Zur Lpiouagenarrgelegenheit Schiwara.
Berlin, 16. Sept. Dem „Bert. Tagebl." zusolge hat der wegen Hochverrats verhaftete Schriftsteller Schiwara ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Die übrigen Verhafteten bestreiten weiter ihre Mitschuld.
Der „Berliner Lokalanz." meldet aus Trier: Ein Trompeter und ein Sergeant des 8. Feldartilleric- regiments in Saarbrücken wurden unter dem Verdachte, in die Schiwaraangclegenheit verwickelt zu sein, im Manöver verhaftet.
verrnischtes.
* Der Kölsch Häuser Postraub. Man schreibt uns: Anr sogen- „Herborner Steg" zwischen Kölsch Hausen und Ehringshausen wurde nach einer im Jahre 1767 gedruckten Schrift in der Nacht vorn 13. ans den 14. November 1765 der Kur-Pfälzische, von Frankfurt nach Herborn und von da über Dillenburg nach Siegen fahrende Postwagen von einer Räuberbande angegriffen, der Postknccht geschlagen, der Jude Liebmann von Herborn verwundet, heransgcrissen und mit Schlägen mißhandelt. Ihm wurden 7556 sl. nebst anderen Sachen, dem Kaufmann Zickwolfs von Iserlohn 70 Reichsthl- abgcnoinmcn, auch ein Ballen goldener Uhren, Tabaksdosen n- dergl. Kostbarkeiten im Wert von 29 822 Frank, dem Kaufmann Majona zu Amsterdam gehörig, sowie noch verschiedene Waren geraubt- Die fürst!- nassauische Justiz zu Dillenburg lat nach, Eingang der Nachricht sofort Schritte zur Entdeckung der Täter, die auch von Erfolg waren- Wer^ sich sür den weiteren Verlaus der Verhandlungen in dieser Sache interessiert, den verweisen wir auf die „Herborner Geschichtsblätter Nr- 3 ff. 4. Jahrgang. Für die Leser des „Gieß- Anz." aber wird diese urkundliche Nachricht von Interesse sein, zumal der Kölschhäuscr Postraub mit allen möglichen Zusätzen und Veränderungen noch heute gern erzählt wird- Daß es aber am „Herborner Steg" seit dein Post- ?aub „spukt", glaubt heute wohl kaum noch jemand-
* Die Folgen einer Ehe. Aus Piacenza wird,berichtet: In der vergangenen Woche heiratete der jetzt 50jährige Giuseppe Moja die 84 jährige sehr reiche Madda- lena Lusignani. Diese eigenartige Heirat ries in der Bevölkerung berechtigtes Aussehen hervor. Vorgestern abend nun begab sich eine Bande junger Leute vor das Haus des „jungen" Paares und brachte dieseur eine regelrechte Katzenmusik mit alten Blechdeckeln, Gießkannen und ähnlichen Musikinstrumenten. Obgleich in der Stadt die Spekulationsheirat des Moja allgemein mißbilligt wurde, so stand doch die Bürgerschaft dieser nächtlichen Nadauszene recht unsympathisch gegenüber, so daß es zwischen den Musikanten und den Bürgern zu handgreifliche:: Auseinandersetzungen kam, die von der Polizei geschlichtet werde?: mußten. Am nächsten Abend wiederholte sich das Konzert und auch diesmal kam es zu einem Handgemenge zwischen den anständigen Bürgern und den Radaubrüdern. Die Polizei mußte diesmal aber in größerer Zahl erscheinen, um die Ruhe wieder herzustellen. Durch die Ersahrnng des vorhergehenden Abends gewitzigt, hatten sich die „musikalischen" jungen Leute mit Knütteln bewaffnet und setzten ihrer Sistierung heftigen Widerstand entgegen. Tie Folge davon war, daß einige Polizeibeamten verletzt, dafür aber auch die ganze Geselochaft sestgenommen wurde. Bei Feststellung der Personalien zeigte es sich, daß ein großer Teil der Verhafteten den ersten Kreisen Piacenz/as an- aehörte. Drei der Festgenommenen wurden in das Untersuchungsgefängnis abgesührt, wo sie ihrer Verurteilung wegen Beleidigung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt entgegensehen.
