Zweites Blatt
Kr. LSÄ
Lrfchküit tögNch mit Ausnahme beS Sonntags.
Expedition und Druckerei: Schul»
Redaktion, straße 7.
157. Jahrgang
Die „Gießener FamMenblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krdsbiart ffir den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Expedition und Verlag: 61.
Redaktion.^^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.
Samstag 17. Augnft 1907
k aa Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen yWj UniversitätS - Buch- und Steindruckerei.
H R. Lange, Gießen.
Aach oen ^LioLrarchenbegeguangcN.
London, 17. Ang. Fürst Bülow hat dem Bericht- rstatter der „Westminster Gazette" über die deutsch-eng- ischen Beziehungen erklärt, daß er sich von der Mon- irchen-Begegnung einen sehr günstigen Einfluß aus >iefe Beziehungen verspreche. Bei den politischen Besprech- ingen, die in Wilhelmshöhe stattgefunden hätten, sei ein allgemeines Einverständnis in Bezug auf alle >abei erörterten wichtigen Fragen zutage getreten. Von >em Berichterstatter um einige Worte der Sonderbotschast n England ersucht, erwiderte Fürst Bülow, Sie lünnen eigen, und zwar so nachdrücklich wie möglich, daß ich als teichskanzler nicht allein die Fortdauer guter Beziehungen und gegenseitigen Vertrauens wischen Deutschland und England wünsche, ondern ihr Verhältnis zu einander bereits ls entschieden gebessert betrachte. Sie können linzufügen, daß die Konferenzen, die anläßlich der Zu- ammenkunft der beiden Herrscher stattsanden, durchaus ozu angetan waren, diese Verbesserungen zu erhöhen.
Ischl, 17. Aug. Von der U m g e b u n g K ö n i g E d u - r d s wird bekannt, wie aufgeräumt der König auf der ^ahrt von Wilhelmshöhe nach Ischl war, wie tief der Eindruck gewesen sei, den das herzliche freundschaftliche Verhalten Kaiser Wilhelms gemacht habe uyi> wie freudig en König der Empfang der Bevölkerung berührt habe.
Wien, 17. Aug. Aus Berlin wird von offiziösen lreisen gemeldet, daß Baron Aehrenthal, bevor er lit dem englischen Unter staats sekretär Hardinge in Ischl onferierte, erst über den Verlauf der Unterredung n Wilhelmshöhe unterrichtet wurde. Gestern mittag egab sich der österreichisch-ungarische Botschafter in Berlin, on Szö g y eny-Marich nach dem Auswärtigen Amt nd hatte dort eine längere Unterredung, Dieser Besuch eht mit der Jschler Entente in engem Zusammenhang.
— Gleich nach der Ankunft König Eduards in Ma- tenbad sandte dieser an Kaiser Franz Josef ein Telegramm ach Ischl, worin er dem hohen Freunde für den herzlichen imvfang dankt und ihm Mitteilung macht, daß er die Leise ausgezeichnet überstanden habe. Eine halbe Stunde arauf kam die Antwort-Depesche des Kaisers Franz Joses. Telegramme ähnlichen Inhalts hat König Eduard auch n Kaiser Wilhelm nach Kassel gesandt.
Morenga.
Berlin, 16. Aug. Nach einer Mitteilung der deut- chen Botschaft in London hat Sir Edward Grey dieser te M eldung von dem U e b e r t r i t t M o r e n g a ' s auf eutsche- Gebär mit dem Bemerken bestätigt, daß dieser in »nkunft kein Asyl auf englischem Boden erhalten werde. Sir Grey hat gleichzeitig sein Bedauern ausgesprochen, daß die ü'mühungen der Kapbehörden, Morenga am Uebertritte zu hindern, rfolglos gewesen feien.
— Ein Telegramm des Gouverneurs v. Lindell i st aus Windhuk meldet: Der Kapgouverneur drahtet, daß ad) Nachrichten vom Polizeiinspektor, der M o r e n g a s S p u r e n ber Kuydas bis zur Grenze verfolgte, dieser mit 400 Anhängern, >ovon 150 bewaffnet und zwar meist mit Martiny-Henry-Ge- »ehren, am 13. August die deutsche Grenze bei Orlogs- loof überschritten hat und an der Grenze von Hotten- -tien mit Pferden und Rindern getroffen wurde. Die Käp- olrzei konnte wegen des ungünstigen Geländes mit Morenga eine Fühlung gewinnen. Der Premierminister hat dem Generalkonsul mitgeteilt, daß Morenga angeblich nach Warm- a d will, um mit Johannes Christian wegen Fort- etzung lote s Aufft andes zu verhandeln. Der Kap- ouverneur benachrichtigte den Magistrat in Upington, daß Mo- enga das Asyl in der Kapkolonie verscherzt habe, aß alle verfügbaren Polizeiträfte an der Grenze zu statiomeren -ten und daß Morenga zu arretieren oder ins deutsche Gebiet zurückzutreiben sei, falls er versuchen sollte, ritisches Gebiet zu betreten. Die Truppen werden nach Möglichkeit n ariden für den Neuausbruch der Feindseligkeiten bereitgestellt ezw. dorthin in Marsch gesetzt. Die Farmer sind gewarnt.
