Marke „M Sieraatdi“ Bi^rnnr-tsiräE Ecke Ludwiqslr.^Sreichh' Lager mtr anert. erstklassiger Zigarren-u.Zigaretten-Fobrikate. 4019»
Griginal-Drahtmeldungen.
Berlin, 17. Juni. Streikende Maurer überfielen einen von der Arbeit heimkehcenden Arbeitswilligen und mißhandelten ihn durch Fäuste und Fußtritte schwer. Zwei der Angreifer konnten verhaftet werden.
Petersburg, 17. Juni. Aus Tula kommen un» günstige Nachrichten über den Gesundheitszustand des Grafen Leo Tolstoi, der an Influenza erkrankt ist. In den letzten Tagen hat sich sein Zustand etwas gebesiert.
Petersburg, 17. Juni. Gepanzerte Züge stehen hier in Bereitschaft. Im Fabrik-Zentrum ist ein enormes Patrouillen-Aufgebot zu bemerken. Verschiedene Unter* Militärs sind plötzlich verschwunden. Sehr lebhaft ging eS in den Vercinslokalen der Rechten zu. Hochs auf den Zaren und patriotische Reden wechselten einander ab. Stolypin hat aus Berlin, Paris und London telegraphische Glück* wünsche erhalten. Am Zarenhofe herrscht vollständig zuversichtliche Stimmung. Das Taurische Palais wird militärisch bewacht. An die Bildung eines zweiten Ru mpfparla ments, wie das Wyborger Parlament, denkt keiner.
Universitäts-Nachrichten.
Gerüchtweise verlautet, der befaimte amerik. Milliardär Carnegie schenkte ber '-Berliner Universität eine Million Dollars. Rach anderen l'lelbungeit heißt es, Andrew Carnegie wolle nach seiner deinnächstigen Ankunft in Tcuischland eine Million Dollars zur Errichtung einer Bibliothek in B er l i>l sticken.
Hannover, 15. J-.ini. Zn der anläßlich der Fertigstellung der 5000. Lokomotive von der Hannoverschen Maschineubau- Aktiengcsellschast veranstalteten Feier, überbrachte Handelsinimster Delbrück die Glückwünsche der Regierung und gab im Anschluß daran mehrere Ordensverleihungen dekamil. Der Tireklor der technischen Hochschule Hannover überbrachte die Erneminng des Direliors Einst Veit er 511m Doktor-Ingenieur ehrenhalber.
Auitst und rvissenschaft.
— Im F r a n k s u r t e r Opern hause wurbe unlängst des Wiener Ensler Operette ü n ft l e r b 111 t* mit Glück heraus- gcbracht. Ter Text der Herren Leo Stein mib Karl liiiibmi ist leidlich amüsant und bietet dankbare Rollen. Tie Musik ist zwar ivcbcr originell, noch tiei, ober sie bleibt gefällig. Alles in allem ein Erfolg, an dem mit den Sängern auch Kapellmeister und Regisseur, ber das Werkchen im verlangten Geschmack der Biedermeierzeit recht hübsch iiiHeniert hat, Anieck haben.
vermisehtro.
* Ein Erholungsheim für Studenten beabsichtigt die Universität Kiel zu errichten und, hat zu diesem Zweck die am Beginn von Düsternbrook in nächster Nähe der Universität idyllisch an der Vieler Förde gelegene alte Seeburg von der Stadt für 200 000 Mark angekauft. Das dort zu errichtende Gebäude, das u. a. einen großen Festsaal enthalten soll, unter welcher Bedingung ein hiesiger Professor zu den Kosten einen Beitrag von 100 000 Mark leistet, ferner einen Turn- und einen Fechtsaal, wird in einem großen, mit alten Baumen bestandenen parkartigen Garten liegen, in dem Tcimisplätzc usw. angelegt werden sollen. Tas Haus, das für die ^Ltudenlenschast ein „Mittelpunkt der geistigen Erholung und der Pflege von Leibesübungen" werden soll, wird den Namen „^ville-Heim, fuhren nach dem Stifter des für den Ankauf zur Verfügung stehenden Willeschen Legats in .Höhe von 55 000 Mark, um das zwycpeu Stadt und Universität ein jahrelanger streit geführt werben ist, der schließlich durch einen Vergleich beendigt wurde. ^,ic „Seeburg", eines der ältesten Gebäude Kiels, steht mit der Familiengeschichte des Bismarckschen Hauses, in Verbindung. Zu dem früher weit nach Norden bin sich erstreckenden Besitz der Grafen v. Rantzau-Oppendorf gehörig, der größtenteils parzelliert worden ist, war die Seeburg in den 70 er Jahren des Id. ^ahr- liunderts Sitz der durch ihren Geist und ihre Wohltätigkeit ausgezeichneten Gräfin Charlotte v. Rantzau, geb. Z-renn ^icde v Fürstenstein. Im Jahre 1902 ging das Grundstuck für 220 000 Mark in den Besitz der Stadt über. ......