* Eine Schönheitsschau. Der englische Badeort Folkestone hatte zur Unterhaltung seiner Besucher eine männliche Schönheitsschau veranstaltet. Das Publikum sollte entscheiden, wem die Preise für Schönheit zuzuerkennen seien, und eine junge Dame hatte als Extrapreis für den mit dem ersten Preis gekrönten schönen Mann sich selbst als Frau ausgesetzt. Sie erhielt dafür bei der Schau in der vordersten Sitzreihe einen Platz. Etwa fünfzig Adonisse hatten sich auf einer Bühne versammelt, in deren Front ein goldener, plüschverhängter Rahmen stand, durch den die Bewerber auf Befehl ihren Kopf durchstecken mußten, um sich eit face und en profil bewundern zu lassen. Als sich der Vorhang hob, stieß zur allgemeinen Heiterkeit des Hauses ein Hund ein jämmerliches Geheul aus. Die Schönheitsritter erregten stürmische Heiterkeit. Die Haare glänzten von Oel. Die Kravatten strahlten in den unglaublichsten Farben und die meisten der Bewerber sahen so unglücklich aus, daß man ihnen den Wunsch vom Gesicht ablesen konnte, irgendwo anders zu sein, als auf der Bühne. Die Zurufe, die den in dem Bilderrahmen erscheinenden Köpfen galten, waren nicht immer schmeichelhaft. Dem ersten, der den Kops zu zeigen hatte, wurde ein unbeschreiblicher Lacherfolg zuteil. Er machte ein unglaublich dummes Gesicht und zog den Kopf blitzschnell zurück, als ihm zugerufen wurde: „Percy, du hast deine Schönheit zu Hause gelassen." Die Zeitungen stimmen darin überein, daß sich die meisten der schönen jungen Herren „eselhaft benahmen". Eine Dame äußerte etwas laut: „Sie sehen aus wie Schase." Aus dem Norden Englands war sogar ein Zigeunerkönig erschienen, der aber keinen Preis bekam. Auch ein kleiner Japaner, der sein gelbes Gesicht grinsend durch den Bilderrahmen steckte, ging preislos aus, obgleich er dem Publikum viel Spaß machte. Unter den Schönheitshelden befanden sich ferner: ein Schweizer, dem man zurief, er sehe aus wie abgerahmte Milch, ein Franzose, ein Deutscher, ein Ungar und ein Italiener. Der letztere ohne Orgel. Den ersten Preis erhielt ein junger Sergeant von den achten Husaren, der unhöflich genug war, durch den Arrangeur der Schönheitsschau bekanntgeben zu lassen, daß er auf die Hand der heiratslustigen jungen Dame verzichten müsse, da er schon einen Schatz habe.
* Ein lieber Mann. 2(u§ Schwaben erzählt ein Korrespondent folgendes Gcschichtchen, das von schwäbischer Gemütlichkeit zeugt: Kam da kürzlich ein Mann in der Nahegegend, der den Tag über zumeist im Wirtshaus zugebracht hat, abends spät nach Hause. Seine Hausfrau lag schon längst im Bette. Vor dem Bette der Gemahlin angekommen, empfand der Hausvater plötzlich heftiges Durstgefühl und sprach: „Wcib, hol mir no en Stein Bier!" „I moin, Du habest heut Bier gmig g'hat. Mach, daß Du ins Bett kommst!" war die Antwort. „Holst mir fein?" „Noi i könnt's ii saga! Du hoscht Bier gmig g'hat!" Was tat der Durstige. Er seines Zeichens Ortsböllerer, der „Böller- lipp" genannt, holte einen Böller, lud ihn, stellte ihn unters Bett seiner Hausfrau und sprach: „Stand auf oder Du fluigst mit samt an: Federnbette in D'luft nauf!" Noch nie oll die Frau sich jo rasch erhoben haben; aber einen Stein
holte sie jetzt mit Fleiß nel." — Hoffentlich hat sie dem Gemütsathletcn von Mann tüchtig die Meinung gesagt.
