Das ganze Fest verlief ohne Störring rind ist in seinem 'hübschen Verlauf ein Beweis dafür, daß man mit einfachen Mitteln Feste feiern kann, die deshalb doch schön sind.
E. H.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 17. Jnni.
" Die Zweite Hess. Kam in er tritt, wie jetzt endgültig fesisteht, am Mittwoch, 2 6. Jnni, vormittags 10 Uhr, zu ihrer 61. Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die Wahlrechtsvorlage und die damit im Zusammenhang stehenden Gesetzentwürfe, der Jagdgesetz- Entwurf und eine Reihe von Anträgen und Vorstellungen. Der Kammer ging der Bericht des 2. Ausschusses über die Geschäftsbehandlung der Regierungsvorlage zu, betr. die Gesetzentwürfe: 1. die Abänderung der Artikel 67 und 75 der Verfafsungsurkunde des Großhcrzogtums Hessen vom 17. Dezember 1820; 2. die Landstände; 3. die Wahlkreiseinteilung. — Großherzogliches Staatsministerium hat die vorbezeichneten Gesetzentwürfe in Gemäßheit des Gesetzes, die Ausführung des Artikels 92 der Verfassungsurkunde hinsichtlich größerer Werke der Gesetzgebung betreffend, vom 14. Juni 1836 den beiden Kammern der Stände zur verfaffungsmäßigen Beratung und Beschlußfassung mit der Maßgabe zugehen lassen, daß die Zweite Kammer sich zuerst mit der Beratung und Beschlußfaffung zu befaffen hat. Der 2. Ausschuß verneint die Frage, daß der Entwurf in einem Sonderausschuß im Sinne dc§ Gesetzes vom 14. Juni 1836 behandelt werden müsse; er bejaht die Frage, daß hierüber lediglich die Zweite Kammer selbst zu entscheiden hat und er stellt den Antrag: „Die Zweite Kammer möge die Wahl eines besonderen Ausschusses im Sinne des Gesetzes vom 14. Juni 1836 ablehnen und die Entwürfe betreffend Wahlreform dem 2. Ausschüsse zur Beratung überweisen.^
• ’ 8. Hessisches Athleten-Verbandsfest. Auf dem Sportplatz an der Hardt und auf Textors Terrasse begann am Samstag abend 8 Uhr das 8. Verbandsfest durch einen Festkommers in der Festhalle, nachdem bereits im Laufe des Samstag auswärtige Vereine und Wettkämpfer eingetroffcn .waren. Der Festoorsitzende L. S o m m e r l a d-Gießen eröffnete den Kommers durch herzliche Willkommenworte an alle Gäste. Stadtv. Löb er übermittelte die Grüße der Stadt, Verbandsschriftführer Kampmann-Kaffel drückte den Dank des Verbandes für den schönen Empfang aus und toastete auf die Stadt Gießen und die Ehrengäste. Frau Sommerlad übergab dem hiesigen 1. Stemm- und Ringklub zur Erinnerung an das 8. Verbandsfest ein kunstvolles Diplom. Der 1. Vorsitzende Gelzenleuchter dankte namens des Vereins. Bei Konzert und komischen Vorträgen wurde die Stimmung sehr gehoben und erst nach Mitternacht trennten sich die Teilnehmer. — Am gestrigen Sonntag fand von 7—12 Uhr der Empfang der noch ankommenden Konkurrenten statt und von 9—12 Uhr wurden Wettkämpfe im Ringen iunb Steinstoßen ausgefochten. Mittags 1 Uhr sand Festesten in der Halle der Terraste statt. Um halb 2 Uhr wurde am Walltor ein stattlicher Festzug aufgestellt, der sich durch die Straßen der Stadt nach Textors Terraste bewegte; 15 Vereine nahmen am Zuge teil. Auf dem Festplatz angekommen, hielt Stadtv. Dr. Ebel die Festrede; er gedachte der Geschichte der Athletik, die zurückreicht bis in die Zeit der alten Germanen, und führte aus, daß die deutsche Athletik geeignet sei, Deutschlands Jugend zu Kraft und Heldenmut ■gu erziehen. Redner schloß mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Die Wett- und Ringkämpfe wurden den Nach- (mittag über fortgesetzt, mußten jedoch um etwa 5 Uhr wegen ,eines Gewitterregens längere Zeit eingestellt werden, wodurch Iber Fortgang sehr verzögert wurde. Ein ziemlich zahlreiches Publikum hatte sich eingefunden, um den Hebungen beizuwohnen, und mit regem Interesse verfolgte man die gesandten Bewegungen und Griffe der Athleten, von denen zirka 70 zum Wettkampf angetreten waren. Abends sand die Preis Verteilung statt. Es erhielten für Stemmen und Steinstoßen folgende Athleten Preise 1. Klasse: Ney 1., Weber 3. u. 4., Groß 2., Schröder 6., Köhler 1., Rüppel 5. und 6., Schmelz 2. u. 5., Huüental 3. u. 4. In der 2. Klasse: Breidenbach 4. u. 5., Pistor 2. u. 8., Göbel 7., Kalbreier 3. u. 4., Gunkel 1. u. 8., Krohn 6„ Hartung 2., Weber 3., Siebert 4. u. 4., Fischer 7., Fink 6. u. 6., 'Schwalm 8., Klaue-Gießen 5. u. 7. Heute ist der Ring- kampf um die Meisterschaft in Hessen.
