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torctylidje
uvnngeHid)c iricmeinoc.
Fn der Jol-anueölirche.
Freitag, den 15. M ä r z, uuenöd u ll()r: 5. Passions- a n d a ch t. Piarrer (Lute r.
Arveitcrdewegung.
Fast 40 Ortsgruppen des Allgemeinen Deutschen Arbeitgeber- Verbandes für das Schneibergewerbe wnrden von den Gehülfenorgamsationen neue, erhöhte Lohnlarise unterbreitet. Beteiligt sind n. a. tue Städte Berlin, Darmstadt, Nürnberg, Hani- bürg, Mannheim und Wiesbadeii. Angesichts der Bewegung haben sich alle beteiligten Ortsgruppen des Arbeilgeberverbaiides solidarisch erllärl. Sie beschlossen die Löhne an'zubeüern, den Gehulien iven- gehendes Entgegenkommen zu zeigen und Tariivei träge abzuschließen; andererseits haben sich die Arbengebervereine verpflichtet, die Lohnbelvegiingen eiiihenlich durchztlfuhren. Für den Fall, daß eure Einigung ent allen Orien bis Donnerstag, 14. ds. nicht erzielt wird, werden alle Orlsgriippen am Samstag nmsangrelche Maßnahmen lrefsen. In Berlin, Königsberg, Nürnberg und Furth streiken bereits 6000 Gehiilsen. Die Situation ivirb als ernst betrach t et.
■a" auch sind, ie Bieder, i und daß ej ttioen Schlach- > oder Schus.
ei Gegenstäick, > Schiss ruhu, mit Triimmm Geschossen uni unerträglichen -chisses ist ui?
Märkte.
-th. Gießen, 13. März. Der gestrige und heutige Vieh- markt Halle einen Auftrieb von zirka 1400 Stück Großvieh, 250 Halber imb 300 Schweinen. Ter Borhaubel in sclnvarzbnnlen Alilchkühen beganii biesmal schon acht Tage vor bem Markte; täglich langten größere Transporle oslsriesischer Hülje am Bahnhoie an, die flott Llbnehmer fanden, obgleich die Preise recht hoch ivaren. 'l’ht Recht klagen die Handelsleule, die Alilchware auf den Markt zum Verkauf bringen, daß dieser Vorniarkt in der Art, wie er in Gießen sich ausgewachsen hat, zum yiad)teil des Marklgeschäsls ist, »veil die Hänier lur gme Ware ihren Bedarf vor dem Markt decken ilnd mit ihrem Einkauf auf die Preisbildung des Marktes nicht emiDirCeu können. Tas Atarklgeschäst in frischmelkenden Hüben zeigte wieder, daß trotz lebhaflen Handels tue Preise endlich zum Stillstand gekommen sind, lueiui auch an ein Bllllgerwerden besonders guler Ware vorerst nicht gedacht iverden kann. Tas Geschäft in Fettviey war schleppend; fette Stiere, Rinder und Hübe waren der Zentner ca. um 3-4 Alk. billiger zri haben, als am legren Markt, wodurch die Kundschail aus den Provmzslädten zum Häufen bewogen ivurde. Tie Handelsleute erklären, daß die überaus billigen Preise für fette Schweine besonders auf den großen Fleischmarkten in Frankfurt uni) Köln auf bie Preise von fetiem Rindvieh herabmnibernd eimvirkeii. Der Handel in Halbem war diesmal lebhailer als am letzten Markte, wodurch em geringes Anziehen des Preises bewirkt wurde. Fahrochsen waren ziivor am Markt, doch entwickelte sich so gut wie kein Handel, da die winterliche Temperatur den Aiikaiis diese Tiere nur auf Spekulation zuläßt. — Der Handel auf dem Schweinemarkt , auf dem immer noch Vieh aus Preußen ausgeschlossen ist, kann aus diesem Grunde für die Preisbildung nicht als Norm gelten. Die Tiere sind im neuen Jahre allerdings billiger zu haben, würden aber auf dem Gießener Markt noch ivohlfeiler zu haben sem, wenn Tiere von jenseits der hessischen Grenze zu Markt gebracht werden könnten. Es wurden gehandelt Hühe frischinelkeiid imb trageitb I. dual. 430—500 Alk., II. Qual. 350-410 Alk., III. dual. 275-325 Alk. das Stück. Verkauft ipiirden fette Rinder I. dual. 68—70 Alk., II. dual. 65—67 Akt.; fette Hühe I. dual. 66-63 Alk., II. dual. 63-65 Alk. pro Etr. Schlachtgewicht. Halber wurden gehandelt der Etr. Schlacht- getvicht I. dual. 68—72 Alk., II. dual. 61—64 Alk., III. dual. 56—59 Mk. Tie Schweinepreise blieben die des letzten Marktes. N ä ch st e M a r k t t a g e 2 6. u. 2 7. At ä r z, am zweiten Tage auch Frühjahrspferdemarkt imb Hrämerniarft.
