Freitag 15. Februar 1907
Zweites Blatt
Nr. 39
Erscheint ISgUch mit Ausnahme de» Sonntags.
Dec wohl beratene einsichtsvolle
Stimmrechts entbehren.
erheben so sagt die der machen PawS-
157. Fahrgang
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Rotationsdruck und vertag der vrübliche» Unu>erfiidi4 - Buch» und 6'teuibnidctcL St. Lange, Gießen.
Teuerung und Gehalter-
Ein preußischer Lehrer schrerbt un3:
Für die Berumen des Außendienstes i|i im diesjährigen prruß.
oeuiger ven^
Wille des Monarchen ist Gegengewicht genug. Ein moderner, anfgellärtcr, seine Zeil verstehender Herrscher wird natürlich vorausgesetzt. Eine»» solchen Herrsch crkann die Cppofition der Volksvertretung ein Hemmnis werden, aber ein durch feine
Fie 6eiDeii «jiumuuin.
,Jch bin nicht sicher, ob Ich nicht lieber eine Verfassung haben möchte, m der die Vollsoerlretung in ljoljeiii Grade n n in 111 c l b a c unter der Kontrolle des Herrschers jelbit sieht, als eine Benajfung, in der |ie m gleichem torabc unter der Kontrolle einer anderen Kammer sieh»/ ....
So sagte im englischen Unterhaus der britische Minister- Präsident Eampbell Bannerman. Er würde also eine schärfere Anspannung deS monarchischen Elcn»eutS vorziehen dec Fort- rvinung der jetzigen Ltachtsirllung dec Ersten Kammer.
Veto des Monarchen oder Velo des Oberhauses! Diese schicksaldvolle Frage braudct täglich stärker an die Küsten des meyrumjpülten Ulluion. Sie ist ja längit auch die Versassungs- frage mehrerer dculschcr Staaten, nicht zum wenigsten bet hessischen.
Die Frage deS Zweikammersystems zeigt ein anderes Gesicht in Monarchien, ent anderes in Republiken. Das VolkshauS der demokratischen Republik macht em Gegengewicht nötig, eine Vtotabelnversammlung nut erhöhter Altersgrenze oder eine berufSsländische Interessenvertretung, die in die Oberhäuser, nicht in die Volkshäuscr hineingehört. Ein Gegen- gewicht konservaliver Tendenz gegen die wechselnden Mehrheiten, das Destillat des gährenden und vom Gefühl, nicht vom Prinzip besiimmlcn VollSgeisleS.
Tie Monarchie darf ein solches Korrelat deS allgemeinen
Monarchie.
ES wird noch nicht zur Abschaffung deS Oberhauses in England kommen. Rian spricht, von radikalen Kreisen adge- sehen, nur von Palliativen, um über den toten Punkt hm- ivegzukommcn, auf den der Machlgebrauch des Oberhauses die englische Gesetzgebung gebracht hat. Tie einen beschränken sich darauf, eine Reform deS Oberhauses vornebmen zu wollen, andere wollen das erbliche Prinzip abschaffen, eine dritte Partei will nur eine Beschränkung bcS Velos herbei- führen, wieder andere ein Referendum an Stelle deS Vetos setzen. Ferner wird vorgeschlagen, den Verfall des Ober- hauseS zu beschleunigen und eS auf das Verhältnis des römischen Conutla Curiata unter der Republik zu reduzieren. Schließlich wird gefordert, man solle dem Lberhause vom Budget aus belkommen, mdem man strittige Gesetzesvorlagen als integrierenden Bestandteil des Budgets betrachtet, auf das daS Oberhaus keinen Einfluß hat. Ein Präzedenzfall liegt m der Legislatur Villorias (Australien) vor. Weiler wird eine gemeinsame Abstimmung beider Häuser zusammen vorgeschlagen, und nach dem Beispiel Eduards L soll schließlich nur das Votuu» besonders hierfür emderufen« Peers enlscheideirb sein.
2Cird)c unO schule.
