Tc
In Nr. 181 vom 5. August d. Js. brachte der „Gieß. Anz.
Teäefomäsch© Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für
Hande
81.30
Elektriz. Schnckert .
3% Portugiesen Serie I .
3%
83.7t
Pnnce-Henri-Eiseubahn . 124.5C
Berliner
Börse, 17. Ang. Anfangsknrse
188.01
öfermeM
’s
30.21
137.5t
202.40
110.50
92.10
81.30
90.90
90.50
96.50
91 50
103.10
66.30
67.00
90.80
87.80
94.00
140.20
46.75
81.00
60.80
94.40
30.3t
HS.lt
140.0t
4%
4%
Harpener Bergwerk.
Laurabütte . .
Lombarden E. B.
Nordd. Lloyd . . .
Türkenlose . , .
Ungar. Goldrente Italien. Rente .
. 160.10
. 125.10
. 220.70
. 63.30
136.10
. 114.9- . 99 0.
. 199 ih . 187.7l
. 149.51
. 125.1'
. 220.7-
. 141.0C
. 165.9t . 135.51 . 196.9'.
4% Öesterr. Goldrente, . 47s % Oesterr. Silberrente
do. Konsole do. Hessen Oberhessen
4>£a/o japan. Staatsanleihe 4 % Couv. Türken von 1903 Türkenlose 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner « , , .
Chinesen . . « .
Aktien:
Bochum Guss Buderus E. W
Tendenz: schwach.
er eracht es gerade als einen großen Vorzug der genossenschaftlichen Tätigkeit, daß sie solche Männer der verschiedensten politischen Richtungen zueinander führe und in der gemeinsamen Arbeit
Ter Bode: und das darauf errichtete Gebäude sind — volkswirtschaftlich. betrachtet — zwei ganz verschiedene Dinge, der Boden ist eine gegebene unveränderliche Größe, das Gebäude ein Erzeugnis menschlicher Tätigkeit. r'
Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn . . . Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staats bahn .
Wo 3% 3^7«, 3-6 Wo Wo
„Blauen" im Tiergarten den Bauch aufschlitzen.
Gericht verurteilte S. zu 3 Monaten Gefängnis.
Gbemnitz, 15. Ang. Der Soldat Karl Schulz
Bestes Rohmaterial und sorg* I faltige Fabrikation bedinget) die wertvollen Eigenschaften von Knorr*s Hafermehl als leichtver daulichste, nahrhafte und Durchfall vorbeugende Kindemahrung.
|Nähre mit ,Knorr*.
Harpener Bergwerk. . . 188.2'
Laurabütte ..... 215.5t
Nordd. Lloyd .... 118.o<
Obeischles. Eisen-Industrie 98.5'
Sonntag, den 18. Ang. von 4—9 Uhr nachni. 1631
Nur Hirsch-Äpotheke offen.
slüfie" die böse Wertzuwachs st euer aufs Tapet gebracht haben. Wenn er diese Steuer zu den ungerechten. Belastungen zählt, so weiß er entweder nicht, was die Wertzuwachssteuer ist, oder er verschweigt es absichtlich.
Canada E. B Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . .
Tendenz: schwach.
Empfinden entspricht, unsere Ideale gestaltet, die Wege ebnen wollen, so gewiß wollen wir doch den Zusammenhang mit der Vergangenheit, mit der Geschichte unserer Heimat nicht ver- Ireren, denn diese Vergangenheit mit ihren Ueberlieferungen ist der Resonanzboden, der unserem Schaffen in der Gegenwart Klang und Fülle gibt.
Professor Rudolf Kautzsch.
Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg-Amerik. PaketL 128U(
und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 17. Ang.. 1.15 Uhr. Reichsanleihe . . 92.101 Elektriz. Lahmeyer . .