** Schon seit Jahren wurde dem Bureau des Reichstags der Gießener Anzeiger zugestellt. Jetzt hat unser Jieichstagsabgeordneter Herr Köhler-Langsdorf wie er uns aus Berlin mitteilr, veranlaßt, daß der Gieß. Anz., gleich den größeren Blättern des Reiches, nebst seinen Beilagen im Lesejaal des Reichstages in besonderem Rahmen auSgelegt wird.
Klein-Li n den, 14. Mär;. Zum 300jährigen Geburtstag des Liederdichters Paul Gerhardt wird nächsten Sonntag im Gottesdienst eine entsprechend,' kirchliche Feier veranstaltet. Der hiesige Posaunen- und H^rchenchsr haben chre Mitwirkung zugesagt.
-OK. Vom Vogelsberg, 13. März. Wie in anderen Gegenden unseres Valerlandes, z. B. im Odenwald, so besteht der Plan, auch für den Vogelsberg ein Heimat- mufeum zu errichten. Die alte baufällige Kirche tu Helpershain, welche in diesem Jahre durch einen Neubau ersetzt werden soll, ist als gce'gnetsler Naiim dafür ins Auge gefaßt. Sie selbst ist bann rooül das Hauplftück des Heimatmuseums, als Merkmal oberhessischer Klrchbaukunst aus bei Zeit der Not mittelbar nach den Schrecken des 30jährigen Krieges. Als Ausdruck einer bäuerlich-naiven, aber doch kraftvollen und technisch richtig entwickelten, bandwerllich echten Baukimst, mit ihrer primitiven JnnenelMichlung, mit ihren grotesken, fast rohen Apostelbildern muß sie als em wertvolles Dokument der Baukunst des 17. Jahrhunderts angesehen werden. Durch thre Verwrndimg als Heimatmuseum wird sie vor dem sonst unvermeidlichen Abbruch beivahrt. Ministerium und Tenlmalspsleger erwägen zurzeit den Gedanken, das alte ehrwürdige Kirchlein zu erwerben und für gedachten Zweck zu verwerten. Es wäre nicht das erste Mal, daß außer Benutzung gestellte gotlesdienstliche Gebäude profanen Zwecken dienstbar gemacht würden, gerade zu Museen lüitrben schon des öfteren Kirchen verwandt, wofür in unserer engeren Heimat das „Paulusmuseiim" in Worms ein Beweis ist. Hoffentlich gelingt es, den Plan zu verwirklichen und eS gibt hoch oben nn Vogelsberg durch das Zusammenwirken aller Kreise ein echtes Vogelsberger Museum, em neuer Anziehungspunkt für die vielen Touristen, betten das heimatliche Gebirge lieb geworben ist. — Der Neubau der Kirche soll in biefem Frühjahre begonnen werben.