△ H euch elheim, 14. Juni. Jetzt schon läßt e8 sich übersehen, daß die Sautätigfcit hier nicht mehr so rege betrieben wird, als in den letzten Jahren. Während seither, vor allem an der Straße nach Gießen, die Neubauten wie Pilze aus der Erde schossen, werden sie in diesem Jahre nur vereinzelt ausgeführt. Es ist mit Freuden zu begrüßen, daß nunmehr auch noch eine Privatstraße ausgeschlossen wird ; wuchs doch seither unser Ort zu sehr in die Länge.
- - Ulrichstein, 15. Ium. Ein großes Trauergefolge geleitete den beliebten, infolge hochgradiger Nervosität freiwillig ans dem Leben geschiedenen, Bezirks kassier Strack zur letzten Ruhe. Tas vorgesetzte Ministerium war durch einen der Referenten vertreten. Seine zahlreichen Freunde werden den Ab- gerufenen nie vergessen.
s. Stornfels, 15. Juni. Bei der hier abgehalteneu Gemeinderatswahl wurden die seitherigen Gemeinderäte Friedrich Lauster II., Micha.l Hofmann und Gg. Jochim .als Mitglieder des Ortsvorstandes wiedergewählt.
d- Braunfels, 14. Juni. Der Hungener Gesangverein „Liederkranz" unternahm kürzlich bei herrlichem Wetter unter zahlreicher Beteiligung seinen diesjährigen Ausflug hierher. Der Verein benutzte die Gelegenheit, dem Prinzen Friedrich von SolmS-BraunfelS-Hungen ein Ständchen zu bringen, das die Herrschaften sichtlich angenehm berührt aufnahmen. Nach Vortrag eines Chores hob Lehrer Isaak in einer vollendeten Ansprache u. a. hervor, daß treue Anhänglichkeit und Verehrung für das Braunfels.sche HauS den Verein herbeigeführt habe. Prinz Friedrich dankte herzlich für die schöne Ehrung und lud den Verein ein, die Kunstschätze seines Schlosses, die Gemäldegallerie, den Rittersaal rc. zu besichtigen. Von dieser Einladung wurde nach Vortrag einiger weiteren Chöre gerne Gebrauch gemacht. Von ungeteilter Befriedigung über das Geschaute erfüllt, trat, nachdem man noch verschiedene reizende Punkte der Umgebung besichtigt hatte, der Verein den Rückweg durch den herrlichen Wald nach Station Braunseis an.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Nr. 139 der „Frankfurter Nach-
richten" kündigte das dortige Schauspielhaus, an: „In neuer Einstudierung und Inszenierung: Ein W i n t e rm ä d ch e n. Hurno- ristisch-pbantastischcs Märchen in 5 Auszügen von Shakespeare." In der Anzeige wirb das bisher unbekannte Wintermädchen als Märchen bezeichnet, und das ist es wohl auch, denn in Wahrheit hat Shakespeare kein Wintermädchen in die Welt gesetzt.
Kessische Bereinigung für Volkskunde.
(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.f
Büdingen, 16. Juni.