* Dekolletiert. In einem Vergnügungsznge der Fiunländischen Bahn — so wird in einem Petersburger- Blatte erzählt — hatte ein junger Mann im Damenabteil Platz genommen. Es kostete dem Schaffner viel Ueber- redungskilnst, dem jungen Herrn klar zu viachen, daß die An- wesenheit von Herren die Damen, die allein zu sein wünschten, genieren könnte. Schließlich mußte sich der Passagier bequemen, in die benachbarte Wagenabteilung überzusiedeln. Hier saßen nur drei Herren, sonst lauter Damen. Unwillkürlich zog eine der Damen in sehr tief ausgeschnittenem Kleide die Blicke auf sich. Der Nacken und ein Teil des Rückens waren in quadratischem Ausschnitt entblößt. Die Vorderseite der Dame zeigte ein ebenso tiefes „Decolletö" und eröffnete noch tiefere Einblicke, da unter dem Dccollete noch ein kleiner quadratischer Ausschnitt angebracht war. Die Arme der Dame waren fast bis zu den Schultern entblößt. Kurzum, das Dccollcts ließ kaum noch etwas zu erraten übrig. Der aus dem Frauenabteil hinauskomplimentierte junge Mann betrachtete sich lange die zum großen Teil aus fehlendem Stoff bestehende Robe; daun sprang er plötzlich auf und begann erst seinen Nock auszuziehen, dann seine Halsbinde abzuuehmcu und schließlich Weste und Vorhemd wegzulegen. Im Wagen entstand eine peinliche Verwirrung. Tie Damen wandten sich entrüstet ab und begannen gegen diese Entkleidungsszcne zu protestieren. Inzwischen hatte der nnge Mann seine Arme und seinen Hals entblößt und sich ein ähnliches Dccolletä wie die Dame mit dem tiefen Ausschnitt zurechtgeymcht. Auf die lauten Proteste hielt der dekolletierte junge Mann eine kleine Rede, in der er den Beweis erbrachte, daß er sich noch bei weitem nicht so ausgiebig dekolletiert habe wie die Dame; was dem einen recht sei, sei dem anderen billig. Die Dame mit den: auffallenden Decollets sprang tief errötend auf und eilte ins Damencoupe. Daraus brachte der Vorkämpfer für das männliche Decollete seine Toilette schnell wieder in Ordnung.
* Welche Rolle die Wnrst in: Gemütsleben des So ldaten zuweilen spielt, davon gibt Zeugnis ein Soldatenbrief, den der „Wests. Volksfrd." nach dem Original folgendermaßen wiedergibt: „Liebe Eltern! Ich danke euch feer führ die Worrscht. Ich habbe mir übber die Worrscht feer stehl gefveiht. Die Worrscht hat feer guht geschmeckt. Es war feer stehl Worrscht. Ich habbe dem Schorsch aug von der Worrscht gegebben. So gute Worrscht hatt er noch nicht gegessen. Meine Worrscht ißt bald wech. Esst doch nich alle Worrscht auf, damid ich neujaahr auch noch Worrscht krieche. In der Hofsnunch, daß ihr mich wieder Worrscht schickt, verplcipe ich eiter treuheren Soohn ignaz."
* E i n eigenartige/ „St1 u n st w e r f" hat ein Unteroffizier Metzger eines deutschen Infanterie-Regiments während seiner freien Zeit an gefertigt. Er machte sich ein Erinnerungsblatt nfit folgendem Text:
Königlich Bayrisches Infanterie-Regiment Prinz Karl von Bayern.
Vierte Kompagnie.
Zur Erinnerung an meine Dienstzeit 1885—1888. Michael Metzger aus Nördlingen.
Die besondere Eigenartigkeit dieses Eriunerungsblatte^ besieht darin, daß der Text aus — Flöhen hergestellt ist, die der „Künstler" in der Kaserne selber gefangen hat. Jeder einzelne ist auf das Papier geklebt und nicht weniger als 8500 kamen zur Verwendung.
Sport.
O Fußball. Vergangenen Sonntag spielte die 1. 9)1 aitii- schäft des „Gießener Fußballklubs von 1900 gegen die 1. Mannschaft des Fußballklubs Jahn Siegen. Tas Spiel, das das erste Verbandsmeisterschastsspiel in dieser Saison war, fand in Siegen statt. In der ersten Spielzeit war Gießen ständig im Vorteil und ^erzielt bis zur Pause 2 Tore. Inder 2. Spielhälfte ronrbe die Siegener Stürmerlinie dem Gießener Tor des eiteren gefährlich, errang jedoch, miolge des guten Spieles der Gießener Hintermannschaft keinen Erfolg. Im Gegenteil ist es Gießen vergönnt, bis zum Schlußpfiff noch zweimal zu skoren. In der letzten Minute kann auch Siegen ein Tor treten. So endet das Spiel mit 4 : 1 Toren zu Gunsten Gießens.
