Donnerstag 12. Dezember 1907
187. Jahrgang
Nr. 292
Zweites
Matt
schein! tStzN- mit Ausnahme bet Sonntags.
NvratwnSbruck unb Verlag bet VrühNche» UnwersttütS - BueH» unb ®tetn0 ruderet» 91 Laog«, Vietze».
D'.e „Stefoentr Zamkttendtatter- werden dem »Anzeiger" oterma| wochenlllch betgelegt, daS „Kretsblati Er den Kreis Gießen" zweimal wächerrUrch. Der ^heistiche Landwirt" erscheint «onatlich einmal.
Redaktion, ExvedMon ont ®ruderet;
stratze ?. Qcrpebttton unO Versatz fcälds bL ^ebafttotLe^ ! 12. Teü-Adr^ Ar^Li^erBietzcn.
3>ie Mreise vcs Aais.rs von Hnj)»anv.
London, 11. Dcz. Der Kaiser traf um 6i/< Uhr aberrds auf dem Charing-Äroß-Bahnhofe ein, von einem zahlreichen Publikum, das sich innerhalb und außerhalb des Bahnhofes angefannnelt hatte, lebhaft begrüßt. Eine auserlesene Gesellschaft, darunter der Herzog von Con- naught, Prinzessin Luise, der deutsche Botschafter, der den Kai,er auf der Fahrt begleiten wird, ferner die übrigen Mitglieder der Botschaft, der Lordmayor von London und Lord Lonsdale erwarteten den Kaiser auf dem Bahnhofe. Der Zug verließ den Bahnhof unter lauten Beifallsrufen, für die der Kaiser durch Grüße dankte.
Der Kaiser sagte in seiner Ansprache an den Lordmayor von London beim Abschied auf der Charing-Groß-Station: „Ich wünsche durch Sie der großen Befriedigung Ausdruck zu geben, die ich bei dem Empfang empfand, der mir in der Guildhall zuteil tou.be, und durch Sie den Bürgern von London meine aufrichtige Freude über den entzückenden Empfang zu übermitteln, der der Kaiserin und mir bei dieser Gelegenheit bereitet wurde." Der Kaiser fügte, antwortend auf eine Anfrage des Lordmayors, hinzu: „2)1 eine Gesundheit h a t sich sehr gehoben, mein Besuch in London hat mir große Freude gemacht."
Der Kaiser traf heute abend 7i/8 Uhr in Port Vic- toria ein und begab sich an Bord der ,Hohenzollern".
Der Kaiser wurde in Port Vietoria von dem Admiral Gurard Noel und dem Kommandanten der Heimat- slotte, Vizeadmiral Mridgeman, empfangen. Tie Jacht- „Hohenzollern" ist um 8 Uhr im Hafen von Scheerneß an die Boje gegangen, wo sie, den letzten Bestimmungen gemäß, die Nacht über liegen bleibt. Die Jacht beabsichtigt, morgen früh ?i/2 Uhr in See zu gehen.
Das Neutersche Bureau ist von dem deutschen Botschafter in London, Grafen Wolff-Metternich, zu der Mitteilung ermächtigt, daß der Kaiser, dem die Luftveränderung bestens bekommen sei, den Aufenthalt in England sehr genossen hat. „Es ist Seiner Majestät möglich gewesen, das Leben eines englischen Lcuidedelmanncs, frei von den Lasten der Geschäfte, zu führen. Er hat viele Zeichen freundlicher Gesinnung erhalten. Viele hundert Briefe aus allen Gesellschaftsschichten ganz Englands überbrachten ihm freundliche Grüße und gute Wünsche. Seine Majestät empfand diese Kundgebungen dankbar und erwiderte dieselben. Der Kaiser verläßt das gastliche England in der Hoffnung, daß sein Besuch dazu beitragen möge, die freundschaftlichen Gefühle zwischen des König Eduards Untertanen und seinen eigenen zu befestigen."
Iüi)rung, öie Fritz sehr gut gefiel. Als ec uh August 1874 noch Bayreuth reiste, nahm er den Klavierauszug des „TuumphUrds" mit dorthin, anscheinend von dem naiven Glauben geleitet, daß sich Wagner daran freuen müsse. Ich sage „anscheinend", weil ich bei späterem Nachdenken doch ans den Gedanken gekommen bin, daß dieses rotgebundene „TriumphUcd" eine Art Versuchsobjekt war und deshalb
worden.
