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frfcfjthtt tSgllH mit Ausnahme be3 Sonntags.
Oie ..Gietzener §am!ttend!3Uer" werden dem Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das !(rd ’Jlctt ftir den Kreis Gichen" zweimal oSchentltch. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Blatt LF'?. Jahrgang
Mittwoch Uk Oktober 190?
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Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGreßen.
- Aus u ung 6er :?a«tUHen Kerstcherungs- chstrtzi.'.
Bekanntlich iuirb beabsichtigt, für die Privatbeamten eine Gliche Pensionsv^rsicherung einzusühren, und zu diesem bat eine Enquete darüber stattgefunden, ob die Ein- tung einer besonderen Kasse oder Angliederung an das laliditätsoersicherungsgesetz wünschenswert wäre. Das illtat war, daß eine enorme Mehrheit für Schaffung )r besonderen Kasseneinrichtung sich erklärte. Angesichts Rus cs, dessen sich unsere staatliche Gesetzgebung im all- T einen erfreut, nruß dies etwas stutzig machen, und wer ter die Kulissen sieht, muß wahrnehmen, daß auch in die- : Fall richt alles Gold ist was glänzt. Gewiß müßten Einrichtungen segensreich wirken, aber es kommt dabei )L auf das Gesetz allein an, sondern vor allen auf den st, in welchem die Bestimmungen ausgeführt werden.
dieser Hinsicht werden aber in Deutschland gar ,c Klagen laut, aus denen hervorgeht, daß von wirksozialem Empfinden bei den Behörden, denen die 'chsührung der Versicherungsbestimmungen obliegt, m etwas zu merken ist, und daß ■ der bei uns iche Bureauiratismus nicht in letzter Linie daran Schuld wenn die Versicherungsgesetzgebung mangelhaft funktio- ct. Schon das ganze System des Markenklebens ist über- . umständlich. Aber alle das ginge noch hin, wenn im cstfalle die Mrsorge prompt eingreifen würde. Man darf ll vergessen, daß die staatliche Hilfe keineswegs lediglich Losten des Staates geschieht, sondern daß Arbeitgeber » Arbeitnehmer die gesamten Beiträge zur Ausbringung Unkosten zu tragen haben. Aus diesem Grunde haben die sicherten ein um so größeres Anrecht darauf, daß ihnen das Schnellste die von chnen zu beanspruchende Hilfe >ährt wird, und es handelt sich dabei keineswegs um ein wsizimn des Staates, sondern um eine Gegenleistung für
Beiträge, genau wie bei einem privaten .Ber- rrnngsbetrage. Stattdessen ist die gewährte Hilfe meist ; unzureichend, die Krankengelder überaus gering und in : nungslosen Fällen versagt die SLaatshilfe meisterrs. Der at hat zwar verschiedene Anstalten für diese Zwecke einge- tet, auch von privater Seite geschieht gar manches, aber s bleibt doch weit hinter den Erfordernissen zurück, an beispielsweise ein Kranker sofortige Aufnahme in ?m Erholungsheim notwendig hat, so vergehen Monate, auf dem Instanzenwege eine gnädige Entscheidung, r, wie es in der Mehrzahl der Fall ist, ein ablehnender cheid erfolgt; inzwischen hat sich der Zustand des Kranken örtlich verschlechtert, wenn nicht gar der Tod bereits er- ist. Bei eingetretener vorzeitiger Invalidität dauert es .ulen mehrere Jahre, ehe der Zuspruch einer höchst mini- len Rente erfolgt, weil Dutzende von hochnotpeinlichen .ersuchungen vorgenommen werden, ob die betreffende son wirklich unterstützungsbedürftig ist. In der rschenzeit tarr.t der Aormste ruhig am Hungertuche nagen - sterben, wenn nicht die private Wohltätigkeit eiugegrif- hat. Tie Gewährung einer Rente nach einem Unfall, a>er die Erwerbsfähigkeit des davon Betroffenen einge- änkt oder gänzlich ausgehoben hat, stößt stets auf Schwie- .eiten, fast um jeden Pfennig wird gefeilscht, weil die llliche Versicherung möglichst wenig zahlen will, und es richt selten, daß eine Diente auf gerichtlichem Wege durch- cht werden muß. Ist es doch sogar vorgekommen, daß n Verunglückte dazu zwingen wollle, sich einer von ärzt- er Seite keineswegs als notwendig befundenen Operation
auf Leben und Tod zu unterziehen, nur weil die Verwaltung hoffte, nach eventueller Genesung eine geringere Rente zahlen zu können. Nach alledem ist es kein Wunder, wenn man in Deutschland, speziell in den Kreisen, die der Versicherungspflicht unterliegen, vielfach von deren Wirken keineswegs sehr erbaut ist, weil hier die gerade auf diesem Gebiete am allerwenigsten angebrachte bureaukratische .Schablone vorwaltet. Ebensowenig kann man es jetzt den deutschen Privatbeamten verdenken, wenn sie angesichts des Planes, auch für ihren Stand eine staatliche Pensions- Versicherung zu schaffen, darauf bestehen, eine Sondereinrichtung zu treffen, und sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, den jetzt bestehenden Instituten mit allen ihren Schattenseiten angegliedert zu werden.