Kapstadt, 16. Aug. Die Behörden der Kapkolo- ie ziehen alle zu Gebote stehenden Polizisten an der Grenze zusammen, um mit den deutschen gemeinsam gegen 'korenga vorzugehen.
Eine Aundgebmrg gegen Merry del Bal.
Nom, 16. Aug. In Berichtigung übertriebener Zoitungs- lelbungen über eine D e m o n st r a t i o n g e g e n d en K ar d in a l- taalssekretär Merry del Val meldet die „Agenzia jefani" : Merry del Val, der sich zurzeit in Castel Gandolfo auf- ill, ürhr gestern nachmittag im Wagen nach Marino, um das artige schottische Kolleg zu besichtigen. Als der Kardinal nach der esichtioung nach Castel Gandolfo zurückiuhr, veranstaltete eine nzahl A n a r ch i st e n in Marino, trotz der von der Polizei ge- offcnen Gegenmaßnahme):, unter Schmährufen und Pfeifen eine e i n d s e l i g e u n d g e b u n g. Die Polizeibeamten wurden mit :n Tlnnultanten handgemein. (Sin Polizist wurde durch einen äockhieb ernstlich verlegt. Die Personalien mehrerer Anarchisten, e Schmährufe ausgestoßen hatten, wurden sestgestellt. Ein Polizei- 'imnissar ist zur Untersuchung des Vorfalles nach Atarino ab- Zandl worden.
Körperliche Züchtigung von Eingeborenen.
Berlin, 16. Aug. Der Reichsanzeiger enthält heute en Text der vom Staatssekretär des Reichskolonialamts am 2. Juli erlassenen Verordnung betreffend die Anwen- ung körperlicher Züchtigung als Strafmittel egen Eingeborene der ostafrikanischen Schutzgebiete, 's wird darin bestimmt, daß in allen Fällen, in denen egen einen Eingeborenen körperliche Züchtigung (Prügel- der Rutenstraje) als gerichtliche Strafe verhängt wird, über ie Verhandlung, aus Grtind deren die Strafe festgesetzt wird, n Protokoll auszunehmen ist, das insbesondere die Bezeichnung der strafbaren Handlung enthalten und aus dem ervorgehen muß, daß der Beschuldigte über die ihm zur ast gelegte Tat gehört worden ist und daß die von ihm zu iner Entlastung gebotenen Beweise soweit tunlich, erhoben morden sind. Die Vollstreckung des Urteils muß durch ie mit der Ausübung der Strafgerichtsbarkeit betrauten e amt en oder einem Arzte überwacht werden, darf ber nicht durch die ersteren selbst erfolgen. Ueber die Voll- reckung ist ein Protokoll anfzimehmen, das eventuell die :sonderen Vorkommnisse beurkunden muß. In Fällen, in denen
eine Prügelirrafe von mehr als 15, eine Rutenstrase von mehr als zehn Schlägen festgesetzt wird, ist das Protokoll der UrteilSbegrün- diing anzuschließen. Die Verordnung bestimmt, daß Abschriften der Protokolle bezw. der Urteilsbegründung dem Gouvernement zur Durchsicht einzureichen sind.
Lohsrkünlpse und Meuterei.
Alitwerpen, 16. Aug. An Bord des Dampfers „Eam° b r e m a n", auf welchem die englischen Ersatzarbeiter einqiiartiert sind, kam es gestern abend zu tiiimiliiiö)en Austritten, die in eine förmliche Ai e u t e r e i ailsarteten. Tie Engländer plüiiderlen die Vorratskammer, betrankeii sich und stießeri Drohungen gegen die Offiziere aus, and) entwendeten sie Revolver ufw. 32 Polizisten wurden an Bord genommen, um die Ruhe wieder herzuilellen. Aiehrere der Aleiiterer mußten in Ketten gelegt werden. — Tie englischen Arbeiter verlangeii bereits eine Lohnaufbesserung von 1 Sh. täglich. Inzwischen mehren sich die auf der Schelde der Löschung harrenden Dampfer. Die Uiiterhandlmtgen zwischen den Streikenden nyd den Reedern werden fortgesetzt.