»Kleine E ageschr 0 n k Als em häufig vorbestrafter Mensch von Düsseldorf ins Gefängnis nach LMlrmghausen zuruck- flenihrt werden sollte, überrumpelle er im Eifenbahncoupee ben Transporteur, schlug ihn zu Bobeu, entsprang aus bem fahrenden Bune und entkam ; ber Zustand des Transporteurs ist bcbeuklich. — Ter Arbeiter Wisniewski, ber in Westfalen beschäftigt war, kehrte plötzlich nach seinem Heimatort Mltukowo in Posen zurück, ba ihm ein Mitarbeiter, ber soeben von dort m Westfalen ei »getroffen war, ungünstige Nachrichten über das Treiben ftmer Ehefrau gebracht hatte. Wisniewski fiel, als er m seiner Wohnung angelangt ivar, ohne Weiteres über seine Frau her und mißljan- bdte sie' schwer. Als die Mutter ber Frau ihrer Tochter zur Hu.fe sprang, stürzte sich Wisniewski auf sie uub tötete ste. Untcr- bcfi'en hatte sich bie Frau des Wisniewski gefluchtet und Nachbarn herbeigeholt, denen es gelang, ben Wüterich festzunchmen. — Im Städtchen Gochsheim om Steigerwald fuhr ber B l 1 tz m bie Wohnung des Bürgermeisters Bernhard und tötete un 7-ohn- zimmer die am Ösen mit einer Handarbeit beschäftigte Gattin des Bürgermeisters. - Im 127. französ. Infanterieregiment zu Baien- ciennes durchbohrte sich ein Soldat ber zweiten Kompagme Die Brust. Er ist schwer verletzt. Hungernd hatte er auf Schild- wache gestaiideii und fand nirgends etwas zu essen. — In Paris sand zwischen dem Schriftsteller tflers und Pierre Weber em Duell statt. Beim ersten Gang würbe Weber am Oberarm verletzt. — JnO b e r it b 0 r f (Schwaben) ist der M a j 0 r Klumpp mit seinem achtjährigen Söhnche n imolge Um tippen.» ehte-3 Bretterfloßes im Neckar ertrun ken. — Im ocerfcani. Torfe Hirschaid wurde eine Engelmacherin verhaftet, der ^0 Verbrechen wider leimendes Leben zur Last gelegt werden. — ^n Berlin versuchte die Frau des Mplers Temin nach einem Streit ihren 'HZann zu erschlagen. Sie brachte dem Schlafetiden am klopfe und am rechten Arm schwere Verletzungen bei und hätte ihn wahrscheinlich getötet, wenn nicht ihre Söhne dazwischen gesprungen wären. — In Köln war ern 18 jähriger Bursche mit seiner Braut in Streit geraten, und feuerte drei Revolverschüsse auf sie ftb. Ms ep das Mädchen schwer verletzt;
einsmitgliede 300 Mk. etc. Geheimerat Tr. Breidert bemerkt, daß der unbekannte Geber inzwischen wertere 200 Mark für die Burg iljm übersendet hat und daß es Tank dieser Gaben möglich war, nicht nur die Sicherungsarbeiten an der eigentlichen Burg weiterzuführcn, sondern auch die Kosten der neuen Wortanlage zu bestreiten. Außerdem langten die vorhandenen Mittel aus, um im Kaisersaal und im Landsknechtraum (dem gemalten Zimmer zu ebener Erde) die Decken und Wände auffrischen lassen zu können. Ten Einnahmen stehen in der Hauptsache als Ausgaben gegenüber 436,42 Mk. Kapitalzinsen, 110 Mk. 10 Prozent. Abtragung an dem von der Sparkasse Wetzlar geliehenen Kapital, 3708 Mk. für Bauten, Mobilien, Steuern und Prämien für Versicherung gegen Feuersgesahr.