Gendarm uni Leyrer in Mecklenburg- Ztrelitz. Rach einer soeben hecauSgegebenen Verfügung erholten D.e Gendarmen in Mecklenburg-LtreUtz cm Aniangs- gthvll von 1200 Dl., 130—150 UM. Wohnungsgeld, trete Dienstkleidung sowie eine Enuchädigung iüc tue Reparatur der Kleidung. Auch die Pensionüveihattnisje sind geordnet. Dagegen fangen die Großhcrzogl. Ltadilchicr nut Vou M. Gehalt an (Wohnungsgeld givl's nicht), und das Endgehalt der Landlehrer betragt nur eltva 1350 Bl. Und nun wundere man sich über die Unziilriebenheit der mecklenb. Lehrer.
Redaktion, Sroedikion und Tnirferei: Lckiul- straße 7. Expedition und Benag: RebaktiowE^S tlS. Tet.-Adru AirzetgerGießen.
Die „Siebener ZamilienblStter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchemlich beigelegt, das „Krebblail für den Kreis Liehen" zweimal wöchemlich. Ter „hefstiche Landwirt" erscheint . monatlich cuimaL
loffen. Die Opposition emec feudalen Kammer ist, sehr richtig das nat.-lib. r£pj. Tagedl.", eine Feffel, Eigensinn einer privilegierten Kaste unzerreißbar zu imstande ist. Freilich gestatten die Verfassungen den schub, machen aber eben durch diesen die Oberhäuser im Grundsatz zur Farce, zu einem überflüssigen, stilwidrigen Anhängsel, zu einem Schönheitsfehler der konstitutionellen
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persönliche Sicherheit und Kraft überwindbares, die Stellung i,nd Tradition von einer so gewaltigen Basis sich
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Vderheffen
Ko ttufl über Ko0enrtso.m.
Im Bürgerverein Gießen sprach Donnerstag abend im Lasv Leio v^r cm« nicht allzu zahlreiu-cu Zuyorerscollt Prvfciior Staudinger aus T-armsiadt über b.c kjobeitrcform. Der lk.i,iDciibc, Lrtzrec Bal. Wi miet, betonte nach Begrüßung der aiuueieubJi, bau der Vortrag und die sich anschließende Bc- itTedjunj in erstec Siime bet Uuiflurunu b.enen sollen, bi über bie <ci.rebuncen ber tbobenrctorm twch vielfach Untenntnis und Unklarbeit herrsche.
ibror. it>r. Staubinger bemerkte zu Beginn seiner AuS- sühruiigen, baß die Woben re form vielfach unpopulär sei unb mibb.ruaiibcn loerde. Aber bie k)obciuc;orm niarfcuictc, unb wer aus den Grund gesehen habe, lutiic, lug ihre GebanKn im unaujhaltsnulcn Fi-rifu-rstl bcgriileii feien und die ganze Ent- .uidlung am ihre u.rtutlung hmbrange. Die Woben rcform sei iiiojt bie Losung ber sozialen Frage, wohl aber einte bet Mittel, bie fozia.e Not zu ubcr.vuioen. Aus ber Die,e unserer loziaien (inuoiuiung steige eine große Mauit aus, b.e Macht Set biente, des großen Kapitals, b.c den Erwerb uno bie Zn- oaf.tic irzchwcre. Die Dobenreiormer wollen teuu Rezepte gtven, um dieser 'Mut völlig aozuhcucn, sie wollen in eriter Linie die ütage zu beantroorten sua-eu, woher bieie blut koinuie. Uriprüng* du) wat bie WoDciirciorui ein suchen nach den Ursachen dec totalen Slot und nach den MiUein zur Abhutfe bicier Not. stste ersten Lobeiitcioruiet glaubten deshalb, der sozialen Not aopclfen zu tonnen, wenn fie bie Boocn,rage rabilal lüften, zjatin liege ein berechtigtet Kern, aber bie Löiung Per sozialen otage bedeute sie nicht. Das Interesse an der Bodenreform, .teige auijitbcnt durch b.e wachs enden kxOariiufie ber Staote, iobafj bie Stabte zur Deckung der Ausgaben sich auch bet Boden- t s.rm b.bieiun maßten, fozuiagen iui .iSialiichen Intersic. Gegner o.r Bobenrcformet feien vor auem bie^ Grundfpetuianten unb bie großen Hausrentner. Zwischen diesen bciocn Fntcreffentcngruppen and den Mietern steht bie große Zahl der ^auSbejitzer, die em Laus in eruct Linie deshalb oeu^cn, weit fie ui ihrem Eigentum wohnen wollen, unb die daneben noch Mieter au,nehmen. Bet bicicii