Ausgabe 
17.8.1907 Erstes Blatt
 
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der Aufständischen ist Mohammed Ger ich, Kaid der Ouled

Die heutige Kummer umfaßt 12 Seiten

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Said, der Casablanca am Tage nach der Niedermetzelung Hasen verließ. Der Kaid der Glaoni ist

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eH e Erhaltung und Pflege Die]er filier in ecken. Wir dürfen hinzusetzen: auch der Ku., s.

i ett soll das Werk zugute kommen: die schaffende Baukunst j um sehr wohl auS einer vertiefenden Kenntnis gerade der ' j. rimischen Kuustübung in der Vergangenheit Anregungen für die 1 j -efldUung der tünstlkrischen Aufgaben in der Gegenwart schöpfen.

8 Was im Jahre 1880 erwogen und dann der Verwirklichung rtgegengeMrt wurde, war nicht schlechthin neu- Genau zu der-

Nr. 1K2

Erscheint täglich anker Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Stetzener Kamillen- blätter viermal in der Woche b'eigelegt und zweimal wöchentlich das Krekblatt für den Kreis Stehen. ^ernsprech-An- schlußs. d.Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschenr

Anzeiger Gießen.

Im Jahre 1885 erschien der erste Band eines groß angelegten Üerkts der Kunstdenkmäler im Großherzogtum Hessen, herausgegeben nrch eine im Auftrage des Groß Herzogs zu diesem Zwecke estellte Kommission. Der Band behandelte die Kunstdenkmäler

der Geldmarkt außerordentlich hoch gespannt und flüssiges Geld sehr knapp sei.

Unter solchen Umständen dürften die Ideen des Pros. Tr. Jastrow und ganz besonders auch die des Prof. Dr. Zahn, Beigeordneten der Stadt Düsseldorf, über Sicherung des kommunalen Anleihedienstes wohl der weiteren Erwä­gung und wenn irgend möglich praktischen Durchführung würoig sein. Der Kommunalkredit müßte aus seiner Ver­einzelung herausgeoracht, zentralisiert und den Anlage suchenden Kapitalisten gegenüber einheitlicher gestaltet wer­den, als seither. Tie Lreblingsidee Dr. Zahns ist die Grün­dung einer Zentral-Kommunalbank in Verbindung mit einer allgemeinen Grundrenten- und Hypothekenanstalt begründet von einer Großstadt, er allmählich andere oder alle Städte einer Provinz oder eines Bundesstaates sich anschlössen. Tie Frage an sich ist dringend geworden und sollte sich schon der nächste deutsche Städtetag nach reiflicher Vorbereitung recht eingehend mit chr beschäftigen.

mit einer größeren Reiterschar angekommen. Er soll die Absicht haben, den General Drude anzugreifen; die Stadt bietet noch immer denselben Anblick.

Ein französischer Missionar beurteilt die Lage in Larrache als sehr e r n st. Alle Verbindungen sind, unterbrochen. Das Zollamt ist von sämtlichen Beamten verlassen. Biele Fremde verlassen täglich die Stadt.

Paris, 16. Aug. (Havas.) Admiral Philibert meldet: Nach Ansicht der Notabeln der Stadt Ma zag an werden die umwohnenden Stämme nicht auf Mazagan losmarschieren. Zurzeit herrscht Ruhe. Die Abwanderung der Europäer vollzieht sich langsam weiter. Die Lage in Casablanca ist befriedigend, ebenso in S a f s i und Rabat. Nach einer Depesche aus Oran ist der Tränst porterShamrock" mit einer Feldbatterie und sonstigem von Admiral Philibert verlangten Material sowie Proviant nach Casablanca abgegangen.

Madrid, 16. Aug. DemJmparcial" zufolge kamen Oberst Müller und der Minister des Auswärtigen, Allen de Salazar, in einer in St. Sebastian stattge­habten Konferenz dahin überein, daß keine Notwen­digkeit vorliege, daß Müller im gegenwärtigen Augenblick aus seinen Posten sich begebe. Er wird nach Bern zu- rückkehren und erst wieder im September sich nach Marokko begeben.