Straßburg (Elsaß), 11. Dez. Die Kaiserin ist kurz nach 2 Uhr 30 Min. mittelst Sonderzuges von hier nach Karlsruhe zurück gereist. Prinz, August Wilhälm gab der Kaiserin das Geleir zum Bahnhof.
Köln, 11. Dez, Tie Konferenz deutscher Bischöfe hat gestern abend ihre Beratungen beendet. Bei der Verhandlung üixr die Enzyklika gegen oen M o d e r n i s - mus tarn es zu Differenzen. Wie die „Köln. Ztg." wissen will, wurde von der großen Mehrheit unter Fuyrung des Kardinals Kopp-Dveslau die Ansicht vertreten, der Vatikan sei zu verständigen, daß es angebracht sei, sich erst in Teutsch- lano zu unterrichten, bevor wieder plötzliche Erlasse heraus- gegeöen würden, die auch für Deutschland Bedeutung Härten, hierbei machte sich eine Oppoftfto.c bemerkbar. Dieser gehörten an: Kardial Fischer-Köln, Bischof Keppler-biotten- burg, Bischof Korum-Trier, und es kam zu keiner Verständigung. Es wurde beschlossen, im nächsten Jahre eine zweite Lton,evenz in Fulda abzuhalten.
wesen zu sein scheint. _ ...
weiter erzählen, der eine löslliche Art besaß, sich selbst zu
Deutsches Uekch.
Berkin, 11. Dez. Die „Nordd. Ailg. Ztg." schreibt: Ueber die Gründe, die den Reichskanzler zu seinem Appell an die Führer der Mehrheitsparteien des Reichstages veranlaßt haben, ist in einem WienerBlat.e folgende von deutschen Zeitungen nachaedruckte Meldung erschienen: „Die Krise begann damit, daß am Dienstag abend Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben und Kciegs- minifter v. Einem sich zum Ehef der Reichskanzlei v. Loebeil begaben und ersuchten, der Reichskanzler solle sie gegen die Angriffeder liberalen Redner schützen. Leide Minister stellten ihre Portefeuilles zur Verfügung. Ter Reichskanzler ließ sie bitten, ihre Demission aufzugeben.
Wagnccs ungeheurer Zorn nicht ganz und gar grundlos ge* Hiec lasse ich nun Wagner selbst
H>retzenec ^onzertverein. Erster Ehorabend.
Von dem vielen Schönen, das uns der Konzertverein in dieser Saison schon beschert hat, ist da§ gestrige fünfte Konzert in der Stadttirche wohl unzweifelhaft das schönste gewesen. Welchen fühlenden Menschen könnte wohl die wunderbare Dichtung und Musik von W. de Haan „Das Lied von Werden und Vergehen" gleichgültig lassen? Wer bücbe teilnahmlos bei den biblischen Liedern Dvoraks? Wer könnte sich wohl dec hinreißenden Gewalt des Brahmsschen Triumphliedes entziehen? Das Programm umfaßte nur diese drei 9lunmiern, aber eine jede dieser Prvgrammnummer war ein hehres Meisterwerk, und darum ist es sehr zu bedauern, daß ein solches Konzert so verhältnismäßig schlecht besucht war. So etwas Schönes und Einzigartiges hört man doch wahrlich nicht alle Tage.