bürgerlichen Hausbesitzern sind seht viere, die die Boden- r.s.cm als nachtellig sur ihre Interessen ansehen. Dies ift nicht richtig; jelbit em jo wenig rab.la.cr '.Ulami wie Cbcrbutgetmeifier Lueger habe anerkannt, bau bie Bodenreform bezw. bie ,£lkit* zuwachsueuer als ein Ten bet Bodenreform, ein ausgezeichnetes Steuerochelt unb auch den Jnterefjen der x>auaociiber nicht fchadiich sei. Er selbst sei von femeui Jntereffenstandpuukt aus aiv Hausvesitzer 9tnl)ungir der Bodenresorm. urebner gab bann Beispiele, bag bie wauSbefi&er als solche bunljaud nicht immer an der Wertsteigerung der Häuser Fnteiefie haben. Für den Hausbesitzer, ber fein Haus auein be.vohne, bedeute bie xBcrt» neiga-iig nur jchti-ivar eaie Wertvermehiung, da chm das hoher beroeritte Haus nicht meijt biete, als zu bet Zeit, in der es weniger wert war. Em Mann, ber ein Haus lause, das ihm zur Wohnung diene uno zugleich noch vermietet werbe, bezahle dieses feinem Oienteiuvert nach unb zede lUnctileigerung wirle |0|0rt preiset höhend ein, bringe also seinen dauernden Nutzen, zumal der MehreNtag zum großen Teil von bet allgemeinen Preissteigerung auer Gebrauchsgegenjianbe wieder verfch-ungen werbe. Wirllichen Nutzen von derartigen Steigerungen deS Er- ^ragswcrtes habe nur der große Besitzer. Eine Hauptursache bei allgemeinen Teuerung sei oarm zu erblichen, daß immer mehr Werte in den Boden gefteat werben müssen. Die Bodenrente irißt hinweg, was bie Fndusrrie an Gewinn erzielt. In ber jetzigen gunuigen Feit merch man noch nicht viel von ba btudenben Last, bie bie Rente umerer probattLDeit Krach au।erlegt,^ aber schon herrscht in inbuirrteilen xreiien eine uiibeftinunte crurdtf vor einer kommenden Knie. Das sind Dinge, d.e -um Nachdenken anregen sollten, welche vcllmiUel gegen den deftehenden ^uftaub zu wählen jinb. Ewige der Heilmittel liegen aus neuer» najem Gebiet. Bor allem ioiic man die Mehrrcute befeuern; namentlid) bie ©petulaiion, damit beiomnte b^e produktive Arbeit mehr Luch. Der oorhandcne Besitz solle verschont werben, es füllten nur die künftigen Mehrwerte beiteuevt werden, ammtt fcße man bie Stabte ui den Stand, ihre Ausgaben ohne Schulden zu machen, erfüllen zu können, und das bedeute keineswegs eine llonndtaiwn, sondern vielmehr eine KonfiSiatwn ber Konsistatton. Der erste Schritt, diese Verhältnisse steuerlich zu jafsen, ist bu Grundsteuer nach dem gemeinen Wert, bie jetzt schon in -ahsi- retchen Statten durchgefuhrt ist. Ihren sozialen Wert erhalt diese Steuer erst durch ihre progressive Form, denn nur hierdurch wirb die Spekulation eingebimmt werden. Wenn die Grunbioert- Heuer in Heutiger Weise burchgefährt ist, braucht man Die zweite in Betracht tummenbe Steuer, die Ziuvad)Sfteuer, hüchftens als kleine Grganzung. In beachten ist babei, daß bie Buwachs- lteuer abgewalzt werden kann, die Grunb.vertfteuer aber Nicht, irme weitere Maßnahme im Sinne ber Bodenreform ift bie Erwerbung von Grunb und Boden durch bie Stabte, bie aoer nicht zu Spetulationszwecken erfolgen soll Tie Aogave des siadtischen Geländes zu Bauzwecken crioigt am beiten durch Verkauf unter Vorvehaltung des Nückkaufsrcchtes, iventger empseyienswert sei bas Srobauredjt Es handle fich bei Mer v^age darum, ob man durch emiacuea Geyentasien fchiießüch zu einer geroaitiamen Ex- plojion auf diesem Gebiet kommen wolle, oder oa man auf dem iur richtig erlannten Boden ruhig weiter arbeiten solle zur Gesundung der Veruältniffe. Mit einem warmen Appell, aui bieiem lebtet sein oater^iiduches Gefühl und jem Intereife für das all- gememe Wohl durch Die tat zu beweisen, fchwß der Redner feine mü lebha.tem yeiiatl aufgenommenen Ausführungen.