Im lausenden Geschäftsjahr ist in Aussicht genommen, ben Bergfried einer umfassenden Reparatur zu unterziehen, nachdem dies im letzten Jahre bei dessen Sck;ildmauer geschehen ist, außerdem wird das Mobiliar vervollständigt und ergänzt werden. Es ist in Aussicht genommen, die Sicherungsarbeiten an der eigentlichen Burg, mit denen man schon zwei Jahre beschäftigt ist, so zu betreiben, daß sie bis 1910/11 beendet sind. Für diese Arbeiten (teilt der preußische Staat und die Rheinprovinz jährlich 600 Mark als Beihilfe zur Verfügung unter der Bedingung, daß der Gleibergverein aus eigenen Mitteln 600 Mk. jährlich dafür verwendet. Da biermit das Bauprogramm für die kommenden Jahre feststeht, beschließt die Versammlung, es dem Vorstande zu überlassen die Sauarbeiten anzuordncn und zu vergeben. Ferner wird der Antrag gutgeheißen, einen genauen großen Plan der Burg und ihrer Anleger herzustellen. Der Plan soll am Eingang der Burg zum Aushang gebracht werden, damit der Besucher in die Lage versetzt wird, sich zu orientieren. Der Vorsitzende bittet die Mitglieder des Vereins und ganz besonders alle Ein wohner der Städte und der Kreise Wetzlar und Gießen, dem Vorstände Mitteilung zu machen über etw a noch vorhandene ältere Abbil- dunaen und Pläne de s Gleibergs. Man ist nämlich oer Ansicht, daß hier und da im Privatbesitz manches Bild sich befindet, das einzusehen von großetn Mert für den Gleibergverein sein würde. Hierauf lourbc das Burgwirt Riebergall'fche Ehepaar gebeten, in die Versammlung einzutreten. Gcheimerat Tr. Breidert wies darauf hin, daß Herr Niebergall und dessen Ehefrau am 1. April d. I. 25 Jahre lang als Burgwirte auf dem Glen berg gewirkt haben. Er sprach Namens des Vereins den Jubilaren die besten Glückwünsche au5 und überreichte eine silberne Schale als Geschenk des Gleibergvereins. Ein Bild des Niebergall'schen Ehepaares wird auf der Burg seinen Platz erhalten. Ueberrafchl und gerührt dankte Burgwirl Niebergall dem Verein für die ihm und seiner Ehefrau erwiesene Ausmertsamkeit und sprach den Wunsch aus, daß es ihnen vergönnt sein möge, noch Jahre hindurch zur Zufriedenheit des Gleibergvereins die Wirtschaft auf der Burg führen zu können. — Ein Rund gang durch die Burg zeigte, daß im abgelaufenen Jahre dort tüchtig an dem aiten Mauerwerk gebessert ist. Tie alten hochragenden Giebel und Mauern sind teilweise ausgebessert und gegen den weiteren Verfall geschützt und gesichert worden. Bei den Ausbesserungsarbeiten hat man es meisterlich verstanden, den Fugen des Mauerwerks den Stempel des Alten zu geben.
Bet diesen Arbeiten hat sich Straßenmeisler Mohr- Gießen, der sie ehrenamtlich leitet und beaufsichtigt, ein ganz besonderes Verdienst erworben.
Erst turz vor 8 Uhr verließen die letzten Teilnehmer der Gieibe.rg-Bersammtung in gehobener Stimmung die Burg, hatte man doch wieder einmal nach dem gepflogenen Rat einige Stunden gesellig verlebt und hatte man doch wieder durch eigene tleberzeugung die Gewißheit ausge- srischt, daß der Rundblick von unserem Gleiberg per schönste in unicrcr ganzen Gegend ist.
freilich, bie zu ihrer Erfüllung eben doch gebesserter Tendenz bedarf und danach ficht es vorläufig nicht auS.
Märkte.
