wohl mir dem Umstand zuMschrerven, daß es die erste Vorführung dieser Art im Kolosseum war.
** Branntweinbrennereien gab es in Hessen im Betriebsjahre 1905/06,316, wovon 235 im Betrieb waren. Sie erzeugten zusamrrun 18 783 Hektoliter Alkohol, die mit Ausnahme von 160 Hellolitcv aus Getreide hergestelltem Alkohol aus Kartoffeln erzeugt wurden. Zur Herstellung des Branntweins wurden verwendet 166 527 Doppelzentner Kartoffeln, 273 Doppelzentner Roggen, 6994 Doppelzentner ,Gerste, 3208 Doppelzentner Mais und Dari, 40 Doppelzentner anderes Getreide, 9 Hektoliter Kirschen, 1303 Hektoliter Zwetschen, 30 Hektoliter sonstiges Steinobst, 3 Hektoliter abgefallenes Kernobst und Kernobsttreber, 362 Hektoliter flüssige Traubenweinhefe, 5338 Hektoliter gepreßte Lraubenweinhefe, 12 320 nicht gewässerte Weintreber, 111 Hektoliter gewässerte Weintreber, 5921 Hektoliter Brauereiabfälle, 5 Hektoliter Tropfbier und Bierrückstände, 169 Hektoliter Hefenbruhe, 2117 Hektoliter Traubenwein, 1 Hektoliter Beerenwein und 358 Hektoliter andere nichtmehlige Stoffe, Kunstwein. An M a i s ch b o t t i ch st e u e r wurden 160164 Mark erhoben, davon 33 078 Mk. zum vollen Satz, 45 765 Mk. zu 9/i(k 39 349 zu 8/io und 41972 zu 6/io des vollen Satzes. Tie Rückvergütung der Maischbottichsteuer betrug 93100 Mark, so daß der Reinertrag 67 064 Mk. war. (Rach den im Berichtsjahr ausgefertigten Bergütungsscheinen betrügt die Rückvergütung der Maischbottichsteuer 162 596 Mk.) An Verbrauchsabgabe wurden erhoben zum Satz von 50 Pfg. für das Liter Alkohol 206 922 Mk., zum Satz von 70 Pw. 1927 852 Mk., zusammen 2134 774 Mk. Hiervon gehen av die Rückvergütung der Verbrauchsäbgabe mit 83 502 M, der Betrag der in Anrechnung gekommenen Kontingentsscheine und der aufgerechneten Kontingentswerte 341606 Mk., so daß sich ein Reinertrag der Verbrauchsabgabe von 1 709 666 Mark ergibt. An Zuschlag zur Verbrauchsabgabe wurden 52978 Mk. erhoben. Die allgemeine Brennsteuer hatte einen Heberschuß von — 117 401 Mk., so daß sich eine Gesamteinnahme von 1 712 307 Mk. an Brennsteuer ergibt. Steuerfrei verwendet wurden 15948 Hektoliter Alkohol.
X L«eun, 17. Aug. Der Genickstarrefall, der hier vorgekommen ist, wurde von Dr. Schäffer-Leun festgestellt und nachher durch die bakteriologische Untersuchung amtlich bestätigt. Vor einigen Wochen schon wurde hier ein leichter und in dem benachbarten Tiefend ach ein schwerer Genickstarrefall bestätigt. Auch in L ö h n b e r g bei Weilburg und in Vetzberg ist je ein schwerer Genia- starrefall vorgekommen. Der letzterwähnte Lall verlief tödlich, während in den anderen Fällen das He sind en der Kranken verhältnisntäßig gut ist.
□ Allertshausen, 16. Aug. Bei dem heute über unsere Fluren ziehenden Gewitter zündete der Blitz einen Kornhaufen und äscherte ihn ein.
O Göbelnrod b. Grün berg, 16. Aug. Auf eine Eingabe des Reichstags ab geordneten Köhler-La ngsdor wegen Einrichtung eines Haltepunktes der Oberhessischen Eisenbahnen bei Göbelnrod, erfolgte folgender Bescheid des preuß. Eisenbahnministers an den genannten Abgeordneten:
Berlin W. 66, den 8. August 1907.