Portugiesen „ III 4%°/o russ.Staatsanl. 1905
gehalten wurde- Weil Schulze als Parlamentarier der freisinnigen Richtung angehörte, wurden auch seine Genossenschaften als freisinnige Schürungen betrachtet, obschon er von Anfang bemüht war, alle politische Tätigkeit und allen politischen Einfluß auf das sorgsamste von ihnen fernzuhalten- Redner er- imtcrt an die Worte, die Rudolf Virchow bei der Enthüllung des Schulze-Telitzsch-Tenkmals in Berlin im Jahre 1899 zu Füßen dieses Denkmals aussprach: „Selbst der Verdacht revolutionären Strebens, der unseren Schulze-Delitzsch solange verfolgte, ist verstummt vor der Größe der Leistung und vor der ruhigen und unaufhaltsamen Verwirklichung des so einfachen Gedankens der Selbsthülfe." K'ein Wunder, daß Schulze in seinem Kampfe und bei seinem schweren Werke zunächst Hülfe und Unterstützung in den Kreisen seiner politischen Freunde suchte und fand- Aber er war ein Mann des Volkes und wußte, daß er bei seinem in allererster Reihe für die kleinen Handwerker und Arbeiter bestimmten Werke auch in erster Reihe auf diese kleinen Leute als Mitarbeiter angewiesen war, daß er sie zu sich heranzuziehen, sie für seine Lebensarbeit gewinnen, begeistern und bilden mußte, und daß kein Unterschied aufkommen durfte zwischen politischen Anschauungen irgendwelcher Art- Darum war einer seiner wichtigsten Grundsätze, den er immer und immer wieder seinen Schülern einzuprägen bemüht war: „Keine Vermischung politischer Tätigkeit und politischer Parteigetriebe mit unserer genossenschaftlichen Arbeit-" Diesem Grundsatz sind die deutschen Genossenschaften stets treu geblieben- Tie Nachfolger Schulze im Amt des Anwaltes Friedrich Schenk und Tr- Crüger erklärten sich schon bei ihrer Wahl 1883 und 1895 ganz im Sinne Schulzes hinsichtlich des Fcrnbaltens aller Politik von der genossenschaftlichen Arbeit- Ter Redner wandte sich gegen die Angriffe des Abg- Hamnrer im Preuß. Abgeordnetenhause. Schließlich erklärte der Redner, daß er seit 42 Jahren in der genossenschaftlichen Bewegung stehe und mit dem ganzen genossenschaftlichen Leben im Verbände innigst vertraut sei, daß er aber nie von einer Beeinflussung der Genossenschaft durch eine politische Partei etwas gemerkt habe- Er habe in jahrzehntelanger Tätigkeit Männer der verschiedensten politischen Richtungen in den einzelnen Vereinen und an deren Spitze kennen gelernt und sich ihrer Freundschaft und ihres Vertrauens erfreut und
Reichsgerichtsbrief.
(Nachdruck verboten.)
J. 8. Leipzig, 16. August. Verantwortlichkeit bei der Bauleitung und Bauausführung Der Architekt B. in Köln hatte an der Hainbnrgerstras einen Bauplatz gekauft urd die zur Errichtung eines Gebäudes Q- demselben erforderlichen Arbeiten an verschiedene einzelne Unke- uehiner gegeben. So hatte ein gewisser M. die Betonarbctten an- zusühren und der in diesem Rechtsstreit klagende S. die Lttu arbeiten. Am 17. September 1903 stürzte plötzlich eine Decke de 2. Stockwerks ein und der dort arbeitende S.' kam infolge eine Sturzes in das untere Stockwerk zu Schaden. Er klagte darauih- gegen den Unternehmer M. und den Architekten B. auf Schadlo Haltung für alle ihm aus diesem Umall erwachsenen Nachteil Ta Kläger früher und zur Zeit des Unfalles 25 Arbeiter beschästi batte, während er jetzt keiner Beschäftigung mehr nachgeben kam sind seine Ansprüche ziemlich erhebliche. Sie gründen sich qeqc den Unternehmer M nui § 823 und 831 B. G. B., und gegen den Aich tekteu B. auf § 831 und 836 B. G. V., unb zwar unter Zugruudelequn folgender tatsächlicher Momente. Einmal habe M. die Beton decke anstatt 13 cm nur 10 cm stark gemacht. Dann sei z w e n i q Zement und aus Mangel an Material zu der Mischun Kehricht und aiidere Abfälle verwendet worden; B. habe sic um die Aufsicht nicht gekümmert, und and) dem M. keinerlei Vor schristen über die Art der Ausführung der Decke gemacht, wcr ihm als Architekt und Bailleiter obgelegen hätte.