Die französische und die spanische Negierung haben über die Verwendung der Truppen vor Casa­blanca sich völlig geeinigt; der spanische Kom- mandeur erhielt telegraphische Anweisungen.

Zeit der gleitenden Kursbewegung und der damit zu­sammenhängenden Erfahrungen bei den 31/2* und Zprozen- tigen Staats- und Städte-Anleihen die Sparkassen zum Teil gar nicht mehr in der Lage sind, Anlagen in Städteanleihen zu machen, so muß man zu der Ueberzeugung kommen, daß ein recht wesentlicher Teil der neu emittierten Anleihen dieser Art sich noch unverkauft im Besitz der Großbanken befindet.

Im vorigen Jahre noch konnten größere Städte, wenn sie überhaupt dazu schritten, 4prozentige Anleihen zu 104% bis IO41/2 und 31/2 prozentige zu 98% bis 98% Prozent unter­bringen. Die 31/2 prozentige Anleihe der Stadt Berlin von 1906 hat zu 99.28 Proz. Unterkunft gefunden. Auch noch zu Anfang dieses Jahres sind 4 prozentige Städteanleihen zu 100% und 3% prozentige zu 94 Proz. an den Markt ge­langt unkpiese Kurse wurden schon als schlechte bezeichnet. Wie sieht eS aber jetzt aus? In jüngster Zeit wurden

3 Atienkapital neugegründet. Im Juni wurden nur ca.

,2 Mill. Marc Neugründungen an den Markt gebracht und in Juli des Vorjahres auch ;iur für 30 475 000 Mk. Dazu , ommt noch, daß im Juli 1907 41 Aktiengesellschaften ihr w kapital um insgesamt 69 334 000 Mk. erhöhten; im Vor- normt fanden Kapitalaufbesserungen in Höhe von 50 376 000 j Rark statt und im Juli 1906 um 65 379 000 Mk., also ist t| uch auf diesem Gebiet der Juli 1907 trotz aller War- t ungen und trotz eines offiziellen Zinsfußes von 5% Proz., al lit nächster Aussicht auf wertere Erhöhung, der-Rekord- .ig normt geblieben.

Doch, kommen wir wieder zu den Städteanleihen zurück. , :s ist jetzt schon zweifellos, daß in diesem Jahre insgesamt c ine halbe Milliarde Städteanleihen dein deutschen Efsekten- w .arkt überwiesen werden. An die 300 Mill. Mark sind, wie v\ ngesichrt, bereits in die Oesfentlichkeit gebracht. Die in 5tädte brauchen demnach mehr als das Reich und Preußen H Lir das lausende Jahr zusammen brauchten. Im Jahre 906 wurden im ganzen nur 282 Mill. Mark neuer Stadt- J nleihen emittiert und dies schon als sensationell be- eichnet. Wenn man nun bedenkt, daß in gegenwärtiger

i Kunkidenkmäler im KroMrzögtnm Kcffen.

selben Zeit, da in Preußen Schinkel nratrn für die Erhaltung] der älteren Künstdenkmäler und für ihre Bezeichnung eintrm, wirkte bei uns in demselben Sinne devOberbaurat Moller- Auf den Vortrag Mollers 'erließ Großherzvg Ludewig am 22- Januar 1818 eine Verordnung, die bereits die Grundlinien für ein vollständiges beschreibendes und von geschichtlichen Mchweisen begleitetes Inventar aller wertvollen Ueberreste alter Baukunst in Hessen gibt- Sv wurde eine Grundlage gewonnen, die später mit benutz: werden durfte- Seit 1876 taucht dann der Ge­danke auf, ein umfassendes Denknrülerverzeichnis gleich den Werken für den Reg.-Bezirk Kassel und für Eslaß-Lvthringen zu schaffen, 1877 wurde der Verband deutscher Architekten-- und Ingenieure vereine in der Sache vorstellig. 1878 reichte Hofrat Professor Schäfer eine ausführliche Tenffchrift dazu ein- 1880 trat, wie schon erwähnt, die Regierung der Angelegenheit näher-