Arrs SLcrSt und Land.
Gießen, 16. Okt. 1907. Schulgärten.
Mit Recht wird bei Schulhausneubauten auch Aufmerksamkeit auf die Anlage von Schulgärten gerichtet. Der Schulgarten soll das Muster eines Hausgartens und in allen Teilen ein anregendes und belehrendes Vorbild für die Gemeinde sein. Im Schulgarten soll gezeigt werden, welche Gewinne bei ordentlicher Pflege ein Hausgarten abwerfen kann. Gleichzeitig soll er als Anschauungsmittel für den naturkundlichen Unterricht Verwendung finden. Der Schulgarten soll keinen Reinertrag bezw. Geldgewinn abwerfen; sein Nutzen steht in der Verbreitung des Wissens und Könnens, in der Förderung der Lust und Liebe zum Gartenbau und Landwirtschaft. Zum Schulgarten soll ein möglichst günstig gelegenes Stück Land verwendet werden; es soll sich tunlichst in der Nähe des Schulgebäudes befinden. Im ländlichen Schulgarten wird das Hauptgewicht auf Gemüsebau, Obstbau, Blumenzucht und Anbau einiger landwirtschaftlicher Kulturpslanzen zu legen fein. Je nach den zur Verfügung stehenden Mitteln und dem Interesse des Leiters wird der Schulgarten eine größere Ausdehnung annehmen können, z. B. durch Hinzuziehung von Waldpflanzen, Gift-, Arznei- und Handelspflanzen, Sumpf- und Wasserpflanzen, Felspartien, Frühbeete, Einrichtung für Vogelschutz usw. WaS die Einteilung betrifft, so wird der Schulgarten zu trennen fein in den Obstgarten und in den Gemüsegarten. Die Rabatten können zur Blumenpflege verwendet werden, während Wegeeinfassungen, Mauern, Wände usw. zur Spalierzucht zu benutzen sind. Ter Obstbau im großen als Hochstammkultur wird wegen des meist beschränkten Raumes nur wenig Anwendung finden. Man wird sich daher nur auf die Anpflanzung von Zwerg-, Busch- und Spalierbäumen und Beerenobst beschränken. Kein Zweig des Gartenbaues hängt so am Alten wie der Gemüsebau. Im Schulgarten soll bei richtiger, zweckmäßiger Pflege vor allem der Wert der neueren Sorten geprüft und diese dann den Kindern und der Bevölkerung vorgeführt werden. Die Einteilung der Gemüsebeete muß regelmäßig und übersichtlich fein. Wie der Lehrer bei der Obstbaumpsiege auf die Lebensweise und Schädlichkeit der Insekten und die Art ihrer Vertilgung seine Schüler aufmerksam machen muß, ebenso muß er auch auf die Nützlichkeit der Vogelwelt Hinweisen und deren Hegung und Schonung besprechen. Der Vogelschutz im Schulgarten wird in
** Vom Groß h. Hose. I. K. H. die Groß her-, zogin folgte n. d. Darmst. Ztg. am Montag einer Einladung I. H. der Prinzessin Franz Josef von Battenbergs zum Mittagstisch und kehrte alsdann nach Jagdschloß Wolfsgarten zurück. — Der italienische und der spanische Ge-, sandte, Cavaliere Alberto Pansa und Don Louis Pvlo^ de Bernabe, besuchten am Montag abend das Hoftheater^ und folgten alsdann mit ihren Sekretären einer Änladung^ des Staatsministers Dr. Ewald zum Souper.
