Ausgabe 
16.10.1907 Erstes Blatt
 
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ctc Situation kritisch geworden, wenn nicht Militär erschienen wäre, das die Demonstranten zersprengte.

Aus Fvegus, Sollies, le Pont, St. Dropes und anderen Orten Südfrankrcichs werden neue heftige Regengüsse ge­meldet, welche int ganzen Vardepartement großen Schaden an- gcrichtet Haden, der sich nach Millionen beziffert. Bei Per­pignan sind vom Unwetter vier Holzhauer getötet worden. Bei Battere wurden zwei Eisenbahnbrückcn schwer be- -schidigt. Die Straße zwischen Arlo und Battere steht in ihrer ganzen Länge unter Wasser.

Ein deutscher Deserteur namens Karl Schulz, der 24 Jahre alt ist und vorgibt, bei den Ulanen in Zaberir ge­standen zu haben, hat sich gestern auf einem Pariser Polizei- Konmnisscrriat zur Fremdenlegion angemeldet. Er erzählt, wäh- Tcitb der Manöver^vor etwa 14 'Tagen habe ihm sein Ritt­meister einen Säbelhieb ins Gesicht verseht. Er habe zurückgeschlagen, sei alsdann zu Pferde über die nahe Grenze geflohen unb habe in dec Umgegend von Vionville sein Pferd und seine Uniform gegen Ziviltleidung umgetauscht. Er kam dann zu Fuß nach Paris' in sehr heruntergekommenem Zu­stande. _

Pariser Detektivs sind eifrig bemüht, die >wpur der 21 jähr. Richte Helene des Newyorker Millionärs Maloncy ausfindig zu machen, die mit einem Herrn Samuel Clarkson aus Rewyork entfloh, um sich mit ihm in England oder in Frankreich zu verheiraten. Clarkson ist vermögenslos; Helene nahm ihr Geburtstagsgeschenk, Aktien im Werte ono 50 000 Dollar, mit. Herr Ritchie, ein Schwiegersohn Molo­neys, ist in Paris eiugetroffcn und leitet die Suche nach dem Liebespaar.

Kandel.

EineNeichsbauk-Diskonterhöhung in Sicht. An der Berliner Börse umlaufciibcii Gerüchten zuiolge, ist es nicht unmöglich, daß die Reichsbank nach Veröffentlichung des Aus­weises, der nut dem gestrigen Tage abschtießt, zu einer Diskont- erhöhung schreitet. Es haben in den testen Tagen Goldabsiüsse nach Holland stattgesunden und wenn die Beträge auch mäßig waren, so haben sie doch aus die Effeklenkurse ungünstig eingewirkt. Der Depositenstat^»soll ebenfalls manches zu wünschen übrig lassen. Sollte die Bank aber doch mit einer Rate von 5'/, % weiterhin auskommen können, so ist es nicht wahrscheinlich, daß noch int Oktober eine Diskonterhöhung vorgenommen wird.

Arbeiterbewegung.

Bochum, 15. Okt. Die Vertrauensmänner der west­fälischen Bergleute werden am kommenden Sonntag zu einer neuen Konferenz zusammentreten. Es ge­winnt die Annahme Wahrscheinlichkeit, daß für den Fall einer zwangsweisen Einführung der neuen Knappschafts- Reform durch die Regierung die Aufnahme eines

all gemeine ui Wider^randeS der Nuhrverg - le Alte beschlossen werden wird.

Wien, 15. Okt. Auch bei der Staatseisenbahn- ge sellschaft ist die passive Resistenz jetzt beendet.

Rom, 15. Okt. Die Aussperrung derArbeiter in Turin wird fortgesetzt. Einige Gruppen von De­monstranten sammelten sich vor verschiedenen Fabrik­gebäuden und zertrümmerten mehrere Fensterscheiben durch Steinwürfe, ohne daß sich jedoch ernste Zwischenfälle er­eigneten. Eine sehr zalreich besuchte Arbeiterversammlung hat stattgefunden, auf der das Verhalten gegenüber der Aussperrung lebhaft erörtert wurde.

Turin, 15. Okt. Die heute abend von der Arbeits­kammer und der sozialistischen Vereinigung einberufene Arbeiterverfammlung verkündigte einen neuen Gene­ralstreik für Freitag. Nach den von dem städtischen Polizeiamte mitgeteilten Nachrichten arbeiteten heute 19 387 Arbeiter in 210 Werkstätten, während 203 Werkstätten gc* schlossen waren und 28 855 Arbeiter streikten.

Markte

sl Kirchhain, 15. Okt. Auf dem heutigen Rindvieh­markt standen etwa 400 Kühe, Rinder und Kälber zum Berkau'. Ter Handel ging flott, die Preise waren hoch. Ter Schweine­nt a r k t war mit 500 Ferkeln und Läufern befahren. Erstere kosteten 1516 Mk. und Läufer 5070 Mk. pro Paar je nach Größe und Qualität.

ic. Frankfurt a. M., 16. Okt. sOrig.-Teleqr. deL »Gieß. Anz.") Viehnia^rkt. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schale ii. Hammel, 2166 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 6566 Pf., Lebendgewicht 51,500 Pf., 2. Qual. 6400 Pi., Lebendgewicht 50.0000 Psg., 3. Qual. 5158 Pfg. Kälber 1. Qual. 0000 Pf. Lebendgewicht 00-00 Pfg., 2. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg., Schlachtgewicht 0000 Psg. Schafe 1. Qualität 0000 Pfg., 2. Qualität 0000 Pfg. Geschäft gilt, lieber- s t a ndunbedcuteno.