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R-B. Darmstadt, 14. 'JJiaij. dberlonullvrialprästbent D. BuuMr ist auf sein Anmchen in ben Ruhe it and verletzt worden unter Verleihung des Titels Wirkt. Geh. Rat mit bem Prädikat Exzellenz. Zu feinem Stachfolger wurde Geh. Obcrfonfi iorialrat Rebel ernannt.
Neuwied, 14. März. Eine Seminaristin wär hier wegen Versendung anun ,in.-r x_»ricjc zu cuuui Ge,unguis verurteilt worden. In der Verhandlung hatte der Landgerichts- sekretär Hoffmann eidlich ausgesagt, daß er keine Beziehungen zu der Dame gehabt häkle. Gr wurde vom Schwur- geriujt wegen Meineides z u einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Dortmund, 14. März. Wegen Unterschlagung amtlicher Gelder wurde vor dem Schwurgericht der Stadt-Sekretär Franz Wendler zu I Jahr 1 Monat Zuchthaus verurteilt.
Breslau, 14. März. Das dbcrkriegsgericht verurteilte den Leutnant Kania wegen Duellvergehens zu vier Monaten F e st u n g.
Brussei, 14. Marz. Ein außerordentlicher Kongreß der belgischen Bergarbeiter wird am 21. April in Anvelais l'tattiinben. Au, der Tagesordnung steht die Frage der Veranstaltung eines allgemeinen Ausstandes sur den 1. Mai zwecks Erlangung des M in t m a l-Ärb e its t a g e s.
Hvek bau Holland, 14. Marz. Aon den Geretteten des Dampfers „Berlin" sind Frau Wenberg aus Berlin unb ihr Dienstmädchen Minna RipPier gestern zu vorläufigem Aufenthalt nach Elberfeld abgere.st. Fraulein Th ei le gedenkt am Samstag nach Dresden abzureffen.
Rom, 14. Marz. Ser V <rp st entpsing gestern den früheren Prästdenten des deutschen Reichstages, Grasen Ballestrem iu Audienz.
Mailand, 14. März. Im Städtchen Borsano wurden etwa hundert Häuser eingeäschert. Es spielten sich wahrhaft groteske Szenen ab. Die Einwohner sahen dem Brande wie einem amüsanten Schaitspiele zu und vergnügten sich in den Weinlokalen, bis auch diese nieber- brannten. Die Aufforderung, an den Löscharbeiten mitzuwirken, beantworteten die Bürger mit dem Bemerken: „Mag das totäbtdjen abbrennen, wir finb versichert". Der Bürgermeister erzählte, von sämtlichen Einwohnern, die er zum Löschen aufforderte, folgte nur einer, und dieser bekannte, er lösche nur, weil sein Weiickcllcr nicht versichert sei.
Sofia, 14. März. Tas Begräbnis des ermordeten M i n i st e r p r a s i d e n t e n P c t k o w wurde für Freitag nachmittag anberaumt. Gestern wurden m e h r c r c F rauen infolge anonymer Anzeigen verhaftet, jedoch alle wieder freigelassen bis auf eine, von der festgestellt wurde, daß sie geäußert hatte, Perlow werde gegen Ostern ermordet werden. Im Ganzen wurdet: gegen 30 Personen, darunter viele ehemalige Beamte, verhaftet.
Aus Stadt und Land.
Gtesten, 14. März.
** Landeslehrerverein. Laut Vorstvndsbeschluß soll
Vereins»rgan „Schulbote für Hessen" statt vierzehn- dägig vom 1. Januar 1908 wöchentlich und zwar zunächst in der Stärke eines Lwgens erscheinen. Tie Feuerversmierungsgesellschait Providentia in Mainz hat seit dem Jahre 1878 bis zur Gegenwart an den Hess. Landeslehrerverein unb bie Lnbwigs- und Mice- stijtung an Bonifikation 35 492 Mk. ausbezahlt.