** Die Ausgabe neuer Z i n s s ch e i n b o g e n zu den 3V2prozent. Großh. Hess. Staatsschuldverschreibungen der Anleihe vom 1. Juni 1876 für weitere zehn' Jahre — erster Zinsschein am 15. Mai 1908 fällig —h findet bei der Staatsschuldenrasse, Luisenplatz 2, der Hess.^ Landeshypothekenbank, Heidelberger Straße 7, bei der Bank' für Handel und Industrie dahier und deren Niederlassung.- zu Frankfurt a. M., sowie bei sämtlichen Bezirkskassen und! dem Steueramt Gernsheim gegen Einreichung der Erneue-j rungsscheine (Zinsschein-Anweifungen) kostenfrei statt. Best, Einreichung der Zinsscheinanweisungen ist ein nach Num-> mern geordnetes Verzeichnis in zweifacher Ausfertigung! mitzuliefern. Das Formular hierzu wird von der Großh. Staatsschüldenkasse und den genannten Ausgabestellen aufi Verlangen unentgeltlich abgegeben.
** Der Verwalt ungsgesetzgebungs-Aus^ schuß hat Dienstag vormittag unter Vorsitz des Kammer-^ Präsidenten Haas seine Beratung über die Reform der' Verwaltungsgesetze wieder ausgenommen. Der Ausschuß» setzte die Beratung bei der Landgemeinde ordn un gf fort und zwar speziell über den umfangreichen Bescheids den die Negierung auf die auf Antrag der Abgg. Köhlers und liebet gefaßten Beschlüsse des LlusschusseS erteilt hat.. Nach 1 Uhr wurde die Veryandlung abgebrochen. Die Ford-; setzung der Beratung erfolgt morgen.
** Der hessischen Handwerker - Zentral- n o]'] cn[et)aft, gemeinnützigen Aktiengesellschaft, in Darmstadt, bem ersten und bis jetzt noch einzigen Institute, daS> die Beschaffung von Maschinen für Handwerker auf rein roirt>i schaftlicher Grundlage erfolgreich dlirchgeführt hat, ist in Au-^ erkennung dieser seiner segensreichen Tätigkeit von der Jury^ der „Internationalen Tentoonstelling van Ambachtswerltnigen,! Palais vor Volksvlijt" zu Amsterdam das Ehrendiplom zu-, erkannt lunrbcu.
** Erfolg der hessischen Landwirtschaft. Diei Landwirtschaftskammer erhielt auf der O bstbauausstellung in Mannheim in Klasse 37 (Normalsortiment) den 1. Preis! (Großh. badische Staatsmedaille); in Klasse 40 (Gesamtüber-^ sicht des ObstbaueZ) die Kgl. preußische Staatsmedaille; ich Klasse 14a (Deutsche Handelsobstausstellung) einen Geld-j preis von 200 Mk., außerdem für ihre Gesamtleistung einenj Geldpreis von 500 Mk. Auch die beteiligten Fachverein^ und Einzelaussteller erh-.elten zahlreiche und zum Teil sehr wertvolle Lluszeichnungen. Die im ganzen auf die hessischem Aussteller gefallenen Geldpreise dürften ca. 3000 Mk^ betragen.
** Freiwillige Liebesgaben jeder Art für dief Abgebrannten in § e r bstein, die unter der Adresse des; Hilfsausschusses in Herbstein oder einer sonstigen Sammel-, stelle mit dem Vermerk auf dem Frachtbriefe „freiwillig^ Gaben für die Abgebrannten in Herbstein" zur Äsen bah n- beförbernng ausgegeben werden, leere Emballagen, die zu. solchen Sendungen verwendet waren und mit dem ^Vermerk auf dem Frachtbriefe: „Von einer Sendung freiwilliger Gaben für die Abgebrannten in Herbstein" zur Rückbesör-
ber Verwendung von Nistkästchen und. der Anlage von ^utter Plätzen im Winter bestehen.
Bad-Nauheimer Briese.
VI.