Ew. Hochwohlgeboren beehre ich mich auf das gefällige Schreiben vom 1L März d. I. ergebenft mitzuteilen, daß ich die Königliche Eisenvahndirektron in Frankfurt a. Aä beauftragt habe, wegen der Errichtung eines Haltepunktes bei Göbelnrod zwischen Ktn. 20,3 und 20,5 der Strecke Gießen-Fulda im Benehmen mit der Gemeinde das Weitere zu veranlassen. Breitend a ch.
- -- Bad-Nauheim, 16. Aug. Bis zum 15. Aug. sind 246 71 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 5906 anlvesend waren. Bäder wurden bis zum 15. Aua. 307 484 abgegeben.
- in. Bao-Nauheim. 16. Aug. Als gestern eine Hiesige Frau die Füße badete, zerbrach ihr plötzlich die Schüssel. Hierbei zerschnitt sie sich sämtliche Sehnen, sowie die Schlagader des linken Wadenbeins. Nachdem die Schwerverletzte einen Siotverband erhalten hat, wurde sie dem städtischen Hospital überwiesen. Auf Veranlassung Einiger Kurgäste wurde eine Sammlung für die Abgebrannten in Herbstein veranstaltet. Die Sammlung soll eine hübsche Summe ergeben haben.
. > ** Friedberg, 16. Äug. Tjie Bahn Friedberg—Hom- bürg wird in Zukunft mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometer in der Stunde befahren werden. Aus diesem Grunde sollen die vorhandenen unübersichtlichen Wegübergänge in Schienenhöhe Mit Schranken versehen und durch'Warter bedient nxroen. Auf der 14 1/2 Kilometer langen Strecke von hier bis Friedrichsdorf sind im ganzen 30 Hebergänge vorhanden, von denen 17 mit Schranken versehen werden- ' (
. sd-Darmstadt, 46. Aug. Ms heute vormittag das Auto- msobil des Generatinspekteurs von Lindeqnist diesen zu den Truppenbesichtigungen auf den Truppenübungsplatz bringen wollte, stteß es vor der Stadt auf der Griesheimer Chaussee auf einen die gleiche Richtung fahrenden breit mit Kisten beladenen Wagen des Fuhrmanns Karl Gölz von hier, der nach RüsselA- heim fahren wollte- Die Kisten gaben nach, einige fielen herunter und auch Gölz siel vom Wägen; er kam unter das eine Hinterrad, das ihm über die Brust fuhr, sodaß er ziemlich stark ver- letzr durch die Sanitätskotonne in das Krankenhaus gebracht wurde- Anscheinend gibt sein Zustand zu besonderen Bedenken kerne Veranlassung. Das Auw hatte zunächst den Unfall lveiter nicht bemerkt, hielt aber, als es einen Schrei hörte, sofort an; der General erkundigte sich nach dem Verletzten, sprach sein Bedauern aus und sagte Unterstützung sowie Kostenersatz re- zu.
Alzey, 16. Aug. Tie Großh. Divektwn oer hiesigen, Realschule und des Progymnasiums hat eure gründlich aus- gearbeitete Eingabe an den Stadtvorstand eingereicht, worin sie um Errichtung ernes Neubaues nachsucht; die Kosten sind auf 300 000 M5 veranschlagt. Im Zusammenhang mit dieser Frage wird sich die Stadtverwaltung auch mit der Erweiterung des Voltsschulhausesi zu beschäftigen Haden, da die derr- zeiligen MumliäKiren nicht mehr genügen und zwei Schul- Llassen schon außerhalb des Volks schulgebäudes untergebracht werden mußten.