Tas Landgericht zil Köln erkannte auf Abweisung de Klage, soiveit sie gegen B. gerichtet lvar, verurteilte aber de besagten Unternehmer M. zum Ersätze allen dem Kläger enlstai denen Schadens. Das Landgericht geht davon aus, daß sich Z.- Habe auf die Tüchtigkeit des 'M. verlasseli können, wo er diese- vertraglich verpflichtet habe, den Bau gemäß den baupolizeiliche- Vorschriften aiiszilsühreii.
Gegen das landgerichtliche Urteil hatten der Kläger betreffen die Abweisung des B., und der Beklagte 9)1. betreffend feine Ver urteilung Berufung eingelegt. Das Oberlandesgerich Köln änderte das landgerichtliche Urteil aber dahin ab, daß e beideBeklagte gesamtschuldnerisch s ü r h a f t b a r e r k l ä r t e Der Beklagte Al. sei uack) § 823 B. G. B. schon wegen der n geringen Stärke der Decke haftpflichtig. Nach den baupolizeiliche, Vorschriften sei bestimmt, daß die Decke 1/10 der Trägeremiernun. als Mmdeststärke erhalten müße. In dem vorliegenden Falle hab deshalb die baupolizeilich zugelaffene Mmdeststärke der Decke nid) 10 sondern 12-13 cm betragen. Ta er nun dem B. gegenübe vertraglich verpflichtet war, den Bau nach baupolizeilichen Vor schritten herzultellen, so habe er nicht nur gegen § 824 B. G. $ verstoßen, sondern treffe ihn auch ein vertragliches Verschulde, dem B. gegenüber.
^.Sodann komme noch die mangelhafte Mischung der Beton schicht ut Betracht, die nach der Untersuchung von Sachvcr ständigen zu wenig Zement enthalte. Was den Beklagten B anlangt, so sei dieser nicht nur Bauherr, sondern auch Bau Ieiter und Architekt und treffe ihn von vornherein ein Ve- schulden dafür, wenn der Bau nicht nach den baupolizeilich.. Vorichriften ausgeführt worden und gegen die Regeln der Bau kunst verstoßen worden ist. Als Bauleiter habe ihm die fcn gesetzte persönliche Aufsicht über den Bau obgelegcn, und hab er sich von dieser Aufsichtspflicht nicht baburd entbinden können, daß er die einzelnen Bau Unternehmer vertraglich zur Befolgung de b a u p o l i z e i l i ch e n V o r s ch r i f t e n v e r p f l i ch t e t e. Dri: ten gegenüber behalte der Bauleiter unbeachtet dessen di Aufsichtspflicht. Weil er die Pflicht der Prüfung unterlasst- vM haste er ebenfalls für den entstandenen Schaden tu 8 B. G. B. Dre gegen das oberlandesgerichtliche Urteil ein
gelegten Revisionen wurden vom Reichsgericht zurückgewiesen
Berlin 16.Aug. Als Nachfolger Professor Joachims an der Hochschule für Musik werden heute schon zwei Persönlichkeiten genannt: Hofrat Steinbach, der Leiter der Gürzenich- Konzerte in Köln und Prof. Siegfried Ochs.