DerrtZches Reich.
Wilhelmshöhe, 16. Aug. Zur gestrigen Abendtafel sah das Kaiserpaar den Reichskanzler bei sich, der später nach Norderney abreiste. Morgens gegen 8 Uhr unternahmen die Majestäten einen Spaziergang in den Hcibichts- wald. Um halb 10 Uhr hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts. Zur Frühslückstafel sind geladen: Oberhofprediger Müller, Oberlandesgerichtsrat Dr. Sommer und Professor Knackftlß.
Berlin, 16. Aug. Die von mehreren Tagesblättern gebrachte Nachricht, daß im Ministeritim der öffentlichen Arbeiten Erwägungen über die Wiedereinführung der früheren Rückfahrkarten schwebten, ist unzutreffend.
Elberfeld, 16. Aug. Der christlich- soziale Parteitag findet vom 8. bis 11. November hier statt. Atis der Tagesordnung ist hervorzuheben, daß am Dienstag nachmittag in der öffentlichen Schluß-Sitzung der ehemalige Hofpredigec Stöcker über die Sozialpolitik des neuen Reichstages sprechen wird.
Norderney, 16. August. Reichskanzler Fürst Bülow ist ente vormittag 10 Uhr wieder hier eingetroffen.
Solingen, 16. Aug. Die Vereinigten Brot-, Schlacht- und G e m ü s e m e s s er-R e i d er , welche den Fabrikanten ein neues Preisverzeichnis mit erhöhten Lohnsätzen zugesandt hatten, verhängten heute über 108 Fabrikantenfirmen in Solingen, Wald, Hüscheid und Gräfrath, welche die neuen Preise abgelehnt haben, den Streik. 150 Firmen haben die Forderungen anerkannt.
Breslau, 16. Aug. Die „Schl. Volksztg." veröffentlicht ein Schreiben des Kardinals Dr. Kopp an den Reichstags- und Landtagsabgeordneten Grafen Präschma, daß er die treukirchliche Gesinnung der Unterzeichner der geplant gewesenen Jndexeingabe an den Papst anerkenne, jedoch den Wunsch nicht unterdrücken könne, daß ein derartiges Vorgehen der Kenntnis deS Episkopats nicht entzogen werden möge.
Ischl, 16. Aug. Trn- König von England ist heute vormittag kurz nach 10 Uhr nach Marienbad ab gereist. Ter Kaiser, Erzherzog Franz Salvator und Prinz Leopold von Bayern gaben dem König, das Geleit zum Bahnhof. Trotz des strömenden Regens hatte sich in den Straßen zahlreiches Publikum angesammelt, das die Herrscher begcM^t begrüßte-
Marienbad, 16. Aug. Der König v o n E n g l a n d ist heute abend 6 Uhr hier eingetroffen.
' Stockholm, 16. Aug. In diesen Tagen wird eine Gesellschaft Stockholmer Stadtverordneter zum Studium des Verkehrs- und Hafenwesens nach Bremen und Hamburg abreisen.
— Ter Berl- Lokalanz. meldet aus Odessa: Im hiesigen Militärlager schoß der Armeekapellmeister auf den Generalgouverneur bon Nikolajeio Stupin. Der 0e> neral blieb unverletzt.
Lonstantrnovel, 16. Aug. Von türkischer Seite wird auf Grund von dem Kriegsministerium zugegangenen Meldungen behauptet, es sei jetzt erwiesen, daß eine Verletzung türkischen Territoriums durch persische Banden erfolgt sei, die außerdem Morde, Folterungen, Brandstiftungen und Plünderungen begangen hätten-
' Newyork, 16. Aug. Das deutsche Zollabkommen wird demnächst die Gerichte beschäftigen- Es wird dadurch Klarhett hinsichtlich seiner Rechtsgültigkeit geschaffen werden, was der Wunsch der Jmportei^e ist. Tas Gerichtsverfahren soll herbeigesührt werden auf Grund einer Entscheidung der Zollappraisers von Newyork, welche den erhöhten Einfuhrwert deutscher! Schokolade ausrecht erhält- Die Zollabschätzungsbeamten berufen sich dabei auf eine Eitt^cheidung des obersten Bnndesgerichts in Zollsachen; die Importeure auf das neue Zollabkommen mit Deutschland-
— Der Aufruf des Präsidenten des Telegraphistenverbandes zum Generalstreik ist ^nicht befolgt worden- Tie Leiter der Telegraphengesellschasten erklären, die telegraphische Verbindung auch mit den entfernteren und kleineren Städten wickle sich rasch ab- Ter Geschäftsverkehr nehme flott seinen Fortgang.