e. Gleiberg, 17.Aug. Die Ausb esserung s ar- b-eiten an der Burgruine, zu denen alljährlich von dem Gleibergverem und dem Staat ein entsprechender Betrag zur Verfügung, steht, sollen demnächst wieder begonnen lucrbeii- Zunächst soll der 120 Fuß hohe Turin in Angriff genommen werden- Gegenwärtig ivuD das Gerüst um den Turm herum ausgestellt, was mindestens 14 Tage'rn Anspruch nimmt Die Gerüst- stangen reichen in ihrer Länge bei weitem nicht aus, und müssen daher doppelt aufeinandergcsetzt werden, eine sehr gefahrvolle, aber auch interessante Arbeit- Hoffentlich wird die Arbeit, wie auch dre früheren an den Umfassungsmauern, ohne Unfall beendet werden tonnen- Die Arbeiten werden von Maurermeister Drescher in Kcofdors ausgeführt- — Der Sohn des Burgwarts hat oei ieinem Unfall, der seinerzeit gemeldet wnroc, ein Auge eingebutzt, uno es wird noch eine geraume Zelt dauern, bis er wieoer geheilt ist.
□ Groß-Altenstüdten, 16. Aug. Bei dem gestern nachmittag H20 Uhr über unsere Gegend niedergegangenen Gewitter schlug der Blitz in die Sch e u e r des Landioirts und Krämers Georg Krauskops, und ließ sie mit ihrem reichen Vorrat in Flammen aufgeyen. Die ^tuei Ortsfcuer- spri^en waren rascg zur Stelle und setzten rraftig em, nm
das entfesselte Element auf das Gebäude zu beschränken. Aber dennoch wurde das inzwischen vollständig geräumte Wohnhaus in Asche gelegt; desgleichen ein anstoßender Stall zerstört. Tie Spritzen der Nachbarortschaften ließen nicht lange auf sich ivarten, weshalb wir vor größerem Schaden bewahrt blieben. Die glimmende Brandstätte gewährt einen traurigen Anblick. Glücklicherweise ist niemand verletzt worden; auch sind keine Tiere umgekommen. Ter Besitzer des Anwesens ist versichert.
A Marburg, 16. Aug. Der vor einigen Monaten neuaewählte Obcrbürgermeisler Trote ist nunmehr bestätigt worden. — Professor Dr. Sreveking, der au die Unioersität Zürich übersiedelt, hat die nachgesuchle Entlassung auZ dem Staatsdienst erhalten.
ll Frankfurt a. M., 16. August. Der Chemiker Dr. Scriba, der in die mehrfach erwähnte Automobilaffäre verwickelt ist, wurde gegen Stellung einer Kaution von 20 000 Mk. aus der Haft entlassen.-
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bingen wurde als Beigeordneter der Kandidat des Zentrums Franz Rech mit 8 Stimmen gegen den Kandidalen l)>ec vereinigten Liberalen, Gg. Racke, der 5 (Stimmen erhielt, gewählt. Zwei liberale Stadtverordnete waren nicht anwesend. — Die Großherzogin-Mutter von Luxemburg hat einen Teil ihres Gartens in Königstein im Taunus der evang. Gemeinde sür einen Bauplatz für ein Pfarrhaus Überlassen. — In Sossenheim wurde der Tagelöhner Loos verhaftet, der auf dem Weg nach Schwalbach ein Dienstmädchen überfallen hatte. —- .Der von einer Lokomotive in Fulda überfahrene Hiljsbahnwärter Wehner ist seinen Verletzungen er- l c
Zum Kalle Kau.