Nachdem der Vorsitzende dem Reserenten den Tank des Vereins sur seine Lituhcwaltung ausgesprochen hatte, führte der Lorresercnt, habrikant Troß unter vielfacher Bezugnahme au» Die hiesigen Verhältnisse aus, daß er seine verschieoentlich von den Ausführungen des Referenten abroeia/enben Ansichten nicht zum Schutze von Bodenwucherern mache. Großrentneh kämen hier in Gießen nicht in Betracht, bezüglich der Booenspekulan^ii leik et bie Ansicht des Vorredners. Von einer 1U bis 2öproientigen Mehrwertsteuer verspreche er sich aber zur Bekämpfung Oiejer Elemente nichts, wer das tue, u nterschätze die merkantilen valente Dieser Herren. Bei ber Berechnung des Gewinnes sei vor allem auch in Betracht zu ziehen, was im Lause ber Zeit in em S'uua hineingesteckt werden müsse. Bei den vorgeschlagenen HeiUnitieln sei es mißlich, daß man sie sämllich erst nacknrag.ich an^rnse« könne, wenn man eine Volkskrantheit — und Das sei die Grundstücksspekulation — belätrpjen wolle, müsse man ihr bei ihrem Beginn steuern, aber nicht erst, wenn ihre schädlichen Sb er taugen
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Mtm Qlorlcir i en,d)ar.l. r-D.SeflettaZI n Anz. cti ]
StaatshauShaltsetai eine Erhöhung ihrer GcHalter vorgesehen, jdbrcnb den übrigen Staatsveanucn eine allgemeine Gehalttz- iufbesseruilg für bu6 nächste Fohr m Aussicht gestellt worden st. Diese Siuibefiennigen sind notwendig geivoiden Durch d.e Verteuerung aller Lebensmittel, unter ber alle B> imten, nati.r.id) auch die ui prmalen Stellungen, empimdlich zu eiben haben.
