensch aus Kaulsdorf nebst seinem ling von einem Güterzuge getötet. Wie gemeldet wird, trifft die Opfer keine Schuld, da die Bahnschranken nicht geschlossen waren. — Der Hauptmann im Stargarder Grenadierregiment von Belkow hat sich aus Gram über den Tod seiner Gattin erschossen. — In Horstermark (Rheinl.) warf einWirt steine von ihm getrennt lebende Ehefrau aus dem dritten Stockwerk aus die Straße. Sie wurde tödlich verletzt. Der Täter wurde verhaftet. — Auf der Strecke Rittershausen- Ro nsdo r f bezw. Beyenburg ist ein Arbeiterzug mit einem Güterzuge zusarnmengestoßen. Ein Bremser blieb sofort tot. Der Lokonwtivführer de§ Güterzuges ist schwer verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Die Strecken nach Rousporf und Beyenburg sind gesperrt. — Zn Chemnitz hat der Großindustrielle Bruno Falke, der dieser Tage auf einer Weltreise an Herzschwäche verstorben ist, die Stadt Chemnitz zur Haupierbin seines zwei Millionen betragenden Vermögens eingelegt — Der König bon wachsen hat bon seinem Begnadigungsrecht gegenüber dem 26 jcchrigeu Lu st mörder Artur Schilling aus Chemnitz, der ein Schulmädchen ermordet hat, keinen Gebrauch gemacht Das Todesurteil wird am nächsten Donnerstag auf dem Hose des Dresdener Landgerichtes vollzogen werden. — In Mailand steckte die wahnsinnig gewordene Marchesa Ramblet ihr Haus in Brand. Sie empfing die Feuerwehr mit Revolverschüssen. Bei dem Versuche, auf einer Leiter von der Straße aus einzudringen, stürzte die Leiter um. Zwei Feuerwehrmänner wurden schwer verletzt, einer davon tödlich. — In Wien erregt die Tatsache, daß Frau Charles Rothschild, geborene Wartheimstein, die erst am 6. Februar dieses Jahres ihrem Gatten angetraut wurde, seit zwei Tagen ins Haus ihres Vaters in Großwardein zurückgekehrt ist
Eisenbahndirektion sah sich daher genötigt, gegen diese gemäß Artikel 3, Absatz 2 des Enleignungsgesetzes Antrag zu stellen. Dieser Artikel besagt, daß der Provinzial-Ausschuß zu entscheiden habe, ob, in welcher Weise und in welchem Umfange Handlungen, welche zur Vorbereitung eines die Enteignung rechtfertigenden Unternehmens erforderlich sind, von dem Unternehmer vorgenommen werden dürfen, wenn eine gütliche Einigung nicht zu erzielen war. Der Provinzial-Ausschuß entschied am 17., daß die Eisenbahndirektion befugt fei, zur Vornahme der fraglichen Arbeiten die in Frage kommenden Grundstücke in vollem Umfange zu betreten, vorbehaltlich des Ersatzes des hierdurch entstehenden Schadens.
** Ernennung. Wie wir hören, ist der seit einigen Jahren bei der Kaiserl. deutschen Gesandtschaft in Kopenhagen angestellte Beamte Melchior Ranft vom Kaiser zum Hofrat ernannt worden. — Hofrat Ranft wurde am 18. Oktober 1853 in Beuern (Kreis Gießen) als jüngster Sohn des verslorbeneii Kaufmanns Kaspar Ranft und seiner Ehefrau Margarekha, geb. Weimar, geboren. Er erhielt seine erste Ausbildung hier in Gießen und Siegen, ftubierte daun in Marburg, Würzburg und Göttingen Mathematik und Philosophie, war mehrere Jahre hindurch als Lehrer in Norwegen tätig und trat Anfang der achtziger Jahre in den auswärtigen Dienst des Deutscyen Reiches ein. Während seiner langjährigen Tätigkeit als Sekretär der Kaiserl. Generalkonsulate in Kopenhagen und zuletzt in Prag hat er sich die Zufriedenheit und das Vertrauen seiner vorgesetzten Dienstbehörde zu erwerben gewußt. In Anerkennung seiner pflichtgetreuen und ersprießlichen Dienitc ist ihm nunniehr jene Auszeichnung zutell geworden.