— Ein Bildnis Königs Eduards VH. aus jüngster Zeit reproduziert die Nr. 3346 der .Illustrierten Zeit unq" vom lo August (Verlag von I. I. Weber, Leipzig), die gleichzeitig aus Anlaß der Mo narchenbegnuirg in Wilhelmshöhe eine Reihe von Ansichten des Schloßes und seiner weltberühmten Parkanlagen und Wasserwerke bringt. Mehrere Illustrationen jiibren auf den Schauplatz der E i s e n b a h n k a l a st r o p h e bei Tr em essen in der Nacht zum 7. August. Ta die Frage dee Errichtung einer Automobilrennbahn nach dem Kaiser- preisrennen im Taunus auch für Deutschland aufgetaucht ist, dürfen auf allgemeineres Jntereffe die Zeichnungen rechnen, die Brooklands Motor-Rennbahn bei Weybrodge unweit Londons zum Gegenstände haben. — Eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges schil- bert Wilhelm Kuhnerts nach ber Natur gezeichnetes boppelseitiges Blatt „Aus Karl Hagenbecks neuem Tierpark in Stellingen bei Hamburg". Das sehr achtungswerte Niveau der englischen Kunst erhellt aus der Kunstbeilage, die es mit der diesjährigen Ausstellung her Royal Academy zu tun hat. Das glänzendste Zeugnis von ber Leistungsfähigkeit beutscher Technik und deutscher Schiffsbaukunst legt der neue Doppelfchrauben-Schnelldampfer des »Norddeutschen Lloyds", „Kronprinzessin E e c i l i e", ab, mit dem die „Jllu-1 ftrierte Zeitung" durch eine Reihe instruktiver Außen- und Innen- i ansichten eine eingehende Bekanntschaft vermittelt. I
Die nach- A p p r* I p sind Sonntag, den 18. Ang. voi stehenden ßül 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts nui für dringende Fälle sicher anzutreffen. Dn/g
H. Arndt, Bahnhofstr. 39. — I>r. Kipper, Wilhelmstr. 2. - i>r. Stuhl, Seltersweg 79 a.
meister und Stadtrat Hartwig die Lage des städtischen Haus^ und Grundbesitzes in Deutschland behandelt.
Mit HeM Hartwigs Ansichten die auch in hiesigen fonu. Mlrb,tferhPri
munalpolitrschen Kiepen zu den denkbar rückständigsten gerechnet ,, ~ ——
werden, mich hier zu beschäftigen, würde ich keine Veranlassung ausbescher S? kemen
haben, wenn nicht der zitierte Artikel Herrn Hartwig und seinem - ^brrchtet, wohl aber letzt schon vielen
Opus eine Bedeutung beilegte, die beide nicht haben, und toenn dlrberterfamrlien gesunde und beaueme Wohnungen
nicht hierdurch falsche Vorstellungen über die Ziele moderner Herr Hartwig memt, dre, wohnungs- und boden-
Kbmmunalpolftik erweckt werden könnten. ^cbext solle nicht nur ernstrtig auf Verbesserung
lieber die statistischen Mitteilungm des Artikels kann hier w"g- , Wohnungen, sondern vor allem auf Erziehung des Volkes gegangen werden. Auch ich halte eine übergroße Zahl leer- HYgrenrscyen Wohnungsbenutzung erstrecken. Ich
stehender Wohnungen für einen keineswegs wünschenswerten Zu- cs ^■e^Un a X übrigen
stsnd, und auch ich erkenne an, daß die Lage der Hausbesitzer ^nmal das Kunststück vormachen, eine
keineswegs überall und in jedem einzelnen Falle eine rosige ist hSvr r ö?mi ?te ^Eeicht aus nur einen in feuchtem Aber ich sehe die Gründe dieser Erscheinung nicht mit Herrn Wohnraum angewie,en ist, so zu erziehen, daß
Hartwig in einer falschen Kommunal- und Steuerpolitik ^son- Nm> » " hnung Hhgtenrsch benutzt oder gar trocken wohnt, dern ich erblicke gerade in dieser Politik den Weg, der zur Ge- Remlichkett und Ordnung bei derartigen Wohnungs-
sundung führt. verhaltnisien, bte lecher eine traurige Tatsache sind, erzielt,
Sehen wir uns die Forderungen des Herrn Hartwig einmal r £ .