ES gelang rnt Jahre 1880, eine Anzahl berufener Kräfte in den Dienst des Unternehmens zu ziehen- Und Verhältnis^ mäßig rasch folgten der Beschreibung des Kreises Offenbach (von Schäfer) die Beschreibungen der Kreise Worms (1887 von Wörner), Büdingen (1890 von Wagner), Erbach (1891, tarn Schäfer) und Friedberg (1895 von Avamy)- 1898 erschien noch de-r Banid Wimpfen (von Schäfer), dann aber stockte die Arbeit ganz- Meherere bewährte Mitarbeiter wurden vom Tod überrascht (Wörner, Adamy, Marx, Wagner); andere traten in­folge von Ueberlastung irftt Arbeit oder aus Mtersrücksichten zurück- Endlich wurde nur an der Beschreibung des Kreises Gießen noch gearbeitet- Man mußte auf Mittel sinnen, ein rascheres Erscheinen der noch fehlenden Kreis- beschreibungen zu ernröglichen-

Von solchen Erwägungen aus ist nun das ganze Unter­nehmen neu organisiert worden. Die Kommission sür die Herausgabe des Werkes wurde durch Zuwahl einer Anzahl jün­gerer Kräfte ergänzt, der Unterzeichnete wurde als verant­wortlicher Leiter der Herausgabe mit der Durchführung der Arbeit betraut. Es arbeiten jetzt an einzelnen Kreisen gleich­zeitig mehrere Forscher. So ist es auch möglich, sür einzelne Gebiete die jeweils berufensten Spezialkenner zu Wort kommen zu lassen, wenn beispielsweise die Baudenkmäler von einem Architerten oder in der Baugeschichte bewanderten Forscher, die Denkmäler der Plastik uno Malerei von einem Kunsthistoriker, der sich besonders mit diesen Kunstgebieten beschäftigt, die Reste der vorgeschichtlichen und frühgeschichtlichen Kultur von einem

schabt. Aber dieser Mahnung ist von keiner Seite Folge geleistet.worden. Tie Städte haben im ersten Halbjahr anzen Vor-

Die Lage in Marokko.

Wie aus Casablanca unter dem 14. Aug. gemeldet wird, ist in der Siadt, sowie in der Umgegend alles ruhig. Am 13. August sammelten sich in der Umgebung der Stadt zahlreiche Arabergruppen, die den Versuch machten, die Stadt von der Rückseite aus zu nehmen. Der französische Kreuzer Gloire" gab etwa 3 0 Granatenschüsse auf sie ab, wodurch sie zerstreut wurden, nachdem sie Verluste erlitten hatten. Truppen brauchten nicht vorzugehen. Die Ein­wohner, besonders Juden, die sich in größter Not befinden, beginnen allmählich zurückzukehren. Man teilt Lebens­mittel an sie aus. Der Handel beginnt sich wieder zu regen. Am Morgen des 14. August war alles ruhig. Wie aus Fez gemeldet wird, befindet sich die dortige Bevölkerung in der größten Erregung und hält lär­mende Versammlungen ab. Aus Marrakesch wird ge­meldet, daß alle Europäer die Stadt unter dem Schutze einer Begleitmannschaft verlassen haben, die ihnen von Sonley Hasid gestellt worden ist. Meldungen aus Elk- s a r zufolge ist dort eine Mahalla angekommen, die von Fez nach Casablanca geschickt ist. Heute abend einge­troffene Meldungen besagen, daß etwa hundert Europäer Mogador verlassen haben, wo der KreuzerDu Chayla" am 14. August eingetroffen ist.