Die Saison ist zu Ende. Aus der vorübergehenden ^ßjtadt dcb Sommers wird int Winter wieder die kleine n d st a d t. Der Gegensatz wurde einem so recht deutlich, man aus den Herbstserien zurückram. Vor der Ab- e noch Theater und Konzerte und Kurgäste aus allen aßen und in allen Lokalen. Bei der Heimkehr dagegen 3 man schon an vielen geschlossenen Villen und Läden bet. Wohl ist auch jetzt ttoch immer eine größere Zahl Kurgästen hier, aber da keine Veranstaltungen auf der rajse jie mehr sammeln, zerstreuen und vereinzeln sich.
Im großen und ganzen kann schon jetzt jeder seinen erschlag machen, was ihm die Saison schließlich ein- :agen hat. Auch eine Erntezeit, wie beim Landmanu. Und Arbeitszeit vorher, wie bei diesem, auch ein Rechnen . auch unter Umstünden ein Kampf mit dem Wetter! düsmn Jahre war's mehr Kampf. Denn ungünstiger, ler und regnerischer ist wohl selten ein Sommer ge- en. Da ist gar mancher ausgeb'lieben, den warmer tnenschein fönst w^ist hergesührt hätte. Und diejenigen ic, die trotzdem hier weilten, waren schwieriger bei er Laune zu hatten. Nicht nur die fturbireftion mußte die allgemeinen Unterhaltungen doppelte Arbeit ver- iben und durch schlechte Witterung wurde noch manches azcrt oder Feuerwerk gestört. Auch jeder einzelne §au.^ t mußte sein Teil zur Tröstung tun und jeine Anstren- । gen vervielfachen, um finanziell sich allen Schwierigen gewact)sen zu zeigen. Gesunden wird der Verdienst _ ebenstni/enig wie anderwärts. Uttd es gibt auch hier nchen, ber im Kampf ums Dasein unter die Räder unr. Ter eine nimmt's mehr, der andere weniger Fsch. Der eine findet Mut und Kraft, von neuem anzn- ncii. Der anven wirft dem verlorenen Glück sein Leben ) Wer selbst dem Kurbetrieb fernsteht, sieht wie ein chaner vom sicheren Strande aus dem Ringen zu. nches Glück ficiji man werden und wachsen, aber auch nches Erschütternde erlebt man.
Uuo wenn man daun noch die Schicksale einzelner derer neu lernt, auf deren Bedürfnisse dieser ganze Betrieb riurder rst, oje fstl) mit zerstörter Gesundheit Hilfe-
Heis ch end hierherwenden und doch auch nicht immer finden, was sie so heiß verlangen, da fühlt man so recht in ihrer unerbittlichen Gewalttätigkeit jene Macht, „die keines Menschen Kunst vertraulich macht". Da hat man es wirklich lebendig vor Augen, wie nicht nur die Stürme des Krieges oder des Meeres zum Kämpfen zwingen, sondern in oft noch viel erschütternderer Weise die Stürme des Schicksals. Denn „Nicht bloß im Wellenreiche Auf der wogenden Meeresflut, Auch auf der Erde, so fest sie ruht, Aus den ewigen, alten Säulen
• Wanket das Glück und will nicht weilen."
Die Herbststimmung legt solche ernsten Betrachtungen nahe. Und es ist wohl Menschenpflicht, in der Siegesfreude auch der Gefallenen zu gedenken.
Im allgemeinen sreilich überwiegt die Freude und sucht ihren lauten, stürmischen Ausdruck im Trubel der „Ke r b." Die beiden vergangenen Sonntage werden die Anwohner des Marktes nicht eben viel Ruhe gehabt haben. Das ist das erste ausgelassene Ausatmen von dem Druck der Saisonarbeit und der Saisonpflichten mit all den Einschränkungen und Rücksichten, die der Kurgäste wegen nötig sind. Was die Portemonnaieverhältnisse anlangt, so ist's eoen unmittelbar nach der „Ernte" auch die günstigste Zeit zum Festeseiern.