Kanvcl.
Errichtung e i n e r^R e i ch s - M a s ch i n e n f a b r i k. In Ergänzung der fiskalischen Schiffs- und Maschineubauaustalteu, die für die Zwecke der Kriegsmarine an der Nord- und Ostsee, neben denen jedoch bekanntlich auch die privaten Schiffswerften erheblich m Anspruch genommen werden, soll eine neue eigene Maschinenfabrik des Reiches in der Nähe von Emden eingerichtet werden. Hier sollen ausschließlich elektrotechnische Bedarfsartikel, hauptsächlich für die Zwecke der drahtlosen Telegraphie, hergestelli, und Reparaturen beziv. Verbesserungen für die zurzeit an 13 Nord- und Ostseeplätzen vorhandenen, für die Manne tätigen Funksprechsialiouen vorgcnommen werden. — Der B. B. C. bemerkl hierzu: Wenn es auch verständlich ist, daß die Marine mit Rücksicht auf ihre strategischen Pflichten auf die Privaliiidustrie auch auf diese Gebiete nicht ausschließlich angewiesen sein will, so würde es sich doch nicht rechtferligen, wenn die hervorragenden und leistungsfähigen elektrotechnischen Werkstätten, die ivir in Deutschland haben, von der Befriedigung des Bedarfs der Marine für Zivecke der drahtlosen Telegraphie ausgeschaltet werden sollten. Es ivürbe wohl genügen, wenn eine siskaüsche Werkstatt nur aushülfstveise zur Versorgung des Reiches herangezogen werden würde. — Man kann sich dieser Auffassung nur auschließen.
Mrchltche NachrichtE,
Israelitische Neligionsgesellschaft.
Gottesdienst.
M i t t iv o ch , den 18. September 1907: Bersöhnungsfest.
Vorabend 6.30 Uhr. Predigt.
Morgens 6.00 Uhr.
Fcftesa»isgang 7.15 Uhr.
Wochengotlesdienst: morgens 6.30 Uhr, abend? 6.00 Uhr.
Reichsgerichtsbrics.
I. S. L e i p z i g, 14. Sept.
Gefährliche Bahuhofsanlage.
Auf dem Bahnhof Wülfrath kam der Metzgermeister Friedr. Birkenbeil am Montag den 29. Dezember 1902 früh 6 Uhr beim erforderlichen Ueberschreiten eines Gleises, um zum Zuge nach Elberfeld zu gelangen, dadurch zu Unglück, daß er von dem gewöhnlich auf dem dritten, diesmal aber infolge Bahnhofsbauten auf dem zweiten Gleise einführenden Personenzuge überfahren und getötet wurde. B. hatte das Gleis im Gespräch mit andern Metzgermeistern überschritten und den Zug nicht gesehen, teilte Frau und ein unmündiger Sohn machen nun gegen den Preußischen Eisenbahnfiskus Schadeusersatzansprüche geltend, indem sie eine Jahresrente von 3500 Mark von dem Beklagten verlangt.
Das Landgericht Elberfeld, erkannte beit Anspruch im vollen Umfange als gerechtfertigt an. Aus di« Berufung des!