Tanger, 16. Aug. Aus Casablanca wird vom 15. August gemeldet: Es scheint sich der Zwiespalt zwi­schen den Stämmen zu verschärfen. Man spricht von der Unterwerfung Medjunas. Der Führer

ueit mehr Anleihen ausgenommen als im ganzen Vor­ahr, und daß seither der Faden nicht abgerissen ist, sieht 7^.mn aus den Emiftionsvrospekten, von denen allwöchent- 3, ich mindestens einer erscheint, der eine Stadtanleihe an-

üadigt. Aber, dies sei auch hier erwähnt, die sonstigen lei teugiündungen und Kupitalerhöhungen haben in diesem tit',.!hre ebenfalls nicht nachgelassen. Allein im Monat Juli

mrden 19 Aktiengesellschaften mit rund 39 Mill. Mark

4 prozentige Stadtanleihen an Bankenkonsortien im Sub­missionswege zu 97% bis 98 Prozent begeben und der Stadt Elbing wurde von der Kgl. Seehandlung und der Deutschen Bank der abschlägige Bescheid, daß sie ihre 4 prozentige Anleihe von 2 394 000 Mk. nicht übernehmen können, weil

es Kreises Offenbach; weitere Bände sollten wlgen, je die Denk- täler eines Kreises unpassend. Nach einer kurzen orientierenden Anleitung über den Reichtum des Kreises an wertvollen Ueder- icn aus der Vergangenheit beschreibt der Verfasser die Denk- 'äler des Kreises nach der alphabetischen Reihenfolge der Orte, . n denen sie sich befinden. Das Ganze ist klar und lesbar geschrieben . nb von einem warmen Gesühl für die Schönheit und den gcschicht- } et)en Wert der älteren Kunst eingeaeben. Der Entschluß, ein i rlches Werk zu schaffen, war vom Mmisterium im Jahre 1880 '* .mißt worden. Es darf erwähnt werden, daß damals erst ver-- melle deutsche Staaten entsprechende Veröffentlichungen ihres :il (mkmälerbestcmdeS begonnen hatten. Das hessische Dellkmäleriverk bloß sich an diese Vorläufer an, ging aber in mancher Beziehung '' L>er sie hinaus. Es sollte, wie es in den ^Bestimmungen für die " erausgabe des Werkes" heißt,die im hesstschelr Staatsgebiet H orhauoenen Denkmäler der Architektur, Plastik, Atalerei und des fl )leren Kunstgewerbes, soweit dieselben in fünft- und kultur-

48. Genossenschaststag der deutschen Erwerbs- nud LLirtschaftsgenossenschaften.

S- u. H. Leipzig, den 15. Aug.

Arn letzten Sitzungstage erklärte es der Genossenschaftstag zunächst als eine Pflicht der Genossenschaften, die korporative Mitgliedschaft in der Ruhegehaltskasse und der Witlven- und Waisenpensionskasse zu erwerben, weil dadurch den Vorstands-i mitgliedern und Angestellten der persönliche Beitritt zu diesen Kassen erleichtert wird- Ter Berichterstatter Direkror Jäger (Ber­lin) führte zur Begründung aus, daß die staatlichen Erhebungen für eine Zwangsversicherung der Privatangestellten den Vor­standsmitgliedern der Genossenschaft keinen Anlaß geben können, von jeder Eigensürsorge für die Zukunft abzusehen, und daß daher selbst für den Fall des Inkrafttretens dieser Zwangsver­sicherung die Ruhegehaltskasse und die Witwen- und Waisen­pensionskasse ihre Bedeutung für die Angestellten nicht ver­liert- Der Redner wies weiter darauf hin, daß diese Versicherung der Angestellten gegen die Folgen von Invalidität, Alter und Todesfall nicht nur dem Interesse der Vorstandsmitglieder und Angestellten, sondern auch dem der Genossenschaften in gleicher Werse diene-