näher an. Zunächst verurteilt er (immer nach dem Artikel des •ltd) l1? n 5 Hartwig auch der preußischen Regie-
„Gieß. Anz.") „die unnötige Einverleibung von Vororten mib Wechte Zensur, Werl sie mit der Bodenreform einen
einen ausgedehnten Ausbau der Straßenbahnverbindungen bis in m s •geiS?5t babe für erweiterten
die entlegensten Vorortsdörfer." Hierdurch werde der Zug in k^^erb am Rhem-Weserkanal 16 Millionen Mark gefor- die Vororte, wo naturgemäß bei gleicher und größerer Güte billigere 4UnA 20 <?DTT\ Abgeordnetenhaus erhalten." Aber der Wohnungen als in der Altstadt zu haben seien, gefördert. Er übernehme damit nur die Rolle des Spekulanten, auch verlangt also nichts weniger, als die Anwendung Verkehrs- u rr nae bte Steigerung der Bodenrente seines Besitzes nicht feindlicher Mittel, um die minderbemittelten Bewohner J c&ß ^^nn das richtig wäre, so vergißt Herr Hart-
der Stadt zu verhindern, sich günstigere Wohnungsbedingungen ?T9r. M biese Steigerung dann ausschließlich dem Staate, zu schaffen, um ihnen ihr Menschenrecht auf möglichste Besse- Ur?' s und damit dem alleinigen Ur-
rung ihrer hygienischen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu Wertzuwachses unmittelbar zugute kommt, während
schmälern. Auf unser Gießen angewendet, ergibt sich aus dieser - m Privathande fiele und dem Staat verloren
Forderung, daß wir niemals eine elektrische Bahn bauen dürfen Spekulanten ist dort nichts zu holen, wohl nur
weil wir auf die höchst rentable und für unsere^^Geschö^ste bedauert Herr^Sartwr^
äußerst vorteilhafte Verbindung mit den Vororten verzichten ?ber bin ich wieder an dem Punkt angelangt, wo
müßten. Das alles soll geschehen zu Gunsten der „durchweg die Hauptursache des Nebels liegt: die private Bodenspeku- alle schon vor einigen Dezennieri" entstandenen Häuser der 1 a 1T n c5' dre den Baugrund verteuert, die enorme Sum- stadt, deren Mietwert in Dresden z. B. um 25 Proz. zurück- R16? c?- Taschen leitet, die erntet, wo sie nicht gesät gegangen sei. Nun, die Wohnungen in der Altstadt können die Hausbesitzer und alles, was am Häuser-
auch billiger sein, als in den neueren Vierteln, da ihre Her- r?** Interesse hat, einsetzen und helfen, daß diesem Uebel ge- stellung vor „einigen Dezennien" ganz gewiß auch um 25 Proz £e“ert ^^rde. Von der Lösung der Bodenstage ist nicht alles billiger war, als die neuer Wohnungen. Wo aber in der I k ^ erwarten, aber eme gewaltige Linderung der Miß- Altstadt die Häuser im Preise steigen, da handelt es sich nur um Hr e’ ^rte, die die Allgemeinheit geschaffen hat, sollen Geschäftslage und Geschäftshäuser, die hier ausgeschaltet werden aua\ Wleber Nutzen bringen. Dann werden wir an unserem müssen, weil für ihre Rentabilität ganz andere Umstände be- ^teuerzettel schon merken, wo seither „Nationalvermögen verloren stimmend sind, als für Wohnhäuser. gegangen ist"!