Nachdem die Nevisionsjchrift der Verteidigung ßes zum Tode verurteilten Hau eingcreicht worden ist, wird sowohl von der Staatsanwaltschaft, als and) von den einzelnen Verteidigern ein nur mit Freuden zu begrüßendes absolutes Schweigen über den Stand der Verhandlungen beivahrt. Der Berliner Lokal-Anzeiger dagegen will „uon zuverlässiger dritter (?) Seite" folgendes erfahren haben:
„Es sit der Verteidigung gelungen, den „O e st e r r e i ch e r" zu eruieren, den Frau v. Reitzenfteiu des öftern auf der Kaiser Wilhelnistraße gesehen hat, diese Angelegenheit hat einen komischen Beigeschmack. Frau v. Reitzenstein hatte öfters einen älteren Herrn .Jt dem österreichischen Kaiserbart gesehen und glaubt ihm ßiiuj am Mordtage begegnet zu sein. Trotz eifrigster Nachforschung gelang cs der Staatsanwaltschaft nicht, den Mann ausfindig zu machen. In Wirklichkeit soll aber der betreffende Herr nach lüie vor die Kaiser Wilhelmstraße als Passage benutzt haben. Der Gatte der Frau v. Reitzenstein stellte fest, daß der sog. „Oesterreicher" ein wohlhabender Herr aus Preußen ist, der in Badm-Baden pensioniert lebt. Bei einer Besprechung mit der Verteidigung äußerte er, ich gehe täglich dort vorbei, da ich mich rasieren lassen muß, wenn ich in die Stadt gehe. Nur am 6. November bin ich den ganzen Tag zu Hause geblieben. Gerade da mußte ich nicht ausgehen, als die Mordtat passiert ist. .Da es sehr dunkel war, glaubt Frau v. Reitzenstein, daß es jemand anders gewesen sein muß, den sie gesehen hat, als der Ocsterreicher. Bon Lindmau kann sie nichts sagen, da dieser jetzt ganz anders angezogen ist, als der „graue Herr" es damals war. Im übrigeic hält die Verteidigung die Zeugenaussage der Frau Eisele nach wie vor für sehr wichtig. Es ist dies in allererster Linie eine Frage, in der die Länge der Beine .entscheidet, und wenn es noch einmal zur Verhandlung kommt, wird Hau das Kunststück wohl dem versammelten Publikum vormachen müssen. Andererseits sind Widersprüche in dm Zeugenaussagen bemerkenswert. Frau Eisele behauptet, Hau wäre links, der Drofihkenkulscher sagt, er wäre rechts von der Allee aus in den Wagm gestiegen. Hau selber sagt, es sei ihm in diesem Augenblick ganz gleichgültig gewesm, ob er rechts oder links eingestiegm sei.
Heber die Revisionsschrist und die in ihr aufgetretenen Fehler der Schwurgerichtssitzung muß aus dienstlichen Gründen Stillschweigen bewahrt werden. Aber man hört, daß mehrere der angeführten Punkte in andern Fällen zur Revision geführt haben. Heute weilt der Vater Hau's in Karlsruhe, um mit Dr. Dietz Hau im Gefängnis zu besuchm. Es finden fortgesetzt weitere Erhebungen statt."
Das Polizeipräsidium zu Breslau verbot dem dortigen Skalatheater die Aufführung des Schauerdramas: ^Ein mysteriöser Mord^, dem der Hau-Prozeß zu Grunde gelegt ist.
Aus Bädern, Touristik und Reisen.
Wie die Jll. Badez. ein Verzeichnis der Frequenz der Bäder bis Ende Juli veröffenllicht, ist hierilach ein großer Rückgang in d em Besuch der deutschen Bäder zu konstatieren, der in der Regel 25—33‘/2 Prozent beträgt, in Gebirgssommersrischen 60—70 Prozent erreicht unb in den Seebädern bis 50 Prozent wächst. Um zunächst mit Nachbarorten zu beginnen ist Bad Nauheim von 27 779 aus 20 471, also um 7300, Salzschlirf von 4616 aus 3355 also um 1300, Bad Orb vou 4115 auf 2521 also um 1600, Homburg von 13 886 auf 8996 also um mehr 5000 in diesem Jahre im Vergleich zum vorigen gesunkeii. Als Grund des Rückgangs müssen die schlechten Witterungsverhältiisse in erster Linie zu suchen sein, was aus dem Besuch der großen Gebirgssonimersrischen hervorgeht; so meldet Harzburg 12 553 gegen 35 909 d. i. 23 400 oder 65 Prozent Abnahme. Ebenso sei ein Beispiel aus den Seebädern angeführt, so gibt Cuxhaven seine Frcqnenz auf 8 321 an gegen 21188 Personen um bieselbe Zeit bes vorigen Jahres, Abnahme 13 567. Auffällig ist ber Besuch beS berühmten Weltbabes Wiesbaben, bas gegen 159 535 jetzt 107 879 also einen Wentgerbesuch von 52 656 (hier werden Passanten mit ausgeführt) zeigt. Hier muß als Ursache der Alinderfrequeiiz die schlechte Lage des Geldmarktes angesehen werden. Weiin auch der heiße Augustmonat die Steigerung des Badbesuchs nad) sich bringt, so ist das Verlorene nicht ivieder ein- zuholen; die Folge für den Geschäftsbetrieb in den Badeorten wird nicht lange ausbleiben._______________________________________
Börserrwochenbericht.