Wenn ein Vergleich erlaubt ist, dann möchte man bei W. de Haans Lied von Werden und Vergehen, zuerst an BöcklinS Toteninsel denken, aber diese in Musik gesetzte Dichtung des genialen Darmstädter Hofkapellmeisters bietet doch noch viel mehr. Sie greift uns ans Herz und erschüttert uns bis in die tiefsten Tiefen unserer Seele: „Tempel der Nacht, wir stehen an deiner Schwelle. Von den ewigen Toren starrt uns in düsterer Runenschrift das alte Rätsel an, das uralt-ernste, nie gelöste Rätsel: das Rätsel von Werden und Vergehen/ Finden wir hier nicht direkt Anklänge an Nietzsches' „Zarathustra", wenn wir weiter hören: „Der Tag ist vergangen, aus Morgenrot wird Abendröte, die Sonne sank ins Meer, und klagend rauschen die dunklen Wogen das Wehmutslied, das Tränenlied, das uralt-heil'ge Klagelied: von Werden und Vergehen." Ist es nicht ein Trost, daß in unserer gräßlichen, an ödester Oberflächlichkeit haftenden Zeit noch so etwas tiefer gedacht und nachgedacht werden kann. Man möchte sonst verzweifeln über allen Banalitäten unserer heutigen Kultur. Und bann die Musik W. de HaanS! Wie soll man sie schildern? Sie ist der adäquateste Aus-
ironisieren:
„Ihr Briider legte das rote Buch auf den Flügel, immer, wenn ich in den Saal herunter kam, starrte mich daS rote Dings an — es reizte mich förmlich, gerade wie den Stier das rote Tuch. Ich merkte wohl, Nietzsche wollte mir damit sagen: sieh mal, da ist auch Einer, der was Guter machen kann, — na, und eines Abends bin ich losgebrochsn, und wie losgebrochen". Wagner lachte herzlieh in der Erinnerung. „Was sagte denn mein Bruder?" fragteichängstlich. „Ter sagte gar nichts", meinte Wagner, „er errötet? und sah mich erftaunt mit bescheidener Würde an. Ich gäbe gleich hunderttausend Mark, wenn ich solch ein schönes Benehmen wie dieser Nietzsche hätte, immer vornehm, immer würdig, fowas nützt einem viel in der Welt". — Tiefe Erzählung Wagners fiel mir in diesem Augenblicke ein. „Fritz", sagte ich, „warum hast Du nur die Geschichte mit dem Triiimphlied oon Brahms nicht mitgeteilt? Wagner hat mir Alles selbst erzählt!" Fritz blickte vor sich hin und schwieg, endlich sagte er leise: „Lisbeth, da war Wagner nicht groß"
— Die Verteilung- des Nobelfriedenspreis er in Chriftiania (vgl. unsere gestrige Numrier) rief allgemeine Ueberraschung hervor, da inan annaijin, der Preis würde dem Danen Bajer und dem Schweden Arnoldson zufalleu, beide eifrigst für die Friedenssache tätig waren. Von aoberer Seite war der engt Friedensapostel Stead als der aussichtsreichste Preis- kandidat bezeichnet worden. Ter eine Preisträger Teodora Mo- ne tu wohnt ia seiner Geburlsstadt Mailand und ist bereite
SttMMkngStuid aus dem Reichstage.
Berlin, 11. De-.
Selbst die Ferien, die vor der Türe des Reichshauses stehen, waren nicht imstande, die immer mehr anschwel- icnde Redelust der Abgeordneten zum V?re.insgesetz einzu- främinen. Niemand konnte mehr etwas neues lagen; über bie Notwendigkeit, unklaren uni) dehnbaren Bestimmungen rin festeres Gefüge zu geben und den Sprachenparagrapyen crheblrch zu ändern, ist sich alles einig. Was gestern für *>en lothringischen Teil des Lceichslandes Herr Grögoire ins Feld führ re, zugleich auch als Vertreter der deutsch-natio- iralen und liberal füylenden alteingesessenen Bevölkerung, iviedertzolte heute, nur mit größerer Schärfe, und mit nicht angeschiatem Sarkasmus der Abbö Welterrö für die elsäss. Zentrums Hälfte. Tie Nesormvartei paralysierte die SkeE lang der wirtschaftlichen Vereinigung, da Herr Bindewald an dem Gesetzentwurf gar kein gutes Haar finden kann. Die Bedeuten der Lütauer, bereit deutsche Gesinnung weder die Regierung noch irgend eine Partei im Hause anzweifelt, wurden von dem Konservativen Schickert zum Ausdruck gebracht. Der Aba. Schwabach, der als lioeraler Vertreter LEs littauisch-en Wahltreises Memel-HLydeirug gleichfalls zu diesem Thema sprechen wollte, wurde durch den Schluß der Debatte verhindert, seine Rede zu halten. Ta aber in ber Beurteilung der littauischen Frage alle einig sind, so konnte ber Abg. Schickert ziemlich dieselben Ausführungen machen, die ber Abg. Schwabach gemacht hätte. Nach längeren Auseinanderje^ungen des Gelverfschails§ührers Regien und einer Polenrebe des Abg. v. Chrz-anowski wurde das Vereütsgefetz in die Kommifston geschiat. Aiorgen steht die Börjenreform auf der Tagesordnung.
druck für feine Dichtung: düster und granbioS und tronreid.), ivic das Lied von Werden und Vergehen; auch trostreich, und es ist ein musikalisches Meisterwerk, wie ec von ber Schilderung des Vergehens zum Goldharfenklange im Saale der Erinnerung, wie er vom Wehmuts- und Klagelied zum Lieo der Veiföhnung, des Trostes und dec Erkenntnis vom ewigen Sein kommt.