Sodann „prüft" Herr Hartwig die Frage der steuerlichen ^ r. Sinne des Herrn Hartwig hat auf dem 29. Haus-
Belastungen, um natürlich zum Schluß zu kommen, daß - .fivertag in Hamburg ein Herr Stadtverordneter Fähndrich die „heilbringenden wohnungs- und bodenreformerischen Gin» 'ei”e Segen Wertzuwachssteuer und Steuer nach dem ge- r'-f" ~ - ■ - - ■ 1 meinen Wert erhoben. Mit Herrn Hartwig verlangt er zur
Abwehr . dieser Gefahren eine stärkere Vertretung des Hausbesitzes in den Parlamenten der Staaten und Städte. Als ob in den letzteren nicht schon von jeher die Hausbesitzer die über- wieg en de Mehrheit gebildet, in den ersteren jedenfalls nicht
m der Minderheit gewesen wären! Und dennoch sind die Wahrheiten, die Hartwig und Fähndrich bekämpfen, erkannt worden, sie haben sich Geltung verschafft in Staat und Gemeinde. Ein- maj im .Lauf, können sie nicht mehr aufgehalten werden, auch nicht bei uns, trotz dem Freiherrn v. Hehl und trotz Herrn Hartwig und seinem Fahnenträger. X.
Gerlchtssaat.
,, Berlin, 15. Aug. Der Redakteur des Berliner Anarchistenblattes „Freier Arbeiter", Rudolf Oesterreich wurde wegen Aufreizung au Gewalttätigkeiten und Verbreitung unzüchtiger । Schriften zu sechs Monaten und drei Tagen Gefängiiis verurteilt.
Ein gemeinaefährlicher Bursche, der längere Zeit in allen möglichen Verkleidungen den Tiergarten zu Berlin unsicher gemacht hatte, wurde am Donnerstag in der Person des 21 jährigen „Arbeiters" Heinrich Schichau dem Strafrichter vorgeführt, um sich roegeit Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Beleidigung zu verantworten. Der Angefchul- digte, welcher in gewissen Kreisen den Spitznamen „Der süße Heini" wiederholt wegen Vergehens gegen den § 175 und wegen versuchter Erpressung vorbestraft. Vielfach ging der gefährliche Pa^on mich in eleganter Frauenkleidung nachts aus. Am 28. Ium in später Abendstunde beobachtete der Kriminal- schutzmann von Schwiechow den Angeklagten in der Nähe des Brandenburger Tors. Als S. den ihm 'schon von früher her bekannten Beamten erblickte, ergriff er die Flucht. Es entwickelte sich eine wttde Hetzjagd quer durch die Anlagen, bis es schließlich gelang, den Flüchtling einzufangen. Der Angeklagte wußte anscheinend, was ihm bevorstand und warf sich sofort auf den Schutzmann, so bad sich beide in wütendem Handgemenge auf dem Boden wälzten. Attt knapper Not konnte der Kriminalbeamte dem gefährlichen Burschen em dolchartiges Messer entreißen. Erst als verschiedene Zivilpersonen hinzueilten, gelang es, den Angeklagten zu überwältigen und zu feffeln. Auf dem Transport zur Wache äußerte er noch, er würde, sobald er wieder aus dem.Kittchen", sämtlichen
Boden kann, z. B. durch darauf errichtete Gebäude, melioriert, im Werte gesteigert werden, aber diese Wertstesgerung unterliegt nicht der Besteuerung. Besteuert wird nur ber unverdiente Wertzuwachs, ber burch Anstalten unb Anlagen einer Genossenschaft wie ber Gemeinbe ober des Staats, erzeugt wirb. Wenn bie Stabt Gießen neue Straßen anlegt, ober eine elektr. Straßenbahn baut, steigen bie anliegenben Grunbstücke sofort im Wert. Der Besitzer hat biese Steigerung nicht burch seinen Fleiß unb seine Intelligenz bewirkt, fonbern bie Gesamtheit ber Steuerzahler hat sie ihm burch ihre neuen Werke in ben Schoß geworfen. Nehmen wir einmal zwei Beispiele aus unserer jüngsten Vergangenheit. Als bie neue Bibliothek gebaut würbe, kostete ber Baugrund in der Nähe nur 10 bis 11 Mk. Heute, nach drei Jahren, kostet er bis zu 25 Mk. Die Steigerung ist fast ausschließlich durch die Errichtung des neuen Blbliothekgebäudes herbeigeführt worden. Wäre es ba nicht billig, wenn bie Steuerzahler auch einen Anteil an ihr haben wollten, ben sie in Gestalt ber Wertzuwachssteiier nähmen^ Ober: burch ben Bau bes neuen Theaters sinb die Grundstücke in ber Nahe im Werte gestiegen, so baß, soweit sie bebaut sind, die Wohnungsmieten teilweise beträchtlich hinaufgesetzt wurden Ich frage: Haben bie Bürger Gießens deshalb 400000 Mk zum Theaterbau gestiftet, damit die Anlieger höheren Gewinn aus ihren Liegenschaften erzielen? Und wäre es etwa unbillig, wenn hier ein Teil des Nutzens der Gesamtheit in ber Form einer Wertzuwachssteuer ober einer Erhöhung ber Steuer nach dem gemeinen Wert wieder zugeführt würde?