= Fran kfurt a. M., 16 Aug.
Die europäischen Märkte befanden sich diese Woche in starker Abhängigkeit von der Newyorker Börse. Dort hat das energische Vorgehen gegen die T r u ftm a g n a t en den ganzen Markt in Verwirrung gebracht. Hat in dem Falle der Standard Oll Companh die letzte Instanz auch noch nicht gesprochen, so wird man doch immerhin 'auf eine hohe Strafe, die gegen die Gesellschaft verhängt werden wird, gefaßt sein müssen. Weitere Prozesse sind eingeleitet und wie die Verhältnisse einmal liegen, ist . an. einen Rückzug der Regierung kaum zu denken. Die Animosität gegen das Trustwesen mit der Ausbeulung des Konsums ist in den breiten Schichten des Volkes zu groß, als daß die Regierung jetzt, wo man einer neuen Wahlperiode entgegengebt, tragen könnte, die Zügel wieder locker zu lassen. Die Bezahlung der Strafen wird natürlich neue Effcktenvcrkänfe im Gefolge haben, unb bei bei mißlichen Lage der Newyorker Börse können diese leicht weiteren Druck ausüben. Die Lage des amerikanischen Geldmarktes ist noch sehr prekär, langsichtige Anleihen sind kaum unterznbringeu, man nimmt deshalb seine Zuflucht lvieder zur Diskontierung von Finanztratten in Europa, die aber auch nur in mäßigen Beträgen genommen werden. Jedenfalls trug das Angebot solcher Tratten dazu bei, den Zinsfuß an den europäischen Geldzentren zu steigern. Die Bank von England ist mit ihrem Satz bereits auf 4siz Proz. gegangen, die Schweizerische Nationalbank auf 5 Proz., andere Notenbanken werden bald folgen, denn der Zinsfuß ist überall im Anziehen begriffen. Die gespannte Lage des Geldmarktes hält die Efsektcnniärkte natiirlid) fortgesetzt unter Druck.
Viele Papiere, sowohl in Amerika als auch bei uns rrw^n heute unter ihrem inneren Werte stchep, aber troy alleben» kann feine Besserung Platzgreifen, weil cs (in Käufern mangelt Tie Jnterventionskäufe, die diese Woche sowohl in Newyorl als auch in Berlin von der haute Banque ausgeführt mürben haben nur zu einer ganz vorübergehenden Befestigung geführt" Bei den wenig günstigen Ernten dürfte auf eine rasche Kräftigung des Geldmarktes auch kaum zu rechnen sein und deshalb ist auch eine starke Erholung der Kurse vorerst ivohl nicht in Aussicht zu nehmen- Deutsche Fonds gingen neuerdings durchschnittlich J/2- Prozent zurück, fremde Renten fielen bi* 1 Prozent, B an ka ktien 1—2 Proz-, Oesterr. Kreditaktien trof der günstigen ^emestralbilanz 6 Proz-, weil dem Institut aus seinen Petroleumintcressen Verluste drohen- Ei scnb a hüll ktien sind 1—3 Proz- schwächer, Baltimore sogar 6 Proz Mio n t an Papiere erlitten Einbußen von 3—5 Proz-, auch andere Jndustriepapiere sind fast durchweg niedriger Kleyer 10 Proz-, andere Sorten 4—5 Proz. 1
Privatdiskontv 4 2/4 Proz-
Kandel.