Hier tagte am Samstag die Hauntversammlung der Hessischen Bereinigung für Volkskunde. Dieser Verein, der in Verbindung mit den Brudervereinen für Altertumskunde und für Heimatspflege sich die Erhaltung der uns von unseren Vorfahren nach gebliebenen Reste des früheren Volkstums. Volkslebens und -Treibens zum Ziele seines Strebens gesetzt hat. konnte wahrlich keinen, den Grundprinripien des Vereins besser entsprechenderen Ort seiner Tagung finden, als gerade in dem altertümlichen Büdingen. Hier in der Nähe der großen Heerstraße zwischen Main- und Fuldatal, zwischen Süd- und Norddeuischland bat sich seit alter Zeit und besonders in der Glanzzeit der Hohenstaufen ein gutes Stück deutscher Geschichte und deutschen Volkstums abgespielt, ist doch festgestellt, daß das Fürstengeschlecht derer von Isenburg - Büdingen, eines , der ältesten Adelsgeschlechter Deutschlands, bereits seit 1270 hier seinen Sitz hat. Und die Sfadt selbst, die gut erhaltenen Festungs- mauern und Wallgraben, das alte Schloß, die alten, zinn Teil unter Aufsicht des Denkmalschutzes renovierten Fachwerksbauten und noch manches ländere reden eine beredte Sprache von dem Alter Büdingens. In herrlicher Lage und Umgebung am Ostende der Wetterau und am Eingang des engen, von zwei mächtigen Höhenzügen eingeschlossenen Seementales war der Ort so recht geeignet, als Sitz eines Rittergeschlechtes zu dienen.
Zu der Versammlung waren die Mitglieder und Freunde der Volkskunde sehr zahlreich erschienen. Durch das Jerusa- lemertor betrat itttm das Innere der alten Stadt, um sich in das altehrwürdige Rathaus zu begeben, dessen Saal die Stadt bereitwilligst zur Verfügung gestellt hatte. Unter den Erschiens- nen befanden sich K'reisrat Böckmann und Schulrat Schereri- Vüdingen. Nach kurzen Begrüßungsworten erstattete der 1. Vorsitzende Pfarrer Schulte- Großen-Linden den Jahresbericht. Die Vereinigung besteht jetzt 10 Jahre, ihre Mitgliederzahl ist 'au1 1070 gestiegen. Das V-reinsblatt kann sich allen anderen Fachschriften würdig zur Seite stellen. Der Jahresbeitrag beträgt 1.50 "9)11, dafür erhält das Mitglied drei große Hefte. In den nächsten Jahren beginnt die Sammlung der hessischen Volkslieder. Ein Zusammengehen mit der Vereinigung in Kurhessen wird an- gest-rebt. Die Annäherung an den Heimätpflegeverein hat sich nach Verhandlungen der gegenseitigen Vorstände ergeben, liegt doch das Arbeitsfeld beider Vereine auf dem gleichen Boden. Tie Jahresrechnung zeigt eine Einnahme von 4712.02 Mk., eine Ausgabe von 2462.94 Mk., sodaß sich ein Ueberschuß von 2588.72 Mk. ergibt, der durch, den zu erfolgenden Truck der Zeitschrift mehr als verbraucht wird'. Tie Mitgliederbeitrage, darunter vom Protektor der Vereinigung, dem Großherzog und den Patronen, betragen 3990 Mk. Ter Druck der Zeitschrift erfordert 1682 Mk.
Prof. Dr. Helm- Gießen erstattet Bericht über die jtrm 24. Mai in Eisenach abgehaltene Delegiertenversammlung des Verbandes deutscher Vereine für Volkskunde. Diese billigte die geplante Gründung einer volkskundlichen Zentrale, wonach alle Sammlungen nach gleichem Muster geschehen sollen, mit der Schweiz und mit Oesterreich soll in Fühlung getreten werden. Tie Sammlung der. deutschen Volkslieder soll mich einheitlichen Grundsätzen geschehen. Aus Antrag des Geheimrat Dr. Haupt- Gießen wurde eine Kvmmission eingesetzt, die die Sammlung der Zaubersprüche und Sagen des deutschen Sprachgebietes vorbe- reiten soll. Zu dieser Kommission.gehört aus Hessen Dr. Hep- ding-Gießen. Tie nächstjährige Hauptversammlung des deutschen Verbands wurde für September 1908 nach Berlin festgesetzt. — Schulrat Scherer-Büdingen wünscht, daß das Material der Volkskunde der Schule und den Lehrern zugänglich gemacht werde durch Herausgabe eines BüchleinÄ Dr. H e p d i n g stimmt zu und regt an, daß ein Schulmann, ähnlich wie in Marburg durch Hvuptlehrer Schneider, eine Sammlung der wichtigsten Sagen herausgeben möge, die sich dann im Unterricht verwerten ließen, die Vereinigung werde ihr Archiv gern zur Verfügung stellen. Schulrat Scherer und Pfarrer Schulte werden diese Angelegenheit weiter besprechen.!