Ten politischen Boden betrat Khl- Rat Direktor Proobst- München, als er solgenden Antrag des Gesamtansschusses be­gründete:Ter allgemeine Genossenschaftstag der deutschen Er­werbs- und Wirtschaftsgeiwssenschaften legt ernste Verwahrung ein gegen die immer wiederkehrende Behauptung, die Schulze- Telitzschschen Gerwssenschajten ständen im Dienste politischer Par­teien, würden zur politischen Agitation benutzt, von politischen Parteien beeinslußt, oder übten selbst irgendwelchen Einfluß auf politische Bestrebungen aus- In der ganzen Geschichte des deutschen Genossenschaftswesens findet sich nichts, was diese An­schuldigungen zu bestätigen vermöchte; wohl aber wurden die GeTwssenschaften von Schulze-Delitzsch selbst und seinen Schülern jederzeit ermahnt, sich von allem politischen Getriebe fernzu­halten- Die Behauptung, die politische Tätigkeit sei notorisch, muß deshalb als vollständig unbegründet zurückgewiesen wer- bem" Ter Redner schilderte die schweren Kampfe, die Schulze- Telitzsch bei Gründung der deutschen Genossenschaften jahre­lang zu bestehen hatte, da sein Bestreben von vielen Seiten und insbesondere von den Behörden verkannt und für eine

Archäologen bearbeitet werden. Die Grundzüge, die schon ftüher für die Bearbeitung maßgebend waren, sind erneut geprüft und sorgfältig ergänzt worden. Sie sind gedruckt und werden allen Mitarbeitern in die Hand gegeben. .Aber darüber hinaus ist weiter eine eigentliche Redaktion vorgesehm.

Zunächst werden gleichzeitig die Kreise Gießen, Mainz, Bingen, Darmstadt bearbeitet. Auch für andere Kreise sind Bearbeiter teils schorr gewonnen, teils in Aussicht genommen. Die vor- und frühgeschichtlichen Altertümsr lverden in einem besonderen Bande geschildert werden, und eine geschichtliche Uebersicht (eine Kunstgeschichte Hessens nach neuen Gesichtspunk­ten) nebst Karten und Registern wird den Abschluß des Ganzen bilden. , Es besteht die Hoffnung, daß auf diese Weise die noch ausstehenden Kreisbeschreibungen (Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Schotten, Mainz, Bingen, Alzey, Oppm- heim, Darmstadt, Groß-Gerau, Dieburg, Bensheim und Heppen­heim) in verhältnismäßig rascher Folge werden erscheinen können.

Der Zweck dieser Zeilen ist, das Interesse der Bevölkerung von neuem diesem großen vaterländischen Unternehmen zuzuwendm. Das Werk will gelesen, auf die Reise mitgenommen und vor den Tenkmälerm selbst studiert, es will verbreitet sein. Denken wir daran, welche Werte uns in diesen Zeugen einer großen künstlerischen Vergangenheit geschenkt sind. Es gibt in Deutsch­land keinen Staat, der so dicht beisammen Karolingerbauten und Tnächtige, frühmittelalterliche Dome, romanische Kaiserpfalze und Wunderwerke der Gotik, Renaissanceschlösser und malerische Fachwerkhäuser, Barockpaläste und Rokokoanlagen aufzulveisen hätte. Und auch, wenn wir von den ganz großen, altoe- rühmten Denkmälern absehen, sind nicht unsere Städtchen und Dörfer in Oberhessen und am Rhein, am Neckar, im Odenwald und an der Bergstraße der schönsten Wunder voll?! Wenn wir noch ein paar Jahre fteißig gearbeitet haben, denken wir in einer Ausstellung aller der Aufnahmen und Abbildungen, die mir teils schon besitzen, teils noch Herstellen lassen, einmal zu zeigen, was unser Hessen noch an alter Knust besitzt. Dann wird sich nranck-er fageit: Von alledem hast du bis heute kaum eine Ahnung gehabt! Da liegt die Aufgabe, der auch unser Denkmäler werk in erster Linie dienen soll: es> soll uns dte Heimat kennen und lieben lehren!