— Barletta-Lose. Schon oftmals ist mitgetellt worben, baß nun endlich die Gläubiger resp. die deutschen Losbesitzer befriedigt werden sollten. Aber das Vcrsprcckien ist bis heute nicht eingelöst worden. Nun hat die Frankfurter Bankfirma Moritz Stiebet Söhne, die sich schon seit längerer Zeit der Interessen der Lvsbesitzcr angenommen hat, sich im Namen der von ihr begründeten Schutzv'ereinigung durch einen Rechtsanwalt mit einer Eingabe an den Reichskanzler gewandt mit dem Ersuchen, amtlich dahin wirken zu wollen, daß die Auszahlung endlich vorgenommen wird. In der Eingabe wird darauf hingewiesen, daß von den 300000 Losen der Stadt Barletta im Jahre 1871 110.346, also mehr als der dritte Teil, mit bero beutschen Reichsftempel versehen würben.
Die Schiffahrtsgesellschaften im ersten Semester 1907. Tie deutschen Gwßrocdereien bcröffeut» lrchen über den jeweiligen Geschäftsgang im ersten Halbjahr keine Mitteilungen, well im Recoereibetrieb die Bücher nicht am 30. Juni abgeschlossen werben können. Doch läßt sich, wie Hamburger Blätter berichten, ein ungefähres Urteil dahin ab. geben, daß das Resultat im ersten Halbjahr ein sehr zufrieden^ stellendes war. Zu Beginn des Jahres allerdings war die Loge schlecht, wegen der Lohnbewegungen mit ihren, den Verkehr sehr hemmenden und verteuernden Folgeerscheinungen. Auch die er- höhten Kvhlenpreise müssen in Betracht gezogen werben. Auj ber anderen Seite aber erzielten die Reedereien aus der indu» striellen Hochkonjunktur großen Nutzen. Ferner wirb eingenommen, baß wenn jetzt eine gewisse Ruhe eintreten sollte, dies vorerst auf ben Verkehr doch nicht ungiinfttfl wirkt, da sehr viele Halbfabrikate eingeführt würben, die dann als Ganzfabrikate wieder ihren Rückweg über die See nehmen. Wenn die Dividenbenev trägniffe. nicht höher ausfallen sollten als i. B., so kann biet nur auf bie erhöhten Akticnkaptitalicn zurückgeführt werden- was übrigens bei ben zwei leitenden Gesellschaften, Hanchurg- Amerika-Linie und Norddeutscher Lloyd kaum ins Gewicht fallet dürfte, weil die etwa 26 1/4 Mill. Mk^rneuen Aktien, die an ben Jahrcserträgnis mehr partizipieren, bei ben großen Umsätzen, mit denen die Gesellschaften nun rechnen können, sich kaum fühlbar machen. Schließlich muß auch noch beachtet werden, daß das Passagegeschüsi geradezu glänzend ausgefallen ist.
Märkte.
Gieße«, 17. Aug. Marktb ericht. 2luf heutigem Wocbenmarkte Mieten: Butter pr. Psb. 1.10—1.20 All., Hühnereier 1 St. 8—9 Pfg,, 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 10—00 Pfg., Enteneier 8 Pfg., Kgse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsen p.Pfb. 18-24Pfq, Linsenp. Pfd.25-40Pfg., Tauben pr.Pr.0,80-l,00D!k.,Hühnerpr.Sl, 1,00—1,60 Wik., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stüä 1,80-2,20 All., Gänfe vr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsensteisch pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kuh- unb Rinbfleifch pr. Pfunb 80—82 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfunb 70—84 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 88 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 61—84 Pfg. Welsche per Pfunb —.— Kartoffeln pr. 100 Kg 8—9 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—7,00 Mk., Milch per Lüei 20 Pfg., Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 9—15 Mk^ Weiß, kraut per Stück 15—30 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit von 7—I Uhr.
Vermischte«.