Beklagten erklärte das Oberlandesgericht Köln den Arni spruch der Kläger zu vier Fünfteln den: Grunde nach sür g e r e ch t s e r t i g t und wies sie zu einem Fünftel wegen Anrechnung der eigenen Unvorsichtigkeit des Getöteten ab. Tie vom Beklagten gegen das oberlandesgerichtliche Urteil eingelegtL' Revision wurde vom 6. Zivilsenat des Reichsgerichts zurück^ gewiesen: „Tie Revision richtet sich lediglich gegen diese Scha- densverleilung. eie hält des Selbsiverschulden des Getöteten für zu gering bewertet.^ Es besieht jedoch unbeschadet der Festhaltung an den strengen 0-rundsätzen, die gegen denjenigen anzuwenden sind, der ohne Umschau ein Bahngleis betritt, unter den gegebenen Verhältnissen fein Anlaß, dem Berufungsgericht entgegenzutreten. Das Berufungsgericht nimmt tatsächlich an, er müsse, um zum Zug zu gelangen, das zweite Gleis überschreiten, und könne dies wie seither ohne Gefahr tun, und ferner daß er, wenn er kurz zuvor einen Blick aus den herankommendeir Zug geworfen hätte, in der Dunkelheit nicht zu erfemten vermochte, daß sich dieser! auf "dem zweiten Gleis näherte. Der Schluß des Berufungsgerichts, daß nicht die Unbedachtsamkeit des V., sondern die besondere Gefahr des Eisenbahnbetriebes den Unfall überwiegend verursacht habe, ist nicht zu beanstanden. Weiter ist dem Berufungsgericht darin beizupslichten, daß die Eiscnbahnverwaltung oder ihre Angestellten die gebotene Sorgfalt für eine gesicherte Abwicklung des Verkehrs außer Acht gelassen haben. Mit dcw Gewöhnung des Puplikums an die bisherige Einfahrtsordnung war zu rechnen. Es hätten daher die Reisenden auf die eingetrelene Aenderuug durch deutliche Gleisansage hingewiesen und solange nicht die neue Regelung^ sich eingebürgert hatte, von dem Betreten der Gleise vor dem Stillstehen des Zuges zurückgchalten werden müssen. Ob dieses Verschulden, wie das Berufungsgericht meint, gerade in Erfüllung des Bcfördcrungsvertrages begangen ivurde, und ob es dem Stationsvorsteher und seinen Leuten oder auch dem verfassungsmäßigen Vertreter der Beklagten, dem Betrieösinspektor, zur Last fällt, kann dahin gestellr bleiben, da die Kläger nichts weiter als eine Unterhalts:ente nach § 3 Hastpflichtgesetz begehren. Jedenfalls ist durch die Versäumnis der Bahnbeamten die Betriebsgefahr wesentlich gesteigert worden, sodaß das eigene Verschulden des Getöteten noch weiter zurücktritt, und die Abwägung des Berufungsgerichts nicht als rechtsirrig erscheint."
IpielplaK der vereinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Mittwoch den 18. September, abends halb 6 Uhr: „Salome." Donnerstag den 19. September *): „Der Dämon." Freitag den 20. Seplember, abends halb 8 Uhr: „Die lustige Witwe." Samstag den 21. September: „Das Glück. Hierauf: Z u m ersten Ata le: „Ritter Olaf." Zum Schluß: Zum ersten Male: „Rokoko." Sonntag den 22.September: „Margarethe' Montag den 23. September, abends 6 Uhr: Der Ring des Nibelungen. Dritter Tag: „Götterdämmerung."
Schauspielhaus.
Mittwoch den 18. September*): „E i n W i n t e r m ä r ch e n." Donnerstag den 19. September, abends halb 8 Uhr: „Erdgeist." Freitag den 20. September: „Die Frau vom Dteere." Samstag den 21. September: „Salome." Hierauf: „Johannisfeuer." Sonntag den 22. September, nachmittags halb 4 Uhr: „Husarenfieber." Abends 7 Uhr: „Salome." Hierauf: „Johannisfeuer." Montag den 23. September: „Die Frau vom Meere." Dienstag den 24. Sepember: „Der Dieb."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
— Der weltbekannte Verlag von Dr. Langenscheidt in Groß-Lichterfelde bei Berlin legte uns in dem dreibändige,: Werke Dufours „Geschichte der Prostitution" ein Werk von hohem wifsenschastlichen Werte vor. Uebersetzt von Adolf Stille und Dr. Bruno Schweigger und ergänzt durch Franz Helbing leitet es der Staatsanwalt Dr. Wulfsen in Dresden mit Niettzsches Worten ein: „Grad und Art der Geschlechtlichkeit eines Menschen reicht bis in den letzten Gipfel seines Geistes hinaus und nennt die Prostitution einen integrierenden Bestandteil der gesamten Kulturgeschichte. Sie- brandmarke zwar nach Dufour, !vie mit einem glühenden Eisen eine der traurigsten Schwächen der Menschen, ihrer Kenntnis könne sich indessen niemand entziehen dürfen,' der die Menschheit in ihrer wahren nnd vollen Geistigkeit erkennen und verstehen will. In solchen: Sinne ist denn auch der Stoff der geheimnisvollen öffentlichen Liebe von dem Autor behandelt. (Streng im Rahmen der historischen Quellen bietet Dufour sür lüsterne Leser eine Menge des' Pikanten und Reizvollen, für den Verständigen aber ein Werk von großem historischen und dauerndem wissenschaftlichen Werte. Aus ihm zu schöpfen lohnt sich wohl der Mühe.) Der Lüsterne wird kaum auf seine Kosten kommen, der gereifte Leser dagegen seine Kenntnisse und sein Wissen, dauernd und wertvoll ergänzen.