Gießener A-ettervreust.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag den 17. Oktober: Meist trüb. Geringer Regen. Kühl. nörd. Winde.

©riginabDraiytmctöuitßea.

Berlin, 16. Okt. Der Aog. Bevet verurteilt im Vorwärts das Verhalten der badischen Landtags-Abgeord­neten Kolb und Frank beim Begräbnis des verstor­benen Großherzogs. In den Ausführungen Bebels heißt es u. a.: Mit Gründen der Würde und des Taktes hat diese Huldigung nicht das Geringste zu tun. Sie stellt

sich vielmehr vom Standpunkte der Partei als eine gr ob e Verletzun g der Würde und des Taktes dar, die beide ihrer Stellung in der Partei schuldeten. Es verrät; einen Mangel an Nacken-Steifheit, die das erste Gebot für einen Mann ist, der tm öffentlichen Lebens steht. Gebietet die Würde und der Tutt, einem totem Fürsten, der uns im Leben bekämpfte, das Trauergeleih zu geben, so gebieten doch wohl in Konsequenz dieser Auf-, fassung Würde und Takt Dem Fürsten, einem verstorbenen« Führer der sozialdemokratischen Partei, der sein Lebens lang aus Idealismus für seine ehrliche UeberzeugunA kämpfte, diesen zu Grabe zu geleiten oder einen Vertreters zu senden. Das fällt selbstverständlich keinem Fürsten: ein und ich finde das in Ordnung. Aber Wurst wider Wut r st!

Wien, 16. Okt. lieber Nagusa wird aus Montenegro berichtet: In den letzten Wochen wurden zwei Führer der groß-, serbischen Nationalisten von Regierungsanhängeni ermordete Anderseits behauptet die Negierung, eine Verschwör un entdeckt zu haben, die sich die Ermordung des Fürsten Nikita und seiner Minister zum Ziel gesetzt hat. Des­halb wurde ein Haftbefehl gegen 15 Fny-rer der Opposition er­lassen. Acht ehemalige Abgeordnete wurden wegen Hochverrats verhaftet. Drei konnten sich durch die Flucht nach Catlaro retten. In Niksitsch fr nun t es täglich zu Plänkeleien zwischen bewafs- ueten Oppositionellen und Negierungsanhangern. Die Redaktion des Oppositions-Organs Narodny Misao ist vollständig ausge­plündert worden. Vier Oppositionelle und zwei Anhänger des Fürsten wurden erschossen. Auch aus allen anderen Bezirken Montenegros werden politische Morde gemeldet.

London, 16. Okt. Eine hiesige Juwelenfirma ist von ihrem Vertreter in Rom benachrichtigt worden, daß die Juwelen, welche für den König von Siam bestimmt waren, zwischen Rom und Neapel entwendet worden seien.

Newyork, 16. Okt. Heber die Pulver-Explo­sion b e i Fo n t a n e t berichten weitere Telegramme: Die Pulverfabrik war mit Aufträgen für die amerikanische Ma­rine beschäftigt. In dem Augenblick der Explosion waren in der Fabrik 70 Arbeiter beschäftigt, von denen die Hälfte getötet, die anderen schwer verwundet wurden. In Fon- tanet touroen, toie verlautet, gegen 40 Leichen aus der Straße gefunden. Aus afleu umlicgenben Ortschaften wird Hilfe nach Fontanet gesandt. Nach anderen Mitteilungen soll sich die Zahl der Toten auf 7 bis 800 belaufen. Die Explosionen folgten in Uirzcm Abständen hintereinander. Menschliche Ueberreste sind meilentoeit sortge schleudert worden.

geziemend, in Kenntnis zu setzen.

I. A. d. C.

XX a. i. F. C.

Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. Oktober, nachmittags 3 Uhr in Lieh statt.

sagen

Lollar und Gießen, den 15. Oktober 1907.

trauernden Hinterbliebenen

Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag um SVa Uhr statt.

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ä Psd. 120 Mk. ist ganz vorzüglich.

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au hiesige Bürgermeisterei gelangen lassen. Alten-Buseck am 15. Oktober 1907.

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Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürger­meisterei Rodheim zur Einsicht offen. Du Angebote haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen und sind ver­schloßen unb mit entsprechender Aufschrift versehen ebendaselbst emzureichen. Die Eröffnung findet Freitag, den 18. d. M. vorm. 10 Uhr auf dem Rathause zu Rodheim in Gegen­wart erschienener Bieter statt. Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, den 8. Oktober 1907.

Großh. Äulturirrspektion Gießen.

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Für die Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden bei dem Heimgänge meiner lieben Gattin, unsrer guten Mutter

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Evangel. Arbeiter-Verein.

Am 14. bss. Mts., entschlief nach kurzem Leiden unser Gründungsmitglied

Herr Wrlh. Kreie, Werkführer.

Wir bitten unsere Mitglieder, sich an der Beerdigung nach Atöglichketl zu beteiligen. Dieselbe findet statt, Donnerstag, den 17. Oktober, nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhoses aus. [vlfl/10

Der Vorstand.

Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige Pflicht, ihre lieben A. H. A. H. und i. a. B i. a. B. von dem Ableben ihres lieben A. H.

BuRenankans.

Die Gemeinde Alten-Buseck beabsichtigt einen schönen angekörten diensttauglichen Bullen (Vogelsberger) anzukaufen. Dtau wolle Angebote mit Preisangabe in den nächsten Tagen

Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Tochter

Frau Maria Kain. geb. Klinke!

gestern abend 10 Uhr nach langem, schweren Leiden im 60. Lebensjahre sanft entschlafen ist.

Die trauernden Hinterbliebenen.

I. d. N.: Christian Rain.