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 14. Juni. Freche Diebstähle.
Durch das Schöffengericht Bad Nauheim wurde die 21- jährige Verkäuferin H. K. aus Frankfurt a. M. wegen Diebstahls zu acht Tagen Gefängnis verurteilt, wogegen sie Berufung erhob. Als im vorigen Jahr ein Eisenbahnbeamter in Bad-Nauheim infolge Erkrankung feiner Frau genötigt war, eine Stütze anzunehmen, holte er sich eine solche in der Person der Angeklagten von Frankfurt. In den ersten Tagen nach ihrem Eintritt mußte sie wegen einer eingetretenen Fehlgeburt das Krankenhaus aufsuchen, von wo aus sie nach ihrer Genesung wieder zurückkam und noch einen Tag bei ihrer Herrschaft blieb. Nach ihrer Abreise vermißte man verschiedene Haushaltungsgegenstände und Wäschestücke, was den Beamten veranlaßte, die Angeklagte in Frankfurt aufzusuchen. Beim Eintritt in ihr Zimmer sah er schon mehrere der abhanden gekommenen Sachen und die Durchsuchung des Schließkorbes, wogegen sie sich sträubte, förderte noch weitere Stücke zutage. Die Angellagte bat händeringend, von einer Strafanzeige abzusehen, welcher Bitte auch entsprochen wurde unter der Voraussetzung, daß die Sachen zurückgeschickt werden, was auch geschah. Als aber später das Fehlen weiterer Wäsche und Kleider festgestellt wurde, erstattete der Beamte auf Drängen seiner Frau Anzeige. Bei ihrer Vernehmung bestritt die Angellagte, weder etwas entwendet noch etwas zurückgeschickt zu haben. Sie suchte die Anzeige auf einen Racheakt des Dienstherrn zurückzuführen, dessen unsittlichen Anträge sie zurückgewiesen habe. Die Behörde hatte deshalb Anlaß, bezüglich des Anzeigers sowohl als auch der Angeklagten Erkundigungen über ihr Vorleben einzuziehen, die zu Gunsten des Ersteren und zu Ungunsten der Letzteren ausgingen, sodaß das Verfahren mit Verurteilung endigte. Nachdem durch die Post festgestellt war, daß die Angeklagte wenigstens ein Paket von Frankfurt nach Bad-Nauheim geschickt hat, gab sie dieses in der Berufungsinstanz auch zu. Sie will aber nur ein Sofakissen, das ihr der Dienstherr geschenkt, oder doch auf die Reise mitgegeben habe, zurückgeschickt haben. Dem Besuch ihres früheren Dienstherrn in Frankfurt suchte sie eine andere Bedeutung beizulegen, als dieser es darstellt; im gleichen Sinne nützt sie die den Empfang der zurückgesandten Sachen bestätigende Postkarte aus. Das Berufungsgericht war weder von ihrer Wahrheitsliebe, noch von ihrer Ehrlichkeit entzückt, weshalb es das Urteil bestätigte. -
Diebstahl im Rückfall.
Gegen den Fuhrknecht I. D. aus Climbach ist wegen Diebstahls im Rückfall Anllage erhoben. Er hat zu Friedberg, wo er in Arbeit stand, ein 4 Kilogramm schweres Bleistück mitgenommen, das in der Nähe eines Neubaus lag. Er gibt an, er habe das Blei für herrenlos gehalten, sonst hätte er es nicht mitgenommen. Das Gericht hielt einen Diebstahl nicht für erwiesen, es hielt eine Unterschlagung für vorliegend und verurteilte den Angeklagten zu 3 Wochen Gefängnis.
Ein Schulknabe als Beleidiger.