.'c. Frankfurt a. M., 17.Juui.(Telear. Orig.-Bericht deS »Gieß. Anz/s. Auitl. Noiieruugcu der heutigen Viebmarkt preise. Zum Verkaufe stauben: 527 Ochsen, 126 auS Oesterreich, 46 Bullen, 12 aus Oesterreich, 0 auS Dänemark, 815 Hübe, Fersen, Stiere und Rinder, 2 aus Dänemark, 331 Kälber, 185 Schafe und Hänuncl, 00 Schafe aus Ceftcrrcicb, 0 Ziegcu, 1736 Schweine. Bezahlt wurde für lOOPsuud Schlachtgewicht: Achsen 1. Dualität 78—81 'Mk., 2. Qual 70—74 Mk., 3. Quäl. 63—6üMk.; Bullen l.Qual. 69 bis 71 Mk., 2. Qual. 65-67 Mk.: Kühe 1. Qual. 70-73 Mk., 2. Qual. 68—70 Ttf., 3. Qual. 60-63 Ml, 4. Qual. 00—00 Ml., 5. Qual. 00—OOMk. Halber: 1. Qual.95—98 Pf«., Lebendgewicht 57—59 Pf., 2. Qual. 82—90 Pfg., Lebendgewicht 48—53 Pfg., Schlachtgewicht^-68 Psg. Schafe: 1. Qual. 82-00, 2. Qual. 82-00 Pfg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Qual. 58—00 Pfg., Lcbdaew. 45.50—00.00 Pfg., 2. Qu. 57-00 Psg., Lebeubgem. 45.00—00 Psg., 3. Qual. 50—52 Pfg. Lebeubgew. 00 Pig. Geschäft: bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstanb gering; bei Kleinvieh gut, kein Ueberstaub.
je. Frankfurt a. M., 17. Juni. (Lrig.-Telegr. beS „Gießen. Anz.') Amtliche Nolierungcu ber heutigen Fruchtmarttpreif e. Weizen Alk. 20.75—21.00, Kurhefsifchcr Mk. 20.75—21.00, La Plata Mk. 21.25—22.25, KaiifaS Mk. 21.25-22.25, Roggen (hiesiger) Mk. 19.75—20.25, Gerste (Wetterauer) Mk. 18.25—18.50, Faukcn- felbcr Mk. 18.75—19.00, Hafer 19.75—20.50, Mals Alk. 14.75—15.00, Weizenmehl 9)tf. 29.25-29.75, 00—00, 2. Qualität Mk. 27.25 bis Mk. 27.75, 3. Qualität Mk. 25.25—25.75, Noggcumehl 00 Mk. 29.00—29.50,1. Qualität Mk. 28.60—28.50, Weizenklcie Mk. 11.00 bis Mk. 11.50, Noggeukleie 2)1 f. 11.50—12.00, Maiskeune Mk. 12.00 bis Mk. 12.25, Frauke», Pfätzer, Rieb All.00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
zusammenbrechen sah, richtete er die Waffe gegen sich und brachte sich einen lebensgefährlichen Schuß in den Kopf bei. Beide wurden ins Hosr-iial gefdyxfft. — In Neuß erhängten sich in einem Hause gleichzeitig ein Fobntarociter und cm Fuhr knecht — In Berlin wählte eine schreckli che Tode sart für ich und ihr Kind die 24 'Jahre alte Frau des Bäckergesellen.
Prömel. In Abwesenheit ihres Mannes übergoß sie sich und ihr Kind mit Petroleum und zündete es an. Einzelne Störpcricilc der Frau waren völlig verkohlt. Noch lebend wurde die Frau ins Krankenhaus gebracht. Auch das Kind und der Ehemann, ber kurz nad) der Tat hinjufam, erlitten schwere Brandwunden. Das Motiv der Tat scheint momentane Geistesstörung zu sein. — Tie deutsche Zweir adfahrcrin Hildegard Morgenrot stürzte int Hippodrom zu Belfast (England) in Anwesenheit ihres Vaters und ihrer vier Brüder vom Zweirad und starb an einem Schädelbruch. — Unweit Groß- Wardein >Ungarn explodierte bei Schießübungen eines Regiments ein Shrappnell. Leutnant Rapp wurde lebensgefährlich, ein Soldat leichter verletzt. — Das Gebiet von Sinj (5)a.i» maticn) wird fortwährend von Erdbeben heilNAesucht. Nach den Gutachten der Geologen dürften die Ortschaften Turaee und Trigl gänzlich vom Erdboden verschwinden.
Landwirtschaft.