Teie?cnäsoSia
des Giessener Anzeigers, mitgi und Industi
Frankfurter Bör
3^°/o Beichsanleihe . . 93.70 3% do. . . 83.95 3% °/0 Konsols .... 94.10 3% do. . « . . 83.95 B%o/o Hessen .... 92.10 3j^°/0 Oberhessen . . . 92.00 4% Oesterr. Goldrente . 98.05 4x/6 % Oesterr. Silberrente 98 20
4% Ungar. Goldrente . . 92 90 4% Italien." Rente . . . —.— 356 Portugiesen Serie I . 66.00 3% Portugiesen „ III 66 55
°/0 russ.Staatsanl. 1905 92 00
4J4°/o japan. Staatsanleihe 90.75 4% Uonv.Türken von 1903 94.00 Türkenlose 142 00 4% Griech. Monopol-Anl. . 48.50 4% äussere Argentinier . 84 60 3°/0 Mexikaner < . . 61.90
4>^7o Chinesen .... 95.50
Aktien:
Bochum Guss 207.25
Buderus E. W. .... —.—
Tendenz.: fest.
berliner Börse,
Canada E. B 165.50 Darmstädter Bank . . . 126.20
Deutsche Bank .... 226.50 Dortmunder-Union C. . . 65.60
Dresdner Bank .... 138.90
Tendenz: träge.
Kursberichte
teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.
se, 17. Sept., 1.15 Uhr.
I Elektriz. Lahmeyer . . . 119.00 Elektriz. Schuckert . . . 103 50 Eschweiler Bergwerk . . 212.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 196.00 Hamburg - Amerik. Paket!. 129.10 Harpener Bergwerk. . . 197.70 Laurahütte ..... 222.50 Nordd. Lloyd 113.00 Obeischles. Eisen-Industrie 101.00 Berliner Handelsges. . . 153.80 Darmstädter Bank . . . 126.60 Deutsche Bank .... 226.50 Deutsch-Asiat. Bank . , 140.00 Diskonto-Kommandit. . . 170.80 Dresdner Bank . . . 139.30 Kreditaktien 201.40 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn 92.60 Gotthardbahn .... —.— Lombard. Eisenbahn . . 30 90 Oesterr. Staatsbahn . . . 141.30 Prince-Henri-Eisenbahu . 127.00
Sept. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 197.20
Laurahütte .... 220.00
Lombarden E. B. ... 30.20
Nordd. Lloyd 112.70
Tiirkenlose ..... —
Zehen Sie die Sache an, wie Sie wollen:
!$. es läßt sich nicht wcgdisvutieren, daß Fays ächte Sodener M Atineral - Pastillen seit mehr als 20 Jahren sich bei allen W Erkaltungssormen des Halses und der Luftwege glnuzcud M bewahrt haben und daß Millionen Atenschen sie vorbeugend ÄS und zur Bekämpfung selbst schwerster Katarrhe mit stets Äl gleich glänzendem Erfolg gebraucht haben und noch ge- brauchen. Fays ächte Sodener sollen in keinem Haushalt y seh len, damit sie immer zur Hand sind. U ehern II für 85 Pfennig die Schachtel erhältlich. Da Nachahmungen existieren, so weise man dieselben ganz entschieden zurück „ 1"" und verlange stets „Fays ächte Sodener".