** Kun st verein. Die gegenwärtige Ausstellung, bei der sich die Kollektionen von Charles HorSfall-Berlin und Otto
inI en berufene *?ufbet ' ^beigefühn ’ ever geneigt u glauben unb 3,1 im Hintersten befinden, lppeli, aljo in 55 Anschlages Mheit tourte ^als Termine
I ko. Frankfurt a. M., 14. März. (Teleqr. Criq.-Pertd)t de? I ,Gieß. Anz.".) Amtliche Notierttngcit der hcutiqen V iebrnarkt- I u r e i I e. Zutn Verkattie stauben: 51 Ochsen, 00 au5 Oesterreich 2 Bttllen, 0 aus Oesterreich, 25 Kühe, Ferien, Stiere unb Rmber 0 aus Runiänien, 635 Halber, 103 Schafe unb Hammel, 4 Ziegen, 39 Zieqenlännner, 52 Scballannner. Bezahlt würbe für das Pitinb Schlachlgewteht: Ochsett 1. Qualität 85—87 Alk., 2. duahtät 73—76 Alk., 3. dualiiät 66—68 Alk.: Bullen 1. dual. 72—74, 2. dual. 00—00; Hübe 1. Qualität 73-75 Alk. 2. Qual. 69—71 Mk., 3. Qual. 62—64 Mk., 4. Qual. 00—00 Alk., 5. duaL 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 100—104 Pfq., X!cbenbqeiutd)i 60—62 Pfq., 2. Qualiiät 90-L5 Pfg., Vcbenbqenucl)t 53- 56 Psg., Schlachtqciv. 69—72 Pfq.; Schafe: 1. Lirnl. 80—83 Pig., 2. duaL 00—00 Pfq. Gefchä't: bet Hornvieh gut, lleberfiaiib unbebeiucnb, bei SUcmoiel) gut, (cm llcbeviiaiib.
Limburg a. ö. L., 13. Alärz. FrttchtntarkL Turch- lchltittspreue pro A.alter, üloter Weizen (Nassattischer) 15.45 AlL, weißer Wetzen 00.00 Alk., Mont 12.80 Alk., 0)erste 00.00 Akk, Ha'er 9.50 Alk. Erbsen 0.00 Alk., Hartoiieln u.00 Alk.
Junggesellen ft euer. Ein alter Junggeselle wird Don seinem, Freunde darüber zur Rede gestellt, ob er sich mit der von der Regierungsvorlage vorgesehenen Hälfte des Wohnungsgeldzuschusses begnügen wolle. Er antwortete darauf schlagfertig: .„Tie bewilligte eine Hälfte nehme ich an und die noch fehlende ^bessere Hälfte" besorge ich mir selber."
** Zuin gestrigen 86. Geburtstag des Prinzre- genten von Bayern hatte der bayrische Stammtisch Cram- bambuli im Augustiner telegrapl^sch gratuliert, worauf noch cm gestrigen Tage eine herzliche Dankdepesche des Prinzregenten eintraf.
$ gerate au, tu i. Lem Zimou icke zerrissen. 6 H Clemente!, tu kn begleiten W bein Lerbeck M ier wird rrzahu m Dinieren E wascht wurde, e ■ jcboch durch te beni suchte er ein° ioer, welch«A gar nicht et Sie Atch-d-- i»^SS
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Die „Jena"-KaLaftrophc.
Paris, 14. Murz. Das Telegramm, das Kaiser Wilhelm an den Präsidenten der Republik fandtd, yat folgenden Wortlaut: »
Tiefbewegt von der Katastrophe lauf dem Panzerschiff Jena; die sich int Hafen von Toulon zu trug und die so viele Opscr aus Ihrer braven Marine gekostet hat, sende ich Ihnen, Herli Präsident, den Ausdruck des lebhaften Anteils, den ich -an der Trauer der französisch.'n Ration nehme.