** Der „Gaoelsoerger Stenographen-Verei 11" hielt dieser Tage im „Eaftz Ebel" seine Hauptversammlung ab. Der von dem 1. Schriftiührer crjtatieie. Jahresbericht zeigte wiederum eine rege Tätigkeit des Vereins in dem abgelaufenen Jahre; die Mitgliederzahl betrug am Schlüsse des Jahres 106. Äuch der durch Den Rechner verlesene Kaiienvericht zeigte erfreulicherweise trotz großer Ausgaben einen beträchtlichen ttauenbeftand. In den Vorstand wurden wiedergeivühlt: Großh. Ärcisamts- Büreanvoriteher Ed. Scytsinie, 1. Vorfitzenoer; Leyrer Eg. Kling, 2. Vorsitzender; Materialverwalter Gg. Fritzsch, 1. Schriftführer; Polizeigehilfe A. Karnoach, 2. Schriftführer; Agent Will). Jull- rnann, Rechner. An totene des ]eiterigere Bücyerwarts Fried r. Gräf, der wegen Wegzugs von hier das Amt nicht wieder übernehmen konnte, wuroe Bucyhänoler Wilh. Schneider gewählt. Die Beteiligung an den von dem Verein ausgefcyrieoeiüui Monals- arbeften war eine sehr rege, die Herren Karl Stroh, Wilh. Gilbert, Ludw. Petri, Feldwebel Hechler, Sergeant Strauo und Heinr. Dölt tonnten dabet mit Auszeichnungen bedacht werden. Zu dem am 15. April l. I. eröfftieten Ansängcrkurs haben sich 28 Teilnehmer angemelüeft
** Ein „nreiswahlverein der deutsch fozialvn Partei für den Wahlkreis G ießen-Gr ünb er g - Nidda-Gedern" ist, wie wir erfahren, kürzlich hier gegründet worden. Wahlireisvorfitzender wurde Oberlehrer Dr. Werner, zweiter Vorsitzender Landwirt Fencyel in Ober- Hörgern, dritter Pfarrer S ch i ck - Oueaborn, Schriftführer bezw. Rechner Lehrer Kling und Architekt Wag ft er.
** Heber die Kanalisierung oes Mains von Offenbach bis Aschaffenburg ist zwischen der preußischen, bayerischen, badischen und hessischen Regierung ein Uebereinkommen getroffen worden. Ter Wortlaut des Vertrages wird jetzt im Regierungsblatt bekannt gegeben. — Die preußische Regierung übernimmt die Kanalisierung der Strecke Ostenbacy—Hanau und die bayerische Regierung die der Strecke Hanau—Aschaffenburgs Tie badische und die hessische Regierung erteilen zur Ausführung des vorbezeichneten Unternehmens ihre Zustimmung. Der Beginn der Bauarbeiten bleibt solange aufgejchoben, bis die Frage der Einführung von Schiffayrtsab- gaben auf oem Rhein und den Ma in im Einverständnis oer vertragschließenden Siaaten geregelt ist. Die vertragschließenden Staaten gehen davon cus, daß hierdurch ihrer Stellungnahme zur Frage der Einführung der Schistahrts- atigaben im Rheingeoiet in feiner Weise vorgegrisfen wird. Die Ausführung der Kanalisierung^werte soll aus der Strecke Offenbacy—Hanau innerhalb drei Jahren nnd auf der Strecke Hanau—Aschaffenburg innerhalb jünf Jahren nach Herbeiführung der oben erwähnten Regelung vollendet sein; doch können diese Termine durch Berembarung der beiden unternehmenden Regierungen beliebig verändert werden.
"DleVereinigungfürgerichtliche Psychologie und Psychiatrie in Hessen hält am 4. Mai in Darmstadt die 6. Versammlung ab. Rach Besichtigung des Promnz- arresthauseS findet Oie Sitzung im Saalbau statt, wo Dr. iued. Waldschmidt-Charlottenburg über „die Behandlung der Alkoholisiert" sprechen wird.
ck. Klein-Linden, 13. April. Durch einen ungenannten Herrn wurden der neugegründeten hiesigen Volksbibliothek 2 3 neue Bücher im Werte von ad Mk. überwiesen. Tie Lücherjchenkungen von zwei anderen Herren vermehrten den Bücherbestand um 22 Bande, sodaß jetzt 198 Nummern ausgegeben werden können.
W. Leihgestern, 18. April. Am 24. April findet hier die Beigeordnetenwahl statt. Da der seitherige Beigeordnete die Wiederwahl abgelehnt hat, so wird um das Mandat ein heißer Kampf enturennen.