So entschieden wir für jeden gesunden Fortschritt unserer Tage eintreten, der modernen Kunst, der Krmst, die unserem

.p storischer Beziehung von Werl sind, in Beschreibung und bild- y cher Darstellung zu einem übersichtlichen Ganzen vereinigen".

ei den Besprechungen, die sich nut der Art der Verwirklichung : J eseS Gedankeirs befaßten, trat deutlich hervor: die Beschreibung

ib Abbildung des großen und unvergeßlichen Schatzes heimischer jj unft sollte weiteren Kreisen die Augen öffnen für die ij chönhcit, die wir im eigenen Lande besitzen, sie sollte diese 1 mafteruolten, bald kühnen und mächtigen, bald tranlich-ivohn-

chen Bauten, alle diese ungezählten Werke deutschen Kunstfleißes -t [)en und lieben lehren, sollte die Freude an der £ e 1 m a t rH ihren und das Bewußtsein der Verantwortlichkeit für eH e Erhaltung und Pflege dieser Güter in der Bevölkerung

Erstes Blatt LS7. Jahrgang Samstag 17. August 1907

O 'Bezugspreis:

V V monatlich 75Pf., viertel

Verantwortlich

ei General-Anzeiger für Gberheffen DZU - .1 anna^me eon feigen V V 6 I I u.Land- und»«rtchls.

bis oormüagTiöuf^ Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schuistrah« 7. _

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Sräste-Knteihen.

Erst in den letzten Tagen hat es sich wieder gezeigt, wie tiedrig die deutschen Städteanleihen eingeschätzt werden J?' rnd wie schwer es den Leitern der Kommunen wird, not- \v vettbig gewordene Bedürfnisse des Stndthaushalts zu be- nej riedigen. Es ist allerdings ein eigentümliches Zusammen- beg wessen, daß gerade in diesem Jahr, wo eine nur selten )agewesene Geldknapvheit besteht, so viele Städte an den r; Geldmarkt zu appellieren gezwungen sind. Es ist jedoch :aum anzunehmen, daß dabei nur Nachahmungstrieb ob- oaltet und die städtischen Verwaltungen, die den Anfang nachten, sich bei den Emissionen einzig von dem Erfolg '-erführen ließen, den die ersten 4proz. Anleihen, u. a. )ie Hamburger Anleihe, hatten. Wenn dem doch so war, o muß jetzt die Einsicht, namentlich den Emissionsbanken, tut zekommen sein, daß nicht unabsehbar neuen Anforderungen entsprochen werden kann. Es ist bereits wieder eine ziem- iche Entwertung selbst der neuesten Titel eingetreten, ui' o daß die Erwerber ihren Besitz schon jetzt nicht mehr ^;um Emisfionskurs verwerten können. Sind doch auch die ' ior wenigen Ältonaten aufgelegten Schatzanweisungen des lieichs und Preußens, die zum Kurse von 99 emittiert j ourden und vorübergehend bis 100.80 stiegen, wieder bis )9 zurückgegangen. Früher wurden nun die guten Städte- Anleihen nicht niedriger als die guten deutschen Staats- ]cj Anleihen beloertet; durch das Schuldensystem, das immer jewa:tiger wurde und stets neue Werte schuf, ist die Schätz- uni rng beider Arten, der Äaats- wie der Städte-Anleihen, sehr zesunken und der nur einigermaßen wagemutige Kapi- | alift sucht andere Wege sür die Fruktifizierung seiner Kapi- alien, als in festverzinslichen Papieren, die dazu auch Eij>:och ständig den Krebsgang gehen. Daß dies sehr un- lesunoe Verhältnisse sind, braucht wohl kaum noch näher wläutert zu werden.

Tie Deutsche Bank hat zu Anfang dieses Jahres zur Zurückhaltung gemahnt und dabei auch die Städte im Auge