Als im verflossenen Winter sich einige Schuljungen aus dem Heunwege zuAlsfcld balgten, bemerkte der Handelsmann D. L. von Romrod feinen Neffen unter ihnen. Er trennte die Streiten- a cn inkem er seinen Neffen hinwegriß und dem Realschüler K. R. einen Schlag mit seinem Stock versetzte. Dieser lief davon und überhäufte den Handelsmann mit Schimpsworten. Auf Strafantrag des Vaters des verletzten Jungen wurde L. wegen Körperverletzung zu 5 Mk. Geldstrafe verurteilt. Er erhob nunmehr gegen N. Klage wegen Beleidigung, aber das Schöffengericht erkannte auf Atraffreierklärung, da per Junge die durch
den Stockfchlag erfolgte Beleidigung auf der Stelle erwidert habe. L. sockt das Urteil an, indem er behauptete, der Junge habe nickt bloß beim Schlagen, sondern auch noch später aus ciniacr Entfernung geschimpft. Das dies richtig steht, hielt das Berufungsgericht eine Kompensation nicht für angebracht, zumal eine nicht unerhebliche Zeit zwischen dem Schlag und dem Zurufen verflossen ist. Es wurde deshalb der Berufung des Klägers stattgegeben und R. zur Strafe des gerichtlichen Verweises verurteilt. Sämtliche entstandene Kosten fallen dem Verurteilten zur Last. Da die Beleidigung auf öffentlicher Straße erfolgt ist, wurde dem Kläger auch die Publikationsbefugnis zugesvrochen.
Das Automobil.
Vom Taunus wird gemeldetEin auf der Rennstr ecke fahrendes Automobil, in dem außer dem Chauffeur Gebhardt zwei Herren aus Eisenach saßen, verunglückte bei Wehen. An einer gefährlichen Kurve schlug das Automobil um. Die Insassen wurden herausgeschleudert. Gebhardt kam unter daS Automobil zu liegen und erlitt neben anderen Verletzungen einen doppelten Schenkelbruch und durch erplodierendes Benzin Brandwunden. Er wurde nach Wiesbaden gebracht.
Ein weiteres schweres Automobilunglück hat einen Kraftwagen betroffen, der von der Rennstrecke im Taunus auf der Heimfahrt begriffen war. Auf der steilen Straße von Arenberg fuhr ein Automobil mit voller Wucht gegen einen Baum an. Es wurde vollständig zertrümmert und fing sofort Feuer. Von den vier Insassen aus Hagen in Westfalen ist einer tot, die drei anderen erlitten sehr schwere Verletzungen.
Ein 6 jähriger Knabe wurde bei Gandersheim von einem Automobil überfahren und am Kopse schwer verletzt.
Am 16. Juni ist etwa 3A Stunden von Würzburg entfernt ein Automobil infolge Reifenbruchs verunglückt. Der Besitzer, ein Münchener Arzt, ist tot, sein Begleiter hat einen Arm und ein Bein gebrochen. Der Chauffeur, der unverletzt aeblieben ist, aber zurzeit nicht aufzufinden ist, wird von den Behörden gesucht.
Die Statistik der schweren Automobilunfälle der letzten Woche beginnt nachgerade unheimlich anzuschwellen.
Landwirtschaft.
— Ob st markt in Ingelheim. Der letzten Donnerstag in Nieder-Jngelheim mit Kirschen eröffnete Obstmarkt erfreute sich eines sehr flotten Geschäftsganges; in ca. U/g Stunde war alles ausverkauft. Es waren in Größe und Güte teilweise ganz hervorragende Kirschensorten vertreten. Auch Erdbeeren wurden verkauft, eine Obstart, die gerade im Ingelheimer Grund stark kultiviert wird. Die Händler hatten in Berücksichtigung der diesjährigen ungünstigen Kirschenernte schöne Auswahl, die sich noch steigern dürfte, wenn in den nächsten Tagen die umliegenden Orte ihre Kirschen und Erdbeeren zu Markt bringen.
IvsM sos -en StaMsamfsregiflttu der Ltedt Gießen.
Aufgebote.
Juni 8. Robert Cohn, Viehhändler in Jstum, mit Sybilla Berlin, beide dahier. — 10. Wilhelm Koburger, Zimmermann in Blofeld, mit Luise Elisabetha Lang in Ranstadt. — 14. Wilhelm Gaul, Psarrassistent in Darmstadt, mit Julie Mecke dahier.
Eheschließungen.
Juni 7. Dr. phil. Max Kugel, Chemiker in Wiesdorf, rnil Magdalene Siegel dahier. — 8. Wilhelm Erb, Kanalarbeiter, mit Margarete Hettrich, beide dahier. — Ludwig Thomas, Expedient, mit Elisabethe Pfaff, beide dahier. — Karl Horst, Forstgehülfe in Hilden, mit Luise Lentz dahier. — Adolf Möhl, Metzger, mit Henriette Schwarz, beide dahier. — Christian Warlich, Schlosser, mit Elisabethe Heidt, beide dahier.
Geborene.