-=i>. Friedberg, 18. April. Die Chor sch ule an der Stadtkirche feierte am Sonntag ihr 25-jähriges Bestehen durcy einen Festgottesdienst in der Stadtkirche und einen Famftienabend im Hotel Trapp. Neben der aus Schülern der Musterichule sowie des Gymnasiums und der Realschule zusammengesetzten Chorschule wirkte ein aus ehemaligen Chor- ichülern geblldeter Aiännerchor von 24 auserlesenen Stimmen, außerdem ein Solist, ein Viotinchor und die Orgel mit. Sämtliche Nummern des reichhaltigen Programvls fanden eine Erledigung, die sowohl der Tüchtigkeit des Dirigenten., wie auch der der Mitwirkenden ein glänzendes Zeugnis ausstellte. Besonderer Erwähnung verdienen wohl neben dem Choral ans der Psingstkantate von I. S. Bach („Komm, heftiger Geist, Herre Gott") noch der dNännerchor „Wohin soll ich mich wenden?" aus der „Deutschen Messe" von Schubert, sowie der von Reinhold Lichey (Aachen- der Chorschule zu ihrem 25 -jährigen Jubiläum gewidmete Festgesang jauchzet dem Herrn, alle Wett". Eine dankenswerte Beigabe erhielt dasgedructte Programm durch emen lleberolick üoer die „Geschichte der Kirchen- muftk an der StA^lkirche zu Friedberg", und em „Verzeichnis der Kantoren und Org^niften an der Stadckirche seit 1712"'. Der bei der Familienfeier dargeöotene „Vortrag über die GeNhichte der Kirchenmusik an der Stadtkirche zu Friedberg" bot recht Interessantes über ein bisher noch ganz unerforschtes und unbearbefteces Gebiet hessischer Kirchen- geschichte und soll, wie wir hören, durch den Druck weiteren Kreisen zugänglich geviacht werden.
Werdorf a, d. Dill, 19. April. Unser Lehrer Ernst Rehorn hat als erster im Kreise Wetzlar Jugend spiele emgeführt. Soweft die Einführung soicyer Sp^e aus Riangel an Mftkeln zur Beschaffung von Spie^gerätschaften behindert ift, hat der Lreisausfthuß veschwssen, ans feinem Verfugungs- bestand Leihülien zu gewähren. — Die Geißler'scye Gastwirt ich a s t ist vom Pächter des Fürstlichen Hofgutes Hahn um 11000 Mk. erworben worden und geht am 1. Mai an ihn über.
8 Schönbach (Dill), 18. April. Innerhalb drei Jahren feierten in unserem Dörfchen sechs Eheleute die goldene Hochzeit. Die unserer Handarbeitslehrerin, die 50 Jahre lang als solche hier fungiert hat, ift die sieoente. linier früheres Ortsvberhauvt bLöbei aber wird Hoffentlich 1908 sein: ei lern es Hochzeitsfest begehen, was gier feit Menschen- gedenken nicht vorgekommen ist.
Kuiiji und
— Der Erfinder der Fern-Photographie, Pro- fessor Korn in München, stellte in den beiden letzten Tage^ Versuche mit der Fern-Photographie zwischen Berlin und München an, die ein glanzendes Resultat ergaben. Sämtliche acht Photograpyien, die zwischen München und Berlin telegraphiert wurden, glückten vollständige und zeigten eine srchi'pante Aehnlichkeit. Ein gleicher Versuch soll demnächst zwischen München und Wien gemacht werden.
— I m Berliner Theater wollte Ferdinaiw Bonn vor geladenen Gästen sein Stück „D e r j u n g e F r i tz" aufführen; Poiizeiofsiziere wandten sich cm das Publikum mft dem Er>. suchen, daS Theater zu verlassen, da das Stück nicht freigegeben sei. Direktor Bonn trat vor dpi Vorhang und protestierte gegen das Verbot, während Polizeioffiziere Anstallen trafen zur Räumung des Hauses. Jetzt gebot Bonn bon einer Loge Ruhe und sagte u. a.: „Ob die Polizei sich auf dem Booen des Gesetzes befindet, ist vorläufig nicht unsere Sache, zu entscheiden. Jedenfalls aber haben wir als anständige Staatsbürger die Verpflichtung, zu gehorchen; ich bftte Sie also, mir zuliebe nach Hanse zu gehen! Morgen gehe ich zum Kaiser unb beschwere mich." Das Pnbliknrn verließ langsam das Theater. Das Stück behandelt eine Episode ans der Jngendzeft des „Alten Fritz". Er hat ein Verhältnis mft einer polnischen Gräfin, will entfliehen, wird aber gefangen; fein Freund, Leutnaiu Katte, wird hingerichtet. Bonn gibt daneben Anekdotisches aus dem TabaL- wllegium zum besten.
— Prinz Arnulf von Bayern trat am 17. ds. Mts. m Begleitung von Prvfeffor Rierzbacher, des Geologen Dn Leuchs und des Präparawrs Rockinger eine Reise nachZen- tral-Asien an. Die Reise, die jagdlichen uni> wissenschaftlichen Zwecken, sowie der Erforschung des Thian-Schan dient, ist auf acht bis neun Monate berechnet.