-st Aus dem Kreis Wetzlar, 14. Juni. Ter Obstbau m ä u cl) t wendet man im hiesigen Kreise sorlgefetzt bie größte Anfmerksanikcit zu. So wurde ui diesen Tagen durch bie Orts- jchelle zum gemeifameu Bezug von Klebegürtelii anfgeforbcrt. Gilt dock) gerabe der Kreis Wetzlar nisolge seiner günstigen Lage als ein giites Obsllanb, in bem auch eblc Obstsorten mir Erfolg gezogen lucrbcn können. 2lin ber etwa 40 Prozent beS Kulturlanoes aus- inachenben Acker- niib Garlenstäche macht sich iiberall ein reger Forlichritt in ber Obsibanmzncht bemerkbar. Durch Abhallnng von Untcrrichtskurf'en an bet Lbstbaunifchnle zn Wetzlar, bnrch lliiter- weiiunqen m ben einzelnen Gcmeinben burch Kreis-Obstbaumlchrer 5iilb ivub bie Zahl ber Lbstbaumfrennbe immer größer imb auch in ben höher gelegenen Orten werben fortgesetzt Anbanversuche gemacht. So ist es beim gckoinnien, baß ber Obstbau bis heule eine Hauptciuuahmcgllette unserer Lanbleule geworben ist. Für bieses Jahr steht iviebcr eine reiche Zwelscheuerute in Aussicht; bei Birnen imb vor allem bei Aepfeln ist dagegen nur auf eine biiutige Ernle zu rechnen. __
Kandel.
Tie Duma-Auflösung kam, roeun vorerst auch nur zum Teil ui ber K ur sg e st al t un g zum Ausbruck. Die Kursbewegung ber 1902er' Russen bilbele ben Barometer ber Börseu- flimnumg. Noch waren bic Kursrückgänge mäßig, da bie Peters- biußcr Börse selbst feste Kurse saubte. 1902er Russen verloren jcit- ivciie ls/4°/0; bic russischen Eifenbahnobligalioneu bnrchfchiiitllich a/4° „. Tiefe Bewegung wirb sich in ben nächsteii Tagen >vohl günstiger gestalten, befonbers wenn in Rußlanb infolge ber Aiiflösung Un- rnhen ausbrechen. Ter russifche Berfasfnngsstaat scheint nichts anbers al5 eine Komöbie zu fern imb Kaiser Nikolaiis will |id) neid) w,e vor als Selbstberrfcher bcs Zarenreiches fühlen. '21 ls solcher hat ihn erst biefer Tage wicber Witte bczeichnel. Dies trifft aber bie Börse bnrchans ilnangenchm, wenn anch nicht unerwartet, ba zilviel des Tcvriinicrcnben in neuer Zett mneinanber folgt erst bic Londoner Börfen'allisfemeuts, bcsgl. Pariser Falliffenieuts, Tcutfchc GolbvcrsleifiNig im Zuja>umcuhang mit dem Rückgang ber Eifenpresic, brasilianische Balorifationsnote, Verslannng ui ber amerikanischen Eifeiiinbustric, Furcht cor emem abermaligen Rnck- gaug ber Eijenbahnattieii 2c. „„ t ,
Depositen. Wir lesen in einem Berliner Borienbencht der F. Z., baß eine starke Zunahme ber Tcpositengelber bet ben Banken üattgefimben hat und zwar gerabe infolge der nnifang- rcicheil Efiettenvcrkäufe, bie in ber letzien Zeit vorgekommen sind. Tiefem Umslanb legt man bejonberc Bebeittnng bei, in ber Annahme, sobald bie Besorgnisse etwas geichivunben sind, und bie Stimmung sich mir ein wenig bessert, würbe cm großer Teil solcher Gelber wteber Anlaae in Jndustriepaptcren sinden — eine Erwartung
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le Rofensest wurde ! Abend im Festspiel- ter unter Leitung von I bei dem nachfolgenden ms-Garlen muftergühi* . Eva Martersteig kungsvoll vorgetragene d unverwüsilichc Elsa jimilüeber zur Laute, Mr ermähnen nur; raulein, bari id) mit ’borf fanb für feint cbcttEulenberg« ynommmm Ävinag ÄimieMges.
itayu ein imtioiwii« BM, Ävnznl uiro. ffuchl war und einen
ni. Ter Kaiser sch ich Hamburg. Zn- !ofe eingefunden: Re« brat Tr. Ritter von Geh. Baural Jacob, as fand heute abend (abung des Kaiser« -stmahl M. Kurz . Herzog von Ratibor urrn auf den deutschen n Resultate der Fmna ff-Rutomobils. Leine z Fabrikat, den italiem- Vertreter des,tal.em. einem Toast aus Automobilklub.