Ter Papst hat an den Erzbischof von Toulon ein Telegramm gerichtet, in üent er seinem Schmerz und seiner Anteilnahme an der Katastrophe Ausdruck gibt. — Die Ansicht, daß es sich bei der Explosion um ein Verbrechen gehandelt habe, wird in Marinetreise« nicht geteilt. Man vermutet eine Selbstentzündung des sogen. Schwarzpulvers, aus dessen leichte EWlo- fions'sähigleit Fachleute und auch Offiziere der „Jena" jchoni öfters hingewiesen haben. Auch ist es möglich, daß eine Pulver käste offen blieb und ein durch Kur-.;chluß entstandener Fmnke hineinflog und die Katastrophe verursachte. Bis! jetzt wurden die Leichen von etwa 60 Opfern der Explosion geborgen und außerdem eine Sln^aljl Lchwerverle^ter- Deren Munden durchweg sehr schmerzhaft sind.
Heichert-Königsberg befinden, hatte sich eines sehr regen Be- suä>es in erfreuen. ES sei dal-er nochmals darauf Hingelviesen, daß diese Kollektionen nur noch morgen Freitag von 11 bis 1 Uhr zu besichtigen sind. Von Samstag ab bleibt die Ausstellung wegen vollständigem Wechsel der Gemälde einige Tage geschlossen.
sere Seeoffiziere unb Mannschaften wackere Kameraben kennen gelernt haben.
Ans Marinekreisen wird ims geschrieben: Tie französische Hochseeflotte bestel-t zum größten Teil aus mehr oder weniger veralteten Schiffen unb bleibt damit an Gefechtswcrt hinter der beut scheit Hochseeflotte zurück. Der französischen Marineleitung galt eben geraume Zeit hindurch der Pan.^rtreiizer als wickligster KciegsschiffStyp, während für bie Modernifferung der beutscken Flotte „Vervollkommnung der Schlachkgc^chwadcr" leitender Grunbsay war, zu bem sich übrigens auch die englische und japanisa'ie Aomiralitüt bekennen. Deutichland verfügt infolgedessen jetzt über mindestens ein Dutzend imbedingt erstklassiger Liitienschifse. Bon Panzerkreuzern sind erst drei neu üt Dienst gestellt. Einer, und zwar der „Roon", wird die deutsch: Flagge zeigen bei bar im Sommer in bem virginischen Hasen Jamestown Itaitiinbenbcn internationalen Flottemch-au. In Ostasien kreuzt seit Jahren schon dar seiner Zeit probeweise erbaute Panzerkreuzer Fürst Bismarck", dessen Konstruktion nunmehr veraltet ist unb ben Gefechtswert bes Schliffes für die Gegenwart annähernd, auf das dctvean etneS Mittleren Hrenzers hecabdcückt. Dem sranzösischm Beispiel in der Bevorzugung des Patlzertceuzertyps wird Deutschland wohl nie folgen, dagegen ist anznnehmen, daß diesem Tpp eine umiangreiche Verwendung im Auslandsdienit Vorbehalten bleibt, fei es nun in Gestalt eines „fliegenden Gaschwabers" ober als Stamm- unb Flaggschiff ber oersasteoeiten Flottenstationen im Ausland. Tie Kosten eines modernen Panzerkreuzers einschließlich Armierung bürsten sich auf 15 M i l l. M a r f belaufen, die eines Linienschiffes auf mindestens 22 Mill. In der Zeit, bis zu welcher Frankreich den lEnatzvau für bie „Jena" vollenbat haben wird, ist Deutschland jedenfalls in ber Lage, seinen VvrsprungvordemrvestlichenNachbar m der Seerüstung zu erweiiern.^ —
Ein Schüler und ein Rechlsaitwalt vor Gericht.
-m Friedberg, 12. März.