Von ganz anderem eigenartigen Reize waren die biblischen Lieder Nr. 1, 7 und 8 (op. ö£») von A. Dvorak, namentlich Nr. 1 und Nr. 7. Es liegt viel ursprüngliche Kraft in dieser Aiusik. Herr August Leim er aus Frankfurt a. M., der die Baritonpartien in diesen Liedern sang, eiwies sich als ein vortrefflicher Sänger. Seine Stimme ist namentlich nach der Tiefe zu von außerordentlichem Wohlklang und von Kraft. Tie Orgelbegleitung hatte Herr Professor G. Trautmann übernommen und führte sie mit bekannter Dteisterfchaft durch
Für das Triumphlied von Brahms, dieses Halleluja eines ganzen Volkes, war ber akademische Gesangverein freilich etwas zu schwach, und die einzelnen Stimmen gingen nicht genug aus sich heraus, aber trotzdem muß man es bekennen, daß diese Ausführung ihren tiefen Eindruck nicht verfehlt hat. Namentlich hielt sich das Orchester (die verstärkte Symphouie- kapelle des Zoologischen Gartens aus Frankfurt a. M.) recht wacker und brachte eS zu ganz gewaltiger Tonentfaltung. Auch der Chor tat sein Möglichstes, und so gestaltete sich namentlich das erste und letzte Halleluja recht eindrucksvoll. Sehr packend war hier auch vor allem die Solopartie bc5 Herrn Leimer und besonders schön klang im Chor die Stelle: „Ein König aller Könige, und ein Herr aller Hirten".
Zum Schluß sei hier noch ein vielleicht nicht allgemein bekanntes Geschichtchen erzählt, das sehr charaktertstisch ist für Wagner und seinen Antagonismus gegen Brahms. Die Schwester Friedrich Nietzsches erzählt im II. Bande der Lebensbeschreibung ihres Bruders: „Im ‘Sommer 1874 hatten mein Bruder und ich im Baseler Münster das „Triumphlied" von Brahms gehört. Es war eine wunderschöne Auf-
AusSand.
Stockholm, 11. Dez. Die Kräfte der Königin- Witwe Sophie sind infolge der Anstrengungen während der Krankheit des Königs OSt'ar so geschwächt, daß sie in den letzten Tagen nur kurze Zeit bas Bett verlassen konnte.
Das „Verl. Tagebl." meldet aus Petersburg: Die Jnfluenzaerkrankung derZarin erweist sich als .ehr hartnäckig. Die Kaiserin hütet auf den Rat der Aerzte
uus d. prcuß. Abgco.Srrelenyaus.
Berlin, 11. Dez.
Tart Nativnallibcralen haben es die preußischen Beamten zu banken, wenn endlich eünae Klarheit über bte Frage geschaffen ist, wann unb in welchem Umfange die prcuß. Beamtenbesoldungsreform erfolgen wird. In Beantwortung einer nattonalliberaleu Jnterpeckation, die von ber Regierung Auskunft über Zeitpunkt, Grundzage uno Umfang ber in ber Thronrede angekündigten Leamten- befoldungsvorlage forderte, erhärte Herr v. Rheinbaben: DaS Gesetz wird dem Haufe im Jahre 1908 unterbreitet »verben, es wird einen generellen Plan barftellen, der eine Ausbesserung der noch nicht berückftchtiglen Unrerbcancken- lategorten, der mittleren und eines großen Teils der Oberbeamten enthält. Das S.aatsministermm hat allerdings noch nicht gesprochen; aber ber Minister glaubte dort bie)e Zusicherungen machen zu dürfen, und er wird kaum aus dem hohlen Fasse reden. Nach mehr: Im Lause ber Be- jprechung ber vom National!cberalen Schisser begründeten Interpellation versicherte der Minister, daß gleichzei.ig mit Liefer Vorlage auch die Regelung der Gehurier der Geistlichen unb Lehrer das Haus beschäftigen werde. Daneben war von Interesse nicht nur für ule Beamten, sondern für alle Steuerzahler die Mitteilung des Ministers, daß die Regierung unter Umständen an eine Mo dis i- rierung des Kommunal st euer Privilegs der Beamten heranzutreten