Die Steuer auf ben unverdienten Wertzuwachs unb bie Steuer nach bem gemeinen Wert sind eben hervorragend gerechte Steuern, das wirb Gott sei bank auch von Gießener einsichtsvollen Haus- unb Grunbstücksbesitzern ehrlich anerkannt Wr beide Steuern haben neben ber fiskalischen Wirkung noch eme anbere, volkswirtschaftliche Bebeutuug. Da bas Streben dahin gebt, vornehmlich die zu Spekulationszwecken erworbenen 8uuuu.Wu uuu ut vcl gturciummrn ^roeu, unbebauten Grundstücke viit ihnen zu treffen, so müssen sie zweifel- mit gegenseitiger Achtung und freundschaftlicher Gesinnung erfülle, cine Verbilligung des Baugeländes, also die Herstellung die oft über das Grab sich dauernd bewährt habe- billigerer Wohnungen, herbeifiihren.^ Eine Verbilligung des Bau-
Dem Vortrage folgte lebhafter Beifall- — Der Antrag wurde stelandes aber hegt ebenso sehr im Interesse der Mieter, als einstimmig angenommen. tn oem der reellen Hausbesitzer und Bauunternehmer.
Ein Antrag, der sich mit den Verkaufsgenossenschaften be- $“>er ba§ will ja wiederum Herr Hartwig nicht, daß das schäftigte, wurde für die nächstjährige Versammlung zurückgestellt- Srü? erleichtert werde. Wenn es nach ihm ginge, bann gute Mit Worten des Tankes wurde bann ber GenossenschaftÄag Bauunternehmertum und Bauhandwerk! Herr Hartwig geschlossen- fieht nicht oder will nicht sehen bie große Kulturaufgabe, bie
'-----""----ft-- - ' das reelle Bauunternehmertum mit seiner Intelligenz unb seinem
Herrn Hartwrgs kommunalpolitische Anschauungen. Kapital erfüllt im Dienste ber Stabtbevölkerung unb im Interesse
Von geschätzter Seite schreibt man uns: kT* Ä Arbeitsgelegenheit schafft unb Brot
In Nr. 181 vom 5. August b. Js. brachte der „Gieß. Anz." I rr rSuS Derr Hartwig gegen ben eminenten Nutzen
einen Artikel über bie Denkschrift, in ber ber Dresbener Bau- ?te ^ich unb bie
1 ~ * — ■ - - - - ^uu ' Emzelstaaten für deren Unterstützung aufgewendet haben, nennt
er „enorme Gelbverschwenbung!" Ich brauche dem 'gegenüber nur auf bie . segensreiche Tätigkeit ber Baugenossenschaft des Evangel. Arbeitervereins tn Gießen unb ber anderen aufblühen-
........ .... Die Wertzuwachs- Berlin, der bei dein Jn'anteriereqimente Nr. 134 in Planen dien
steuer aber wird nicht vom Gebäude, sondern vom Boden wurde vom Chemnitzer Kriegscjerichie wegen tätlichen genommen. Das^ ist nicht dasselbe, wie behauptet wird. Der ariffes auf eine militärische Patrouille zu 1 cJI 3 Monaten Gefängnis verurteilt. x5Q