Chikago, 16. Aug. Die Leiter d-esTelegraPhisten- verbandes in Chicago haben sich bereit erklärt, sich einem Schiedsspruch des Schicdsamtcs des amerikanischen Är- beitsbundes zu unterwerfen.
' Sidney, 16. Aug. Infolge der Verteuerung des Rohtabaks haben bereits die Zigarrensabrikanten geschlossen. Auch die Lebenshaltung ist entsprechend verteuert- Taher werden voraussichtlich die Tiäten für Mitglieder des Bundesparlaments auf 600 Lstrsl. erhöht werden.
Pretoria, 1'6. ÄUH. In der gesetzgebenden Versammlung kündigte Premierminister Botha eine Vorlage an, nach der die Negierung zum Ankauf des berühmten D i a m a n t e n Lull i n au ermächtigt werden soll, um ihn König Eduard als Zeichen der Lrgebeuhett der Bevölkerung von Transvaal zur Erinuerung an die Verleihung einer vemntwortlichcn Rtz- gierung zu verehren-
Aus SraSL und Land.
Gießen, 17. Aug. 1907.
* * Die Not in Herbstein ist außerordentlich groß. Fünfzig Familien sind obdachlos geworden und der ent
standene Schaden wird auf eine Million Mark berechnet. Die Betroffenen, meist unbemittelte Landleute, Handwerker, Taglöhner und kleine Beamte, sind zum Teil gering und zum Teil gar nicht versichert. Schleunige Hülfe tut not. Kreisamtmann von Bechtold, Amtsrichter Cramer, her kath. Pfarrer Dails, Beigeordn. Ruhl, Bürgermeister SchMder und der evang. Pfarrer Zinn erlassen von Herbstein aus einen Aufruf mit der Bitte um rasche und ausgiebige Hülfe. — Wie unsere Leser wissen, hat der Gieß. Anz. bereits gestern eine Sammlung eröffnet, die wir heute erneut in Erinnerung bringen. Die bei uns eingehenden Gelder iverden von uns an das Hülfskomitee m Herbstein abgeliefert roerbt^ Ueber die bei unserer Geschäftsstelle eingegangenen Gelder öffentlich quittiert werden.
Bis jetzt gingen bei uns ein: Gießener Anzeiger 50 M5-, Gebrüder Weller 30 Psa-, N. N. 5 Mk., Direktor Wiener 10 Mk., Geh- Rat Buist 10 Mk., K. Pröscher 10 Mk., N.N. 5 Mk., R. K. 4 Mk-, August Kilbiuger 5 Mk., Frau.Paul 3 Mk., N. N. 2 Mk., Lazarus 2 Mk-, P. A 20 Mk., Heinrich Winn 20 Mk., Milchmann Fint-Sichertshausen öO Pfg-; zusammen 14 6.8 0 M k.
* * Polizeiamt mann Herberg, der Vorsteher unseres Polizeiamtes wurde mit Wirkung vom 16. September alL Kreisamtmann nach Lauterbach versetzt. Das Ausscheiden des in allen Kreisen der Bevölkerung sehr geschätzten Beamten, wird hier allgemein bedauert werden. Polizeiamtmann wird Regierungsasscssor Reinhart vom Kreisamt Offenbach.
* * Oberstabsarzt D r. Wende hat, wie wir hören, sein Abschiedsgesuch eingereicht und wird nach Char- lottenbnrg übersiedeln.
Ar beit er Vertreter im Ministerium. Seit 1900 werden bei der Beratung und Bearbeitung von für Handel und Gewerbe wichtigeren Fragen, die die Verhältnisse der gewerblichen Arbeiter betreffen, auch Personen aus dem Kreis der Arbeitnehmer zugezogen. Als solche Arbeiter-Beisitzer wurde an Stelle des seither tätig gewesenen Portefeuillearbeiters Gg. Aut Jäckel zu Offenbach der Zuschneider in der Portefeuillefabrik von Julius Lichtenfels in Offenbach, Jakob Hartung zu Offenbach, Mitglied des Portefeuiller-Verbandes der freien Gewerkschaften, bestimmt.
* * Des Großherzogs Absteigequartier iw alten Schloß wurde bis jetzt von mehr als 3000 Leuten besucht. Morgen ist der letzte Tag der Besichtigung, woraus hingewiesen sei.