Gerichts-aal.
h. Mainz, 18. April. Ter Gerichtshof verkündete heut« mittag 12 Uhr das Urteil int Bubesheimer Welri'äljcher- prozeß. Der Kellermeister Paulus und der frühere Gejchäiisiühler Deubel wurden zu je 2 Monaten Gefängnis unb 1000 Mk. Gelb- ftraie, ber frühere Geschäftsführer Modrow zu einem Monat Ge- längnis und 600 Mk. Geldstrafe verurieilt, mahrenb der jetzige Geschäftsführer mangelns Beweise sreigesprochen wurde.
+ Marburg, 18. April. Las Schöffengericht verurteilt« heute zwei Studenten, bis wiberrechllich ins Wachilokal ein* gebrungeii waren, zu je 8 Tagen Gefängnis. Die anberen Stubenien, bte Nachlschutzleule beleibigt hallen, kamen mit 20, 30 unb 50 Mk. Gelbstrafe bauen.
Elberfeld, 18. April. Das Schwurgericht verurteilie den Sparkaffenrendanten Atüller aus Sonsbors wegen U n t e r j ch l a g n n g von über 100000 Mark unb wegen Ur- kniibenfälschung zu iv e i Jahren Zuchthaus.
Sch n eib e muh l, 18. April. Wegen schwerer Urknnben- f ä l f ch u n g mürbe bieHanbelslehrerin Marie Franke aus Polsbam vom hiesigen Schwurgerichte zu z m e i Ri 0 n a t e u Gefängnis verurteilt.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank tUr Handel und Industrie, Giessen.
Frank tarier Morrne. 19. April, 1.15 Uhr.
3j$°/o Reichsanleihe . . 95.65 3% do. . . 84.75 3/4% Kousols .... 95.80 6% do.....84.75
3>5% Hessen . . . 95.00
o>j% überliessen . . .--
4 2» Uesterr. Goldrente. . 99 30 4% ?o Oesterr. öüberreute 99.05 4^o Ungar. Goldrente . . 94.60 4% Italien. Reute ... —■— 3% Portugiesen tierie I . 67.50 3% Portugiesen „ 111 68.20 4>$ % russ.ätaatsanl. 190a 91.20 4>$u,0 japau. ötaatsanleihe 93.2u 1% Couv.Türken von luuö 94.oU Türkenlose ... . . 14U.80
Griech. Monopol-Aul. 50 lu 4% äussere Argentinier . 86.75 0% SiexiKauer . . . 66.UU
4>«,% Chinesen .... 97.40 Aktien:
Bochum Guss.....221.00
Buaerus h. W .... —.—
Tendenz: fest.
Elektnz. Lahmeyer . . . 128.20 Elektnz. Bchuckert . . . 114.25 Eschweiler Bergwerk . . 232.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 2JO.OO Hamburg-Amehk. raketL 127.70 Harpeuer Bergwerk. . . 210.50 Laurahütte..... 226.00
Nordd. Lloyd.....125.80
Ubeischles. Eisen-Industrie HüJlo Berliner Haudelsges . . 158.25 Darmstädter Bank 132.80
Deutsche Bank . . . 23b JO
Deutsch-Asiat Bank . . 171 25 Diskouto-Kommauait. . . 172 75 Dresauer Bank . . . 146.00 Kieaitaktieu..... 207^0
Baltimore- und Ohio-
Bisenlaun . . . 97.80
Gottuajdbahn . . . . —
LoiuoaitL Eisenbahn . , 24 00 Uesterr. ätaaisoaun . . . 143.40 t'ruice-Heun-Eisenbahn . 136.50
berliner Börse, 19. ApriL Anfangskurse.
üauada E. B......175.60
Darmstädter Bank . . . 132.6b
Deutscue Bank .... —
Dortmunaer-Union C. . . 75.10 Dresdner Bank .... 145.90
Teuaeju; ruhig.
Harpeuer Bergwerk. Laurauütte . . ..omuarden E. B.
Aordd. Lloyd . . . l ürKenlose .
210.25 . 226.50 . 2D60 ' 140*20
RLeßmers Thee id t r b in hunbernausenb Familien unb an mehreren Hoihattiingen geiruuken. Lurch ihn Haven viele ben hohen Genlli;, ben ieiner Tyee für wenig Gelb bieiet, ei|t feiuieit geleint, sftib Theeirmter geiuoiben unb haben die Marte Meßmer in ihren Kreisen weiter empiohlen. lsa,7/e