Bel der heutigen Schöffen-Gerichtsverhandlung kamen folgenbe Fälle zur Verhandlung: Gegen den 1891 geborenen Fortbtldungsfchüler Georg W o l l r a b zn dbenvöllsladt tvegen tätlicher Beleidigung feines Lehrers. Tas Urteil lantete, unter Annahme mildernder Unisländc, auf 100 Mark Gelbstra ' e, bie im Nichlbeitreibungsfalle mit 50 Tage Gefängnis zu verbüßen ist. W. hatte bem Zehrer vor ben Veib getreten, ohne ihn erheblich zu verletzen. Trotzbem würbe aus bie angeführte Strafe erkannt.
Der zweite Fall, ber eines größeren Interesses nicht entbehrte, richtete sich gegen ben seitherigen Rechtsanwalt Ludwig Seyb von hier wegen Betrugs. Der Anklage lag folgender Tatbestand zn Grunbe. Im An'ana bes Jahres 1902 kam bie lebige S. S. von Assenheim zu bem Angeklagten, um bei Ihm Rat einzuholen. Sie hatte mit einem bamals in Bugbach stationierten Poslassistenlen ein Verhältnis, bas nicht ohne Folgen blieb. Seyb nainn bie Sache in bte Hanb unb erwirkte einen Vergleich, baß ber Poslassistent an die S., deziv. an bereu Rechtsvertreter bie Summe von 7000 Ak. ausbezahlte, unb zwar in zwei Raten. Seyb soll iiiln wie bie S. behauptete, bie duitnmg sich unlerfchreiben lassen haben, ehe er baS Gelb auszahlte. Nach- vein er ben unterschriebenen Schern hinweggetan hatte, zählte er 4280 Ai. auf ben Tisch, mit dem Benterken, baß 227 M. Höften, sowie 500 Ai., bie bie S. schon früher erhalten hatte, in A brech- iiuug tarnen, die wetteren 2000 At. müßten dem Hmbesvaler zurück- cegeben werden, da sie für spätere Alimente ihre Benvendling finden würben. Die S. glaubte tiefe Darstellung, insbefonbeve, weil sie infolge bes vielen Gelbes so in Aufregung geraten war, daß sie bie ihr vorgelegte duittimq nicht gelesen hatte. Als sie tm vorigen Herbst bas Urteil ber Anwaltskammer hörte, wonach Rechtsanwalt L. Seyb als Anwalt abgesetzt würbe, schöpite sie Verdacht imb zeigte bie ganze Angelegenheit ber Staatsanwaltschast cu. Die heutige Verhanblimg zeigte beim auch bas oben augesührte teilte Ter Angeklagte leugnete beharrlich unb würbe freigesprochen, weit der S. als Zeugin kein Glauben beigemessen rninbe. Ter Vertreter ber Staatsbehörbe, ber bie Freisprechung selbst beantragte, hob hervor, baß Leuten, welche da hin- neig t e n, sich sittlich zu vergehen, kein Glauben zu schenken sei. Tie Atotivierung bes Urteils durch den Vorsitzeiiben Assessor Dr. Wüllenbücher sührte ans: Ter Angeklagte L. Seyb wurde von ber Anklage bes Betruges nach § 268 freigesprochen, obschon es dem Ailgeklagten zuzutrauen ist, bie Hanbluug begangen zu haben, bniüt spricht fein ganzes Vorleben, sowie jeme Absetzung als An- tvalt, bte voni Reichsgericht am 8. Janiiar 1907 bestätigt ivurde.
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Hau^ew- Hük. 40000. 20000. 10000
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Mk. 120000.
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—--------— Friscla gewagt ist halb gewoMMeai
Dienstag den 19. ^ärz Sinzählnng der lose — ZieNnng an 20. JKIrz
18 Lose ä 2 Mk. 11 Lose 20 Mk.
Lose ä 2 Mk. 11 Lose 20 Mk. GeS' Ferda Schäfer, Strassburg Els., Langstr. 113.
Auch za haben bei den königl. preuss. Lotterie-Einnehmern nnd in allen Los- und Zigarren-Geschäften.
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