* * Musik ümKriegerdenkmal. Sonntag, 18. Augü^ (Schlachttag von Gravelotte), vormittags ll1/2 Uhr, findet die Anlagemusik am Kriegerdenkmal statt. 1. Kaiser-Ouvertnre von Voigt. 2. Die Wacht am Rhein, von Wilhelm. 3. ,Jm Zeichen des Mars". Patriotisches Tongemälde von Herold« 4. Pariser Einzugsmarsch, Armeemarsch Nr. 38, von Walch.
** Vom Manöver. Als Vorboten des diesjährigen Herbstmanövers treffen heute in der Wetterau die ersten Einquartierungen ein, und zwar ist es das Infanterie-, Regiment 168 (Offenbach und Butzbach), das auf dem Gelände bei Wölfershettn und Södel sein Regiments-Exerzieren vom 18. bis- 27. August abha.lt, der RegimentsAaü! und 2. Kompagnie kommen nach Bad-Nauheim, andere Teile des Regiments nach Ober- und Nieder-Mörlen, Rockenberg und Steinfurth, die 115 er (Darmstadt) treffen am nächsten Mittwoch ein, ,fie werden ebenfalls um Wölfersheim und Södel einquartiert, weil auch ihr Regiments exerzierend dort stattfindet. Ter Regimentsstab kommt nach Bad-Nau?« heim, die Manuschaftm nach Torheim, Melbach, Schwall yeim, Södel, Wisselsheim, Echzell und Berstadt. Die 116 er treffen erst am 28. August auf diesem Gelände ein und dann beginnt das Brigadeexer^ieren der 49. Infanterie-! Brigade; Vilbel bekommt ebenfalls nächsten Mittwoch Ein-< quartierung, und zwar vom Feld-Artillerie-Regiment Ar. 27, die 166 er (Hanau) werden Donnerstag in den Orten in mrd um Stockheim, Selters, Düdelsheim erncprartiert; der Regr- mentsstab kommt nach Stockheim, bei Hünbach ist das Regiments- und Brigad.e-Exerzieren, Friedberg und'Bad- Nauheim werden besonders stark mit Einquartierungen dacht werden, so erhält Bad-Nauheim in den Tagen vom 7. bis 8. September 700 Mann, am 6. Sept. 650 Mann. Die 81 er hielten bereits dieser Tage eine Gefechtsübung mit Biwak bei Büdesheim und Nieder-Dorfelden und 9^acht^ manöver ab.
** Im Ko loiseum pax. gestern Programmwechsel; der gute Besuch, oen die Vorstellung aufzuweisen hstte, ist der beste Beweis für die gute Aufnahme, die das Unternehmen int Publikum gesunden. Musik und Tanz sind diesmal besonders reichlich vertreten und zwar vielfach mit recht guten Darbietungen. Zunächst bietet Mister Joü einige musikalische Genüsse und dann tritt eine recht fesche Sängerin, Fräulein G e o r g e t t i auf, die ihrem Beinamen „Weaner Kobold" alle Ehre macht. Recht gute Barren-i turner sind die beiden Hör des und ihre akrobatischen Parterrekunststückchen sind von außerordentlich drastischer Komik. Sehr nett sind die sich anschließenden Tanz-, und Gesangs-Darbietungen der deutsch-amerikanischen Tänzerinnen Marga und Milli Bl iß; namentlich der Schluß-- tanz ist von großer Anmut. Humoristische Musik-Imitationen bringt Herr Paul V b b s, und zwar ahmt er Piston, Geige, Zither, Mandoline und Klarinette mit dem Munde täuschend nach. Auch die Witze, mit denen er seine Produktionen begleitet, sind besser, wie man sie sonst bei Hr- artigen Produktionen zu hörest pflegt. Als Humorist tritt der g'schertMaxl von Dachau auf, der geradezu oiv Karri- katur eines Menschen ist und sich in Her humoristisch- derben Darstellung seines heimischen Volksschlags nicht genug, tun rann. Eine recht niedliche Gesangs- und Tanz- soub.^e ist Fraulein Riggers, die in einem ihrer Lieder 'mit Stolz erzähll, daß sie aus Kopenhagen' ttnnnt. Harry und Weston führen sick) als französische Sol-, baten ein und zeigen dann eine erstaunlich Fertigkeit auf dem Gebiet der Parterregymnastik, sür die sogar ihr Schilderhaus als Hilfsmittel bienen muß. Sehr tMsche musikalische Scherze bringt Mister Giffart, der batet auch als Equilibrist recht Sehenswertes leistet. Den Schluß bilden humoristische kinematographische Vorsuhrungen und wenn die Mldex nicht richtig zur Geltung kamezr, isi cv