In der jetzigen Stille aber treten bujeiugcn Schönheiten mehr selbständig hervor, die im Trubel oes Kurlebens nur wie eine Art Rahmen eine untergeorduere Rotte spielten. Im Park leuchten die welkenden Blätter der chönen Baumgruppen in wunderbaren Farbenspielen auf. Einsamer liegt der große Teich. Um so ungestörter aber kann man von einem der lauschigen Plätzchen an seinem Ufer aus das Bild des freundlichen Wassers genießen. Der ästhetische Feinschmecker kommt zu dieser friedlichen Jahres- zeir eher auf seine Rechnung, als im lauten Sommer.
Am 15. Oktober schloß auch das Nachspiel der vergan- geneu Saison. Der Winter muß dazu dienen, die kommende rürs nächste Jahr vorzubereiten. In den Straßen wird wieder gewühlt, an den neuen Badehäusern gemauert und gedämmert. An ihre geistigen und geselligen Aufgaben traten die Vereine heran. Der VortragSverein und der Bildun g s verein haben ihre vielversprechenden Programme veröffentlicht. Der freisinnige Verein wird politische Anregungen bieten. Bürge r v er ein,
Verkehrs verein und Stadtvertehrsverern werden sich ihren sachlichen Zwecken widmen. Gesangvereine, Turner, die vornehme „vereinigte Gesellschaft" u. a. werden den verschiedenen geselligew Bedürfnissen gerecht zu werden suchen. Wer roeiß, waK es da im Lause des Winters noch alles wird zu verarbeiten; geben. An Langeweile braucht jeoenfalls auch hier niemand zu Grunde zu gehen. Dr. Strecker.
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— Gegen die Aufführungssteuer an Werkens der Tonkunst, gegen die bekanntlich unser E r n st Chall ien den ersten Vorstoß unternonnnen hat, nahm jetzt eine zu LeipHig^ veranstaltete große Sängcrverfannnlung Stellung. Es war zugleich die erste öffentliche Kundgebung des in Leipzig gegründetem Bundes deutscher Sänger gegen die Aufiül-rungssteuer, dem schon gegen 30 Gesangvereine beigetreten sind. Der neue Bund beabsichtigt ein Schutz- und Trutzbündnis gegen die Genossenschaft deutscher Tvnsetzer (Anstalt für musikalisches Aufführungsrecht irr Berlin) zu schließen, um) laße einzelnen Vereine auf diese Weise unabhängig zu machen von den Interessen der genannten Anstalt. Das Kaiser-Liederbuch, meist steuerpflichtige Lieoeü enthalte, habe den Anstoß gegeben, Front zu machen ßegen jede Besteuerung aufzusühreuder ^lompositionen. Man müsse dagegen sich weleden, daß eiil^großer Teil der Einnahmen ber Komponisten in die Kasse der Tantiemeanstatt fließe. Die Ladungen des Bundes deutscher Sänger eilthalten nur Den einen Paragraphen, demzufolge jeder Verein, der die Bundesmitgliedschaft erwirbt, sich verpflichtet, steuerpflichtige 9toteu weder anzuschaffen, noch steuer- psliehtige Lieder zu singen. Der Bund erhebe keine Beiträge, sondern wolle uneigemmtzig gegen die Aufführungssteuer wirken. Schwere Vorwürfe erhob Redakteur Paul Lud-vlg im Interesse der .Saal- und Kvnzertlokalinhaber gegen die Genossenschaft.^ Er sagte, die Genossenschaft lasse mit sich handeln. Er wies dies an Beispielen nach und fiilyrte ausschließlich ins Treffen, der deutsck)e Bäderverband befinde sich in Opposition mit der Genossenschaft deutscher Tonsetzcr. ES wurde folgende Entschließung angenommen: „Die Süngerversammlung begrüßt die Gründung des Bundes deutscher Sänger gegen die Aufführungssteuer un> pwlestiert energisch gegen das Geschäftsgebaren der Tonse^ergc- nossenschaft und gegen die Aufführungssteuer."
— Ter vom Grostherzog von Hessen bevuiene Münchener Maler und Radierer Fritz Hegenbarth hat bereüs seinen Wohnsitz nach Dar m st a d t verlegt. 9laa) der Bruckmann'jchen „Kunst" ist ihnl dort ein großes Atelier un alten Residenz- schloß eingerichtet worden, da int Ernst - Ludwigshause alle Räume sür tue Zwecke der Großh. Lehrateliers in Anspruch genommen sind.