gedenke. Dies Privileg soll zwar nicht völlig beseitigt, aber doch eingeschränkt weroen, unb zwar so, daß bie Beamtenschaft dabei nicht schlechter fährt als bei dem heutigen Zustande. Die Besprechung der Interpellation, an der sich die Abgg. Frhr. v. Zedlitz (frk.), Tr. Friedberg (natL), v. o. Groeben (tuns.), Gyßling (jrf. Lpt.), Herold (Ztr.) unb Brömel (frf. Vgg.) beteiligten, kann die preußische Beamtenschaft mit ungeteilter Be.riedigung erfüllen. Alle Redner wetteiferten miteinander in der An- erfennung der Vorzüglichkeit unferes Beamtenmaterials und in der Vertretung der Interessen der Beamtenschaft. Und auch der Regierung kann man nach den heutigen Erklärungen ihres Vertreters nicht vorwerfen, daß sie es an Interesse für ihre Bcanrten und an dem WUlen, ihnen zu helfen, fehlen lasse; es gelang dem Finanzminister, mit
seinen Darlegungen den Eindruck zu erwecken, daß bte Regierung unablässig bemüht ist, den berechtigten Forderungen der Beamten nachzukommen, unb daß an der Verzögerung der B-eamtenbefoldungSreform nicht Gleichgültigkeit oder gar böser Wille am grünen Tisch, sondern zwingende Umstände schuld sind. ____________________________________________
Er würde, wenn nicht AbhU.e zu scha.fen sei, selbst zurücktreten." Wir stellen je ft, daß diese Angaben in allen Einzelheiten unzutreffend sind, und daß sich ein Vorgang, wie der hier geschilderte, überhaupt nicht abgespielt hat.
— DaS „Militär-WochenLI." meldet unterm 12. Dez.: Flügge, Generalleutnant, Inspekteur der zweiten Fuß- Artiuerle-Jnspeküon, wurde in Genehmigung seines W- schiedSgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt. Lauter, Kommandeur der vierten Fußartillerie- Brigade unter Besöroerung zum Generalleutnant zum Inspekteur ber zweien FußartUlerle-Jnspektion ernannt.
— Nach zuverlässigen Informationen aus Abgeordneten- kreisen wird die Kommis,wn deS Abgeordnetenyauses für die Ostmarken-Vorlage den Entwurf noch in zweiter Lesu..g erledigen, auch wenn das Plenum morgen die Weihnachtsserien beginnen wird.
— Der „ReicbsLnze.ger" meldet: Der König verlieh dem würüemöergisa'en G-neral der Kavallerie G^a,en von Zeppelin das Großkreuz des Roten Adlerordens.
— Der Kronprinz stattete heute mittag einen längeren Besuch beim Reichskanzler ab.
— Im Disziplinarprozeß wider den Gouverneur Horn wird das UrteU am 23. Dezember, vormittags 10 Uhr, verkündet werden.
— Wie die „Voss. Ztg." hört, arbeitet die Neichs- regierung den Entwurf eines neuen Preßgefetzes aus, der entschieden liberalen Anschauungen entsprechen soll.
— Wie bas „V. L." hört, wird bald nach Weihnachten im Kolonialamt unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Dcrnburg eine Konferenz zusammcnireten, die sich mit den Gesu ndheilS ver h ä11nif sen der Eingeborenen in den Kolonie n befassen wird. Der Staatsfckvetär hat bei seiner Reise in Oftafcifa die Lieber» zeugung gewonnen, daß eine vernünftige Ziolonialpolink sich in er per Linie auf die Eingeborenen stützen müsse, unb -oaß es vor allem darauf aniomme, diese Eingeborenen zu erziehen, ihren Wohlstand zu heben unb sie gleichzeitig arbeitskräftig uno kaufkräftig zu machen. Einer Verbesserung iyrer ökonomischen Lage muß eine Verbesserung der Gejunohcilsver^ältn^ie vorangehen, und mit bcm Studium dieser Fragen soft die Konferenz sich befassen. Vertreter ber medizinischen Wissenschaften, der Handelswelt und der Misfionsgesellfchaiten sind zur Teilnahme au,gefordert