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GerichtssaaU
Berlin, 16. Juni. Ter Unteroffizier W i e g c r vom 1. Gaibcbragoncrreginicnt hatte sich wegen At i ß h a n b l u n g vor bem Kriegsgericht zu vcranwoitcn. Er suchte einen Dragoner auf, Der bie Zett verschlafen hatte imb schlug ihn mit einem Karabiner- uenicu auf ben nur mit bem Henib bcNeibeten Rücken etwa 15 Mal. Jin Stalle wieberholtcn fick; bie Mißhanblungen, sobaß ber Ge- fchlagene 14 Tage im Lazarett liegen mußte. Tas Urteil lautete auf 14 Tage Mttielarrcst.
Berlin, 15. Juni. In der Angelegenheit des Fürsten Eulenburg, gegen den auf seinen eigenen Antrag von ber Staatsanwaltschaft in Prenzlau ein Strafermittelungsverfahren wegen Vergehen gegen § 175 R. St. G. B. eingeleitet worben ist, hat heute vor dem Amtsgericht in (Stjarlottenburg die Vernehmung des Schriftstellers Maximilian Harden als Zeuge ftattgefunben. Amtsgerichtsrat Tr. Schulz war mit dem Verhör beauftragt worden. Das Beweisthema lautete: Welche Tatsachen und Beweismittel kann Harden dafür anführen, daß sich Fürst Eulenburg im Sinne des § 175 strafbarer Handlungen schuldig gemacht habe? Tie Vernehmung dauerte etwa 3,4 Stunden. Wie verlautet, hat sic zu dem Ergebnis geführt, daß kc: ncrlci Momente zutage gefördert wurden, die ein Einschreiten ber Strafbehörde im Sinne des § 175 gegen den Fürsten Eulenburg rechtfertigen konnte.
Elberfeld, 16. Juni. Die Strafkammer verurteilte den Arzt Dr. St r e 11 tj m a u 11 nu5 Mcttmaim, der un April mit feinem Automobil einen alten M a nn überfuhr und töt lieh verletzte, wegen fahrlässiger Tötinig zii einer Woche Gefängnis.
Hem uten, 16. Juni. Tie Strafkammer verurteile den B e ii e f i z i a t Fuchsberger in Wertingen, der sich als öteligiouslchrer nn feinen Schülerinnen vergangen hatte, zu zwei Jahren Gefängnis uub brei Jahren Ehrverlust.
R ante s, 16. Juni. Das Schwuigencht fällte m bem Prozesse ber Delegierten b es A rb e 11 e rb n u b e s Atarck und Pvctok, bic der Aufreizung 511m Dicbstahl imb ber Plüuberung befchnlbigl waren, bas Urteil. Atarek lumbe zu einem Jahr Gefängnis, Yvelot ju vier Jahren Gefängnis uub 100 Franken Geibbuße verniteilt.
Arbeiterbewegung.
X Offenbach a. M., 16. Juni. Ter vor wenigen Tagen au5gebrocl)cne s2l u s ft a n b ber B a n f u h r l e u l e ber sich auf iveuere Aibeileikrcise auszubehnen brohle, ist b e i g e l e g t ivorben. Ten AuSstänbigen luurbe bic gefoibeile Lohnerhöhung von 2 Atark für bie Woche bewilligt. ____ ______________________
EingcjanSt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber keinerlei
Verantwortung.)