^Unwetter- Ejin Gewitter, begleitet von orkanartigem Sturm, ging über Dresden und Umgebung nieder unb richtete schweren Schaden an- Gärten wurden vielfach verwüstet- Ter Blitz beschädigte vier Häuser; im Weiftritztak brach eine ganze Kastanienallce um, und das Wasser überschwemmte dort Keller Und Wohnungen- Auf der Straße nach Plauen wurde einMagennritKutscherundGespann umgeweht. — Auf der Bahnstrecke Vdonchenroden-Sonneberg (Thür.) wurde gestern nachmittag ein Bahnarbeiter vom Blitz erschlagen, ein anderer Bahnarbeller schwer verletzt- Mehrere Landleute, die mit Emtearbeiten beschäftigt waren, wurden vom Blitzschläge gelähmt. — Durch stürzende Felsen erschlagen »vurden in einem Steinbruch bei St- Moritz im Kanton Graubünden drei italienische Arbeiter, während vier an- dere lebensgefährlich verletzt wurden- '
*J£iie letzten Eisenbahnunfälle- Die Untersuchung des ^Staatsanwalts in Sachen des Eisenbahnunglücks von Tre- messen haben keine Anhallspunkte zur Erhebung einer Anklage gegen irgend einen Beamten ergeben. Der zuständige Bahnmeister war in der Unglücksnacht beurlaubt, und fein,Vertreter war angeblich nicht verpflichtet, die Gleisauswechslungsarbellen an der Unglücksstelle beständig zu überwachen- Die Schuld "trifft bann also bie höheren Beamten, die nicht -dafür sorgten, baß eine ständige Aussicht vorhanden war- — Ein Auswanbererzug stieß auf der Fahrt nach Antwerpen auf dem Bahnhofe Herenthals mit einem Güterzuge zusammen- Eine große Anzahl Reisender wurde schpiier verletzt- — Bei ber Eisenbahnkatastrophe bei Csik-Szereda (Ungarn) sind Über 70 Personen in Mitleidenschaft gezogen worden. Außer der Lokomotive sind drei Waggons abgestürzt. Tie Strecke ist stack beschäbigt- Ter Verkehr wird durch Unrjteigcn aufrecht erhalten. 14 Personen sind schwer verletzt- Tie Kätaftrophe wurde bürd' Verwcnbung einer minderwertigen Lokomotive veranlaßt, di< bem Truck des Zuges nachgab und infolgedessen entgleiste- '
* Um das Duell zu verspotten, haben sich ausländische Studenten einen Witz geleistet- Ein Student L. aus Odessa sollte von F-reunden auf seinen Mut hin geprüft werden- Graf M- war dazu ausersehen, diese Probe zu Leiten und provozierte L- derartig, daß eine Herausforderung zum Duell unausbleiblich war- Dieses wurde auch bereits für den nächsten Morgen fest' gefegt- Studiosus L. machte bei einem Notar sein Testament, schrieb Abschiedsbriefe an seine Angehörigen und erschien pünktlich früh 5 Uhr mit feinem Sekundanten im Tegeler Forst- Alle Anstalten zur Vomahme des Zweikampfes wurden getroffen- L. glich bereits einer Leiche, iwch 'ehe das Drama feinen Anfang genommen hatte- Als der Unparteiische den Sefunbanten die Piftolenkästen überreicht hatte, würben diese den Duellanten präsentiert, und n>er beschreibt das Gelächter: Als die Kästüi geöffnet wurden, befanden sich darin anstatt der geladenen Pistolen — zwei gefüllte halbe Kranzkuchen!
* Kleine Tageschr onit. Der leitende Arzt des et)au« gelischen Krankenhauses Horn zu Kalk bei Köln ist an den Folgen einer Blutvergiftung, die er sich durch Verletzung mit einem verrosteten Nagel zugezogen butte, gestorben- — In der Kaserne des 169. Infanterie-Regiments in Lahr ereignete sich ein schwerer Unfall Ein Soldat nahm von einet Ucbung auf dem Schießplätze Hagenau eine nicht krepierte Granate mit. Bei dem Hantieren mit dem Geschoß explodier te dieses unb verletzte brei Solbaten schwer. Einer ist seinen Verletzungen bereits erlegen. — Wie nunmehr feststeht, beträgt bie Zahl ber Opfer bei der Explosicmskatastrophe beiDömitz 12 Tote, 12 Schwerverletzte und 41 leichter Verletzte. — Der lettzc Akt eines Ehebraiuas spielte sich in Karlsruhe ab. Der 3b Jahre alte Geschäftsreisende Kunzmann, der eben von einer M' | schäflsreise zurückgekehrt -var, trat an das Bett feinet noch