Juni 5. Dem Schuhmachermeister Karl Waldschmidt ein Sohn, Karl Heinrich Ludwig. — Dem Kaufmann Ludwig Lüll eine Tochter, Luise Sophie. — Dem Regierungsassessor und Großherzogl. Steuerkontrolleur Georg Stammler ein Sohn. — 6. Dein Krcis- amtsgehülsen Hermann Weidmann ein Sohn, Hermann Friedrich. — 7. Dem Techniker Wilhelm Lepper eine Tochter. — Dem Zementarbeiter Ludwig Koch eine Tochter. — 8. Dem Gastwirt Heinrich Geiß ein Sohn, Erich Eugen. — 12. Dem Kaufmann Louis Rosenthal ein Sohn. — 13. Dem Maurer Heinrich Ranft eine Tochter, Marie.
Gestorbene.
Juni 6. Richard Briel, 35 Jahre alt, Ingenieur, Marburger Straße 13. — 7. Marie Ebert, geb. Keck, 83 Jahre alt, Wehsteingasse 34. — Georg Minoprio, 63 Jahre alt, Buchhalter, Wetzsteingasse 43. — Martin Kräcker, 67 Jahre alt, Invalide, Tiezstraße7. — 11. Marie Frieling, 1 Monat alt, Frankfurter Straße 82. — 12. Ernst Albach, 9 Monate alt, Gemarkung Schiffenberg, Bahnwärterhaus 3. — Jakob Ludwig Hengst, 1 Monat alt, Sichet Straße 57. — Heinrich Biedenkapp, 68 Jahre alt, Zugführer i. P., Bahnhofstraße 60. — 13. Jakob Weigel, 5 Monate alt, Lindengasse 2. — Katharine Göbel, geb. Kraft, 48 Jahre alt, Ebelstraße 16.
Telefonische
des Giessener Anzeigers, mitg und Indnsti
Frankfurter Börs 3^70 Beichsanleihe . . 93.45 3% do. . . 83.45 3^°/o Konsols .... 93.50 3% do. .... 83.40 3%°/0 Hessen . ( . —.—
3J6% Oberhessen . . . 94.00 4% Oesterr. Goldrente. . 98.35 4% % Oesterr. Silberrente 99 40 4-6 Ungar. Goldrente . . 93.05 4-6 Italien. Rente . . . 103.40 3-6 Portugiesen Serie I . 66.40 3-6 Portugiesen „ III 66.50 4>6°/0 russ.Staatsanl. 1905 90.00 4>6% japan. Staatsanleihe 91.95 4% Conv. Türken von 1903 93.65 Türkenlose ...... 135.80 4-6 Griech. Monopol-Anl. . — 4-6 äussere Argentinier . 83.60 3°/0 Mexikaner . . . —.—
4>6% Chinesen .... 96.30
Aktien:
Bochum Guss.....219.50
Buderus E. W . . . . —.—
Tendenz; fest.
Berliner Börse, 1
Canada E. B......166.20
Darmstädter Bank . . . 127.50 Deutsche Bank .... 219.10 Dortmunder-Union C. . . 71.00 Dresdner Bank .... 136.50 Tendenz: fest.
Kursberichte
teilt von der Bank für Handel ie, Glessen.
b 17. Juni, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . < . 115.50
Elektriz. Schuckert . . . 103.50 Eschweiler Bergwerk . . 218.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 185.80 Hamburg-Amerik. PaketL 128.40 Harpener Bergwerk. . . 198.50 Laurahütte...... 220.00
Nordd. Lloyd.....115.20
Oberschles. Eisen-Industrie 101.25 Berliner Handelsges . . 148.30 Darmstädter Bank 127.20
Deutsche Bank . . . 219.10
Deutsch-Asiat Bank . , 148.00 Diskonto-Kommandit. . . 166.30 Dresdner Bank . . . 136.10 Kreditaktien..... 202.00
Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn . . . 91.20
Gotthard bahn . . . . —
Lombard. Eisenbahn . . 27.40 Oesterr. Staatsbahn . . . 142.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 130.00
'. Juni. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 198.60
Laurahütte .... 220.00
Lombarden E. B. ... 27.10
Nordd. Lloyd.....115.20
Türkenlose . ... 135.80
Skrofulöse Kinder gedeihen sehr gut bei der Ernährung mit „Kufeke"-Ktndermehl und Milch, weil die Milch durch „Mufcfe"1 Mehlzusatz einen größeren Nährwert bekommt und leichter verdaulich wird. I7/e
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