Am teuersten sind Eier, Schweine- unb Hammelfleisch ge» vorbei!, wo Der VreiSauiscolag bie ungeheure Höhe von fast jj v. H. erreicht hat. Aber auu) Rmd- uho Kalbfleisch juib um 2j v. H. tcur.t guuvtbca. Dazu stieg der Preis |uc den Kubik- m.t.r Br^iinh^lz von < aus LU 'JJlf. «.also um 42,9 v. H.) unb ur Den yennut Steinkohlen von 9u auf 10‘D P,g. (um loch v. H -
Im ü,utu,ftyiiLt outrug die U-'reisUcigutuiig fumuieher Leuens> Jebür uisse im letzten Jahrzehnt 2o v. H. D.e,e.n Emporsconellen mtr Lcucnsmi.tei haoeu yanb-uerier, ijobritantcn uno Arbeitei ?uraj entipTccijenbe llrhöhung der Preife für iure fürueden uno -rieugnijic zum Deii vereits bitümung getragen. Aur die Be- amten- unb Lehr^rgeuallec sind gtOatentciJ um)cruiiiKii .icbiitücn. Die uv4gc uuuvii ist, daß d.e Beamten uno Leuu.r .■„tu) bie gcgenwur.ige Teuerung zur Hecabsetzung ih.er LeoenS^ .afi.ing gcoiuungen sind. ES ist baljcr duc^-aus ungeoracijt, daß jon feiten des preuß. Staates eine geiiereiti Gehaltsaufbefi^rung ur alle mdt.errn und unteren Beanden gcp.ani ul u-ö eriajcuu ...o.S ucboutr.uo u»ch bcircmoiuu, daß daaet d.e preuß. Lehrer, .•.ren Besoldung fajon biSt-er hinter der an Woiunbillig und anit- .mjer Tätigkeit ihnen ellva gteichstehender Beamieinategirdn zu» idaf1anb, und ihe deshalb von ocr allgemeinen Teuerung noch -mp, indischer gciTvijen werden, icur ausgehen sollen. B)opl find ji den üL^uvtigeii Kaltes.tat drei Ma.wnen eiugcileLt ibuitkn, ..ui daS Grunugchait für d.e cn.en uno alleinueueiioen Lehret auf llnü U-lL um) den Mindefifutz der AtterSzuiagen auf 12u Jcarl zu erhöhen; aber dllje Drei iJiiliunien jiiib nur em Diop,eii au, km ijcißin Stein. <&ie reichen niajt cnt<eiiu aus, um die ^ehrcru.joidung bei Dur bcunycudKii Teuerung ernigecuiaßen au», .vmuiiiu) zu gesta.ien. 'Der pteuß. Staat wird D-ber nuu» ticjci ,ii die Tasck/en greifen mujicn, damit d.e Lehrer „das Ge.ühi biLmmai, dag f^r fie auuj i.i dein Mage gcjurgi lo.rb, iuie es ih.c ^ttuiiunbuiig uno die Üüiajtiglcd ihres Berufes für vas ganze ^tauUiebcn fut^.n". Der u,ru|i, dag M mevifioii Des Lehret.. .^fuiDuiigsgcsitzcs Den Lehrern eine dur^grei,eiide Beroefictung -yrcS Eii.tuiuutenS bringen wird, kann u^er d.e augenulidtm,e allt niu,t himueghelleu. Bis da» Le^r.rue,u.dungsgeico feri.g in, wer Den ai^r Lvuhria-einiuhtert nach nou) ^apre vergehen. Die hercfck-ende Teuerung erheifiot jebou) die loioii.ge kxifuriicllung Der Lehrer. Darum ift es bimgeub notiueiibig, dag bie Er- ^ohung b*.r Lehrerdefoldung sofort ui Angriff geiwmmeii uub bic ouiu crivroeniLOtn 'JJ.utei schon jtpt bereiigefieitt wer mm; Denn , D.e jau-gemutze 'jtemruuung des Le^reroejuioungsivefens ist eine oiu.turauigube, die der preutzijche Ltuat abio.ut lösen muß."