In Nr. 131 Ihres Blattes fanb ich einen Artikel: „Christliche Bücherlolvorcage". Aus Kreisen her oberhessischen Geist» lichkeit wird belauul gegeben, daß eine evangelische Buchhandlung in Hessen gegründet werden soll. Ich habe dem Artikel beim Lesen wenig Beachtung geschenkt, weil mir die begründenden Darlegungen dieses Artikels nicht verständlich waren. Da kommt mir durch Zufall ein Schriftstück in die Hand, mit welchem „Genossen" gesucht werden, meldje mit einem Anteil von Mk. 200 und vier Prozent Zinsen sich an einer neuen Buchhandlung unter der Firma „Wartburg-Buchhandlung" G. m. b. H. in Tarmstadt beteiligen sollen. Jc^t wurde mir ber Werbeartikel in Ihrer Nummer 131 klar. — Komisch, wenige Tage vorlier kam ich auf einer Reise in eine Stadt und las zum Zeck- bertreib das dortige Lokalblatt. In demselben sand ich langatmige Artikel für uub gegen die Grünbung einer Genosscn?« schaftsbäderei. Tie Herren Sozialdemokraten begründen eine Geuossenschaslsbäckerei und führen in ihren Blättern aus, daß sie bessere Ware billiger bieten würden, sie werben aud) Genossen mit Anteilscheinen. Tie bürgerlichen Parteien, voran die Slonservativen, mit ihnen der Geistliche, schreiben dagegen, schreien über die Sdffidiguiigen der bestehenden Bäckereien und verdammen das Vorgehen der Sozialdemokraten, die mit i breit genossenschaftlichen Gründungen den Mittelstand ruinieren. Hier ist es keine Genossenschafts-Bäckerei, sondem eine Genossen- schafis-Vuchhandlimg. Hier sind es nicht die Sozialdenwtraten, sondern die Geistlid)eu! Ja Bauer, das ist ganz was anbercsv Bücher sind aud) keine Backwaren, es handelt sid) hier nicht um materielle Kost, sondern um geistige Speise. Nun, mir ist dies gleichgültig, ob Brot ob Bücher. Ich frage, sind denn in ganz Hessen nicht genug Buchhandlungen, nicht gute Buchhandlungen? Gibt es nicht in Hessen sehr tüchtige Buchhändler, die auch den Bedürfnifscu der evangelischen Geistlidicn und evangelischen Gemeindeglieoer gern Rechnung tragen? Und gehört das Buch etwa zur Ware, welche je nach den Materialpreiscn zeitweise zu l)oci) im Preise stünde, und zu einer Gegcngründung gegen zu pro ilwütige Buchhandlungsinhaber nötigte ? Nein, jedes Buch hat den gleichen Preis au allen Orlen unseres deutschen Vaterlandes und der Preis desselben hängt nicht von „Konjunkturen" ab. Nun ist mir schon nicht sympathisch, daß Geistliche Gelder, Geschäftsanteile für geschäftliche Gründungen erbitten, das riecht etwas nach den „Vettelmönchen'. Tie Geistlichen sollen doch höheren Interessen dienen und nicht danach zu streben, Öen nossenschaften zum Betreiben von Geschäften zu gründen. Und daß damit den Buchhandlungen Hessens eine große Sbnw kurrenz erwachsen muß, ist dod) klar, denn die „Wartburg^ Buchhandlung" wird sich nicht allein mit Kolportage-Traktateü abgeuen, sondern alle Arten Büd)er führen, außer natürlich zweideutige Literatur, nun die hält jeder anständige, gebildete Bilch- Händler aus setnem Betrieb fern. Warum roenben sich die Herren Geistlichen nicht einer hessischen bestehenden Buchhandlung zu, oder einer solchen in jeder hessischen Provinz und sördern ihre Wünsd)e für den Vertrieb guter Literatur und frommer; Traktätchen, indem sie die Anregung zu deren Vertrieb geben unbi sid; mit ihrem Rat entlegen. Ich kenne mehrere tüchtige Buch-, Händler im Lande, die mir im Gespräch über diese Neugründung ihr Bedauern aussprachen, daß ihnen der Kamps ums Dasein der für sie schon schwer genug sei, noch fd)werer gemacht n>er* ben würde. Nicht die 7Partburg-Buchhandtung würde das religiöse Leben tut Lande Hirnen, sondern vielmehr die praktische Seelsorge, die praktische Betätigung in der sozialen Fürsorge, dio Einrichtung guter öffentlicher Vollsbibliotheken, unentgeltliche auf- klärende Vorträge, das Predigen wahrer Bruderliebe und so vieles andere mehr. Wenn die Herren Geistlichen Hessens auf- sordern würden, Geld zu spenden, um gute christliche Bibliotheken allerorts zu schaffen, da würden sich gern Genossen finden unix bas würde vornehmer dem Stande der Geistlichen anstehen, als
<chäiiliche gci'il che Grünbunaen m. b. H.
Müller'fche Badeanstalt.
Wasserwarme am 17. Juui: 17 ° R._____________
Gießener Wetterdienst.
Boranssichtliche rVitternng für Hessen am Dienstag den 18. Juni: Meist heiter, trocken, uad)ls kühl, am Tage etwas wärmer, veränderliche Winde.