tde s°i Sa-- . frbruor verlegt 5*rr lyotitaut
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rcn-Ebor. gvcrciu cmiitüdilfif. [tn6tafb benft ji* ' nctalvctiaoEi»-- . any.Ät. I eielbc W
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^Wboir unter 86 i r nmeiflfr erbre mn®diÄ rk men Sidjcrx Ä"n'^0"aUi »lk. nadj einem b:_ verb. MO l.lSieh.Anz. erbtin
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Ännebote unter 13 :r «meiner cruat
Tcr ZeuirutnSabg. Erzbergcr hat sich mit seinen Kolonial-Lnthüllungen in bii 91 eff ein gesetzt. Bei dem Prozeß gcgen den ehemaligen Beamten ber floloniaiabieiluug, Pöplau, wollen, unserem gestrigen Ber liner Gcrichts-Berimte zufolge, StaatSamoalt unb Get.ech».shof au, bas Scugnis Arzbergers nicht verzichten. Erzberger muß an Samstag vormittag an Gcrickstsstelle erscheinen — oder er toin von der rauhen yanb eines SDuumaune» „vorgeführt'; uiu Erzverger uiuß lagen, tpas er weiß, üoir >Tr..e BeFtehungeu zu dc>. angeuagicn uiuPiur - oder ci wird zu Gerdfiraten uerurtcui, ia, es kann ihm p. »eren, daß er bei forigefetzier Weigerung. Zeugnis aazuicgen, i/i Hast lommll Dor Der einen wie dec aiiDcren Unaiinehnllichkeit schützen auch den Parlamentarier Der- aifung und Gentz nimt ru nucoingt. Avg. Erzvcrgcr hat Den iltriaA einen üiterchanien Borirag gehalten uüct das, was itau einer '2luiiaiiung hier rcastens Ware. Es Qaif _abcr nichiS, bau Llujsas.ung von Autoritä.en wie Wind.horst und Hancl gc- -unt ijr 4,er Gerichachch nahm, eoenso wie btt ^.laa.sauwuii, ui Standpunkt ein, dag Ärmel 3U Der Bersaj,ung Den tiieiü/o . z .ibgcoroneitn nur vor Verfolgung schützt, soweit Aeußemngen cai Gründ (einer Eigensu-ast alS Parlamentarier in Betrach, kommen. Das ist in Der Tat ber Sinn jenes Artikels der Der- jaifunu. Mana-er mag es bedauern, daß Die Avgeordneten-^.n Biuniiat nicht noch weiter gchu es find ja auch Bestiedungen im Gang., durch em besonderes G-fetz d.e llnrnrletzlmsteit zu einer toUfiunbißcn zu geftaiten, ooch dies Gesetz i^r eben iwch nla. voihaiiDen, und ob Die Regierung entf preu>endcn Antrag- n au^ bem Dicidhotag ^olge geben wurde, dürste aum noch zu bezweifel,, sein. Avg. Gizbergec muß also notgedrungen zur Bcugiusavteguw^. Lu Prozeß Popiau sich verstehen, ooer zuui Matthrec feiner lieber zcugung und seines Grund,atzes werden. Das Prinzip ift übrigen von ihm jeib|L)uM)ii dadurch verletzt, daß er vor dun anllisua.ungs richter in der Borunierjua/uiig iuu)er Die Koioniaibeamieu Gui uno Schneider Auslage gemacht hat. Abg. Erzoerger stellte cS vv. Gericht jo Dar, ars ici er ein Opfer seiner Öerir_uuen8ieligleii gc tuuroen. Aachtragllch habe er sich durch ous Studium ver einschlägigen Literatur überzeugt, daß ber Untersuchungsrechter nmj. htu/r harte, istamiich bas Beugnis erneS Avgeordneten zu fordern. Los harre aber doch Herr »riuergec vorher ui uriougung ziehen sollen, bevor er deut Uirterfua-nngsrrchter fein Herz eriaj.oß. „Ber uauiidx" Aussagen eines Beugen vor einem prichicr grvt es nicht, bat vuchter i|t einfach verpflichtet, bie gewonnene Kennuiii un Fn iaefie Der Untenuchung zu verwerten.
3n dem &all Popiau-Grzberger ereignet sich daS selten Tage- pesenc, daß gerade Die Abgeordneten-Bmmunirät Herrn Arzberger als Beugen zum Rächtest gereicht, stvare er ein Beuge wie jcdci Anbeie an Gcrichtsstetle zstierte Bürger, der zur isiforfchung bei Kahlheit miuuulen soll, dann konnte vielleicht Erzbcrger von dem Recht der BeugniSverweigerung unter Hinweis darauf Gebrauch machen, daß Die Beantwortung gewisser Fragen ihui selbst die Gefahr einer stra gerichtlichen Verfolgung zuziehen würde. Frestich wäre auch dann Erzberger noch nicht berechtigt, sein Zeugnis im ganzen zu verweigern, sondern nur die Aistwort auf diejenigen Fragen, die jene Gefahr herausbeschwörcn konnten, über erstens wird der Abg. Erzberger sich gewiß Nicht bewußt jein, irgend etwas Strafbare» begangen zu Haven durch Berwctidung des ihm von dem Kolonialbeamten Pöplau übermittelten Mate- rials. Zweitens ist die Gefahr einer strafreckstlichcn Verfolgung in dieser Angelegenheit Herrn Erzberger gegenüber ausgesustoisen, denn davor jchntzt ihn seine parlamentarische Finmunllät.
Alles in allem ist es eine unbehagliche Situation, in der fit*; Erzberger besuchet. Alle Welt erwartet jetzt von ihm, daß er fe'ieiiicft bleibe, waS ihm auch gesck>ehe. Doch find an sich die tkudnungen deS Angeklagten Pvplau nicht so schlimm, um eine „Gefährdung bei Sicherheit des Reick-es" zu begründen. Hoffentlich wird das Gericht Herrn Erzberger nickst m allzu harte Bedrängnis bringen.
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Politische Lagesschav.
in Franz v. Aoilcudurg -f.
In Bonn ist am 14. d. LilS. Exzellenz Rottenburg, Kurator der dortigen Universität, infolge emeS Schlaganfalles verschieden. Er war einer der Mitarbeiter deS Fürsten Blswaick, sein langjähriger Gehilfe m der inneren Polilik. Rotlendurgs Raine war mit feinem Ausscheiden aus dem akiiven Slaalsdienst nicht in Bergeffenheit geraten. In allen großen, bie Ration bewcgenben Fragen ließ der Kurator der Bonner Universität seine warnende oder mahnende Stimme freimütig ertönen. Lkochte eS sich um Lehrfreiheit oder Boraudfetzungslosigkeit der Wlffenschast, um konfessionelle Sludeutenkoiporalionen oder um daS Verhältnis von Kirche und Schule handeln, immer hielt er es für seine Pflicht als em geistiger Führer deS Volles, seine dem LibeialiSmuS zu- neigende, stets unabhängige, von weitem Weltblick getragene Ueberzeugung in den Kämpfen deS TageS mit Nachdruck unb Offenheit zur Geltung zu bringen. Wiederholt erregte er durch jein rückhaltloses Auftreten auch lebhaften Wideripcuch bei potitijchen Gegnern, an denen eS ihm namentlich in flock- reaktionären Kreisen nicht fehlte. Äiamentlich zog er sich durch seine Anregung zur Einleitung einer Hilf-aklion während des großen Bergarbeiter-Ausstandes im rheinisch - westfälischen Kohlenrevier mancherlei Angriffe Emsichlsloser, Unberufener zu, bie fogar biS zu dem Verlangen nach seiner Entfernung oom Amte gesteigert wurden. Tie Regierung schenkte biejen Rusen kein Gehör. Dr. v. Rottenburg durste nach wie vor , fein großes Ansehen und seine umsaffenden, von jedem Vorurteil freien Kenntnisse m den Tienft der akademischen Jugend stellen, bis ihn nun der Tod auS seiner segensreichen Tätigkeit abbernfen hat.
Tr. v. Rottenburg war am 16. März 1845 zu Tgnzig geboren, widinete sich dem Studium der RechtSiviffenschaft unb arbeitete nach deren Abschluß zunächst einige Zeit am Berliner Stadtgericht. Rach dem dcntsch-französiichen Kriege machte er in England unb Frankreich wissenjchastliche Studien, bi6 er 1876 m3 Aiiswärltge Amt berufen wurde. Fünf Jahre später stellte Fürst Bismarck ihn an die Spitze ber Reichskanzlei, in der er biö zum Rücktritt des All-'ReichSkanzlers . D-erblieb. Ende 1890 wurde er UnterstaatSsekceläc im Reichs- amt deS Innern. Aus dieser Stellung schied er 1895 aus I unb vertauschte sie mit der eines KuralorS dec Fctcdrich- Vitlhelln-Umpersität in Bonn.
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